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Wenn Gott einen anderen Plan hat

FRANKREICH. „Herr, jetzt bist du am Zug“, sprach die Liebenzeller Missionarin Evelyn Theurer zu Gott. Sie zog ihre Winterjacke an, schloss die Haustür hinter sich zu und machte sich auf den Weg ins Krankenhaus. Dort wollte sie in die Patientenzimmer gehen und das Evangelium weitergeben. Den Eindruck, das zu tun, bekam Evelyn, als sie kürzlich in einer Gemeinde in Alençon darüber predigte, sich auf den Weg zu machen. Auch das Gebet einer afrikanischen Frau bekräftigte sie, loszuziehen.

„Obwohl mich dies viel Überwindung kostete, wollte ich Gott gehorsam sein“, sagt Evelyn. Auf dem Weg kam sie an einem Laden vorbei. Plötzlich hatte sie das Gefühl, sie müsse dort hineingehen. Die Ladenbesitzer, ein französisches Ehepaar, kennt Evelyn aus dem Ökumenischen Bibelkreis. Sie betreiben das Geschäft gemeinsam, doch an diesem Tag traf Evelyn nur den Mann an. Dieser erzählte traurig, dass sich seine Frau am Vortag das Handgelenk gebrochen habe und sechs Wochen ausfalle. Evelyn war froh, dass sie ihrem Gefühl nachging und dadurch früh von dem Unfall erfuhr: „So konnte ich bereits mehrfach mit der Frau telefonieren und dem Ehepaar unter die Arme greifen.“ Mit Dank erfüllt sagte die Frau später bei einem Besuch: „Evelyn, du bringst Licht in meine Dunkelheit.“

Vom Laden aus ging es weiter Richtung Krankenhaus. „Ich fragte im Stationszimmer, ob ich Patienten besuchen dürfte? Vor allem ältere Menschen freuen sich sicher, in der Weihnachtszeit nicht alleine zu sein.“ Doch die Stationsschwester reagierte abweisend. Evelyn hatte keine Chance, in die Zimmer zu gelangen und ging enttäuscht hinaus. In der Fußgängerzone traf sie auf eine weitere Dame aus dem Ökumenischen Bibelkreis. Auch deren Stimmung war getrübt. Sie warte auf ein Geschenk, das sicher nicht mehr pünktlich zu Weihnachten ankomme. Überzeugt sagte Evelyn: „Gott kann dieses Wunder tun – er kann alles.“ Noch am selben Abend erreichte Evelyn die Nachricht, dass das Geschenk tatsächlich ankam. „Ich sagte der Frau, dass Gott dieses Wunder tun kann, und er tat es“, freut sich die Missionarin. Auch wenn ihre geplanten Besuche nicht zustande kamen, hatte sie zwei besondere Begegnungen an diesem Tag: „Vielleicht geht es einfach darum, sich auf den Weg zu machen – das warme Zuhause zu verlassen und loszuziehen.“

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Gemeinsam lernen, voneinander profitieren – Internationale Partner zu Gast bei der Liebenzeller Mission

BAD LIEBENZELL. Weltmission heute lebt vom gemeinsamen Lernen, wo Erfahrungen, gelungene Konzepte und auch Rückschläge offen ausgetauscht werden und wir gemeinsam beten, sowie Gott um Wegweisung bitten. Die Liebenzeller Mission ist mit einem Reichtum an internationalen Partnerschaften beschenkt und so nutzten wir die Gelegenheit, anlässlich des Direktorenwechsels, uns über praktische Missionsfragen auszutauschen. Wer in Partnerschaften unterwegs sein möchte, muss Lernender sein – als Liebenzeller Mission wollen wir auf diesem Weg bleiben und dadurch wachsen.

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Christoph und Inka Scharf: Gelebter Glaube steckt an

BAD DOBERAN. Menschen in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Evangelium erreichen: Das ist die Leidenschaft der Liebenzeller Mitarbeiter Christoph und Inka Scharf. Seit 2010 leben sie mit ihren drei Kindern in Bad Doberan, wo sie im Gemeindeaufbau der Landeskirchlichen Gemeinschaft (LKG) tätig sind. Dieser Aufgabe gingen sie zuvor sieben Jahre lang in der LKG Schwerin nach. Wir haben Christoph drei Fragen gestellt.

Wo erlebst du in eurer Gemeinde Herausforderungen?
Gerade weil im „Haus Gottesfrieden“ viel Gutes passiert und wir Gottes Segen erfahren, spüren wir häufig Anfechtung. Ehen durchleben zum Beispiel Krisen oder es macht sich bei Mitarbeitern Erschöpfung breit. Das gemeinsame Gebet schweißt uns in diesen Situationen aber immer wieder enger zusammen. Daher sehe ich dies nicht nur negativ. Wir wissen, dass Jesus der Sieger ist, und er möchte, dass alle Menschen das Evangelium hören. Im Herbst hatten wir 68 Gottesdienstbesucher, bei der Taufe im Sommer waren es sogar 120 – und das bei 12.000 Einwohnern. Dafür sind wir sehr dankbar.

Habt ihr im vergangenen Jahr etwas Besonderes erlebt?
Im Sommer ist eine Frau verwirrt durch die Stadt gelaufen. Ein Mann, dem sie begegnete, sagte ihr, sie solle zum „Haus Gottesfrieden“ gehen, dort würde ihr geholfen. Diese Frau kam tatsächlich zu uns. Sie hatte große private Probleme. Wir boten ihr Unterschlupf, haben mit ihr geredet, gebetet und ein Gespräch mit ihrem Sohn vermittelt. Auch wenn wir sie bisher nicht wiedergesehen haben, ist es schön, dass die Bewohner dieser Stadt wissen: Im „Haus Gottesfrieden“ sind Menschen, die sich um einen sorgen. Die Menschen hier haben erkannt, dass die Türen unserer Gemeinde für jeden offen stehen.

Was sind deine Wünsche für Bad Doberan?
Ich wünsche mir, dass wir – wie Paulus sagt – ein Brief Christi sind. Wir Christen sollten unseren Glauben in diesem areligiösen Umfeld nicht verstecken, sondern unser Christsein offen leben, sodass es ansteckend für andere wird. Erst wenn wir das tun, laden wir andere dazu ein, in die Gemeinde zu kommen und Jesus kennenzulernen. Das sind Prozesse, die viel Zeit kosten, und auch unsere Gemeinde wächst nur langsam. Doch wünsche ich mir nicht vorrangig, dass die Gemeinde zahlenmäßig wächst, sondern vor allem, dass Menschen zum Glauben an Jesus Christus kommen – und das nicht nur in Bad Doberan, sondern weltweit. Das kann nur Gott tun. Und wir können uns dafür von ihm gebrauchen lassen – so, wie es auch Mose, Jesaja und viele andere in der Bibel getan haben.

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„Minibus-Callboys“ hören das Evangelium

SAMBIA. Sogenannte „Callboys“ sind Männer, die an Straßenecken stehen und die Werbetrommel für Minibusse rühren. Schreiend geben sie Fahrtrichtungen an und werben um Mitfahrer. In der Gesellschaft haben sie einen schlechten Ruf: Als „böse Jungs“ und „Trunkenbolde“ werden sie von vielen Sambiern bezeichnet. Das wenige Geld, das sie verdienen, fließt oft direkt in Alkohol. Bereits tagsüber ist ein Großteil der Männer betrunken und fällt durch negatives Verhalten auf.

„Als Jesus auf der Erde lebte, hat er sich um ‚Sünder und Zöllner‘ vornehmlich gekümmert – diejenigen Typen, mit denen eigentlich niemand zu tun haben will“, sagt der Liebenzeller Missionar Benjamin Wagner, der seit Juli das sozial-missionarische Projekt „Dawn Trust Community Care“ (DTCC) verantwortet. Er und sein Team sehen die Not bei den vielen jungen Männern, die von der Straße kommen und in das Minibusgeschäft hineinrutschen. Die Dawn-Trust-Mitarbeiter verstehen es als ihren Auftrag, den „Minibus-Callboys“ die gute Nachricht von der Liebe Gottes weiterzugeben. „Alle zwei Monate laden wir die Männer zu uns auf das Gelände ein, wo zunächst Fußball gespielt wird. Danach sitzen wir zusammen in der Grasdachhalle und ein Mitarbeiter oder eingeladener Redner teilt mit ihnen das Evangelium“, erzählt Benjamin. Zuletzt ging es um Matthäus 24. Sepiso, der Vorsitzende von DTCC, forderte die 30 Männer heraus: „Wenn Jesus wiederkommt, wird er euch entweder erkennen – oder auch nicht, weil ihr keine Entscheidung für ihn getroffen habt.“ Wie dies geschehen kann, erklärte er den jungen Männern eindrücklich. Ein anschließendes Mittagessen rundet die Vormittage ab und bietet Raum für Gespräche. „Es ist gut, Zeit mit den Männern zu verbringen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie angenommen sind“, sagt Benjamin.

An Weihnachten haben er und seine Frau Debora den Männern Bananen gebracht. Das Ehepaar nutzte diese Begegnung, um den Männern zu erklären, was Weihnachten bedeutet, und mit ihnen zu beten. Obwohl viele Männer freudig nach der nächsten Einladung fragten und kleine Veränderungen sichtbar werden, trugen einige wieder Alkohol bei sich. „Es ist schwer für sie, ihr Leben umzukrempeln. Das kann nur Gott bewirken. Wir beten, dass er an ihnen arbeitet und sie verändert.“

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(K)eine Hoffnung zu Weihnachten

PAPUA-NEUGUINEA. „Morgen ist Heiligabend und in diesem Lager leben Christen, die nicht auf den Weihnachtsgottesdienst verzichten sollten“, sagt der Liebenzeller Missionar Simon Herrmann zu dem Verwalter eines Flüchtlingslagers in Lorengau am Telefon. Es ist nicht sein erster Versuch, eine Genehmigung zu bekommen, damit er die geflüchteten Männer besuchen darf. Sie alle riskierten einst ihr Leben, als sie mit Booten über den Pazifik flohen, um in Australien die Chance auf ein besseres Leben zu bekommen. Da sie dort aber nicht willkommen waren, wurden sie auf die Insel Manus verfrachtet.

Schon lange leben sie dort in Flüchtlingsunterkünften, die normalerweise niemand besuchen darf. Diesmal erlebt Simon jedoch eine Überraschung: „Ich habe nichts dagegen, wenn ihr am ersten Weihnachtsfeiertag kommt, um einen Gottesdienst zu gestalten“, sagt der Verwalter am Telefon. Simon freut sich und macht sich an die Vorbereitungen. Am nächsten Tag bekommt seine Familie Besuch von drei sri-lankischen Geflüchteten. Simons Frau Yvonne hat seit einiger Zeit Kontakt zu diesen. Sie sind der Einladung gerne gefolgt, gemeinsam mit der Missionarsfamilie Heiligabend zu verbringen. Seit fast fünf Jahren leben die drei Männer nun auf Manus – ohne eine Perspektive für ihre Zukunft. Zunächst lesen sie gemeinsam die Weihnachtsgeschichte und essen zu Abend. Danach besuchen sie den Gottesdienst. Zwar ist einer der Männer kein Christ, doch er entschließt sich, mitzukommen. Überraschend verabschiedet er sich später mit dem Wunsch „God bless you“ (Gott segne euch).

Am nächsten Morgen machen sich Simon, Yvonne, deren drei Kinder und zwei Kurzzeitmitarbeiterinnen auf den Weg in das sieben Kilometer entfernte Flüchtlingslager. „Dort spielten wir zwischen den Wohncontainern Trompete, um die Männer auf uns aufmerksam zu machen“, erzählt Simon. Nach kurzer Zeit folgen rund 20 Männer den Klängen. Viele bringen Stühle und Betten mit, auf die sie sich setzen. Auch einige Aufseher und Wärter kommen hinzu. „Ich predigte über Freude, die Gott uns Menschen schenkt, selbst wenn die äußeren Umstände schwierig sind“, sagt der Missionar. Später erzählt er den Männern von einer syrischen Frau, die während ihrer Flucht zum Glauben an Jesus Christus kam und dadurch Freude in ihrer bedrohlichen Situation fand. Dankbar für den Besuch beschenken die Männer ihre Gäste anschließend mit Keksen und Äpfeln. „Ich hoffe, dass dieser Vormittag nicht nur abwechslungsreich für sie war, sondern vor allem Hoffnung und Licht in ihre Situation gebracht hat“, wünscht sich Simon.

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Sechs Lebensgeschichten mit 180-Grad-Wende

ECUADOR. Von schwierigen Lebensschicksalen geprägt und von Gottes Liebe bewegt – dieser Satz trifft auf alle sechs Täuflinge zu, die sich im November vom Liebenzeller Missionar Rainer Kröger in Lita taufen ließen. Obwohl sich ihre Lebensgeschichten unterscheiden, teilen sie eine gemeinsame Erfahrung: Sie lernten Jesus Christus kennen, der sie gerettet, geheilt und verändert hat.

Unter ihnen ist eine 22-jährige Mutter, die sich lieber auf Feiern vergnügte, als sich um ihr Kind zu kümmern. Letztes Jahr wollte sie ihrem Leben ein Ende setzen, doch dann kam sie auf einer Freizeit zum Glauben an Jesus Christus. „Sie ist völlig verändert und bittet andere um Entschuldigung. Das würde in dieser Kultur normalerweise niemand tun“, sagt Rainer Kröger. Auch der älteste Täufling an diesem Tag, ein 50-Jähriger, räumte viele Fehler ein. Alkohol und Frauen bestimmten sein Leben – bis er vor zwei Jahren Jesus kennenlernte. Seither brennt sein Herz dafür, anderen Menschen das Evangelium weiterzusagen. Auch ein Teenager, der in einer Großfamilie aufwuchs, entschied sich zur Taufe. Als sein Vater die Familie vor sechs Jahren verlassen hatte, musste er die Verantwortung für seine Mutter und die Geschwister übernehmen. Hass erfüllte den Jungen. Doch als er zu Jesus fand, konnte er seinem Vater vergeben, weil Jesus ihm vergeben hat. Wie der Teenager musste auch eine 16-Jährige früh Verantwortung tragen. Von klein auf kümmerte sie sich um ihre alleinstehende, behinderte Mutter. „Nicht nur Zuhause, sondern auch im Dorfleben muss sie stark sein. Sie ist dort die einzige Christin und erfährt viel Gegenwind“, erzählt unser Missionar.

Rainer ist fasziniert, wie jeder einzelne Täufling in seinem Glauben standhaft und treu lebt – und das, obwohl die Menschen in einer Schamkultur leben und der Familien- und Dorfdruck sehr hoch ist, sobald jemand aus den gewohnten Mustern ausbricht. Als Rainer und seine Frau Katharina vor elf Jahren in diese Gegend kamen, gab es noch keinen einzigen Christ.. „Wir sind froh, dass wir schon viele Menschen mit dem Evangelium erreichen konnten. Auch die sechs Täuflinge besuchten irgendwann einmal unsere Kinder- oder Jugendstunden, Freizeiten oder Glaubenskurse.“ Dankbar blicken die Missionare auf den Taufgottesdienst zurück, bei dem die Täuflinge unbeschönigt aus ihrem Leben und von ihrer Entscheidung für Jesus Christus erzählten. Dabei flossen viele Tränen. „Ein junges Mädchen war so bewegt, dass sie noch am selben Tag einen Anfang mit Jesus machte“, freut sich Rainer.

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Bunter Lebensraum statt tristes Ghetto

NEUBRANDENBURG. „Plattenbaugebiete sind keine Ghettos, sondern bunt gemischte Lebensräume, die schön sein können. Ich möchte, dass wir Christen diese wahrnehmen und uns das enge Zusammenleben zunutze machen. Wo sonst leben 200 Menschen auf 100 Quadratmetern?“, sagt der Liebenzeller Mitarbeiter Aaron Köpke. Er ist als Sozialarbeiter in der „Oase“, einem sozial-missionarischen Gemeindegründungsprojekt im Neubrandenburger Reitbahnviertel, tätig.

4500 Menschen leben in diesem Viertel. Ein Großteil ist arbeitslos oder lebt von 1-Euro-Jobs. „Diese Menschen liegen uns am Herzen. Sie gehören zu unserer Gesellschaft und ich habe Angst, dass ein Volk – nein, mein Volk – verloren geht“, betont Aaron. Weil die „Oase“-Mitarbeiter glauben, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt, möchten sie diese durch verschiedene Angebote im Reitbahnviertel weitergeben: „Wir bieten vor allem offene Programme wie etwa das ‚Oasen‘-Frühstück, das ‚Jesus Café‘ sowie sportliche Aktivitäten oder Ferienprogramme an, zu denen jeder kommen kann.“

Auch wohnen Aaron und seine Frau Ilonka mit ihren Söhnen selbst im Reitbahnviertel und kommen so mit vielen Menschen in Kontakt. „Nichtsdestotrotz kennen viele Viertelbewohner die ‚Oase‘ nicht. Parallel kommen viele Menschen gerne zu uns, die nicht am Glauben interessiert sind“, schildert Aaron. Um diese zu erreichen, sei die „Oase“ auf Gottes Eingreifen angewiesen, denn: „Logische Erklärungen und unser Beispiel reichen oft nicht aus. Wir brauchen Wunder und Bewahrungen – die spürbare Gegenwart Gottes“, sagt der Sozialarbeiter.

In diesem Zusammenhang denkt Aaron gerne an das Ferienlager zurück, bei dem er eine Jungen-Zeltgruppe betreute. Einige der 10-Jährien kannten Jesus schon persönlich, andere nicht. Zu denen, für die Jesus noch nie eine Rolle spielte, zählte ein russischer Junge, der areligiös erzogen wurde. Seinem besten Freund, einem ukrainischen Flüchtling, war Jesus aber wichtig. Das war dem Jungen ein Anstoß. Da die Gruppe tagsüber kaum zu bändigen war, war ein Austausch über den Glauben erst abends im Zelt möglich. Dass dieser Spuren hinterließ, stellte sich gegen Ende der Woche heraus: „Der russische Junge, der sich sonst cool präsentierte, fing plötzlich an, vor seinem besten Freund und den anderen Jungen zu beten“, erzählt Aaron. Solche Augenblicke seien es, auf die die „Oase“ angewiesen ist.

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Bundesministerium fördert Neubau im Kinderdorf in Bangladesch

BANGLADESCH. Am 4. Dezember konnte der Neubau des Kinderdorfs in Khulna (Bangladesch) eingeweiht werden. Für die Menschen dort war das eine riesige Freude. Der Neubau wurde durch die Unterstützung verschiedener Organisationen und vor allem des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung möglich, das den Großteil der finanziellen Mittel für den Bau zur Verfügung stellte. Das alte Gebäude wurde regelmäßig in der Monsunzeit überschwemmt, so dass die Betten der Kinder immer wieder im Wasser standen. Das hat nun ein Ende. Derzeit leben im Kinderdorf in Khulna 50 Kinder. Viele von ihnen sind Waisen oder Halbwaisen. Die ersten Jahre werden die Kinder im Kinderdorf unterrichtet. Danach gehen sie in eine öffentliche Schule. Nach dem Schulabschluss bekommen die Kinder Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz oder beim Start ins Berufsleben.

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„Star Trek“-Fan begegnet Jesus

BERLIN. Als Sohn eines Soldaten kannte Matthias Schönau das Gefühl von Heimat kaum. Oft musste die Familie umziehen und in verschiedenen Städten der DDR neu Fuß fassen. Als die Wende kam und sein Vater länger in Dresden stationiert war, dachte der damals 12-Jährige, er könne endlich ankommen. Doch schnell stellte sich heraus, dass der nächste Umzug kurz bevor stand: Seine Eltern ließen sich scheiden und seine Mutter nahm die beiden Kinder mit in das 200 Kilometer entfernte Berlin.

Dort angekommen, sehnte sich Matthias nach Beständigkeit und väterlicher Orientierung. Da er – wie in der DDR üblich – atheistisch erzogen wurde, konnte er beides nicht in Gott suchen. Stattdessen bot ihm die Sciene-Fiction-Serie „Star Trek“ Halt. Sie ließ den Jugendlichen in phantastische Abenteuer eintauchen und zeigte ihm ein Vorbild auf: „Captain Picard, der kommandierende Offizier der Serie, war für mich eine Vaterfigur mit humanistischem Geist“, erinnert sich Matthias. Obwohl ihn „Star Trek“ bis ins Erwachsenenalter begleitete, fiel es Matthias schwer, auch im realen Leben eine Konstante zu finden.

„Ich musste etwas riskieren“

Als ihm dann der erste Versuch seiner Masterthesis missglückte, fasste der studierte Diplom-Medieninformatiker einen weitreichenden Entschluss: „Es war an der Zeit, mein Leben zu ändern. Ich musste etwas riskieren.“ ER zog in eine WG nach Köpenick. Dort unterstütze er ein privat organisiertes Wohnprojekt, bei dem viele Bewohner – wie Matthias auch – große „Star Trek“-Fans waren. Matthias leitete Fantasy-Rollenspiele und arbeitete hauptsächlich mit Jugendlichen. Es dauerte nicht lange, da vertrauten sie ihm ihre Probleme an und baten um Rat. „Ich ratschlagte nach Gefühl, war jedoch häufig überfordert und hatte Schwierigkeiten, viele dieser Lebensgeschichten zu verarbeiten“, erzählt der heute 40-Jährige. In dieser Zeit stieß André in die Gruppe. Er berichtete Matthias von der Jungen Kirche Berlin (JKB) und bot an, ihn dorthin mitzunehmen. Matthias folgte der Einladung – ohne zu ahnen, dass dies nicht sein letzter Besuch in der JKB sein würde.

Wissenschaft oder Glaube?

„Lange Zeit war die Gemeinschaft seine Motivation, zu uns in die Gemeinde zu kommen“, erinnert sich der Liebenzeller Mitarbeiter Nathanael Bader, Pastor der JKB. Obwohl Matthias als wissenschaftlich begeisterter Informatiker dem christlichen Glauben zunächst skeptisch gegenüberstand, machte dieser ihn neugierig: „Ich spürte plötzlich, wie sich meine private und berufliche Situation durch die Besuche in der Gemeinde und das gemeinsame Bibellesen im Hauskreis stabilisierte“, sagt er. Auch stellte er fest, dass seine Lieblingsserie eine höhere, alles steuernde Identität nicht ausschließt. Matthias stand zwischen zwei Welten: Die der Wissenschaft und die eines lebendigen und dreieinigen Gottes. „Ich kam zu dem Schluss, dass sich Wissenschaft und mein Glaube nicht gegenseitig ausschließen“, sagt er. Und so ließ sich Matthias diesen Sommer im Beisein seiner Mutter und Schwester von Nathanael in der Spree taufen. Aus dem bekennenden „Star Trek“-Fan wurde somit schließlich auch ein bekennender Christ, der nach langem Suchen durch seinen himmlischen Vater Beständigkeit und Orientierung im Leben fand.

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Stich für Stich in eine bessere Zukunft

BURUNDI. Eine Nähwerkstatt in Bujumbura bietet Frauen, die aus prekären Verhältnissen kommen, eine neue Perspektive – und das sogar in doppelter Hinsicht: Neben dem Nähhandwerk wird den Frauen auch das Evangelium weitergegeben.

Jeden Morgen lesen die 15 Mitarbeiterinnen gemeinsam in der Bibel, um mehr über Jesus zu erfahren. Danach beginnen sie mit ihren täglichen Näharbeiten. Sie stellen beispielsweise Taschen, Tischdecken und Kleider her, die später verkauft werden. „Das Nähen soll den Frauen helfen, wirtschaftlich unabhängig zu werden und falsche Bindungen loszulassen“, sagt die Liebenzeller Missionarin Tabea Biskup, die einmal in der Woche für die Morgenandacht in die Näherei kommt. Sie hilft mit, den Frauen den Zugang zu Gottes Wort zu erleichtern: „Meist bereite ich einfache biblische Geschichten oder Gleichnisse aus dem Lukas-Evangelium vor, die den Charakter Jesu zum Vorschein bringen“, sagt Tabea. Anschließend erzählen die Frauen die Geschichten nach. Jede darf einen Satz beisteuern und gibt das Wort dann an ihre Sitznachbarin weiter. Häufig seien die Frauen jedoch kaum zu bremsen. „Man spürt, dass sie großen Hunger nach Gottes Wort haben und es ist schön zu sehen, wie Einzelne ihr Leben nach Gottes Maßstäben ausrichten wollen“, erzählt Tabea. Erst kürzlich habe eine Frau berichtet, wie der Bibeltext sie in der darauffolgenden Woche herausgefordert hat, gute Entscheidungen zu treffen. „Auch hat eine Mitarbeiterin vor zwei Wochen geheiratet und ihre Ehe unter Gottes Segen gestellt“, freut sich unsere Missionarin.