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Hoffnung für die kleine Tasneem?

BANGLADESCH. Es ist heiß und staubig, von allen Seiten erklingt wildes Gehupe und Geklingel, und kreuz und quer fädeln sich Rickshas, rostige Lastwagen und überladene Busse ein. In der dicht besiedelten Millionenmetropole Dhaka wird der Kampf ums tägliche Überleben überall geführt – auch auf den Straßen. Der Verkehr dort zählt zu den schlimmsten weltweit und bringt jährlich zehntausende Todesopfer mit sich. Welche Mutter würde ihr Kind da schon gerne alleine losschicken?

„Meine Tochter Emma wurde von einer Freundin zum Geburtstag eingeladen. Weil der Verkehr hier so gefährlich ist, gehört es zu einem Kindergeburtstag dazu, dass die Mütter mit dabei sind“, erklärt die Liebenzeller Missionarin Anne Strauß, die seit sechs Jahren mit ihrem Mann Samuel und ihren drei Kindern in der Millionenstadt lebt. Anders als alle anderen Kinder wurde Tasneem, ein Mädchen aus Emmas Klasse, nicht von ihrer Mutter, sondern von ihrer Großmutter zur Feier begleitet. Das sorgte bei einigen für Verwunderung und fiel auch Anne auf. Sie setzte sich zu der 58-Jährigen und kam mit ihr ins Gespräch. Dabei erzählte die Frau, dass ihre Tochter an Lungenkrebs starb als Tasneem drei Jahre alt war und sie sich seitdem viel um ihre Enkelin kümmert. Anne war kurz sprachlos. Sie drückte ihr Mitgefühl aus und fragte später, ob sie Telefonnummern austauschen wollten. Seither haben sich die beiden schon öfter in der Stadt oder bei Schulveranstaltungen getroffen.

Dann ging es für die Missionarsfamilie einige Zeit in den Heimataufenthalt nach Deutschland. Als sie anschließend wieder nach Dhaka zurückkehrten, freute sich Anne sehr, Tasneems Großmutter bei einem Schulsportfest wiederzusehen. Während die Kinder auf dem Sportplatz tobten, suchten sich die beiden Frauen ein schattiges Plätzchen, um sich auszutauschen. Erneut stand Anne der Schock ins Gesicht geschrieben, als sie erfuhr, dass bei Tasneems Vater Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wurde und er nur noch wenige Wochen zu leben hat. Obwohl die Familie wohlhabend ist und ihr Schwiegersohn öfter zur Chemotherapie in das 4000 Kilometer entfernte Singapur reisen kann, hat Tasneems Großmutter Angst vor der Zukunft. Die heute 62-Jährige und ihr Mann sind für die bangladeschische Lebenserwartung von 72 Jahren schon sehr alt und es gibt sonst keinen Verwandten in der Stadt, der sich um ihre Enkelin kümmern könnte.

„Ich sagte ihr, wie leid es mir tut, weil ich ja wusste, wie sehr sie bereits darunter leidet, dass ihre Enkelin ohne Mutter aufwachsen muss“, erzählt Anne. Auch sagte die Missionarin ihr zu, dass sie weiterhin viel zu Jesus für sie und ihre Familie beten werde. „Tasneems Großmutter ist zwar Muslimin und glaubt so fest an Allah, wie ich an Jesus glaube. Doch sie reagierte nicht abweisend. Im Gegenteil. Sie bedankte sich von Herzen für die Gebete und nannte mich ihre Tochter“, freut sich Anne. Obwohl sie von dem Schicksal der Familie sehr betroffen ist, weiß Anne auch, dass Jesus aus dieser Situation etwas Gutes entstehen lassen kann. Sie wünscht sich, diese Hoffnung auch der Familie weitergeben zu können.

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Bundesministerium fördert Neubau im Kinderdorf in Bangladesch

BANGLADESCH. Am 4. Dezember konnte der Neubau des Kinderdorfs in Khulna (Bangladesch) eingeweiht werden. Für die Menschen dort war das eine riesige Freude. Der Neubau wurde durch die Unterstützung verschiedener Organisationen und vor allem des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung möglich, das den Großteil der finanziellen Mittel für den Bau zur Verfügung stellte. Das alte Gebäude wurde regelmäßig in der Monsunzeit überschwemmt, so dass die Betten der Kinder immer wieder im Wasser standen. Das hat nun ein Ende. Derzeit leben im Kinderdorf in Khulna 50 Kinder. Viele von ihnen sind Waisen oder Halbwaisen. Die ersten Jahre werden die Kinder im Kinderdorf unterrichtet. Danach gehen sie in eine öffentliche Schule. Nach dem Schulabschluss bekommen die Kinder Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz oder beim Start ins Berufsleben.