Ihr Herzschlag ist: Menschen mit der guten Botschaft von Jesus Christus bekannt zu machen. Das tut Evelyn Theurer in La Roche-sur-Yon in Frankreich. Damit noch mehr Menschen erreicht werden können, investiert sie viel Zeit in Besuche und in Begleitung von Mitarbeitenden, um sie zu fördern, zu schulen und zu ermutigen. Was sie in ihrer interkulturellen Gemeinde erlebt und wie dort der Alltag mit Corona aussieht, erzählt sie in diesem Interview. Bis Ende September ist Evelyn noch in Deutschland und berichtet von ihrer Arbeit in Frankreich.
Nach einigen Jahren als Missionarin in der Normandie bist Du jetzt in der Vendée im Einsatz. Wo liegt diese Region denn und was ist dort anders als in der Normandie?
Die Vendée liegt grob gesagt zwischen Nantes und Bordeaux. Die Region ist touristischer als die Normandie. Die Menschen haben eine andere Mentalität. Sie sind stark von der französischen Geschichte geprägt und sehr traditionell. Interessant ist, dass viele Ausländer in der Region leben.
Du arbeitest in einer sehr interkulturellen Gemeinde mit. Inwiefern sind die verschiedenen Kulturen bereichernd und wo liegen die Herausforderungen?
Ich empfinde die Menschen aus verschiedenen Ländern als große Bereicherung. Bei uns in der Gemeinde sind sie immer wieder der Anstoß dafür, Traditionen und Abläufe zu hinterfragen. Wie gestalten wir unsere Gottesdienste, damit sie für verschiedene Menschen einladend sind? Welche Ausdrucksformen für Gebet gibt es bei uns?
Insgesamt bringen die meisten Ausländer eine große Dankbarkeit mit. Ihnen ist es wichtig, ihre Dankbarkeit gegenüber Gott an ihn zurückzugeben – auch wenn sie oft nur sehr wenige Mittel haben.
Herausfordernd sind manchmal das andere Zeitgefühl. Termine einzuhalten, ist nicht immer allen wichtig. Neulich wurde ich von einer Person dreimal versetzt. Aber damit komme ich schon meist klar. Da ich in Frankreich selbst Ausländerin bin, habe ich bei anderen Ausländern manchmal einen „Bonus“, sie gehen offener mit mir um. Vielleicht habe ich auch ein anderes Sensorium für ihre Themen und Fragen entwickelt, weil mir manches ganz ähnlich geht.
Schön finde ich, dass mittlerweile mehrere Menschen mit nicht-französischem Hintergrund bei uns im Leitungskreis integriert sind. Ich hoffe, dass die traditionellen Franzosen da mitgehen können. Ich jedenfalls freue mich darüber.
Wie sieht euer Corona-Gemeindealltag aus?
Derzeit steigen die Infektionszahlen wieder, gleichzeitig finden Gottesdienste wieder im Präsenzmodus statt. Wobei normalerweise 150 Personen kommen und derzeit nur etwa 60. Kleingruppen und Hauskreise sind aktuell auf maximal zehn Personen limitiert. Leider sind Kinder in der Gemeinde momentan ganz ausgeklinkt. Das beschäftigt mich sehr. Kinder sind die Hauptleidtragenden der Corona-Krise. Ältere Gemeindeglieder versuchen wir, verstärkt zu besuchen.
Man muss aber sagen, dass Corona auch die Herausforderungen unserer Gemeinde aufgedeckt hat. Wir haben festgestellt, dass ein Teil unserer Gemeindeglieder sich gar nicht so wirklich kennt. Daran wollen wir nun arbeiten.
Gibt es ein Erlebnis in den vergangenen Monaten, das dich besonders bewegt hat?
Nach zehn Wochen Lockdown konnte ich wieder einen Gemeindebesuch bei einer Familie machen. Als sich der zweijährige Sohn gleich voller Vertrauen auf meinen Schoß gesetzt hat, obwohl wir uns so lange nicht gesehen hatten, hat mich das wirklich sehr bewegt.
Du willst die Missionsarbeit von Evelyn Theurer mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun: www.liebenzell.org/spenden-theurer

Nach der Brandkatastrophe im überfüllten Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos ist die Lage vor Ort weiterhin alarmierend. Menschen schlafen auf der Straße oder im Gebüsch, vielen fehlt es an den nötigsten Dingen. In den letzten Wochen waren mehrmals Teams und Mitarbeiter zu Hilfseinsätzen für die Geflüchteten im Lager Moria im Einsatz. Zum Zeitpunkt der Brände hatten wir aber keine Mitarbeiter vor Ort. Mit unserem Partner Eurorelief sind wir im Austausch. Wir bitten euch herzlich um euer Gebet für die betroffenen Menschen in Lesbos und für die Hilfsmaßnahmen unserer Partner. Vielen Dank für alle Fürbitte!

„Mit den Menschen in Papua-Neuguinea unterwegs zu sein, war für uns ein Vorrecht“

Johannes und Carolin Wälde waren zusammen mit ihren fünf Kindern viele Jahre als Missionare in Papua-Neuguinea (PNG) im Einsatz. Johannes hat nach dem Abitur Schreiner gelernt, Carolin ist Bauzeichnerin. Nach ihrem ersten Einsatz als Technische Missionare in Ambunti/Sepik (2007 bis 2010) studierte Johannes Theologie und Soziale Arbeit an der IHL. Anschließend leiteten sie das Projekt „Shape Life“ in der Hafenstadt Wewak, das sich vor allem um Kinder aus sozialen Brennpunkten kümmert. Weitere Aufgaben waren die missionarische Arbeit im Gefängnis, Mitarbeiterschulung und Teamleitung. Nun sind sie zurück in Deutschland und beenden ihren Missionsdienst. Grund für uns, ihnen zum Abschluss einige Fragen zu stellen.

Nach insgesamt neun Jahren in PNG endet euer Missionsdienst. Warum?
Eigentlich hatten wir geplant, nächstes Jahr nach Deutschland zurückzukehren. Der Grund ist einfach die Schulsituation in Papua-Neuguinea. Wenn die Kinder größer werden, ist es mit Homeschooling und Fernschulmaterial einfach nicht mehr möglich. Dass wir jetzt schon zurückkommen, liegt an Corona. Wir hatten keine Lernhelferin mehr und die Post mit dem Fernschulmaterial kam nicht mehr an. Niemand konnte uns sagen, ob überhaupt dieses Jahr noch Post in Papua-Neuguinea ankommt. Das war für die Bildung unserer Kinder einfach keine Perspektive. Aber wir sind sehr froh, dass die Arbeit in Papua-Neuguinea weitergeht und wir mit Manuel und Christina Feige tolle Nachfolger haben.

Als Missionare fernab der Heimat gibt es schon eine Menge Entbehrungen. Hat sich der Einsatz gelohnt?
Auf jeden Fall. Natürlich gab es auch Entbehrungen, aber es war eine geniale Zeit. Der Abschied fiel uns sehr schwer. Nicht immer sieht man gleich die Früchte der Arbeit, aber Gott wirkt! Zum Beispiel in der Gefängnisarbeit. Einer der Häftlinge, den wir regelmäßig im Gefängnis besucht hatten, ging nach seiner Entlassung auf eine Bibelschule. Wir verlassen uns auf Gott, dass er sein Reich baut. Und das Thema Mission ist für uns noch nicht abgeschlossen. Vielleicht ziehen wir später nochmals los, wenn die Kinder erwachsen sind.

Wenn Leser dieses Interviews sich überlegen, Missionare zu werden: Wie würdet ihr sie für PNG motivieren?
Das Land ist so wunderschön und wenn man Herausforderungen sucht, ist PNG das richtige. Mit Menschen zusammenzuarbeiten, die kulturell komplett anders sind als wir, ist sehr besonders und bereichernd. Die Menschen haben ihr Herz auf der Zunge und tragen ihre Gefühle offen nach außen. Mit ihnen unterwegs gewesen zu sein, war für uns ein großes Vorrecht. Außerdem hat uns die Vielfalt im Land beeindruckt. Wir waren mit Menschen im Busch unterwegs, die wie in der Steinzeit leben und natürlich nicht lesen oder schreiben können. Gleichzeitig gibt es in den Großstädten hochgebildete Menschen. Und alle sind offen für den Glauben, man kann ganz natürlich über Jesus sprechen. PNG ist herausfordernd und spannend. Langweilig wird es nie!

Gibt es eine Person, die euch in eurer ganzen Zeit in PNG besonders beeindruckt hat?
Das ist für uns Ruben Wak. Er ist der Leiter unserer Partnermission vor Ort. Er hat in seinem Leben unglaublich viel Leid erfahren und ist trotzdem ein so treuer Missionar. Trotz allem, was er durchmachen musste, steht er fest im Glauben und weiß, was er an Jesus hat. Er ist uns zu einem großen Vorbild geworden.

Habt ihr Sorge, dass eure Kinder jetzt in Deutschland einen „Kulturschock“ bekommen?
Ein bisschen haben sie schon einen Kulturschock bekommen. Aber er fällt bisher nicht so schlimm aus, wie wir es befürchtet haben. Sie vermissen PNG schon sehr. Es wird sicherlich immer mal wieder schwierig werden, aber wir sind zuversichtlich, dass Gott es auch in Deutschland für unsere Kinder gut machen wird.

Was werdet ihr an Papua-Neuguinea am meisten vermissen?
Die Natur, das Meer und natürlich die Menschen. Unser Leben war schon sehr abwechslungsreich. Wir haben die Freiheit geschätzt und wir haben es genossen, gemeinsam als Familie im Dienst gewesen zu sein. Unsere Kinder waren Teil der Mission. Das war sehr schön für uns.

Eure Zeit bei der Liebenzeller Mission endet jetzt. Werdet ihr Mission trotzdem weiter leben und fördern?
Wir hoffen sehr. Mission wird immer Teil von uns sein. Der Missionsgedanke wird bei uns weiterhin groß sein.

Nick und Claudia Bolanz leben mit ihren beiden Kindern Luca und Joy seit Sommer 2018 in Montpellier/Südfrankreich, um dort zusammen mit einem Missionarsteam eine Gemeinde zu gründen. Nick studierte Theologie (B.A.) am Seminar der Liebenzeller Mission, war danach in Berlin Teil eines Gemeindegründungsteams und leitete anschließend die „Oase im Reitbahnviertel“ in Neubrandenburg. Claudia ist Lehrerin und ausgebildete Lebensberaterin. Inzwischen engagieren sie sich gemeinsam in der Gemeindegründung. Noch bis Ende Juli sind sie in Deutschland, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen ein paar Fragen gestellt.

 

Wie ist die aktuelle Situation rund um Corona in Frankreich und wie betrifft euch das in der Gemeindegründung?
Die Situation hat sich etwas entspannt. Über neun Wochen gab es in Frankreich eine strikte Ausgangssperre, während der man – mit Passierschein – nur eine Stunde täglich im Radius von einem Kilometer das Haus verlassen durfte. Mittlerweile ist die Situation ähnlich wie in Deutschland. Um große Menschenansammlungen zu vermeiden, teilen wir uns als Team auf. Wir versuchen einfach das Beste aus der Situation zu machen und passen uns den Umständen an. Dazu gehört auch, dass wir als Familie ein paar Mut machende Videos auf deutsch und französisch auf YouTube gestellt haben.

 

Könnt ihr beschreiben, auf welchem Stand euer Gemeindegründungsprojekt derzeit ist?
Wir knüpfen Kontakte, vertiefen sie und vernetzen uns. Das Pflegen dieser Beziehungen ist schon ein wenig wie „Gemeinde“, weil wir einen Großteil unseres Lebens miteinander teilen. Die Menschen erleben durch die Gemeinschaft, dass Jesus im Zentrum unseres Lebens steht. Was wir immer wieder neu feststellen: Nur Gott kann Menschen zu sich ziehen. Wir sind Salz und Licht. Den Rest überlassen wir vertrauensvoll Gott.
Ein besonderer Teil unserer Gemeindegründung ist die Protactics Trainerausbildung (Anmerkung: Protactics ist ein christliches Selbstverteidigungs- und Gewaltpräventionsprogramm. Im Rahmen einer Kontextanalyse haben wir herausgefunden, dass viele Menschen in Montpellier ein erhöhtes Bedürfnis nach Sicherheit haben. Hinzu kommt, dass Montpellier zu den sportlichsten Städten Frankreichs zählt. Diese beiden Themen greifen wir auf, indem wir nach abgeschlossener Ausbildung durch „Protactics Montpellier“ Kurse anbieten werden und den Menschen auf unkonventionelle Weise vermitteln, dass Jesus unsere größte Sicherheit im Leben ist, dass er unser Halt und Schutz ist, selbst wenn um uns herum die Welt Kopf zu stehen scheint.

 

Was war euer bewegendstes Erlebnis in den letzten Monaten?
Das haben wir im Rahmen unseres Engagements für „Hope & Joy“ erlebt, einer übergemeindlichen Initiative, die sich in Montpellier für (Zwangs-)Prostituierte einsetzt. Eines nachts auf der Straße sprachen wir mit einer Zwangsprostituierten aus Nigeria. Sie muss hier in Frankreich – ohne Papiere und eigenes Geld – in Form einer modernen Versklavung leben. Ihre Lebensumstände sind grauenvoll. Als Christin schämt sich die Frau sehr für ihre Situation. Wir haben gemeinsam mit ihr gebetet. Trotz allem was sie jeden Tag erleiden muss, richtete sie dabei an Jesus keine einzige Bitte, sondern durchweg nur Dank! Eine andere Zwangsprostituierte sang für uns das Lied „Oh Happy Day“. Gott auch in dieser Situation zu danken und ihn zu ehren, hat uns zutiefst bewegt. Eigentlich sollten wir diejenigen sein, die diese Frauen ermutigen. Letztlich waren in den beiden Beispielen aber sie es, die uns gezeigt haben, was es bedeutet, wirklich in jeder Situation Gott von ganzem Herzen zu vertrauen und ihm zu danken. Welch ein Vorbild für uns!

 

Ein Video über die Gemeindegründung in Montpellier gibt es hier.

 

Wollt ihr die Arbeit von Claudia und Nick mit einer Spende unterstützen? Dann könnt ihr das hier tun: http://liebenzell.org/spenden-bolanz

JAPAN. Auf dem Sterbebett zu Jesus gefunden: Der 92-jährige Mann eines Gemeindemitglieds in Chikusei wurde im Dezember aufgrund seiner großen körperlichen Schwäche ins Krankenhaus eingewiesen. Der größte Wunsch seiner Frau war schon über viele Jahre, dass ihr Mann doch noch zum Glauben findet. In ihrem Haus fand monatlich ein kleiner Hauskreis statt, den Schwester Gretel Ruoff und dann Schwester Priscilla Kunz verantwortet haben. „Auf dem Krankenlager hat er seinen Glauben an Jesus bekannt und mit einer kleinen Gruppe von sieben Familien- und Gemeindegliedern konnten wir im Krankenhaus das Wunder seiner Taufe feiern. Anfang Februar rief Gott ihn heim“, sagten Missionarsehepaar Susanne und Peter Schlotz. Zu seiner Beerdigung kamen über 100 Trauergäste. Viele waren das erste Mal in einer christlichen Kirche. Durch Trauerpredigt, Lieder und Gebete konnten alle klar von der Hoffnung in Jesus hören. Die Kinder und besonders die Schwiegertochter des älteren Mannes waren sehr angesprochen und wir hoffen und bitten, dass auch sie den Weg zu Gott finden.

Seit fast 100 Jahren sind Liebenzeller Missionare in der Kanto-Ebene um Tokio tätig, um die frohe Botschaft von Jesus Christus zu den über 43 Millionen Menschen im weiteren Umfeld Tokios zu bringen. Mit weniger als einem Prozent Christen ist Japan die größte vom Evangelium noch unerreichte Volksgruppe der Welt. Die Gemeindegründungs- bzw. Gemeindeaufbauarbeit bilden den Schwerpunkt der Missionsarbeit in Japan. In den vergangenen 60 Jahren sind rund 50 solcher Gemeinden entstanden. Peter und Susanne Schlotz arbeiten seit 1992 in Japan, seit 2012 waren sie bis zur aktuellen Pfarrersberufung in der Gemeindearbeit in Chikusei tätig. Dort leben rund 80 Kilometer nördlich von Tokio mehr als 100.000 Einwohner. Unterstützt wurden sie von Schwester Priscilla Kunz, die seit 1995 in Japan ist und seit 2017 ebenfalls in der Gemeindeaufbauarbeit in Chikusei engagiert ist.

Sebastian und Katharina Proß sind seit 2016 verantwortlich für das sozial-missionarische Projekt „Shape Life“ in den sozialen Brennpunkten von Port Moresby/Papua-Neuguinea (PNG). Mehr als 500 Kinder besuchen in zehn „Settlements“ die wöchentlichen Kinderprogramme, die von rund 25 Freiwilligen geleitet werden. In den nächsten Monaten sind Sebastian und Katharina mit ihrer Tochter Nila in Deutschland und berichten von ihrer Arbeit. Wir haben ihnen einige Fragen gestellt.


In Port Moresby habt ihr viele krasse Dinge erlebt. Was hat euch am meisten schockiert?
Es ist schon sehr heftig, wenn man sieht, wie Menschen Opfer von Gewalt werden und man nichts machen kann. Innerlich will man Zivilcourage leben und einschreiten, aber das ist kulturell einfach nicht möglich und aus Sicherheitsgründen auch viel zu gefährlich. Die Hilflosigkeit, die daraus entsteht, ist schon sehr herausfordernd.


Wie kann es gelingen, dass Menschen aus dem Teufelskreis von Gewalt, Alkohol und Drogen herauskommen?
Wenn jemand die Stärke hat, sich nicht dem Gruppendruck zu beugen, ist das schon möglich. Die Lebenswelt in den Settlements (sozialen Brennpunkten) ist sehr heftig. Aber genau hier haben die Kirchen vor Ort eine riesige Möglichkeit, Menschen positiv zu prägen und zu zeigen, dass es anders gehen kann. Mitarbeiter auf diesem Weg zu begleiten und zu fördern, ist unsere Aufgabe. Wir wollen ihnen zeigen, dass man gemeinsam viel bewegen kann.


Wie motiviert ihr euch jeden Tag neu für eure Arbeit in Papua-Neuguinea?
Dass wir sehen, dass Einzelne ihr Leben verändern und den Mut aufbringen, wirklich mit Jesus zu leben. Immer wieder erleben wir solche „Durchbrüche“ bei Menschen. Das motiviert schon sehr.
Außerdem haben wir eine klare Berufung für PNG und für die Menschen dort. Wir wissen, dass unsere Gemeinde und viele Menschen hinter uns stehen – mit Gebeten und Spenden.


Was begeistert euch an eurem Einsatzland?
PNG ist ein sehr vielfältiges Land. Die Natur ist beeindruckend mit 4.000 Meter hohen Bergen und einem Südseeparadies an der Küste. Die kulturelle Vielfalt mit mehr als 1.000 Volksgruppen ist einzigartig. Und die Menschen begeistern uns, die oft bereit sind, ihr letztes Hemd für dich zu geben.


Jetzt seid ihr für einige Monate in Deutschland. Worauf freut ihr euch am meisten?
Da gibt es schon einiges: die reine Luft, frei spazieren zu gehen, Freunde, Familie und dass wir als weiße Menschen hier nicht so im Mittelpunkt stehen. Außerdem freuen wir uns sehr, anderen von PNG zu berichten.


Mehr über Familie Proß erfahrt ihr auch in diesem Video.

GRIECHENLAND. Die Mutter und einen Bruder durch eine Bombe verloren, beim Bombardement der Schule um das Leben gerannt, mitbekommen, wie die Taliban Mütter und Babys in Krankenhäusern ermorden, in ständiger Angst auf der Flucht sein – all das haben drei Geschwister aus Afghanistan erlebt, die zwei Impactler der Liebenzeller Mission im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos kennenlernten. Die beiden Kurzeinsatzprogramm-Teilnehmer kamen zu ihnen, um Arzttermine zu vergeben. Dabei luden die Afghanen die jungen Christen zum Tee ein. Die Impactler waren tief beeindruckt von der Gastkultur und Freundlichkeit der Flüchtlinge. „Da die drei nur gebrochen Englisch und wir nur fünf Wörter Farsi sprechen konnten, kommunizierten wir mithilfe von Google Übersetzer. Nach kurzem Small Talk hatten wir ein bewegendes, tiefgehendes Gespräch.“ Die Liebenzeller Helfer erhielten erschütternde Einblicke in den Schmerz der Geflüchteten und sahen die Narben auf ihren Körpern, die von Wunden erzählen, die nie richtig verheilt waren.

Die Impactler sind dankbar, dass sie von ihrer christlichen Hoffnung berichten und auf Jesus hinweisen können. „Uns hat sehr gefreut zu sehen, was Jesus in dieser Familie schon bewirkt hatte. Sie glauben an Gott und sehen Jesus als guten Lehrer an, von dem sie lernen wollen.“ Die Impactler konnten für die Afghanen beten. Ein Teilnehmer konnte zudem mit ihnen gemeinsam in der Bibel lesen.

Was das impact-Team sonst noch bei seinem Einsatz erlebt hat, erfährst du in diesem Video.

BAD LIEBENZELL. Ein Student der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA) in Bad Liebenzell, der bis vor sechs Wochen überhaupt nicht Fahrrad gefahren ist, erfährt von der Spendensammelaktion „Corona Ride“, bei der Fahrradfahrer in drei Tagen 1.000 Kilometer fahren – und entschließt sich, eine Tagesetappe von 270 Kilometer mitzufahren. Zehn Euro pro Kilometer, also insgesamt 2.700 Euro, hofft Marco Anhorn so für die Arbeit der Liebenzeller Mission in Bangladesch durch Sponsoren sammeln zu können. In rund 50 Trainingsstunden bereitet er sich auf seinem etwa 30 Jahre alten Rennrad quer über die Schwarzwaldberge um Bad Liebenzell auf die Fahrt vor. Dabei lässt er sich auch von Reifenpannen und Stürzen nicht entmutigen und stoppen.

Die Fahrt am Sonntag, 14. Juni, führte von Mosbach nach Friedrichshafen am Bodensee. Start war um 6:30 Uhr, um 22 Uhr haben er und seine Mitfahrer das Ziel dann zwar nass – es hat über weite Strecken des Tages geregnet–, aber trotzdem sehr glücklich erreicht. „Es war der absolute Hammer!“ So fasst Marco Anhorn seine Eindrücke zusammen.

Der 25-jährige gelernte Bankkaufmann ist in Bühlenhausen auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen. Er besucht die örtliche Süddeutsche Gemeinschaft. Von dort kennt er die ITA, nicht zuletzt durch ehemalige Studenten aus seinem Heimatort. Corona veränderte auch sein Leben als Theologiestudent. Noch mehr berührt ihn die große Not in anderen Ländern wie zum Beispiel Bangladesch. Die Liebenzeller Mission ist vor Ort aktiv, um den Menschen zu helfen.

Marco Anhorn lernt Micha Orth kennen, den Initiator von „Corona Ride“ und entschließt sich waghalsig, als ungeübter Radfahrer an der Aktion teilzunehmen. Und schafft es, andere von seiner Spendenaktion zu begeistern. Schnell hat er das ursprünglich anvisierte Spendenziel erreicht; inzwischen haben mehr als 80 Sponsoren über 7.000 Euro gespendet. Und die Aktion läuft noch bis 26. Juli.

Sehr stark beeindruckt haben ihn seine Mitfahrer, eine bunte Truppe aus ganz Deutschland. Insgesamt handelte es sich hierbei um zwölf Männer unterschiedlichen Alters. Viele von ihnen haben eher durch Zufall von der Aktion erfahren und sie hatten auch ein komplett unterschiedliches Trainingspensum vorher absolviert. Manche von ihnen hatten zu seiner Überraschung noch weniger trainiert und ihnen steckten dann am Sonntagmorgen von der bisherigen Tour bereits über 700 Kilometer in den Knochen. „Deren Motivation und unbedingter Durchhaltewillen hat mich total angespornt, deswegen kam mir während der Fahrt niemals wirklich der Gedanke, aufzugeben oder abzubrechen.“

Körperlich verkraftete er die Herausforderung hervorragend: „Es war für mich spannend zu sehen, was man durch Willen und Fokussierung auf das Ziel alles erreichen kann.“ Und man muss auch lernen, leiden zu können, so Marco Anhorn weiter. Für ihn war das alles eine „krasse Erfahrung – und das nächste Mal bin ich bestimmt wieder dabei.“

Du willst auch eine Spendenaktion starten? Wir würden uns sehr darüber freuen. Alle Infos gibt es hier.

Acht impact-Kurzzeitmitarbeiter, eine Teamleiterin und eine Studentin sind seit Anfang Juni auf Lesbos, um den Flüchtlingen dort zu helfen. Die impactler waren zuerst über die ganze Welt zerstreut, mussten aber aufgrund der Corona-Pandemie vorzeitig nach Deutschland zurückkehren. Doch nun geht es wieder raus – nach Moria in Griechenland ins Flüchtlingslager. Wir haben einige Eindrücke gesammelt, wie es dazu kam und was sie zu ihrem Einsatz bewegt hat:


Johannes Schurian (Celle): Ich kam aus Sambia zurück, wo ich sechs Monate lang im impact-Team mit Sambiern zusammen gelebt hatte und wir gemeinsam viel in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert waren. Dann habe ich ein paar Wochen in Deutschland im Supermarkt als Aushilfe gearbeitet, als die Anfrage der Liebenzeller Mission zum Lesbos-Einsatz kam. Ich wusste ab dem ersten Moment, dass das genau das Richtige für mich ist.


Rebecca Rosner (Lüdenscheid): Ich war mit impact in Ecuador und habe dort in verschiedenen Kinderclubs und Jugendkreisen mitgearbeitet. Als ich vorzeitig aus Südamerika zurückkam, wusste ich nichts richtig mit mir anzufangen. Jetzt freue mich sehr, dabei zu sein. Ich möchte hier helfen, weil die Flüchtlinge wirklich Hilfe benötigen und durch die Corona-Krise wenige Helfer kommen können. Ich möchte mich gerne von Jesus senden lassen und bin nun gespannt, wodurch er mich gebrauchen kann.


Manuel Pillmann (Hannkensbüttel bei Gifhorn): Ich bin hier, weil ich den Menschen auf ganz praktische Weise Gottes Liebe weitergeben und seinen Namen groß machen will.


Soraya Meyer (Rheinböllen): Predige, so oft wie möglich, aber nur wenn unbedingt nötig mit Worten – das gilt für unseren Einsatz besonders. Wir können den Menschen durch das, was wir tun, zeigen, dass Jesus sie liebt.


Johannes Schurian: Wenn ich den Ausspruch von Dietrich Bonhoeffer: „Die Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist“ ernst nehme, dann gilt umso mehr, das umzusetzen, was Jesus in Matthäus 25,36 erklärt hat: Dass wir den Durstigen zu trinken geben, den Fremden einladen, die Nackten einkleiden und die Gefangenen besuchen.


Rebecca Rosner: Ich erhoffe mir von der Zeit hier in Griechenland, dass wir einen impact, also einen Unterschied machen durch unsere positive Einstellung …
Johannes Schurian: … und dann ist es egal, ob ich eine Decke austeile oder ein Zelt aufbaue.


Rebecca Rosner: In erster Linie sind wir hier, um ganz praktisch mitzuhelfen, um Hilfspakete und Essen auszuteilen, für die Menschen da zu sein.


Johannes Schurian: Und ich bin mir sicher, dass wir dadurch persönlich als auch in unserer Beziehung zu Gott extrem wachsen.


Manuel Pillmann: Wir dürfen hier Gottes unglaublichen Segen erleben und ganz praktisch an andere weitere weitergeben, getreu dem Kurzzeitprogramm-Motto: „Get an impact, make an impact“ („Segen empfangen und weitergeben”).


Ein Video über den Einsatz auf Lesbos gibt es hier.


Wollt ihr den Einsatz mit einer Spende unterstützen? Dann könnt ihr das über www.liebenzell.org/einsatz-lesbos tun. Wir würden uns sehr freuen. Danke für alle Unterstützung.

Mitten im Kampf gegen das Coronavirus ist Bangladesch vom heftigsten Wirbelsturm der vergangenen zwanzig Jahre getroffen worden. Der Zyklon „Amphan“ traf mit Windgeschwindigkeit von bis zu 185 km/h in der Grenzregion von Indien und Bangladesch auf das Festland. Dabei richtete der Sturm mit Starkregen vor allem im Süden des Landes verheerende Schäden an. Das erklärte die Partnerkirche der Liebenzeller Mission, die „Bangladesh Baptist Church Sangha“. Auch viele Kirchen und Schulen wurden überflutet und deren Dächer abgedeckt. Insgesamt sind nach Berichten von Medien und Hilfsorganisationen in Bangladesch und Indien etwa zehn Millionen Menschen von den Auswirkungen betroffen. Rund 100 Einwohner kamen ums Leben, eine halbe Million Familien haben ihr Zuhause verloren. Viele stehen vor dem Nichts und brauchen dringend Hilfe. Ihr ganzes Hab und Gut wurde zerstört, Felder wurden vernichtet oder vom Salzwasser überschwemmt, Bäume ausgerissen, ganze Viertel überflutet, Straßen unpassierbar, Stromleitungen gekappt. Dabei erschwerten die ersten gemeldeten Corona-Infektionen die Evakuierung zusätzlich. Nicht wenige zögerten, wegen der Corona-Gefahr in die überfüllten Notunterkünfte umzuziehen, wo an Abstandhalten nicht zu denken war. Die Freunde und Partner in Bangladesch sind für alle Gebete dankbar.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1974 in Bangladesch aktiv. Zusammen mit ihren einheimischen Partnern will sie den Einwohnern Hoffnung vermitteln. So sind unter anderem Kliniken und Waisenhäuser entstanden.