BAD LIEBENZELL. Seit über einem Jahr wohnen in den Hoffnungshäusern in Bad Liebenzell
Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell und Flüchtlinge unter einem Dach – mit
Erfolg. Dieses Fazit zogen die Stadt Bad Liebenzell, das Landratsamt Calw, der Arbeitskreis Asyl,
die Opfer- und Traumaberatung und die Hoffnungsträger Stiftung bei einem Netzwerktreffen. Dabei
berichtete Sozialarbeiter Dominic Schikor, dass die Einrichtung zurzeit 51 Bewohner zählt: 32
Flüchtlinge und 19 Deutsche. Die Geflüchteten gehen je nach Alter arbeiten, absolvieren eine
Ausbildung, belegen Integrations- und Sprachkurse, besuchen die Schule oder den Kindergarten.
Einige, die ihren Integrationskurs abgeschlossen haben, bewerben sich zurzeit um Ausbildungs- oder
Arbeitsstellen. Dabei gebe es eine gute Kooperation mit der Integrationsmanagerin Petra
Ulrich vom Landratsamt Calw, sagte Dominic Schikor.

Laut dem Leiter der Hoffnungshäuser, Tobias Zinser, hat man die Wohngemeinschaft der
Flüchtlinge und Studenten zusammengelegt. Nun wohnen in zwei Einheiten jeweils drei Studenten
mit drei Geflüchteten zusammen. Dabei sei man sehr dankbar für die gute Kooperation mit der
Stadt, „die dies unkompliziert möglich gemacht hat“. Diese Neuerung stärkt das
Gemeinschaftsgefühl: „Unter einem Dach haben sie schon gelebt, jetzt auch in einer Wohnung.
Das fördert die Integration noch stärker“, sagt Tobias Zinser.

Hanna Keppler, Nachfolgerin von Dominic Schikor, hob in ihrem Jahresrückblick unter anderem
das Nachbarschaftsfest, den Bewohnerabend und die Nachhilfe-Angebote hervor. Diese hätten zur
Integration beigetragen. Bei einer anschließenden Führung durch das Haus wurden die Fachleute
unter anderem von einer afghanischen Familie sehr herzlich begrüßt: „Uns gefällt es im
Hoffnungshaus sehr gut!“

Die Hoffnungshäuser in Bad Liebenzell sind eine Initiative der Hoffnungsträger Stiftung in
Zusammenarbeit mit der Liebenzeller Mission als lokalem Partner. Seit Februar vergangenen
Jahres leben in den elf Wohnungen 51 Geflüchtete und Studenten unter einem Dach. Die
Gebäude entstanden auf einem Grundstück der Liebenzeller Mission. Die Hoffnungsträger Stiftung
hat das Gelände gepachtet und trug die Baukosten. Inzwischen wurde deutlich, dass das
Zusammenleben von verschiedenen Kulturen gut möglich ist und bei der Integration hilft. Geleitet
wird die Einrichtung von Tobias und Sarah Zinser. Sie bringen ihre in Afghanistan gewonnenen
Erfahrungen als Entwicklungshelfer in ihrer neuen Arbeit ein.

CHILE. Mehr als 50 Teilnehmer zählte eine Schulungswoche für angehende Missionare in Chile, die erstmalig von den Liebenzeller Missionaren Andrés und Katrin Vergara geleitet wurde. Seit etwa vier Jahren organisiert „Provision“, die Partnerorganisation der Liebenzeller Mission, diese Veranstaltung für Missionskandidaten und -multiplikatoren. Zu diesen kamen bislang durchschnittlich 30 Teilnehmer. Die Besucher der intensiven Unterrichtswoche waren zwischen 19 bis über 55 Jahre alt und gehörten 15 verschiedenen Gemeinden an. Auf dem Programm standen 20 Einheiten. Sie beschäftigten sich mit Themen wie „Die wichtigsten Weltreligionen“, „Spannung zwischen Religion und Kultur“ sowie „Wie kann sich meine lokale Gemeinde in die Missionsarbeit beteiligen?“. „Im Rückblick können wir sagen, dass Gott uns sehr gesegnet hat“, sagte Andrés Vergara. Besondere Höhepunkte für die Liebenzeller Missionare waren die gute Gespräch mit den Teilnehmern. Einige wollen sehr konkrete Schritte gehen, um bald in die Mission einzusteigen. Andere haben sich vorgenommen, ihre Gemeinde zu mobilisieren und sich von Gott gebrauchen zu lassen. Zum ersten Mal besuchten auch Familien mit kleinen Kindern die Schulung. Bewusst wollten die Liebenzeller Missionare aufzeigen, dass die Berufung für die Mission auch mit Familie gelebt werden kann. Eine große Hilfe waren Annika Kugler und Rilana Stäbler, die im Rahmen des Kurzzeiteinsatzprogramms „impact“ die Kinderbetreuung für die Woche übernommen hatten.
 
Die Liebenzeller Mission ist seit Juli 2017 in Chile tätig. Andrés – gebürtiger Chilene – und Katrin Vergara bereiten mit der Partnerorganisation „Provision“ junge Südamerikaner für den kulturübergreifenden Missionsdienst vor und begleiten sie. Andrés unterrichtet an Bibelschulen und erstellt ein einjähriges Schulungsprogramm für angehende Missionare. Örtliche christliche Gemeinden sollen außerdem ihr Herz für die Mission entdecken und befähigt werden, Chilenen Jesus Christus bekanntzumachen.

BAD LIEBENZELL. Es ist eine lange Reise, die der grüne Container nun vor sich hat. Am 15. April verließ er Bad Liebenzell im Nordschwarzwald. „Ende Mai, Anfang Juni wird er dann in Musenga in Sambia ankommen“, erzählt Projektkoordinatorin Bettina Heckh. Die Hilfsgüter würden in Sambia schon sehnlichst erwartet.

Randvoll wurde der Container beladen, jeder Winkel ausgenutzt. 10 Tonnen wog er beim Abtransport. Von der Hilfsbereitschaft der Menschen in Deutschland ist Bettina Heckh ganz angetan. „Es hätten uns noch mehr Menschen Hilfsgüter gespendet, aber es war einfach kein Platz mehr im Container.“ Kistenweise bekam Bettina Heckh Sport-Trikots, Fußbälle, Schuhe und Nähmaschinen geschickt. „Die Leute haben die Dinge gerne abgegeben, um den Menschen in Sambia zu helfen“, sagt Bettina Heckh. Profitieren werden davon die Menschen in Mushili, einem der ärmsten Stadtteile von ganz Sambia. Dort bieten Liebenzeller Missionare ganzheitliche Hilfe an – unter anderem mit einem Sportprogramm. Die Schuhe, Trikots und Bälle sind bei den Jugendlichen natürlich begehrt. Erst kürzlich konnte durch die Unterstützung aus Deutschland ein Basketball-Feld gebaut werden. Das erste im Stadtteil mit 60.000 Einwohnern.

Der eigentliche Grund für den Container ist aber ein Generator. „Er nimmt auch den meisten Platz ein“, sagt Bettina Heckh. Dringend gebraucht wird der Generator an der Amano-Schule. Dort leben und lernen 140 Schüler aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten zusammen – Kinder von Missionaren und sambischen Geschäftsleuten genauso wie benachteiligte Kinder, deren Freiplätze über Schulgelder und Patenschaften finanziert werden. Der alte Generator ging kaputt, nun braucht es einen Ersatz. „Zwar gewinnen wir einen Großteil des Energiebedarfs für die Amano-Schule aus Solarstrom, aber ganz ohne Generator geht es nicht. Und einen guten Generator in Afrika aufzutreiben, ist sehr schwierig.“ Da sei dann die Idee geboren worden, in den Container einige Materialien zu packen, die den Menschen in Sambia helfen. Schulhefte wurde genauso mitgeschickt wie IT-Equipment. Auch das ist in guter Qualität in Sambia schwer zu beschaffen.

Die Reise führt den Container nun über Hamburg mit dem Schiff nach Walvis Bay in Namibia, bevor er auf dem Landweg seinen Bestimmungsort erreichen soll.

BAD LIEBENZELL. Wenn der Frühling kommt, macht sich die Kurstadt schick. Stadtputz war angesagt. Bei den vielen Helfern mit dabei waren auch Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell und 16 Bewohner des Hoffnungshauses. Sie haben fleißig Müll gesammelt und mitgeholfen, ihre neue Heimat sauber zu halten. „Wir haben uns gefreut, dass sich so viele aus dem Hoffnungshaus gemeldet haben, um an diesem freiwilligen Einsatz mitzumachen“, berichtet Dominic Schikor. Er ist Sozialarbeiter im Hoffnungshaus. „Ihr Engagement zeigt, dass sie sich für ihre Stadt einbringen und in die Gesellschaft integrieren wollen“, so Dominic Schikor.

Das Hoffnungshaus Bad Liebenzell ist eine Initiative der Hoffnungsträger Stiftung in Zusammenarbeit mit der Liebenzeller Mission als lokalem Partner und wurde Anfang 2018 eröffnet. Im Hoffnungshaus gibt es insgesamt elf Wohnungen. Sie werden von Familien und Singles mit Fluchterfahrung, deutschen Familien und Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell bewohnt. Als internationale Hausgemeinschaft wollen sie den Alltag miteinander teilen und sich in den täglichen Herausforderungen unterstützen. Ihr Wunsch ist, dass aus Fremden Freunde werden.

MALAWI. Kein Weg ist den Liebenzeller Missionaren zu weit und zu mühsam, um Menschen die Liebe Gottes weiterzugeben. So machte sich Sebastian Pfrommer mit seinem Fahrrad über Stock, Stein und durch meterhohes Gras in Malawi auf zu einer Gemeinde. Zwischendurch waren ihm Zweifel gekommen, ob er überhaupt noch auf dem richtigen Weg ist. Aber die Mühe lohnte sich: „Das war heute ein sehr ermutigender Tag für mich, aber auch für meine Gemeinde. Vielen Dank, dass ihr uns heute besucht habt!“ Das sagte ein Pastor bei der Verabschiedung. Sebastian Pfrommer ist dankbar, dass er über die lebendige Hoffnung sprechen konnte, die Christen über den Tod hinaus haben. Das sei um so wichtiger, da für viele Malawier der Tod viel realer sei wie für die Europäer, die schließlich eine deutlich höhere Lebenserwartung haben.
 
Kindergarten ist ein großer Segen
 
Neben Besuchen von Gemeinden ist auch die Kinder-  und Jugendarbeit Cathrin und Sebastian Pfrommer wichtig. Der Kindergarten „Madalitso“, das Segen auf Chichewa bedeutet, ist ein großes Geschenk. „Oft werden Kinder vernachlässigt und für sie gibt es keine Angebote. So ist ein Kindergarten im Dorf etwas sehr Außergewöhnliches,“ so Sebastian Pfrommer. Damit die Mitarbeiter weiter ein abwechslungsreiches Programm anbieten können, vermittelte die Missionarskollegin Veronika Urschitz bei einer Mitarbeiterschulung neue Lieder und Ansätze. Cathrin Pfrommer zeigte, wie man das Gelernte spielerisch anwenden kann. Zurzeit besuchen mehr als 60 Kinder den Kindergarten.
 
Kindertage erreichen viele Kinder
 
Ein weiterer Teil der Kinder- und Jugendarbeit sind die Kindertage. Es werden wöchentliche Kidsclubs in den verschiedenen Dörfern angeboten. Kindertage sind für die Kinder besondere Höhepunkte. Dazu kommen oft Kinder, die sonst nicht mit den Kidsclubs erreicht werden. Gemeinsam singen sie Lieder, sehen ein Anspiel, das die Kinder selbst vorbereitet haben und hören Geschichten aus der Bibel.
 
Maislager verbessert Ernährungslage
 
Sebastian und Cathrin liegt mit ihrem Team auch die Verbesserung der Ernährungssituation am Herzen. „Im Moment warten unsere Nachbarn sehnsüchtig auf die Ernte ihrer angepflanzten Felder. Das bedeutet, dass viele Haushalte nicht mehr genügend zum Essen haben.“ Da die Liebenzeller Mission in Ubwenzi ein Maislager unterhält, konnte über 1.000 Haushalten geholfen werden. 
 
Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig. Zwölf Missionare arbeiten unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie unterstützen landwirtschaftliche Projekte, engagieren sich im Gesundheitswesen und bohren Brunnen. Außerdem bauten sie ein theologisches-handwerkliches Ausbildungszentrum für Gemeindeverantwortliche auf und betreiben einen Radiosender. Sebastian und Cathrin Pfrommer arbeiten seit 2017 im Dorfentwicklungsprojekt Ubwenzi (dt. Freundschaft) mit.

Am Samstag fand die 6. Victorious Fight Night in Bad Liebenzell statt. Die Fight Night ist ein Format von „Victorious“, der Arbeit der Liebenzeller Mission für junge Männer im Alter von 16 – 35. Sie besteht aus einem Programm mit praktischen Kampfeinheiten (Ringen) und geistlichem Input.

Insgesamt 70 Männer aus dem ganzen Süden Deutschlands waren dabei. Es ging es um mehr als Schweiß und Lärm, Lobpreis und Kampf, Gemeinschaft und Essen, Schwäche und Zeugnis, Bekenntnis unter Männern: Es ging um den, der uns frei macht, wirklich frei. Es ging um Jesus!

Bestärkt durch das starke Zeugnis einzelner Männer, ausgestattet mit praktischen Tools und befähigt durch die Kraft Gottes, machten sich die Männer auf den Weg zurück in den Alltag, in den Kampf, in die Herausforderung, bereit für Veränderung, bereit für ein siegreiches Leben durch Jesus!

Burundi ist ein gebeuteltes Land. Krisen gibt es immer wieder. Mal flammen sie stärker auf, mal ist es etwas ruhiger. Die Folgen des Bürgerkriegs zwischen Hutu und Tutsi sind immer noch zu spüren. Und auch die politische Lage ist instabil. 2015 flohen nach einem Putschversuch fast eine Viertelmillion Menschen. Unsere Missionare halten auch in den schwierigen Zeiten durch. Seit 26 Jahren sind wir in Burundi im Einsatz. Vor Kurzem besuchten Missionsdirektor Martin Auch und Daniel Mattmüller (Referatsleiter Globaler Süden) das ostafrikanische Land. Unter anderem standen Gespräche mit zwei neuen Partnerorganisationen auf dem Programm. „The Cries of a Child“ (Hilferuf eines Kindes) ist ein sozialmissionarisches Projekt mit Kinderdorf, Kindergarten, Schule und einer Klinik. „Christian Life Ministries“ erreicht als internationale Gemeindegründung in der Hauptstadt Bujumbura vor allem die junge Generation. Weiterhin ist auch die Anglikanische Kirche einer unserer Partner in Burundi. „Wir brauchen dringend Verstärkung in Burundi“, sagte Daniel Mattmüller. „Es ist unser Ziel, Menschen dort zu helfen, Jesus Christus zu finden und aus der Armut gute Wege in ein nachhaltiges Leben zu finden.“

Ein Bericht von Familie Alduri, festgehalten von unserem noch aktiven Österreich-Missionar Siegfried Seitz, der bald in den Ruhestand geht.

Wir, die Familie Alduri, stammen aus dem Irak und flüchteten 2006 nach Syrien. Abdalla, unser jüngster Bruder, war damals erst sieben Jahre alt. Wir mussten unser Heimatland verlassen, da sich unser Vater dort politisch engagierte und seine Vorstellungen heftig angefeindet wurden. In Syrien lernten wir das Christentum kennen. Uns wurde gleich bewusst, dass der christliche Glaube tragfähige Antworten auf die grundlegenden Fragen des Lebens sowie Sinn und Hoffnung gibt. Dabei wussten wir nicht viel von dieser Religion, schließlich lebten wir damals in einer Gesellschaft, in der wir von religiösen Fanatikern umgeben waren. In dieser Zeit haben wir angefangen, die Wahrheit zu suchen, was nicht einfach war, da es in Syrien keine Religionsfreiheit gab und gibt.

Vater im Irak vermisst, ebenso der Schwager der Mutter und ihr Bruder

Ab 2009 begann unsere Mutter für die UNO zu arbeiten. So entstanden unsere Kontakte zur orthodoxen Kirchen in Syrien, die viel für Flüchtlinge tat. 2011 kehrte unser Vater wegen seines kranken Bruders in den Irak zurück. Er ist aber dort nie angekommen und gilt seither als vermisst. Bereits 2006 wurde der Schwager unserer Mutter getötet; ihr Bruder gilt ebenfalls als vermisst. 2013 kehrten wir in den Irak zurück – aber nicht in unsere ursprüngliche Heimat Bagdad, sondern in die Nähe von Mossul, wo wir uns etwas sicherer fühlten. 2014 flüchtete unsere Mutter mit Abdalla nach Österreich. Sie schärfte uns zurückgebliebenen Geschwister ein: „Wenn ihr es nach Europa schafft, dann haltet euch zu den Christen, denn diese waren die einzigen, die uns wirklich geholfen haben.“ 2015 machten auch wir älteren Geschwister uns auf den Weg und kamen über die Türkei nach Österreich.

Glaubenskurs führt zur Taufe

Durch den Deutschunterricht in einer katholischen Kirche lernten wir Christen kennen. Ende 2015 wurden wir zu einem deutsch-arabischen Bibelkreis (mit Übersetzern) eingeladen. Später nahmen wir an einem Glaubenskurs in einer internationalen baptistischen Kirche teil. Dadurch haben wir viele Freunde gefunden. Wir erhielten viele Informationen über den christlichen Glauben, was uns sehr geholfen hat. Jedes Mal, wenn wir in den Glaubenskurs besuchten, lernten wir den christlichen Glauben besser kennen. Im April 2017 ließen wir uns taufen.

In Europa Jesus Christus kennengelernt

In unserer Heimat haben wir viel erlitten. Unser Vater, sein Bruder und der Bruder unserer Mutter sind Opfer des Kriegs geworden. Da wir seit Jahren keine Lebenszeichen mehr von ihnen hatten, flüchteten wir nach Europa, wo Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit herrschen und es Menschlichkeit gibt. Hier hat dann auch unser Glaubensweg mit Jesus Christus durch die Hilfe einer Kirche begonnen. Diese hat uns herzlich empfangen und aufgenommen. Die Menschen dort haben uns auch beim Erlernen der deutschen Sprache weitergeholfen. Durch den ehemaligen Liebenzeller Missionar Siegfried Seitz haben wir die Bibel besser verstehen gelernt. Nun glauben wir als ganze Familie an Jesus Christus als unseren Erlöser, der der einzige Weg zum lebendigen Gott ist. Wir haben die Wahrheit durch ihn gefunden und glauben, dass er wegen unserer Sünden am Kreuz gestorben ist: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Johannes 3,16). Wir danken Gott, dass er uns von der Dunkelheit zur Helligkeit geführt hat, denn er ist unser Gott, das Licht der Welt.

Sie kennt Afrika durch und durch: Seit mehr als 20 Jahren lebt und arbeitet Margit Schwemmle auf dem afrikanischen Kontinent. Zwölf Jahre lang war sie Missionarin in Malawi, brachte Frauen das Lesen und Schreiben bei und gab ihnen die Gute Nachricht von Jesus weiter. Seit 2012 ist sie in Sambia – zunächst im abgelegenen Luangwa-Tal und anschließend als Dozentin an der Evangelical University in Ndola. Dort ist sie mittlerweile Studienleiterin. In den nächsten Wochen ist sie in Deutschland und berichtet von ihrer Arbeit in Sambia. Wir haben ihr einige Fragen gestellt.

Für afrikanische Verhältnisse ist es ungewöhnlich, dass eine Frau so eine hohe Stelle hat wie du als Studienleiterin. Wirst du dafür in Sambia eher bewundert oder belächelt?
Es gibt unterschiedliche Reaktionen. Die meisten Studenten und Mitarbeiter finden es gut und schätzen meine Arbeit. Aber es gibt schon auch Einzelne, die Probleme damit haben, weil es nicht in ihr Bild passt, dass eine Frau so eine Position innehat.

Was überrascht dich an deinen Studenten immer wieder?
Ihre Hingabe und ihr Eifer beim Studieren. Die meisten haben einen klaren Fokus und eine deutliche Berufung. Das ist stark!

Die Evangelical University ist seit einiger Zeit Partner-Uni der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL). Drei deutsche Studenten haben schon ein Auslandssemester in Sambia gemacht. Wann kommen die ersten sambischen Studierenden nach Deutschland?
Dass deutsche Studenten zu uns nach Sambia kommen, ist eine Bereicherung. Damit es andersherum funktioniert, braucht es komplette Kurse auf Englisch an der IHL. Sobald genügend Kurse in Englisch angeboten werden, hoffe ich, dass wir sambische Studenten nach Liebenzell schicken können. Denkbar ist natürlich auch, dass Dozenten aus Sambia als Gast-Dozenten an der IHL lehren.

Du bist seit 1998 in Afrika als Missionarin im Einsatz. Wie lebt es sich als Deutsche in Afrika?
Das kommt darauf an, wo in Afrika man ist. Viele Jahre lang lebte ich im Dorf. Dort gibt es schon einige Einschränkungen im Lebensstandard und man wird viel stärker als Ausländer wahrgenommen. Je länger man aber im Land lebt und sich mit der Kultur auseinandersetzt, umso mehr wird man akzeptiert.
Seit 2014 lebe ich in der Stadt. Dort falle ich weniger auf. Und ich habe viel mehr mit Menschen zu tun, die eine gute Bildung haben und für die es normaler ist, mit Ausländern zu tun zu haben.

SAMBIA. Mit einem Besuch beim Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“ würdigte die deutsche Konsulin in Sambia, Ursula Paltzer (Lusaka), die Arbeit der Liebenzeller Mission in dem afrikanischen Land. Dabei überreichte sie in Mushili ein Schild für die von der deutschen Botschaft mit 4.000 Euro finanzierte Solarpumpe. Auf dem Pumpenhäuschen wird nun auf die „German cooperation – Deutsche Zusammenarbeit“ verwiesen. Mit der solarbetriebenen Pumpe sei man nun unabhängig von den Stromausfällen, die in dem afrikanischen Land öfter auftreten, sagte Missionar Benjamin Wagner. Außerdem spare man Stromkosten ein. Mit dem rund 70 Meter tiefen Bohrloch werden zurzeit wöchentlich rund 5.000 Liter Wasser gefördert. Davon profitieren neben den Missionaren und den einheimischen Mitarbeitern mit deren Familien auch die Sambier in der Umgebung des Projektgeländes in Mushili.

Behördenvertreterin ermutigt zu weiteren Projekten

„Die Konsulin war sehr angetan von unserem Projekt, vor allem auch von unserer Bibliothek, da sie selbst gerne liest“, sagte Benjamin Wagner. Er hatte erfahren, dass die Deutsche Botschaft Projekte von gemeinnützigen Organisationen mit Geldern unterstützt, die direkt den Menschen vor Ort zugutekommen. Ursula Paltzer ermutigte die Verantwortlichen, für das kommende Jahr wieder Geld für einen gemeinnützigen Zweck zu beantragen.

Die Liebenzeller Mission gründete 2003 in Zusammenarbeit mit ihrer Partnerkirche das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. In der Stadtrandsiedlung von Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias, leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Ausbildung in alternativem Feldbau – „Farming God’s Way“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung von Kompost und Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familie besser ernähren können. Gleichzeitig werden biblische Prinzipien gelehrt – zum Beispiel der Wert der Treue. Wer treu den Acker anbaut und pflegt, erzielt auch eine größere Ernte. So konnten die Bauern, die sich an dem landwirtschaftlichen Projekt beteiligen, ihre Erträge um bis zu 50 Prozent steigern. Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1985 in Sambia.