SPANIEN. Streit und Konflikte gibt es leider auch manchmal unter Christen. Dabei sind Missionare der Liebenzeller Mission auch als Schlichter gefragt. Rosita Suchalla, die seit September 2015 mit ihrem Mann Daniel in Spanien arbeitet, hat ganz konkret erfahren, wie Gott Versöhnung und gute Lösungen schenkte – auch mithilfe einer Eieruhr.

„Wir haben eine tolle Idee!“ Belén und Manuela (Namen geändert) aus unserem Hauskreis schauen uns mit leuchtenden Augen an. Belén ist eine junge Frau, alleinerziehend mit drei Kindern. Arbeitslos, täglich am Limit – finanziell wie körperlich. Sie ist krank, in Deutschland wäre sie schon längst als „arbeitsunfähig“ eingestuft worden. Ihre Wirbelsäule ist nicht belastbar, chronische Schmerzen plagen sie jeden Tag. Die Ärzte erhöhen die Schmerzmittel stetig – ohne Aussicht auf Besserung. Die Behörden fordern immer mehr Nachweise, um die ihr zustehende Hilfe hinauszuzögern. Vom Arbeitsamt erhält sich gelegentlich Jobangebote, die sie annimmt. Doch wegen der Rückenprobleme muss sie nach kurzer Zeit die Arbeit wieder abbrechen.

Ein Geschenk von Gott?

Nun hatte Manuela eine Idee. Sie arbeitet als Reinigungskraft in einem Supermarkt. Ihre Arbeitskollegin hatte kurzer Hand gekündigt, wie so viele vor ihr. Es ist ein Job mit enormem Zeitdruck und körperlicher Belastung. Jedoch bietet er familienfreundliche Uhrzeiten und eine ganzjährige Anstellung. Zwei Vorteile, die in der Region sehr selten sind, die stark vom Tourismus lebt. So wohnen in Peñíscola im Winter rund 8.000 Menschen, im Sommer 150.000. Manuela schlug vor, zusammenzuarbeiten. Beide sehen es als ein Geschenk von Gott an. „Wir können uns die Arbeit so aufteilen, dass dein Rücken so wenig wie möglich belastet wird“, sagt Manuela.

„Sie ist eine ganz andere!“

Drei Tage später ruft Belén aufgelöst an. Ich ziehe meinen Mantel über und wir setzen uns auf eine Bank. „Manuela ist eine ganz andere!“, schießt es aus ihr heraus. „Die viele Arbeit und die wenige Zeit setzen sie dermaßen unter Druck, dass sie keine Geduld hat, die Dinge anständig zu erklären! Ich bin bereits nach drei Tagen am Ende, nervlich wie körperlich. Das habe ich so noch nie erlebt!“ Ich bete etwas ratlos um Weisheit. Was soll ich tun? Ich drehe mich um – und traue meinen Augen nicht. Da kommt tatsächlich Manuela auf uns zu. Ihr Gesicht ist voller Tränen, doch sie lacht, als sie uns sieht. „Hat Gott dich hergeschickt?“, frage ich erstaunt. „Sieht wohl ganz danach aus!“, sagt Manuela fassungslos und setzt sich auf die Bank. Dann fliegen die Fetzen, jeder hat Einwände, jeder hat gute Argumente, beide sind verletzt, enttäuscht, unterbrechen sich ständig. Eigentlich sind sie sich nur in einer Sache einig: „Wir sind Schwestern in Christus, und möchten nicht im Streit auseinandergehen.“ Doch heute ist nichts mehr zu klären. Wir treffen eine Abmachung: Montagnachmittag reden wir weiter bei einem Kaffee. Ich muss gehen, lasse die zwei auf der Bank zurück, bete, dass sie sich nicht die Haare ausreißen.

Praktische Tipps zur Kommunikation

Montag. Manuela ruft an: „Belén hat gekündigt, ohne es mir vorher zu sagen!“ Wir treffen uns trotzdem, wie abgemacht, zum Kaffee. Ich stelle bereit: Zwei Bleistifte, Papier und eine Eieruhr. Vor zwei Wochen hielt ein Ehepaar in die Gemeinde Vorträge über Kommunikation. Beide hatten die Vorträge gehört. Nun war es Zeit, das Gehörte anzuwenden. „Die ersten fünf Minuten gehören Gott. Ich lese den Tagesvers aus der Bibel. Danach darf jede in Stille aufschreiben, was sie sagen möchte, was sie denkt, oder was Jesus ihr sagt.“ Beide nehmen es sich zu Herzen. Ich bete dabei still, angespannt wartend auf die nächste Eskalation. Doch diese – bleibt aus. Belén ist als erste dran: gefasst, entschlossen, demütig redet sie. Dann ist Manuela an der Reihe. Ich stelle die Eieruhr erneut auf fünf Minuten, um Unterbrechungen zu vermeiden. Doch das ist nicht notwendig. Auch Manuela redet ruhig, gefasst, liebevoll. Keine Unterbrechungen, keine aggressiven Anschuldigungen. Wortlos schaue ich sie an. Dann sagen sie mir gemeinsam: „Wir dachten, wir hätten eine super Idee gehabt. Doch wir haben sie nicht mit Gott besprochen, und mussten hart daraus lernen.“

Gottes Güte bewundern

Wir liegen uns in den Armen, lachen, weinen, beten. Beten für die tägliche Versorgung von Belén und ihren drei Kindern. Beten für eine neue Arbeitskollegin für Manuela. Da klingelt das Telefon. Manuelas Chefin berichtet, es habe sich eine neue Arbeitskollegin gefunden. Wir schauen uns erstaunt an. Bewundern Gottes Güte. Zwei Monate sind seither vergangen. Manuelas Arbeitskollegin ist immer noch da. Und Belén hat mit Manuela gemeinsam ein gelungenes Projekt für die Gemeinde organisiert – ohne Streit, Frust und Tränen. „Darum lasst uns dem nachstreben, was zum Frieden dient und zur Erbauung untereinander.“ Römer 14,19.

Aaron und Ilonka Köpke leiten unser Gemeindegründungsprojekt „Oase“ in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern). Sie lieben die Menschen in ihrem Plattenbauviertel und setzen sich mit großem Engagement für sie ein. Um aus ihrer Arbeit zu berichten, waren sie einige Monate in Deutschland unterwegs. Wir haben Aaron ein paar Fragen gestellt.

Was denken die Leute in Neubrandenburg über euch, bevor sie das erste Mal in der Oase waren?
Da gibt es alle möglichen Vorstellungen. Viele denken, wir sind immer noch ein Jugendclub, weil das früher in unserem Gebäude stattfand. Manche vermuten hinter dem Namen auch ein Wellness-Angebot.

Und was, wenn sie mal da waren?
Viele kommen einfach mal auf unseren Innenhof „geschlichen“. Einige kennen das Gelände noch als Jugendtreff und finden, dass die Oase sehr schön geworden ist. Ich erkläre ihnen dann, dass wir sowohl ein Stadtteil-Treff sind und gleichzeitig eine Kirche bauen. Die meisten finden das eine gute Kombination – auch wenn sich längst nicht alle für unsere Angebote interessieren.

Was ist die größte Herausforderung für eure Arbeit?
Es ist für uns oft die Herausforderung, bei jedem einzelnen Menschen zu sehen, was gerade dran ist und den nächsten Schritt mit ihm zu gehen. Wir wollen keine überzogenen Erwartungen haben, uns aber auch nicht verzetteln, wenn Menschen gerade in einer Krise sind. Wir wollen keinen Betreuerjob übernehmen, sondern den Menschen die Freiheit geben, Probleme auch selbst zu lösen. Es ist für uns spannend, den Punkt herauszufinden, wann Menschen an echter Jüngerschaft interessiert sind. Was auch eine Herausforderung ist: Wie integrieren wir die Ehrenamtlichen für den nächsten Schritt in der Gemeindegründung, um eine geistliche Einheit zu schaffen?

Gibt es ein Erlebnis in letzter Zeit, das dich fasziniert hat?
Eine große Clique von Müttern, die sich immer auf dem Spielplatz vor der Oase getroffen haben, sind jetzt mittendrin bei uns. Wir kennen viele von ihnen schon sechs, sieben Jahre. Sie waren uns und der Oase gegenüber immer distanziert. Jetzt kommen sie zum Kinderprogramm der Oase und hören von Jesus. Das ist genial. Mit dieser Dynamik hätten wir noch vor einem Jahr nicht gerechnet.

Welche Eigenschaft schätzt du an den Menschen in Neubrandenburg besonders?
Für mich ist das schon ein gewisses „Gemeinsinn-Denken“. Zwar gestaltet sich das nicht immer in allen Ausprägungen christlicher Ethik, aber die Menschen stehen füreinander ein. Ein Beispiel: Eine Frau aus der „Mütter-Clique“ hat ein Kind mit Down-Syndrom bekommen. Sie hatte sich bewusst für das Kind entschieden. Die anderen haben super reagiert und gesagt: „Das kriegen wir hin. Wir helfen dir.“

MALAWI. Gottes Wort bewegt Menschenherzen über Monate – und wird auch von Muslimen weiterverbreitet. Das hat Missionar Johannes Urschitz in Malawi erfahren. Mit einem Schulspeisungsprogramm halfen er und seine Frau Veronika den von Hunger geplagten Schülern. Dabei stellten sie Nahrungsmittel zur Verfügung, die von den Schulen und Eltern verteilt wurden. Auch vom Hunger betroffene Familien und Senioren erhielten etwas zu essen. Außerdem konnten die Missionare auch Gottes Wort bei Andachten weitergeben. „Dieses Jahr haben wir besonders viel Offenheit erlebt und es kamen nach den Veranstaltungen gute Gespräche zustande.“ Dabei hat einer der örtlichen Häuptlinge eine Andacht, die Johannes Urschitz drei Monate zuvor gehalten hatte, fast wortwörtlich wieder gegeben. Was der Missionar gesagt hatte, habe ihn so angesprochen und bewegt, dass er das nochmals an alle weitergeben wollte. „Unglaublich, wenn ein muslimischer Häuptling eine evangelistische Botschaft weitersagt“, so Johannes Urschitz.
 
Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig, unter anderem seit 2008 im Chilonga-Gebiet, das sich selbst für afrikanische Verhältnisse jenseits der Zivilisation befindet. Schlechte Bildung, mangelnde medizinische Versorgung und eine unzureichende Ernährungssituation prägen den Alltag. Die Liebenzeller Mission eröffnete 2011 den Kindergarten „Madalitso“ (= Segen). Im September 2013 startete die Grundschule mit zunächst 40 Schülern. Veronika und Johannes Urschitz arbeiten seit 1996 in Malawi.

ECUADOR. Gott gibt unseren Missionaren immer wieder gute Ideen, wie sie ganz praktisch und oft überraschend unkonventionell helfen können. Das hat Ramona Rudolph eindrücklich erfahren – beim Schuldenabbau mithilfe eines Schweines.
 
„Wie soll ich je meine Schulden loswerden?“, fragte Camila (Name geändert) verzweifelt. Ihr Ehemann hatte sie wegen einer anderen Frau verlassen; nun musste sie sich alleine mit ihren drei Kindern durchschlagen. Sie arbeitete hart, um den gigantischen Schuldenberg abzubezahlen, der ihr geblieben war. Dennoch schien er kaum abzunehmen. Was kann man als Missionarin in so einer Situation sagen und tun? Gerade hier konnte ich mich an Gott wenden. Camila hatte schwer gearbeitet und sich auf ihre eigene Weisheit und Kraft verlassen. Doch ohne Gottes Eingreifen schien es unmöglich, den Schuldenberg zu bezwingen! Ich ermutigte sie: „Der Weg aus den Schulden ist nicht immer leicht, doch du bist nicht allein mit dieser Last. Wir als Gemeinde werden dir helfen, diesen abzubauen.“
Wir kauften ein Schwein, ließen es im Ofen backen, kochten Mais und Kartoffeln, verkauften Essensmarken an Freunde und Bekannte. Und dann lieferten wir die gutgefüllten Teller aus. Mit großem Erfolg: Zwar ist der Schuldenberg noch nicht ganz abbezahlt, aber wir konnten bereits einen beträchtlichen Teil an die Bank zurückzahlen.
 
Gott gibt Trost und Halt – auch bei Schulden
 
Camila kommt seit einem Jahr regelmäßig in unseren Bibelhauskreis. Sie hat mit Erstaunen erlebt, wie Gott geholfen hatte! In ihrer ausweglosen Situation hatte sie erfahren, dass sie nicht alleine ist. Durch unsere konkrete Unterstützung konnte Delia sehen, dass Gott Gebet erhört. Dadurch hat sich ihr Gottesbild positiv verändert. Sie entdeckte, dass Er der Herr ist und in ihre Alltagssituation eingreifen kann. Ihre Schulden sind noch nicht ganz verschwunden, aber sie findet nun Halt und Trost in Gott. In dieser herausfordernden Situation lernte Delia einen Wesenszug von Gott kennen, der ihr bisher unbekannt war. Dankbar über diesen Hoffnungsschimmer, schickt sie ihre ältesten Kinder Justin und Noemi nun freitags in unseren Kinderkreis. Die Kinder nimmt die Trennung ihrer Eltern sehr mit. Camila möchte, dass auch ihre Kinder durch Gottes Wort getröstet werden und ihm näher kommen.
 
Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Ramona Rudolph arbeitet seit 2012 unter Kindern, Jugendlichen und Frauen in verschiedenen Quichua-Dörfern.

4200 Besucher beim Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission im Nordschwarzwald
Rückblick, Fotos, Audio- und Videoimpressionen unter:
www.liebenzell.org/pmf

„Wenn Menschen mit anderer Hautfarbe, politischer Einstellung oder religiöser Überzeugung verachtet und verfolgt werden, sagen wir kompromisslos Nein.“ Das sagte Pfarrer Johannes Luithle beim Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission, zum dem rund 4200 Besucher nach Bad Liebenzell (Nordschwarzwald) kamen.

In Politik und Wirtschaft müssten Kompromisse gesucht und gefunden werden. „Und dennoch gibt es politische und gesellschaftliche Entwicklungen, die wir nicht einfach nur hinnehmen können“, sagte der Direktor des Missionswerks. „Aus diesem Grund haben wir uns als Missionsleitung mit einer Kippa fotografieren lassen und dieses Bild veröffentlicht. Antisemitismus in jeder Hinsicht können und wollen wir nicht dulden.“ Johannes Luithle berichtete auch von den Kindermissionsfesten, zu denen rund 6.100 Besucher kamen, sowie vom Teenagermissionstreffen mit 2.200 Teilnehmern.

Dennis Wadley, Leiter des amerikanischen Zweigs der LM, predigte über das Motto des Missionsfestes: „Kompromisslos“. Er wandte sich gegen falsche Vorstellungen des christlichen Glaubens: „Es sind nicht unsere Verdienste, die uns retten, sondern der Glaube an Jesus Christus und seine Gnade.“ Wer das erkannt habe, lebe einen kompromisslosen Glauben. Dennis Wadley ermutigte die Zuhörer, sich als „Miterben“ von Jesus Christus zu fühlen. „Wir sind Gottes Meisterstück. Er umarmt uns als seine Kinder.“

Mitarbeiter der Liebenzeller Mission aus dem Mittleren Osten berichteten von ihren Erfahrungen. Die Lage für die wenigen Christen in der arabischen Welt sei herausfordernd. „Sie können nicht in Kirchen gehen und es gibt viel Misstrauen zwischen Christen und Muslimen. Auch müssen die meisten Muslime, die Christen geworden sind, ihren Glauben vor ihrer Familie verstecken, sonst befinden sie sich in Lebensgefahr.“ Von einem ähnlichen Schicksal berichtete auch Faith Mussa aus dem afrikanischen Malawi. Sein Vater war Muslim. Nachdem er Christ geworden war, wurde er von seiner Familie verbannt und enteignet. Faith Mussa ist heute der bekannteste Sänger seines Landes. Beim Pfingstmissionsfest begeisterte er die Besucher mit seinen Liedern und seinem authentischen Lebensbericht.

Martin Auch, als Missionsdirektor verantwortlich für die weltweite Arbeit der Liebenzeller Mission, erinnerte an das erste Pfingstfest vor rund 2000 Jahren, der „Geburtsstunde der Gemeinde Jesu“. Diese Gemeinde sei von ihrer ersten Stunde an multikulturell gewesen. „Auf den Aspekt, verschiedene Menschen in Jesus zu verbinden, wollen wir in unseren Gemeindegründungen neu achten.“

Die Oberin der Liebenzeller Schwesternschaft, Johanna Hägele, gab einen Einblick in das Leben der Missionsschwestern. Von den 116 Schwestern sind die meisten im Ruhestand. „Doch ihre Berufung geht weiter und sie füllen als Licht und Salz und Segen ihren Platz aus.“ So zog zum Beispiel eine Schwester mit fast 70 Jahren von Süddeutschland nach Mecklenburg-Vorpommern, um dort die missionarische Arbeit zu unterstützen.

Prof. Dr. Volker Gäckle, Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell, berichtete von den aktuellen Bewerberzahlen für die Hochschule und die Interkulturelle Theologische Akademie. 117 Menschen hätten sich für einen der Studiengänge beworben, elf weitere für die neu geschaffene Weiterbildung „Gemeindeentwicklung“. Gäckle sagte, dass er sich über diese Zahlen freue. „Wir werden aber leider nicht alle Bewerber aufnehmen können.“

Beim Missionsfest konnten die Besucher aus mehr als 20 verschiedenen Parallel-Angeboten auswählen. Aktivangebote wie Bogenschießen oder Sushi-Workshop gehörten genauso dazu wie theologische Vorträge oder „World Wide Worship“ – Musik mit Missionaren aus aller Welt. Für Kinder und Teenager wurde jeweils ein extra Programm angeboten.

Die Liebenzeller Mission ist mit rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 23 Ländern eine der großen evangelischen Missionsorganisationen in Deutschland. Zweimal im Jahr veranstaltet sie Missionsfeste für Freunde und Interessierte. Das nächste Missionsfest ist am 8. September 2019.

ECUADOR. Gott kann eine Konferenz auch mit äußerst widrigen Bedingungen wie giftigen Raupen und Schlammlawinen nutzen, damit Besucher seine frohe Botschaft kennenlernen. Das hat Missionar Kevin Bruce in Ecuador erlebt. Bei der 22. jährlichen Konferenz für Awa-Indianer berührte er beim Aufbau des großen Versammlungszeltes versehentlich eine giftige Raupe, sodass er stundenlang unter heftigen Schmerzen an der Hand litt: „Ich hatte den Eindruck, als würde ich feurige Kohlen in meiner Hand halten. Der Schmerz strahlte durch die Knochen bis in meine Schulter aus.“ So konnten die Mitarbeiter die Konferenz nur mit einem eindringlichen inneren Hilfeschrei zu Gott beginnen. Und er half auf vielerlei Weise: So konnte Paulino beispielsweise, obwohl er unter einer schweren Erkältung litt, mit seinen Bildern, die die Kreuzigung und Auferstehung plastisch illustrierten, den Awa-Indianern eindrücklich das Evangelium weitergeben.
 
Gottes Hilfe ganz konkret erfahren
 
Der sintflutartigen Regen aufgrund der Regenzeit führte in der improvisierten Kirche zu einem schlammigen Durcheinander. Mitarbeiter fegten jeden Morgen mit viel Mühe und großem Einsatz die Besprechungsräume, wischten die Bänke ab und entfernten den rutschigen Schlamm von Veranda. Rückblickend ist Kevin Bruce dankbar, Gottes Hilfe konkret bei allen Herausforderungen erlebt zu haben: „Wir wurden gesegnet, indem wir unseren auferstandenen Erlöser mit unseren Awa-Freunden feierten. Wir beten, dass viele die Osterbotschaft aufgrund dieser gemeinsamen Zeit besser verstehen.“
 
Kevin und Kathy Bruce sind ausgesandt vom amerikanischen Zweig der Liebenzeller Mission und arbeiten seit 1995 in Ecuador unter Awa-Indianern. Sie bieten Kurse für Analphabeten an, halfen mit, das Alte Testament zu übersetzen und schulen einheimische Christen.