Anden-Hochland, bunte Märkte und jeden Tag frische Bananen – das war das Umfeld für Heiko und Simone Erndwein in den letzten zwölf Jahren. Als Missionare waren sie in Ecuador im Einsatz. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war die theologische Schulung von Quichua-Indianern. Jetzt ist Familie Erndwein zurück in Deutschland. Wir haben Heiko einige kurze Fragen gestellt.

Warum seid ihr nach Deutschland zurückgekehrt und habt euren Einsatz in Ecuador beendet?
Unsere Arbeit und unser Leben in Ecuador hat uns sehr gut gefallen. Aber letztendlich hat uns vor allem die Schulfrage zurück nach Deutschland geführt. Die Kinder zu Hause zu unterrichten, war einfach nicht mehr länger möglich. Und das Niveau in den ecuadorianischen Schulen passt nicht mit dem deutschen zusammen.

Was hat die LM-Missionsarbeit in den letzten Jahren in Ecuador bewirkt?
Was die Arbeit der Liebenzeller Mission in Ecuador auszeichnet, ist die Nachhaltigkeit. Unser Ziel war es: Quichua-Indianer vorzubereiten und fit zu machen – durch Schulung und Multiplikation. Die Arbeit ist immer so angelegt, dass es weitergehen soll, wenn wir Missionare weiterziehen.
Mit einigen Leuten in Ecuador bin ich noch in Verbindung. Die Einheimischen sind motiviert und machen weiter. Das freut uns sehr.

Was wird euch an Ecuador am meisten fehlen?
Für die Kinder sind es die Freunde, ihre Haustiere und das südamerikanische Essen. Für uns sind es die Beziehungen zu den Menschen, die wir über viele Jahre begleitet haben und wo einfach auch viele Freundschaften entstanden sind. Auf Dauer wird das Kontakthalten über die Distanz schwierig. Ein guter Bekannter von mir hat zum Beispiel nicht einmal ein Handy.

Habt ihr vor, eines Tages wieder nach Ecuador zurückzukehren?
Absolut. Wenn unsere Kinder etwas größer sind, wollen wir als „Abschluss“ nochmals alle gemeinsam nach Ecuador reisen und einige Leute wiedersehen.
Wir können es uns aber auch vorstellen, wieder in die Mission zu gehen, wenn die Kinder dann alle die Schule abgeschlossen haben werden. Aber wir sind nicht auf Ecuador festgelegt und sind gespannt, was Gott noch alles mit uns vorhat.

ECUADOR. „Auf die Knie gehen und beten – das war das einzige, das ich noch tun konnte. Und dann hat Gott eingegriffen, und der Wind hat sich gedreht!“ Das hat Sandra in Ecuador erlebt, als das Zuckerrohrfeld neben ihrem Haus anfing zu brennen. Brandstiftung! Die 42-Jährige ist seit einigen Jahren Christ und mit vielen Herausforderungen konfrontiert. So pflegt sie seit einigen Jahren ihre 23-jährige behinderte Tochter. Sie hat gelernt, Gott zu vertrauen und im Gebet von ihm Hilfe zu erbitten, berichtet Rainer Kröger. Als das Zuckerrohrfeld brannte, kamen Hektik und Panik auf. Denn der Brand kurz vor der Ernte bedeutet ein großer Verlust. Was tun? Sandra kniete nieder und bat ihren himmlischen Vater um Hilfe. Und das Wunder geschah: Plötzlich drehte der Wind und der Rest des Zuckerrohrfeldes wurde verschont. „Normalerweise dreht der Wind sich dort nur zweimal im Jahr“, schreibt Kröger. Immer wieder zeigt Gott, dass er mächtig und vertrauenswürdig ist. „In der Gegend, in der wir missionarisch arbeiten, ist das eine große Ermutigung und Einladung, unserem großartigen Gott zu vertrauen.“ Denn Tradition, Aberglaube und der Druck von Freunden und Nachbarn machen es den Negritos sehr schwer, Jesus treu nachzufolgen. „Die Kultur ist nicht vom Individualismus bestimmt, bei dem jeder seinen Weg findet und unabhängig ist. Hier herrscht Schamkultur.“ Das, was die Gruppe bzw. Familie denkt, hat großes Gewicht. Deshalb sind die Missionare immer dankbar, wenn Christen in Deutschland dafür beten, dass die Gläubigen dem widerstehen können und nicht in das alte Leben zurückfallen.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Rainer und Katharina Kröger arbeiten seit 2006 in der Provinzhauptstadt Ibarra und bieten unter anderem Glaubenskurse an, leiten Hauskreise und unterrichten an einer Bibelschule.

ECUADOR. Wenn Missionare auf mehrmonatigem Reisedienst in Deutschland sind, um über ihre Arbeit zu berichten, dann stehen sie auch immer wieder in der Spannung: Wie geht es währenddessen mit der Missionsarbeit in dem Land weiter? Ramona Rudolph hat in Ecuador die Erfahrung gemacht, dass die Einheimischen die Arbeit sehr gut weitergeführt haben. So leiteten Alfonso, seine Frau Surley und Emilia den Kinderkreis und die Bibel-Hauskreise, die sie in dem Quichua-Dorf Calera begonnen hatte, schreibt sie. „Ich war so gespannt, wie es den einzelnen wohl geht und so begleitete ich meine einheimischen Mitarbeiter in den Bibel-Hauskreis.“ Keiner der Quichuas wusste, dass sie kommen würde und so war die Überraschung groß: „Als die Kinder mich sahen, schauten sie mich freudestrahlend mit ihren großen schwarzen Augen an, rannten auf mich zu und umarmten mich ganz fest. Viele Frauen luden mich gleich zu sich nach Hause ein.“

Kinder in Ecuador sammeln für Missionsarbeit in Bangladesch

Sie traf dabei auch die 19-jährige Yomayra. Sie war zum ersten Mal im Hauskreis dabei. Alfonso und Surley hatten sie diesen Sommer zum Jugendcamp der Gemeinde eingeladen, welches ihr Leben völlig veränderte. Sie wolle nicht so wie viele Jugendliche in ihrem Dorf leben, die bereits in ihrem Alter ein Kind haben und deswegen die Schule abbrechen müssen. „Meine Prioritäten liegen wo anders; auf meinem bevorstehenden Studium und meiner Beziehung zu Jesus. Ich möchte die Bibel noch viel besser kennenlernen“, sagte Yomayra. Ramona Rudolph beeindruckte auch, dass beim jährlichen Missionsfest Kinder Geld für die Arbeit der Liebenzeller Mission in Bangladesch gesammelt hatten.

Missionare und Pastoren wollen sich weltweit in ihrem Dienst unterstützen

Ramona Rudolph nahm auch an einer Konferenz für Missionare und Pastoren in Quito teil. Auf diesem Treffen tauschten sich die Mitarbeiter aus allen Kontinenten darüber aus, wie sie Missionare körperlich, psychologisch und geistlich für ihren Dienst vorbereiten und begleiten können. Dabei wollen sie eng zusammenarbeiten. „Unser ecuadorianisches Mitarbeiterteam mit Ehrenamtlichen wächst stetig. Dabei ist es uns wichtig, dass sie in ihrem Dienst ganzheitliche Unterstützung, Begleitung und Wertschätzung erhalten.“

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Ramona Rudolph arbeitet seit 2012 unter Kindern, Jugendlichen und Frauen in verschiedenen Quichua-Dörfern.

ECUADOR. Eine Wochenendkurzfreizeit in Ecuador stößt auf positive Resonanz: Sehr viele gute Gespräche und eine tiefe Gemeinschaft – das erlebten 34 Jugendliche und junge Erwachsene von 17 bis 28 Jahren in Lita. Die Missionare Andreas und Donata Schiller stellten dabei drei große Herausforderungen für Christen vor: Echte Gemeinschaft, Gebet (praktisch gemacht anhand einer Gebetsnacht zu Stationen des Vaterunsers) und Integrität in (Liebes-)Beziehungen. Außerdem unternahmen die Teilnehmer einen Ausflug zum Baden im (kalten) Fluss, trugen ein Fußballturnier aus und genossen ein abendliches Lagerfeuer. Bei der Freizeit waren auch zwei Absolventen des Kurzzeiteinsatzprogramms „Impact“ dabei, die gerade in Ecuador zu Besuch waren. „Wir sind sehr dankbar für die sehr gute Atmosphäre und das tolle Küchenteam von jungen Erwachsenen aus der Gemeinde“, sagte Donata Schiller. Die Missionare freuen sich besonders, dass ein junges Ehepaar, das in der Küche mithalf, nun als Mitarbeiter in den Jungen-Erwachsenen-Hauskreis einsteigt. „Das ist echt super, denn bisher fehlten weitere Mitarbeiter“, so Andreas Schiller.

Hoffnung, dass das Gehörte im Leben der Teilnehmer Wurzeln schlägt

Die Liebenzeller Missionare hoffen, dass die Teilnehmer das Gehörte umsetzen. So beten sie, dass eine Studentin an ihrem Studienort Kontakt zu anderen Christen aufnimmt und sich einer Gemeinde anschließt. Schillers stellten dazu den Kontakt zu Freunden her, die dort einen christlichen Studentenkreis leiten und die junge Frau auch mit in die Gemeinde nehmen würden. Ebenso hoffen sie, dass ein kolumbianischer Teilnehmer nach seiner Rückkehr in seiner Heimat nicht durch seine dortigen Freunde in das alte Leben ohne Jesus Christus zurückfällt. Dazu wollen sie ihm helfen, eine christliche Gemeinde zu finden.  Donata und Andreas Schiller wollen auch in Zukunft möglichst einmal im Jahr solch eine Kurzfreizeit anbieten.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Andreas und Donata Schiller wohnen seit 2012 in der rund 130.000 Einwohner großen Stadt Ibarra und arbeiten vor allem unter Studenten.

ECUADOR. Auch wenn Missionarskinder mit vielen Schwierigkeiten wie Umzügen mit Ein- und Auspacken sowie Loslassen konfrontiert sind, kann die Zeit im Ausland für sie zum Segen werden. Diese Erfahrung machte Ecuador-Missionarin Kathy Bruce nach rund 25 Jahren mit ihren drei Kindern, die nun alle in den Vereinigten Staaten leben. Sehr offen schildert sie die Herausforderungen, vor denen Missionarskinder oft stehen. Ihre Kinder hätten sich aber sehr wertschätzend über ihre Zeit in den Anden geäußert, bei der sie von ihren Eltern zuhause unterrichtet wurden, eng miteinander als Familie lebten und in der alle mehr oder weniger in der Missionsarbeit miteingebunden waren. „Im Laufe der Jahre haben wir gelernt, zusammen das Gute zu schätzen, dass Gott uns versorgt und haben ihm vertraut, dass wir auch im ‚Schlechten‘ seine Gnade erleben“, sagte Kathy Bruce.

Gott ganz konkret bei einem Felsbrocken auf der Straße erfahren

Die Familie sei reich gesegnet worden: Sie konnten bei der Arbeit Gott ganz konkret als lebendig erfahren, gemeinsam als Familie beten und erleben, wie er Gebete erhört. Oft schwitzte man zusammen bei der Arbeit und das schweißte zusammen. Auch als Familie unternahmen sie viel, sie wanderten zusammen, lernten gemeinsam naturwissenschaftliche Fächer und Mathematik, bauten ein Haus und schwammen in Flüssen. „Aber natürlich haben wir manchmal zusammen gelitten: bei Krankheitszeiten, Stress, Enttäuschungen und Sorgen. Besonders eindrücklich war für sie als Familie das Erlebnis, wie durch starke Regenfälle ein riesiger Felsbrocken einmal eine Straße versperrte, den sie nicht wegbewegen konnten. Genau in diesem Moment kam ein Fahrzeug mit mehreren Männern um die Ecke und diese halfen ihnen, den Weg frei zu machen.

Wenn man Freunde und Verwandte zurücklassen muss

Kathy Bruce verschweigt nicht, wie sehr ihren Kindern nach Heimatbesuchen zunehmend schwerfiel, Freunde, Großeltern, Tanten und Onkeln immer wieder loszulassen und sich wieder an das Leben in Ecuador anzupassen. Ihrem ältesten Sohn Kenny half dabei ein Buch über das Leben der Missionarskinder, in dem geschildert wurde, dass Umzüge, Packen und sich auf Neues einzulassen zum Leben eines Missionars gehört. Als er das akzeptierte, konnte er besser damit leben. Er wollte weniger das Schlechte daran sehen, sondern sich mehr auf die neuen Abenteuer freuen, die Gott für sie bereithielt. „Im Rückblick sind wir als Familie dankbar, dass Gott mit uns als Familie durch ‚gute‘ und ‚schlechte‘ Zeiten gegangen ist. Wir sind dankbar für seine Kreativität, uns zu helfen, gute Lösungen und Wege zu finden, um seine Güte auch mitten in Schlamm, Chaos und sogar im Packen regelrecht zu feiern. Durch seine Gnade wurden wir durchgetragen.“

Kathy Bruce arbeitet mit ihrem Mann Kevin seit 1995 in Ecuador unter Awa-Indianern. Sie sind vom US-amerikanischen Zweig der Liebenzeller Mission nach Ecuador ausgesandt. Kevin und Kathy bieten Kurse für Analphabeten an, halfen mit, das Alte Testament zu übersetzen und schulen einheimische Christen.

ECUADOR. Noch einmal gemeinsam anpacken, hieß es kurz vor Ostern für viele Gemeindemitglieder in Palmira und die Liebenzeller Missionare Kevin und Kathy Bruce. Während einige Männer die letzten selbstgezimmerten Holzbänke in den neuerbauten Versammlungsraum trugen, bastelten die Frauen und Kinder bunte Papiersterne, die sie neben vielen Luftballons im Inneren aufhängten. Da Kathy, Kevin und die anderen Helfer nicht wussten, wie groß der Ansturm bei der Eröffnung am Ostersamstag sein würde, stellten sie draußen ein zusätzliches Zelt mit weiteren Bänken auf. So konnten sie sicherstellen, dass alle Besucher im Trockenen sitzen würden, denn es regnete bereits seit Tagen.

Und tatsächlich war der Ansturm am Samstag riesig: 200 Awa-Indianer kamen zur Eröffnung. Rund 150 von ihnen fanden im Inneren Platz, der Rest saß draußen unter dem Zelt. Nach einigen Grußworten und Liedern, die vom Lobpreisteam der Quichua-Kirche begleitet wurden, gab es ein gemeinsames Essen. Später blieben noch viele Awa, um sich gemeinsam den Jesus-Film anzusehen.

Zum Ostergottesdienst am nächsten Tag kamen rund 100 Awa. Es regnete weiterhin ununterbrochen, doch minderte das die Freude der Besucher nicht. „Wir sind so dankbar, dass Gott uns den schönen Gebetsraum bereitgestellt hat und wir beten, dass es wahrhaft ein Ort wird, an dem viele Awa Gott begegnen und erleben dürfen“, wünschen sich Kathy und Bruce.

ECUADOR. Alle zwei Wochen fahren die impactlerinnen Rebekka Eppelt und Carolin Weis, die einen Jahreseinsatz bei der Liebenzeller Missionarsfamilie Erndwein absolvieren, in das abgelegene Bergdorf Piava. Dort leben Quichua-Indianer in kleinen Betonhütten und unter einfachsten Bedingungen. Der Großteil der Menschen arbeitet in der Landwirtschaft – oft reicht ihr Verdienst gerade so zum Überleben. Viele Dorfbewohner wirken abgemüht und gedrückt. Inmitten dieser Trostlosigkeit konnte ein Kids Club gegründet werden. Rebekka und Carolin helfen dabei, den Quichua-Kindern das Evangelium weiterzugeben.

Rund 40 Kinder nehmen am Programm teil. Gestartet wird jedes Mal mit einem Spiel, bei dem alle begeistert mitmachen. Im Anschluss werden christliche Lieder gesungen, auf die eine Andacht folgt. “Gerade beim geistlichen Input habe ich oft das Gefühl, dass die Kinder unaufmerksam und lustlos sind”, berichtet Rebekka. Deutlich würden viele ihr Desinteresse nach außen hin zeigen und das Programmende herbeisehnen. Oft kommt es der 19-jährigen Pforzheimerin daher so vor, als seien die mühevoll vorbereiteten Kinderstunden völlig umsonst. Desto mehr überraschte sie jedoch der vergangene Dorfbesuch: “Einige Kinder konnten auf einmal die gehörten Bibelverse auswendig aufsagen.” Es freute Rebekka, dass die Kinder doch etwas aus den vorherigen Treffen mitnahmen und Gott zeigte ihr, dass es sich auch in einem scheinbar trostlosen Dorf wie Piava lohnt, seine rettende Botschaft zu verkünden. “Nun komme ich wieder mit mehr Freude und Motivation zu den Kindern, um ihnen etwas von Gott zu erzählen.”

ECUADOR. Von schwierigen Lebensschicksalen geprägt und von Gottes Liebe bewegt – dieser Satz trifft auf alle sechs Täuflinge zu, die sich im November vom Liebenzeller Missionar Rainer Kröger in Lita taufen ließen. Obwohl sich ihre Lebensgeschichten unterscheiden, teilen sie eine gemeinsame Erfahrung: Sie lernten Jesus Christus kennen, der sie gerettet, geheilt und verändert hat.

Unter ihnen ist eine 22-jährige Mutter, die sich lieber auf Feiern vergnügte, als sich um ihr Kind zu kümmern. Letztes Jahr wollte sie ihrem Leben ein Ende setzen, doch dann kam sie auf einer Freizeit zum Glauben an Jesus Christus. „Sie ist völlig verändert und bittet andere um Entschuldigung. Das würde in dieser Kultur normalerweise niemand tun“, sagt Rainer Kröger. Auch der älteste Täufling an diesem Tag, ein 50-Jähriger, räumte viele Fehler ein. Alkohol und Frauen bestimmten sein Leben – bis er vor zwei Jahren Jesus kennenlernte. Seither brennt sein Herz dafür, anderen Menschen das Evangelium weiterzusagen. Auch ein Teenager, der in einer Großfamilie aufwuchs, entschied sich zur Taufe. Als sein Vater die Familie vor sechs Jahren verlassen hatte, musste er die Verantwortung für seine Mutter und die Geschwister übernehmen. Hass erfüllte den Jungen. Doch als er zu Jesus fand, konnte er seinem Vater vergeben, weil Jesus ihm vergeben hat. Wie der Teenager musste auch eine 16-Jährige früh Verantwortung tragen. Von klein auf kümmerte sie sich um ihre alleinstehende, behinderte Mutter. „Nicht nur Zuhause, sondern auch im Dorfleben muss sie stark sein. Sie ist dort die einzige Christin und erfährt viel Gegenwind“, erzählt unser Missionar.

Rainer ist fasziniert, wie jeder einzelne Täufling in seinem Glauben standhaft und treu lebt – und das, obwohl die Menschen in einer Schamkultur leben und der Familien- und Dorfdruck sehr hoch ist, sobald jemand aus den gewohnten Mustern ausbricht. Als Rainer und seine Frau Katharina vor elf Jahren in diese Gegend kamen, gab es noch keinen einzigen Christ.. „Wir sind froh, dass wir schon viele Menschen mit dem Evangelium erreichen konnten. Auch die sechs Täuflinge besuchten irgendwann einmal unsere Kinder- oder Jugendstunden, Freizeiten oder Glaubenskurse.“ Dankbar blicken die Missionare auf den Taufgottesdienst zurück, bei dem die Täuflinge unbeschönigt aus ihrem Leben und von ihrer Entscheidung für Jesus Christus erzählten. Dabei flossen viele Tränen. „Ein junges Mädchen war so bewegt, dass sie noch am selben Tag einen Anfang mit Jesus machte“, freut sich Rainer.

ECUADOR. Rund 80 junge Menschen wurden diesen Sommer ausgesendet, um weltweit die Arbeit der Liebenzeller Mission zu unterstützen. Zu ihnen gehört auch Luca Eichel, der für einige Monate im Missionsteam in Ecuador mitarbeitet. Er und weitere impactler, die einen Kurzeinsatz absolvieren, begleiten den einheimischen Mitarbeiter Alfonso Rosales jede Woche zu Kinderstunden nach Cotacatchi und Iltaqui.

Rund 20 Quichua-Indianer im Alter von drei bis zehn Jahren nehmen daran teil. „Die meisten von ihnen wissen nur sehr wenig über Jesus, Gott und die Bibel“, sagt Luca. Mit Theaterstücken und Andachten versucht das Team, den Kindern Gott als ihren Schöpfer nahezubringen. „Ich staune immer wieder, wie kindgerecht unser Anleiter die biblischen Inhalte verpackt und den Kindern vermittelt, dass sie wichtig sind und Gott sie liebt“, erzählt der 18-Jährige. Neben den impactlern zeigt sich auch bei den Kindern große Begeisterung: „Sie kommen gerne und hören aufmerksam zu. Für viele ist die Kinderstunde ein fester Bestandteil ihrer Woche geworden“, freut sich Luca.

ECUADOR. 25 Prozent der Bevölkerung in Ecuador sind Quichua-Indianer. Einer davon ist Edison – ein junger Mann, der lange Zeit viel Alkohol getrunken und seine Familie vernachlässigt hat. Eines Tages stürzt er bei der Arbeit fünf Meter in die Tiefe. Einige Operationen und mehrere Wochen Bettruhe folgen. Die Tage ziehen an ihm vorbei. Er hat viel Zeit – Zeit, sein Leben zu reflektieren. Doch umso länger er nachdenkt, desto stärker umgibt ihn eine tiefe innere Leere. Um diese zu überwinden, macht sich Edison nach seiner Genesung auf die Suche nach dem Sinn seines Lebens. Zunächst beschäftigt er sich mit dem Volksglauben. Er betet zu Naturgottheiten und besucht den Schamanen, doch all dies stillt seine Sehnsucht nicht. Auch als er sich dem Katholizismus zuwendet, besteht die Leere weiterhin. Ratlosigkeit macht sich bei Edison breit.

Als er einige Tage später im Haus seiner Schwester auf Ramona Rudolph trifft, berichtet er von seinen Bemühungen und sagt: „Ramona, erzähl mir von deinem Gott!“ Die Liebenzeller Missionarin willigt ein. Von nun an treffen sich die beiden wöchentlich, um Bibel zu lesen. Bereits nach kurzer Zeit stellt Edisons Frau eine Veränderung bei ihrem Mann fest. Das macht sie neugierig und so beginnt auch sie, Bibel zu lesen. „Es war toll zu sehen, wie Gott die Herzen der beiden angerührt und verändert hat“, freut sich Ramona. Kurz bevor die Missionarin nach Deutschland fliegt, lässt sich das Ehepaar im Freibad taufen. Ramona ist glücklich, dass die beiden nun den Sinn ihres Lebens erkannt haben.