Dietmar und Katrin Brunner arbeiten im Projekt „Hilfe zum Leben“ in Mushili, einer Stadtrandsiedlung von Ndola im Kupfergürtel Sambias. Dietmar ist gelernter Kfz-Meister und für den landwirtschaftlichen Zweig des Projekts zuständig, Katrin ist ausgebildete Krankenschwester. Beide haben das Bibelkolleg in Bad Liebenzell besucht und sind seit 1998 Missionare in Sambia. Drei ihrer vier Kinder leben in Deutschland, die jüngste Tochter besucht die Amano-Schule. In den letzten Wochen waren sie in Deutschland und haben von ihrer Arbeit berichtet. Wir haben ihnen einige Fragen gestellt.

Mit biblischen Werten die Erträge in der Landwirtschaft steigern. Das ist die Grundidee von „Foundations for Farming“. Mit dieser Methode arbeitet ihr. Wie funktioniert das?
Der Grundgedanke ist, große Landbewegungen zu vermeiden und zum Beispiel keine Hügel für den Anbau aufzuschütten. Denn der tropische Regen schwemmt sonst einen Großteil des Humus weg, Nährstoffe gehen verloren. Besser ist es, kleine Löcher in den Boden zu graben. Traditionell werden in Sambia Pflanzenrückstände verbrannt. Teil des Programms von „Foundations for Farming“ ist es, diese Rückstände als Mulchschicht auf den Feldern liegen zu lassen. Das alles führt dann zu höheren Erträgen. Viele Menschen in Sambia sind der Meinung, dass man ohne Kunstdünger keine gute Ernte haben kann. Sie sagen dann: „Wir haben kein Geld, können keinen Dünger kaufen“. Die Konsequenz ist, dass viele Menschen jedes Jahr eine Hungerzeit durchleben. Manchmal ist das auch ein bisschen eine Ausrede. Unsere Methode zeigt, dass es auch ohne Kunstdünger geht.
Dahinter steht der Gedanke: Was Gott uns in die Hand gegeben hat, können wir verwenden. Gott gibt uns reichlich und ist uns treu. Wenn wir Gottes Schöpfung folgen, dann hat das positive Auswirkungen in vielen Bereichen unseres Lebens. Für uns ist das wie ein Spiegelbild: Aus kaputtem Land wird wieder gutes Land. Gott hat uns durch Jesus die Möglichkeit geschenkt, dass alles gut wird. Gottes Gnade macht nicht nur Felder, sondern auch uns neu.

Eigentlich müssten doch alle Sambier in der Landwirtschaft diese „Erfolgsmethode“ einsetzen wollen?
Es kommen viele Leute zu uns. Sie sehen die Erfolge und wollen es nachmachen. Oft scheitert es an der Umsetzung, was verschiedene Gründe hat. Veränderungen sind erst einmal für alle Menschen schwierig. Wenn ich etwas von meinen Eltern und Großeltern entsprechend gelernt habe, werfe ich das nicht einfach mal so beiseite. Und wir müssen zugeben, dass es auch Vorteile beim alten „System“ gibt. Zum Beispiel können sich in den Mulchschichten Schlangen besser verstecken. Wenn die Felder abgebrannt sind, sind natürlich dort auch keine Schlangen.
Außerdem fällt es den Menschen sehr schwer, aus der Gemeinschaft rauszutreten und etwas anders zu machen als alle anderen. Denn dann wird man argwöhnisch beobachtet. Und wer dann mit unserer Methode Erfolg hat, wird schnell beneidet. Vorwürfe stehen im Raum, dass das nicht mit rechten Dingen zugehen kann und Zauberei im Spiel ist. Der Druck der Gemeinschaft ist also sehr stark. Deswegen ist es gut, wenn sich eine Gruppe zusammenschließt, die unsere Methode ausprobiert – am besten auf einem kleinen Stück Land.

Ihr gehört zu den dienstältesten Liebenzeller Missionaren. Was motiviert euch jeden Tag neu?
Das ist Gottes Gnade. Die Möglichkeiten, die uns Gott gerade in der Landwirtschaft schenkt, sind Ausdruck seiner Gnade. Und auch die Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten dürfen, motivieren uns. Wir sind quasi wie eine Familie. Wir feiern zusammen und leiden zusammen. Es ist einfach schön, bei ihnen und bei uns Veränderungen zu sehen. Deshalb investieren wir gerne in Beziehungen. Wenn sie motiviert werden, sich selbst für Gott einzusetzen, motiviert das auch uns. Gottes Wirken konkret zu sehen, begeistert uns. Wie bei Clement. Er nahm vor vielen Jahren am Sportprogramm unseres Projekts teil. Schwester Hedwig Müller erklärte dem damals Zehnjährigen einiges zu Heilpflanzen wie der Artemisia. Jetzt ist er erwachsen, hat sich daran erinnert und baut Artemisia an, die eine gute Wirkung auf das Immunsystem hat. Leider gibt es in Sambia wenig Impfstoff gegen das Corona-Virus. Aber Clement kann mit seiner Arbeit ein bisschen dazu beitragen, dass Menschen ihr Immunsystem stärken können. Bei ihm ist im wahrsten Sinne des Wortes der Samen aufgegangen.

Drei eurer Kinder leben in Deutschland. Wie ist das für euch, viele Tausend Kilometer entfernt zu leben?
Das erste Kind loszulassen, war am schwierigsten. Aber schnell haben wir gemerkt, dass ihnen ihr Orientierungsjahr in Korntal sehr guttut. Das macht es dann leichter. Und auch in Deutschland ziehen viele Kinder nach der Schule zu Hause aus. So viel anders ist unsere Situation also gar nicht. Zudem sind wir zum Beispiel über Videocalls per Whatsapp gut verbunden, können jederzeit anrufen.

Auf was hattet ihr euch in eurer Zeit in Deutschland besonders gefreut?
Ganz klar auf unsere Kinder und Familien. Im August heiratete unsere Tochter, darauf freuten wir uns natürlich sehr. In den ersten Tagen in Deutschland hatten wir viele ermutigende Begegnungen. Wir haben auch traurige Geschichten gehört, aber einfach auch viel Positives. Wenn wir zum Beispiel sehen, dass viele aus unserer Zeit damals im Jugendbund heute noch in der Gemeinde dabei und sehr engagiert sind, ist das einfach schön.

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NEUBRANDENBURG / BAD LIEBENZELL. Ein echter Grund zum Feiern: Seit 15 Jahren besteht das sozialmissionarische Projekt „Oase im Reitbahnviertel“ der Liebenzeller Mission in Neubrandenburg. Bei einem Fest am 7. August wurde Mitgründerin Elisabeth Walter-Fischer in den Ruhestand verabschiedet.

Ziel des Projekts ist es, Menschen im Reitbahnviertel praktisch zu helfen, ihnen eine Anlaufstelle zu bieten, wo Mitarbeitende ein offenes Ohr für Nöte und Alltagsfragen haben, und eine neue, frische Kirchengemeinde zu gründen, die „ein Kind des Viertels ist“, wie es Bettina Heckh erläutert. Sie ist Fachbereichsleiterin für Projekte und Finanzen in der Zentrale des Missionswerks im Schwarzwald und fuhr gerne die knapp 800 Kilometer zur Feier nach Mecklenburg-Vorpommern. „Es ist uns wichtig, dass die Oase zu den Leuten aus der Neubrandenburger Nordstadt passt“, so Bettina Heckh. „Ich staune, wie viel Vertrauen gewachsen ist. Die Menschen kommen gerne in die Oase und Gemeinschaft ist gerade in diesen Zeiten sehr wichtig und wertvoll.“

In dem Plattenbaugebiet wohnen rund 4500 Einwohner. Es ist das jüngste Viertel der Stadt. Viele Familien müssen mit wenig Geld auskommen. „Die Angebote in der Oase sind ganz verschieden, jeder kann so kommen wie er ist. Die Oase ist ein Ort für Suchende, Atheisten, Christen. Alle sind willkommen“, sagt Bettina Heckh. Die Projektarbeit läuft in Zusammenarbeit mit dem Mecklenburgischen Gemeinschaftsverband.

Wehmütig wurde es bei der Jubiläumsfeier, als Elisabeth Walter-Fischer verabschiedet wurde. Mit ihrem ersten Mann Jakob gründete sie die Oase. Zusammen mit ihm und ihren drei Kindern lebte sie von 1979 bis 2000 in Papua-Neuguinea und war dort als Missionarin im Einsatz. Jakob starb 2008 nach schwerer Krankheit. Elisabeth blieb in Neubrandenburg und lernte hier den ebenfalls verwitweten ehrenamtlichen Mitarbeiter Herbert Fischer aus Heilbronn kennen. Die beiden heirateten 2015. Doch nun ist Loslassen angesagt. Elisabeth lässt viele Menschen zurück, die ihr lieb geworden sind: Kolleginnen und Kollegen aus ihrem Team und natürlich die Neubrandenburger, die ihr ans Herz gewachsen sind. Zusammen mit Herbert zieht sie in seine Heimat in Baden-Württemberg zurück, um dort den Ruhestand zu verbringen. Zum Abschied gab es einen Luftballonstart. „Er sollte das Loslassen symbolisieren und dass die Menschen im Reitbahnviertel die Oase zu einem bunten und lebendigen Zuhause machen“, erklärt Bettina Heckh. Die regelmäßigen Oase-Besucherinnen und –Besucher werden Elli, wie sie meistens genannt wurde, vermissen. „Sie war das Herz der Oase“, so Bettina Heckh. Zum Abschied predigte Dirk Farr, Gemeindegründer aus Berlin, über den biblischen Psalm 27. Es lohne sich, nah am Herzen Gottes zu sein, um nah bei den Menschen sein zu können. Ein Prinzip, das Elisabeth und Herbert Tag für Tag lebten.

Auch wenn sie zukünftig im Süden Deutschlands leben werden, bleiben Elisabeth und Herbert mit den Neubrandenburgern in Kontakt. Sicherlich wird es den ein oder anderen Besuch geben. Und über Gebete haben sie nicht nur einen direkten Draht nach oben, sondern sind auch mit den Menschen vor Ort verbunden.

Frank und Julia Wittmann arbeiten seit Juni 2010 an der „Amano-Schule“ in Sambia. Frank ist für die Verwaltung verantwortlich und unterrichtet auch, weil Lehrermangel herrscht. Julia kümmert sich um die Kurzzeitmitarbeiter, hält Andachten, unterrichtet und bietet eine Kinderstunde an für die Kinder aus dem nahe liegenden Dorf. Ihren ersten Missionseinsatz hatten die beiden von 2004 bis 2008 in Sierra Leone mit Christliche Fachkräfte International. Frank studierte Wirtschaftsingenieurwesen und war in Deutschland als Unternehmensberater und Projektmanager tätig. Julia hat als Technische Lehrerin an einer beruflichen Schule unterrichtet. Derzeit sind sie in Deutschland, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen einige Fragen gestellt.

Was ist das Besondere an der Amano-Schule?
Die Vielfalt der Menschen, das multikulturelle Umfeld und ein ganz besonderes soziales Gefüge von reich bis arm, von Missionarskindern über Kinder von Geschäftsleuten bis hin zu Waisenkindern. Das alles macht Amano aus und die Schule speziell und spannend.
Was uns auch sehr gefällt: Als Lehrer kann man Gottes Wort auch im Unterricht einbringen. Viele Schüler wollen mehr von Gott und der Bibel wissen und manche entscheiden sich für ein Leben mit Jesus.

Was war euer Highlight im letzten Jahr?
Ein indisches Mädchen in der Grundschule hatte sich für ein Leben mit Jesus entschieden. Ihre Eltern besuchen regelmäßig einen hinduistischen Tempel. Das große Gebetsanliegen des Mädchens war, dass ihre Eltern auch zum Glauben kommen. Das Mädchen bat immer wieder um Gebetsunterstützung und sagte, dass sie ihren Eltern ständig von Jesus erzählt.Im Januar sind die Gebete erhört worden. Es ist schön, wenn man sieht, dass die Arbeit Früchte trägt.

Mitarbeiter an der Amano-Schule werden dringend gesucht. Ihr habt jetzt die Chance auf einen Werbeblock.
In einem multikulturellen Umfeld Missionsarbeit zu machen, ist eine super Möglichkeit – besonders auch für junge Missionare. Wir suchen besonders Lehrinnen und Lehrer, aber auch andere Mitarbeiter. Sambia ist ein Land mit großen Freiheiten und Menschen, die offen für das Evangelium sind. Man kann hier definitiv im Glauben wachsen und lernt Vertrauen, dass Gott hilft und durchträgt. Was natürlich auch sehr schön ist: Sambia ist ein wunderschönes Land mit beeindruckender Natur, gutem Klima und freundlichen Menschen.

Was ist euer Wunsch für die nächsten Jahre der Amano-Schule?
Wir wünschen uns Stabilität für die Schule. Gerade bei den Mitarbeitern ist häufig ein Kommen und Gehen. Viele aus der Gründergeneration sind nun in den Ruhestand eingetreten. Und wir wünschen uns Einigkeit. Wir kommen aus so vielen unterschiedlichen Hintergründen. Wir alle lernen immer wieder neu aufeinander zuzugehen. Für Mitarbeiter, die an ihre Grenzen kommen, wünschen wir uns Entlastung. Mehr Mitarbeiter würden sicherlich helfen.

Gibt es ein Erlebnis aus den vergangenen Wochen, das euch besonders bewegt hat?
Einer unserer Schüler aus der 8. Klasse war immer ein ganz besonderer Sonnenschein. Aber von einem auf den anderen Tag ist seine Stimmung umgeschlagen. Es gab in seiner Familie viele Probleme. Zwei Wochen, bevor wir nach Deutschland gereist sind, ging es ihm wieder besser. Da war er wieder, unser Sonnenschein. Erst später hatten wir erfahren, dass er sich für ein Leben mit Jesus entschieden hat. Das hat ihn fröhlich gemacht, auch wenn die Probleme in der Familie geblieben sind.

Auf was habt ihr euch in eurer Zeit in Deutschland am meisten gefreut?
Besonders auf die Familie. Nach und nach konnten wir alle „abklappern“ – je nachdem, wie es die Pandemielage zuließ. Die Begegnungen haben uns sehr gut getan.

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Kinder und ältere Menschen sind von der Corona-Pandemie besonders betroffen, vor allem, wenn sie unter schwierigen sozialen Bedingungen aufwachsen wie im Reitbahnviertel in Neubrandenburg. Bei einer Arbeitslosenquote von über zwanzig Prozent müssen viele Familien mit wenig Geld auskommen.

Aber nicht nur finanzielle Not macht den Menschen hier zu schaffen. In dem sozial-missionarischen Projekt „Oase“ der Liebenzeller Mission bringen die Mitarbeitenden auf kreative Weise Gottes Liebe zu den rund 4.500 Bewohnerinnen und Bewohnern. So boten sie während der Corona-Pandemie ein „Frühstück to go“ an. Rund 25 Vesper zum Mitnehmen haben täglich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gerichtet und zwischen 9 und 10:30 Uhr ausgegeben. Für einen kleinen Unkostenbeitrag von zwei Euro gab es am Küchenfenster der Oase einen Kaffee, ein bis zwei Brötchen (wobei man noch welche kostenlos nachholen konnte), eine Banane, ein Ei, Tomaten und/oder Radieschen. Alles wurde in Papiertüten eingepackt. In jede Tüte haben die Mitarbeitenden einen kleinen Input bzw. Hinweis über Jesus aufgenommen. Wer sein Frühstück geholt hatte, konnte sich – mit Abstand – zunächst auf den Vorplatz setzen. Mittlerweile können die Besucherinnen und Besucher auf dem Innenhof draußen auf den Sofas sitzen. Selbstverständlich beachtete man dabei die geltenden Hygiene-Regeln.

Das Angebot nahmen viele Mütter und Senioren dankbar an, berichtet Anna Kölbel: „Die Rückmeldungen waren sehr positiv. Es war das Erste, was wieder unkompliziert Gemeinschaft ermöglicht hat.“ So gab es guten Austausch bei den Gesprächen. Die Liebenzeller Missionarin ermutigt, auch andernorts solche Aktionen anzubieten: Am besten eignet sich ein Begegnungsort wie ein Vorplatz, vorzugsweise mit Sitzmöglichkeit.

Björn und Miriam Dehner leben seit 2012 in Frankreich und haben drei Kinder. Seit August 2018 gehören sie zu einem Gemeindegründungsteam in der südfranzösischen Stadt Montpellier. Davor arbeiteten sie in Nantes und Cherbourg im Westen Frankreichs, vor allem in der Jugendarbeit und Gemeindegründung. Derzeit sind sie in Deutschland. Wir haben Björn einige Fragen gestellt.

Welche drei Eigenschaften sind dir für eine Gemeinde wichtig?
Relevanz für die Menschen, die nicht an Jesus glauben. Liebe, denn die Liebe von Jesus für alle Menschen soll in der Gemeinde sichtbar werden. Und ein dritter Wert, der mir persönlich wichtig ist, ist Exzellenz. Wir haben einen wunderbaren Gott und ich wünsche mir, dass sich das in unserer Art Gemeinde zu gestalten widerspiegelt.

Wenn du an Montpellier denkst, dann …
… denke ich an Zuhause, an Kreativität und an dynamisches Leben. Wir fühlen uns in Montpellier sehr wohl. Gleichzeitig haben wir auch schon die Schattenseiten einer großen Stadt kennengelernt, z. B. Armut und Abhängigkeiten.

Vor Kurzem habt ihr einen Online-Glaubenskurs begonnen. Wie war der Start?
Der Start war echt gut. Das ist schon spannend. Eigentlich lebt so ein Alphakurs ja von der Begegnung und persönlichen Treffen. Trotz der Distanz durch das Online-Format sind einige dabeigeblieben, die auch echt motiviert sind. Wir sind froh, dass wir so dann trotz Ausgangssperre den Glaubenskurs machen konnten. Aber wir freuen uns natürlich darauf, wenn wir hoffentlich bald in den Präsenzmodus gehen können.

Was wünscht du dir für eure Gemeindegründung in den nächsten Monaten?
Dass vieles, von dem, was wir begonnen, erhalten bleibt und wir neue Dynamiken integrieren können. Denn ein richtiges „Gemeindeprogramm“ hatten wir coronabedingt bisher noch nicht. Ich würde mir schon wünschen, dass viele von den Menschen, die jetzt online dabei waren, dann auch in die Gemeinde kommen. Letztendlich ist es mir aber egal, in welche Gemeinde die Menschen gehen. Ich wünsche mir nur, dass sie echte Hoffnung in Jesus finden.

Gibt es ein Erlebnis in den letzten Wochen, das dich besonders bewegt hat?
Eine Freundin von uns, die auch beim Online-Glaubenskurs dabei ist, trifft sich zum Bibellesen mit Miri. Zu ihrem Vater hatte sie seit längerer Zeit keinen Kontakt mehr, weil sie sich verstritten hatten. Nun haben sie sich das erste Mal seit zehn Jahren versöhnt, weil sie jetzt Halt in ihrem gefundenen Glauben hat und Gott zu ihr redet. Glaube bewegt und verändert. Das zu erleben, begeistert mich.

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Michael und Tina Eckstein leben seit gut 13 Jahren mit ihren Kindern in Frankreich. Sie haben die Menschen in ihr Herz geschlossen und lieben es, ihnen von Jesus weiterzusagen. In Saint-Lô bauen sie eine Gemeinde auf. Michael ist außerdem Teamleiter der Liebenzeller Missionare in Frankreich. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland unterwegs, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben Michael einige Fragen gestellt.

Was bedeutet für dich Heimat?
Für mich persönlich ist das der Ort, wo meine Familie ist und wo ich mich am richtigen Platz hingestellt sehe. Beziehungen spielen dabei eine wichtige Rolle, denn sie steigern das Lebensgefühl. Man ist dann zu Hause, wenn man weiß, wo man hingehen kann. Neulich musste ich in einem Computerladen etwas besorgen. Meine Tochter war dabei und sagte im Anschluss: „Papa, wenn man euch so reden hört, könnte man meinen, ihr seid Kumpels!“ Die Leute zu kennen, ist echt wertvoll. Für unsere Kinder ist schon eher Frankreich ihre Heimat. Mein Eindruck ist: Wenn die Eltern das Leben zwischen den Kulturen bejahen und auch beide Kulturen pflegen, finden die Kinder ein Zuhause. Dann ist ihnen keine Kultur komplett fremd.

Bitte vervollständigt den Satz: Für unsere Gemeinde ist uns wichtig …
… dass sich die Menschen mit ihr identifizieren und bereit sind, sich einzubringen, zu lernen und füreinander da zu sein. Gemeinde macht aus, dass Menschen einen Blick und ein Herz für die Aufgaben der Gemeinde haben. Gott gebraucht die Gemeinde für seine weltweite Mission, sie soll Licht in der Welt sein und auf ihn hinweisen.

Wie stellt ihr euch eure Gemeinde in fünf Jahren vor?
Gerade durchlaufen wir einen Gemeindeberatungsprozess. Das ist sehr spannend und herausfordernd. Es ist geplant, dass wir als Missionare weiterziehen, um an einem anderen Ort eine Gemeinde zu gründen und zu bauen. Für unsere jetzige Gemeinde wird das schon eine Herausforderung.
Mein Wunsch für die Gemeinde in fünf Jahren ist, dass die Menschen in der Gemeinde im Glauben wachsen und auch in der Mitarbeit. Aus Identifikation soll Engagement werden – mit einem Verantwortlichen-Kreis, der nach vorne blickt und eine Vision für die Gemeinde hat. Dass die Gemeinde zahlenmäßig wächst, ist natürlich auch ein Wunsch. Ich würde es so bezeichnen: gesundes Wachstum – geistlich und zahlenmäßig.

Ihr lebt und arbeitet als Deutsche in Frankreich. Fühlt ihr euch immer willkommen oder gibt es manchmal auch Vorbehalte der Menschen vor Ort?
Wir haben das Vorrecht, zu einem Zeitpunkt nach Frankreich gekommen zu sein, an dem das kaum mehr ein Thema ist. Die Kinder von früheren Missionaren mussten sich z. B. in der Schule immer wieder kritische Rückmeldungen zu ihrer Herkunft anhören. Wir persönlich haben das nicht erlebt. Ohnehin ist die deutsch-französische Freundschaft in den letzten Jahren stark gewachsen.

Gibt es ein Erlebnis in den letzten Wochen, das euch besonders bewegt hat?
Was mich sehr freut: Wir haben Menschen in der Gemeinde, die sehr herausfordernde Zeiten erleben, aber immer treu beten. Vielen ist das Gebet in den letzten Monaten neu wichtig geworden. Besonders denke ich an ein älteres Ehepaar, bei dem sich vieles um sich selbst gedreht hat. Heute geht ihr Blick über sich selbst hinaus und sie sprechen von „unserer Gemeinde“. Es hat sich nicht nur ihr Vokabular, sondern auch ihre Einstellung geändert.

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Die Liebenzeller Mission will jungen Menschen in Sambia den christlichen Glauben, praktische Fähigkeiten für den Ackerbau und leichte handwerkliche Tätigkeiten vermitteln. Ebenso sollen sie für die christliche Kinder- und Jugendarbeit ausgebildet werden. Dabei werden sie von Missionaren und einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begleitet. Das ist das Ziel eines Jüngerschaftsprogrammes im 2003 gegründeten Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. Dazu sucht die Liebenzeller Mission finanzielle Unterstützerinnen und Unterstützer. Besonders gesucht werden Paten für die Jugendlichen. Alle Informationen dazu finden sich unter www.liebenzell.org/projektpatenschaft

In der Stadtrandsiedlung von Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias, leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Ein Schwerpunkt bildet die Ausbildung im alternativen Feldbau – dem „Foundations for Farming“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie zum Beispiel durch Kompost und Biokohle sowie durch Mulchen mehr ernten. Die Mitarbeiter zeigen auch auf, wie Mini-Baumschulen angelegt werden. So können sie ihre Familien besser ernähren. Gleichzeitig vermitteln die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Liebenzeller Mission biblische Prinzipien und übertragen diese in den Alltag – zum Beispiel den Wert der Treue. Wer treu den Acker anbaut und pflegt, erzielt auch eine größere Ernte. So konnten viele Kleinbauern, die sich an dem landwirtschaftlichen Projekt beteiligen, ihre Erträge um 50 Prozent steigern. Treue ist auch ein Schlüssel für eine glückliche Ehe und vertrauensvolle Beziehungen. „Foundations for Farming “ hilft Menschen zu einer ertragreichen Landwirtschaft und zu einer ausgewogenen Ernährung – und zu einem gelingenden Leben auch im afrikanischen Sambia.

In dem neuen Programm erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer biblischen Unterricht und geistliche Impulse. Außerdem vermitteln die Missionare sowie einheimischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter praktische Fähigkeiten, damit die Absolventen später davon leben und ihr Wissen an andere weitergeben können. Dabei werden die Jugendlichen von Fachleuten begleitet und lernen, Verantwortung zum Beispiel für die Tiere zu übernehmen. Die Teilnehmenden des Jüngerschaftsprogrammes werden auch im Kinder- und Jugendbereich eingesetzt und geschult. So lernen sie unter anderem, wie sie Andachten für Kinder halten können. „In diesen Bereich wollen wir die jungen Leute stärker einbinden, sodass das Training ganzheitlicher wird und nicht nur auf Landwirtschaft bezogen ist. Einsätze in andere Landesteile sind auch geplant, um ihren Horizont zu erweitern“, sagte der Leiter des Jüngerschaftsprogrammes, Benjamin Wagner.

Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dem Programm wurde extra ein Haus auf dem Gelände des Mushili-Projektes gebaut. Dort können sie mit den Mitarbeitenden zusammenleben und geprägt werden. Längerfristig können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine weiterführende Jüngerschaftsschule besuchen. Es gibt bereits vier Auszubildende, zwei haben ihren Schwerpunkt in der Landwirtschaft, die anderen zwei im handwerklichen Bereich.

Wir sind froh und dankbar für 17 neue Missionarinnen und Missionare, die sich in die Missionsarbeit weltweit senden lassen – nach Papua-Neuguinea, Kanada, Burundi, Spanien, Deutschland, Japan, Frankreich und Sambia. Zur Begegnung und zum Kennenlernen gab es ein Treffen in Dobel. Jetzt gehen unsere Neuen ermutigt den nächsten Schritt im Vorbereitungsprogramm. Wir wünschen ihnen, dass sie gesegnet sind und selbst ein Segen für viele Menschen werden.

Du überlegst, selbst Missionarin oder Missionar zu werden? Dann findest du hier weitere Infos: https://www.liebenzell.org/mitmachen/mitarbeiten/missionar-werden/

Thomas und Irene Beck sind seit fast 30 Jahren in Japan vor allem in der Gemeindegründungsarbeit aktiv. Das Ehepaar mit vier fast erwachsenen Kindern ist seit 2012 in Tokaichiba im Einsatz. Thomas leitet daneben als Geschäftsführer die religiöse Körperschaft der Liebenzeller Mission in Japan, die unter anderem 16 Gemeinden und ein Freizeitheim umfasst. Wir haben uns mit ihnen unterhalten, vor welchen Herausforderungen die Missionsarbeit in dem Land steht.

Rund ein Prozent der 126 Millionen Japanerinnen und Japaner sind Christen, davon sind 680.000 evangelisch. Warum glauben so wenige an Gott?
Thomas Beck: In Japan herrscht ein ausgeprägtes Kollektivdenken. So lautet ein Sprichwort: „Der Nagel, der heraussteht, wird eingeschlagen.“ Japanerinnen und Japaner identifizieren sich sehr stark über ihre Gruppe. Der Shinto-Glaube gehört zur Nationalität und hier herauszutreten, ist aufgrund des sozialen Druckes sehr schwer. Hinzukommt, dass in Japan eine ausgeprägte Leistungsgesellschaft vorhanden ist. So muss man bereits für den Kindergarten eine Aufnahmeprüfung bestehen. Es gibt in Japan deshalb keine Freizeitindustrie wie bei uns.
Der allgegenwärtige Leistungsdruck hält viele davon ab, über das nachzudenken, was wirklich wichtig ist. Zwischen 40 und 50 Jahren geraten aber viele in Lebenskrisen, hinzukommen Erziehungs- und Eheprobleme. Viele finden in diesem mittleren Lebensalter in unsere Gemeinden. Denn sie suchen nach Hilfe und fangen an, über Lebensfragen nachzudenken. Allerdings sind die Kinder der 40- bis 50-Jährigen mit unseren Angeboten so gut wie nicht zu erreichen, da sie selbst schon erwachsen sind und sie wiederum nicht mehr von ihren Eltern erreicht werden. Jede Generation muss letztlich neu mit dem Evangelium in Kontakt kommen, denn es ist in Japan noch viel schwerer, dass Eltern ihren Kindern den Glauben weitervermitteln können.

Wie erreicht ihr die Menschen in Japan?
Irene Beck: In Japan läuft viel über Beziehungen. Dabei sind wir Missionare, die wir von außen kommen, sehr stark darauf angewiesen, dass die einheimischen Christen ihre Freunde und Bekannte mit in die Gemeinde bringen.
Thomas Beck: Wenn wir eine neue Gemeinde gründen, laden wir als Erstes Japanerinnen und Japaner zu uns nach Hause ein und lesen mit ihnen die Bibel, die auch für sie als das meistgelesene Buch der Welt gilt. Aber sie wissen nicht, was darin steht. Wenn aber jemand von außen kommt, mit ihnen die Bibel liest und den Inhalt erklärt, haben sie großes Interesse daran. Denn Japanerinnen und Japaner sind sehr wissbegierig. Es interessiert sie besonders, was aus dem Westen kommt. Mit der Bibel konfrontiert zu werden, ist für sie eine große Chance, etwas bislang Unbekanntes kennenzulernen. Daneben laden wir auch in unseren Gemeinden zu Konzerten oder Vorträgen zur Kindererziehung und zu Alltagsproblemen ein.

Was leitet euch bei eurer Arbeit?
Thomas Beck: Bei unserer Gemeindegründungsarbeit sind uns drei Punkte wichtig: Dass wir betend vorbereiten, wen wir ansprechen sollen. Dazu bauen wir immer einen Unterstützerkreis an Betern auf. Hinzu kommt, dass wir mit Christen vor Ort zusammenarbeiten, die bereits über Kontakte verfügen. Wir Missionare knüpfen daran wiederum neue Kontakte. Und dann verkünden wir die Frohe Botschaft für eine Gesellschaft, die keine frohe Botschaft hat, da sie sehr anstrengend und auf Leistung ausgelegt ist. Viele Japanerinnen und Japaner leiden unter dem Druck. Das Evangelium befreit sie davon und verändert sie. Gebet, Kontakte vor Ort und das Evangelium – darauf kommt es uns letztlich an.

Wie ist die Situation in eurer momentanen Gemeinde?
Thomas Beck: Wir versuchen zurzeit die Gemeinde in Tokaichiba in einheimische Hände zu übergeben und suchen dazu Leitungspersonen. Den Gottesdienst besuchen rund 40 Japanerinnen und Japaner. Begonnen haben wir mit sechs Personen. Der jüngste Besucher ist zwei Jahre alt, die älteste Besucherin 88 Jahre. Dabei erreichen wir Menschen aus allen Gesellschaftsschichten. Aber die Menschen, die sich bei uns haben taufen lassen, waren meist zwischen 40 und 50 Jahren alt.

Wie reagieren die Japaner auf das Evangelium?
Thomas Beck: Das Evangelium befreit vom Leistungsdruck und vom Ahnenkult, der die Japanerinnen und Japaner oft sehr bindet und ihnen unter anderem durch die Rituale sehr vieles abverlangt. Viele leiden unter Angst vor den Verstorbenen. Denn – so denken sie – man darf ja nichts falsch machen bei Beerdigungen oder gar Tabus brechen – sonst rächen sie sich als böser Geist. Jesus Christus hingegen befreit sie von dieser Angst. Sie müssen keine Lasten mehr tragen. Das ist für die Christen hier befreiend und begeistert sie.
Irene Beck: Und diese Begeisterung steckt an. So haben wir durch eine Frau aus unserer Gemeinde Kontakt zu einem Zeugen Jehovas bekommen, der ihren befreienden, fröhlichen Glauben ansteckend fand. Zuerst kam dieser Mann heimlich, öffnete sich dann aber für Jesus Christus. Unsere Gemeindemitglieder tragen ihren Glauben begeistert weiter, knüpfen neue Kontakte, die sie an uns vermitteln und sind so hervorragende Multiplikatoren.

Was war euer prägendstes Erlebnis?
Irene Beck: Als wir vor zwei Jahren sehr an unsere Belastungsgrenze stießen, schlug Thomas der Gemeinde als Jahreslosung Gottes Zusage aus 2. Mose 14,14 vor: „Ich werde für euch kämpfen und ihr werdet stille sein.“ Diese Zusage Gottes half uns, als zwei Frauen einen neuen Musik- und Singkreis starten wollten und deren Vorschlag die Gemeinde spaltete. Während die einen dafür waren, riefen andere dazu auf, Gott einfach zu vertrauen. Wir unterließen die Neugründung – und erlebten, wie sich kurz darauf sechs Menschen zur Taufe anmeldeten. Das hat mich beschämt: Gottes Stärke ist nicht von unserer Kraft, unserem Können und unseren Fähigkeiten abhängig. Wenn wir nicht mehr können, ist er erst am Anfang.
Thomas Beck: Es ist unbeschreiblich bewegend und begeisternd zu erleben, wie Gottes Wort Menschen tiefgreifend verändert. Wir haben bei unseren Gemeindegründungsarbeiten immer wieder erlebt: Es war schon alles vorbereitet, wenn es um die Fragen ging: Wie finden wir Kontakte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Wohnungen? So kam nach dem Umzug in eine neue Stadt der Milchmann an unsere Tür und fragte uns, was wir hier tun würden. Als wir ihm sagten, dass wir eine Gemeinde gründen wollen, sagte er: „Halleluja, seit fünf Jahren bete ich als Christ dafür. Ich kenne so viele und tiefe Einblicke in ihre Nöte. Ich kann euch viele vorstellen, die nur auf das Evangelium warten.“ Gott war also schon lange am Wirken und er kannte bereits die Situation, in der für uns alles noch so ungewiss war.

Was muss ein Missionar und eine Missionarin für Japan besonders mitbringen?
Thomas Beck: Ohne das Wissen um meine Berufung könnte ich meine Arbeit nicht tun. Diese Berufung steht über allem. In diesem Wissen kann ich aller Ungewissheiten begegnen, weil Gott seinen Segen geben wird. Wenn eine Berufung vorliegt, braucht es einfach den Mut, dem nachzukommen. Wir brauchen außerdem auch tiefes Verständnis für eine völlig fremde Kultur und die Fähigkeit, sich dort hineinzubegeben. In Deutschland können wir selbst bestimmen, was wir machen wollen, im Gegensatz zur japanischen Kollektiv-Gesellschaft. Außerdem sind viele Japanerinnen und Japaner konfliktscheu. Man muss bereit sein, den Japanern ein Japaner zu werden, seinen deutschen Individualismus ein Stück weit aufzugeben und versuchen zu verstehen, wie die Menschen hier denken und empfinden. Die Sprache selbst kann man mit viel Geduld erlernen.
Irene Beck: Man darf weniger der Macher sein, sondern muss Gott machen lassen. Außerdem benötigt man Ausdauer – aber die schenkt Gott mit der Berufung.

Du willst die Missionsarbeit von Thomas und Irene Beck mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

Sven und Mareike Mitschele lebten zusammen mit ihren drei Kindern vier Jahre lang in Sambia und setzten sich an der Amano-Schule ein. Zuvor unterstützten sie bei einem einjährigen Kurzeinsatz unser Team in Papua-Neuguinea. Mareike ist Fachlehrerin für musisch-technische Fächer, Sven ist Kaufmann und Sozialarbeiter von Beruf. Zum Herbst wechseln sie in unser sozialmissionarisches Projekt „Oase“ in Neubrandenburg. Wir haben ihnen ein paar Fragen gestellt.

Nach vier Jahren in Sambia seid ihr nun wieder in Deutschland. Was vermisst ihr an Afrika?
So kurz nach der Rückkehr im April fehlten uns die warmen Temperaturen, aber auch die Wärme, wenn wir Menschen begegnen. In Afrika macht man gleich mit jedem Smalltalk, auch mit Fremden. Hier liegt der Schwerpunkt viel mehr auf Zeit und Terminen und weniger auf Menschen. Unseren Kindern fehlt der Nshima, der Maisbrei, der das Grundnahrungsmittel in Sambia ist.

Eure Leidenschaft in den letzten Jahren galt den Kindern und Jugendlichen an der Amano-Schule. Was macht die Schule so besonders?
Sicherlich die bunte Mitarbeiterschaft. Trotz großer Unterschiedlichkeit hat jeder ein Herz für Jesus und für die Kinder. Der Wunsch von allen ist, dass die Kinder Jesus kennenlernen. Es ist faszinierend, wie viele Kulturen auf Amano zusammenleben. Weil es eine Internatsschule ist, hat man die Chance, in das Leben der Kinder hineinzuwirken und etwas zu verändern.

Gibt es ein Erlebnis aus eurer Zeit in „Amano“, das euch in besonderer Erinnerung ist?
Die Highlights waren die Veranstaltungen am Wochenende, bei denen man die Kinder mehr privat kennengelernt hat und Zeit mit ihnen verbringen konnte: Geländespiele, Ausflüge zu einem Pool, Koch- oder Grillaktionen. Hühnchen grillen in einem Erdbackofen war zum Beispiel eine coole Sache.
Wir waren ja die Hauseltern des Jungeninternats. Besonders viel Freude hat es mir (Sven) gemacht, mit einzelnen Jungs ein Jüngerschaftsprogramm durchzuführen. Es war genial, sie im Glauben wachsen zu sehen. Einmal hatte ich das Gefühl, einen Jungen ansprechen zu müssen, ob wir uns nicht ab und zu treffen sollten. Er erklärte mit, dass er mich das auch schon fragen wollte. Dann haben wir uns regelmäßig einmal die Woche getroffen, um gemeinsam Bibel zu lesen und über Lebens- und Glaubensfragen zu sprechen.

Im Herbst beginnt für euch mit der Oase in Neubrandenburg etwas Neues. Was wisst ihr bereits über euer neues Projekt?
Dass wir in der „Platte“ wohnen werden. Wir wissen, dass dort auch viele Menschen mit sozial schwachem Hintergrund leben. Viele sind einkommensschwach mit allerhand Problemen. Welche konkreten Aufgaben wir haben werden, ist aber noch nicht klar.
Die meisten sind areligiös geprägt, deshalb freuen wir uns auf die Arbeit im Team und wollen den Menschen Jesus liebmachen. Übrigens: Im Reitbahnviertel leben auf engem Raum mehr Menschen als in unserem Heimatdorf!

Und auf was freut ihr euch?
Auf die Begegnung mit den Menschen.
Unsere Mädchen freuen sich auf den Kindergarten und die Schule. Sie vermissen Sambia, haben hier aber auch mehr Möglichkeiten, wie Musikunterricht, Vereine usw. Ich freue mich auf die sozialmissionarische Gemeindegründungsarbeit.
Gott hat uns auch schon mit einer genialen Wohnungslösung versorgt. Wir spüren, dass Gott die Türen öffnet. Auch die Kindergarten- und Schulplätze haben sich ungewöhnlich schnell geklärt. Gott hat alles innerhalb von zwei Wochen geregelt, solange wir noch in Sambia waren. Das war eine Bestätigung für uns.

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