KANADA. 48 Stunden verbringt eine Reisegruppe durchschnittlich im „Pioneer Camp“, einem christlichen Outdoorzentrum für Freizeitgruppen und Schulklassen in Ontario. Ein knappes Zeitfenster, um als Mitarbeiter tiefer mit den Gruppenleitern und Teilnehmern über den christlichen Glauben ins Gespräch zu kommen oder eine Beziehung aufzubauen. Trotzdem versucht das Team dies tagtäglich, was bei allem Spaß und Abenteuer auch mal kräftezehrend sein kann: „Das Harte an unserem Job ist, dass wir nur säen, aber so gut wie nie die Frucht sehen“, sagte sein Anleiter einmal zu Clemens Jaeckel, der seit Februar einen impact-Kurzeinsatz im Camp absolviert.

„Im Team beten wir jeden Morgen, dass Gott uns Möglichkeiten schenkt, ihm Ehre zu erweisen und sein Evangelium weiterzugeben“, berichtet der 19-Jährige. Manchmal sei es nur ein kurzer Satz wie „Gott liebt jeden Einzelnen von uns“, den Clemens in die Runde wirft – in der Zuversicht, dass Gott an den Gruppen wirkt und sie mehr über ihn erfahren möchten.

Zudem bietet das Camp selbst einige Möglichkeiten, Alltägliches mit einer christlichen Botschaft zu verpacken. Erst kürzlich betreute Clemens eine junge Gruppe beim Klettern. Dabei sagte er zu einem Kind, dass er so sehr auf Gott vertraut, wie es auf sein Seil. Auch hängen im Camp viele Bibelverse aus, die Mitarbeiter beten vor den gemeinsamen Mahlzeiten und jeden Morgen gibt es eine Art Andacht, den sogenannten „Jump Start“. Dabei nehmen Clemens und sein Team öfter einen 20-Dollar-Schein, treten auf ihm herum und tauchen ihn in eine Tasse Kaffee. Aber warum? „Wir veranschaulichen den Gruppen dadurch, dass der Schein nie seinen Wert verliert – genauso wenig, wie ein Mensch in Gottes Augen je seinen Wert verlieren kann, weil Gott uns so sehr liebt“, erklärt der Bad Dürrheimer.

Auch wenn sie bei den christlichen Botschaften häufig auf unangenehmes Schweigen innerhalb der Gruppen stoßen, gibt es zwischendurch auch immer wieder Lichtblicke, die sie motivieren. Das Kind beim Klettern antwortete Clemens beispielsweise, dass es auch auf Gott vertraut. Und als er kürzlich von zwei Mädchen gefragt wurde, wieso er das Jahr in Kanada verbringt, freute er sich und sagte, dass er mit Gott unterwegs ist und er es für ihn geben und für ihn arbeiten möchte. „Von ihnen kam eine nette Reaktion und es schien, als hätte ich sie neugierig gemacht“, freut sich Clemens, der noch bis Juli im Camp mitarbeiten wird.