ECUADOR. Eine Wochenendkurzfreizeit in Ecuador stößt auf positive Resonanz: Sehr viele gute Gespräche und eine tiefe Gemeinschaft – das erlebten 34 Jugendliche und junge Erwachsene von 17 bis 28 Jahren in Lita. Die Missionare Andreas und Donata Schiller stellten dabei drei große Herausforderungen für Christen vor: Echte Gemeinschaft, Gebet (praktisch gemacht anhand einer Gebetsnacht zu Stationen des Vaterunsers) und Integrität in (Liebes-)Beziehungen. Außerdem unternahmen die Teilnehmer einen Ausflug zum Baden im (kalten) Fluss, trugen ein Fußballturnier aus und genossen ein abendliches Lagerfeuer. Bei der Freizeit waren auch zwei Absolventen des Kurzzeiteinsatzprogramms „Impact“ dabei, die gerade in Ecuador zu Besuch waren. „Wir sind sehr dankbar für die sehr gute Atmosphäre und das tolle Küchenteam von jungen Erwachsenen aus der Gemeinde“, sagte Donata Schiller. Die Missionare freuen sich besonders, dass ein junges Ehepaar, das in der Küche mithalf, nun als Mitarbeiter in den Jungen-Erwachsenen-Hauskreis einsteigt. „Das ist echt super, denn bisher fehlten weitere Mitarbeiter“, so Andreas Schiller.

Hoffnung, dass das Gehörte im Leben der Teilnehmer Wurzeln schlägt

Die Liebenzeller Missionare hoffen, dass die Teilnehmer das Gehörte umsetzen. So beten sie, dass eine Studentin an ihrem Studienort Kontakt zu anderen Christen aufnimmt und sich einer Gemeinde anschließt. Schillers stellten dazu den Kontakt zu Freunden her, die dort einen christlichen Studentenkreis leiten und die junge Frau auch mit in die Gemeinde nehmen würden. Ebenso hoffen sie, dass ein kolumbianischer Teilnehmer nach seiner Rückkehr in seiner Heimat nicht durch seine dortigen Freunde in das alte Leben ohne Jesus Christus zurückfällt. Dazu wollen sie ihm helfen, eine christliche Gemeinde zu finden.  Donata und Andreas Schiller wollen auch in Zukunft möglichst einmal im Jahr solch eine Kurzfreizeit anbieten.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Andreas und Donata Schiller wohnen seit 2012 in der rund 130.000 Einwohner großen Stadt Ibarra und arbeiten vor allem unter Studenten.

ECUADOR. Auch wenn Missionarskinder mit vielen Schwierigkeiten wie Umzügen mit Ein- und Auspacken sowie Loslassen konfrontiert sind, kann die Zeit im Ausland für sie zum Segen werden. Diese Erfahrung machte Ecuador-Missionarin Kathy Bruce nach rund 25 Jahren mit ihren drei Kindern, die nun alle in den Vereinigten Staaten leben. Sehr offen schildert sie die Herausforderungen, vor denen Missionarskinder oft stehen. Ihre Kinder hätten sich aber sehr wertschätzend über ihre Zeit in den Anden geäußert, bei der sie von ihren Eltern zuhause unterrichtet wurden, eng miteinander als Familie lebten und in der alle mehr oder weniger in der Missionsarbeit miteingebunden waren. „Im Laufe der Jahre haben wir gelernt, zusammen das Gute zu schätzen, dass Gott uns versorgt und haben ihm vertraut, dass wir auch im ‚Schlechten‘ seine Gnade erleben“, sagte Kathy Bruce.

Gott ganz konkret bei einem Felsbrocken auf der Straße erfahren

Die Familie sei reich gesegnet worden: Sie konnten bei der Arbeit Gott ganz konkret als lebendig erfahren, gemeinsam als Familie beten und erleben, wie er Gebete erhört. Oft schwitzte man zusammen bei der Arbeit und das schweißte zusammen. Auch als Familie unternahmen sie viel, sie wanderten zusammen, lernten gemeinsam naturwissenschaftliche Fächer und Mathematik, bauten ein Haus und schwammen in Flüssen. „Aber natürlich haben wir manchmal zusammen gelitten: bei Krankheitszeiten, Stress, Enttäuschungen und Sorgen. Besonders eindrücklich war für sie als Familie das Erlebnis, wie durch starke Regenfälle ein riesiger Felsbrocken einmal eine Straße versperrte, den sie nicht wegbewegen konnten. Genau in diesem Moment kam ein Fahrzeug mit mehreren Männern um die Ecke und diese halfen ihnen, den Weg frei zu machen.

Wenn man Freunde und Verwandte zurücklassen muss

Kathy Bruce verschweigt nicht, wie sehr ihren Kindern nach Heimatbesuchen zunehmend schwerfiel, Freunde, Großeltern, Tanten und Onkeln immer wieder loszulassen und sich wieder an das Leben in Ecuador anzupassen. Ihrem ältesten Sohn Kenny half dabei ein Buch über das Leben der Missionarskinder, in dem geschildert wurde, dass Umzüge, Packen und sich auf Neues einzulassen zum Leben eines Missionars gehört. Als er das akzeptierte, konnte er besser damit leben. Er wollte weniger das Schlechte daran sehen, sondern sich mehr auf die neuen Abenteuer freuen, die Gott für sie bereithielt. „Im Rückblick sind wir als Familie dankbar, dass Gott mit uns als Familie durch ‚gute‘ und ‚schlechte‘ Zeiten gegangen ist. Wir sind dankbar für seine Kreativität, uns zu helfen, gute Lösungen und Wege zu finden, um seine Güte auch mitten in Schlamm, Chaos und sogar im Packen regelrecht zu feiern. Durch seine Gnade wurden wir durchgetragen.“

Kathy Bruce arbeitet mit ihrem Mann Kevin seit 1995 in Ecuador unter Awa-Indianern. Sie sind vom US-amerikanischen Zweig der Liebenzeller Mission nach Ecuador ausgesandt. Kevin und Kathy bieten Kurse für Analphabeten an, halfen mit, das Alte Testament zu übersetzen und schulen einheimische Christen.

FRANKREICH. Die von der Liebenzeller Mission 1991 gegründete Gemeinde in Avranches (Normandie) feierte am 15. September die Einweihung ihres neuen Gemeindehauses – und das Haus platzte dabei aus allen Nähten. Das berichtet der Liebenzeller Missionar Peter Rapp. Die 80 Stühle reichten nicht aus und viele Besucher, die zum Teil weit angereist waren, mussten sogar stehen. Sieben Firmen erstellten in einem Jahr das 200 Quadratmeter große Gebäude. Die Gemeindeglieder strichen die Wände und innerhalb einer Woche haben Mitglieder einer russlanddeutschen Gemeinde aus Herford die 200 Quadratmeter Teppichboden und PVC-Beläge verlegt.  Das Gemeindehaus konnte nicht zuletzt aufgrund vieler Spenden aus Deutschland errichtet werden. So schenkten zwei Firmen Teppichböden und PVC-Beläge.

Bürgermeister begrüßt neue Gemeinde

Avranches Bürgermeister David Nicolas begrüßte bei der Einweihung, dass es eine neue christliche Gemeinde gebe.  Er freue sich, dass die Gemeinde zum guten Zusammenleben beitrage. Er durchschnitt zusammen mit Michael Eckstein und Reinhold Frasch, Referatsleiter Globaler Norden bei der Liebenzeller Mission, symbolisch ein Band. Bei der Feier dabei waren neben Vertretern von französischen Gemeindeverbänden auch Gäste aus Herford-Stedefreund, der Heimatgemeinde von Sigrun Rapp. Die Kinder konnten im sogenannten „Aquarium“ spielen und die Eltern ungestört über Lautsprecher zuhören. Die Teenager freuten sich, dass für sie Computerspiele im Jugendraum vorhanden waren. Bei einem Stehempfang kamen die Gäste ins Gespräch und genossen die Grillwürste und Crêpes. Der Erlös kommt dem Neubau zugute. Das anschließende Konzert mit Sängerin Abbie aus Saint-Malo und ihr Lebenszeugnis hat viele berührt und zum Nachdenken gebracht. Sie berichtete,  wie sie von Gott einen Sinn in ihrem Leben erhielt und seelische Verletzungen und Minderwertigkeitsgefühle geheilt wurden. Sie konnte eine tiefsitzende Schüchternheit überwinden, weil sie sich von Gott in Jesus Christus angenommen fand. Etliche Personen sind nach dem Konzert im Gespräch mit ihr ermutigt worden, sagte Peter Rapp.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1987 in Frankreich aktiv und hat dabei in der Normandie mehrere Gemeinden gegründet. Auf rund 30.000 Einwohner kommt dort nur etwa eine Gemeinde, die bis zu 50 Kilometer von der nächsten entfernt liegt. Peter und Sigrun Rapp sind seit 1991 in Frankreich tätig, seit 2012 arbeiten sie in Avranches. Der Liebenzeller Missionar ist auch als evangelischer Gefängnis-Seelsorger im rund 50 Kilometer entfernten Coutances im Einsatz.

SAMBIA. Probleme bei der Arbeit möchte niemand und auch Missionare stehen immer wieder vor Herausforderungen, die sie mit viel Einsatz, Kreativität und natürlich Gottes Hilfe rasch zu lösen versuchen. Mit einem „guten“ Problem ist nun Missionarin Margit Schwemmle in Sambia konfrontiert: Im Mai startete der erste zweijährige Bibelkurs für Frauen an der „Evangelical University“ in Ndola. Margit Schwemmle unterrichtet seit 2014 an der Universität und leitet seit Juni 2016 die Studienabteilung. Dazu hatten sich 17 Frauen (14 Ehefrauen, zwei Singles und eine Witwe) angemeldet. Sie kommen aus sieben unterschiedlichen Gemeinderichtungen, haben aber alle das gleiche Anliegen: „Ich will die Bibel besser kennenlernen, damit ich andere Frauen besser helfen kann.“ Das Angebot stößt nun auf so große Nachfrage, dass bereits jetzt Anmeldungen für das nächste Jahr eintreffen. „Aber wir haben nicht genug Klassenzimmer, um alle unterzubringen“, berichtet Margit Schwemmle. Inzwischen liegen nicht nur Material zur Unterrichtsvorbereitung auf ihrem Schreibtisch, sondern auch Baupläne und Kostenvoranschläge für ein neues Gebäude auf dem Universitätsgelände in Ndola. „Wie wir das finanziell schaffen sollen, wissen wir nicht so genau, aber wir vertrauen darauf, dass Gott Möglichkeiten und Platz schafft, damit wir den Frauen einen guten Unterricht anbieten können.“

Erste Studenten aus Deutschland

Dankbar blickt Margit Schwemmle auf die Absolvierungsfeier der Universität zurück. 15 Absolventen sind nun in ganz Sambia unterwegs, manche mit einer festen Anstellung, andere noch auf der Suche nach dem Platz, an dem Gott sie mit dem, was sie gelernt haben, gebrauchen kann und will. In diesen Tagen treffen nun die ersten drei Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) ein. Da die „Evangelical University“ inzwischen die volle Akkreditierung als private Universität erhalten hat, ist ein solcher Studentenaustausch möglich. Wann die ersten Studenten aus Sambia nach Deutschland kommen, hängt davon ab, wie viel Deutsch sie lernen. „Einfach wird es nicht, aber einer meiner Studenten will es auf jeden Fall versuchen. In welchen Bereichen wir sonst noch mit der IHL zusammenarbeiten können, muss noch geklärt werden“, sagte Margit Schwemmle.

In Sambia unterrichten Liebenzeller Missionare an verschiedenen theologischen Ausbildungsstätten. Die „Evangelical University“ befindet sich in Ndola im Herzen des „Kupfergürtel“, der Industrieregion des Landes. Sie wird von der evangelischen Allianz getragen. Die 70 Studenten kommen aus verschiedenen Gemeindeverbänden und können vier verschiedene Abschlüsse erwerben. Durch das an die Schule angegliederte Studentenwohnheim haben die Mitarbeiter viel persönlichen Kontakt zu den Studierenden.

SAMBIA. Sauberes Trinkwasser ist in vielen Ländern ein rares Gut, gerade in afrikanischen Staaten wie Sambia. Deshalb versorgt die Liebenzeller Mission unter anderem in Mushili die Menschen durch einen Brunnen mit dem lebensnotwendigen Nass. Auch der deutsche Staat schätzt den Einsatz der Missionare. Die deutsche Botschaft hat nun für eine solarbetriebene Pumpe rund 4.000 Euro gespendet, worüber sich Missionar Benjamin Wagner sehr freut. Damit werde man unabhängig von den Stromausfällen, die in dem afrikanischen Land öfter auftreten. Außerdem spare man Stromkosten ein. Die Pumpe demonstriere auch den Bauern, wie sie unabhängiger vom unsicheren und teuren Stromanbieter werden können. Sie gewährleistet, dass Wasser immer zur Verfügung steht. Mit dem rund 80 Meter tiefen Bohrloch werden zurzeit rund 5.000 Liter Wasser gefördert. Davon profitieren neben den Missionaren und den einheimischen Mitarbeitern mit deren Familien auch die Sambier in der Umgebung des Projektgeländes in Mushili. „Ich schätze, dass jeden Tag rund 30 Menschen zum Wasser holen kommen.“

Deutscher Staat unterstützt Projekte, die allen Sambiern zugutekommen

Benjamin Wagner hatte erfahren, dass die Deutsche Botschaft Projekte von gemeinnützigen Organisationen mit Geldern unterstützt, die direkt den Menschen vor Ort zugutekommen. „Wir freuen uns sehr, dass wir bedacht wurden und dass der deutsche Staat solche Projekte fördert, denn diese Wasserpumpe hilft uns und den Menschen vor Ort enorm.“

Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1985 in Sambia, unter anderem in Mushili, einer Stadtrandsiedlung von Ndola mitten im „Kupfergürtel“ Sambias. Dort leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. In Zusammenarbeit mit der Partnerkirche entstand dort 2003 das Projekt „Dawn Trust Community Care (DTCC)“. Ein Schwerpunkt ist die Ausbildung in alternativem Feldbau – „Farming God’s Way“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung von Kompost und Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familie besser ernähren können. Auch einige Heilpflanzen werden hier angebaut. Gleichzeitig werden biblische Prinzipien gelehrt – zum Beispiel der Wert der Treue. Wer treu den Acker anbaut und pflegt, erzielt auch eine größere Ernte. So konnten die Bauern, die sich an dem landwirtschaftlichen Projekt beteiligen, ihre Erträge um bis zu 50 Prozent steigern.