SPANIEN. Gottes Botschaft verändert Menschen fundamental und sie lässt sich auch nicht durch die Corona-Pandemie aufhalten. Das erleben die Spanien-Missionare Carolin und Theo Hertler in Marbella. So ließen sich im November insgesamt elf Gottesdienstbesucher an zwei Sonntagen taufen. Sie sind das Resultat der Jüngerschaftskurse, die von März bis Juni über das Internet angeboten wurden. Da der Lockdown drohte, wurde die zweite Taufe um eine Woche vorgezogen. Trotz eines enormen geistlichen Kampfes konnten alle getauft werden. Dafür sind sie und die Gemeinde sehr dankbar. Cristina kam extra aus Sevilla angereist und musste dabei mehrere Genehmigungen einholen, um die Polizeikontrollen passieren zu können. Seit dem 9. November darf aufgrund der Corona-Pandemie niemand mehr sein Dorf bzw. Stadt verlassen.

Theo und Carolin Hertler sind seit 1996 in Marbella in der Gemeindegründungsarbeit tätig. Dort wurde 1998 ein Versammlungsraum eingeweiht, der als Treffpunkt für die Aktivitäten wie Kinderstunde und Gottesdienste dient. Evangelisation führen sie in die Nachbarschaft sowie in den umliegenden Orten, in denen auch Hauskreise entstanden sind. Die Gemeindebesucher kommen aus 13 verschiedenen Nationen. Die Gemeinde ist für viele Heimatlose Familienersatz. Daher werden oft gemeinsame Essen und Spielnachmittage organisiert. Einige Neugetaufte arbeiten bereits bei den im Sommer angefangenen Lebensmittelverteilungen mit, die immer mit einer Andacht begonnen werden. Dadurch kommen neue Besucher in die Gemeinde.


Tobias und Sarah Müller leben seit August 2011 in Malawi. Seit September 2018 sind sie für Schulungsarbeit unter Pastoren und Gemeindeleitern, die missionarischen impact-Einsätze und administrative Aufgaben verantwortlich. Zuvor waren sie im Dorfentwicklungsprojekt Ubwenzi sowie am Chisomo-Zentrum tätig. Noch bis Ende des Jahres sind sie in Deutschland und berichten von ihrer Arbeit. Wir haben Tobias ein paar Fragen gestellt.


Ihr lebt und arbeitet seit mehr als neun Jahren in Malawi. Ist das Land zu eurer Heimat geworden?
Total. Die Klänge, die Gerüche, das Essen – alles, was uns früher fremd war, ist jetzt Heimat für uns. Sprachlich war es am Anfang schwierig. Ich habe mich in meinem ersten Jahr in Malawi öfters gefragt, ob ich die Sprache jemals lernen werde. Aber irgendwann hat es Klick gemacht. Die Sprache ist der Schlüssel zu den Menschen und zu einem Heimatgefühl.


Was schätzt du an den Menschen in Malawi besonders?
Ihre Loyalität und welchen Wert sie der Gemeinschaft beimessen. Wir lieben es, mit Menschen zusammen zu sein. Man kommt in Malawi nie ungelegen und nimmt sich immer Zeit für andere.


Deine Hauptaufgabe ist, Pastoren zu begleiten. Wie sieht das aus und warum ist diese Arbeit wichtig?
In Malawi strömen die Leute sonntags in die Gottesdienste. Aber die geistlichen Wurzeln sind oft nicht tief. Die Menschen leben oft in zwei Welten: im christlichen Glauben und im Glauben an Zauberei. Die entscheidende Frage ist: Wo suchen sie im Zweifelsfall Hilfe: bei Jesus oder beim Zauberdoktor? Außerdem verbreitet sich die Irrlehre des Wohlstandsevangeliums in Afrika stark. Menschen geben viel Geld für selbst ernannte Propheten aus, die ihnen z. B. körperliche Heilung und Wohlstand als Gegenleistung versprechen. In einem armen Land klammern sich die Menschen oft an jeden Strohhalm, den sie bekommen können. Aus all diesen Gründen sind theologisch fundierte Pastoren dringend nötig. Lokale Kirchen sind die Hoffnung der Welt. Heute muss ein guter Pastor auch ein guter Leiter sein. Die Stärkung der Pastoren und ihrer Leitungsfähigkeit ist ein wesentlicher Aspekt für die Entwicklung der Gesellschaft.


Gibt es ein Erlebnis aus der letzten Zeit, das dich besonders bewegt hat?
Ein Pastor, der während meiner Zeit als Leiter des Chisomo-Zentrums dort Student war, schenkte mir neulich einen Sack Kürbisse aus Dankbarkeit für das, was er am Chisomo-Zentrum gelernt hat. Und das, obwohl er selbst nicht viel hat. Das ist schon sehr bewegend.


Seit einigen Wochen seid ihr in Deutschland. Was genießt du hier am meisten?
Ich genieße derzeit die kalte Jahreszeit. Die Adventszeit mal wieder in Deutschland erleben zu können – auch geistlich – darauf freue ich mich sehr.


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Fast zwei Wochen lang gingen nigerianische Jugendliche auf die Straße, um friedlich gegen Polizeibrutalität, Korruption und schlechte Regierungsführung zu protestieren. Das berichten die Liebenzeller Missionare Crystal (früher Gosnell) und Raphael John aus dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas. Am 20. Oktober eröffneten angeblich Soldaten das Feuer auf eine große Gruppe von Demonstranten, die friedlich zusammensaßen und die Nationalhymne sangen. Diese gewaltsame Aktion hatte mehrere Tote zur Folge. Die Frustration der Menschen in den Tagen nach dem Massaker wurde noch dadurch verstärkt, dass viele Lagerhäuser voller Lebensmittel und anderer Hilfsgüter entdeckt wurden, die denjenigen helfen sollten, die von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie am schwersten betroffen waren, und die stattdessen von Beamten gehortet wurden. All das hat zu vielen sozialen Unruhen und zur großen Instabilität geführt.

Die Liebenzeller Missionare bitten um Gebet für das Land und für die Jugend, „die ihr Leben opfert, um ein sicheres, gerechtes und faires Nigeria zu schaffen. Obwohl die scheinbar endlose Gewalt und Korruption zuweilen überwältigend sein kann, wissen wir, dass Gott Nigeria liebt und dass er in der Lage ist, Frieden, Heilung und Versöhnung zu bringen.“

Crystal ist vom amerikanischen Zweig der Liebenzeller Mission ausgesandt und arbeitete lange als Lehrerin und Schulleiterin bei „Ministry of Mercy“, einem Kinderheim mit Kindergarten und Grundschule für rund 300 Waisen, unerwünschte, behinderte und benachteiligte Kinder. Seit ihrer Heirat wohnen und arbeiten sie in Abuja, um Berufsbildungszentren in ländlichen, verarmten Gebieten aufzubauen. Von den über 200 Millionen Einwohnern Nigerias sind rund 46 Prozent Christen und 54 Prozent Muslime.

Chile hatte bei der Corona-Pandemie weltweit mit die strengsten Ausgangsbestimmungen. So durften viele über Monate ihre Wohnung nur zum Einkaufen für kurze Zeit verlassen. Wir sprachen mit den Liebenzeller Missionaren Andrés und Katrin Vergara, wie sie diese Zeit erlebt haben.

 

Wann habt ihr die ersten Auswirkungen der Corona-Pandemie gespürt?
Bei uns hat alles eigentlich schon im vergangenen Oktober mit den gewalttätigen Unruhen begonnen, bei denen Demonstranten sich vor allem gegen soziale Ungleichheiten wandten. Dabei kamen 26 Menschen ums Leben, rund 5.000 wurden verletzt, Zehntausende wurden verhaftet. Wir waren schon hier stark eingeschränkt und Chile hat unter der Situation sehr gelitten. Als sich in den hiesigen Sommermonaten Januar und Februar die Lage ein wenig normalisierte, kam es im März zum Ausbruch der Corona-Pandemie. Wir führen also seit über einem Jahr kein normales Leben.

 

Wie wurde euer Leben eingeschränkt?
Mitte März kam die Ausgangssperre, der Schulunterricht fiel zunächst für zwei Wochen aus. Da haben wir alle zuerst gedacht, das ginge bis Ende März bald vorüber. Denn es gab bei uns im Norden des Landes nur zwei, drei Corona-Fälle, die Hauptstadt Santiago de Chile, wo wir wohnen, wollte aber mit seinen sieben Millionen Einwohnern zunächst vorsorglich reagieren. Doch dann kam schnell die Ausgangssperre für verschiedene Stadtteile.
Pro Haushalt hatten wir eine Passnummer, mit der man einmal in der Woche für drei Stunden Einkaufen gehen konnte. Dabei benötigte man aber alleine zwei Stunden für das Anstehen. Wenn man dringend ins Krankenhaus musste, bekam man eine Sondererlaubnis. Wer Glück hatte, konnte von zu Hause aus arbeiten. Man war regelrecht eingesperrt, man durfte nicht einmal in Parks gehen. Wir haben Gott sei Dank einen Hund, und deshalb durften wir zweimal die Woche für eine halbe Stunde die Wohnung zum Spaziergehen verlassen. Da haben wir dann unsere vier und sechs Jahre alten Jungs mitgenommen. Aber auch das wurde immer mehr eingeschränkt und sehr strikt kontrolliert. Das alles ging bis Ende August so. Mit der Zeit konnte man sich in einzelnen Stadtteilen abgestuft immer freier von Montag bis Freitag unter strengen Auflagen bewegen. Manche Lokale und Restaurants konnten inzwischen wieder öffnen.

 

Und wie haben die Chilenen auf die Ausgangsbeschränkungen reagiert?
Vielen haben auf Homeoffice umgestellt. Wo das nicht möglich war, haben die Menschen ihre Arbeit verloren. Viele bekamen außerdem weniger Gehalt, weil sie kaum arbeiten konnten.


Und wie sah eure Arbeit aus?
Die Schulungsarbeit haben wir schnell digital auf Videokonferenzen umgestellt. Der Unterricht konnte so zweimal die Woche stattfinden. Fünf Wochen lang haben wir wöchentlich dreistündige Schulungen für Missionsarbeit angeboten. Die digitale Infrastruktur hier in Chile hat das möglich gemacht, ebenso der Schulunterricht. Wir entschieden uns für Videokonferenzen, da die Chilenen sehr beziehungsorientiert sind und man sich über diese Plattform auch austauschen und alle Teilnehmer sehen kann.

 

Wie hat sich Corona auf die Psyche der Chilenen ausgewirkt?
Unter den Beschränkungen haben vor allem die gelitten, die alleine leben. Die Jugendlichen kamen damit besser zurecht; sie haben sich mit anderen zusammen getan. Laut einer aktuellen Statistik haben 60 Prozent der Chilenen durch Corona psychisch gelitten, sie fühlen sich alleine und die Depressionserkrankungen sind deutlich gestiegen. Viele sind finanziell stark unter Druck gekommen. Viele konnten sich aber zehn Prozent ihrer Rente auszahlen lassen, das entlastete ein wenig deren finanzielle Situation. Aber es gab vermehrt Überfälle sogar auch auf arme Leute, die Brot einkaufen gingen.

 

Wie ging es euch als Familie?
In Chile sind die Kinder den ganzen Tag in der Schule. Viele haben es am Anfang genossen, mit der Familie zusammen sein zu können. Das wurde dann aber vielen schnell zu viel. Denn für die meisten Familien war es eine riesige Herausforderung, nun die Kinder ständig zu Hause zu haben und sie beschäftigen zu müssen. Hier sind viele an ihre Grenzen gestoßen und die häusliche Gewalt hat schnell drastisch zugenommen. Wir haben als Familie ganz stark gemerkt, wie viele für uns gebeten haben. Wir haben auch schnell eine Routine entwickelt und einen strukturierten Tagesablauf umgesetzt. Wir sind ebenso dankbar, dass wir weiterhin unser Gehalt bekamen, während andere aus der Gemeinde Schwierigkeiten hatten, ihre Miete bezahlen zu können oder Schulden machen mussten. Andrés hat beim Einkaufen immer wieder versucht, für unsere Kinder Highlights wie Nutella mitzubringen, um diese Zeit ein wenig für sie verträglicher zu machen.

 

Und wie geht es euch heute?
Wir sind froh, dass bei uns nun der Frühling kommt und wir im kleinen Garten die Sonne genießen können. Aber für die Kinder war es eine große Umstellung, dass sie wieder ins Freie gehen konnten. Sie waren so lange hier drinnen und immer wieder mussten wir ihnen sagen, dass sie nicht raus dürfen. Sie hatten am Anfang regelrecht Angst davor, nun wieder ins Freie zu gehen, weil es für sie nach so langer Zeit ungewohnt war und sie die Unruhen im vergangenen Jahr mitbekamen. Dort hatten sie das Vertrauen in die Polizei und das Militär verloren. Immer wieder fragten sie bange nach, ob wir auch alle Ausweispapiere dabeihaben.

 

Andrés und Katrin Vergara leben mit ihren beiden Kindern seit Juli 2017 in Chile. Sie bereiten junge Südamerikaner auf den Missionsdienst vor. Dazu unterrichtet Andrés an Bibelschulen, und er leitet das einjährige Ausbildungsprogramm von „ProVisión“ in Santiago de Chile. Vor seinem B. A.-Theologiestudium in Bad Liebenzell arbeitete Andrés in seiner chilenischen Heimat als Buchhalter. Katrin kommt aus Nagold und ist Bankfachwirtin.

 

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Ein ganz neuer Podcast ist am 1. November online gegangen. In „The Missionary and his Friend“ sprechen „zwei Freunde über zwei Welten“. Pascal Dürr (Jugendreferent) und Felix Unger (angehender Spanien-Missionar) unterhalten sich über das Leben, ihre Leidenschaft und wie es ist, wenn sich ein junger Missionar mit seiner Familie aufmacht, um in einem anderen Land Gemeinde zu gründen und Menschen mit Jesus bekannt zu machen.


Alle zwei Wochen wollen sie zu zweit für etwa 40 Minuten genau diese Themen durchquatschen – echt, authentisch, locker und tiefgründig – eben wie das gute Freunde so machen.


Den Podcast gibt es auf allen bekannten Plattformen. Am besten gleich abonnieren und keine Folge mehr verpassen.


Über 50.000 Frauen erleiden jedes Jahr in Deutschland eine Fehlgeburt. Carmen Sept, Missionarin der Liebenzeller Mission in Sambia und Mutter einer fast zweijährigen Tochter, hat das kurz vor Ostern erlebt.

Carmen, du hast Anfang der neunten Schwangerschaftswoche dein zweites Kind verloren. Du schreibst in deinem Internetblog ganz offen von deiner Fehlgeburt. Was hat dich dazu bewogen?
Mir fällt es von meiner Natur her leicht, immer wieder über persönliche, oft auch „Tabu“-Themen zu reden. Ich spreche zum Beispiel mit meinen Freundinnen ebenso über Ehethemen. Ich habe es als positiv erlebt, wenn andere Frauen über solche Themen reden und schreiben. Hinzu kam die Anfrage der „Grow together“-Videomacher, einer Talkrunde der Liebenzeller Mission für Frauen, die mich baten, über meine Träume zu reden. Mir fiel dazu gleich mein zerplatzter Traum eines zweiten Kindes ein. Ich nahm daraufhin ein Videostatement auf und mein Mann Manuel hat mich sehr ermutigt, dieses zu veröffentlichen. Uns beiden war bewusst, dass dieses Thema „dran“ war, zumal vieler unserer Freunde von meiner Fehlgeburt wussten. Nach der Ausstrahlung sagten viele, dass sie Ähnliches erlebt hatten. Mich hat ermutigt, von anderen christlichen Frauen in den sozialen Medien zu lesen, die auch Fehlgeburten erlitten. Ich fand es sehr hilfreich zu sehen, wie sie damit umgegangen sind, auch im Hinblick auf ihre Gottesbeziehung.

In deinem Internetblog schreibst du auch ganz ehrlich, wie du die Fehlgeburt erlebst hast.
Es war echt hart, als mir bewusst wurde, was gerade in meinem Körper passiert und ich konnte nur noch schluchzend in mein Bett kriechen. Von Einschlafen war keine Rede. Das innere Bild von mir, eingekauert in der großen Hand Gottes, hat mich ruhig werden lassen. Genau das haben wir auch die Tage danach empfunden. Getragen von Gott. Umbetet von Freunden. Genauso wie ich am Anfang der Schwangerschaft Stück für Stück realisiert habe, wieder ein Kind in mir wachsen zu haben, musste ich nun die Gedanken in mir Wirklichkeit werden lassen, dass diese Schwangerschaft nicht mehr besteht. Dass wir dieses kleine Wesen nicht in den Armen halten werden. Es gab so viele Pläne, Gedanken und Vorfreuden, von denen ich mich verabschieden musste. Die Fehlgeburt ist in der Karwoche passiert, ein paar Tage vor Ostern. Noch nie hab ich Ostern so intensiv erlebt. Plötzlich wurde Jesu härteste Woche seines Lebens auch meine härteste Woche, die ich bis jetzt erlebt habe. In dem Loslassen kam mir neu die Frage auf, was wirklich meine Hoffnung im Leben ist. Für mich war klar, dass es Jesu Tod am Kreuz ist. Er alleine soll meine Hoffnung sein – nicht meine Umstände. Das bedeutet für mich aber nicht, dass ich die Fehlgeburt und die damit kommende Trauer kleinrede, verdränge oder verschweige. Ganz im Gegenteil: Ich schütte ihm meine Gedanken, mein Herz darüber aus. Verschiedene Verse in Psalm 62 haben mein Fühlen in Worte gefasst: „Nur auf Gott wartet still meine Seele. Denn von ihm kommt meine Hoffnung“ und: „Vertraue auf ihn allezeit, o Volk. Schüttet euer Herz vor ihm aus!“

Wie geht man in eurem Einsatzland Sambia mit Fehlgeburten um?
Über Schwangerschaften wird hier traditionell nicht gesprochen. Man versucht das oft erst zu verheimlichen. Aber von Totgeburten sind in Sambia so viele betroffen. Jedoch man darf nicht darüber trauern. Denn das Kind war nach dem hiesigen Verständnis noch kein Mensch. Es hatte noch keinen Namen. Diese Totgeburten werden oft von älteren Angehörigen dann anonym verscharrt.

Du sagst in dem „Grow together“-Video, dass „Jesus es gut macht, egal wie meine Umstände sind. Gott ist ein guter Gott, auch wenn meine Träume nicht wahr werden.“ Wie gehst du mit der Spannung um, dass Gott gut ist, aber Dinge zulässt, die aus unserer Sicht nicht gut sind?
Mich hat ein Liedvers aus „Weep with me“ (Weint mit mir) der nordirischen Lobpreis-Band „Rend Collecitve“ sehr angesprochen. Dort singen sie: „Herr, ich werde mit deinem Herzen ringen. Aber ich werde dich nicht gehen lassen.“ Ich werde mit Gott kämpfen, ihm Fragen stellen. Aber ich werde nicht an ihm verzweifeln. Ich stelle immer wieder fest, dass ich das große Bild, das Gott vor Augen hat, nicht sehe. Auch wenn unser zweites Kind perfekt vom zeitlichen Abstand her auf unserer Tochter Junia und unseres geplanten nächsten Heimaturlaubs gepasst hätte, weiß ich doch letztlich nicht, was wirklich gut für uns ist. Vielleicht dient uns das alles doch zum Besten, auch wenn ich es heute noch nicht so sehe. Das ist jetzt eine steile Aussage, aber vielleicht will sich Gott dadurch verherrlichen aus einem Grund, den wir heute noch nicht so kennen. Gott hat mir die Fehlgeburt nicht einfach so angetan und zugemutet, sondern er geht auch in dieser Situation mit uns mit. Ich sehe letztlich seine Fingerabdrücke in dem Ganzen.

Was rätst du Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten?
Es kommt immer auf die Person an und es gibt keine pauschale Antwort darauf, aber wir haben gemerkt, dass es uns guttut, so offen darüber zu reden. Man muss schauen, was man braucht. Manche begehen eine Fehlgeburt bewusst mit einer Art Trauerfeier. Ich glaube, wir Frauen wissen instinktiv, was wir brauchen und uns guttut. Ich ermutige, dass dann mutig zu machen, auch wenn sich eine Betroffene entscheidet, nicht über ihre Fehlgeburt zu sprechen.

Wie hat die Fehlgeburt dein Gottesbild verändert?
Die Fehlgeburt hat mir gezeigt, dass ich auch in den härteren Zeiten an Gott festhalten kann. In meinem Leben ging bislang fast alles glatt und ich habe mich immer wieder gefragt, wie gehe ich damit um, wenn mir etwas Schweres zustößt? Werde ich an Gott festhalten oder mich dann enttäuscht von ihm abwenden, weil ich so verletzt bin? Man weiß das nie im Voraus. Nun hat die Fehlgeburt in mir verfestigt, dass ich an Gott festhalten kann, auch wenn Dinge passieren, die ich mir nicht wünsche. Gott ist da und nimmt meine ehrliche Art an. Er blickt nicht auf mich herunter und sagt: „Mach nun du mal.“

Carmen Sept arbeitet für die Liebenzeller Mission mit ihrem Mann Manuel seit Sommer 2017 in Sambia. Ihre Tochter Junia wurde im Januar 2019 geboren. Carmen hat Theologie/Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext an der Internationalen Hochschule Liebenzell studiert.

Jana Kontermann gehört zum Team Berlin und arbeitet schwerpunktmäßig mit Kindern und Jugendlichen in der „Jungen Kirche Berlin Treptow“. Sie liebt es, im atheistisch geprägten Kontext Kirche zu bauen. Wir haben Jana ein paar Fragen gestellt – über Berlin, das Leben dort und ein ganz besonderes Erlebnis …

Wenn du Berlin in drei Wörtern beschreiben müsstest, welche wären das?
Bunt, laut, schön.

Du kommst ursprünglich aus einem schwäbischen Dorf, wie kommst du in Berlin klar?
Wie komm ich in Berlin klar? (denkt lange nach) Es braucht Zeit, bis man reinkommt. Aber dann ist man auch richtig drin in der Berliner Kultur. Ich liebe die direkte Art der Berliner. Und die Stadt ist so facettenreich. Es gibt so viele unterschiedliche Menschen. Und die Berliner feiern einfach das Leben. Das passt doch ganz gut. Denn Gott schenkt uns Leben in Fülle.

Was begeistert dich an deiner Arbeit als Jugendpastorin in Berlin Treptow?
Die Begegnungen mit Menschen, die so unterschiedlich sind. Jesus ist das Beste, was uns im Leben passieren kann. Ihnen davon zu erzählen und gemeinsam mit ihnen herauszufinden, was dran ist am christlichen Glauben, ist großartig. Und dass ich hier viele Dinge neu ausprobieren kann, begeistert mich auch.

Derzeit bereitet ihr eine neue Gemeindegründung im Berliner Stadtteil Adlershof vor. Was ist eure Vision und warum gerade dort?
Unsere Vision ist, dass dort ein Ort der Hoffnung entsteht. In Adlershof gibt es bisher keine einzige Kirche. Der Stadtteil ist neu entstanden und soll der neue Wissenschaftsstandort von Berlin werden. Da braucht es unbedingt eine Kirche.

Gibt es ein Erlebnis aus der letzten Zeit, das dich besonders bewegt hat?
Wir konnten die Taufen von einigen Jugendlichen feiern. Dazu kamen auch ihre Familien. Fast niemand aus ihren Familien kennt Jesus. Die jungen Leute haben öffentlich erzählt, dass Jesus das Beste für sie ist und ihr Leben jetzt einen Sinn hat, trotz aller Herausforderungen und Fragen, die sie haben. Das mitzuerleben, ist schon faszinierend. Deshalb arbeite ich sehr gerne hier.

Du willst die Arbeit von Jana Kontermann mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

Nach fast 20-jähriger Tätigkeit als Missionar in Russland wechselt Waldemar Jesse als Gemeinschaftspastor nach Illertissen und Balzheim. Wir sprachen mit ihm, wie sich die Missionsarbeit in Russland verändert hat und was ihm fehlen wird.

Waldemar, was waren deine Aufgaben in Russland?
Zuerst war ich von 2001 bis 2006 in Jekaterinburg tätig, einer Stadt mit rund 1,4 Millionen Einwohnern, um eine Gemeinde zu gründen. Danach war ich fünf Jahre in der Probstarbeit vergleichbar als Dekan engagiert. Dabei habe ich vor allem Mitarbeiter betreut und geschult. Außerdem war ich an der Gründung zweier weiterer Gemeinden beteiligt. 2012 wechselte ich nach Tscheljabinsk, das rund 1,1 Millionen Einwohner zählt und etwa 200 Kilometer von Jekaterinburg entfernt ist. Dort fand ich zwei Gemeinden mit einer langen Geschichte vor, die auch ein Kirchengebäude hatten – es fehlten aber die Mitarbeiter. Meine Hauptaufgabe bestand darin, Mitarbeiter zu finden, zu schulen und zu befähigen, dass sie eigenständig Dienste übernehmen können. Der deutschsprachigen Gemeinde gehörten rund 15 sehr ältere Personen an. Die russischsprachige umfasste etwa 30 Mitglieder unterschiedlicher Nationalitäten. Was auch fehlte, waren Kinder und Jugendliche. Wir haben uns in erster Linie auf die russischsprachige Gemeinde konzentriert, denn das war die Zukunft. Wir bauten eine Kinder-, Jugend- und Frauenarbeit und weitere Kreise auf, um die Gemeinde zu fördern und zu stärken. Am Ende kamen bis zu 80 Besucher aus allen Altersgruppen in die Gottesdienste.

Bei Russland denke ich an ein unfassbar großes Land …
Die Liebenzeller Mission arbeitet im Uralgebiet, das fünfmal größer als Deutschland ist. Dort betreuten wir zum Schluss 13 Gemeinden mit rund 700 Mitgliedern. Dabei mussten wir sehr große Entfernungen zurücklegen. Von meinem Wohnort bis zur weit entferntesten Gemeinde lagen über 600 Kilometer.

Wie hat sich die Gemeindearbeit verändert?
Die Medien haben auch hier Einzug gehalten. So ist die Gemeinde inzwischen im Internet vertreten. Menschen versuchen wir mit verändertem Liedgut zu erreichen.

Was sind die besonderen Herausforderungen, vor denen die Missionsarbeit in Russland steht?
Es sind der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern und die riesigen Entfernungen. Es fehlen auch finanzielle Mittel, da es in Russland nicht die treuen Missionsfreunde gibt, die wie in Deutschland hinter der Arbeit stehen. Außerdem gibt es viele Suchtkranke. Und auch das Interesse am Glauben, am Religiösen überhaupt nimmt ab.

Wie ist die Situation der Christen in Russland generell?
In den 19 Jahren in Russland haben wir nur zweimal Gegenwind erlebt: Zum einen bei der Gemeindegründungsarbeit in Berjosowski von Schwester Sabine Matthis. Als wir Räume eines Invalidenvereins anmieten wollten, um dort sozial und missionarisch tätig zu werden, hat der örtliche orthodoxe Priester vehement dagegen protestiert. Er warf der Leitung des Vereins vor, sie würde ihren Glauben verkaufen und sich einer Sekte öffnen. Die Verantwortlichen des Vereins widersprachen und haben dennoch die Räume an uns vermietet. Zum anderen erlebten wir Widerstand beim Bau der Kirche in Jekaterinburg. Dort hatten sich die Anwohner des Parks heftig gegen eine Ansiedlung gewehrt. Das hatte aber keine religiösen Gründe.

Und wie ist das Verhältnis zur dominierenden orthodoxen Kirche?

Natürlich hat die orthodoxe Kirche in Russland eine besondere Stellung und sie versucht auch, eine Staatskirche zu werden. Sie wird auch vom Staat finanziell unterstützt. Aber in dem Land gilt die Religionsfreiheit und als Evangelische Kirche haben wir keinen Druck erlebt. Was aber allen Religionsgemeinschaften zu schaffen machte, war das Missionsgesetz, das vor rund fünf Jahren erlassen wurde. Darin wird klar geregelt, wie die evangelistische Arbeit aussehen darf. Da gibt es gewisse Beschränkungen. Aber es gibt kein Verbot, das Evangelium zu verbreiten.

Nun wechselst du zum 1. November zum Liebenzeller Gemeinschaftsverband nach Illertissen und Balzheim nach Franken. Was sind dort deine Aufgaben?

Ich betreue die bestehenden Gemeinden und möchte missionarisch aktiv sein, um Außenstehende zu erreichen. Durch meine Arbeit in Russland liegt mir besonders am Herzen, Mitarbeiter zu schulen und fortzubilden. Und ich wünsche mir, dass wir sozial aktiv werden, um Akzente zu setzen.

Und was wird dir von Russland fehlen?
Das sind die Menschen, die Beziehungen, die Gastfreundschaft, die unermessliche Weite des Landes. Und es sind die Freiheiten, die es so hier nicht gibt: In Deutschland ist alles geregelt.

Fast 20 Jahre war Waldemar Jesse mit seiner Frau Katharina in Russland im Auftrag der Liebenzeller Mission tätig. Zu den Schwerpunkten ihrer Arbeit gehörten Gemeindegründung, Mission und Evangelisation sowie Schulung der Mitarbeiter. Durch TEE-Schulungen („Theological Education by Extension“ – außerschulische theologische Ausbildung) erhalten die Teilnehmer die Grundlagen des christlichen Glaubens vermittelt und werden zur Mitarbeit in den Gemeinden vorbereitet. Zuletzt lebte die Familie in Tscheljabinsk, rund 200 Kilometer von Jekaterinburg entfernt.

Benjamin und Debora Wagner leben mit ihren zwei Kindern seit 2016 in Sambia. Nach Abschluss des Sprach- und Kulturtrainings begann ihre Mitarbeit im Projekt „Hilfe zum Leben“ in Mushili. Seit Sommer 2017 ist Benjamin Projektverantwortlicher. Debora hält Kinderstunden in Mushili und unterrichtet benachteiligte Kinder in einem Waisenhaus.
Benjamin hat nach einer Ausbildung und Tätigkeit als Bankkaufmann die theologische Ausbildung in Bad Liebenzell absolviert. Debora ist Rechtsanwaltsfachangestellte. Beide haben ihre Berufung in den Missionsdienst bei Auslandseinsätzen in Afrika erlebt. In den nächsten Monaten sind Benjamin und Debora in Deutschland, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen einige Fragen gestellt.

 

Was liebt ihr an eurem Einsatzland Sambia besonders?
Die schönen Sonnenaufgänge, die freundlichen Menschen und ihre positive Lebenseinstellung. Obwohl viele Menschen sehr wenig zum Leben haben, sind sie extrem dankbar. Für uns ist es eine schöne Wertschätzung, dass die Menschen uns und unser Projekt gerne haben. Sie würden alles dafür tun, uns zu beschützen und uns zu helfen.
Achja, und das Wetter in Sambia lieben wir natürlich auch sehr. Auf den Wetterbericht schauen, braucht dort niemand.

 

Ihr arbeitet in Mushili, einer Stadtrandsiedlung von Ndola, der drittgrößten Stadt in Sambia. Viele Menschen dort sind sehr arm. Wie muss man sich den Alltag der Menschen vorstellen?
Strom haben die wenigsten Leute. Morgens machen sie erst einmal Feuer, um Wasser für den Tee zu kochen oder fürs Duschen zu erwärmen. Wer einen Job hat, geht zur Arbeit. Insgesamt ist es aber so, dass etwa die Hälfte der Menschen in Mushili keine Arbeit hat. Viele sind Tagelöhner, stehen an den Toren der Fabriken und hoffen, dass sie wenigstens für diesen Tag einen Job bekommen. Ihr Lohn dafür ist weniger als 5 Euro pro Tag.
Wer an der Uni studieren will, muss sehr viel Geld für die Studiengebühren aufbringen. Das können sich viele nicht leisten. Oder sie müssen einige Jahre arbeiten, um Geld fürs Studium anzusparen. Wer Geld hat, muss kulturell bedingt oft auch die Verwandten mitversorgen. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Alltag für viele ein Kampf ist, irgendwie über die Runden zu kommen. Erschwert wird ihre Situation auch durch eine Währungskrise. Die Preise haben sich in wenigen Jahren verdoppelt, die Löhne aber nicht. Und Absicherungen wie eine Arbeitslosenversicherung oder so gibt es in Sambia selbstverständlich nicht.

 

Wie setzt sich euer Projekt ein, damit Menschen auch in Mushili eine Perspektive haben?
Wir haben eine kleine Bücherei aufgebaut, die neben Romanen, Kinderbüchern und Bibeln auch viele gute Schulbücher hat. Die Schüler dürfen ihre Schulbücher in Sambia nicht mit nach Hause nehmen, was das Lernen natürlich erschwert. Jeden Tag kommen 40 oder 50 Kinder gerne zu uns zum Hausaufgaben machen und lernen. Zum Projekt gehört auch eine große Jugend- und Sportarbeit. Unser Wunsch ist es, dass junge Menschen ein gutes Freizeitangebot bekommen und Jesus kennenlernen. Deswegen fördern wir auch immer wieder Einzelne, in dem wir ihre Schulgebühren finanzieren oder sie zu Jüngerschaftskursen einladen. Was uns sehr freut: Ein Lehrer, der früher selbst an unseren Programmen teilgenommen hat, bringt sich jetzt ehrenamtlich ein. Ihm ist das Projekt sehr wichtig und er möchte etwas zurückgeben von dem, wovon er profitiert hat. Er bringt auch sein landwirtschaftliches Wissen, das er bei uns erworben hat, in seiner Schule ein und zeigt seinen Schülern zum Beispiel, wie man einen guten Gemüsegarten anlegt. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Schulung von Kleinbauern. Wir wollen ihnen zeigen, wie man auf einer kleineren Fläche mehr Ertrag erzielen kann. Und das alles auf der Grundlage von biblischen Werten.

 

Was ist euer Ansatz, dass die Hilfe nicht nur ein Strohfeuer, sondern nachhaltig ist?
70 Prozent der Menschen in Sambia leben von der Landwirtschaft oder sind als Nebenerwerb auf sie angewiesen. Aber viele arbeiten so ineffektiv, dass sie gar keinen Gewinn aus ihrer Arbeit erzielen. Sie kaufen immer mehr Dünger, damit es eine gute Ernte gibt. Die Böden werden dadurch aber immer saurer. Das wird für sie eine Spirale, aus der sie kaum mehr rauskommen. Hier setzen wir an und zeigen ihnen zum Beispiel auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung von Kompost und Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familien besser ernähren können. Einer unserer Mitarbeiter besucht sie dann immer wieder, motiviert sie und gibt Tipps. Denn diese Arbeit braucht schon einen langen Atem.

 

Jetzt seid ihr in den nächsten Monaten in Deutschland. Was genießt ihr hier am meisten?
Das Essen und besonders die Qualität des Essens. Auch die Freizeitangebote für Kinder wie Spielplätze und Hallenbäder sind super. So etwas gibt es in Sambia nicht. Und wir genießen hier auch die Anonymität. In Mushili sind wir die einzigen Weißen. Da fällt man natürlich auf und wird entsprechend beobachtet. Trotzdem sind wir sehr gerne in Sambia.

 

Du willst die Arbeit von Familie Wagner mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

MALAWI. Die Corona-Pandemie eröffnet der Missionsarbeit auch ungewohnte Möglichkeiten: So bekommt der christliche Sender „Radio L“ in Malawi, der von der Liebenzeller Mission mitgetragen wird, viele Aufträge für Sondersendungen über Corona und wie man sich davor schützen kann, berichtet Missionar Paul Kränzler. Die Polizei hat zehn Sendungen gebucht, in denen sie über häusliche Gewalt und Kindesmissbrauch aufklärt. Andere thematisieren die sozialen Auswirkungen, die die Schulschließungen und Arbeitslosigkeit mit sich bringen. Für eine Sendung über die in Afrika so notwendigen Nahrungsergänzungsmittel als Hilfe zur Verbesserung des Immunsystems suchen die Radiomacher noch Gesprächspartner. Moringa oder Artemisia und andere pflanzliche Mittel können, richtig eingesetzt, zur Vorbeugung dienen. Die Sondersendungen helfen mit, die missionarische Arbeit zu finanzieren. „Unter der Rubrik ‚Geistliche Programme‘ haben wir eine neue Reihe über ‚Angst überwinden‘ begonnen. Biblische Texte und Zeugnisse von Betroffenen sollen den Hörern Mut machen, Hilfe bei Gott zu suchen: nicht nur bei der Angst vor Corona, sondern auch vor Zauberei, Arbeitslosigkeit, wirtschaftlichen Nöten und Scheidung“, so Paul Kränzler.

„Radio L“ sendet unter dem Motto „Let there be light“ („Es werde Licht“) seit Ende 2017 als erster Radiosender Malawis überwiegend in der Stammessprache der Yao. Diese sind vorwiegend Muslime und machen etwa zehn Prozent der fast 19 Millionen Malawier aus. Die Yao leben meist in entlegenen Dörfern, viele können nicht lesen und schreiben. Deshalb ist für sie das Radio eine wichtige Informationsquelle. Die Sendungen von „Radio L“ sind lebensnah gestaltet. Sie geben Tipps für Familie und Erziehung, Gesundheit und Ernährung sowie Glaube und Nachfolge. Und natürlich strahlt der Sender auch Nachrichten und Musik aus.