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Jesus heilt – auch heute noch

NEUBRANDENBURG. Mit 21 Jahren heiratete Matze. Früh stand die junge Ehe vor Herausforderungen, doch die größte war sein Alkoholproblem. Phasenweise war er trocken, doch immer wieder erlebte er Rückfälle. Als Matze dann nach der Wende in der Montage arbeitete, hatte er sich nicht mehr unter Kontrolle. Oft trank er einfach mal so eine Kiste Bier. Über 30 Jahre hielt die Ehe den Schwierigkeiten stand, dann folgte die Scheidung. Grund Nummer eins: Matzes Alkoholsucht.

Inzwischen ist der 58-Jährige über diesen Schmerz hinweg und hat eine neue Partnerin, die – wie er auch – im Neubrandenburger Reitbahnviertel wohnt. Beide, Gabi und er, kochen leidenschaftlich gerne. Durch Zufall erfuhren sie vor drei Jahren von einem Kochprojekt in der “Oase”, einem sozial-missionarischen Gemeindegründungsprojekt der Liebenzeller Mission in ihrer Nachbarschaft. Sie gingen dorthin und fanden schnell Anschluss an die Gruppe. Von da an kamen sie regelmäßig zu den Treffen. “Zunächst war die ‚Oase' für beide ein Anlaufpunkt, wo sie Gemeinschaft mit netten Menschen haben konnten”, sagt Claudia Bolanz, deren Mann Nick die “Oase” leitet.

Doch dabei blieb es nicht: Gabi und Matze wurden neugierig, was es mit dem christlichen Glauben auf sich hat. Beide wollten mehr darüber erfahren und nahmen an einem Glaubenskurs teil. Dabei trafen sie die Entscheidung, Jesus Christus nachzufolgen. Seither verspüren sie die Sehnsucht, noch mehr über ihn zu lernen und mit ihm zu leben. “Auch wenn Matze oftmals wenig Geduld mit sich hat, sehen wir ‚Oase'-Mitarbeiter viele Fortschritte bei ihm”, erzählt Claudia. Seit acht Monaten ist er trockener Alkoholiker und sagt selbst, dass Jesus ihn von dieser Last befreit hat. Doch nicht nur das: Matze bringt sich auch in der Gemeinde ein. “Motiviert besucht und bereichert er den Männerhauskreis und hält einmal im Monat die Schriftlesung im Gottesdienst. Darüber hinaus kocht er für die Gemeinde – so auch vor Kurzem, als junge Leute aus Bad Liebenzell zu einem Einsatz da waren”, freut sich Claudia. Um ihren Glauben öffentlich zu bekunden, wollen sich Gabi und Matze Mitte Februar taufen lassen.

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Ina Schütte: Hoffnung schenken, wo sie verloren gegangen ist

BURUNDI. Seit 2014 lebt die Liebenzeller Missionarin Ina Schütte in Burundi. Dort arbeitet sie bei verschiedenen Projekten für benachteiligte Kinder und Familien mit. Zuvor hat sie das Theologische Seminar der Liebenzeller Mission absolviert. Seit Dezember ist Ina in Deutschland, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihr drei Fragen gestellt.

Wie ist es für dich, als Single-Frau in Afrika zu leben?
In der afrikanischen Kultur zählt die Ehe zu den höchsten Prioritäten. Ich bin sehr dankbar, dass ich in Burundi als unverheiratete Frau dennoch ernst genommen werde und keine erheblichen Nachteile habe. Durch meinen großen Freundeskreis und meine Gemeinde bin ich sozial gut vernetzt und integriert. Schön ist es auch, dass meine afrikanischen Freunde sehr auf meine Sicherheit bedacht sind – vor allem, wenn ich unterwegs bin. Sie warten beispielsweise mit mir bei Polizeikontrollen, oder erkundigen sich, ob ich gut Zuhause angekommen bin. Da mich ständig Menschen umgeben, fühle ich mich nie alleine.

Wofür schlägt dein Herz in Burundi besonders?
Es schlägt für Menschen, die am Rand der Gesellschaft leben. Diejenigen, die gebrochene Herzen haben oder materiell benachteiligt sind. Menschen, die es bedürfen, dass sich jemand für sie stark macht und mit ihnen ein Stück ihres Weges geht. Natürlich gibt es in diesem Land viele Menschen, die Hilfe brauchen. Der Bedarf ist durch die Krise sogar noch viel größer geworden. Mir ist bewusst, dass ich an der Regierung und der Armut nichts verändern kann. Ebenso wenig ist es mir möglich, allen Menschen zu helfen. Aber ich kann für Einzelne einen Unterschied machen. Ich sehe sie in ihrer Not, stehe ihnen bei und helfe ihnen, wieder neuen Mut zu fassen.

Was sind deine Wünsche für das Land?
Viele Burundier haben in Folge der politischen und wirtschaftlichen Krise ihre Perspektive verloren und die Hoffnung aufgegeben. Auch wenn in diesem Land kein äußerer Frieden herrscht, so wünsche ich mir, dass die Menschen wieder inneren Frieden finden.

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Gemeinsam lernen, voneinander profitieren – Internationale Partner zu Gast bei der Liebenzeller Mission

BAD LIEBENZELL. Weltmission heute lebt vom gemeinsamen Lernen, wo Erfahrungen, gelungene Konzepte und auch Rückschläge offen ausgetauscht werden und wir gemeinsam beten, sowie Gott um Wegweisung bitten. Die Liebenzeller Mission ist mit einem Reichtum an internationalen Partnerschaften beschenkt und so nutzten wir die Gelegenheit, anlässlich des Direktorenwechsels, uns über praktische Missionsfragen auszutauschen. Wer in Partnerschaften unterwegs sein möchte, muss Lernender sein – als Liebenzeller Mission wollen wir auf diesem Weg bleiben und dadurch wachsen.

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Christoph und Inka Scharf: Gelebter Glaube steckt an

BAD DOBERAN. Menschen in Mecklenburg-Vorpommern mit dem Evangelium erreichen: Das ist die Leidenschaft der Liebenzeller Mitarbeiter Christoph und Inka Scharf. Seit 2010 leben sie mit ihren drei Kindern in Bad Doberan, wo sie im Gemeindeaufbau der Landeskirchlichen Gemeinschaft (LKG) tätig sind. Dieser Aufgabe gingen sie zuvor sieben Jahre lang in der LKG Schwerin nach. Wir haben Christoph drei Fragen gestellt.

Wo erlebst du in eurer Gemeinde Herausforderungen?
Gerade weil im „Haus Gottesfrieden“ viel Gutes passiert und wir Gottes Segen erfahren, spüren wir häufig Anfechtung. Ehen durchleben zum Beispiel Krisen oder es macht sich bei Mitarbeitern Erschöpfung breit. Das gemeinsame Gebet schweißt uns in diesen Situationen aber immer wieder enger zusammen. Daher sehe ich dies nicht nur negativ. Wir wissen, dass Jesus der Sieger ist, und er möchte, dass alle Menschen das Evangelium hören. Im Herbst hatten wir 68 Gottesdienstbesucher, bei der Taufe im Sommer waren es sogar 120 – und das bei 12.000 Einwohnern. Dafür sind wir sehr dankbar.

Habt ihr im vergangenen Jahr etwas Besonderes erlebt?
Im Sommer ist eine Frau verwirrt durch die Stadt gelaufen. Ein Mann, dem sie begegnete, sagte ihr, sie solle zum „Haus Gottesfrieden“ gehen, dort würde ihr geholfen. Diese Frau kam tatsächlich zu uns. Sie hatte große private Probleme. Wir boten ihr Unterschlupf, haben mit ihr geredet, gebetet und ein Gespräch mit ihrem Sohn vermittelt. Auch wenn wir sie bisher nicht wiedergesehen haben, ist es schön, dass die Bewohner dieser Stadt wissen: Im „Haus Gottesfrieden“ sind Menschen, die sich um einen sorgen. Die Menschen hier haben erkannt, dass die Türen unserer Gemeinde für jeden offen stehen.

Was sind deine Wünsche für Bad Doberan?
Ich wünsche mir, dass wir – wie Paulus sagt – ein Brief Christi sind. Wir Christen sollten unseren Glauben in diesem areligiösen Umfeld nicht verstecken, sondern unser Christsein offen leben, sodass es ansteckend für andere wird. Erst wenn wir das tun, laden wir andere dazu ein, in die Gemeinde zu kommen und Jesus kennenzulernen. Das sind Prozesse, die viel Zeit kosten, und auch unsere Gemeinde wächst nur langsam. Doch wünsche ich mir nicht vorrangig, dass die Gemeinde zahlenmäßig wächst, sondern vor allem, dass Menschen zum Glauben an Jesus Christus kommen – und das nicht nur in Bad Doberan, sondern weltweit. Das kann nur Gott tun. Und wir können uns dafür von ihm gebrauchen lassen – so, wie es auch Mose, Jesaja und viele andere in der Bibel getan haben.

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Bunter Lebensraum statt tristes Ghetto

NEUBRANDENBURG. „Plattenbaugebiete sind keine Ghettos, sondern bunt gemischte Lebensräume, die schön sein können. Ich möchte, dass wir Christen diese wahrnehmen und uns das enge Zusammenleben zunutze machen. Wo sonst leben 200 Menschen auf 100 Quadratmetern?“, sagt der Liebenzeller Mitarbeiter Aaron Köpke. Er ist als Sozialarbeiter in der „Oase“, einem sozial-missionarischen Gemeindegründungsprojekt im Neubrandenburger Reitbahnviertel, tätig.

4500 Menschen leben in diesem Viertel. Ein Großteil ist arbeitslos oder lebt von 1-Euro-Jobs. „Diese Menschen liegen uns am Herzen. Sie gehören zu unserer Gesellschaft und ich habe Angst, dass ein Volk – nein, mein Volk – verloren geht“, betont Aaron. Weil die „Oase“-Mitarbeiter glauben, dass Gottes Liebe allen Menschen gilt, möchten sie diese durch verschiedene Angebote im Reitbahnviertel weitergeben: „Wir bieten vor allem offene Programme wie etwa das ‚Oasen‘-Frühstück, das ‚Jesus Café‘ sowie sportliche Aktivitäten oder Ferienprogramme an, zu denen jeder kommen kann.“

Auch wohnen Aaron und seine Frau Ilonka mit ihren Söhnen selbst im Reitbahnviertel und kommen so mit vielen Menschen in Kontakt. „Nichtsdestotrotz kennen viele Viertelbewohner die ‚Oase‘ nicht. Parallel kommen viele Menschen gerne zu uns, die nicht am Glauben interessiert sind“, schildert Aaron. Um diese zu erreichen, sei die „Oase“ auf Gottes Eingreifen angewiesen, denn: „Logische Erklärungen und unser Beispiel reichen oft nicht aus. Wir brauchen Wunder und Bewahrungen – die spürbare Gegenwart Gottes“, sagt der Sozialarbeiter.

In diesem Zusammenhang denkt Aaron gerne an das Ferienlager zurück, bei dem er eine Jungen-Zeltgruppe betreute. Einige der 10-Jährien kannten Jesus schon persönlich, andere nicht. Zu denen, für die Jesus noch nie eine Rolle spielte, zählte ein russischer Junge, der areligiös erzogen wurde. Seinem besten Freund, einem ukrainischen Flüchtling, war Jesus aber wichtig. Das war dem Jungen ein Anstoß. Da die Gruppe tagsüber kaum zu bändigen war, war ein Austausch über den Glauben erst abends im Zelt möglich. Dass dieser Spuren hinterließ, stellte sich gegen Ende der Woche heraus: „Der russische Junge, der sich sonst cool präsentierte, fing plötzlich an, vor seinem besten Freund und den anderen Jungen zu beten“, erzählt Aaron. Solche Augenblicke seien es, auf die die „Oase“ angewiesen ist.

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Bundesministerium fördert Neubau im Kinderdorf in Bangladesch

BANGLADESCH. Am 4. Dezember konnte der Neubau des Kinderdorfs in Khulna (Bangladesch) eingeweiht werden. Für die Menschen dort war das eine riesige Freude. Der Neubau wurde durch die Unterstützung verschiedener Organisationen und vor allem des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung möglich, das den Großteil der finanziellen Mittel für den Bau zur Verfügung stellte. Das alte Gebäude wurde regelmäßig in der Monsunzeit überschwemmt, so dass die Betten der Kinder immer wieder im Wasser standen. Das hat nun ein Ende. Derzeit leben im Kinderdorf in Khulna 50 Kinder. Viele von ihnen sind Waisen oder Halbwaisen. Die ersten Jahre werden die Kinder im Kinderdorf unterrichtet. Danach gehen sie in eine öffentliche Schule. Nach dem Schulabschluss bekommen die Kinder Hilfe bei der Suche nach einem Ausbildungs- oder Studienplatz oder beim Start ins Berufsleben.

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„Star Trek“-Fan begegnet Jesus

BERLIN. Als Sohn eines Soldaten kannte Matthias Schönau das Gefühl von Heimat kaum. Oft musste die Familie umziehen und in verschiedenen Städten der DDR neu Fuß fassen. Als die Wende kam und sein Vater länger in Dresden stationiert war, dachte der damals 12-Jährige, er könne endlich ankommen. Doch schnell stellte sich heraus, dass der nächste Umzug kurz bevor stand: Seine Eltern ließen sich scheiden und seine Mutter nahm die beiden Kinder mit in das 200 Kilometer entfernte Berlin.

Dort angekommen, sehnte sich Matthias nach Beständigkeit und väterlicher Orientierung. Da er – wie in der DDR üblich – atheistisch erzogen wurde, konnte er beides nicht in Gott suchen. Stattdessen bot ihm die Sciene-Fiction-Serie „Star Trek“ Halt. Sie ließ den Jugendlichen in phantastische Abenteuer eintauchen und zeigte ihm ein Vorbild auf: „Captain Picard, der kommandierende Offizier der Serie, war für mich eine Vaterfigur mit humanistischem Geist“, erinnert sich Matthias. Obwohl ihn „Star Trek“ bis ins Erwachsenenalter begleitete, fiel es Matthias schwer, auch im realen Leben eine Konstante zu finden.

„Ich musste etwas riskieren”

Als ihm dann der erste Versuch seiner Masterthesis missglückte, fasste der studierte Diplom-Medieninformatiker einen weitreichenden Entschluss: „Es war an der Zeit, mein Leben zu ändern. Ich musste etwas riskieren.“ ER zog in eine WG nach Köpenick. Dort unterstütze er ein privat organisiertes Wohnprojekt, bei dem viele Bewohner – wie Matthias auch – große „Star Trek“-Fans waren. Matthias leitete Fantasy-Rollenspiele und arbeitete hauptsächlich mit Jugendlichen. Es dauerte nicht lange, da vertrauten sie ihm ihre Probleme an und baten um Rat. „Ich ratschlagte nach Gefühl, war jedoch häufig überfordert und hatte Schwierigkeiten, viele dieser Lebensgeschichten zu verarbeiten“, erzählt der heute 40-Jährige. In dieser Zeit stieß André in die Gruppe. Er berichtete Matthias von der Jungen Kirche Berlin (JKB) und bot an, ihn dorthin mitzunehmen. Matthias folgte der Einladung – ohne zu ahnen, dass dies nicht sein letzter Besuch in der JKB sein würde.

Wissenschaft oder Glaube?

„Lange Zeit war die Gemeinschaft seine Motivation, zu uns in die Gemeinde zu kommen“, erinnert sich der Liebenzeller Mitarbeiter Nathanael Bader, Pastor der JKB. Obwohl Matthias als wissenschaftlich begeisterter Informatiker dem christlichen Glauben zunächst skeptisch gegenüberstand, machte dieser ihn neugierig: „Ich spürte plötzlich, wie sich meine private und berufliche Situation durch die Besuche in der Gemeinde und das gemeinsame Bibellesen im Hauskreis stabilisierte“, sagt er. Auch stellte er fest, dass seine Lieblingsserie eine höhere, alles steuernde Identität nicht ausschließt. Matthias stand zwischen zwei Welten: Die der Wissenschaft und die eines lebendigen und dreieinigen Gottes. „Ich kam zu dem Schluss, dass sich Wissenschaft und mein Glaube nicht gegenseitig ausschließen“, sagt er. Und so ließ sich Matthias diesen Sommer im Beisein seiner Mutter und Schwester von Nathanael in der Spree taufen. Aus dem bekennenden „Star Trek“-Fan wurde somit schließlich auch ein bekennender Christ, der nach langem Suchen durch seinen himmlischen Vater Beständigkeit und Orientierung im Leben fand.

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Theologie mit Herz und Verstand

SAMBIA. Acht Jahren lebten Sabine und Johannes Schaber mit ihren drei Kindern in Fiwale, südlich der Großstadt Ndola. Dort bildeten sie an der Bibelschule „Fiwale Hill“ Pastoren aus. Zuvor waren sie vier Jahre in der Gemeinde-, Bibel- und Jugendarbeit in Papua-Neuguinea tätig. Seit April ist die Familie im Heimataufenthalt und berichtet von ihrer Arbeit. Wir haben Johannes drei Fragen gestellt:

Du hast viele Jahre an der Bibelschule unterrichtet. Was meinst du, warum ist die theologische Ausbildung für Menschen in Sambia so wichtig?

Da die Gemeinde in Sambia wächst und viele Menschen zur Kirche gehen, braucht es ausgebildete Pastoren und Ehrenamtliche, die mitarbeiten. Unser Gemeindeverband hat beispielsweise rund 160 Gemeinden und nur ein Drittel verfügt über einen eigenen Pastor. Hinzu kommen theologische Herausforderungen. Viele aktive Sekten wie etwa die Zeugen Jehovas werben um Mitglieder. Auch selbsternannte Propheten versprechen den Menschen Reichtum und Glück, dabei sind es häufig nur sie selbst, die reich werden. Ich denke, das biblische Gebot in 2. Timotheus 2,2: „Gib die Botschaft, die du von mir gehört hast und deren Wahrheit dir von vielen Zeugen bestätigt wurde, an vertrauenswürdige und zuverlässige Menschen weiter, die ebenfalls fähig sind, andere zu lehren“ ist ein wichtiger und nie endender Auftrag an uns, Mitarbeiter zu schulen. Es braucht vor allem afrikanische Christen, die die Bibel so auslegen, dass sie im afrikanischen Kontext Sinn macht.

Wie wird es mit der Bibelschule weitergehen?

Die Bibelschule wird fortgeführt. Ziel ist es, dass sie verstärkt in die Hände Einheimischer übergeht und diese selbstständig Verantwortung übernehmen. Es ist jedoch schwierig, geeignetes Personal für die Schule zu finden, da viele Menschen nicht aufs Land nach Fiwale ziehen möchten. Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass die einheimischen Lehrer bald Verstärkung bekommen und ein neuer Bibelschulleiter gefunden wird.

Was sind deine Wünsche für Sambia?

Das Land verfügt im Vergleich zu europäischen Ländern über weniger Ressourcen und medizinische Möglichkeiten. Doch gerade deshalb erlebe ich bei Sambiern häufig ein starkes, nahezu kindliches Gottvertrauen. Beispielsweise betete ein Ehepaar viele Jahre für ein eigenes Kind. Nach 13 Jahren schenkte Gott ihnen tatsächlich eine Tochter. Ich wünsche mir für Sambia, dass dieses Vertrauen nicht nachlässt und viele Menschen weiterhin offen für das Evangelium bleiben. Auch ist es mein Wunsch, dass die politische und wirtschaftliche Situation des Landes stabil bleibt und vorhandene Ressourcen so genutzt werden, dass das Land vorwärts gebracht wird.

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Hoffnung für Menschen in Burundi

BAD LIEBENZELL. Zum elften Mal hat die Liebenzeller Mission die Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“ gestartet. Mit der Aktion sollen Menschen in aller Welt neue Hoffnung schöpfen. Im Blick sind besonders Menschen aus Regionen, die nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen und mit vielen Widrigkeiten leben müssen. Dieses Jahr steht das ostafrikanische Burundi im Zentrum der Initiative.

Burundi ist ein gebeuteltes Land. Jahrelang tobte ein Bürgerkrieg zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi. Mittlerweile ist der Krieg zu Ende. Aber starke Trockenheit, politische Krisen und eine schwache wirtschaftliche Entwicklung machen Burundi seit Jahren zu einem der ärmsten Länder der Welt. Für viele Burundier ist der Alltag ein täglicher Kampf ums Überleben.

Die Mitarbeiter der Liebenzeller Mission in Burundi investieren bewusst in Projekte, die den Menschen Hoffnung für die Zukunft machen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Förderung von Kindern und Familien. Benachteiligte Kinder erhalten Schulmaterial. Familien bekommen eine finanzielle Starthilfe, um wirtschaftlich unabhängig zu werden. Kinder sollen Wertschätzung und Geborgenheit in Jugendgruppen erfahren und Hoffnung für die Zukunft schöpfen. Notleidende Menschen erhalten von den Missionaren Reis, Mais und Bohnen.

„In Burundi engagiert sich die Liebenzeller Mission seit 25 Jahren. Unsere Arbeit ist auf Nachhaltigkeit angelegt“, sagt Projektkoordinatorin Bettina Heckh. Zur Zeit des Bürgerkriegs seien die Mitarbeiter zum Beispiel bewusst im Land geblieben, um den Menschen zur Seite zu stehen, „auch dann, als viele internationale Organisationen das Land verlassen hatten“, so Bettina Heckh.

Die Arbeit in Burundi geschehe immer in enger Abstimmung mit den Partnerorganisationen vor Ort, sagt Bettina Heckh. Projekte würden gemeinsam mit einheimischen Partnern entwickelt und umgesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt liege auf Projekten für Kinder, Jugendliche und Familien. „Wer die junge Generation fördert, investiert in die Zukunft des ganzen Landes und eröffnet Perspektiven für viele Menschen“, sagt die Projektkoordinatorin. In Kirche und Gesellschaft setzten sich die Missionare für die Versöhnung der früher verfeindeten Volksgruppen ein – damit Wunden heilen und neue Beziehungen möglich werden.

Unterstützen kann man die Aktion nicht nur mit einer Spende, sondern auch mit aktiver Mitarbeit, erklärt Bettina Heckh: „Die Initiative ereignet sich gut als Projekt für einen Weihnachtsmarkt oder als Spendenprojekt für eine Betriebsfeier“.

Weitere Informationen zu den Projekten und ein Projektvideo gibt es im Internet unter www.weltweit-hoffnung-schenken.de oder direkt bei Bettina Heckh unter Telefon 07052 17-128 oder E-Mail hoffnung@liebenzell.org. Dort können auch Materialien zu der Aktion wie Plakate, Handzettel, Fotos oder Spendendosen angefordert werden.

Spendenkonto:
Liebenzeller Mission
Sparkasse Pforzheim Calw
IBAN: DE27 6665 0085 0003 3002 34
BIC: PZHSDE66
Vermerk: Spendencode 1620-37

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Radio Lilanguka bringt den Yao in Malawi die Gute Nachricht

MALAWI / DEUTSCHLAND. Das Radio Lilanguka in Mangochi, Malawi sendet seit Anfang November 2017 Radioprogramme für die Volksgruppe der Yao. Die Yao sind vorwiegend muslimisch und machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung Malawis aus, einem der ärmsten Länder Afrikas. Der neue Radiosender ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Organisationen wie der Liebenzeller Mission, OM, Radio Africa Network und SIM.

„Eine einzelne Organisation kann ein Projekt wie das Radio Lilanguka nicht alleine stemmen“, sagt Paul Kränzler, Projektleiter von Radio Lilanguka, der zusammen mit seiner Frau seit vielen Jahren mit der Liebenzeller Mission in Malawi arbeitet. „Auch die Programminhalte kommen von Mitarbeitern unterschiedlichster Organisationen und decken Themen wie Familie und Erziehung, Gesundheit und Ernährung, Glaube und Nachfolge, Landwirtschaft, Nachrichten sowie Musik ab.“

Das Radio „Lilanguka“, was „Licht“ in Yao bedeutet, ist die erste Radiostation in Malawi, die hauptsächlich in der Yao-Sprache sendet. Die Mitarbeiter von Radio Lilanguka hat Trans World Radio (TWR) geschult und der Stationsleiter möchte auch durch Kunst positiv in die Yao-Kultur hineinwirken. Die knapp eine Million Yao leben meist in entlegenen Dörfern, viele können nicht lesen und schreiben. Deshalb ist für sie das Radio eine wichtige Informationsquelle. Erst 2014 wurde die Übersetzung der Bibel in Yao fertiggestellt.

Seit vielen Jahren gibt es Bemühungen für ein christliches „Gemeinschaftsradio“ in Yao. Vor etwa einem Jahr erteilt die Regierung an OM die Lizenz für einen UKW-Sender – mit der Vorgabe, täglich zwölf Stunden Programme auszustrahlen. Der 30 m hohe, gespendete Sendemast steht auf einem Gelände von SIM und hat eine Reichweite von circa 100 km, selbst bis nach Mosambik hinein. Eine Photovoltaikanlage sorgt bei fast täglichen Stromausfällen für einen reibungslosen Sendebetrieb.