SAMBIA. Sie hatten ihre Vision verloren: Das musste der Liebenzeller Missionar Hans-Peter Hertler feststellen, als er vor einem Jahr eine kleine Gemeinde in Mpulungu besuchte. Die großen Pläne von einem richtigen Gemeindehaus waren zusammen geschrumpft zu einer kleinen Hütte mit Grasdach. Als Hans-Peter Hertler kürzlich erneut die Gemeinde besuchte, stellte er erfreut fest: „Die Gemeinde ist schon gewachsen. Sie mussten die kleine Grasdachhütte immerhin schon ein wenig vergrößern, damit alle Platz finden können.“ Nach seinem Besuch im letzten Jahr wurde außerdem von anderen Gemeinden für diese Gemeinde Geld gesammelt – genug, um die Fertigstellung des ursprünglich geplanten Gebäudes zu finanzieren.

SAMBIA. Nachdem die Liebenzeller Missionare Samuel und Anke Meier vor drei Monaten wieder nach Sambia zurückgekehrt waren, konnte Samuel eine Schulung zum Thema Familie und Ehe beginnen. Das Angebot fand großen Anklang bei den Gemeindemitgliedern und so beschäftigen sie sich nun in den nächsten zehn Wochen intensiv mit diesen wichtigen Themen. „Wir merken, es ist nötig zu reflektieren: Was ist unsere europäische, christliche Sicht von Ehe und Familie? Wie ist die Sichtweise der sambischen Kultur? Wie hat Gott sich das vorgestellt“, schreiben die beiden Samuel und Anke Meier. Den beiden ist es ein großes Anliegen, dass auch die Teilnehmer der Schulung ihre Sichtweise auf Ehe und Familie reflektieren und immer mehr Gottes Sichtweise darauf zu ihrem Maßstab machen.

MALAWI. Momentan setzt eine starke Trockenheit der malawischen Bevölkerung hart zu: Die Pflanzen vertrocknen, die Ernte fällt aus und selbst die Notversorgung, mit der die Liebenzeller Missionare Johannes und Vroni Urschitz den Einheimischen helfen, neigt sich dem Ende zu. Besonders betroffen machte die beiden die Situation der Kinder: „Es ist erschreckend, wenn man die Auswirkungen von Hunger den Kindern so sehr ansehen kann. Manche Kinder wurden zusehends dünner oder sind in der Schule eingeschlafen, weil sie einfach keine Kraft hatten.“ An dieser Stelle konnten die beiden Hilfe bieten: Eine regelmäßige Schulspeisung lässt die Kinder immer mehr zu Kräften kommen und wird mit großer Dankbarkeit der Eltern und Kinder belohnt.

KANADA. Immer mehr gewinnt Jana Kontermann das Vertrauen der Menschen, die in der wöchentlichen Suppenküche warmes Essen bekommen. Sie schenkt ihnen ein offenes Ohr und erfährt so ihre Geschichten. Einige erzählen ihr, dass ihre Rente nicht ausreicht und dass sie froh sind, ein warmes Essen zu bekommen. Eine ältere Dame erzählte ihr, dass sie ihre leibliche Mutter nie kennengelernt hat. Sie ist froh, dass jemand da ist, der ihr zuhört. Ein älterer Mann berichtet von seinen zwei Gefängnisaufenthalten, wie rau es dort zugeht und dass der stärkere gewinnt. Jana weiß, warum sie in diese Personen investiert: „Damit sie Gott begegnen und er sich ihnen zeigt – als ein Gott, der hilft, sie liebt und ihnen nahe ist.“ Einige von ihnen besuchen sonntags sogar einen Gottesdienst. Noch einige Wochen ist Jana Kontermann in Toronto, der multikulturellsten Stadt der Welt. Dieses Umfeld lernt Jana Kontermann kennen, um gut vorbereitet in Berlin in die interkulturelle Gemeindegründungsarbeit einzusteigen.

BAD LIEBENZELL. Einen umfangreichen Einblick in die weltweite Arbeit der Liebenzeller Mission bekamen die rund 120 Besucher des Forum Weltmission am vergangenen Samstag. In Workshops, Vorträgen und im persönlichen Gespräch mit den Missionaren konnten sich die Gäste über die Arbeit in den verschiedenen Einsatzländern informieren.
Zu Beginn berichteten Benedikt und Verena Tschauner von ihrem Missionseinsatz in Bangladesch. Das junge Ehepaar ist im Rahmen ihres Studiums an der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) für anderthalb Jahre nach Bangladesch gegangen. Ein Jahr lang haben sie intensiv die Sprache gelernt und dann noch ein halbjähriges Praktikum in einem Kinderdorf absolviert. Sie hätten sehr von der langjährigen Erfahrung der anderen Missionare profitiert und einen interessanten Einblick in die praktische Arbeit der Mission bekommen, den sie jetzt durch ihr Studium weiter vertiefen möchten.
Der Missionar Simon Herrmann (Papua-Neuguinea) hielt einen Vortrag zum Thema „Die unsichtbare Welt – Leben im Spannungsfeld der Geister“. Dieses Thema sei für die meisten Europäer nur schwer greifbar und kaum real, in Papua-Neuguinea allerdings gehören Geister zum alltäglichen Leben der Menschen. Darum sei es für Missionare in solchen Ländern sehr wichtig, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen und die Menschen in ihrem Denken ernst zu nehmen.
Im Workshop „Leben im Armenviertel von Port Moresby – Was den Alltag von Kindern in den sozialen Brennpunkten ausmacht“ gaben David und Annette Jarsetz einen Einblick in ihre Arbeit in der Hauptstadt von Papua-Neuguinea. Port Moresby sei zwar die modernste und am besten entwickelte Stadt des Landes, jedoch gäbe es sehr große Kontraste zwischen Arm und Reich.
Die Missionare waren in den sogenannten Settlements (Siedlungen) aktiv. In diesen sozialen Brennpunkten leben viele arme Menschen, es gibt sehr viele Kinder, die den ganzen Tag auf der Straße verbringen und nur zum Schlafen nach Hause gehen, und es liegt ein hohes Gewaltpotenzial und starker Drogen- und Alkoholkonsum unter den Einwohnern vor. Das Ehepaar berichtete, dass von den rund 100 Siedlungen in der Stadt nur etwa 20 offiziell registriert seien, alle anderen Siedlungen seien illegal aufgebaut worden und könnten jederzeit von der Stadt zwangsgeräumt werden.
Die Missionare haben für die Menschen in den Settlements das Programm „shape life“ (Leben formen) entwickelt. Vor fünf Jahren begannen sie das Projekt nur zu zweit, mittlerweile seien rund 30 einheimische Mitarbeiter dabei. Zu den Angeboten von „shape life“ gehören u. a. Kindertage, die etwa 500 Kindern ein abwechslungsreiches Nachmittagsprogramm mit Spielen, biblischer Geschichte und Musik bieten. Außerdem finden sogenannte „skill center“ statt, die den arbeitslosen Jugendlichen helfen sollen, handwerkliche Fähigkeiten zu entwickeln, um auf eigenen Beinen stehen zu können.
In einem weiteren Workshop berichteten Schwester Christa Ulmer (Japan) und Schwester Gisela Pfeffer (Spanien) von ihren zusammengerechnet 54 Jahren Missionsarbeit im Ausland.
Außerdem wurde ein Workshop für die Eltern des Programmes für weltweite Kurzeinsätze der Liebenzeller Mission („impact“) angeboten, in dem über die Erlebnisse der jungen Leute im Ausland gesprochen wurde und in dem Eltern und Mitarbeiter sich untereinander austauschen konnten.
Das Forum Weltmission wird jedes Jahr im März veranstaltet und fand dieses Jahr zum elften Mal statt. Die Liebenzeller Mission ist ein freies Werk innerhalb der evangelischen Kirche. Mit rund 230 Missionaren und Missionarinnen in 23 Ländern ist sie eine der großen, evangelischen Missionsgesellschaften in Deutschland.

ECUADOR. Ned und Marisol Farnsworth arbeiten über die Liebenzeller Mission USA in Ecuador. Anfang des Jahres erlebten Ned und der älteste Sohn Joel ein Highlight, als sie den Stamm der Huaroani, genannt Aucas, besuchen konnten. Vor 60 Jahren ereignete sich in diesem Stamm ein tragisches und zugleich fruchtbringendes Ereignis: Fünf Missionare aus den USA waren ihrem Ruf gefolgt, den Huaroani von Gottes Liebe zu erzählen. Die Aucas hatten noch nie zuvor Menschen aus dem Westen gesehen und töteten schließlich alle Missionare mit Speeren. Doch Gott hatte noch mehr mit den Huaroani vor und so gebrauchte er anschließend die Schwester des getöteten Piloten und die Witwe Elisabeth Elliot, die ihren Mann Jim Elliot durch die Aucas verloren hatte. Nach allem, was geschehen war, tat Gott das Wunder, dass sie vergeben konnten und unter den Huaroani lebten, dienten und schließlich erleben durften, wie sie zu Jesus fanden.
Ned und Joel Farnsworth waren kaum bei dem Stamm gelandet, als ein 84-jähriger Mann namens Dyuwi auf sie zugestürmt kam, und für sie betete. Es stellte sich heraus, dass er einer der letzten überlebenden Männer ist, der damals Teil der Ermordung der Missionare war. Nun stand vor ihnen ein Mann, dessen Leben eine 180-Grad-Wende erlebt hatte. Dyuwi bezeugte selbst, wie Jesus sein Leben, das zuvor von Gewalt und Hass beherrscht war, zu einem Leben voller Frieden und Liebe für Jesus Christus machte. Dyuwi dient mittlerweile als einer der Ältesten in der blühenden Gemeinde der Huaroani-Kirche.

SAMBIA. Hans-Peter und Britta Hertler erzählen in ihrem Blog, wie eine kleine Gemeinde einen Neuanfang wagt: In Mbala treffen sich regelmäßig Christen zum Gottesdienst. Zehn Personen zählt die Gemeinde, ihr ehemaliger Pastor hatte seine Arbeit vollständig vernachlässigt und ist mittlerweile sogar zum Alkoholiker geworden. Ihr kleines Kirchengebäude wurde durch einen Regensturm zerstört. Doch nun richten sie den Blick nach vorne: Ein neuer Pastor kam vor einigen Wochen bei ihnen an. „Bereits in seiner ersten Woche hat das Pastorenehepaar Pensulos gemeinsam mit den noch vorhandenen Gemeindegliedern die Ehemaligen besucht“, schreibt Familie Hertler. Zwei erschienen am nächsten Sonntag tatsächlich im Gottesdienst! Für den neuen Pastor ist diese Gemeinde sicher kein leichter Start, aber der Beginn macht Hoffnung.