Benedikt und Verena Tschauner studierten „Theologie und Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext“ an der Internationalen Hochschule Liebenzell. Dort lernten sie sich kennen und lieben – und erfuhren viel über die weltweite Missionsarbeit. Ein verlängertes Praxissemester führte sie nach Bangladesch. Es wuchs eine große Liebe zu Land und Leuten, die sie nicht mehr losließ. So reisten sie im Januar 2018 mit ihrem Sohn nach Bangladesch aus. Nach dem Sprach- und Kulturtraining in Khulna zogen sie im März 2019 nach Dinajpur um. Hier arbeiten sie an der christlichen Schule, in zwei Schülerheimen, im Gemeindebezirk und in der Schulungsarbeit mit. In den nächsten Monaten sind sie in Deutschland und berichten von ihrer Arbeit. Wir haben Benedikt einige Fragen gestellt.

Bangladesch kommt in den deutschen Medien meistens mit negativen Schlagzeilen vor. Lass uns mit etwas Positivem beginnen: Was beeindruckt dich am Land und den Menschen?
Die Zufriedenheit und Lebensfreude der Menschen. Sie sind sehr gastfreundlich, obwohl manche Menschen echt wenig zum Leben haben. Und beeindruckend ist auch die platzsparende Fahrweise im Verkehr (schmunzelt).

Bangladesch ist ein mehrheitlich muslimisches Land. Offiziell herrscht Religionsfreiheit. Können Christen in Bangladesch wirklich frei ihren Glauben leben oder gibt es Einschränkungen?
Christen können, wenn sie ihrer traditionellen Kirche und „Nische“ bleiben, relativ frei ihren Glauben leben. Aber gesellschaftlichen Benachteiligungen sind sie immer wieder ausgesetzt.

Bildung ist der Schlüssel für die Entwicklung eines Landes. Bangladesch hat dort in den letzten Jahren aufgeholt, aber in manchen Regionen ist das immer noch ein Problem. Wie ist die aktuelle Bildungssituation in Bangladesch?
Bildung ist auf jeden Fall weiterhin der Schlüssel für die Zukunft des Landes. Denn Bangladesch hat kaum eigene Rohstoffe. Die Regierung arbeitet hart daran, die Bildung zu verbessern. Allerdings fallen immer noch zu viele Kinder durch das Raster, ein „Auffangbecken“ fehlt für sie.

Ihr setzt euch an der christlichen Schule in Dinajpur ein: Welche Bedeutung hat die Schule für die Kinder und Familien?
Die Schule ist ein Aushängeschild für die traditionelle christliche Minderheit. Christliche Bildung wird von allen Bevölkerungsschichten sehr geschätzt, weil sie für Qualität und Werte steht. Gerade für die Schüler aus den Dörfern ist die Schule sehr wichtig. Ihre Wissenslücken sind groß. Neulich sollte ein Kind in der vierten Klasse zu uns an die Schule wechseln, es konnte aber noch nicht schreiben. In den ländlichen Gebieten ist es oft so, dass die Lehrer einfach nicht zum Unterricht in der Schule kommen. Denn dann können sie nachmittags Privatunterricht anbieten, um zusätzlich Geld zu verdienen. Aus diesen Gründen will die Regierung nun den Privatunterricht abschaffen.

Besuchen auch muslimische Kinder eure Schule? Wie reagieren sie auf christliche Inhalte?
Drei Viertel der Kinder auf der Schule sind Muslime. Wertebasierte Bildung ist auch ein Wunsch von vielen muslimischen Eltern. Daher schicken sie ihre Kinder gerne zu uns. Die Schule ist für viele ein Erstkontakt mit dem christlichen Glauben. Auch für Christen ist das sehr wertvoll. Ein Muslim, der auf einer christlichen Schule war, wird sich später in aller Regel Christen gegenüber nicht feindlich verhalten.

Was sind deine Wünsche für Bangladesch?
Für uns wünschen wir uns neue und mehr Missionare für unser Team. Für das Land wünsche ich mir, dass Werte wie Zivilcourage mehr gelebt werden. Andere Menschen im Blick zu haben, gegen Missstände aufzustehen: Das wird leider zu selten getan. Korruption ist hoch und leider sind Vergewaltigungen an der Tagesordnung. Es gibt keine Zeitungsausgabe, in der nicht über Vergewaltigungen oder entsprechende Prozesse berichtet wird. Und die Dunkelziffer ist weit höher. Viele tun nichts dagegen, besonders wenn die Tat von einer hierarchisch höherstehenden Person begangen wird. Nach und nach verabscheuen immer mehr Menschen solche Taten. Dass sie gerichtlich verfolgt werden, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Aber die Gesellschaft muss sich gerade bei diesem Thema noch stark verändern.

Du willst die Missionsarbeit von Verena und Benedikt Tschauner mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

Die Liebenzeller Mission unterstützt nicht nur die eigenen, rund 230 Missionare, sondern weltweit auch über 70 einheimische Mitarbeiterinnen und Missionare. So werden beispielsweise in Bangladesch seit über 20 Jahren Dozenten, Verwaltungsmitarbeiter und vor allem Evangelisten mitfinanziert. Zurzeit sind es rund 15, sagte Missionar Samuel Strauß.

Rund zehn Evangelisten erhalten in Bangladesch einen monatlichen Gehaltszuschuss der Liebenzeller Mission. Dabei arbeitet die Liebenzeller Mission eng und vertrauensvoll mit dem einheimischen Partnerverband „Bangladesch Baptist Church Sangha“ (BBCS) zusammen. In jedem seiner zehn Kirchenbezirke ist ein Evangelist eingesetzt. Diese sind überwiegend aus der „Außerschulischen theologischen Ausbildung (TEE)“ hervorgegangen. Das Programm wurde entwickelt, da vielen Gemeinden das Geld fehlt, um junge Menschen an theologischen Einrichtungen studieren zu lassen. Dabei bearbeitet der Student eine bestimmte Anzahl von Lektionen zu Hause und trifft sich dann mit seinem Mentor. Er geht mit dem Schüler den Lernstoff durch und bespricht mit ihm Gemeindeangelegenheiten. Eine weitere Stärke dieser Art von Ausbildung ist, dass sie im gewohnten Umfeld mit allen Herausforderungen des Alltags geschieht. Die Liebenzeller Missionare helfen auch in der pastoralen und theologischen Ausbildung. Die unterstützten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bangladesch bewährten sich in der Gemeindearbeit und „haben ein Herz für Jesus und die Menschen“, sagte Samuel Strauß.
Wer welche finanzielle Unterstützung erhält, stimmt die Liebenzeller Mission mit dem einheimischen Partnerverband sehr eng ab. Das Geld, insgesamt rund 7.000 Euro jährlich, geht an BBCS. Er verteilt die Mittel an seine Mitarbeiter weiter. Dabei legen diese monatlich per Dienstbericht unter anderem Rechenschaft über die Verwendung der Gelder ab. Der Partnerverband ist bestrebt, seine Mitarbeiter selbst zu finanzieren und ist da in den vergangenen Jahren große Schritte weitergekommen, sagte Samuel Strauß. Da jeder Pastor für bis zu sechs Gemeinden verantwortlich ist, muss jeder unterstützte Evangelist auch pastorale Dienste mitübernehmen. Viele haben dabei eine Ausbildung an der christlichen Hochschule „College of Christian Theology“ absolviert, an dem unter anderem ein Liebenzeller Missionar unterrichtet.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1974 in Bangladesch aktiv. Zusammen mit ihren einheimischen Partnern will sie den Einwohnern Hoffnung vermitteln. So sind unter anderem Kliniken und Waisenhäuser entstanden. Als eine ihrer Hauptaufgaben unterstützen die Missionare die christlichen Gemeinden. Sie schulen, ermutigen und motivieren Gemeindeglieder, damit sie ein Leben als bewusste Christen in einer Minderheitensituation führen können.

BAD LIEBENZELL. Ein Student der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA) in Bad Liebenzell, der bis vor sechs Wochen überhaupt nicht Fahrrad gefahren ist, erfährt von der Spendensammelaktion „Corona Ride“, bei der Fahrradfahrer in drei Tagen 1.000 Kilometer fahren – und entschließt sich, eine Tagesetappe von 270 Kilometer mitzufahren. Zehn Euro pro Kilometer, also insgesamt 2.700 Euro, hofft Marco Anhorn so für die Arbeit der Liebenzeller Mission in Bangladesch durch Sponsoren sammeln zu können. In rund 50 Trainingsstunden bereitet er sich auf seinem etwa 30 Jahre alten Rennrad quer über die Schwarzwaldberge um Bad Liebenzell auf die Fahrt vor. Dabei lässt er sich auch von Reifenpannen und Stürzen nicht entmutigen und stoppen.

Die Fahrt am Sonntag, 14. Juni, führte von Mosbach nach Friedrichshafen am Bodensee. Start war um 6:30 Uhr, um 22 Uhr haben er und seine Mitfahrer das Ziel dann zwar nass – es hat über weite Strecken des Tages geregnet–, aber trotzdem sehr glücklich erreicht. „Es war der absolute Hammer!“ So fasst Marco Anhorn seine Eindrücke zusammen.

Der 25-jährige gelernte Bankkaufmann ist in Bühlenhausen auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen. Er besucht die örtliche Süddeutsche Gemeinschaft. Von dort kennt er die ITA, nicht zuletzt durch ehemalige Studenten aus seinem Heimatort. Corona veränderte auch sein Leben als Theologiestudent. Noch mehr berührt ihn die große Not in anderen Ländern wie zum Beispiel Bangladesch. Die Liebenzeller Mission ist vor Ort aktiv, um den Menschen zu helfen.

Marco Anhorn lernt Micha Orth kennen, den Initiator von „Corona Ride“ und entschließt sich waghalsig, als ungeübter Radfahrer an der Aktion teilzunehmen. Und schafft es, andere von seiner Spendenaktion zu begeistern. Schnell hat er das ursprünglich anvisierte Spendenziel erreicht; inzwischen haben mehr als 80 Sponsoren über 7.000 Euro gespendet. Und die Aktion läuft noch bis 26. Juli.

Sehr stark beeindruckt haben ihn seine Mitfahrer, eine bunte Truppe aus ganz Deutschland. Insgesamt handelte es sich hierbei um zwölf Männer unterschiedlichen Alters. Viele von ihnen haben eher durch Zufall von der Aktion erfahren und sie hatten auch ein komplett unterschiedliches Trainingspensum vorher absolviert. Manche von ihnen hatten zu seiner Überraschung noch weniger trainiert und ihnen steckten dann am Sonntagmorgen von der bisherigen Tour bereits über 700 Kilometer in den Knochen. „Deren Motivation und unbedingter Durchhaltewillen hat mich total angespornt, deswegen kam mir während der Fahrt niemals wirklich der Gedanke, aufzugeben oder abzubrechen.“

Körperlich verkraftete er die Herausforderung hervorragend: „Es war für mich spannend zu sehen, was man durch Willen und Fokussierung auf das Ziel alles erreichen kann.“ Und man muss auch lernen, leiden zu können, so Marco Anhorn weiter. Für ihn war das alles eine „krasse Erfahrung – und das nächste Mal bin ich bestimmt wieder dabei.“

Du willst auch eine Spendenaktion starten? Wir würden uns sehr darüber freuen. Alle Infos gibt es hier.

Mitten im Kampf gegen das Coronavirus ist Bangladesch vom heftigsten Wirbelsturm der vergangenen zwanzig Jahre getroffen worden. Der Zyklon „Amphan“ traf mit Windgeschwindigkeit von bis zu 185 km/h in der Grenzregion von Indien und Bangladesch auf das Festland. Dabei richtete der Sturm mit Starkregen vor allem im Süden des Landes verheerende Schäden an. Das erklärte die Partnerkirche der Liebenzeller Mission, die „Bangladesh Baptist Church Sangha“. Auch viele Kirchen und Schulen wurden überflutet und deren Dächer abgedeckt. Insgesamt sind nach Berichten von Medien und Hilfsorganisationen in Bangladesch und Indien etwa zehn Millionen Menschen von den Auswirkungen betroffen. Rund 100 Einwohner kamen ums Leben, eine halbe Million Familien haben ihr Zuhause verloren. Viele stehen vor dem Nichts und brauchen dringend Hilfe. Ihr ganzes Hab und Gut wurde zerstört, Felder wurden vernichtet oder vom Salzwasser überschwemmt, Bäume ausgerissen, ganze Viertel überflutet, Straßen unpassierbar, Stromleitungen gekappt. Dabei erschwerten die ersten gemeldeten Corona-Infektionen die Evakuierung zusätzlich. Nicht wenige zögerten, wegen der Corona-Gefahr in die überfüllten Notunterkünfte umzuziehen, wo an Abstandhalten nicht zu denken war. Die Freunde und Partner in Bangladesch sind für alle Gebete dankbar.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1974 in Bangladesch aktiv. Zusammen mit ihren einheimischen Partnern will sie den Einwohnern Hoffnung vermitteln. So sind unter anderem Kliniken und Waisenhäuser entstanden.

DEUTSCHLAND. Die Corona-Pandemie beeinflusst auch fundamental die Arbeit der Missionare. Viele mussten ihren Dienst vorläufig stark eingrenzen, einige wenige sind aus ihren Ländern nach der Aufforderung durch die Bundesregierung zurückkehrt – oder konnten nicht wie geplant ausreisen, so wie das junge Missionarsehepaar Micha und Katrin Ulmer. Wie gehen sie damit um?

Eigentlich hätten sie nach jahrelanger Vorbereitung im März zum ersten Mal nach Bangladesch fliegen sollen. Daraus wurde nun nichts. „Die Corona-Krise hat zwar einen Einfluss auf unsere derzeitige Situation – aber wir möchten daran festhalten, dass unser Herr uns zur gegebenen Zeit, den Weg weisen wird, den wir gehen sollen.“ Dabei berufen sie sich auf den Bibelvers aus Psalm 32,8, den sie bei der Ordination beim Herbstmissionsfest zugesprochen bekamen: „Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du gehen sollst. Ich will dich mit meinen Augen leiten“. Das sei ein klarer Zuspruch, dass Gott den Weg zeigen wird. „Dazu wird er die Situation in seiner Perspektive bewerten und dementsprechend leiten. Diese Perspektive möchten wir einnehmen. Nicht unsere Augenwinkel, sondern Gottes Perspektive soll unser Fundament und unser Wegweiser sein.“

Die Ausreise zu verschieben, war und sei nicht leicht. Das Ehepaar hat sich nun bei den Eltern von Katrin im südbadischen Ihringen vorläufig provisorisch eingerichtet – doch die Koffer bleiben gepackt. Die Missionare wollen die Zeit nutzen, um unter anderem kleinere Impulse für digitale Online-Übertragungen zu erarbeiten. „Außerdem haben wir im Selbststudium begonnen, uns an die Bangla-Sprache heranzuwagen. Es ist eine komplett fremde Welt für uns, aber es macht uns Spaß und Freude. Außerdem lesen wir Bücher zur Vorbereitung unseres Dienstes in Bangladesch.“

Überschwemmungen, hohe Bevölkerungsdichte, große Armut: Darunter leiden besonders die Kinder in Bangladesch. Trotz offizieller Schulpflicht besuchen Millionen von ihnen keine Schule. Im Kinderdorf in Khulna erhalten Kinder aus benachteiligten Familien eine qualifizierte Schulbildung und lernen den Glauben an Jesus Christus kennen. Bitte helfen Sie uns, diesen Kinder eine gute Zukunft zu ermöglichen: www.liebenzell.org/spenden

BAD LIEBENZELL. Bangladesch ist ein Land mit vielen fröhlichen Menschen. Aber auch ein Land, das immer wieder für negative Schlagzeilen sorgt. Viele Menschen leiden an Krankheit, Armut und mangelnder Schulbildung. Um diesen Menschen zu helfen, hat die Liebenzeller Mission die Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“ gestartet. Mit der Aktion sollen Menschen in aller Welt neue Hoffnung schöpfen. Schwerpunkt der Initiative sind besonders Regionen, die nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen. Seit 13 Jahren gibt es die Aktion „Weltweit Hoffnung schenken“.

Kaum ein Land auf der Welt sei von Überschwemmungen so stark betroffen wie Bangladesch, berichtet Projektkoordinatorin Bettina Heckh. Bei Naturkatastrophen würden die Mitarbeiter der Liebenzeller Mission schnell und unbürokratisch helfen, versichert sie.

Ein Schwerpunkt der Hilfsmaßnahmen kommt Kindern zugute. „Sie leiden unter den schwierigen Lebensbedingungen besonders. Eine unbeschwerte Kindheit haben in Bangladesch nur wenige. Häufig müssen sie hart arbeiten, anstatt zur Schule gehen zu können.“ Offiziell besteht in Bangladesch Schulpflicht, doch Millionen von Kindern besuchen trotzdem keine Schule. Besonders in ländlichen Gegenden stellt die schulische Ausbildung ein großes Problem dar. „Es gibt schlicht zu wenig Lehrer und Schulgebäude“, so Bettina Heckh.

Um den Kindern zu helfen, unterstützt die Liebenzeller Mission unter anderem mehrere Kinderdörfer. Hier erhalten Kinder aus benachteiligten Familien eine qualifizierte Schulbildung und ein neues Zuhause. „Viele haben durch die Kinderdörfer eine neue Perspektive für ihr Leben erhalten“, freut sich Bettina Heckh. Sie berichtet von der Situation im Kinderdorf in der Stadt Khulna, in dem derzeit etwa 50 Kinder leben. „Aufgenommen werden Waisen, Halbwaisen und Kinder aus sehr armen Familien. Die ersten Jahre werden die Kinder im Kinderdorf unterrichtet. Danach gehen sie in eine öffentliche Schule. Nach dem Schulabschluss werden sie bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz oder beim Start ins Berufsleben unterstützt.“

In Bangladesch engagiert sich die Liebenzeller Mission schon seit rund 45 Jahren. „Eine langfristige Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort ist uns wichtig. Nur so wird eine nachhaltige Hilfe möglich“, erklärt Bettina Heckh.

Unterstützen kann man die Aktion nicht nur mit einer Spende, sondern auch mit aktiver Mitarbeit, sagt Bettina Heckh: „Die Initiative ereignet sich gut als Projekt für eine Betriebsfeier oder einen Weihnachtsmarkt.“ Für Kinder hat sich die Projektkoordinatorin eine besondere Aktion ausgedacht: „Viele Kinder in Bangladesch haben keine eigene Zahnbürste. Deshalb ist unsere Idee, dass Kinder aus Deutschland originalverpackte Zahnbürsten und Zahnpasta-Tuben besorgen und kreativ gestalten.“ Die Zahnbürsten-Sets werden in der Zentrale der Liebenzeller Mission gesammelt und dann nach Bangladesch gebracht.

Weitere Informationen zu den Projekten und ein Projektvideo gibt es im Internet unter www.weltweit-hoffnung-schenken.de oder direkt bei Bettina Heckh unter Telefon 07052 17-7128 oder E-Mail . Dort können auch Materialien zu der Aktion wie Plakate, Handzettel, Fotos oder Spendendosen angefordert werden.

Spendenkonto:
Liebenzeller Mission
Sparkasse Pforzheim Calw
IBAN: DE27 6665 0085 0003 3002 34
Vermerk: Weltweit Hoffnung schenken

BANGLADESCH. Der Liebenzeller Missionar Benedikt Tschauner hat im Fastenmonat Ramadan sehr gute und bewegende Gespräche mit anderen Männern führen können. So lud ihn der Besitzer eines Baumarkts zum Fastenbrechen ein. „Bei meinem nächsten Einkauf erhielt ich daraufhin eine Einladung des Geschäftsmannes zu einem Tee. Dabei sagte er mir, dass er Christen sehr beeindruckende Menschen finde – weil sie das tun, an was sie glauben. Weiter machte er deutlich, dass die Muslime eine Veränderung des Herzens nötig haben.“

Wenn sich Christen aufgrund fehlender Gebäude auf der Veranda treffen

Benedikt Tschauner erlebte auch einen großen geistlichen Aufbruch unter Jugendlichen bei einer Jugendkonferenz und zwei geistlichen Erneuerungsveranstaltungen, bei denen er predigte. Zwölf junge Menschen bekundeten öffentlich ihr neues Leben, indem sie sich taufen ließen: „Der Wunsch nach geistlicher Erneuerung in den Gemeinden und ein Hunger nach Jesus war spürbar.“
Fast alle Gemeinden wurden erst vor rund 25 Jahren durch die Arbeit eines gläubigen Mannes gegründet. Sie gehören dem Ureinwohner-Stamm der Santal an. Dadurch bilden sie, sowohl als Christen wie auch als Stammesleute, gleich doppelt eine Minderheit. Das wirkt sich auf ihren sozialen Stand in der Gesellschaft aus. So werden sie beim Studieren und bei der Suche nach einem Arbeitsplatz benachteiligt. Etliche Gemeinden konnten außerdem noch kein Kirchengebäude errichten. Sie treffen sich deshalb bei einem Gemeindemitglied auf der Veranda. „Trotz ihrer eigenen Nöte waren sie überwältigend gastfreundlich“, berichtet Benedikt Tschauner.

Christen feiern zweimal Erntedank

Der Missionar ist auch berührt, dass manche trotz ihrer Armut nicht an der Kollekte sparen: „Da sie kein Geld geben können, bringen sie etwas von dem Reis, den sie täglich essen, in einem kleinen Tuch mit in den Gottesdienst und geben es Gott.“ Und in Bangladesch wird nicht nur einmal im Jahr Erntedank gefeiert, denn im Norden wird zweimal im Jahr Reis geerntet. „Darum begehen die Christen auch zweimal im Jahr Erntedank, um so ihre Dankbarkeit gegenüber Gott auszudrücken.“

Die Liebenzeller Mission ist seit 1974 in Bangladesch aktiv. Um den Kindern zu helfen, unterstützen die Missionare unter anderem zwei Gästehäuser, eine Schule und Gemeinden in Dinajpur, das rund 350 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka liegt. Benedikt und Verena sind seit Anfang 2018 in Bangladesch tätig.

KANADA. Menschen aus Bangladesch, die in Toronto leben, haben großes Interesse an Gemeinschaft und hören das Evangelium. Das berichtet Markus Gommel. Die Hälfte der Teilnehmer am „Isa Fellowship-Wochenende“ hat wenig oder kaum Berührung mit der Bibel. Sie erlebten eine sehr gute Gemeinschaft und hörten biblische Impulse zum Thema Frieden mit Gott und in der Familie. Ein Ehepaar, das aus Bangladesch zu Besuch war, nahm eine Bibel mit. „Wir beten, dass sie regelmäßig darin lesen und zum Glauben kommen“, so Markus Gommel. Er ist auch dankbar, dass sich viele Kirchen im „Adam House“ (betreutes Wohnen für neuangekommene Flüchtlinge aus der ganzen Welt) engagieren. Sie arbeiten bei den Bibelstunden mit Abendessen mit, helfen bei Sport- und Spielabenden und organisieren ein Fußball-Angebot sowie ein Jogging-Programm mit anschließendem Brunch. Viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen sich hier ein. „Wir beten, dass sie zu den Flüchtlingen tiefe Freundschaften aufbauen und Glaubensgespräche führen können.“
 
Markus und Regine Gommel lebten zwei Jahre in Bangladesch und arbeiten seit 2004 in Toronto vor allem unter Einwanderern aus Bangladesch. Allein im Großraum Toronto wohnen rund 25.000 Menschen, die aus Bangladesch stammen. In der multikulturellsten Stadt der Welt leiten Markus und Regine das „Isa Fellowship“ („Isa“ ist der Name für Jesus im Koran.). Im Mittelpunkt stehen die Beziehungspflege, biblische Vorträge, Seelsorge, Besuchsdienste und Gastfreundschaft sowie Angebote zur Gemeinschaft wie Badmintonspielen und Ausflüge.

BANGLADESCH. Weltweit sorgt das Schicksal der Rohingya, einer unterdrückten und verfolgten muslimischen Minderheit in Myanmar, für Aufsehen. Rund eine Million von ihnen floh vor allem in das benachbarte Bangladesch. Dort half Steffi Stauß, die als Tochter der Liebenzeller Missionare Wolfgang und Dorothea Stauß in dem Land aufwuchs, bei verschiedenen Organisationen mit, die sich für die Geflüchteten engagieren.

Steffi Stauß beendete im vergangenen Jahr ihr Studium der Sozialwissenschaften mit dem Schwerpunkt interkulturelle Beziehungen in Fulda erfolgreich. Ihre Bachelor-Arbeit schrieb sie über die Rohingyas. Steffi Stauß engagierte sich nach der kurzzeitigen Rückkehr in Bangladesch unter anderem in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Verwaltung der Organisationen. So half sie mit, bei einem Video die bengalischen Interviews zu übersetzen und übernahm die Moderation. „Ich fand es einen sehr beeindruckenden und erschreckenden Moment, als ich mitten im Camp stand und man weit und breit nur das Lager gesehen hat – es macht einem die Komplexität der Situation klar. Es ist unglaublich, wie viele Menschen aus Myanmar vertrieben wurden.“

Für Steffi Stauß war es aber auch ermutigend zu sehen, dass mittlerweile – über ein Jahr nach der großen Fluchtwelle – das Camp relativ gut organisiert scheint. So gibt einige Sanitätsanlagen sowie Wege und Abwasserkanäle zwischen den Hütten hindurch. Ebenso ist sie dankbar für die Kinderzentren: „Ich fand es sehr schön, die glücklichen Kinder zu sehen. Sie haben so viele schlimme Sachen erlebt. Aber sie haben jetzt einen Raum, in dem sie einfach wieder Kind sein und vor allem auch etwas lernen können.“ Das sei umso wichtiger, da 80 Prozent der Rohingyas nicht Lesen und Schreiben können. Auch Partner der Liebenzeller Mission in Bangladesch beteiligen sich an den Hilfsmaßnahmen für die Rohingya.