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Schwester Sabine Matthis: Täglich bei null anfangen

RUSSLAND. Immer wieder werden unsere Missionare in Russland mit gesellschaftlichen und rechtlichen Schranken konfrontiert. Auch Schwester Sabine Matthis, die sich seit 2008 in die Gründung von Gemeinden in Berjosowski investiert, erlebt neben vielen Menschen, die neugierig sind, von Jesus zu hören, einige Herausforderungen bei ihrer Arbeit. Bis Juli ist sie in Deutschland, um von ihren Erlebnissen im Ural zu berichten. Wir haben Schwester Sabine drei Fragen gestellt.

Welche Herausforderungen erlebst du derzeit in der Missionsarbeit in Berjosowski?

Es ist schwierig, Kontakte zu knüpfen. Denn die meisten Menschen sind berufstätig und Ältere kümmern sich oft um ihre Enkel oder verdienen sich etwas zu ihrer Rente dazu. Anders als in Deutschland gibt es hier auch wenige Gruppenangebote, wo man sich beispielsweise zur Gymnastik treffen kann. Hinzu kommt, dass ich keine eigene Familie habe, und sich so auch keine automatischen Kontakte in Schule oder Kindergarten ergeben. Ich muss mir – als Alleinstehende – also Räume erschließen, um Menschen zu begegnen. Spontan gibt es immer wieder Möglichkeiten, in Schulen Deutsch zu unterrichten. Auch in einer Bibliothek gebe ich seit Kurzem kostenfreien Unterricht. Durch beides kann ich Kontakte knüpfen. Doch folgt rasch die nächste Hürde, denn das Gesetz verbietet es mir, in der Schule oder Bibliothek von Jesus weiterzusagen und Menschen in unsere Kirche einzuladen.

Hinzu kommt, dass die Evangelisch-Lutherische Kirche in Russland oft als Sekte wahrgenommen wird. Aber klar: In über 70 Jahren Atheismus gab es keine Unterweisung in der Kirche. Die Lehre, dass es Gott nicht gibt, war so stark verbreitet, dass sie auch heute noch – lange Zeit nach der Öffnung der Kirche – nachwirkt. Viele Menschen kennen uns nicht und es ist herausfordernd, ihnen zu erklären, wofür die Kirche steht und, ihr Vertrauen zu gewinnen. Das sind die Voraussetzungen für unsere Arbeit in Berjosowski. Und inmitten dieser schwierigen Situation möchten wir Menschen dort abholen, wo sie stehen, Geduld aufbringen, keinen Druck ausüben und ihnen helfen, Jesus kennenzulernen und im Glauben an ihn zu wachsen.

Gibt es ein besonderes Erlebnis, das dich bewegt hat?

Letztes Jahr durfte ich Material zum Reformationsjubiläum in der Bibliothek ausstellen. Eine Teilnehmerin kam nach dem Unterricht zu mir und sagte: „Sabine, du bist doch Pastor, stimmt’s?“ Ich verneinte, weil ich nicht ordiniert bin, aber sagte, dass ich zur Kirche gehöre. Sie wollte mehr darüber erfahren. Nach dem Unterricht konnte ich noch einige ihrer Fragen beantworten.Im folgenden Gottesdienst erlebte ich eine Überraschung: Drei meiner 20 Kursteilnehmer kamen – ohne dass ich sie eingeladen hatte, denn das durfte ich ja nicht. Ich war so froh über ihr Kommen und ihre Neugier. Sie erzählten später, dass das Gehörte völliges Neuland für sie war, denn ihnen wurde gelehrt, dass es keinen Gott gibt. Ich bete, dass sie wiederkommen. Daneben habe ich Kontakt zu einem Invalidenverein, wo ich immer wieder vorbeigehe. Dort lernte ich eine Frau und einen Mann kennen, die nun regelmäßig in die Kirche gehen. Letztens legte ich Bibeln aus, und die Frau nahm sich eine mit. Ich denke, sie sind auf der Suche, man merkt, dass Jesus an ihnen wirkt – sonst würden sie nicht kommen.

Was sind deine Wünsche für das Land?

Für unsere Gemeinde in Berjosowski ist es mein Wunsch, dass wir mehr eigene Räume bekommen, die uns neue Freiräume schaffen, nach außen zu wirken. Russland wünsche ich, dass das gemeindeübergreifenden TEE-Programm zur außerschulischen theologischen Ausbildung gut angenommen wird und sich Gruppen bilden, die die Gesamtkirche bereichern. Der Bischof selbst hilft, das Programm verstärkt in Gemeinden zu bringen. Es soll nicht nur Pastoren helfen, sondern auch dazu beitragen, dass Christen mündig und selbstständig werden. Dass Jesus Einzelnen ein Herz und Verlangen dafür schenkt, sich auf das Programm einzulassen und Zeit dafür zu investieren, das wünsche ich mir.

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Ein Unfall öffnet plötzlich Türen

DEUTSCHLAND. Premiere in Neubrandenburg: Als erster Student der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) absolviert Samuel Voigt ein Praxissemester in der Oase, einem sozialmissionarischen Projekt der Liebenzeller Mission. Seit Februar lebt der 22-Jährige im Reitbahnviertel und hilft bei verschiedenen Angeboten mit. So auch beim „Jesus Café“, einem Treff für junge Erwachsene. Dort kam er schnell mit einem 19-Jährigen ins Gespräch, mit dem er sich bald darauf zum Kicken auf dem Sportplatz verabredete. Auch ein 21-Jähriger kam dazu. Gerade als Samuel den Eindruck hatte, er solle mehr mit den beiden unternehmen, kam es zu einem Unfall: Samuel brach sich den Arm und das gemeinsame Hobby wurde gekappt.

Gott belässt es nicht oberflächlich

„Man, jetzt wollte ich mich gerade mehr investieren und dann macht mir mein Arm einen Strich durch die Rechnung“, dachte Samuel sofort. Ihm war klar, dass der Bruch ihn an vielem hindern würde. Doch anstatt dass er ihm Steine in den Weg warf, war er vielmehr ein Gesprächsöffner: „Ich spüre, wie Gott ihn nutzt. Viele aus der Oase kommen auf mich zu und beten für mich. Es ist viel einfacher, Kontakte zu knüpfen und auch zu den zwei Jungs hab ich seitdem noch mehr Kontakt“, freut sich Samuel. Erst kürzlich traf er sich mit einem der beiden in einer Cocktailbar. Dabei kamen sie schnell über tiefgehende Themen ins Gespräch. Als es um Beziehungen ging, konnte Samuel seinen christlichen Glauben einbringen, weil beides für ihn eng verbunden ist. Der junge Mann hörte interessiert zu. „An dem Abend wurde mir wieder bewusst, dass wenn ich mich öffne und bereit bin, mich zu investieren, Gott es nicht oberflächlich belässt, sondern Menschen sich mir ebenso öffnen und es schnell in die Tiefe geht.“

Angekommen und angenommen

Das  erlebt der Stendaler auch im Männerhauskreis. „Trotz großer Altersunterschiede ist schnell Vertrauen gewachsen und wir können offen über biblische Themen und Persönliches sprechen.“ Auch im Team fühlt er sich wohl: „Mit offenen Armen wurde ich empfangen und sofort in den Leitungskreis integriert. Die Wertschätzung der Mitarbeiter hat mir geholfen, anzukommen, und ich fühle mich echt angenommen.“ Neben dem „Jesus Café“ und dem Hauskreis arbeitet der Praktikant auch beim „Oase-Frühstück“ und bei „Oase Kids“ mit. Für die Erwachsenen bereiten er und das Team immer einen geistlichen Impuls vor, für die Kleineren ein Anspiel, um ihnen geistliche Werte und biblische Themen näherzubringen.

Nah an den Menschen dran

Seine Aufgaben machen Samuel viel Spaß und er ist bereits jetzt ein großer Fan des Projekts: „Da ich ‚Theologie/ Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext‘ studiere, hat mich das Konzept der Oase sofort überzeugt. Nun selbst hier zu arbeiten und nah an Menschen in einem Brennpunktviertel zu sein, ist für mich eine Chance, Gelerntes anzuwenden und herauszufinden, ob ich mir das künftig vorstellen kann.“ Auch geistlich bringt ihn das Semester voran: „Ich habe das Gefühl, dass ich hier wachsen kann. Gerade durch Situationen, auf die ich mich nicht vorbereiten kann, wie etwa in Gesprächen.“ Bis Juli wird Samuel in der Oase mitarbeiten, und er ist gespannt, was Gott im Reitbahnviertel noch alles für ihn bereithält.

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Neuer Gebets- und Versammlungsraum in Palmira eingeweiht

ECUADOR. Noch einmal gemeinsam anpacken, hieß es kurz vor Ostern für viele Gemeindemitglieder in Palmira und die Liebenzeller Missionare Kevin und Kathy Bruce. Während einige Männer die letzten selbstgezimmerten Holzbänke in den neuerbauten Versammlungsraum trugen, bastelten die Frauen und Kinder bunte Papiersterne, die sie neben vielen Luftballons im Inneren aufhängten. Da Kathy, Kevin und die anderen Helfer nicht wussten, wie groß der Ansturm bei der Eröffnung am Ostersamstag sein würde, stellten sie draußen ein zusätzliches Zelt mit weiteren Bänken auf. So konnten sie sicherstellen, dass alle Besucher im Trockenen sitzen würden, denn es regnete bereits seit Tagen.

Und tatsächlich war der Ansturm am Samstag riesig: 200 Awa-Indianer kamen zur Eröffnung. Rund 150 von ihnen fanden im Inneren Platz, der Rest saß draußen unter dem Zelt. Nach einigen Grußworten und Liedern, die vom Lobpreisteam der Quichua-Kirche begleitet wurden, gab es ein gemeinsames Essen. Später blieben noch viele Awa, um sich gemeinsam den Jesus-Film anzusehen.

Zum Ostergottesdienst am nächsten Tag kamen rund 100 Awa. Es regnete weiterhin ununterbrochen, doch minderte das die Freude der Besucher nicht. „Wir sind so dankbar, dass Gott uns den schönen Gebetsraum bereitgestellt hat und wir beten, dass es wahrhaft ein Ort wird, an dem viele Awa Gott begegnen und erleben dürfen“, wünschen sich Kathy und Bruce.

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Eine Hoffnungsträgerin in heiklen Zeiten

PAPUA-NEUGUINEA. Rund die Hälfte der 400.000 Einwohner Port Moresbys leben in illegalen Siedlungen. Diebstähle, Schlägereien und Vergewaltigungen gehören in den sozialen Brennpunkten zur Tagesordnung und werden meist von Jugendlichen begangen. In diese Trostlosigkeit hinein verkündigen die Liebenzeller Missionare Katharina und Sebastian Proß Gottes Wort, damit Menschen ihren wahren Lebenssinn erkennen und Rettung in Jesus Christus finden. Dabei knüpfen sie vor allem an diejenigen in der Gesellschaft an, die die meisten Verbrechen begehen – die Jugend.

Gemeinsam mit sieben einheimischen Mitarbeitern und vielen Freiwilligen gestaltet das Ehepaar Kids Clubs in neun illegalen Stadtrandsiedlungen. Rund 500 Kinder und Jugendliche kommen dadurch mit dem Evangelium in Berührung. So auch der Nachwuchs in „Kila Kila“. Joanna, die mit ihrer Mutter und drei jüngeren Geschwistern in der Siedlung lebt, besucht seit fünf Jahren begeistert den Kids Club. Im September fragte die 16-Jährige unsere Missionare, ob sie mitarbeiten dürfte. „Wir freuten uns sehr, dass Joanna unser Team verstärken und in ihrem Umfeld von Jesus weitererzählen wollte“, berichtet Sebastian, der seit 2017 das Siedlungsprojekt „Shape Life“ („Leben formen“) verantwortet.

Seither engagiert sich Joanna nicht nur im Kids Club, sondern kommt auch jeden Samstag zu den Mitarbeiterschulungen. „Als eine der Jüngsten in unserer 25-köpfigen Runde ist Joanna – anders als für die neuguineische Kultur üblich – sehr offen. Selbstsicher diskutiert sie bei verschiedenen Themen mit“, freut sich Sebastian. Gemeinsam mit Melen, der verantwortlichen Mitarbeiterin in „Kila Kila“, hält sie derzeit Andachten und Programme zum Thema „Heilung in der Bibel“. Wie wichtig es der Schülerin ist, andere Menschen zu einem Leben mit Jesus einzuladen, zeigt sich auch in ihrer eigenen Familie. Als Melen kürzlich den Gottesdienst in „Kila Kila“ besuchte, traf sie neben Joanna auch deren Mutter und Geschwister an. Sie war überrascht, denn Joannas Familie kam lange Zeit nicht in die Kirche, obwohl sie direkt gegenüber wohnt. Später, als die Mitarbeiterin mit Joannas Mutter ins Gespräch kam, sagte diese: „Ich bin so froh, dass meine Tochter bei euch ist. Sie ist so gut in der Schule geworden, hat Spaß an der Hausarbeit und versprüht so viel Lebensfreude.“

Trotz der positiven Entwicklung gibt es in Joannas Leben auch Schattenseiten. Ihr Vater verließ die Familie für eine andere Frau und weigert sich, Joannas Schulkosten weiter zu zahlen. Hinzu kommt, dass ihre Mutter tagsüber Süßigkeiten auf dem Markt verkauft, um die Familie finanziell über Wasser zu halten. Da sie sich nicht um ihre Kinder kümmern kann, trägt Joanna Sorge für ihre Geschwister. „Trotz dieser Verantwortung und den Unklarheiten, die ihre schulische Laufbahn betreffen, ist sie weiterhin beständig und mit viel Freude in der Siedlungsarbeit dabei. Wir beten, dass sich ein Verwandter bereiterklärt, ihre Schulkosten zu tragen und dafür, dass Joanna weiterhin so treu an Jesu Seite durchs Leben geht.“

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Nach 100 Tagen im Amt: Unser Direktor Johannes Luithle im Kurzinterview

Am 2. Januar hatte Johannes Luithle seinen ersten Arbeitstag als Direktor der Liebenzeller Mission. 100 Tage sind seither vergangen. Zu früh, um zu bilanzieren, aber spät genug, um den 49-Jährigen nach seinem Einstieg, Herausforderungen und bewegenden Momenten zu fragen.

Du hattest im Vorfeld deines Amtsantritts sicher eine gewisse Vorstellung von der Liebenzeller Mission. Gibt es etwas, das dich besonders überrascht hat?
Am meisten hat mich überrascht, wie hingebungsvoll die Mitarbeiter ihre Arbeit verrichten. Mit wie viel Ausdauer, Herzblut und Verstand.

Welche Aufgabe macht dir in deinem Amt am meisten Spaß?
Ganz klar: die Verkündigung. Daneben bereitet es mir aber auch viel Freude, gemeinsam mit Kollegen zu planen, Prozesse zu gestalten und miteinander zu überlegen, was für das Werk in nächster Zeit dran ist. Ich bin gerne mit Menschen zusammen und liebe die Vielseitigkeit auf dem Missionsberg.

Was war dein schönstes Erlebnis in den ersten drei Monaten?
Da fallen mir viele schöne Momente ein. Besonders ist es für mich zu wissen und zu erleben, dass Menschen für mich beten.

Was steht in den nächsten 100 Tagen auf deiner Agenda?
Ein Höhepunkt ist zweifellos das Pfingstmissionsfest, wo ich mit meiner Frau Gottes Segen für das Amt des Direktors zugesprochen bekomme. Auch ist es mir wichtig, weiterhin die Menschen, die mit der Liebenzeller Mission verbunden sind und die Mitarbeiter weltweit kennenzulernen. Doch bis ich den vollen Durchblick habe, müssen wahrscheinlich nochmal 100 Tage vergehen – oder mehr.

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Muskan folgt Jesus – gegen den Willen ihrer Eltern

SAMBIA. Für Amano-Schüler, die im Internat leben, werden regelmäßig zwei Jugendgruppen angeboten. Dort können die Schüler von Jesus hören und miteinander ins Gespräch kommen. Für Tagesschüler gab es bisher keine Gruppe. Doch haben gerade diese oft keine Chance, neben den Andachten in der Schule mehr über Jesus zu erfahren. Denn viele von ihnen stammen aus nichtchristlichen Elternhäusern. So auch die Inderin Muskan, die sich durch eine Andacht für ein Leben mit Jesus entschied, doch von ihren Eltern verboten bekam, in die Kirche zu gehen oder an christlichen Programmen teilzunehmen.

Auch die im Januar gegründete Jugendgruppe für Tagesschüler darf die 13-Jährige bislang nicht besuchen. Diese findet montags nach der Schule statt und wird von der Liebenzeller Missionarin Katja Bachmann und ihrem amerikanischen Kollegen Jarrett Furnish geleitet. Neben einigen Spielen wird in der Jugendgruppe auf biblische Themen gehört und sich anschließend darüber ausgetauscht. Das Angebot komme gut an: „Von Beginn an hatten wir guten Zulauf. Mittlerweile hat sich eine feste Gruppe von 12-18 Schülern etabliert“, freut sich Katja. Ihr und Jarrett fiel jedoch rasch auf, dass sich die Jugendlichen in der Großgruppe nur langsam öffneten. Daher machten sie den Teilnehmern das zusätzliche Angebot einer Jüngerschaftsbegleitung, um im Glauben tiefer zu gehen und persönliche Fragen zu klären, für die in der Jugendgruppe kein Platz ist. Prompt zeigte eine sambische Schülerin Interesse. Doch wollte sie zu den Einzeltreffen noch jemanden mitbringen: Muskan, ihre indische Freundin. So konnte auch diese – ohne dass ihre Eltern davon mitbekamen – über ihren Glauben reden.

Seither treffen sie sich zu dritt einmal wöchentlich in der großen Pause. „Ich spürte schnell, dass sich die Mädchen nicht mit mir treffen wollten, weil es vielleicht cool sein könnte, Zeit mit einer Erwachsenen zu verbringen. Im Gegenteil. Sie haben beide schon eine Beziehung zu Jesus und möchten sie vertiefen“, schildert Katja. Obwohl Muskan sehr ruhig und schüchtern sei, stellt sie mutige und unverblümte Fragen, wie etwa: „Ist es denn schlecht, wenn man als Christ nicht in die Kirche geht? Meine Eltern gehen nicht und ich darf nicht. Was mache ich denn da?“ oder „Wie soll ich mit jemandem umgehen, der sagt, dass er Jesus lieb hat, aber nicht nett zu anderen Kindern ist und diese sogar mobbt?“ Katja freut sich über die ehrlichen Gedanken, die Leidenschaft der beiden Achtklässlerinnen für den christlichen Glauben und darüber, sie weiterhin begleiten zu dürfen. Auch wünscht sie sich für Muskan, dass sie fest in Jesus verankert bleibt und ihren Eltern von seiner Wahrheit weitersagen kann.

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Verschiedener geht’s kaum: impactlerin Lea begegnet Christen in einer anderen Welt

PAPUA-NEUGUINEA. Fernab jeglicher Zivilisation liegt Niksek, ein kleines Buschdorf im Hunstein-Gebirge südlich des Sepiks. Es ist auf schmalen Pfaden durch den Regenwald oder mit einem Kanu über den April-Fluss zu erreichen. Dorthin machte sich die impactlerin Lea Semler, die einen Kurzeinsatz auf der pazifischen Insel absolviert, gemeinsam mit den Liebenzeller Missionaren Brigitte und Gerhard Stamm auf, um die rund 400 Bewohner durch Gottes Wort zu ermutigen. In Niksek lernte Lea schnell eine junge Frau in ihrem Alter kennen und die beiden begannen, sich in der Stammessprache „Pidgin“ auszutauschen. Dilma, die im Dorf aufwuchs, erzählte, dass sie bis zur achten Klasse in einem weit entfernten Dorf flussaufwärts zur Schule ging und sich danach für einen Job bewarb. Dann unterbrach sie ein kleiner Junge, der auf sie zu rannte und „Mama, Susu!“ („Mama, Milch!“) rief. Lea traute ihren Ohren kaum: „Ich war mir sicher, dass es sich um eine Verwechslung handelte, aber sie fing tatsächlich an, das Kind zu stillen.“ Während der Junge trank, fuhr Dilma fort. Sie erzählte, dass sie den Job nicht bekam, weil sie eine Voraussetzung nicht erfüllte: Sie war nicht getauft. Das versetzte der damals 14-Jährigen, die christlich erzogen wurde und seit klein auf Jesus im Herzen trägt, einen schweren Schlag. Sie hatte keine andere Wahl, als nach Niksek zurückzukehren. Dort heiratete sie bald einen Mann aus dem Nachbardorf und bekam mit 15 Jahren ihr erstes Kind. Nun arbeitet sie viel im Garten und zieht die Kinder groß. Natürlich wollte Dilma auch mehr über Lea erfahren und nahm sie mit auf einen Spaziergang. Ihre Kinder blieben währenddessen beim Vater: „Ich war überrascht, dass ihr Mann auf die beiden aufpasste, denn das ist alles andere als selbstverständlich in dieser Kultur“, berichtet Lea.

Die beiden 19-Jährigen gingen einen schmalen Buschpfad entlang, der in das nächste Dorf führt. Dieses liegt jedoch zwei Tagesmärsche entfernt. Lea erzählte von ihrer Familie in Deutschland, ihren Erlebnissen während ihres derzeitigen Einsatzes bei der Liebenzeller Missionarsfamilie Wälde in Wewak und ihren Studienplänen. Dilma war begeistert und sagte, dass sie gerne Sekretärin geworden wäre, nun aber nicht mehr aus dem Busch herauskomme. So wie ihr ginge es vielen jungen Frauen. Dann erreichten die beiden einen Waschplatz am Bach. Dilma zeigte Lea, wie sie ihre Kleider mit Seife bürstet und sie probierten es gemeinsam aus. Als sie fertig waren, kehrten sie ins Dorf zurück, wo einige Frauen gerade in Palmenblätter eingewickeltes Fleisch und Wurzelgemüse in einem glühenden Erdhaufen zubereiteten.

Nach dem Essen fand ein Gottesdienst statt, bei dem Gerhard die Predigt hielt. Dilma und ihr Mann kamen auch hinzu. Lea war überrascht, denn Dilma hatte ihr am Fluss erzählt, dass ihr Mann nur wenig Interesse am christlichen Glauben hat. Später, als sie Dilma darauf ansprach, erklärte diese: „Es hat viel Kraft und Zeit gekostet, ihn zu überreden, dass er mitkommt, aber es ist mir wichtig, dass er mehr über Jesus erfährt und ich bete, dass er ihn eines Tages kennenlernen wird.“ Über so viel Ausdauer und Beherztheit – im Alltag, aber auch in der Beziehung zu Jesus Christus – konnte Lea bei ihrem Besuch nur staunen.

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SAT-7 feiert Norooz mit Persern auf der ganzen Welt

LONDON. Am Dienstag, 20. März, feierten Millionen Perser weltweit das Neujahrsfest „Norooz“, das mit dem kalendarischen Frühling einhergeht. Anlässlich der Feierlichkeiten gestaltete der persische Sender SAT-7 PARS eine Spezialsendung mit abschließendem Neujahrs-Countdown.

An Norooz verbringen Perser viel Zeit mit ihrer Familie und mit Freunden. Familiär ging es auch während der einstündigen Sondersendung im Londoner Studio zu, bei der das gesamte Team des SAT-7-Kanals zusammentraf. Zwei iranische Kollegen wurden sogar von Zypern aus live hinzugeschaltet.

Zuschauer weltweit verbinden

Neben persischer Livemusik und einem Quiz wurde ein Videobeitrag über eine Familie gezeigt, die Einblicke gewährte, wie sie Norooz in London feiert. Der traditionelle „Haf Sin“-Tisch durfte dabei nicht fehlen. „Das ist ein Esstisch, auf dem sieben Gegenstände platziert werden, die symbolisch für den Frühling und für Erneuerung stehen. Grüne Pflanzen und Goldfische, die das Leben wiederspiegeln, gehören ebenso dazu, wie etwa eine Bibel, die Weisheit symbolisiert“, erklärt der Liebenzeller Missionar Paulus Hieber, der seit zehn Jahren als Sendetechniker und Kameramann bei SAT-7 mitwirkt. In jedem persischen Haushalt sei an Norooz ein solch festlich geschmückter Tisch zu finden. So auch im Londoner Studio, an den sich die Moderatoren und die Band setzten. Auch dadurch wurde eine heimische Atmosphäre geschaffen. „Wir hoffen, dass sich unsere Zuschauer durch die Sendung weltweit besonders verbunden gefühlt haben“, sagt Paulus. Vor allem für Christen im Iran, die in ihrem muslimisch geprägten Umfeld isoliert leben, oder für Geflüchtete, die von ihren Verwandten getrennt sind, sollte die Sendung ein Zuspruch sein.

Ein Ritual wird in Frage gestellt

Darüber hinaus wurde auch den Opfern großer Unglücke im Iran gedacht: „Dieses Jahr stießen zwei Schiffe zusammen, ein Flugzeug stürzte ab und es gab ein schweres Erdbeben. Viele Menschen haben dabei Familienmitglieder und Freunde verloren“, schildert Paulus. Im Gedenken an sie gab es eine Gebetszeit mit Miltan, einem iranischen Pastor, der wöchentlich die Livesendung „Unsere Nachbarschaft“ moderiert. Danach blickten alle dem neuen Kalenderjahr 1397 erwartungsvoll entgegen. In Anspielung auf den traditionellen Frühjahrsputz als Zeichen von Erneuerung erinnerte der Produzent Moe Pooladfar die Zuschauer an etwas Wesentliches: „Wahre Erneuerung geschieht nur, wenn wir uns durch Gottes Wort erneuern lassen. Es ist wichtig, dass wir uns auch im neuen Jahr auf seine Versprechen fokussieren.“ Den anschließenden Countdown und Jahresanbruch feierte das SAT-7-Team dann mit rund 13.000 Zuschauern.

Jesus lässt sich von Menschen finden

Nach der Sendung gingen viele Zuschriften über die Telegramm-App ein – ein Kanal, den die iranische Regierung nicht kontrollieren darf. Beispielsweise schrieb der Iraner Saber: „Durch eure Programme habe ich das Christentum kennengelernt und mein Leben Jesus Christus anvertraut. Als ich meiner Tochter und meiner Enkelin davon erzählte, vertrauten auch sie ihr Leben Jesus an.“ Solche Zuschriften seien es, die das Team von SAT-7 immer wieder bekräftigen, dass sich ihr Einsatz für Jesus Christus auszahlt, und er sich von Menschen finden lässt.

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ProChrist sorgt für „Party im Himmel“ – die ITA berichtet

DEUTSCHLAND. „Unglaublich“ war dieses Jahr das Thema von ProChrist. Und unglaublich war auch die Zeit in Tauberbischofsheim. Nachdem die kleine, aber unglaublich hochmotivierte Liebenzeller Gemeinschaft in Tauberbischofsheim schon einiges vorbereitet hatte, konnte es am Sonntagabend losgehen.

Jeden Abend – von Sonntag bis Samstag – gab es ein tolles Begrüßungsteam, gute Musik, ein Zeugnis vom Wirken Gottes im Leben verschiedener Personen, eine Predigt und viel Gemeinschaft. Nach den Predigten unseres Rektors Gustavo Victoria gab es an fast jedem Abend eine Einladung, ans Kreuz vorzukommen und sich auf Gott einzulassen. Dieser Einladung sind so einige gefolgt – das ist nicht nur ein unglaubliches Wunder, sondern hat für so manche „Party im Himmel“ gesorgt.

Ein weiterer unglaublicher Teil der Abende waren die Gemeinschaft und das unglaublich tolle Buffet am Ende des Programms. So hat es nach dem Segen nicht lange gedauert, bis der Raum mit vielen Gesprächen gefüllt war.

Für uns als Klasse der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA) war es ein unglaubliches Privileg, Teil dieser Woche zu sein und dabei Gottes Wirken zu erleben. Im Laufe der Woche konnten wir in der Innenstadt und Nachbarschaft viele Leute einladen und es war schön, den einen oder anderen dann tatsächlich am Abend begrüßen zu dürfen.

Auch die Gespräche mit verschiedenen Leuten aus der Gemeinde waren eine Bereicherung und sehr prägend. Diese Woche werden wir nicht so schnell vergessen. Gott sei alle Ehre dafür!

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Hoffnung für die kleine Tasneem?

BANGLADESCH. Es ist heiß und staubig, von allen Seiten erklingt wildes Gehupe und Geklingel, und kreuz und quer fädeln sich Rickshas, rostige Lastwagen und überladene Busse ein. In der dicht besiedelten Millionenmetropole Dhaka wird der Kampf ums tägliche Überleben überall geführt – auch auf den Straßen. Der Verkehr dort zählt zu den schlimmsten weltweit und bringt jährlich zehntausende Todesopfer mit sich. Welche Mutter würde ihr Kind da schon gerne alleine losschicken?

„Meine Tochter Emma wurde von einer Freundin zum Geburtstag eingeladen. Weil der Verkehr hier so gefährlich ist, gehört es zu einem Kindergeburtstag dazu, dass die Mütter mit dabei sind“, erklärt die Liebenzeller Missionarin Anne Strauß, die seit sechs Jahren mit ihrem Mann Samuel und ihren drei Kindern in der Millionenstadt lebt. Anders als alle anderen Kinder wurde Tasneem, ein Mädchen aus Emmas Klasse, nicht von ihrer Mutter, sondern von ihrer Großmutter zur Feier begleitet. Das sorgte bei einigen für Verwunderung und fiel auch Anne auf. Sie setzte sich zu der 58-Jährigen und kam mit ihr ins Gespräch. Dabei erzählte die Frau, dass ihre Tochter an Lungenkrebs starb als Tasneem drei Jahre alt war und sie sich seitdem viel um ihre Enkelin kümmert. Anne war kurz sprachlos. Sie drückte ihr Mitgefühl aus und fragte später, ob sie Telefonnummern austauschen wollten. Seither haben sich die beiden schon öfter in der Stadt oder bei Schulveranstaltungen getroffen.

Dann ging es für die Missionarsfamilie einige Zeit in den Heimataufenthalt nach Deutschland. Als sie anschließend wieder nach Dhaka zurückkehrten, freute sich Anne sehr, Tasneems Großmutter bei einem Schulsportfest wiederzusehen. Während die Kinder auf dem Sportplatz tobten, suchten sich die beiden Frauen ein schattiges Plätzchen, um sich auszutauschen. Erneut stand Anne der Schock ins Gesicht geschrieben, als sie erfuhr, dass bei Tasneems Vater Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wurde und er nur noch wenige Wochen zu leben hat. Obwohl die Familie wohlhabend ist und ihr Schwiegersohn öfter zur Chemotherapie in das 4000 Kilometer entfernte Singapur reisen kann, hat Tasneems Großmutter Angst vor der Zukunft. Die heute 62-Jährige und ihr Mann sind für die bangladeschische Lebenserwartung von 72 Jahren schon sehr alt und es gibt sonst keinen Verwandten in der Stadt, der sich um ihre Enkelin kümmern könnte.

„Ich sagte ihr, wie leid es mir tut, weil ich ja wusste, wie sehr sie bereits darunter leidet, dass ihre Enkelin ohne Mutter aufwachsen muss“, erzählt Anne. Auch sagte die Missionarin ihr zu, dass sie weiterhin viel zu Jesus für sie und ihre Familie beten werde. „Tasneems Großmutter ist zwar Muslimin und glaubt so fest an Allah, wie ich an Jesus glaube. Doch sie reagierte nicht abweisend. Im Gegenteil. Sie bedankte sich von Herzen für die Gebete und nannte mich ihre Tochter“, freut sich Anne. Obwohl sie von dem Schicksal der Familie sehr betroffen ist, weiß Anne auch, dass Jesus aus dieser Situation etwas Gutes entstehen lassen kann. Sie wünscht sich, diese Hoffnung auch der Familie weitergeben zu können.