SAMBIA. Es herrscht Regenzeit im Land. Gerade im Norden regnet es von Oktober bis April viel und heftig. So auch an jenem Samstag, an dem die Liebenzeller Missionare Carmen und Manuel Sept gemeinsam mit ihrer sambischen Gastgeberfamilie im Haus saßen. Sie beteten für besseres Wetter, denn Manuel und der Gemeindeälteste Mulenga wollten am nächsten Tag eine 30 Kilometer entfernte Gemeinde besuchen. Da nur eine schlechte Straße dorthin führte, entschlossen sich die beiden, mit dem Fahrrad zu fahren.

Am nächsten Morgen gab es Grund zur Freude: “Wir baten Gott um gutes Wetter und er schenkte es. Kein Tropfen kam vom Himmel herab und die Sonne schien”, berichtet Manuel. Und so ging es für ihn und Mulenga drei Stunden über Stock und Stein durch die sambische Buschlandschaft. Als die beiden das kleine Dorf erreichten, wurden sie von den Bewohnern freudig empfangen. Bald darauf begann der Gottesdienst, bei dem Mulenga eine Bibelarbeit hielt und Manuel predigte. Rund 60 Kinder und Erwachsene kamen und hörten aufmerksam zu. Manuel war begeistert: “Obwohl die Dorfbewohner abgeschirmt von der Zivilisation in kleinen Lehmhütten ohne Strom und fließendes Wasser leben, ist es vielen wichtig, ihren Alltag mit Jesus zu leben.”

Im Anschluss an den Gottesdienst besuchten die beiden ein junges Ehepaar im Dorf. Justin, ein 30-Jähriger Sambier, erlitt vor kurzem einen schweren Schlaganfall. “Da er seither weder laufen noch eigenständig sitzen kann, liegt er die meiste Zeit im Bett”, schildert Manuel. Dennoch lächelte er, denn er freute sich über den Besuch der beiden Männer und ihre ermutigenden Worte. Sie überreichten Justin eine Hörbibel auf einem solarbetriebenen MP3-Player und beteten für ihn und seine Frau. Dann brachen sie wieder auf, um vor Sonnenuntergang zurück in Mpika zu sein. Nach ihrer Rückkehr waren sich Manuel und Mulenga sicher: “Wir werden weitere abgelegene Dörfer besuchen, um noch mehr Menschen durch Gottes Wort zu ermutigen. In wenigen Tagen machen wir uns wieder mit dem Rad auf den Weg.”