SAMBIA. Acht Jahren lebten Sabine und Johannes Schaber mit ihren drei Kindern in Fiwale, südlich der Großstadt Ndola. Dort bildeten sie an der Bibelschule „Fiwale Hill“ Pastoren aus. Zuvor waren sie vier Jahre in der Gemeinde-, Bibel- und Jugendarbeit in Papua-Neuguinea tätig. Seit April ist die Familie im Heimataufenthalt und berichtet von ihrer Arbeit. Wir haben Johannes drei Fragen gestellt:

Du hast viele Jahre an der Bibelschule unterrichtet. Was meinst du, warum ist die theologische Ausbildung für Menschen in Sambia so wichtig?

Da die Gemeinde in Sambia wächst und viele Menschen zur Kirche gehen, braucht es ausgebildete Pastoren und Ehrenamtliche, die mitarbeiten. Unser Gemeindeverband hat beispielsweise rund 160 Gemeinden und nur ein Drittel verfügt über einen eigenen Pastor. Hinzu kommen theologische Herausforderungen. Viele aktive Sekten wie etwa die Zeugen Jehovas werben um Mitglieder. Auch selbsternannte Propheten versprechen den Menschen Reichtum und Glück, dabei sind es häufig nur sie selbst, die reich werden. Ich denke, das biblische Gebot in 2. Timotheus 2,2: „Gib die Botschaft, die du von mir gehört hast und deren Wahrheit dir von vielen Zeugen bestätigt wurde, an vertrauenswürdige und zuverlässige Menschen weiter, die ebenfalls fähig sind, andere zu lehren“ ist ein wichtiger und nie endender Auftrag an uns, Mitarbeiter zu schulen. Es braucht vor allem afrikanische Christen, die die Bibel so auslegen, dass sie im afrikanischen Kontext Sinn macht.

Wie wird es mit der Bibelschule weitergehen?

Die Bibelschule wird fortgeführt. Ziel ist es, dass sie verstärkt in die Hände Einheimischer übergeht und diese selbstständig Verantwortung übernehmen. Es ist jedoch schwierig, geeignetes Personal für die Schule zu finden, da viele Menschen nicht aufs Land nach Fiwale ziehen möchten. Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass die einheimischen Lehrer bald Verstärkung bekommen und ein neuer Bibelschulleiter gefunden wird.

Was sind deine Wünsche für Sambia?

Das Land verfügt im Vergleich zu europäischen Ländern über weniger Ressourcen und medizinische Möglichkeiten. Doch gerade deshalb erlebe ich bei Sambiern häufig ein starkes, nahezu kindliches Gottvertrauen. Beispielsweise betete ein Ehepaar viele Jahre für ein eigenes Kind. Nach 13 Jahren schenkte Gott ihnen tatsächlich eine Tochter. Ich wünsche mir für Sambia, dass dieses Vertrauen nicht nachlässt und viele Menschen weiterhin offen für das Evangelium bleiben. Auch ist es mein Wunsch, dass die politische und wirtschaftliche Situation des Landes stabil bleibt und vorhandene Ressourcen so genutzt werden, dass das Land vorwärts gebracht wird.

BAD LIEBENZELL. Zum elften Mal hat die Liebenzeller Mission die Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“ gestartet. Mit der Aktion sollen Menschen in aller Welt neue Hoffnung schöpfen. Im Blick sind besonders Menschen aus Regionen, die nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen und mit vielen Widrigkeiten leben müssen. Dieses Jahr steht das ostafrikanische Burundi im Zentrum der Initiative.

Burundi ist ein gebeuteltes Land. Jahrelang tobte ein Bürgerkrieg zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi. Mittlerweile ist der Krieg zu Ende. Aber starke Trockenheit, politische Krisen und eine schwache wirtschaftliche Entwicklung machen Burundi seit Jahren zu einem der ärmsten Länder der Welt. Für viele Burundier ist der Alltag ein täglicher Kampf ums Überleben.

Die Mitarbeiter der Liebenzeller Mission in Burundi investieren bewusst in Projekte, die den Menschen Hoffnung für die Zukunft machen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Förderung von Kindern und Familien. Benachteiligte Kinder erhalten Schulmaterial. Familien bekommen eine finanzielle Starthilfe, um wirtschaftlich unabhängig zu werden. Kinder sollen Wertschätzung und Geborgenheit in Jugendgruppen erfahren und Hoffnung für die Zukunft schöpfen. Notleidende Menschen erhalten von den Missionaren Reis, Mais und Bohnen.

„In Burundi engagiert sich die Liebenzeller Mission seit 25 Jahren. Unsere Arbeit ist auf Nachhaltigkeit angelegt“, sagt Projektkoordinatorin Bettina Heckh. Zur Zeit des Bürgerkriegs seien die Mitarbeiter zum Beispiel bewusst im Land geblieben, um den Menschen zur Seite zu stehen, „auch dann, als viele internationale Organisationen das Land verlassen hatten“, so Bettina Heckh.

Die Arbeit in Burundi geschehe immer in enger Abstimmung mit den Partnerorganisationen vor Ort, sagt Bettina Heckh. Projekte würden gemeinsam mit einheimischen Partnern entwickelt und umgesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt liege auf Projekten für Kinder, Jugendliche und Familien. „Wer die junge Generation fördert, investiert in die Zukunft des ganzen Landes und eröffnet Perspektiven für viele Menschen“, sagt die Projektkoordinatorin. In Kirche und Gesellschaft setzten sich die Missionare für die Versöhnung der früher verfeindeten Volksgruppen ein – damit Wunden heilen und neue Beziehungen möglich werden.

Unterstützen kann man die Aktion nicht nur mit einer Spende, sondern auch mit aktiver Mitarbeit, erklärt Bettina Heckh: „Die Initiative ereignet sich gut als Projekt für einen Weihnachtsmarkt oder als Spendenprojekt für eine Betriebsfeier“.

Weitere Informationen zu den Projekten und ein Projektvideo gibt es im Internet unter www.weltweit-hoffnung-schenken.de oder direkt bei Bettina Heckh unter Telefon 07052 17-128 oder E-Mail hoffnung@liebenzell.org. Dort können auch Materialien zu der Aktion wie Plakate, Handzettel, Fotos oder Spendendosen angefordert werden.

Spendenkonto:
Liebenzeller Mission
Sparkasse Pforzheim Calw
IBAN: DE27 6665 0085 0003 3002 34
BIC: PZHSDE66
Vermerk: Spendencode 1620-37

SPANIEN. „Was wünschst du dir zum Geburtstag?“, fragte Pepe seine Frau Eugenia. „Ich habe nur einen Wunsch – und zwar, dass du mich zum Gemeindetag begleitest“, antwortete sie. Seit sich Eugenia zehn Jahre zuvor für die Nachfolge Jesu entschied, sehnte sie sich danach, ihren Glauben mit ihrer Familie zu teilen. Die Sorge um ihre Tochter, die durch einen Missbrauch psychisch erkrankte, die Gefängnisstrafe ihres Sohnes und das zerrüttete Verhältnis zu ihrem Mann wuchsen ihr damals über den Kopf. Sie suchte Halt – und diesen fand sie in Jesus Christus, den sie in einer Gemeinde in Marbella kennenlernte.

„Viele Jahre haben wir in der Gemeinde mit Eugenia für Pepe und die vier erwachsenen Kinder gebetet“, sagt die Liebenzeller Missionarin Carolin Hertler. Nie habe die Spanierin die Hoffnung aufgegeben, dass auch ihre Familie zum Glauben findet. Ihr Durchhaltevermögen wurde belohnt, denn ihr Geburtstagswunsch öffnete überraschend Türen: Pepe, der zehn Jahre lang nichts von der Gemeinde wissen wollte, willigte ein und begleitete seine Frau zum Gemeindetag. Dort sprach ihn Gottes Wort so sehr an, dass ihm bewusst wurde, wie viele falsche Entscheidungen er in seinem Leben getroffen hatte. Jahrelang lebte er an seiner Familie vorbei, denn anstatt Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern zu verbringen, besuchte er abends nach der Arbeit lieber eine Bar. Nach dem Gottesdienst spürte Pepe, dass er etwas ändern musste. Fortan begleitete er Eugenia in die Gemeinde. Sein Hunger nach dem Wort Gottes wurde mit der Zeit immer größer, sodass er sich entschied, gemeinsam mit unserem Missionar Theo Hertler einen Jüngerschaftskurs durchzuführen. Diesen Sommer ließ sich Pepe von Theo im spanischen Meer taufen. „Sein Leben lang war er ‚blind‘ und Gott öffnete ihm die Augen. So etwas kann kein Mensch vollbringen – das ist einfach ein Wunder“, sind sich Carolin und Theo sicher. Von einem Macho ist Pepe zu einem Kind Gottes geworden.

Momentan wird Pepe in seinem Glauben stark herausgefordert. Seine psychisch kranke Tochter ist wieder in klinischer Behandlung und Eugenia leidet unter Fibromyalgie, einer Nervenkrankheit, die zeitweise starke Glieder- und Muskelschmerzen hervorruft. Die Familie braucht weiterhin viel Gebet.

MALAWI / DEUTSCHLAND. Das Radio Lilanguka in Mangochi, Malawi sendet seit Anfang November 2017 Radioprogramme für die Volksgruppe der Yao. Die Yao sind vorwiegend muslimisch und machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung Malawis aus, einem der ärmsten Länder Afrikas. Der neue Radiosender ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Organisationen wie der Liebenzeller Mission, OM, Radio Africa Network und SIM.

„Eine einzelne Organisation kann ein Projekt wie das Radio Lilanguka nicht alleine stemmen“, sagt Paul Kränzler, Projektleiter von Radio Lilanguka, der zusammen mit seiner Frau seit vielen Jahren mit der Liebenzeller Mission in Malawi arbeitet. „Auch die Programminhalte kommen von Mitarbeitern unterschiedlichster Organisationen und decken Themen wie Familie und Erziehung, Gesundheit und Ernährung, Glaube und Nachfolge, Landwirtschaft, Nachrichten sowie Musik ab.“

Das Radio „Lilanguka“, was „Licht“ in Yao bedeutet, ist die erste Radiostation in Malawi, die hauptsächlich in der Yao-Sprache sendet. Die Mitarbeiter von Radio Lilanguka hat Trans World Radio (TWR) geschult und der Stationsleiter möchte auch durch Kunst positiv in die Yao-Kultur hineinwirken. Die knapp eine Million Yao leben meist in entlegenen Dörfern, viele können nicht lesen und schreiben. Deshalb ist für sie das Radio eine wichtige Informationsquelle. Erst 2014 wurde die Übersetzung der Bibel in Yao fertiggestellt.

Seit vielen Jahren gibt es Bemühungen für ein christliches „Gemeinschaftsradio“ in Yao. Vor etwa einem Jahr erteilt die Regierung an OM die Lizenz für einen UKW-Sender – mit der Vorgabe, täglich zwölf Stunden Programme auszustrahlen. Der 30 m hohe, gespendete Sendemast steht auf einem Gelände von SIM und hat eine Reichweite von circa 100 km, selbst bis nach Mosambik hinein. Eine Photovoltaikanlage sorgt bei fast täglichen Stromausfällen für einen reibungslosen Sendebetrieb.