Sie wohnen am anderen Ende der Erde und sorgen dafür, dass Menschen auch in den abgelegensten Gebieten der Welt von Jesus hören und medizinische Versorgung bekommen. Markus und Evelyne Breuninger sind Liebenzeller Missionare in Australien und unterstützen unsere Partnerorganisation MAF Flugdienst. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland unterwegs, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen ein paar kurze Fragen gestellt.

1. Ihr stammt aus Deutschland. Ihr habt in Botswana und Sambia gelebt und wohnt jetzt in Australien. Wo fühlt Ihr Euch zu Hause?

Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Wir Eltern haben eindeutig eine deutsche Heimat, in der wir aufgewachsen sind und in die wir immer wieder gerne zurückkommen. Allerdings merken wir dabei, dass wir nicht mehr wirklich hierher gehören.
Unsere Kinder sind Deutsche und wurden von uns natürlich deutsch geprägt. Aber sie kennen Deutschland kaum. Da sie in Botswana und Sambia aufgewachsen sind, ist ihnen das Leben dort vertraut und sie fühlen sich dort wohl. Doch gehören sie dort trotzdem nicht richtig dazu.
In Australien begannen wir dann nochmals in einer für uns alle ganz neuen Kultur.
Vielleicht fühlen wir uns nirgends so ganz und gar zu Hause – aber gleichzeitig auch überall; nämlich da, wo wir uns als die Personen, die wir sind, angenommen fühlen.

2. Wie sieht Eure Arbeit konkret aus?

Markus arbeitet im Auftrag der LM bei MAF in Mareeba. Der Hangar dort ist die Zentrale für alle Wartungs- und Reparaturarbeiten an den MAF-Flugzeugen im asiatischen und südpazifischen Bereich.
Das bedeutet, dass Markus als Teil eines Mechaniker-Teams Flugzeuge repariert. Diese sind vor allem in Papua-Neuguinea, Nord-Australien, Ost-Timor und an der MAF-Flugschule eingesetzt.
An fünf Tagen in der Woche arbeitet er von 7:30 bis 17 Uhr an, in, unter und auf diesen Flugzeugen. Dabei ist immer volle Konzentration gefordert, damit keine Fehler unterlaufen, die unter Umständen fatale Folgen haben können.
Evelyne ist Hausfrau und knüpft gerne Kontakte mit Menschen, die ihr im Alltag begegnen.

3. Gibt es ein Erlebnis in den vergangenen Monaten, das Euch besonders bewegt?

Als wir letztes Jahr anfingen, unseren zweieinhalb-monatigen Aufenthalt in Deutschland zu planen, konnten wir uns nicht vorstellen, wie das mit den Menschen gehen könnte, für die wir Verantwortung übernommen hatten.
Evelyne machte mit einer Japanerin und einer Aboriginee jeweils Bibelstudium. Mark hielt sich fast täglich bei uns auf, weil er alleine nicht zurechtkam. Und ein altes Ehepaar brauchte immer mehr Hilfe, weil die Frau immer vergesslicher und der Mann pflegebedürftig wurde. Wie sollte das nur werden?
Kurz vor unserer Abreise stellten wir mit Staunen fest, dass Gott alles geregelt hatte:
Die Japanerin war weggezogen, die Aboriginee vorübergehend auch. Mark war in einem sozialen Pflegeprogramm aufgenommen worden. Der alte Mann war im Frieden gestorben und seine Frau bei lieben Freunden in guten Händen!
Wir können wieder einmal sehen, dass Gott die Fäden in der Hand hält! Er gebraucht uns, aber auch andere Menschen, für sein Ziel. Wir sind abkömmlich – er nicht!

SAMBIA. Ungewöhnliche Wege gehen Liebenzeller Missionare in Sambia, um Jugendliche zum Nachdenken über den Glauben und zum reflektierten Diskutieren darüber anzuregen: in dem sie einen Buchclub gründen. Seit Februar treffen sich sechs Jugendliche und drei Mitarbeiter in Mushili. Jeder Teilnehmer hat die sambische Novelle „Quills of Desires“ erhalten und liest bis zum nächsten Treffen daraus ein Kapitel. Abwechselnd bereitet sich ein Mitarbeiter etwas intensiver vor und leitet die Diskussionsrunden über Kultur, Religion und Alltägliches. Überrascht sind die Mitarbeiter, dass so viele Jugendliche Interesse am regelmäßigen Lesen und Austausch haben – und das, obwohl in Sambia keine klassische Lesekultur herrscht.
 
Neue Familie in Afrika gefunden
 
Ins Leben gerufen hat der Buchclub Tamara Geiser. Sie studiert seit 2016 Theologie und Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext an der Internationalen Hochschule Liebenzell und absolvierte ein Auslandssemester in Sambia. „Mein Herz brennt für Mission und für Afrika. Deshalb freute ich mich, einen Einblick in die sambische Kultur, Soziale Arbeit im afrikanischen Kontext und in das Missionarsleben zu bekommen.“ Dabei gefiel ihr besonders, dass sie bei ihrem Aufenthalt in Sambia sowohl Theologie als auch Soziale Arbeit miteinander kombinieren konnte. „Ein Praktikum im Ausland ist eine tolle Erfahrung und man lernt nicht nur für seinen künftigen Beruf, sondern für sein Leben“, so Tamara Geiser. Man benötige zwar Zeit, in einer völlig neuen und fremden Kultur anzukommen und seinen Platz zu finden – aber es lohne sich, dran zu bleiben: „Sambia ist ein Land der Beziehungen und diese brauchen Zeit. Aber wenn Freundschaften entstehen, hat man eine neue Familie inmitten von Afrika gefunden.“
 
Die Liebenzeller Mission gründete 2003 in Zusammenarbeit mit ihrer Partnerkirche das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. In der Stadtrandsiedlung von Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias, leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Ausbildung in alternativem Feldbau – „Farming God’s Way“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung von Kompost und Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familie besser ernähren können. Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1985 in Sambia.

Ohne Missionare, die sich Jahrzehnte in ihrem Einsatzland investieren, könnte Missionsarbeit nicht funktionieren. Als Liebenzeller Mission profitieren wir sehr von unseren Langzeitmissionaren. Wie zum Beispiel von Norbert und Susanne Laffin. Sie leben und arbeiten seit 29 Jahren in der Normandie in Frankreich. In Coutances haben sie eine Gemeinde gegründet und sind nun seit 2017 in Alençon im Einsatz. Ihre Leidenschaft für die Menschen im Land ihrer Berufung ist immer noch sehr groß. In den nächsten Wochen ist Norbert zusammen mit Tochter Anna-Lena in Deutschland, um über seine Arbeit zu berichten. Wir haben ihm einige Fragen gestellt.

Bei euch in der Gemeinde sind auch immer wieder Kurzzeitmitarbeiter von „impact“ im Einsatz. Wie machen sie sich?
impactler sind toll! Sie sind eine echte Verstärkung. Ich stelle in Frankreich immer wieder fest: Je jünger die Leute sind, desto weniger wissen sie über den christlichen Glauben. Aber auch desto weniger voreingenommen sind sie. Gerade die impactler kommen mit jungen Menschen gut ins Gespräch. Natürlich müssen wir auch in sie investieren, aber das machen wir gerne!

Was ist die größte Herausforderung für Mission in der Normandie?
Es gibt in der Normandie und in Frankreich insgesamt wenige Christen, die ihren Glauben praktizieren. Es gibt viel mehr offene Türen als wir nutzen können. Wir sind zu wenige Mitarbeiter, um allen Möglichkeiten nachzukommen, die sich bieten. Und gerade auf dem Land merken wir: Es dauert lange, bis Beziehungen gewachsen und Vertrauen aufgebaut ist.

Eure Tochter Debora studiert an der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA) in Bad Liebenzell, eure anderen Kinder bringen sich in der Arbeit vor Ort ein. Bist du froh, dass auch eure Kinder so motiviert für Mission im Einsatz sind?
Das ist für uns ein großes Geschenk. Eigentlich sind unsere Kinder für die Missionsarbeit unverzichtbar. Sie setzen sich alle gerne ein. In der Gemeinde können sie sich auch gut entfalten. Es ist fast so, wie wenn wir in einem Team arbeiten würden. Und besonders schön ist auch, dass sie viele Kontakte zu Menschen außerhalb unserer Gemeinde haben und mit ihnen ins Gespräch über Jesus kommen.

Welche Eigenschaft schätzt ihr an den Menschen in Frankreich besonders?
Man nimmt sich Zeit, nicht nur beim Essen. Auch bei Behördengängen ist nach anfänglichem Misstrauen die Bereitschaft zur Hilfe bezeichnend. Was unsere Gemeinde angeht: Da geht es sehr herzlich zu. Das schätzen wir, und natürlich neue Besucher, sehr.