Seit letztem Jahr bin ich für das Projekt „BAHO – Hilfe für benachteiligte Kinder und Familien“ in Burundi zuständig. Nach meinem Heimataufenthalt kam ich im Juni 2018 zurück nach Afrika.

Während des Sommers besuchte ich jede der sieben Gemeinden, mit denen wir im BAHO-Projekt zusammenarbeiten. Ich wollte sie besser kennenlernen und mit den Mitarbeitern eine Bestandsaufnahme machen. Dabei stellte ich fest, dass viele BAHO-Gruppen sehr innovativ sind und viele Ideen haben, aber Schulungs-Material oder die Mittel oft fehlen.
Ich fragte mich, wie wir ihnen helfen könnten. Im September kam eine Freundin auf mich zu, die bei der afrikanischen Organisation „HigherLife“ hier in Burundi arbeitet. Sie geben Stipendien für Schulgelder an bedürftige Kinder aus. Meine Freundin erklärte mir, dass ihr Team jedes Jahr eine „Dankesaktion“ macht und mit eigenen Geldern bedürftige Kinder und Familien unterstützt und damit ein Segen sein wollen. Sie bat mich, ob ich ihr aufschreiben könnte, was wir bei BAHO machen, denn sie wollte vorschlagen, dass ihr Team einer unserer BAHO-Gruppen helfen könnte.

Ende Oktober hörte ich dann wieder von ihr. Ihr Team hatte entschieden, unsere Gruppe in Gatumba (nahe der kongolesischen Grenze) zu unterstützen. Wir planten ihren Besuch für den 10. November. Drei Tage vorher rief sie mich aufgeregt an und erzählte mir, dass auch der große Telefonanbieter „Econet-Leo“ davon gehört hatte und anfragte, ob dieser auch ein Team zu unserer Gruppe schicken könnte. Am 10. November fuhren wir mit mehreren Autos frühmorgens los Richtung Gatumba.
Als wir dort ankamen, war der Raum, in dem die Feier stattfinden sollte, schon schön dekoriert und die Kinder warteten aufgeregt, dass es losging. Sie begrüßten uns fröhlich mit Liedern in der Landessprache „Kirundi“, während wir noch unsere mitgebrachten Geschenke aus den Autos entluden.

Nach der offiziellen Begrüßung des Pastors präsentierten uns die Kinder einstudierte Tänze und ein kleines Theaterstück. Nun gab es die offizielle Überreichung der Geschenke an den Pastor und die BAHO-Verantwortlichen von Gatumba. Als die Kinder sahen, dass unter den Geschenken auch Fußbälle, Trikots für die Jungs und traditionelle Stoffe für die Mädchen waren, gab es aufgeregte und freudige Zwischenrufe von den Kindern. Man konnte ihnen förmlich ihre Aufregung und Freude abspüren.
So lange schon hatte die Fußballgruppe ohne einen Ball trainiert und nun kam endlich die große Überraschung und Antwort auf ihre Kindergebete.

Doch das Team war nicht nur gekommen, um den Kindern Geschenke zu überreichen, sondern auch um sie besser kennenzulernen und Zeit mit ihnen zu verbringen. So gab es Snacks und eine Limo für alle und einige gemeinsame Gruppenspiele, die allen viel Freude bereitete.

Als das Team hörte, dass einer unserer Jungs Vollwaise ist, waren sie bewegt und entschieden, sich von nun an alle seine Schulkosten zu übernehmen. Da war auch die Überraschung bei uns als BAHO-Team groß. Mit so etwas hatten wir nicht gerechnet.

Wir sind sehr dankbar für diesen Tag und den Segen, den Gott diesen Kindern durch das Team von „HigherLife“ und „Econet-Leo“ gebracht hat.

Ich staune immer wieder, welche Möglichkeiten Gott hat und wie er unterschiedliche Menschen und Beziehungen nutzt, um das Leben von unseren BAHO-Kindern zu verändern.
Es ist wunderbar, sehen zu dürfen, wie Gott sich um diese Kinder sorgt und Möglichkeiten hat, um ihnen eine Freude zu machen.
Mein persönliches Highlight war, dass Burundier Burundiern halfen.