ECUADOR. Gott kann eine Konferenz auch mit äußerst widrigen Bedingungen wie giftigen Raupen und Schlammlawinen nutzen, damit Besucher seine frohe Botschaft kennenlernen. Das hat Missionar Kevin Bruce in Ecuador erlebt. Bei der 22. jährlichen Konferenz für Awa-Indianer berührte er beim Aufbau des großen Versammlungszeltes versehentlich eine giftige Raupe, sodass er stundenlang unter heftigen Schmerzen an der Hand litt: „Ich hatte den Eindruck, als würde ich feurige Kohlen in meiner Hand halten. Der Schmerz strahlte durch die Knochen bis in meine Schulter aus.“ So konnten die Mitarbeiter die Konferenz nur mit einem eindringlichen inneren Hilfeschrei zu Gott beginnen. Und er half auf vielerlei Weise: So konnte Paulino beispielsweise, obwohl er unter einer schweren Erkältung litt, mit seinen Bildern, die die Kreuzigung und Auferstehung plastisch illustrierten, den Awa-Indianern eindrücklich das Evangelium weitergeben.
 
Gottes Hilfe ganz konkret erfahren
 
Der sintflutartigen Regen aufgrund der Regenzeit führte in der improvisierten Kirche zu einem schlammigen Durcheinander. Mitarbeiter fegten jeden Morgen mit viel Mühe und großem Einsatz die Besprechungsräume, wischten die Bänke ab und entfernten den rutschigen Schlamm von Veranda. Rückblickend ist Kevin Bruce dankbar, Gottes Hilfe konkret bei allen Herausforderungen erlebt zu haben: „Wir wurden gesegnet, indem wir unseren auferstandenen Erlöser mit unseren Awa-Freunden feierten. Wir beten, dass viele die Osterbotschaft aufgrund dieser gemeinsamen Zeit besser verstehen.“
 
Kevin und Kathy Bruce sind ausgesandt vom amerikanischen Zweig der Liebenzeller Mission und arbeiten seit 1995 in Ecuador unter Awa-Indianern. Sie bieten Kurse für Analphabeten an, halfen mit, das Alte Testament zu übersetzen und schulen einheimische Christen.

Sie wohnen am anderen Ende der Erde und sorgen dafür, dass Menschen auch in den abgelegensten Gebieten der Welt von Jesus hören und medizinische Versorgung bekommen. Markus und Evelyne Breuninger sind Liebenzeller Missionare in Australien und unterstützen unsere Partnerorganisation MAF Flugdienst. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland unterwegs, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen ein paar kurze Fragen gestellt.

1. Ihr stammt aus Deutschland. Ihr habt in Botswana und Sambia gelebt und wohnt jetzt in Australien. Wo fühlt Ihr Euch zu Hause?

Das lässt sich nicht so einfach beantworten. Wir Eltern haben eindeutig eine deutsche Heimat, in der wir aufgewachsen sind und in die wir immer wieder gerne zurückkommen. Allerdings merken wir dabei, dass wir nicht mehr wirklich hierher gehören.
Unsere Kinder sind Deutsche und wurden von uns natürlich deutsch geprägt. Aber sie kennen Deutschland kaum. Da sie in Botswana und Sambia aufgewachsen sind, ist ihnen das Leben dort vertraut und sie fühlen sich dort wohl. Doch gehören sie dort trotzdem nicht richtig dazu.
In Australien begannen wir dann nochmals in einer für uns alle ganz neuen Kultur.
Vielleicht fühlen wir uns nirgends so ganz und gar zu Hause – aber gleichzeitig auch überall; nämlich da, wo wir uns als die Personen, die wir sind, angenommen fühlen.

2. Wie sieht Eure Arbeit konkret aus?

Markus arbeitet im Auftrag der LM bei MAF in Mareeba. Der Hangar dort ist die Zentrale für alle Wartungs- und Reparaturarbeiten an den MAF-Flugzeugen im asiatischen und südpazifischen Bereich.
Das bedeutet, dass Markus als Teil eines Mechaniker-Teams Flugzeuge repariert. Diese sind vor allem in Papua-Neuguinea, Nord-Australien, Ost-Timor und an der MAF-Flugschule eingesetzt.
An fünf Tagen in der Woche arbeitet er von 7:30 bis 17 Uhr an, in, unter und auf diesen Flugzeugen. Dabei ist immer volle Konzentration gefordert, damit keine Fehler unterlaufen, die unter Umständen fatale Folgen haben können.
Evelyne ist Hausfrau und knüpft gerne Kontakte mit Menschen, die ihr im Alltag begegnen.

3. Gibt es ein Erlebnis in den vergangenen Monaten, das Euch besonders bewegt?

Als wir letztes Jahr anfingen, unseren zweieinhalb-monatigen Aufenthalt in Deutschland zu planen, konnten wir uns nicht vorstellen, wie das mit den Menschen gehen könnte, für die wir Verantwortung übernommen hatten.
Evelyne machte mit einer Japanerin und einer Aboriginee jeweils Bibelstudium. Mark hielt sich fast täglich bei uns auf, weil er alleine nicht zurechtkam. Und ein altes Ehepaar brauchte immer mehr Hilfe, weil die Frau immer vergesslicher und der Mann pflegebedürftig wurde. Wie sollte das nur werden?
Kurz vor unserer Abreise stellten wir mit Staunen fest, dass Gott alles geregelt hatte:
Die Japanerin war weggezogen, die Aboriginee vorübergehend auch. Mark war in einem sozialen Pflegeprogramm aufgenommen worden. Der alte Mann war im Frieden gestorben und seine Frau bei lieben Freunden in guten Händen!
Wir können wieder einmal sehen, dass Gott die Fäden in der Hand hält! Er gebraucht uns, aber auch andere Menschen, für sein Ziel. Wir sind abkömmlich – er nicht!

SAMBIA. Ungewöhnliche Wege gehen Liebenzeller Missionare in Sambia, um Jugendliche zum Nachdenken über den Glauben und zum reflektierten Diskutieren darüber anzuregen: in dem sie einen Buchclub gründen. Seit Februar treffen sich sechs Jugendliche und drei Mitarbeiter in Mushili. Jeder Teilnehmer hat die sambische Novelle „Quills of Desires“ erhalten und liest bis zum nächsten Treffen daraus ein Kapitel. Abwechselnd bereitet sich ein Mitarbeiter etwas intensiver vor und leitet die Diskussionsrunden über Kultur, Religion und Alltägliches. Überrascht sind die Mitarbeiter, dass so viele Jugendliche Interesse am regelmäßigen Lesen und Austausch haben – und das, obwohl in Sambia keine klassische Lesekultur herrscht.
 
Neue Familie in Afrika gefunden
 
Ins Leben gerufen hat der Buchclub Tamara Geiser. Sie studiert seit 2016 Theologie und Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext an der Internationalen Hochschule Liebenzell und absolvierte ein Auslandssemester in Sambia. „Mein Herz brennt für Mission und für Afrika. Deshalb freute ich mich, einen Einblick in die sambische Kultur, Soziale Arbeit im afrikanischen Kontext und in das Missionarsleben zu bekommen.“ Dabei gefiel ihr besonders, dass sie bei ihrem Aufenthalt in Sambia sowohl Theologie als auch Soziale Arbeit miteinander kombinieren konnte. „Ein Praktikum im Ausland ist eine tolle Erfahrung und man lernt nicht nur für seinen künftigen Beruf, sondern für sein Leben“, so Tamara Geiser. Man benötige zwar Zeit, in einer völlig neuen und fremden Kultur anzukommen und seinen Platz zu finden – aber es lohne sich, dran zu bleiben: „Sambia ist ein Land der Beziehungen und diese brauchen Zeit. Aber wenn Freundschaften entstehen, hat man eine neue Familie inmitten von Afrika gefunden.“
 
Die Liebenzeller Mission gründete 2003 in Zusammenarbeit mit ihrer Partnerkirche das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. In der Stadtrandsiedlung von Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias, leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Ausbildung in alternativem Feldbau – „Farming God’s Way“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung von Kompost und Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familie besser ernähren können. Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1985 in Sambia.

Ohne Missionare, die sich Jahrzehnte in ihrem Einsatzland investieren, könnte Missionsarbeit nicht funktionieren. Als Liebenzeller Mission profitieren wir sehr von unseren Langzeitmissionaren. Wie zum Beispiel von Norbert und Susanne Laffin. Sie leben und arbeiten seit 29 Jahren in der Normandie in Frankreich. In Coutances haben sie eine Gemeinde gegründet und sind nun seit 2017 in Alençon im Einsatz. Ihre Leidenschaft für die Menschen im Land ihrer Berufung ist immer noch sehr groß. In den nächsten Wochen ist Norbert zusammen mit Tochter Anna-Lena in Deutschland, um über seine Arbeit zu berichten. Wir haben ihm einige Fragen gestellt.

Bei euch in der Gemeinde sind auch immer wieder Kurzzeitmitarbeiter von „impact“ im Einsatz. Wie machen sie sich?
impactler sind toll! Sie sind eine echte Verstärkung. Ich stelle in Frankreich immer wieder fest: Je jünger die Leute sind, desto weniger wissen sie über den christlichen Glauben. Aber auch desto weniger voreingenommen sind sie. Gerade die impactler kommen mit jungen Menschen gut ins Gespräch. Natürlich müssen wir auch in sie investieren, aber das machen wir gerne!

Was ist die größte Herausforderung für Mission in der Normandie?
Es gibt in der Normandie und in Frankreich insgesamt wenige Christen, die ihren Glauben praktizieren. Es gibt viel mehr offene Türen als wir nutzen können. Wir sind zu wenige Mitarbeiter, um allen Möglichkeiten nachzukommen, die sich bieten. Und gerade auf dem Land merken wir: Es dauert lange, bis Beziehungen gewachsen und Vertrauen aufgebaut ist.

Eure Tochter Debora studiert an der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA) in Bad Liebenzell, eure anderen Kinder bringen sich in der Arbeit vor Ort ein. Bist du froh, dass auch eure Kinder so motiviert für Mission im Einsatz sind?
Das ist für uns ein großes Geschenk. Eigentlich sind unsere Kinder für die Missionsarbeit unverzichtbar. Sie setzen sich alle gerne ein. In der Gemeinde können sie sich auch gut entfalten. Es ist fast so, wie wenn wir in einem Team arbeiten würden. Und besonders schön ist auch, dass sie viele Kontakte zu Menschen außerhalb unserer Gemeinde haben und mit ihnen ins Gespräch über Jesus kommen.

Welche Eigenschaft schätzt ihr an den Menschen in Frankreich besonders?
Man nimmt sich Zeit, nicht nur beim Essen. Auch bei Behördengängen ist nach anfänglichem Misstrauen die Bereitschaft zur Hilfe bezeichnend. Was unsere Gemeinde angeht: Da geht es sehr herzlich zu. Das schätzen wir, und natürlich neue Besucher, sehr.

ECUADOR. Die Liebenzeller Missionarin Ramona Rudolph steht durch Besuche Menschen bei und gibt Gottes Liebe weiter. So betreut sie eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern. Ihr Mann ist vor einigen Jahren wegen einer anderen Frau ausgezogen. Die familiäre Veränderung belastete ihren ältesten Sohn sehr. Er wurde ihr gegenüber aggressiv und seine Schulleistungen gingen steil bergab. Die jüngste Tochter bekam eine lebensgefährliche Ohrentzündung, die sich erst nach über einem Jahr stillen ließ. Die Frau verlor jegliche Hoffnung. Es war ein Kampf ums tägliche Überleben. „Wir haben viel für sie gebetet und ihr beim Umzug in ein sicheres Umfeld geholfen. Mich freut besonders, dass sie nun regelmäßig in unseren Bibel-Hauskreis kommt und ihre Kinder jeden Freitag in unseren Kinder- bzw. Jugendkreis gehen.“
 
Kranke Witwe muss elf Kinder alleine großziehen
 
Eine andere Frau muss seit dem Tod ihres Mannes vor neun Jahren ihre elf Kinder alleine großziehen und ernähren. „Das ist oft kräftezehrend“, so Ramona Rudolph. Neben der finanziellen Herausforderung kommt es zu Hause häufig zu Konflikten mit ihren pubertierenden Kindern. Derzeit wohnen noch sieben Kinder in ihrem Haus. Erschwerend kommt hinzu, dass die Fraue seit einem Monat wegen Schmerzen im Krankenhaus in Ibarra liegt. Die geplante Operation an der Leber und den Harnwegen wird seit Wochen immer wieder verschoben. Sie hat bereits sechs Kilogramm abgenommen, da sie außer ungesüßtem Tee und Gemüsebrühe nichts anderes zu essen bekommt. Durch die Besuche wächst bei der Liebenzeller Missionarin auch das Verständnis für die Lebenswelt der Menschen. „Im Gebet kann ich dann ihre Anliegen auch vor Gott gezielt erwähnen. Betet um Weisheit, wenn wir ihnen Bibelworte zusprechen und sie mit Gottes Wort bekannt machen.“
 
Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Ramona Rudolph arbeitet seit 2012 unter Kindern, Jugendlichen und Frauen in verschiedenen Quichua-Dörfern.

BAD LIEBENZELL. Seit über einem Jahr wohnen in den Hoffnungshäusern in Bad Liebenzell
Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell und Flüchtlinge unter einem Dach – mit
Erfolg. Dieses Fazit zogen die Stadt Bad Liebenzell, das Landratsamt Calw, der Arbeitskreis Asyl,
die Opfer- und Traumaberatung und die Hoffnungsträger Stiftung bei einem Netzwerktreffen. Dabei
berichtete Sozialarbeiter Dominic Schikor, dass die Einrichtung zurzeit 51 Bewohner zählt: 32
Flüchtlinge und 19 Deutsche. Die Geflüchteten gehen je nach Alter arbeiten, absolvieren eine
Ausbildung, belegen Integrations- und Sprachkurse, besuchen die Schule oder den Kindergarten.
Einige, die ihren Integrationskurs abgeschlossen haben, bewerben sich zurzeit um Ausbildungs- oder
Arbeitsstellen. Dabei gebe es eine gute Kooperation mit der Integrationsmanagerin Petra
Ulrich vom Landratsamt Calw, sagte Dominic Schikor.

Laut dem Leiter der Hoffnungshäuser, Tobias Zinser, hat man die Wohngemeinschaft der
Flüchtlinge und Studenten zusammengelegt. Nun wohnen in zwei Einheiten jeweils drei Studenten
mit drei Geflüchteten zusammen. Dabei sei man sehr dankbar für die gute Kooperation mit der
Stadt, „die dies unkompliziert möglich gemacht hat“. Diese Neuerung stärkt das
Gemeinschaftsgefühl: „Unter einem Dach haben sie schon gelebt, jetzt auch in einer Wohnung.
Das fördert die Integration noch stärker“, sagt Tobias Zinser.

Hanna Keppler, Nachfolgerin von Dominic Schikor, hob in ihrem Jahresrückblick unter anderem
das Nachbarschaftsfest, den Bewohnerabend und die Nachhilfe-Angebote hervor. Diese hätten zur
Integration beigetragen. Bei einer anschließenden Führung durch das Haus wurden die Fachleute
unter anderem von einer afghanischen Familie sehr herzlich begrüßt: „Uns gefällt es im
Hoffnungshaus sehr gut!“

Die Hoffnungshäuser in Bad Liebenzell sind eine Initiative der Hoffnungsträger Stiftung in
Zusammenarbeit mit der Liebenzeller Mission als lokalem Partner. Seit Februar vergangenen
Jahres leben in den elf Wohnungen 51 Geflüchtete und Studenten unter einem Dach. Die
Gebäude entstanden auf einem Grundstück der Liebenzeller Mission. Die Hoffnungsträger Stiftung
hat das Gelände gepachtet und trug die Baukosten. Inzwischen wurde deutlich, dass das
Zusammenleben von verschiedenen Kulturen gut möglich ist und bei der Integration hilft. Geleitet
wird die Einrichtung von Tobias und Sarah Zinser. Sie bringen ihre in Afghanistan gewonnenen
Erfahrungen als Entwicklungshelfer in ihrer neuen Arbeit ein.

CHILE. Mehr als 50 Teilnehmer zählte eine Schulungswoche für angehende Missionare in Chile, die erstmalig von den Liebenzeller Missionaren Andrés und Katrin Vergara geleitet wurde. Seit etwa vier Jahren organisiert „Provision“, die Partnerorganisation der Liebenzeller Mission, diese Veranstaltung für Missionskandidaten und -multiplikatoren. Zu diesen kamen bislang durchschnittlich 30 Teilnehmer. Die Besucher der intensiven Unterrichtswoche waren zwischen 19 bis über 55 Jahre alt und gehörten 15 verschiedenen Gemeinden an. Auf dem Programm standen 20 Einheiten. Sie beschäftigten sich mit Themen wie „Die wichtigsten Weltreligionen“, „Spannung zwischen Religion und Kultur“ sowie „Wie kann sich meine lokale Gemeinde in die Missionsarbeit beteiligen?“. „Im Rückblick können wir sagen, dass Gott uns sehr gesegnet hat“, sagte Andrés Vergara. Besondere Höhepunkte für die Liebenzeller Missionare waren die gute Gespräch mit den Teilnehmern. Einige wollen sehr konkrete Schritte gehen, um bald in die Mission einzusteigen. Andere haben sich vorgenommen, ihre Gemeinde zu mobilisieren und sich von Gott gebrauchen zu lassen. Zum ersten Mal besuchten auch Familien mit kleinen Kindern die Schulung. Bewusst wollten die Liebenzeller Missionare aufzeigen, dass die Berufung für die Mission auch mit Familie gelebt werden kann. Eine große Hilfe waren Annika Kugler und Rilana Stäbler, die im Rahmen des Kurzzeiteinsatzprogramms „impact“ die Kinderbetreuung für die Woche übernommen hatten.
 
Die Liebenzeller Mission ist seit Juli 2017 in Chile tätig. Andrés – gebürtiger Chilene – und Katrin Vergara bereiten mit der Partnerorganisation „Provision“ junge Südamerikaner für den kulturübergreifenden Missionsdienst vor und begleiten sie. Andrés unterrichtet an Bibelschulen und erstellt ein einjähriges Schulungsprogramm für angehende Missionare. Örtliche christliche Gemeinden sollen außerdem ihr Herz für die Mission entdecken und befähigt werden, Chilenen Jesus Christus bekanntzumachen.

BAD LIEBENZELL. Es ist eine lange Reise, die der grüne Container nun vor sich hat. Am 15. April verließ er Bad Liebenzell im Nordschwarzwald. „Ende Mai, Anfang Juni wird er dann in Musenga in Sambia ankommen“, erzählt Projektkoordinatorin Bettina Heckh. Die Hilfsgüter würden in Sambia schon sehnlichst erwartet.

Randvoll wurde der Container beladen, jeder Winkel ausgenutzt. 10 Tonnen wog er beim Abtransport. Von der Hilfsbereitschaft der Menschen in Deutschland ist Bettina Heckh ganz angetan. „Es hätten uns noch mehr Menschen Hilfsgüter gespendet, aber es war einfach kein Platz mehr im Container.“ Kistenweise bekam Bettina Heckh Sport-Trikots, Fußbälle, Schuhe und Nähmaschinen geschickt. „Die Leute haben die Dinge gerne abgegeben, um den Menschen in Sambia zu helfen“, sagt Bettina Heckh. Profitieren werden davon die Menschen in Mushili, einem der ärmsten Stadtteile von ganz Sambia. Dort bieten Liebenzeller Missionare ganzheitliche Hilfe an – unter anderem mit einem Sportprogramm. Die Schuhe, Trikots und Bälle sind bei den Jugendlichen natürlich begehrt. Erst kürzlich konnte durch die Unterstützung aus Deutschland ein Basketball-Feld gebaut werden. Das erste im Stadtteil mit 60.000 Einwohnern.

Der eigentliche Grund für den Container ist aber ein Generator. „Er nimmt auch den meisten Platz ein“, sagt Bettina Heckh. Dringend gebraucht wird der Generator an der Amano-Schule. Dort leben und lernen 140 Schüler aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten zusammen – Kinder von Missionaren und sambischen Geschäftsleuten genauso wie benachteiligte Kinder, deren Freiplätze über Schulgelder und Patenschaften finanziert werden. Der alte Generator ging kaputt, nun braucht es einen Ersatz. „Zwar gewinnen wir einen Großteil des Energiebedarfs für die Amano-Schule aus Solarstrom, aber ganz ohne Generator geht es nicht. Und einen guten Generator in Afrika aufzutreiben, ist sehr schwierig.“ Da sei dann die Idee geboren worden, in den Container einige Materialien zu packen, die den Menschen in Sambia helfen. Schulhefte wurde genauso mitgeschickt wie IT-Equipment. Auch das ist in guter Qualität in Sambia schwer zu beschaffen.

Die Reise führt den Container nun über Hamburg mit dem Schiff nach Walvis Bay in Namibia, bevor er auf dem Landweg seinen Bestimmungsort erreichen soll.

BAD LIEBENZELL. Wenn der Frühling kommt, macht sich die Kurstadt schick. Stadtputz war angesagt. Bei den vielen Helfern mit dabei waren auch Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell und 16 Bewohner des Hoffnungshauses. Sie haben fleißig Müll gesammelt und mitgeholfen, ihre neue Heimat sauber zu halten. „Wir haben uns gefreut, dass sich so viele aus dem Hoffnungshaus gemeldet haben, um an diesem freiwilligen Einsatz mitzumachen“, berichtet Dominic Schikor. Er ist Sozialarbeiter im Hoffnungshaus. „Ihr Engagement zeigt, dass sie sich für ihre Stadt einbringen und in die Gesellschaft integrieren wollen“, so Dominic Schikor.

Das Hoffnungshaus Bad Liebenzell ist eine Initiative der Hoffnungsträger Stiftung in Zusammenarbeit mit der Liebenzeller Mission als lokalem Partner und wurde Anfang 2018 eröffnet. Im Hoffnungshaus gibt es insgesamt elf Wohnungen. Sie werden von Familien und Singles mit Fluchterfahrung, deutschen Familien und Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell bewohnt. Als internationale Hausgemeinschaft wollen sie den Alltag miteinander teilen und sich in den täglichen Herausforderungen unterstützen. Ihr Wunsch ist, dass aus Fremden Freunde werden.

MALAWI. Kein Weg ist den Liebenzeller Missionaren zu weit und zu mühsam, um Menschen die Liebe Gottes weiterzugeben. So machte sich Sebastian Pfrommer mit seinem Fahrrad über Stock, Stein und durch meterhohes Gras in Malawi auf zu einer Gemeinde. Zwischendurch waren ihm Zweifel gekommen, ob er überhaupt noch auf dem richtigen Weg ist. Aber die Mühe lohnte sich: „Das war heute ein sehr ermutigender Tag für mich, aber auch für meine Gemeinde. Vielen Dank, dass ihr uns heute besucht habt!“ Das sagte ein Pastor bei der Verabschiedung. Sebastian Pfrommer ist dankbar, dass er über die lebendige Hoffnung sprechen konnte, die Christen über den Tod hinaus haben. Das sei um so wichtiger, da für viele Malawier der Tod viel realer sei wie für die Europäer, die schließlich eine deutlich höhere Lebenserwartung haben.
 
Kindergarten ist ein großer Segen
 
Neben Besuchen von Gemeinden ist auch die Kinder-  und Jugendarbeit Cathrin und Sebastian Pfrommer wichtig. Der Kindergarten „Madalitso“, das Segen auf Chichewa bedeutet, ist ein großes Geschenk. „Oft werden Kinder vernachlässigt und für sie gibt es keine Angebote. So ist ein Kindergarten im Dorf etwas sehr Außergewöhnliches,“ so Sebastian Pfrommer. Damit die Mitarbeiter weiter ein abwechslungsreiches Programm anbieten können, vermittelte die Missionarskollegin Veronika Urschitz bei einer Mitarbeiterschulung neue Lieder und Ansätze. Cathrin Pfrommer zeigte, wie man das Gelernte spielerisch anwenden kann. Zurzeit besuchen mehr als 60 Kinder den Kindergarten.
 
Kindertage erreichen viele Kinder
 
Ein weiterer Teil der Kinder- und Jugendarbeit sind die Kindertage. Es werden wöchentliche Kidsclubs in den verschiedenen Dörfern angeboten. Kindertage sind für die Kinder besondere Höhepunkte. Dazu kommen oft Kinder, die sonst nicht mit den Kidsclubs erreicht werden. Gemeinsam singen sie Lieder, sehen ein Anspiel, das die Kinder selbst vorbereitet haben und hören Geschichten aus der Bibel.
 
Maislager verbessert Ernährungslage
 
Sebastian und Cathrin liegt mit ihrem Team auch die Verbesserung der Ernährungssituation am Herzen. „Im Moment warten unsere Nachbarn sehnsüchtig auf die Ernte ihrer angepflanzten Felder. Das bedeutet, dass viele Haushalte nicht mehr genügend zum Essen haben.“ Da die Liebenzeller Mission in Ubwenzi ein Maislager unterhält, konnte über 1.000 Haushalten geholfen werden. 
 
Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig. Zwölf Missionare arbeiten unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie unterstützen landwirtschaftliche Projekte, engagieren sich im Gesundheitswesen und bohren Brunnen. Außerdem bauten sie ein theologisches-handwerkliches Ausbildungszentrum für Gemeindeverantwortliche auf und betreiben einen Radiosender. Sebastian und Cathrin Pfrommer arbeiten seit 2017 im Dorfentwicklungsprojekt Ubwenzi (dt. Freundschaft) mit.