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80 Menschen aus sieben Ländern

BAD LIEBENZELL. Der Gottesdienst begann mit einem gemeinsamen Zusammensein bei Kaffee und Kuchen. Was für Deutsche vielleicht ungewohnt scheint, ist für viele Menschen aus anderen Ländern eine Selbstverständlichkeit. Gastfreundschaft ist ein zentraler Wert in vielen Kulturen, besonders in orientalischen Ländern. Rund 80 Menschen aus sieben Ländern kamen zum internationalen Gottesdienst am vergangenen Sonntag ins Missions- und Schulungszentrum der Liebenzeller Mission.

Der Nachmittag stand unter dem Motto „Gemeinsam feiern, reden, spielen, singen und auf Gottes Wort hören“. Gesungen wurde in Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi. Auf Textgenauigkeit kam es dabei nicht an. Es war der Wunsch der Veranstalter, dass Menschen in der Sprache ihrer Herzen teilhaben könnten. Deshalb wurden anschließend auch verschiedene Sprachgruppen gebildet. Im „Entdeckerbibelstudium“ lasen die Gottesdienstbesucher gemeinsam die biblische Geschichte vom syrischen Militärführer Namen aus dem zweiten Buch Könige. Namen litt an einer unheilbaren Krankheit. Doch durch ein Sklavenmädchen wurde er auf einen Propheten aufmerksam gemacht, der ihn dann heilen konnte.

Die Gottesdienstbesucher konnten zum Schluss ihre Fragen stellen. Es war nicht nur dadurch ein etwas anderer Gottesdienst. Wichtig war den Veranstaltern vor allem das gemeinsame Miteinander, „denn bei Gott ist jeder Mensch gleich viel Wert, ganz unabhängig von seiner Herkunft“, so ihr Fazit.

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Hungersnot in Malawi

Malawi trug im Jahr 2015 den traurigen Titel „Ärmstes Land der Welt“. Anfang September startete die Liebenzeller Mission zum zehnten Mal ihre Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“. Damit sollen Menschen neue Hoffnung schöpfen, die nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen. Ein Jahr lang ist nun Malawi im Zentrum der Aktion. Die Hilfe hat Malawi bitternötig. Jedes Jahr müssen viele Malawier hungern. In diesem Jahr ist die Lage besonders dramatisch. Wir haben mit Vroni und Johannes Urschitz gesprochen. Die beiden Liebenzeller Missionare arbeiteten rund 20 Jahre in Malawi und haben dort unter anderem das Dorfentwicklungsprojekt „Ubwenzi“ aufgebaut. Ubwenzi bedeutet Freundschaft. Inzwischen sind durch das Projekt unter anderem ein Kindergarten, eine Grundschule, ein Ernährungsprogramm, eine HIV-/Aidsberatung und mehrere Kinderprogramme entstanden.

Wie kommt es, dass die Hungersnot in Malawi dieses Jahr so besonders dramatisch ist?

Durch schlimme Überschwemmungen letztes Jahr gefolgt von einer Dürre in diesem Jahr gab es in Malawi nun zwei Jahre in Folge Ernteausfall. Trotz aller Bemühungen der vorwiegend von der Landwirtschaft lebenden Bevölkerung, wurde diese Gegend von den globalen Klimaveränderungen schwer getroffen. Diese Situation betrifft nicht nur Malawi, sondern den ganzen südlichen Teil Afrikas. Somit können dieses Jahr auch kaum Lebensmittel aus den Nachbarländern zur Minderung der Notsituation importiert werden.

Die Lage ist momentan schon bedrohlich, aber die Situation wird sich vermutlich im Laufe des Jahres noch zuspitzen, wenn letzte Vorräte aufgebraucht sind. Was bedeutet das für die Menschen in Malawi konkret?

Leider ist die Situation so, dass die vielen auf dem Land lebenden Familien häufig jetzt schon nur eine Malzeit am Tag haben.
Der Maispreis liegt schon jetzt sieben Monate vor der nächsten Ernte bei einem Vielfachen zum normalen Preis und wird in den kommenden Monaten noch weiter steigen. Damit ist das Hauptnahrungsmittel für den Großteil der Bevölkerung unerschwinglich.

Missionsfreunde in Deutschland und Österreich haben bereits rund 30.000 Euro für die Soforthilfe in Malawi gespendet. Was passiert mit dem Geld vor Ort?

Mit den Spendengeldern wurde vor Ort bereits Mais gekauft. Damit soll in den Einzugsgebieten des Ubwenzi-Projektes und dem Chisomo-Ausbildungszentrum geholfen werden. Auch die von der Partnerkirche betroffenen Gemeinden sollen mit den Hilfsmitteln unterstützt werden. Zusätzlich soll in den kommenden Wochen noch Reis, Maismehl und eine Soja-Erdnuss-Maismehl-Mischung für betroffene Kinder und Senioren und für ein Schulspeisungsprogramm besorgt werden.

Gibt es ein konkretes Erlebnis aus der letzten Zeit in Malawi, das euch besonders bewegt hat?

Die akute Notsituation hat uns an die Hungerszeit von 2006 erinnert. Damals konnten wir auch Dank Sonderspenden der Liebenzeller Mission Menschen helfen. Ein Kommentar eines Betroffenen hat uns damals sehr bewegt und motiviert und bis heute. Wir konnten teilweise nur einen Teller Maismehl für mehrere Tage weiter geben, weil wir auf die Menge an Betroffenen nicht vorbereitet waren. Dankbar nahm er diese kleine Menge entgegen und sagte: „Dieses Essen gibt uns die Hoffnung, dass es irgendwie weitergehen wird und wir überleben werden.“ Wir haben erlebt, wie alleine diese Hoffnung den Menschen Kraft gab durchzuhalten.

Ihr habt euch jahrelang aufopferungsvoll aus christlicher Nächstenliebe für Malawi eingesetzt. Was macht das mit euch, wenn ihr seht, wie die Menschen dort nun leiden?

Wir leiden mit und fühlen uns z.T. auch hilflos, weil die mögliche Hilfe oft nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirkt. Wir merken auch, wie gut es uns hier in Europa geht und wie schwer es vorstellbar ist, dass die Hälfte eines Landes von so einer Katastrophe betroffen sein kann.

Mehr über die Initiative erfahren Sie unter www.weltweit-hoffnung-schenken.de. Dort gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, selbst zu helfen. Vielen Dank für alle Unterstützung!

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Befreit aus dem Schuldenkreislauf

SAMBIA. Geldprobleme sind immer wieder der Auslöser für weitreichende persönliche und familiäre Probleme. Besonders gefährlich ist die Abhängigkeit, in die sich viele Einwohner Sambias durch Verschuldung bringen. Hautnah erlebten die Liebenzeller Missionare Dietmar und Katrin Brunner diesen Teufelskreis mit, als einer ihrer einheimischen Mitarbeiter durch verschiedene kulturelle Verpflichtungen immer mehr in einen finanziellen Engpass getrieben wurde. Das alles belastete die Familie sehr. Auch für die Frau war das Verhalten ihres Mannes eine große Herausforderung. Die Missionare sprachen das Thema des Umgangs mit Geld und Besitz im Frauenkreis an. Den besucht auch die Frau des Mitarbeiters.

Bald konnten die Missionare Früchte ihrer Arbeit sehen und schreiben über die Frau: „Sie kann nähen, hat nun schon einige Aufträge erfüllt und ist motiviert, weiterzumachen. Als Familie haben sie zwei Gärten angelegt. Einer für den Eigenbedarf und der andere, um das Gemüse zu verkaufen. Es sind kleine Schritte, aber Gott hat ihnen die Ideen und Gaben gegeben, um sie einzusetzen.“

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Beeindruckt von der Atmosphäre

JAPAN. Die Freude war groß, als endlich das neue Kirchengebäude fertig renoviert und eingeweiht wurde. Die Missionare Irene und Thomas Beck blicken auf die Kauf- und Renovierungsphase zurück und erkennen in vielen Schritten Gottes Handeln: „Es ist einfach erstaunlich, wie Gott gewirkt hat und wir nun in zentraler Lage und gut sichtbar von Bahn und Bus, zudem mit mehreren Parkplätzen ein einladendes Gemeindehaus mitten in Tokaichiba bekommen haben.“ Das neue Gebäude zieht auch neue Leute an: Ein Mann aus der Nachbarschaft war schon länger beeindruckt von der Atmosphäre der Gemeinde, die er immer wahrnahm, wenn er ab und zu die Versammlungen durch die Fenster des alten Gebäudes beobachtete. Das neue Gebäude ist in seiner direkten Nachbarschaft und so kam er zur Einweihungsfeier. Seither besucht er regelmäßig die Versammlungen, ist voller Fragen zur Bibel und möchte Gott besser kennenlernen.

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Filme, die Leben verändern

MITTLERER OSTEN. 4 Jahre, 319 Seiten Drehbuch, 67 Personen vor der Kamera, 200 Stunden oder 3 Terabyte aufgenommenes Filmmaterial, gefilmt in 5 Ländern: Das ist eine kurze Zusammenfassung in Zahlen des Projektes „Pellekan“. Dahinter steckt die Idee, dass persisch-sprechende Zuschauer des Fernsehsenders „SAT-7“ in die Grundlagen des christlichen Glaubens eingeführt werden und Tipps bekommen, wie sie mit einfachen Mitteln den Glauben an ihre Freunde weitergeben können – z. B. über selbst produzierte Videos auf Youtube. Die Idee zu dem Projekt hatte Paulus Hieber. Er ist Liebenzeller Missionar und unterstützt SAT-7 als Sendetechniker. Mittlerweile ist das Filmmaterial für die geplanten 13 Sendungen gedreht. Der Schnitt hat begonnen. Es ist der Wunsch aller am Projekt Beteiligten, dass durch „Pellekan“ Menschen von Jesus Christus hören und selbst Multiplikator werden.

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Hilfe im Erdbeben-Gebiet

ECUADOR. Zwei Monate nach dem Erdbeben in Ecuador läuft die humanitäre Hilfe auf vollen Touren. Es ist bemerkenswert, wie Ecuador als Nation zusammensteht und sich solidarisch zeigt. Viele Einrichtungen schicken Versorgungspakete mit Wasser, Medizin, Lebensmittel, Kleidung und Mückenspray an die Küste. Doch die Menschen brauchen nicht nur praktische Hilfe, sondern auch seelischen Beistand. Für viele von ihnen, die neben Hab und Gut auch Angehörige verloren haben, gilt es, das Trauma vom Erdbeben zu verarbeiten.

Vergangene Woche fuhr ich mit einigen Personen aus anderen lokalen Gemeinden nach Pedernales in die Region Manabí (sechs Stunden entfernt von meinem Einsatzort Cotacachi), um die betroffenen Menschen in ihren Häusern zu besuchen, ihnen zuzuhören, in ihrer Trauer und Angst beizustehen und sie mit Gottes Wort zu trösten. Viele Betroffene suchen Halt in Gott und haben Jesus in diesen Tagen als ihren persönlichen Erlöser angenommen. Bei einem evangelistischen Einsatz im Gymnasium und im Park haben wir den vorbeigehenden Menschen kostenlose Umarmungen angeboten und Johannesevangelien verteilt.

Wir haben wiedereröffnete Werkstätten besucht, um herauszufinden, welche Werkzeuge ihnen fehlen, um sie bei unserem nächsten Besuch für sie mitzunehmen. Gemeinsam mit den Pastoren der evangelischen Allianzgemeinde vor Ort haben wir ein abgelegnes Dorf besucht, was man nicht mit dem Auto erreichen kann. Dort haben wir ein Programm für Kinder durchgeführt und kleine Geschenke verteilt. Die Menschen in den betroffenen Regionen leiden derzeit an hohem Fieber, schweren Durchfallerkrankungen und es gibt immer wieder Nachbeben. In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Allianz und den lokalen Gemeinden sehen wir die Notwendigkeit, eine langanhaltende Hilfe durch regelmäßige Einsatzgruppen anzubieten.

Vielen Dank für alle Gebete und alle Unterstützung für die Menschen in den betroffenen Gebieten!

Ramona Rudolp­h, Ecuador

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Wenn Gott Menschen begenet

Zur praktisch-kulturellen Vorbereitung auf ihren baldigen Einsatz in Papua-Neuguinea lebten und arbeiteten die Liebenzeller Missionare Katharina und Sebastian Proß die vergangenen vier Monate als Hauseltern im Adam House in Toronto. Das Adam House bietet seit 2002 Flüchtlingen aus aller Welt eine Heimat. Auch wenn ein solch intensives Zusammenleben mit den unterschiedlichsten Nationalitäten herausfordernd sein kann, erlebte das junge Missionarsehepaar, wie Gott die Zeit im Adam-House für viele Flüchtlinge nutzte, um ihnen zu begegnen. So berichten sie von einem syrischen Flüchtling, der mit dem christlichen Glauben zu Beginn nichts zu tun haben wollte. Einige Zeit nachdem er das Adam House verlassen hatte, kam er wieder, weil er sowohl seine Wohnung als auch seine Freundin verloren hatte und hilflos zurückblieb. In dieser Lebenssituation wurde er nun offen für den Glauben. Auch wenn er in Gesprächen betonte, dass seine muslimischen Freunde nichts von seinem Interesse an Jesus Christus mitbekommen sollten, wendete Gott das Blatt, als er gemeinsam mit anderen Flüchtlingen am Karfreitag ein Passionsspiel besuchte. „Als zum Glauben an Jesus aufgerufen wurde, ging er an anderen muslimischen Flüchtlingen vorbei nach vorne und gab sein Leben Jesus“, berichten Katharina und Sebastian Proß.

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Sponsorenlauf bringt 18.000 €

Rund 2000 Jugendliche kamen am vergangenen Wochenende zum Teenagermissionstreffen ins Monbachtal bei Bad Liebenzell (Nordschwarzwald). Sie trafen sich zum Beten, Feiern und gemeinsam Spaß haben. Sie erlebten Gottesdienste, Actionangebote oder Lobpreiskonzerte. Ein Sponsorenlauf über einen Hindernisparcours durch Wasser, Sand und Matsch war bereits zum neunten Mal der Abschluss der dreitägigen Veranstaltung. Der Erlös des Laufs von rund 18.000 Euro kommt der Aktion „Weltweit Hoffnung schenken“ in Papua-Neuguinea zugute. Dort werden u.a. kirchlich-soziale Projekte für Kinder und Jugendliche in sozialen Brennpunkten unterstützt.

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…wie auch wir vergeben…

… unseren Schuldigern. In ihrem Dorfalltag werden Gerhard und Brigitte Stamm immer wieder mit Enttäuschungen, Diebstahl, Betrug oder einfach nur Unzuverlässigkeit konfrontiert. So wurden kürzlich zum Beispiel aus ihrem Ententeich mehrere Enten gestohlen. Um die Bibelschule zu versorgen, brauchen die Missionare das Geld aus der Kleintierhaltung aber dringend. „Man muss immer wieder bereit sein, Menschen, die Fehler gemacht haben, zu vergeben“, schreiben die beiden zu diesem Vorfall. Um immer wieder geduldig vergeben zu können, hilft es ihnen, sich bewusst zu machen, wie oft Gott uns Menschen vergibt: „Wie oft muss er uns – für uns oft auch unbewusst – vergeben und wie unendlich viel mehr Geduld braucht er für uns.“

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Vom Reifeprozess bis zur Ernte

SPANIEN. Die Liebenzeller Missionare Theo und Carolin Hertler konnten vor einigen Wochen live bei einer Olivenernte dabei sein. Der Reifeprozess der Oliven wurde für sie dabei zu einem anschaulichen Sinnbild für Gottes Wirken an seiner Gemeinde: Der Weg bis zur Ernte ist manchmal mühsam, erfordert Geduld und ähnlich, wie die Olivenbäume  beschnitten werden, so formt Gott auch den Charakter seiner Kinder. Doch am Tag der Ernte ist die Freude groß.
In ihrer Arbeit erleben Theo und Carolin Hertler, wie Gott an vielen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen wirkt, auch wenn vielleicht nicht immer gleich die Früchte sichtbar werden: So konnten sie zuletzt beispielsweise auf erlebnispädagogische Weise für die Jugendlichen den Weg als Christ nachzeichnen. Gemeinsam mit der Jugendgruppe bestiegen sie einen 90 Meter hohen Felsen, bei dem die Jugendlichen oben angekommen mit einem Schild „Herzlich Willkommen im Himmel“ empfangen wurden.
Ob beim „Abseilen im Wasserfall“ im Quellgebiet des Rio Grande beim „Vater-Sohn-Abenteuer“, bei der Schulevangelisation mit 300 Kindern, den Kinderstunden am Strand oder mitten in der Stadt hören die verschiedensten Menschen von Gottes Liebe und dem Abenteuer, das ein Leben mit ihm bedeutet. So erlebt die Gemeinde in Marbella beides: Reifezeit und Ernte.