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Ein Unfall öffnet plötzlich Türen

DEUTSCHLAND. Premiere in Neubrandenburg: Als erster Student der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) absolviert Samuel Voigt ein Praxissemester in der Oase, einem sozialmissionarischen Projekt der Liebenzeller Mission. Seit Februar lebt der 22-Jährige im Reitbahnviertel und hilft bei verschiedenen Angeboten mit. So auch beim „Jesus Café“, einem Treff für junge Erwachsene. Dort kam er schnell mit einem 19-Jährigen ins Gespräch, mit dem er sich bald darauf zum Kicken auf dem Sportplatz verabredete. Auch ein 21-Jähriger kam dazu. Gerade als Samuel den Eindruck hatte, er solle mehr mit den beiden unternehmen, kam es zu einem Unfall: Samuel brach sich den Arm und das gemeinsame Hobby wurde gekappt.

Gott belässt es nicht oberflächlich

„Man, jetzt wollte ich mich gerade mehr investieren und dann macht mir mein Arm einen Strich durch die Rechnung“, dachte Samuel sofort. Ihm war klar, dass der Bruch ihn an vielem hindern würde. Doch anstatt dass er ihm Steine in den Weg warf, war er vielmehr ein Gesprächsöffner: „Ich spüre, wie Gott ihn nutzt. Viele aus der Oase kommen auf mich zu und beten für mich. Es ist viel einfacher, Kontakte zu knüpfen und auch zu den zwei Jungs hab ich seitdem noch mehr Kontakt“, freut sich Samuel. Erst kürzlich traf er sich mit einem der beiden in einer Cocktailbar. Dabei kamen sie schnell über tiefgehende Themen ins Gespräch. Als es um Beziehungen ging, konnte Samuel seinen christlichen Glauben einbringen, weil beides für ihn eng verbunden ist. Der junge Mann hörte interessiert zu. „An dem Abend wurde mir wieder bewusst, dass wenn ich mich öffne und bereit bin, mich zu investieren, Gott es nicht oberflächlich belässt, sondern Menschen sich mir ebenso öffnen und es schnell in die Tiefe geht.“

Angekommen und angenommen

Das  erlebt der Stendaler auch im Männerhauskreis. „Trotz großer Altersunterschiede ist schnell Vertrauen gewachsen und wir können offen über biblische Themen und Persönliches sprechen.“ Auch im Team fühlt er sich wohl: „Mit offenen Armen wurde ich empfangen und sofort in den Leitungskreis integriert. Die Wertschätzung der Mitarbeiter hat mir geholfen, anzukommen, und ich fühle mich echt angenommen.“ Neben dem „Jesus Café“ und dem Hauskreis arbeitet der Praktikant auch beim „Oase-Frühstück“ und bei „Oase Kids“ mit. Für die Erwachsenen bereiten er und das Team immer einen geistlichen Impuls vor, für die Kleineren ein Anspiel, um ihnen geistliche Werte und biblische Themen näherzubringen.

Nah an den Menschen dran

Seine Aufgaben machen Samuel viel Spaß und er ist bereits jetzt ein großer Fan des Projekts: „Da ich ‚Theologie/ Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext‘ studiere, hat mich das Konzept der Oase sofort überzeugt. Nun selbst hier zu arbeiten und nah an Menschen in einem Brennpunktviertel zu sein, ist für mich eine Chance, Gelerntes anzuwenden und herauszufinden, ob ich mir das künftig vorstellen kann.“ Auch geistlich bringt ihn das Semester voran: „Ich habe das Gefühl, dass ich hier wachsen kann. Gerade durch Situationen, auf die ich mich nicht vorbereiten kann, wie etwa in Gesprächen.“ Bis Juli wird Samuel in der Oase mitarbeiten, und er ist gespannt, was Gott im Reitbahnviertel noch alles für ihn bereithält.

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Nach 100 Tagen im Amt: Unser Direktor Johannes Luithle im Kurzinterview

Am 2. Januar hatte Johannes Luithle seinen ersten Arbeitstag als Direktor der Liebenzeller Mission. 100 Tage sind seither vergangen. Zu früh, um zu bilanzieren, aber spät genug, um den 49-Jährigen nach seinem Einstieg, Herausforderungen und bewegenden Momenten zu fragen.

Du hattest im Vorfeld deines Amtsantritts sicher eine gewisse Vorstellung von der Liebenzeller Mission. Gibt es etwas, das dich besonders überrascht hat?
Am meisten hat mich überrascht, wie hingebungsvoll die Mitarbeiter ihre Arbeit verrichten. Mit wie viel Ausdauer, Herzblut und Verstand.

Welche Aufgabe macht dir in deinem Amt am meisten Spaß?
Ganz klar: die Verkündigung. Daneben bereitet es mir aber auch viel Freude, gemeinsam mit Kollegen zu planen, Prozesse zu gestalten und miteinander zu überlegen, was für das Werk in nächster Zeit dran ist. Ich bin gerne mit Menschen zusammen und liebe die Vielseitigkeit auf dem Missionsberg.

Was war dein schönstes Erlebnis in den ersten drei Monaten?
Da fallen mir viele schöne Momente ein. Besonders ist es für mich zu wissen und zu erleben, dass Menschen für mich beten.

Was steht in den nächsten 100 Tagen auf deiner Agenda?
Ein Höhepunkt ist zweifellos das Pfingstmissionsfest, wo ich mit meiner Frau Gottes Segen für das Amt des Direktors zugesprochen bekomme. Auch ist es mir wichtig, weiterhin die Menschen, die mit der Liebenzeller Mission verbunden sind und die Mitarbeiter weltweit kennenzulernen. Doch bis ich den vollen Durchblick habe, müssen wahrscheinlich nochmal 100 Tage vergehen – oder mehr.

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ProChrist sorgt für „Party im Himmel“ – die ITA berichtet

DEUTSCHLAND. „Unglaublich“ war dieses Jahr das Thema von ProChrist. Und unglaublich war auch die Zeit in Tauberbischofsheim. Nachdem die kleine, aber unglaublich hochmotivierte Liebenzeller Gemeinschaft in Tauberbischofsheim schon einiges vorbereitet hatte, konnte es am Sonntagabend losgehen.

Jeden Abend – von Sonntag bis Samstag – gab es ein tolles Begrüßungsteam, gute Musik, ein Zeugnis vom Wirken Gottes im Leben verschiedener Personen, eine Predigt und viel Gemeinschaft. Nach den Predigten unseres Rektors Gustavo Victoria gab es an fast jedem Abend eine Einladung, ans Kreuz vorzukommen und sich auf Gott einzulassen. Dieser Einladung sind so einige gefolgt – das ist nicht nur ein unglaubliches Wunder, sondern hat für so manche „Party im Himmel“ gesorgt.

Ein weiterer unglaublicher Teil der Abende waren die Gemeinschaft und das unglaublich tolle Buffet am Ende des Programms. So hat es nach dem Segen nicht lange gedauert, bis der Raum mit vielen Gesprächen gefüllt war.

Für uns als Klasse der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA) war es ein unglaubliches Privileg, Teil dieser Woche zu sein und dabei Gottes Wirken zu erleben. Im Laufe der Woche konnten wir in der Innenstadt und Nachbarschaft viele Leute einladen und es war schön, den einen oder anderen dann tatsächlich am Abend begrüßen zu dürfen.

Auch die Gespräche mit verschiedenen Leuten aus der Gemeinde waren eine Bereicherung und sehr prägend. Diese Woche werden wir nicht so schnell vergessen. Gott sei alle Ehre dafür!

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Ein Studium, zwei Gemeinden, viele Kulturen

DEUTSCHLAND. Mit gepackten Koffern und dem Bachelor in der Tasche brach Hannah Kaiser im Oktober auf nach Frankfurt. Dort hieß es für die gebürtige Kaiserstühlerin zunächst Fuß fassen – in einer fremden Stadt und in zwei Gemeinden. Denn Hannah begann sowohl bei der Stadtmission in Niederrad als auch in einer chinesischen Gemeinde zu arbeiten.

Der Jugend den Rücken stärken

„In vielfältige Bereiche hineinfinden und ein neues Umfeld aufbauen – das galt es zunächst zu meistern“, schildert Hannah, die gerade ihr Studium an der Internationalen Hochschule Liebenzell absolviert hatte und durch die Liebenzeller Mission Kontakt zu den beiden Gemeinden bekam. Der Einstieg fiel der Absolventin überraschend leicht. Herzlich wurde sie von den Mitgliedern aufgenommen und rasch integriert. In der chinesischen Gemeinde begann Hannah die Jugendarbeit zu leiten und neu zu beleben. „Für viele Jugendliche konnte die Gemeinde bisher kein Zuhause sein, weil sie viel stärker ‚deutsch ticken‘ als ihre Eltern.“ Das hätte zur Folge, dass einige mit Identitäts- und Zugehörigkeitsproblemen kämpften. Hannah möchte die junge Generation in ihrem Glauben stärken und ihr einen neuen Zugang zu ihrer Gemeinde verschaffen: „Ich merke, dass es vielen gut tut, eine Bezugsperson zu haben, die ihnen ihren Platz freiräumt.“ Trotz kultureller und sprachlicher Hürden fühlt sich Hannah dort am richtigen Platz.

Andere Kulturen, andere Sitten

So auch bei der Stadtmission, wo sie ebenfalls den Gemeindenachwuchs fördert. Die 23-Jährige hilft dort bei drei Kindergruppen und in der Sonntagsschule, gibt Nachhilfe sowie Gitarrenunterricht, und baut die Gebetsarbeit aus. Die verschiedenen Aufgaben machen ihr Spaß und lassen Hannah das anwenden, was sie in ihrem Studiengang „Theologie/Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext“ gelernt hat. „Zwar habe ich nicht auf alles eine Antwort, doch bekam ich viel Handwerkszeug für meine jetzigen Aufgaben mit auf den Weg.“ Auch von den Professoren und Missionaren konnte Hannah manches für sich mitnehmen: „Aus ihren Erfahrungen mit anderen Kulturen und Meinungen kann ich nun profitieren.“ Zudem habe ihr das Zusammenleben auf dem Missionsberg mit Gleichaltrigen aus verschiedenen Kontexten geholfen, einen Weitblick für andere Einstellungen zu bekommen.

Gott greift ein

Dass es neben solchen Fähigkeiten aber vor allem auf Gottes Handeln ankommt, das durfte Hannah erst kürzlich wieder erleben. Eine alleinerziehende Mutter und ihr zehnjähriger Sohn kommen regelmäßig zum Gottesdienst der Stadtmission. Der Junge ist sehr intelligent, kann seine Emotionen aber schlecht kontrollieren. Die Mutter, die seit dem Tod ihres Mannes zwei Jobs nachgeht, wirkt abgekämpft und tut sich schwer, ihren Sohn zu bändigen. Das fiel neben Hannah auch einer Kollegin auf, und die beiden fingen an, für den Jungen zu beten. Weitere aus der Gemeinde schlossen sich ihnen an. Dass viele für das Kind beteten, spürte die Mutter bald. Sogar seine Lehrerin stellte eine Veränderung fest. „Wir sind dankbar, dass Gott an dem Jungen wirkt, er gerne kommt und Jesus wirklich lieb hat“, freut sich Hannah. Er könne sich schon besser kontrollieren und höre bei den biblischen Geschichten viel aufmerksamer zu.

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Jesus heilt – auch heute noch

NEUBRANDENBURG. Mit 21 Jahren heiratete Matze. Früh stand die junge Ehe vor Herausforderungen, doch die größte war sein Alkoholproblem. Phasenweise war er trocken, doch immer wieder erlebte er Rückfälle. Als Matze dann nach der Wende in der Montage arbeitete, hatte er sich nicht mehr unter Kontrolle. Oft trank er einfach mal so eine Kiste Bier. Über 30 Jahre hielt die Ehe den Schwierigkeiten stand, dann folgte die Scheidung. Grund Nummer eins: Matzes Alkoholsucht.

Inzwischen ist der 58-Jährige über diesen Schmerz hinweg und hat eine neue Partnerin, die – wie er auch – im Neubrandenburger Reitbahnviertel wohnt. Beide, Gabi und er, kochen leidenschaftlich gerne. Durch Zufall erfuhren sie vor drei Jahren von einem Kochprojekt in der “Oase”, einem sozial-missionarischen Gemeindegründungsprojekt der Liebenzeller Mission in ihrer Nachbarschaft. Sie gingen dorthin und fanden schnell Anschluss an die Gruppe. Von da an kamen sie regelmäßig zu den Treffen. “Zunächst war die ‚Oase' für beide ein Anlaufpunkt, wo sie Gemeinschaft mit netten Menschen haben konnten”, sagt Claudia Bolanz, deren Mann Nick die “Oase” leitet.

Doch dabei blieb es nicht: Gabi und Matze wurden neugierig, was es mit dem christlichen Glauben auf sich hat. Beide wollten mehr darüber erfahren und nahmen an einem Glaubenskurs teil. Dabei trafen sie die Entscheidung, Jesus Christus nachzufolgen. Seither verspüren sie die Sehnsucht, noch mehr über ihn zu lernen und mit ihm zu leben. “Auch wenn Matze oftmals wenig Geduld mit sich hat, sehen wir ‚Oase'-Mitarbeiter viele Fortschritte bei ihm”, erzählt Claudia. Seit acht Monaten ist er trockener Alkoholiker und sagt selbst, dass Jesus ihn von dieser Last befreit hat. Doch nicht nur das: Matze bringt sich auch in der Gemeinde ein. “Motiviert besucht und bereichert er den Männerhauskreis und hält einmal im Monat die Schriftlesung im Gottesdienst. Darüber hinaus kocht er für die Gemeinde – so auch vor Kurzem, als junge Leute aus Bad Liebenzell zu einem Einsatz da waren”, freut sich Claudia. Um ihren Glauben öffentlich zu bekunden, wollen sich Gabi und Matze Mitte Februar taufen lassen.

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Ina Schütte: Hoffnung schenken, wo sie verloren gegangen ist

BURUNDI. Seit 2014 lebt die Liebenzeller Missionarin Ina Schütte in Burundi. Dort arbeitet sie bei verschiedenen Projekten für benachteiligte Kinder und Familien mit. Zuvor hat sie das Theologische Seminar der Liebenzeller Mission absolviert. Seit Dezember ist Ina in Deutschland, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihr drei Fragen gestellt.

Wie ist es für dich, als Single-Frau in Afrika zu leben?
In der afrikanischen Kultur zählt die Ehe zu den höchsten Prioritäten. Ich bin sehr dankbar, dass ich in Burundi als unverheiratete Frau dennoch ernst genommen werde und keine erheblichen Nachteile habe. Durch meinen großen Freundeskreis und meine Gemeinde bin ich sozial gut vernetzt und integriert. Schön ist es auch, dass meine afrikanischen Freunde sehr auf meine Sicherheit bedacht sind – vor allem, wenn ich unterwegs bin. Sie warten beispielsweise mit mir bei Polizeikontrollen, oder erkundigen sich, ob ich gut Zuhause angekommen bin. Da mich ständig Menschen umgeben, fühle ich mich nie alleine.

Wofür schlägt dein Herz in Burundi besonders?
Es schlägt für Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben. Diejenigen, die gebrochene Herzen haben oder materiell benachteiligt sind. Menschen, die es bedürfen, dass sich jemand für sie stark macht und mit ihnen ein Stück ihres Weges geht. Natürlich gibt es in diesem Land viele Menschen, die Hilfe brauchen. Der Bedarf ist durch die Krise sogar noch viel größer geworden. Mir ist bewusst, dass ich an der Regierung und der Armut nichts verändern kann. Ebenso wenig ist es mir möglich, allen Menschen zu helfen. Aber ich kann für Einzelne einen Unterschied machen. Ich sehe sie in ihrer Not, stehe ihnen bei und helfe ihnen, wieder neuen Mut zu fassen.

Was sind deine Wünsche für das Land?
Viele Burundier haben in Folge der politischen und wirtschaftlichen Krise ihre Perspektive verloren und die Hoffnung aufgegeben. Auch wenn in diesem Land kein äußerer Frieden herrscht, so wünsche ich mir, dass die Menschen wieder inneren Frieden finden.

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Gemeinsam lernen, voneinander profitieren – Internationale Partner zu Gast bei der Liebenzeller Mission

BAD LIEBENZELL. Weltmission heute lebt vom gemeinsamen Lernen, wo Erfahrungen, gelungene Konzepte und auch Rückschläge offen ausgetauscht werden und wir gemeinsam beten, sowie Gott um Wegweisung bitten. Die Liebenzeller Mission ist mit einem Reichtum an internationalen Partnerschaften beschenkt und so nutzten wir die Gelegenheit, anlässlich des Direktorenwechsels, uns über praktische Missionsfragen auszutauschen. Wer in Partnerschaften unterwegs sein möchte, muss Lernender sein – als Liebenzeller Mission wollen wir auf diesem Weg bleiben und dadurch wachsen.

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Christoph und Inka Scharf: Gelebter Glaube steckt an

BAD DOBERAN. Menschen in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Evangelium erreichen: Das ist die Leidenschaft der Liebenzeller Mitarbeiter Christoph und Inka Scharf. Seit 2010 leben sie mit ihren drei Kindern in Bad Doberan, wo sie im Gemeindeaufbau der Landeskirchlichen Gemeinschaft (LKG) tätig sind. Dieser Aufgabe gingen sie zuvor sieben Jahre lang in der LKG Schwerin nach. Wir haben Christoph drei Fragen gestellt.

Wo erlebst du in eurer Gemeinde Herausforderungen?
Gerade weil im „Haus Gottesfrieden“ viel Gutes passiert und wir Gottes Segen erfahren, spüren wir häufig Anfechtung. Ehen durchleben zum Beispiel Krisen oder es macht sich bei Mitarbeitern Erschöpfung breit. Das gemeinsame Gebet schweißt uns in diesen Situationen aber immer wieder enger zusammen. Daher sehe ich dies nicht nur negativ. Wir wissen, dass Jesus der Sieger ist, und er möchte, dass alle Menschen das Evangelium hören. Im Herbst hatten wir 68 Gottesdienstbesucher, bei der Taufe im Sommer waren es sogar 120 – und das bei 12.000 Einwohnern. Dafür sind wir sehr dankbar.

Habt ihr im vergangenen Jahr etwas Besonderes erlebt?
Im Sommer ist eine Frau verwirrt durch die Stadt gelaufen. Ein Mann, dem sie begegnete, sagte ihr, sie solle zum „Haus Gottesfrieden“ gehen, dort würde ihr geholfen. Diese Frau kam tatsächlich zu uns. Sie hatte große private Probleme. Wir boten ihr Unterschlupf, haben mit ihr geredet, gebetet und ein Gespräch mit ihrem Sohn vermittelt. Auch wenn wir sie bisher nicht wiedergesehen haben, ist es schön, dass die Bewohner dieser Stadt wissen: Im „Haus Gottesfrieden“ sind Menschen, die sich um einen sorgen. Die Menschen hier haben erkannt, dass die Türen unserer Gemeinde für jeden offen stehen.

Was sind deine Wünsche für Bad Doberan?
Ich wünsche mir, dass wir – wie Paulus sagt – ein Brief Christi sind. Wir Christen sollten unseren Glauben in diesem areligiösen Umfeld nicht verstecken, sondern unser Christsein offen leben, sodass es ansteckend für andere wird. Erst wenn wir das tun, laden wir andere dazu ein, in die Gemeinde zu kommen und Jesus kennenzulernen. Das sind Prozesse, die viel Zeit kosten, und auch unsere Gemeinde wächst nur langsam. Doch wünsche ich mir nicht vorrangig, dass die Gemeinde zahlenmäßig wächst, sondern vor allem, dass Menschen zum Glauben an Jesus Christus kommen – und das nicht nur in Bad Doberan, sondern weltweit. Das kann nur Gott tun. Und wir können uns dafür von ihm gebrauchen lassen – so, wie es auch Mose, Jesaja und viele andere in der Bibel getan haben.

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Bunter Lebensraum statt tristes Ghetto

NEUBRANDENBURG. „Plattenbaugebiete sind keine Ghettos, sondern bunt gemischte Lebensräume, die schön sein können. Ich möchte, dass wir Christen diese wahrnehmen und uns das enge Zusammenleben zunutze machen. Wo sonst leben 200 Menschen auf 100 Quadratmetern?“, sagt der Liebenzeller Mitarbeiter Aaron Köpke. Er ist als Sozialarbeiter in der „Oase“, einem sozial-missionarischen Gemeindegründungsprojekt im Neubrandenburger Reitbahnviertel, tätig.

4500 Menschen leben in diesem Viertel. Ein Großteil ist arbeitslos oder lebt von 1-Euro-Jobs. „Diese Menschen liegen uns am Herzen. Sie gehören zu unserer Gesellschaft und ich habe Angst, dass ein Volk – nein, mein Volk – verloren geht“, betont Aaron. Weil die „Oase“-Mitarbeiter glauben, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt, möchten sie diese durch verschiedene Angebote im Reitbahnviertel weitergeben: „Wir bieten vor allem offene Programme wie etwa das ‚Oasen‘-Frühstück, das ‚Jesus Café‘ sowie sportliche Aktivitäten oder Ferienprogramme an, zu denen jeder kommen kann.“

Auch wohnen Aaron und seine Frau Ilonka mit ihren Söhnen selbst im Reitbahnviertel und kommen so mit vielen Menschen in Kontakt. „Nichtsdestotrotz kennen viele Viertelbewohner die ‚Oase‘ nicht. Parallel kommen viele Menschen gerne zu uns, die nicht am Glauben interessiert sind“, schildert Aaron. Um diese zu erreichen, sei die „Oase“ auf Gottes Eingreifen angewiesen, denn: „Logische Erklärungen und unser Beispiel reichen oft nicht aus. Wir brauchen Wunder und Bewahrungen – die spürbare Gegenwart Gottes“, sagt der Sozialarbeiter.

In diesem Zusammenhang denkt Aaron gerne an das Ferienlager zurück, bei dem er eine Jungen-Zeltgruppe betreute. Einige der 10-Jährien kannten Jesus schon persönlich, andere nicht. Zu denen, für die Jesus noch nie eine Rolle spielte, zählte ein russischer Junge, der areligiös erzogen wurde. Seinem besten Freund, einem ukrainischen Flüchtling, war Jesus aber wichtig. Das war dem Jungen ein Anstoß. Da die Gruppe tagsüber kaum zu bändigen war, war ein Austausch über den Glauben erst abends im Zelt möglich. Dass dieser Spuren hinterließ, stellte sich gegen Ende der Woche heraus: „Der russische Junge, der sich sonst cool präsentierte, fing plötzlich an, vor seinem besten Freund und den anderen Jungen zu beten“, erzählt Aaron. Solche Augenblicke seien es, auf die die „Oase“ angewiesen ist.

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Bundesministerium fördert Neubau im Kinderdorf in Bangladesch

BANGLADESCH. Am 4. Dezember konnte der Neubau des Kinderdorfs in Khulna (Bangladesch) eingeweiht werden. Für die Menschen dort war das eine riesige Freude. Der Neubau wurde durch die Unterstützung verschiedener Organisationen und vor allem des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung möglich, das den Großteil der finanziellen Mittel für den Bau zur Verfügung stellte. Das alte Gebäude wurde regelmäßig in der Monsunzeit überschwemmt, so dass die Betten der Kinder immer wieder im Wasser standen. Das hat nun ein Ende. Derzeit leben im Kinderdorf in Khulna 50 Kinder. Viele von ihnen sind Waisen oder Halbwaisen. Die ersten Jahre werden die Kinder im Kinderdorf unterrichtet. Danach gehen sie in eine öffentliche Schule. Nach dem Schulabschluss bekommen die Kinder Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz oder beim Start ins Berufsleben.