Da wir derzeit viele Nachfragen bekommen, wie die Lage im Überschwemmungsgebiet in Malawi, Mosambik und Simbabwe ist, haben wir hier einige Informationen zusammengestellt.

Sind Liebenzeller Missionare betroffen?
Nein. Von den betroffenen drei Ländern in Südostafrika arbeiten wir nur in Malawi. In Malawi schlug der Zyklon nur ganz im Süden des Landes zu. Dort haben wir keine Mitarbeiter stationiert und auch keine Projekte mit unserer Partnerkirche. In der Region, in der unsere Missionare arbeiten, gab es „nur“ starke Regenfälle, die aber keine Schäden anrichteten.

Wie ist die Lage in Malawi?
Nach Einschätzung unserer Missionare ist die Situation in Malawi ganz im Süden des Landes angespannt. Weit stärker betroffen ist allerdings Mosambik. Dort ist die Lage dramatisch. Hunderttausende Menschen sind dort obdachlos geworden, die Gefahr von Seuchen droht.

Wird die Liebenzeller Mission eine Hilfsaktion für Malawi starten?
Nach reiflicher Überlegung haben wir uns entschlossen, keine Hilfsaktion für Malawi zu starten. Es fehlt uns ganz im Süden des Landes die logistische Infrastruktur, da wir dort keine Projekte und Partner haben. Wir schätzen das gute Zusammenarbeiten mit anderen Missionswerken und Hilfsorganisationen. Einige von ihnen haben Mitarbeiter in den betroffenen Gebieten und haben Hilfsaktionen gestartet.

Wie kann ich den betroffenen Menschen helfen?
Bitte beten Sie für die betroffenen Menschen und bitten Sie Gott um sein Eingreifen! Wer die Hilfsaktionen finanziell unterstützen möchte, kann sich gerne an Hilfsorganisationen und Missionswerke wenden, die dort im Einsatz sind. Als Liebenzeller Mission können wir keine Spenden für die Katastrophenhilfe Zyklon Idai annehmen.

Macht die Liebenzeller Mission keine Hilfseinsätze?
Doch. Wenn Katastrophen in Regionen geschehen, in denen unsere Missionare im Einsatz sind, leisten wir regelmäßig unbürokratisch Hilfe. Aktuell beteiligen wir uns an der Wiederaufbauhilfe in Indonesien. Dort hatten Überschwemmungen in der Provinz Papua große Schäden angerichtet. Viele Menschen haben dort Angehörige verloren. Mehr Infos: https://www.meine-mission.org/liebenzeller-mission-hilft-beim-wiederaufbau-in-indonesien/

Die meisten Deutschen, die schon mal nach Peñíscola in Spanien gereist sind, kennen die kleine Stadt vermutlich sehr gut gefüllt. Normalerweise hat Peñíscola 8.000 Einwohner, im Sommer sind es 150.000. Tabea und Daniel Köhler leben mit ihrer Tochter Elisha das ganze Jahr dort. Sie sind Missionare und arbeiten als Gemeindegründer. In Peñíscola gibt es bisher ausschließlich eine katholische Kirche in der Altstadt und einen muslimischen Gebetstreff. Viele Familien sind kaputt, viele Menschen arbeitslos. Daniel und Tabea wünschen sich eine Gemeinde, in der Menschen einen lebendigen Glauben an Jesus Christus finden und geprägt werden durch seine Liebe. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland unterwegs, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen ein paar kurze Fragen gestellt.

Was ist die größte Herausforderung für Mission in Spanien?
Die Spanier sehen westlich aus und da vermutet man einfach, dass bei ihnen ein christliches Fundament da ist. Aber die meisten Spanier kennen das Evangelium gar nicht. Die christlichen Grundlagen fehlen. Missionsarbeit in Spanien ist echte Pionierarbeit! Für ältere Menschen ist der Katholizismus eine Barriere für einen lebendigen Glauben, denn für sie entspricht christlicher Glaube einfach nur einer Tradition. „Jesus ruft nicht zu einer neuen Religion auf, sondern zum Leben“, hat Dietrich Bonhoeffer gesagt. Genau das ist es. Und bei den jungen Spaniern spüren wir diese Sehnsucht nach echtem Leben. Das macht uns Hoffnung.

Gibt es ein Erlebnis oder eine Begegnung in den letzten Monaten, die euch besonders bewegt hat?
In der Adventszeit hat Tabea viele Plätzchen gebacken und an ganz viele Bewohner in unserer Straße verteilt. Anfang des Jahres waren wir einige Zeit unterwegs. Als wir zurückkamen, sprach uns eine Engländerin an, die schon 16 Jahre in Spanien lebt und in unserer Straße wohnt. Sie erzählte uns ihre Reaktion gegenüber ihrem Mann, als sie das Päckchen mit unseren Plätzchen öffnete: „Ach guck mal, wir haben ja doch Freunde in Peñíscola.“ Das hat uns schon bewegt, schließlich lebt sie schon so viele Jahre dort. Unser Eindruck ist: Nachbarschaftlichkeit ist die beste Evangelisation, denn in unserem Umfeld kommen wir gut ins Gespräch über unseren Glauben. Zu Tabeas Geburtstag haben wir auch viele Nachbarn eingeladen. Dann waren wir auf einmal 70 Leute.

Tabeas Eltern sind Missionare in Chile, Daniels Vater war lange Jahre Vorsitzender der Landeskirchlichen Gemeinschaft Weiterstadt: Ist ein pastoraler Dienst bei Euch quasi familiär angelegt?
Nein, gar nicht. Wir haben beide jeweils drei Geschwister und wir sind die einzigen aus unseren Familien, die einen pastoralen Weg eingeschlagen haben. Dass wir Missionar werden wollen, stand für uns aber schon lange fest. Für Tabea seit der Kindheit. Bei Daniel hat’s ein paar Jahre länger gedauert. Aber seit dem Teenageralter war es auch bei ihm klar, dass er für Jesus im Einsatz sein will.

SENTANI / BAD LIEBENZELL. Nach der Sturzflut in der indonesischen Provinz Papua wurde für die Region mittlerweile der Notstand ausgerufen. Die Zahl der Toten ist auf über 200 angestiegen, mehrere Tausend Menschen wurden obdachlos. Es wird befürchtet, dass die Opferzahlen noch steigen. In Papua kommt es in der Regenzeit häufig zu Überschwemmungen und Erdrutschen. Die Fluten am vergangenen Wochenende waren besonders schlimm.

Die Liebenzeller Missionare Christian und Johanna Folkers leben seit einiger Zeit in der Gegend und haben das Unwetter unbeschadet überstanden. Sie berichten aus der besonders betroffenen Stadt Sentani: „Die Not ist nach wie vor enorm, die zu lösenden Probleme sind riesig. Weite Teile der Stadt sehen aus wie eine Seenlandschaft.“ Auch Familien und Gebäude der Partnerkirche der Liebenzeller Mission sind betroffen. Auf einem unbeschädigten Gelände der Partnerkirche wurden kurzfristig Notunterkünfte eingerichtet. 400 obdachlos gewordene Menschen konnten bereits aufgenommen werden. Momentan wird daran gearbeitet, die hygienische Situation vor Ort zu verbessern – u.a. durch den Aufbau von Toiletten. Christian und Johanna Folkers unterstützen die Hilfsmaßnahmen vor Ort mit all ihren Kräften.

Die Liebenzeller Mission wird den Wiederaufbau in der Region um Sentani finanziell unterstützen und bittet dafür um Spenden.

Spendenkonto:
Liebenzeller Mission
Sparkasse Pforzheim Calw
IBAN: DE27 6665 0085 0003 3002 34
Verwendungszweck: Hilfe Indonesien

Ein Bericht von ITA-Student Sebastian Schneider.

Der 3. Jahrgang der Interkulturellen Theologische Akademie (ITA) war vom 10 bis 17. März mit ITA-Rektor Gustavo Victoria zu einer Evangelisationswoche in Reichenbach im Vogtland in Sachsen.
Seit einigen Jahren besteht zur LKG Reichenbach ein guter Kontakt, was sich z. B. auch darin äußert, dass die ITA jedes Jahr einen Praktikanten für vier Monate von September bis Dezember dort einsetzt. Daraus entstand der Wunsch, ob Gustavo Victoria nicht mal mit einer ganzen Klasse kommen könnte, um eine Evangelisationswoche zu gestalten. Dies hat nun geklappt und es war für beide Seiten eine bereichernde und gesegnete Erfahrung.

Das duale Konzept der ITA (Theorie + Praxis) wurde auch in Reichenbach gelebt. Am Vormittag stand Unterricht auf dem Plan. Gustavo vermittelte im Modul „Öffentliches Reden“ wertvolle Inhalte, die bei den Abenden der Themenwoche gleich angewandt werden konnten. Die sehr lebensnahen Vorträge umrahmten die Studenten musikalisch und mit persönlichen Glaubenszeugnissen.

Jeden Abend wurden die Zuhörer zu einem Leben mit Jesus Christus eingeladen. Und tatsächlich folgten manche diesem Aufruf. So auch eine Frau Mitte fünfzig. Ihre Wurzeln hat sie in Reichenbach, wohnt jedoch seit vielen Jahren in Bayern. Ihre Mutter lud sie zu den Themenabenden ein, worauf sie sich eine Woche freinahm, um zu kommen. Nachdem sie jeden Abend gekommen war, kam sie am letzten Abend nach vorne zum Kreuz und begann ein Leben mit Jesus. Ist es nicht wunderbar, wenn man sagen kann, dass man zweimal in Sachsen geboren wurde?

Die Gemeinde selbst freute sich riesig über die Unterstützung durch Gustavo Victoria mit seinen Studenten. Die Studenten freuten sich wiederum über die liebevolle Betreuung durch die Gemeinde. Durch eine tägliche „Gourmet-Versorgung“ und der Unterbringung bei lieben Gasteltern war für die Gruppe aus dem Schwarzwald bestens gesorgt.

BAD LIEBENZELL / SAMBIA. Wir schicken bald einen Container mit technischem Material und Hilfsgütern nach Sambia.
Für das Sportprogramm unseres Projekts „Mushili – Hilfe zum Leben“ suchen wir noch …

KANADA. Eine Schlüsselqualifikation, die jeder Missionar und jeder benötigt, der mit Menschen aus anderen Kulturen arbeitet, ist die sogenannte „interkulturelle Kompetenz“: in der Lage sein, sich in fremde Kulturen hineindenken und Menschen aus anderen Ländern angemessen helfen zu können, die anders denken und handeln. Genau das lernen seit Mitte Januar elf Studenten und eine Ehefrau der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA) der Liebenzeller Mission in Toronto. Sie gilt als multikulturellsten Stadt der Welt.

Sechs Monate leben die Studenten in Kanada. Die Zeit in der Millionenmetropole wird bewusst praxisnah gestaltet. Die Studenten verbessern ihr Englisch an einer Sprachschule, lernen im „Intercultural Ministry Training“ Verständnis für andere Kulturen und üben den Umgang mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern ein. Außerdem belegen sie theologische Kurse unter anderem am „Toronto Baptist Seminary“. Dazu helfen sie in christlichen Gemeinden zum Beispiel in der Obdachlosenarbeit, geben Englischkurse für Einwanderer, engagieren sich in der Kinder- und Jugendarbeit und gestalten Gottesdienste mit. Dabei stehen ihnen immer fachkundige Mentoren zur Seite. Alle Studenten leben im „Liebenzell House“, das sich in unmittelbarer Nähe des Lake Ontario befindet. Dort wohnen sie mit Erin und Adam Marshall zusammen, die viele Jahre im Ausland für verschiedene christliche Organisationen arbeiteten und für die Begleitung der Studenten zuständig sind. „Bislang gab es noch keinen, dem die Zeit in Kanada nicht gefiel“, sagt Birgit Hartmann, die das Sekretariat der ITA leitet. Alle kämen bereichert, verändert und gereift aus Übersee zurück.

Das Auslandssemester in Kanada hat inzwischen Tradition: Seit der Gründung der ITA im Jahr 2012 verbringen Studenten immer ein halbes Jahr während ihres ersten Studienjahres in Toronto. Dazu kommt neben dem Studium in Bad Liebenzell ein viermonatiges Praktikum in einer Gemeinde im dritten Studienjahr. 40 Studenten haben inzwischen das Ausbildungsprogramm erfolgreich durchlaufen. Sie arbeiten inzwischen unter anderem als Missionare, Jugendreferenten und Gemeinschaftspastoren.

BANGLADESCH. Weltweit sorgt das Schicksal der Rohingya, einer unterdrückten und verfolgten muslimischen Minderheit in Myanmar, für Aufsehen. Rund eine Million von ihnen floh vor allem in das benachbarte Bangladesch. Dort half Steffi Stauß, die als Tochter der Liebenzeller Missionare Wolfgang und Dorothea Stauß in dem Land aufwuchs, bei verschiedenen Organisationen mit, die sich für die Geflüchteten engagieren.

Steffi Stauß beendete im vergangenen Jahr ihr Studium der Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt interkulturelle Beziehungen in Fulda erfolgreich. Ihre Bachelor-Arbeit schrieb sie über die Rohingyas. Steffi Stauß engagierte sich nach der kurzzeitigen Rückkehr in Bangladesch unter anderem in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Verwaltung der Organisationen. So half sie mit, bei einem Video die bengalischen Interviews zu übersetzen und übernahm die Moderation. „Ich fand es einen sehr beeindruckenden und erschreckenden Moment, als ich mitten im Camp stand und man weit und breit nur das Lager gesehen hat – es macht einem die Komplexität der Situation klar. Es ist unglaublich, wie viele Menschen aus Myanmar vertrieben wurden.“

Für Steffi Stauß war es aber auch ermutigend zu sehen, dass mittlerweile – über ein Jahr nach der großen Fluchtwelle – das Camp relativ gut organisiert scheint. So gibt einige Sanitätsanlagen sowie Wege und Abwasserkanäle zwischen den Hütten hindurch. Ebenso ist sie dankbar für die Kinderzentren: „Ich fand es sehr schön, die glücklichen Kinder zu sehen. Sie haben so viele schlimme Sachen erlebt. Aber sie haben jetzt einen Raum, in dem sie einfach wieder Kind sein und vor allem auch etwas lernen können.“ Das sei umso wichtiger, da 80 Prozent der Rohingyas nicht Lesen und Schreiben können. Auch Partner der Liebenzeller Mission in Bangladesch beteiligen sich an den Hilfsmaßnahmen für die Rohingya.