BURUNDI. Damit möglichst viele unterschiedliche Alters- und Bevölkerungsgruppen das Evangelium hören und Jesus Christus kennenlernen, lassen sich die Missionare der Liebenzeller Mission weltweit viele Aktionen einfallen. Um im ostafrikanischen Burundi die gebildete Schicht zu erreichen, arbeiten die Missionare unter anderem mit einer englischsprachigen Gemeinde in der Hauptstadt Bujumbura zusammen. Sie bietet unter anderem modern gestaltete Gottesdienste an: „Die Musikband besteht aus völlig unterschiedlichen Musikern und Sängern und der Chor ist unglaublich toll und begeistert sonntags in zwei Gottesdiensten die rund 1.000 Besucher“, schreibt Prisca Totzeck. Sie macht zurzeit im Rahmen des „impact-Programms“ einen Kurzeinsatz in Afrika. Dabei ist sie in verschiedene Arbeiten eingebunden, unter anderem in die Sonntagsschule. Diese besuchen viele Kinder unterschiedlichen Alters.

200 Jugendliche finden durch evangelistisches Theaterstück zum Glauben

Bei einer Strandparty mit 300 Jugendlichen feierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass ein zuvor aufgeführtes evangelistisches Theaterstück 200 junge Zuschauer dazu bewegte, nun ein Leben mit Jesus Christus zu führen. In der „Discovery School“, die von befreundeten amerikanischen Missionaren gegründet wurde und geleitet wird, versuchen die Mitarbeiter rund 1.300 Kindern eine möglichst umfangreiche, aber günstige Schulbildung zu ermöglichen, in der sie auch von Gott hören können. Dabei wurde Prisca Totzeck kurzfristig gebeten, im angeschlossenen Kindergarten eine kurze Lerneinheit mit 25 Kindern zu leiten. „Das war ziemlich lustig, weil mir erst eine Minute vorher mitgeteilt wurde, dass ich den Kindern das Kneten näherbringen soll. Das Ergebnis, dass genau ein Kind das ihm zugeteilte Tier halbwegs erkennbar zustande bekommen hat, sagt hoffentlich nichts über meine Fähigkeiten als Lehrerin aus …“

Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1992 in Burundi. Sie ermöglicht Kindern eine Schulausbildung und unterstützt benachteiligte Familien mit Sparprogrammen, denn viele Burunder haben keinen Zugang zu Banken. Sie trägt ebenso dazu bei, dass Menschen sich in dem Land nach vielen Jahren Bürgerkrieg versöhnen können, indem sie einheimische Christen im Glauben stärkt und Pastoren ausbildet.

BURUNDI. Mit 400 Gästen und einer Taufe mit 21 Täuflingen weihten Christen in Gitega, der zweitgrößten Stadt in Burundi, die neue Kirche von „Christian Life Ministries“ (CLM) ein. Die Liebenzeller Mission arbeitet in dem ostafrikanischen Land unter anderem mit dieser Gemeinde zusammen. CLM möchte ganz bewusst die junge, aufstrebende Generation Burundis erreichen. Neben modernen, ansprechenden Gottesdiensten gibt es viele Hauskreise, in denen die jungen Menschen lernen, Jesus von ganzem Herzen nachzufolgen und in ihm zu wachsen. „Der Saal war vollgepackt, einige mussten stehen, da die Stühle nicht gereicht haben“, schreibt Alexander Biskup. In dem Taufgottesdienst erklärten auch 21 Täuflinge öffentlich, dass sie mit Jesus Christus leben wollen. „Wir waren tief bewegt, was Jesus an und in ihnen verändert hat.“ Pünktlich zum Mittagessen machte sich etwas Hektik breit: Man hatte nur 300 Teller und das Essen war auch nicht für die 400 Gäste ausgerichtet … „Aber mit Gebet und Gottes Gnade hat es gereicht, dass alle satt werden konnten.“ Beim anschließenden Weihegottesdienst wiesen mehrere Redner klar darauf hin, dass es nun nicht um ein Gebäude gehe, oder darum, was einzelne Menschen geleistet haben, damit es nun stehe. Vielmehr gelte es, Gott zu ehren und dieses Gebäude ihm und seiner Anbetung zu widmen.

Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1992 in Burundi. Sie ermöglicht Kindern eine Schulausbildung und unterstützt benachteiligte Familien mit Sparprogrammen, denn viele Burunder haben keinen Zugang zu Banken. Und die Liebenzeller Mission trägt dazu, dass Menschen sich in dem Land nach vielen Jahren Bürgerkrieg versöhnen können, indem sie einheimische Christen im Glauben stärkt und Pastoren ausbildet. Alexander und Tabea Biskup leben in der Hauptstadt Bujumbura. Ihre Hauptaufgabe seit 2010 ist es, Christen in dem ostafrikanischen Land zu schulen und zu fördern.

BURUNDI. Seit 2010 leben Alex und Tabea Biskup mit ihren Kindern in Burundi. Alex ist Teamleiter der Liebenzeller Missionare in dem afrikanischen Land, unterrichtet an einer Bibelschule, koordiniert die Zusammenarbeit mit den Partnerorganisationen und ist zu Predigtdiensten im Land unterwegs. Tabea schult Mitarbeiter für die Sonntagsschule. Burundi zählt zu den ärmsten Ländern der Welt. In den 1990er Jahren starben schätzungsweise 300.000 Menschen durch den Bürgerkrieg zwischen Hutu und Tutsi. 2015 kam es zu politischen Unruhen, in deren Folge einige Organisationen ihre Mitarbeiter aus Burundi abgezogen haben. Familie Biskup ist in den nächsten Monaten in Deutschland unterwegs, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben Alex drei Fragen gestellt.

Nach den Unruhen in der Vergangenheit: Wie ist die aktuelle Lage in Burundi?

Im Vergleich zu 2015 ist die Situation jetzt viel stabiler. Man hört keine Schießereien und Explosionen mehr. Es findet mittlerweile auch wieder in der Hauptstadt Bujumbura öffentliches Leben statt. Trotzdem leben die Menschen in Angst, keiner weiß, was die Zukunft bringt. Hilfszahlungen aus dem Ausland wurden teilweise ausgesetzt. Darüber hinaus ist die wirtschaftliche Situation ist nach wie vor sehr angespannt. Es ist schwer, an Devisen zu kommen. Wir können aber wieder ohne Probleme in Gemeinden gehen und auch unsere Projekte laufen ohne Einschränkungen.

Ihr lebt mit euren drei Kindern in Burundi. Jetzt seid ihr für ein knappes Jahr in Deutschland. Wie gehen eure Kinder damit um?

Am liebsten würden unsere Kinder gleich wieder zurück nach Burundi. Das ist ihr Zuhause. Die Umgewöhnung auf die Schule in Deutschland ist für unsere große Tochter eine Herausforderung. Aber sie wurde sehr herzlich von ihren Mitschülern und Lehrern empfangen. Und sie kann nun zu Fuß zur Schule gehen und auch mal ohne Mama und Papa unterwegs sein. Das genießt sie sehr. Und doch kommt immer mal wieder bei unseren Kindern Heimweh nach Burundi hoch.

Was braucht Afrika am dringendsten?

Afrika braucht noch mehr Menschen, die sich für ihr Land und ihre Bevölkerung einsetzen. Gerade junge Menschen brauchen eine Perspektive in ihrem Land. Es gibt viele Leute, die etwas bewegen wollen – für ihr Land und in den christlichen Gemeinden. Sie brauchen Chancen, ihr Potenzial zu entfalten.
Was ich vor allem unter den Jugendlichen sehe, ist der Mangel an guten Vorbildern. Sie fühlen sich von den Älteren im Stich gelassen und sehnen sich nach Vorbildern, an denen sie sich orientieren können. Also Einheimische, die Hoffnung geben, die mutig vorangehen und die Probleme der Bevölkerung ernst nehmen und angehen.

BURUNDI. Seit 2014 lebt die Liebenzeller Missionarin Ina Schütte in Burundi. Dort arbeitet sie bei verschiedenen Projekten für benachteiligte Kinder und Familien mit. Zuvor hat sie das Theologische Seminar der Liebenzeller Mission absolviert. Seit Dezember ist Ina in Deutschland, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihr drei Fragen gestellt.

Wie ist es für dich, als Single-Frau in Afrika zu leben?
In der afrikanischen Kultur zählt die Ehe zu den höchsten Prioritäten. Ich bin sehr dankbar, dass ich in Burundi als unverheiratete Frau dennoch ernst genommen werde und keine erheblichen Nachteile habe. Durch meinen großen Freundeskreis und meine Gemeinde bin ich sozial gut vernetzt und integriert. Schön ist es auch, dass meine afrikanischen Freunde sehr auf meine Sicherheit bedacht sind – vor allem, wenn ich unterwegs bin. Sie warten beispielsweise mit mir bei Polizeikontrollen, oder erkundigen sich, ob ich gut Zuhause angekommen bin. Da mich ständig Menschen umgeben, fühle ich mich nie alleine.

Wofür schlägt dein Herz in Burundi besonders?
Es schlägt für Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben. Diejenigen, die gebrochene Herzen haben oder materiell benachteiligt sind. Menschen, die es bedürfen, dass sich jemand für sie stark macht und mit ihnen ein Stück ihres Weges geht. Natürlich gibt es in diesem Land viele Menschen, die Hilfe brauchen. Der Bedarf ist durch die Krise sogar noch viel größer geworden. Mir ist bewusst, dass ich an der Regierung und der Armut nichts verändern kann. Ebenso wenig ist es mir möglich, allen Menschen zu helfen. Aber ich kann für Einzelne einen Unterschied machen. Ich sehe sie in ihrer Not, stehe ihnen bei und helfe ihnen, wieder neuen Mut zu fassen.

Was sind deine Wünsche für das Land?
Viele Burundier haben in Folge der politischen und wirtschaftlichen Krise ihre Perspektive verloren und die Hoffnung aufgegeben. Auch wenn in diesem Land kein äußerer Frieden herrscht, so wünsche ich mir, dass die Menschen wieder inneren Frieden finden.

BURUNDI. Eine Nähwerkstatt in Bujumbura bietet Frauen, die aus prekären Verhältnissen kommen, eine neue Perspektive – und das sogar in doppelter Hinsicht: Neben dem Nähhandwerk wird den Frauen auch das Evangelium weitergegeben.

Jeden Morgen lesen die 15 Mitarbeiterinnen gemeinsam in der Bibel, um mehr über Jesus zu erfahren. Danach beginnen sie mit ihren täglichen Näharbeiten. Sie stellen beispielsweise Taschen, Tischdecken und Kleider her, die später verkauft werden. „Das Nähen soll den Frauen helfen, wirtschaftlich unabhängig zu werden und falsche Bindungen loszulassen“, sagt die Liebenzeller Missionarin Tabea Biskup, die einmal in der Woche für die Morgenandacht in die Näherei kommt. Sie hilft mit, den Frauen den Zugang zu Gottes Wort zu erleichtern: „Meist bereite ich einfache biblische Geschichten oder Gleichnisse aus dem Lukas-Evangelium vor, die den Charakter Jesu zum Vorschein bringen“, sagt Tabea. Anschließend erzählen die Frauen die Geschichten nach. Jede darf einen Satz beisteuern und gibt das Wort dann an ihre Sitznachbarin weiter. Häufig seien die Frauen jedoch kaum zu bremsen. „Man spürt, dass sie großen Hunger nach Gottes Wort haben und es ist schön zu sehen, wie Einzelne ihr Leben nach Gottes Maßstäben ausrichten wollen“, erzählt Tabea. Erst kürzlich habe eine Frau berichtet, wie der Bibeltext sie in der darauffolgenden Woche herausgefordert hat, gute Entscheidungen zu treffen. „Auch hat eine Mitarbeiterin vor zwei Wochen geheiratet und ihre Ehe unter Gottes Segen gestellt“, freut sich unsere Missionarin.

BAD LIEBENZELL. Zum elften Mal hat die Liebenzeller Mission die Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“ gestartet. Mit der Aktion sollen Menschen in aller Welt neue Hoffnung schöpfen. Im Blick sind besonders Menschen aus Regionen, die nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen und mit vielen Widrigkeiten leben müssen. Dieses Jahr steht das ostafrikanische Burundi im Zentrum der Initiative.

Burundi ist ein gebeuteltes Land. Jahrelang tobte ein Bürgerkrieg zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi. Mittlerweile ist der Krieg zu Ende. Aber starke Trockenheit, politische Krisen und eine schwache wirtschaftliche Entwicklung machen Burundi seit Jahren zu einem der ärmsten Länder der Welt. Für viele Burundier ist der Alltag ein täglicher Kampf ums Überleben.

Die Mitarbeiter der Liebenzeller Mission in Burundi investieren bewusst in Projekte, die den Menschen Hoffnung für die Zukunft machen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Förderung von Kindern und Familien. Benachteiligte Kinder erhalten Schulmaterial. Familien bekommen eine finanzielle Starthilfe, um wirtschaftlich unabhängig zu werden. Kinder sollen Wertschätzung und Geborgenheit in Jugendgruppen erfahren und Hoffnung für die Zukunft schöpfen. Notleidende Menschen erhalten von den Missionaren Reis, Mais und Bohnen.

„In Burundi engagiert sich die Liebenzeller Mission seit 25 Jahren. Unsere Arbeit ist auf Nachhaltigkeit angelegt“, sagt Projektkoordinatorin Bettina Heckh. Zur Zeit des Bürgerkriegs seien die Mitarbeiter zum Beispiel bewusst im Land geblieben, um den Menschen zur Seite zu stehen, „auch dann, als viele internationale Organisationen das Land verlassen hatten“, so Bettina Heckh.

Die Arbeit in Burundi geschehe immer in enger Abstimmung mit den Partnerorganisationen vor Ort, sagt Bettina Heckh. Projekte würden gemeinsam mit einheimischen Partnern entwickelt und umgesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt liege auf Projekten für Kinder, Jugendliche und Familien. „Wer die junge Generation fördert, investiert in die Zukunft des ganzen Landes und eröffnet Perspektiven für viele Menschen“, sagt die Projektkoordinatorin. In Kirche und Gesellschaft setzten sich die Missionare für die Versöhnung der früher verfeindeten Volksgruppen ein – damit Wunden heilen und neue Beziehungen möglich werden.

Unterstützen kann man die Aktion nicht nur mit einer Spende, sondern auch mit aktiver Mitarbeit, erklärt Bettina Heckh: „Die Initiative ereignet sich gut als Projekt für einen Weihnachtsmarkt oder als Spendenprojekt für eine Betriebsfeier“.

Weitere Informationen zu den Projekten und ein Projektvideo gibt es im Internet unter www.weltweit-hoffnung-schenken.de oder direkt bei Bettina Heckh unter Telefon 07052 17-128 oder E-Mail hoffnung@liebenzell.org. Dort können auch Materialien zu der Aktion wie Plakate, Handzettel, Fotos oder Spendendosen angefordert werden.

Spendenkonto:
Liebenzeller Mission
Sparkasse Pforzheim Calw
IBAN: DE27 6665 0085 0003 3002 34
BIC: PZHSDE66
Vermerk: Spendencode 1620-37

BURUNDI. Mit Mitte zwanzig gelten Menschen in Europa längst als erwachsen. In Afrika ist das anders: Wer in diesem Alter unverheiratet und kinderlos ist, hat in der afrikanischen Gesellschaft noch lange keine Stimme. In dieser Lebensphase hungern viele junge Menschen nach Orientierung und Vorbildern. So auch in einer Gemeinde in Kinindo: „Ihr dürft machen was, wo, wie lange und welche Themen ihr wollt, aber bitte macht etwas mit unseren Jugendlichen“, bittet der Pastor der Gemeinde die LM-Missionare Tabea und Alex Biskup, die noch bis vor vier Jahren den Gemeindenachwuchs dort betreuten. Nach ihnen habe sich niemand mehr gefunden, der die Arbeit fortführen konnte.

Obwohl Freizeiten in Burundi nicht auf der Tagesordnung stehen, organisierten die Missionare für rund 50 Jugendliche ein Wochenende in Buta: „Unsere Bibelarbeit dort drehte sich vor allem um Timotheus. Einerseits, weil er in Paulus ein Vorbild fand, an dem er sich orientieren konnte, andererseits, weil er trotz seines jungen Alters viel bewegte“, sagt Alex Biskup. Nicht nur das Leben des Timotheus, auch der zentrale Bibelvers der Freizeit, in 1. Timotheus 4,12, sollte die Jugendlichen ermutigen: „Niemand verachte dich wegen deiner Jugend; du aber sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Glauben, in der Reinheit“ – Ein Vers, der für die jungen Menschen Zuspruch und Anspruch zugleich sein sollte. Auch identitätsstiftende Fragen wie „Wer bin ich und wie sieht mich Gott?“ wurden während der Bibelarbeit anhand von Psalm 139 beantwortet. Ebenso wie das Programm wurde auch der Ort der Freizeit nicht zufällig ausgewählt: „Vor 20 Jahren gab es an der Schule in Buta ein großes Massaker“, erzählt der LM-Missionar. 40 junge Menschen wurden ermordet, weil sie zusammenhielten und sich nicht in ihre ethnischen Gruppen aufteilen wollten. Die Jugendgruppe aus Kinindo erlebte in Buta, wohin Gewalt führen kann und wie wichtig Vergebung ist: „Buta ist ein Ort der Versöhnung. Trotz allem haben die Menschen dort gelernt, zu vergeben“, sagt Alex Biskup.

Er und sein Team wünschen sich, dass die Teilnehmer etwas für ihr Leben mitnehmen konnten: „Wir haben hungrige Jugendliche erlebt. Wie sie ihren Glauben leben, Gott mit Hingabe ehren und im Lobpreis ihren Dank zum Ausdruck bringen, hat uns sehr bewegt. Wir hoffen, dass sie das nicht tun, um die Anerkennung anderer zu bekommen, sondern, um ihren Glauben auf einem festen Fundament zu gründen.“

Albrecht und Annegret Hengerer: Von Frankreich nach Burundi.

Manchmal kommt es anders als man denkt. Die französische Sprache mochte Albrecht Hengerer nicht und war froh, nach dem Abitur nie mehr Französisch sprechen zu müssen. Zusammen mit seiner Frau Annegret war er dann aber 27 Jahre lang als Missionar in der Normandie in Frankreich im Einsatz. Dort haben die beiden evangelische Gemeinden gegründet und Menschen zu einem Leben mit Jesus Christus eingeladen. Viele Jahre lang waren sie Teamleiter der Liebenzeller Missionare in Frankreich. Vor ihrer ersten Ausreise als Missionare hatten sich Annegret und Albrecht eigentlich gesagt: „Wir werden niemals nach Afrika gehen.“ Anfang Juli reisen sie nach Burundi! Das afrikanische Land wird ihr nächster Einsatzort sein. Grund für uns, ihnen drei kurze Fragen zu stellen.

Was werden eure Aufgaben in Burundi sein?
Seelsorge, Schulung, Administration. Mit welchen Schwerpunkten wird sich noch zeigen. Annegret wird sich in der Frauenarbeit engagieren.

Hat euch die Arbeit in Frankreich für die Arbeit in Afrika vorbereitet?
Die letzten vier Jahre arbeiteten wir in der Gemeindegründung in Alençon. 70 Prozent der Menschen in unserer Gemeinde kamen aus Afrika. Auch im Ältestenskreis waren die meisten Personen Afrikaner. Wir konnten ein Gespür dafür entwickeln, wie Menschen aus Afrika denken, handeln, reden. Das hat uns sehr angesprochen. Im Rückblick sagen wir heute: Das hat Gott sehr gut so gefügt.

Was werdet ihr an Frankreich vermissen und worauf freut ihr euch in Burundi?
An Frankreich werden wir natürlich das Baguette vermissen. Und die Frische der Natur. Auch die Lebensart der Franzosen hat uns schon sehr zugesagt. In Burundi freuen wir uns auf die unwahrscheinliche Herzlichkeit der Menschen, die Schönheit des Landes und die enge Zusammenarbeit im Missionarsteam.

BURUNDI. Burundi leidet trotz Friedensschluss mit der letzten Rebellengruppe immer noch stark an den Folgen des Bürgerkriegs. Unter den einzelnen Volksstämmen herrschen Misstrauen und Vorbehalte. Deshalb braucht das Land dringend Menschen, die Christen theologisch ausbilden, damit sie Hoffnungsträger und Friedensstifter sein können. Die Liebenzeller Mission unterstützt die Bibelschule in Muramvya. Neben der Theorie sollen auf der Bibelschule auch praktische Kurse belegt werden können. Konzipiert ist die Bibelschule für Laienmitarbeiter aus dem ländlichen Bereich, da gerade die Gemeinden dort wachsen und der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern groß ist. Die LM arbeitet seit 1992 in Burundi.

BURUNDI. Die Liebenzeller Missionarsfamilie Alex und Tabea Biskup arbeitet in ihrem Missionsdienst in Bujumbura mit der einheimischen Anglikanischen Kirche zusammen. So war Alex Biskup auch Teil der zuletzt stattfindenden alljährlichen Pastorenkonferenz der Anglikanischen Kirche, bei der er gebeten wurde „eine Einheit zum Thema ‚Versöhnung‘ zu halten“.

„Versöhnung“ – ein nicht gerade einfaches und selbstverständliches Thema in einem Land, das noch immer die Spuren des damaligen Bürgerkrieges in sich trägt, und gerade erneut von Gewaltwellen und politischen Unruhen heimgesucht wird. Inmitten dieser Situation stellten sich die etwa 40 Pastoren der herausfordernden Einheit und erlebten die Bedeutsamkeit von Versöhnung ganz persönlich, als ein Pastor anschließend vor den Teilnehmern und dem Bischof Schuld bekannte und um Vergebung bat. „Das hat einige Anwesenden zu Tränen gerührt. Das war gelebte Versöhnung: ein Bruder wurde wieder herzlich in die Gemeinschaft aufgenommen.“