LÜCHOW. Eine scheinbar nicht enden wollende Schlange von Autos schiebt sich langsam durch unsere sonst eher ruhige Kleinstadt. Erst ein paar Minuten ist es her, dass sie über die Grenze gefahren sind. Eine Grenze, von der viele dachten, dass sie „für immer“ sei. In den Gesichtern der Menschen ist eine tiefe Bewegung zu sehen. Die gleiche Bewegung sehe ich ein paar Tage später im Gesicht meines Vaters, als ich mit ihm zum ersten Mal in meinem Leben nach Salzwedel fahre – die Stadt auf der anderen Seite. Ich war damals erst drei Jahre alt, aber ich spürte etwas von dem Besonderen, was da passierte. Ich spürte etwas von dem Wunder.

Wunder
Jahrzehnte lang war unser Land geteilt und plötzlich war die Mauer gefallen und die Grenze offen. Was für ein Wunder! In diesem Jahr feiern wir 30 Jahre Wunder der Freiheit und Einheit. Doch manchen scheint gar nicht nach Feiern zu Mute zu sein. 30 Jahre sind eine lange Zeit. Einige von den Jüngeren wissen gar nicht mehr viel von diesem Wunder, weil sie in der Schule und in ihren Familien nicht viel darüber gehört haben. Manche von den Älteren schauen mit großer Sorge auf die Herausforderungen, die uns die Wiedervereinigung gebracht hat. Wo ist da das Staunen über dieses Wunder? Wo ist die tiefe Bewegung über das, was Gott in unserem Land getan hat?

Bewegung
Vor ein paar Wochen habe ich sie mal wieder gespürt – diese tiefe Bewegung. Ich war bei UPGRADE – dem Gnadauer Zukunftskongress. In meiner Pension war ich morgens beim Frühstück von lauter Sachsen umgeben. Meine Augen füllten sich mit Tränen, denn mir wurde seit langer Zeit mal wieder dieses Wunder bewusst. Was für ein Geschenk, dass wir als Christen in unserem Land heute gemeinsam unterwegs sein dürfen – Ost und West. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Verantwortung
Dieses Wunder der Einheit bringt für uns als Christen aber auch eine Verantwortung mit sich. Paulus fordert uns dazu auf, für die Verantwortungsträger in unserem Land zu beten (1. Timotheus 2,2). Nach wie vor stehen unsere Politiker im Blick auf Ost und West vor großen Herausforderung und auch unsere Gesellschaft hat noch einen Weg zu gehen – in finanziellen, sozialen, politischen, wirtschaftlichen, geistlichen und zwischenmenschlichen Fragen.

Gebetswanderung
Deshalb haben sich unterschiedliche Organisationen entschlossen, dass sie sich gemeinsam auf den Weg machen wollen – und zwar im geistlichen und ganz praktischen Sinne. In der Zeit vom 3. Oktober bis zum 9.November wird es eine Gebetswanderung durch Deutschland geben. Start ist in Lübeck (Schleswig-Holstein) und in Plauen (Sachsen). Am 9. November werden sich die beiden Gruppen dann im Harz auf dem Brocken treffen. Die Strecke geht entlang der ehemaligen Grenze. Überschrift für diese Wanderung ist „Verstehen, Versöhnen, Verantwortung übernehmen“. Unterwegs wird gebetet. Und auch in den Gemeinden, wo man übernachtet, gibt es immer wieder Gebetsveranstaltungen. Gemeinsam mit dem Liebenzeller Gemeinschaftsverband hat die Liebenzeller Mission für die Woche vom 07.-14. Oktober die Streckenverantwortung für die Nordroute übernommen. Freuen würden wir uns, wenn noch viele andere mitlaufen – in „unserer“ Woche oder in einer anderen Woche – egal ob für einen Tag, ein Wochenende, eine Woche oder für die ganze Zeit. Mehr Infos gibt’s hier im Video oder direkt unter www.3-oktober.de

Gebet und Kerzen
Eine andere Möglichkeit, das Wunder der Freiheit und der Einheit zu feiern, wäre eine Veranstaltung in der eigenen Gemeinde oder mit der gesamten örtlichen Allianz. Ein wesentlicher Faktor für die Wende in unserem Land waren die Friedensgebete. Tausende gingen auf die Straßen – mit Gebet und Kerzen. Wie wäre es, den Tag der Deutschen Einheit gemeinsam zu feiern – zum Beispiel auf dem Marktplatz – mit Gebet und Kerzen. Wie wäre es, Gott gemeinsam zu danken für das Geschenk der Freiheit und der Einheit. Wie wäre es, gemeinsam zu beten für die Zukunft unseres Landes, für unsere Politiker, für ein geistliches Aufwachen, für alle Herausforderungen, vor denen wir stehen und dafür, dass von unserem Land ein Segen ausgeht in andere Länder – nach Europa und in die ganze Welt. Mehr Infos – auch mit konkreten Gestaltungsideen – ebenfalls unter www.3-oktober.de

Tag der Deutschen Einheit 2019
Lange Jahre war – trotz meiner engen Verbundenheit zur ehemaligen Grenze – der Tag der Deutschen Einheit nichts weiter als ein willkommener Feiertag für mich. In diesem Jahr möchte ich ihn ganz bewusst nutzen, um unseren Gott zu feiern, ihm neu zu danken für dieses Wunder und ihn zu bitten um seinen Segen für unser Land.

Britta Greiff

Ansprechpartner der Liebenzeller Mission für die Gebetswanderung:
Esther Kenntner (Dozentin an der Internationalen Hochschule Liebenzell)
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BAD LIEBENZELL. International ging es zu beim Nachbarschaftsfest der Hoffnungshäuser am 13. Juli in Bad Liebenzell. Länderfähnchen aus aller Welt schmückten das Gelände, es gab afrikanisches und arabisches Gebäck wie zum Beispiel Baklava und viele Gespräche zwischen Liebenzeller Alt- und Neubürgern.
„Wir machen das Nachbarschaftsfest, weil wir Brücken bauen wollen zwischen der einheimischen Bevölkerung und den geflüchteten Menschen. Es ist unser Wunsch, Berührungsängste abzubauen“, sagte Tobias Zinser, der gemeinsam mit seiner Frau Sarah das Projekt in Bad Liebenzell leitet. Die Hoffnungshäuser sind ein integratives Wohnkonzept. Aktuell bilden Menschen aus sieben Nationen die Hausgemeinschaft: Afghanistan, Äthiopien, Deutschland, Irak, Pakistan, Somalia und Syrien.

Die Häuser wurden durch eine Projektpatenschaft zwischen der Liebenzeller Mission und der Hoffnungsträger Stiftung aus Leonberg möglich. Als internationale Hausgemeinschaft möchten die Bewohner den Alltag miteinander teilen und einen Beitrag zur Integration in Bad Liebenzell leisten. Das Motto des Projekts lautet „Aus Fremden werden Freunde“.

Bisher hat das Konzept die Erwartungen erfüllt. Es entstehen Freundschaften zwischen Nachbarskinder und Bewohnern der Häuser. Die meisten der Geflüchteten stehen mittlerweile in einem Arbeitsverhältnis. „Es ist sehr schön zu sehen, dass die Leute nach und nach integriert werden“, so Tobias Zinser. Anfangs hätten einige Nachbarn Bedenken gehabt, dass es durch die internationale Hausgemeinschaft in der Straße sehr laut würde. Aber eingetroffen ist das nicht. „Beschwerden gibt es so gut wie nie“, sagt Tobias Zinser.

Die Flüchtlinge leben gerne in den Hoffnungshäusern. Dort haben sie eine Anlaufstelle für Fragen und bekommen Hilfe zum Beispiel bei Bewerbungen. Natürlich finden sie durch das Projekt auch leichter Kontakt zu Deutschen. „Und auch wir können einiges von ihnen lernen: Hilfsbereitschaft, Respekt vor dem Alter und Gastfreundschaft. Man hat nie das Gefühl, dass man ungelegen kommt“, erzählt Tobias Zinser. Und auch die Liebenzeller Bürger profitieren vom Projekt: „Unsere Bewohner engagieren sich regelmäßig bei Festen und Veranstaltungen. Sie helfen fleißig mit und haben sich auch beim Stadtputz beteiligt. Es ist ihnen wichtig, ihrer neuen Heimat etwas zurückzugeben.“

Hanna Keppler, Sozialarbeiterin in den Hoffnungshäusern, blickte auf die eineinhalb Jahre Hoffnungshäuser in Bad Liebenzell zurück und berichtet aus dem Alltagsleben in den Häusern. „Wir bieten regelmäßige Bewohnerabende an. Da kochen wir gemeinsam, spielen und tauschen uns über die verschiedenen Kulturen aus.“ Manchmal werden auch Ausflüge in die Umgebung angeboten. „Gemeinsame Aktionen stärken den Zusammenhalt.“ Im Frühjahr besuchten einige der Hausbewohner gemeinsam den Ostergarten der Pforzheimer Stadtmission. „Wir leben in einem christlich geprägten Land und wollen christliche Werte vermitteln. Niemand wird dazu gezwungen. Wer aber daran Interesse hat, der ist herzlich eingeladen, mehr über den christlichen Glauben zu erfahren“, sagt Hanna Keppler.

Momentan sind die beiden Häuser in der Hindenburgstraße in Bad Liebenzell mit 52 Bewohnern voll belegt. Davon sind 33 geflüchtete Menschen, zehn deutsche Studenten und zwei Familien.

Aaron und Ilonka Köpke leiten unser Gemeindegründungsprojekt „Oase“ in Neubrandenburg (Mecklenburg-Vorpommern). Sie lieben die Menschen in ihrem Plattenbauviertel und setzen sich mit großem Engagement für sie ein. Um aus ihrer Arbeit zu berichten, waren sie einige Monate in Deutschland unterwegs. Wir haben Aaron ein paar Fragen gestellt.

Was denken die Leute in Neubrandenburg über euch, bevor sie das erste Mal in der Oase waren?
Da gibt es alle möglichen Vorstellungen. Viele denken, wir sind immer noch ein Jugendclub, weil das früher in unserem Gebäude stattfand. Manche vermuten hinter dem Namen auch ein Wellness-Angebot.

Und was, wenn sie mal da waren?
Viele kommen einfach mal auf unseren Innenhof „geschlichen“. Einige kennen das Gelände noch als Jugendtreff und finden, dass die Oase sehr schön geworden ist. Ich erkläre ihnen dann, dass wir sowohl ein Stadtteil-Treff sind und gleichzeitig eine Kirche bauen. Die meisten finden das eine gute Kombination – auch wenn sich längst nicht alle für unsere Angebote interessieren.

Was ist die größte Herausforderung für eure Arbeit?
Es ist für uns oft die Herausforderung, bei jedem einzelnen Menschen zu sehen, was gerade dran ist und den nächsten Schritt mit ihm zu gehen. Wir wollen keine überzogenen Erwartungen haben, uns aber auch nicht verzetteln, wenn Menschen gerade in einer Krise sind. Wir wollen keinen Betreuerjob übernehmen, sondern den Menschen die Freiheit geben, Probleme auch selbst zu lösen. Es ist für uns spannend, den Punkt herauszufinden, wann Menschen an echter Jüngerschaft interessiert sind. Was auch eine Herausforderung ist: Wie integrieren wir die Ehrenamtlichen für den nächsten Schritt in der Gemeindegründung, um eine geistliche Einheit zu schaffen?

Gibt es ein Erlebnis in letzter Zeit, das dich fasziniert hat?
Eine große Clique von Müttern, die sich immer auf dem Spielplatz vor der Oase getroffen haben, sind jetzt mittendrin bei uns. Wir kennen viele von ihnen schon sechs, sieben Jahre. Sie waren uns und der Oase gegenüber immer distanziert. Jetzt kommen sie zum Kinderprogramm der Oase und hören von Jesus. Das ist genial. Mit dieser Dynamik hätten wir noch vor einem Jahr nicht gerechnet.

Welche Eigenschaft schätzt du an den Menschen in Neubrandenburg besonders?
Für mich ist das schon ein gewisses „Gemeinsinn-Denken“. Zwar gestaltet sich das nicht immer in allen Ausprägungen christlicher Ethik, aber die Menschen stehen füreinander ein. Ein Beispiel: Eine Frau aus der „Mütter-Clique“ hat ein Kind mit Down-Syndrom bekommen. Sie hatte sich bewusst für das Kind entschieden. Die anderen haben super reagiert und gesagt: „Das kriegen wir hin. Wir helfen dir.“

BAD LIEBENZELL. Seit über einem Jahr wohnen in den Hoffnungshäusern in Bad Liebenzell
Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell und Flüchtlinge unter einem Dach – mit
Erfolg. Dieses Fazit zogen die Stadt Bad Liebenzell, das Landratsamt Calw, der Arbeitskreis Asyl,
die Opfer- und Traumaberatung und die Hoffnungsträger Stiftung bei einem Netzwerktreffen. Dabei
berichtete Sozialarbeiter Dominic Schikor, dass die Einrichtung zurzeit 51 Bewohner zählt: 32
Flüchtlinge und 19 Deutsche. Die Geflüchteten gehen je nach Alter arbeiten, absolvieren eine
Ausbildung, belegen Integrations- und Sprachkurse, besuchen die Schule oder den Kindergarten.
Einige, die ihren Integrationskurs abgeschlossen haben, bewerben sich zurzeit um Ausbildungs- oder
Arbeitsstellen. Dabei gebe es eine gute Kooperation mit der Integrationsmanagerin Petra
Ulrich vom Landratsamt Calw, sagte Dominic Schikor.

Laut dem Leiter der Hoffnungshäuser, Tobias Zinser, hat man die Wohngemeinschaft der
Flüchtlinge und Studenten zusammengelegt. Nun wohnen in zwei Einheiten jeweils drei Studenten
mit drei Geflüchteten zusammen. Dabei sei man sehr dankbar für die gute Kooperation mit der
Stadt, „die dies unkompliziert möglich gemacht hat“. Diese Neuerung stärkt das
Gemeinschaftsgefühl: „Unter einem Dach haben sie schon gelebt, jetzt auch in einer Wohnung.
Das fördert die Integration noch stärker“, sagt Tobias Zinser.

Hanna Keppler, Nachfolgerin von Dominic Schikor, hob in ihrem Jahresrückblick unter anderem
das Nachbarschaftsfest, den Bewohnerabend und die Nachhilfe-Angebote hervor. Diese hätten zur
Integration beigetragen. Bei einer anschließenden Führung durch das Haus wurden die Fachleute
unter anderem von einer afghanischen Familie sehr herzlich begrüßt: „Uns gefällt es im
Hoffnungshaus sehr gut!“

Die Hoffnungshäuser in Bad Liebenzell sind eine Initiative der Hoffnungsträger Stiftung in
Zusammenarbeit mit der Liebenzeller Mission als lokalem Partner. Seit Februar vergangenen
Jahres leben in den elf Wohnungen 51 Geflüchtete und Studenten unter einem Dach. Die
Gebäude entstanden auf einem Grundstück der Liebenzeller Mission. Die Hoffnungsträger Stiftung
hat das Gelände gepachtet und trug die Baukosten. Inzwischen wurde deutlich, dass das
Zusammenleben von verschiedenen Kulturen gut möglich ist und bei der Integration hilft. Geleitet
wird die Einrichtung von Tobias und Sarah Zinser. Sie bringen ihre in Afghanistan gewonnenen
Erfahrungen als Entwicklungshelfer in ihrer neuen Arbeit ein.

BAD LIEBENZELL. Wenn der Frühling kommt, macht sich die Kurstadt schick. Stadtputz war angesagt. Bei den vielen Helfern mit dabei waren auch Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell und 16 Bewohner des Hoffnungshauses. Sie haben fleißig Müll gesammelt und mitgeholfen, ihre neue Heimat sauber zu halten. „Wir haben uns gefreut, dass sich so viele aus dem Hoffnungshaus gemeldet haben, um an diesem freiwilligen Einsatz mitzumachen“, berichtet Dominic Schikor. Er ist Sozialarbeiter im Hoffnungshaus. „Ihr Engagement zeigt, dass sie sich für ihre Stadt einbringen und in die Gesellschaft integrieren wollen“, so Dominic Schikor.

Das Hoffnungshaus Bad Liebenzell ist eine Initiative der Hoffnungsträger Stiftung in Zusammenarbeit mit der Liebenzeller Mission als lokalem Partner und wurde Anfang 2018 eröffnet. Im Hoffnungshaus gibt es insgesamt elf Wohnungen. Sie werden von Familien und Singles mit Fluchterfahrung, deutschen Familien und Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell bewohnt. Als internationale Hausgemeinschaft wollen sie den Alltag miteinander teilen und sich in den täglichen Herausforderungen unterstützen. Ihr Wunsch ist, dass aus Fremden Freunde werden.

Am Samstag fand die 6. Victorious Fight Night in Bad Liebenzell statt. Die Fight Night ist ein Format von „Victorious“, der Arbeit der Liebenzeller Mission für junge Männer im Alter von 16 – 35. Sie besteht aus einem Programm mit praktischen Kampfeinheiten (Ringen) und geistlichem Input.

Insgesamt 70 Männer aus dem ganzen Süden Deutschlands waren dabei. Es ging es um mehr als Schweiß und Lärm, Lobpreis und Kampf, Gemeinschaft und Essen, Schwäche und Zeugnis, Bekenntnis unter Männern: Es ging um den, der uns frei macht, wirklich frei. Es ging um Jesus!

Bestärkt durch das starke Zeugnis einzelner Männer, ausgestattet mit praktischen Tools und befähigt durch die Kraft Gottes, machten sich die Männer auf den Weg zurück in den Alltag, in den Kampf, in die Herausforderung, bereit für Veränderung, bereit für ein siegreiches Leben durch Jesus!

Ein Bericht von ITA-Student Sebastian Schneider.

Der 3. Jahrgang der Interkulturellen Theologische Akademie (ITA) war vom 10 bis 17. März mit ITA-Rektor Gustavo Victoria zu einer Evangelisationswoche in Reichenbach im Vogtland in Sachsen.
Seit einigen Jahren besteht zur LKG Reichenbach ein guter Kontakt, was sich z. B. auch darin äußert, dass die ITA jedes Jahr einen Praktikanten für vier Monate von September bis Dezember dort einsetzt. Daraus entstand der Wunsch, ob Gustavo Victoria nicht mal mit einer ganzen Klasse kommen könnte, um eine Evangelisationswoche zu gestalten. Dies hat nun geklappt und es war für beide Seiten eine bereichernde und gesegnete Erfahrung.

Das duale Konzept der ITA (Theorie + Praxis) wurde auch in Reichenbach gelebt. Am Vormittag stand Unterricht auf dem Plan. Gustavo vermittelte im Modul „Öffentliches Reden“ wertvolle Inhalte, die bei den Abenden der Themenwoche gleich angewandt werden konnten. Die sehr lebensnahen Vorträge umrahmten die Studenten musikalisch und mit persönlichen Glaubenszeugnissen.

Jeden Abend wurden die Zuhörer zu einem Leben mit Jesus Christus eingeladen. Und tatsächlich folgten manche diesem Aufruf. So auch eine Frau Mitte fünfzig. Ihre Wurzeln hat sie in Reichenbach, wohnt jedoch seit vielen Jahren in Bayern. Ihre Mutter lud sie zu den Themenabenden ein, worauf sie sich eine Woche freinahm, um zu kommen. Nachdem sie jeden Abend gekommen war, kam sie am letzten Abend nach vorne zum Kreuz und begann ein Leben mit Jesus. Ist es nicht wunderbar, wenn man sagen kann, dass man zweimal in Sachsen geboren wurde?

Die Gemeinde selbst freute sich riesig über die Unterstützung durch Gustavo Victoria mit seinen Studenten. Die Studenten freuten sich wiederum über die liebevolle Betreuung durch die Gemeinde. Durch eine tägliche „Gourmet-Versorgung“ und der Unterbringung bei lieben Gasteltern war für die Gruppe aus dem Schwarzwald bestens gesorgt.

DEUTSCHLAND. „Ich stand vor der Tür, hörte zu – und ging wieder. Was Sie tun, ist viel wichtiger als das, was ich mache.“ Das sagte ein Arzt in einem Hospiz zu Schwester Hilde Häckel, die dort mit ihrer Veeh-Harfe immer wieder singt. „Dankbar bin ich, dass ich im vergangenen Jahr einigen Menschen erklären durfte, wie sie ihr Leben in Jesu Hände legen können.“ Viel Freude bereitet es ihr, wenn sie mit ihrem Instrument neben dem Hospiz unter anderem in einer Krebstherapie-Klinik, einem Wohnheim für Menschen mit psychischer Behinderung, in Senioren- und Pflegeheimen sowie bei vielen „ganz normalen Besuchen“ singen und spielen darf.

Seit Februar 2014 unterstützt Ruhestandsschwester Hilde Häckel die Gemeindeaufarbeit in Bad Doberan (Mecklenburg-Vorpommern). In der 13.000 Einwohner großen Stadt, zu dem das berühmte ostdeutsche Seebad Heiligendamm gehört, bauten Christoph und Inka Scharf innerhalb des Mecklenburgischen Gemeinschaftsverbandes zusammen mit einem engagierten Team vor Ort eine Gemeinde auf. Sie riefen eine evangelistische Jugendarbeit ins Leben und sind auf Straßen und in Schulen aktiv. Das „Haus Gottesfrieden“ bietet den Besucher eine geistliche Heimat.

DEUTSCHLAND. Ein junger Mann fährt mit seinem neuen Fahrrad zum Gebetsabend der „Jungen Kirche Berlin-Treptow (JKB)“, schließt es gewissenhaft ab – und danach ist es gestohlen. Bei über 27.000 jährlich angezeigten geklauten Fahrrädern in der deutschen Hauptstadt leider keine Seltenheit. Nur knapp vier Prozent tauchen wieder auf – also keine Chance, es wieder zubekommen? Nicht so bei Gott! Das hat Jana Kontermann erfahren. Sie leitet den Kinder- und Jugendbereich der JKB, eine missionarische Arbeit der Liebenzeller Mission. Zunächst war sie von Gott enttäuscht, dass er den Diebstahl nicht verhinderte, während der junge Mann betet. Einige Tage später fragte ihre Schwester sie während eines Telefonats: „Hast du schon dafür gebetet, dass Gott das Fahrrad wieder auftauchen lässt? Rechnest du noch mit Gott in deinem Alltag – und dass er noch Wunder tut?“ Jana Kontermann bat daraufhin intensiv Gott um sein Eingreifen: Und dann erhielt der junge Mann plötzlich einen Anruf der Polizei: Er solle umgehend vorbeikommen, sein Fahrrad sei gefunden worden. Die Behörden hatten einen Transporter mit über 20 Fahrrädern gestoppt – darunter war das des jungen Mannes. „Das war mein persönliches Weihnachtswunder“, so Jana Kontermann.

Kirche in einer stark säkularisierten Umgebung dynamisch und lebensnah zu gestalten – aus diesem Traum entstand 2006 die „Junge Kirche Berlin-Treptow“. In der pulsierenden deutschen Hauptstadtmetropole können Menschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund entdecken, wie kraftvoll und lebendig der christliche Glaube ist. Im Filmpalast Astra feiern die Besucher die wöchentlichen Gottesdienste. Unter der Woche gibt es Angebote für Teenager, Kleingruppen und Schulungen, die helfen, den Glauben mutig zu leben und ihn lebendig in den Großstadtalltag zu transportieren.

RENNINGEN / BAD LIEBENZELL / SAMBIA. Von den Weihnachtsbäumen aus dem schwäbischen Renningen profitieren jetzt die Kinder der Amano-Schule in Sambia. Neun Helfer aus der Sportgruppe des CVJM Renningen sammelten gegen Spenden ausgediente Christbäume in ihrem Heimatort. Insgesamt kamen rund 1.000 Euro zusammen, von denen die CVJMler die Hälfte für die Amano-Schule spendeten. Wir sagen ganz herzlichen Dank für die tolle Aktion und die Spende!

An der Amano-Schule bekommen Kinder eine qualifizierte Schulbildung mit internationalem Abschluss. Kinder von Missionaren und sambischen Geschäftsleuten leben und lernen zusammen mit Waisen und benachteiligten Kindern, deren Freiplätze über Schulgelder und Patenschaften finanziert werden.