Überschwemmungen, hohe Bevölkerungsdichte, große Armut: Darunter leiden besonders die Kinder in Bangladesch. Trotz offizieller Schulpflicht besuchen Millionen von ihnen keine Schule. Im Kinderdorf in Khulna erhalten Kinder aus benachteiligten Familien eine qualifizierte Schulbildung und lernen den Glauben an Jesus Christus kennen. Bitte helfen Sie uns, diesen Kinder eine gute Zukunft zu ermöglichen: www.liebenzell.org/spenden

80.000 Menschen leben in sehr einfachen, teilweise unzumutbaren Verhältnissen in der Stadtrandsiedlung in Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias. Um ihnen zu helfen, gründete die Liebenzeller Mission das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. Ein Schwerpunkt bildet die Ausbildung in alternativem Feldbau. Bitte helfen Sie uns, dass dort sowohl der körperliche als auch geistliche Hunger gestillt wird: www.liebenzell.org/spenden

FRANKREICH. Über 320 Besucherinnen und Besucher hörten bei zwei christlichen Musicals in Caen und Le Mans (Normandie) die Frohe Botschaft. 41 Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren brachten musikalisch unter „A bout de souffle – außer Atem“ die Geschichte einer Synchronschwimmerin nahe, die durch eine Reinigungskraft zum Glauben an Jesus Christus findet, Vergebung erlebt und diese weitergibt. Dabei wird sie charakterlich völlig verändert. An der Aufführung wirkten auch Jugendliche und Kinder der Gemeinde in Avranches mit, die vom Liebenzeller Missionar Peter Rapp geleitet wird. Begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger unter anderem von vier christlichen Künstlern, darunter einer Lehrerin, die sich mit Choreografie beschäftigt sowie einer Musicalschreiberin.

Konzert stößt auf positive Resonanz

„Die Teilnehmer, zum Teil auch gemeindeferne Personen, sprach die Botschaft der Vergebung und das, was Jesus für jeden getan hat, sehr stark an“, berichtet Peter Rapp. Sie nahmen auch die hohe künstlerische Qualität wahr. Das war nach sechs Tagen üben, ohne vorher zusammen musiziert, gesungen, getanzt oder Theater gespielt zu haben, eine große Leistung, so Peter Rapp. Tägliche Bibelarbeiten, Spielen im Freien und Erlebnisabende ergänzten das Übungsprogramm. Die Jugendlichen probten jeden Tag zweimal zwei Stunden. Das christliche Freizeitheim, das sie beherbergte, befindet sich in der Nähe von Saint-Malo bei Saint-Lunaire, und existiert bereits seit über 50 Jahre. Gegründet wurde es von einem Missionarsehepaar aus Frankreich, die Pariser Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen ermöglichen wollten, günstig Ferien am Meer zu verbringen. Im Sommer werden Segeln, Fahrradfahren, Baden und Wandern angeboten.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1987 in Frankreich aktiv und hat dabei in der Normandie mehrere Gemeinden gegründet. Auf rund 30.000 Einwohner kommt dort nur etwa eine Gemeinde, die bis zu 50 Kilometer von der nächsten entfernt liegt. Peter und Sigrun Rapp sind seit 1991 in Frankreich tätig, seit 2012 arbeiten sie in Avranches. Der Liebenzeller Missionar ist auch als evangelischer Gefängnis-Seelsorger im rund 50 Kilometer entfernten Coutances im Einsatz.

SAMBIA. Die Mitarbeiter der Liebenzeller Mission sind tagtäglich gefordert, pragmatische Entscheidungen zu treffen. Und dabei erleben sie immer wieder, wie Gott ihnen hilft – so wie in Sambia. Damit die jugendlichen Mitarbeiterinnen des Projekts in „Mushili – Hilfe zum Leben“ künftig selbst Macadamianüsse ernten können, ziehen sie auf Anregung eines Jugendmitarbeiters solche Bäume nun für sich heran. Damit kommen sie auch nicht mehr in die Versuchung, die Nüsse des Projekts beim Ernten zu essen, durch deren Verkauf die Projektkosten mitfinanziert werden.

In einer Baumschule wachsen nun die Bäume heran. Daneben wird auch Moringa angepflanzt. Die Blätter des Baumes enthalten sehr viele wichtige Nähr- und Mineralstoffe und ergänzen damit die Nahrung der Einheimischen. Die Nusssamen sind bereits aufgegangen und die Moringabäume schon so groß, dass sie in kleine Säcke verpflanzt werden konnten. „Wir hoffen, dass sie in der kommenden Regenzeit in den nächsten Wochen bei den Mädchen daheim gepflanzt werden können. Wir freuen uns sehr über die Eigeninitiative unseres Jugendmitarbeiters, eine Baumschule anzufangen. Es ist toll zu sehen, wie er es geschafft hat, die jungen Frauen mit einzubeziehen und zu begeistern“, sagte Dietmar Brunner. Der Liebenzeller Missionar ist seit 1998 mit seiner Frau Katrin in dem afrikanischen Land tätig. Er vermittelt Kleinbauern unter anderem in landwirtschaftlichen Seminaren, wie man das Wasser „erntet“, dass es im Boden gespeichert und für Pflanzen zugänglich wird. Außerdem zeigt er Bauern, wie man selbst Kompost herstellt.

Die Liebenzeller Mission gründete 2003 in Zusammenarbeit mit ihrer Partnerkirche das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. In der Stadtrandsiedlung von Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias, leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Ein Schwerpunkt bildet die Ausbildung in alternativem Feldbau – „Farming God’s Way“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung zum Beispiel von Kompost und Biokohle sowie durch Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familie besser ernähren können. Gleichzeitig werden biblische Prinzipien gelehrt – zum Beispiel der Wert der Treue. Wer treu den Acker anbaut und pflegt, erzielt auch eine größere Ernte. So konnten viele Kleinbauern, die sich an dem landwirtschaftlichen Projekt beteiligen, ihre Erträge um 50 Prozent steigern. Dietmar Brunner ist auch in der Autowerkstatt und bei Bauprojekten tätig. Seine Frau Katrin arbeitet unter anderem in der Frauenstunde mit.

SPANIEN. Christen haben einen Gott, der täglich ganz praktisch hilft – sogar beim Putzen. Das hat Manuela in der spanischen Tourismushochburg Peñíscola bei Valencia erlebt. Die kleine Stadt direkt am Mittelmeer zählt normalerweise 8.000 Einwohner. Im Juli und August kommen jedoch über 140.000 Touristen in den Ort. Mitten am Tag ist es heiß, die Sonne knallt herunter und die Menschen flüchten in Restaurants und Hotels – oder in einen der zwei Supermärkte, welche diese Menschenmassen mit Lebensmitteln versorgen. Mit nassen Sandalen schleppen sie den Sand vom Meer und den Straßendreck direkt in den Supermarkt. Viele haben ihr Kind samt Sandeimer im Schlepptau. Es ist leicht vorstellbar, wie verschmutzt der Supermarkt um 15 Uhr aussieht.

Ein Horror für jede Reinigungskraft

Für Manuela ist das der Sommer-Horror. In den vergangenen Jahren musste sie morgens und zusätzlich jeden zweiten Nachmittag einmal komplett durch den Laden wischen. Eine Kollegin ermöglichte ihr bislang, dass sie nicht jeden Nachmittag putzen musste. Doch diesen Sommer war sie alleine. Zwei Monate lang drängte sie sich jeden Nachmittag durch Menschenmassen und wischte hinterher. Doch das war nicht alles: Zur gleichen Zeit füllt eigentlich auch das Ladenpersonal die Regale auf. So standen außer Kunden auch Boxen, Kartons und Paletten im Weg. Lebensmittel fielen zudem beim Auffüllen herunter und verschmutzen den Fußboden zusätzlich. Ein absolutes Horrorszenario für Manuela.
„Wie soll ich das nur schaffen?“, seufzte sie beim wöchentlichen Gebetstreffen unter der Leitung des Liebenzeller Missionars Daniel Suchalla, der mit seiner Familie seit September 2015 in Spanien arbeitet. Kündigen ist für sie keine Option, denn eine Festanstellung wie diese ist in der Region fast unmöglich zu finden. Zusammen mit den Christen aus dem Nachbarort Benicarló beteten sie für die Situation – und erlebten dann, wie Gott konkret hilft: „Ich bin am Montag zur Arbeit gegangen und konnte es nicht fassen: keine Paletten weit und breit, niemand, der die Regale auffüllt und keine Kisten, die im Weg standen.“ Sie putzte schnell durch den Supermarkt. Dabei fragte sie sich, ob sie zur falschen Uhrzeit gekommen sei. Es lief hervorragend, trotz vieler Kunden. Als Manuela fertig war, hakte sie bei einer Kassiererin nach, warum denn keiner die Regale auffüllte. Sie erklärte ihr, dass die Chefin die Auffüllaktion eine Stunde nach hinten verschoben hatte, damit Manuela beim Putzen ungehindert durch die Gänge kommt. „Gott ist gut. In allem Chaos hört Gott unsere Gebete!“, so Daniel Suchalla.

Daniel und Rosita Suchalla unterstützen seit 2015 die Gemeinde Punto de Encuentro in Benicarló durch Jüngerschaftskurse und Evangelisation der umliegenden Orte. Sie wohnen im Nachbarort Peñíscola und leiten dort unter anderem wöchentlich einen Hauskreis, organisieren evangelistische Veranstaltungen und engagieren sich in der Gemeinwesenarbeit. In der Stadt herrscht eine große Arbeitslosigkeit, gerade unter Jugendlichen. Viele hoch ausgebildete Menschen arbeiten in irgendwelchen Jobs, um sich über Wasser zu halten. Im Winter hat Peñíscola rund 8.000 Einwohner, im Sommer durch den Tourismus 150.000. So versuchen viele Einwohner in diesen Monaten, so viel zu verdienen, dass sie auch über den Winter kommen. Fast 40 Prozent der Einwohner sind Ausländer.

BAD LIEBENZELL. Bangladesch ist ein Land mit vielen fröhlichen Menschen. Aber auch ein Land, das immer wieder für negative Schlagzeilen sorgt. Viele Menschen leiden an Krankheit, Armut und mangelnder Schulbildung. Um diesen Menschen zu helfen, hat die Liebenzeller Mission die Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“ gestartet. Mit der Aktion sollen Menschen in aller Welt neue Hoffnung schöpfen. Schwerpunkt der Initiative sind besonders Regionen, die nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen. Seit 13 Jahren gibt es die Aktion „Weltweit Hoffnung schenken“.

Kaum ein Land auf der Welt sei von Überschwemmungen so stark betroffen wie Bangladesch, berichtet Projektkoordinatorin Bettina Heckh. Bei Naturkatastrophen würden die Mitarbeiter der Liebenzeller Mission schnell und unbürokratisch helfen, versichert sie.

Ein Schwerpunkt der Hilfsmaßnahmen kommt Kindern zugute. „Sie leiden unter den schwierigen Lebensbedingungen besonders. Eine unbeschwerte Kindheit haben in Bangladesch nur wenige. Häufig müssen sie hart arbeiten, anstatt zur Schule gehen zu können.“ Offiziell besteht in Bangladesch Schulpflicht, doch Millionen von Kindern besuchen trotzdem keine Schule. Besonders in ländlichen Gegenden stellt die schulische Ausbildung ein großes Problem dar. „Es gibt schlicht zu wenig Lehrer und Schulgebäude“, so Bettina Heckh.

Um den Kindern zu helfen, unterstützt die Liebenzeller Mission unter anderem mehrere Kinderdörfer. Hier erhalten Kinder aus benachteiligten Familien eine qualifizierte Schulbildung und ein neues Zuhause. „Viele haben durch die Kinderdörfer eine neue Perspektive für ihr Leben erhalten“, freut sich Bettina Heckh. Sie berichtet von der Situation im Kinderdorf in der Stadt Khulna, in dem derzeit etwa 50 Kinder leben. „Aufgenommen werden Waisen, Halbwaisen und Kinder aus sehr armen Familien. Die ersten Jahre werden die Kinder im Kinderdorf unterrichtet. Danach gehen sie in eine öffentliche Schule. Nach dem Schulabschluss werden sie bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz oder beim Start ins Berufsleben unterstützt.“

In Bangladesch engagiert sich die Liebenzeller Mission schon seit rund 45 Jahren. „Eine langfristige Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort ist uns wichtig. Nur so wird eine nachhaltige Hilfe möglich“, erklärt Bettina Heckh.

Unterstützen kann man die Aktion nicht nur mit einer Spende, sondern auch mit aktiver Mitarbeit, sagt Bettina Heckh: „Die Initiative ereignet sich gut als Projekt für eine Betriebsfeier oder einen Weihnachtsmarkt.“ Für Kinder hat sich die Projektkoordinatorin eine besondere Aktion ausgedacht: „Viele Kinder in Bangladesch haben keine eigene Zahnbürste. Deshalb ist unsere Idee, dass Kinder aus Deutschland originalverpackte Zahnbürsten und Zahnpasta-Tuben besorgen und kreativ gestalten.“ Die Zahnbürsten-Sets werden in der Zentrale der Liebenzeller Mission gesammelt und dann nach Bangladesch gebracht.

Weitere Informationen zu den Projekten und ein Projektvideo gibt es im Internet unter www.weltweit-hoffnung-schenken.de oder direkt bei Bettina Heckh unter Telefon 07052 17-7128 oder E-Mail . Dort können auch Materialien zu der Aktion wie Plakate, Handzettel, Fotos oder Spendendosen angefordert werden.

Spendenkonto:
Liebenzeller Mission
Sparkasse Pforzheim Calw
IBAN: DE27 6665 0085 0003 3002 34
Vermerk: Weltweit Hoffnung schenken

SAMBIA. Die Liebenzeller Mission hilft mit Maislieferungen der hungernden Bevölkerung im Luangwa-Tal in Sambia. Dort leben rund 14.000 Menschen. Starker Regen und Überschwemmungen haben teilweise die komplette Ernte vernichtet. Der inzwischen verstorbene ehemalige Häuptling des Tals bat die Liebenzeller Mission um Hilfsgüter und sprach von einer dramatischen Situation. Besonders betroffen seien Frauen, Kinder und ältere Menschen. Die katholische Kirche und die Regierung versuchen ebenfalls, zu helfen. Frühesten im März kann wieder Mais geerntet werden – vorausgesetzt, der Regen setzt rechtzeitig ein.
Auch die Südprovinz des Landes bat die Liebenzeller Mission um Lebensmittel. Dort kam es ebenfalls vermehrt zu Ernteausfällen. Der Süden leidet ebenfalls immer wieder unter zu wenig Regen.

Mit Sonderspenden fast 20 Tonnen Mais gekauft

Mit den bereits eingegangenen Mitteln konnte inzwischen Mais gekauft werden. Das geschah unter schwierigen Umständen, da auch im übrigen Land die Ernte nicht gut ausgefallen ist. 350 Säcke mit je 50 Kilogramm Mais wurde in einem Haus in Nabwalya eingelagert und behandelt, um bis zum Januar haltbar zu sein. Dann bricht die schwierigste Zeit für die Menschen in Nabwalya an.

Sambier sind für Hilfslieferungen sehr dankbar

Eine erste Hilfslieferung wurde inzwischen an die Notleidenden ausgeteilt. Die einheimischen Mitarbeiter der Liebenzeller Mission prüften dabei zusammen mit Partnerkirchen, wer besonders vom Hunger betroffen ist. Darüber erhielten auch noch die beiden örtlichen Schulen, die Gesundheits-Station und der Häuptling des Gebietes einen Teil der Maislieferungen. Zur Überraschung der Menschen erhielten sie mehr Mais als gedacht. Oft werden eher kleine, symbolische Mengen an Mais an eine größere Gruppe ausgegeben. In diesem Fall hat jeder einen Zentner Mais bekommen. Das bedeutet, dass die Ernährung für eine durchschnittliche Familie für einen Monat gesichert ist. Entsprechend froh und dankbar haben die Menschen ihre „Last“ nach Hause getragen. Die Liebenzeller Mission dankt allen Spendern für die Hilfe. Es bleibt für die Menschen eine herausfordernde Zeit. Eine ertragreiche Regenzeit wird benötigt und auch der ausgegebene Mais wird nicht genügen, bis die Menschen in Sambia im März hoffentlich wieder Mais ernten können.

Die Menschen in Nabwalya gehören zu den Ärmsten in Sambia. Vielen steht weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung und viele können sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten. Die Region ist sehr abgelegen und oft monatelang von der Außenwelt abgeschnitten. Das Gebiet ist in der regenfreien Zeit nur mit einem allradbetriebenen Auto erreichbar. Während der fünfmonatigen Regenzeit kann das Tal allein durch einen rund 100 Kilometer langen Weg per Fußmarsch erreicht werden. Von 2006 bis 2013 lebten und arbeiteten Liebenzeller Missionare im Luangwa-Tal. Nach wie vor unterstützt die Liebenzeller Mission die Menschen vor Ort.

DEUTSCHLAND. Seit 120 Jahren sendet die Liebenzeller Mission Missionare in alle Welt aus, damit Menschen Gottes rettende Liebe kennenlernen. Doch nun kommen aus den Einsatzländern Christen nach Deutschland, um hier das Evangelium weiterzugeben  – so wie der Chilene Cristian Beltran Gern. Der Kurzzeit-Missionar arbeitet seit April für ein Jahr in den Liebenzeller Gemeinschaften in Bruchsal und Heidelsheim mit.
Der 28-jährige studierte Business Engineer und Religionslehrer wuchs in einer christlichen Familie mit zwei Schwestern auf; eine davon arbeitet als Missionarin. Zur Liebenzeller Mission kam er in Kontakt über die Arbeit von Andrés und Katrin Vergara. Sie bereiten seit Juli 2017 mit der Partnerorganisation „Provision“ junge Südamerikaner für den kulturübergreifenden Missionsdienst vor und begleiten sie. Andrés unterrichtet an Bibelschulen. Örtliche christliche Gemeinden sollen außerdem ihr Herz für die Mission entdecken und befähigt werden, Chilenen Jesus Christus bekanntzumachen.

„Die Menschen begegnen mir sehr freundlich!“

Cristian gibt nun für ein Jahr in Deutschland die Frohe Botschaft weiter. Um Deutsch zu lernen, hat er eine Sprachschule besucht. Er lernt unter Anleitung von Gemeinschaftspastor Matthias Lüdemann außerdem die Arbeit christlicher Gemeinden in Deutschland kennen. Der Chilene bringt sich in die Kinder- und Jugendarbeit ein, besucht Gemeindemitglieder und engagiert sich bei einem Bibelkreis für Arabisch und Farsi sprechende Flüchtlinge. Sehr gerne spielt er Klavier, Gitarre und Bass bei Gemeindeveranstaltungen. Und hat er in Deutschland schon einmal Erfahrungen mit Anfeindungen gemacht? „Nein, überhaupt nicht. Die Menschen begegnen mir sehr freundlich!“

„Menschenherzen in Deutschland und Chile sind gleich“

Ihn begeistert, dass zu den Liebenzeller Missionsfesten Tausende von Christen zusammenkommen und Gottesdienste feiern. Ebenso beeindruckt ihn, wie viele Möglichkeiten Christen hier haben, Jungen und Alten das Evangelium nahezubringen.
Und worin unterscheiden sich die Christen in Deutschland und Chile? In seinem Heimatland stehen die Menschen beim Singen auf, die Musik ist flotter und ein Gottesdienst dauert dort immer mehr als zwei Stunden. „In Deutschland sind es fast immer exakt 60 Minuten“, berichtet er lachend. Ihm gefällt, dass sich die Christen in Deutschland viel Zeit für die Gemeinschaft für Gesellschaftsspiele nehmen. Das sei immer sehr lustig und das fehle ihm in Chile. „Aber die Menschenherzen in Deutschland und Chile sind gleich“, so sein bisheriges Fazit.

Für den Jubiläumsmonat von 120 Jahren Liebenzeller Mission haben sich Niklas Ebert und Steffen Cramer von der LM-Männerarbeit etwas Besonderes ausgedacht. Sie haben die Aktion „No Shave for Faith November“ ausgerufen. Das Ziel: Glauben wagen und die Missionsarbeit weltweit unterstützen. Der Gründer der LM sei für sie in doppelter Hinsicht ein Vorbild: „Pfarrer Heinrich Coerper lebte seine Beziehung zu Jesus und wagte es 1902, mit dem Missionswerk aus der Metropole Hamburg nach Liebenzell umzusiedeln. Außerdem ist sein kräftiger Bart beeindruckend gewesen“, so Niklas Ebert mit einem Schmunzeln.

Beide Dinge soll die Aktion verbinden. Jeden Freitag um 7 Uhr treffen sich Männer in der Missionshaus-Kapelle der LM zum Gebet. Außerdem lassen sie einen Monat lang ihren Bart wachsen. Gesucht werden Sponsoren, die eine Summe x pro gewachsenem Zentimeter Bart oder als Festpreis für die Missionsarbeit spenden. Alle Sponsoren melden ihren Sponsoringbetrag (Euro pro Zentimeter) an . Wer einen Festpreis spenden möchte, kann dies auf www.liebenzell.org/no-shave.

Alle Männer, die selbst bei der Aktion mitmachen wollen, können am 4. November um 17 Uhr rasiert nach Bad Liebenzell kommen. Bis 2. Dezember lassen sie ihre Bärte wachsen. Dann wird jedem Teilnehmer ein Barthaar gezupft und die Gesamtlänge aller Bärte gemessen. Der Anhaltswert aus dem vergangenen Jahr beträgt 50 Männer und insgesamt 84 Zentimeter Bart. Das Ergebnis soll dieses Jahr getoppt werden.

Vielen Dank für alle Unterstützung!

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Sie leben in Mikronesien in der Südsee. Seit elf Jahren sind Urte und Hartmut Scherer als Missionare auf der Insel Guam im Einsatz. Vorher waren sie acht Jahre in Chuuk/Mikronesien. Sie arbeiten als Dozenten und Administratoren an der Pacific Islands University. Derzeit sind sie in Deutschland. Hartmut berichtet von der Missionsarbeit und Urte pflegt ihren altgewordenen Vater. Wir haben Hartmut einige Fragen gestellt.

Du bist mit Leidenschaft Missionar. Und Du arbeitest in einer wunderschönen Umgebung. Ist „Missionar in der Südsee“ Dein Traumberuf?
Es hängt für mich nicht an der Südsee. Missionar zu sein in einem Team, in dem ich mich mit meinen Gaben einbringen kann: Das macht für mich den Unterschied.

Was sind die größten Herausforderungen für die Menschen in Mikronesien?
Eine große Herausforderung ist das Unterscheidungsvermögen. Die Menschen haben größtenteils Zugang zum Internet. Die Infos daraus bekommen sie natürlich ungefiltert. Viele müssen lernen, was wahr und gut ist und was Beziehungen und Gemeinden verdirbt. Außerdem stelle ich immer wieder eine gewisse Zufriedenheit bei den Pastoren fest. Sie haben oft wenig Sehnsucht, sich weiterzubilden. Doch genau das täte ihnen und ihren Gemeinden gut.

An der Pacific Islands University (PIU) bildet ihr junge Menschen aus, u.a. in Theologie. Aber nicht alle werden Pastoren. Geht euer Konzept trotzdem auf?
Ich sehe meine Aufgabe darin, dass junge Menschen Jesus begegnen und bei Jesus bleiben. Dass ihr Charakter durch das Studium so geformt wird, dass sie später als Nachfolger Jesu leben. Deshalb lehre ich an der PIU zum Beispiel auch „spiritual formation“, also die Frage, wie mein Leben als Nachfolger Jesu Frucht bringt – egal, in welchem Kontext.

Wenn Du das Studium an der PIU in drei Wörtern beschreiben müsstest, welche wären es?
Unsere drei Leitworte sind accessible (zugänglich), transformational (verändernd) und excellent (hervorragend). Das ist damit gemeint:
accessible: Das Studium bei uns muss bezahlbar sein. Eine College-Ausbildung auf amerikanischem Boden ist sehr teuer, das kann sich kaum ein Mikronesier leisten (Anmerkung: Guam ist ein Außengebiet der USA). Deshalb setzen wir auf geringe Studiengebühren, um den Menschen vor Ort eine Chance zu geben.
transformational: Wir wollen nicht reines Wissen vermitteln. Wir wollen die Beziehung zu Gott vertiefen und ermutigen unsere Studenten, sich in einer Gemeinde zu engagieren.
excellent: Wenn uns der Geist Gottes gegeben ist, dann gibt er uns auch die Begabung, gute Arbeit zu tun. Was uns wichtig ist: Gott gibt auch Menschen eine Chance, die schlechtere Voraussetzungen haben als andere (zum Beispiel kaum Englisch sprechen).

Welche Zukunft liegt aus Deiner Sicht vor den Menschen in Mikronesien?
Die Menschen sind von vielen Dingen betroffen, die von außen auf sie einströmen. Die Gesellschaft ist im Wandel. Die Aussicht, einen guten Job im eigenen Land zu finden, ist gering. Deshalb wandern viele Fachkräfte ab. Sie schicken dann zwar Geld zu ihren Verwandten zu Hause, aber sie fehlen ihrem Land natürlich.
Auch die klimatischen Veränderungen sind deutlich spürbar. Das Wetter ändert sich. Einiges wird dadurch schlicht zerstört. Wenn zum Beispiel durch Stürme Salzwasser auf die Pflanzen geweht wird, sterben sie ab.
Geistlich gesehen ist es so, dass die Menschen Hoffnung brauchen. Die Hoffnung, dass Jesus, der ewige König kommt. Und dass es sich lohnt, für diesen König schon heute zu leben.