ECUADOR. Gott gibt unseren Missionaren immer wieder gute Ideen, wie sie ganz praktisch und oft überraschend unkonventionell helfen können. Das hat Ramona Rudolph eindrücklich erfahren – beim Schuldenabbau mithilfe eines Schweines.
 
„Wie soll ich je meine Schulden loswerden?“, fragte Camila (Name geändert) verzweifelt. Ihr Ehemann hatte sie wegen einer anderen Frau verlassen; nun musste sie sich alleine mit ihren drei Kindern durchschlagen. Sie arbeitete hart, um den gigantischen Schuldenberg abzubezahlen, der ihr geblieben war. Dennoch schien er kaum abzunehmen. Was kann man als Missionarin in so einer Situation sagen und tun? Gerade hier konnte ich mich an Gott wenden. Camila hatte schwer gearbeitet und sich auf ihre eigene Weisheit und Kraft verlassen. Doch ohne Gottes Eingreifen schien es unmöglich, den Schuldenberg zu bezwingen! Ich ermutigte sie: „Der Weg aus den Schulden ist nicht immer leicht, doch du bist nicht allein mit dieser Last. Wir als Gemeinde werden dir helfen, diesen abzubauen.“
Wir kauften ein Schwein, ließen es im Ofen backen, kochten Mais und Kartoffeln, verkauften Essensmarken an Freunde und Bekannte. Und dann lieferten wir die gutgefüllten Teller aus. Mit großem Erfolg: Zwar ist der Schuldenberg noch nicht ganz abbezahlt, aber wir konnten bereits einen beträchtlichen Teil an die Bank zurückzahlen.
 
Gott gibt Trost und Halt – auch bei Schulden
 
Camila kommt seit einem Jahr regelmäßig in unseren Bibelhauskreis. Sie hat mit Erstaunen erlebt, wie Gott geholfen hatte! In ihrer ausweglosen Situation hatte sie erfahren, dass sie nicht alleine ist. Durch unsere konkrete Unterstützung konnte Delia sehen, dass Gott Gebet erhört. Dadurch hat sich ihr Gottesbild positiv verändert. Sie entdeckte, dass Er der Herr ist und in ihre Alltagssituation eingreifen kann. Ihre Schulden sind noch nicht ganz verschwunden, aber sie findet nun Halt und Trost in Gott. In dieser herausfordernden Situation lernte Delia einen Wesenszug von Gott kennen, der ihr bisher unbekannt war. Dankbar über diesen Hoffnungsschimmer, schickt sie ihre ältesten Kinder Justin und Noemi nun freitags in unseren Kinderkreis. Die Kinder nimmt die Trennung ihrer Eltern sehr mit. Camila möchte, dass auch ihre Kinder durch Gottes Wort getröstet werden und ihm näher kommen.
 
Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Ramona Rudolph arbeitet seit 2012 unter Kindern, Jugendlichen und Frauen in verschiedenen Quichua-Dörfern.

ECUADOR. Gott kann eine Konferenz auch mit äußerst widrigen Bedingungen wie giftigen Raupen und Schlammlawinen nutzen, damit Besucher seine frohe Botschaft kennenlernen. Das hat Missionar Kevin Bruce in Ecuador erlebt. Bei der 22. jährlichen Konferenz für Awa-Indianer berührte er beim Aufbau des großen Versammlungszeltes versehentlich eine giftige Raupe, sodass er stundenlang unter heftigen Schmerzen an der Hand litt: „Ich hatte den Eindruck, als würde ich feurige Kohlen in meiner Hand halten. Der Schmerz strahlte durch die Knochen bis in meine Schulter aus.“ So konnten die Mitarbeiter die Konferenz nur mit einem eindringlichen inneren Hilfeschrei zu Gott beginnen. Und er half auf vielerlei Weise: So konnte Paulino beispielsweise, obwohl er unter einer schweren Erkältung litt, mit seinen Bildern, die die Kreuzigung und Auferstehung plastisch illustrierten, den Awa-Indianern eindrücklich das Evangelium weitergeben.
 
Gottes Hilfe ganz konkret erfahren
 
Der sintflutartigen Regen aufgrund der Regenzeit führte in der improvisierten Kirche zu einem schlammigen Durcheinander. Mitarbeiter fegten jeden Morgen mit viel Mühe und großem Einsatz die Besprechungsräume, wischten die Bänke ab und entfernten den rutschigen Schlamm von Veranda. Rückblickend ist Kevin Bruce dankbar, Gottes Hilfe konkret bei allen Herausforderungen erlebt zu haben: „Wir wurden gesegnet, indem wir unseren auferstandenen Erlöser mit unseren Awa-Freunden feierten. Wir beten, dass viele die Osterbotschaft aufgrund dieser gemeinsamen Zeit besser verstehen.“
 
Kevin und Kathy Bruce sind ausgesandt vom amerikanischen Zweig der Liebenzeller Mission und arbeiten seit 1995 in Ecuador unter Awa-Indianern. Sie bieten Kurse für Analphabeten an, halfen mit, das Alte Testament zu übersetzen und schulen einheimische Christen.

ECUADOR. Die Liebenzeller Missionarin Ramona Rudolph steht durch Besuche Menschen bei und gibt Gottes Liebe weiter. So betreut sie eine alleinerziehende Mutter von drei Kindern. Ihr Mann ist vor einigen Jahren wegen einer anderen Frau ausgezogen. Die familiäre Veränderung belastete ihren ältesten Sohn sehr. Er wurde ihr gegenüber aggressiv und seine Schulleistungen gingen steil bergab. Die jüngste Tochter bekam eine lebensgefährliche Ohrentzündung, die sich erst nach über einem Jahr stillen ließ. Die Frau verlor jegliche Hoffnung. Es war ein Kampf ums tägliche Überleben. „Wir haben viel für sie gebetet und ihr beim Umzug in ein sicheres Umfeld geholfen. Mich freut besonders, dass sie nun regelmäßig in unseren Bibel-Hauskreis kommt und ihre Kinder jeden Freitag in unseren Kinder- bzw. Jugendkreis gehen.“
 
Kranke Witwe muss elf Kinder alleine großziehen
 
Eine andere Frau muss seit dem Tod ihres Mannes vor neun Jahren ihre elf Kinder alleine großziehen und ernähren. „Das ist oft kräftezehrend“, so Ramona Rudolph. Neben der finanziellen Herausforderung kommt es zu Hause häufig zu Konflikten mit ihren pubertierenden Kindern. Derzeit wohnen noch sieben Kinder in ihrem Haus. Erschwerend kommt hinzu, dass die Fraue seit einem Monat wegen Schmerzen im Krankenhaus in Ibarra liegt. Die geplante Operation an der Leber und den Harnwegen wird seit Wochen immer wieder verschoben. Sie hat bereits sechs Kilogramm abgenommen, da sie außer ungesüßtem Tee und Gemüsebrühe nichts anderes zu essen bekommt. Durch die Besuche wächst bei der Liebenzeller Missionarin auch das Verständnis für die Lebenswelt der Menschen. „Im Gebet kann ich dann ihre Anliegen auch vor Gott gezielt erwähnen. Betet um Weisheit, wenn wir ihnen Bibelworte zusprechen und sie mit Gottes Wort bekannt machen.“
 
Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Ramona Rudolph arbeitet seit 2012 unter Kindern, Jugendlichen und Frauen in verschiedenen Quichua-Dörfern.

ECUADOR. Gott schenkt Befreiung. Das hat Missionar Rainer Kröger bei einer Jugendfreizeit erlebt. An einem Abend bestand für die Teilnehmer die Möglichkeit, Gottes Liebe, Vergebung und Fürsorge sichtbar und spürbar zu erfahren. Dabei konnten sie Lasten und Probleme an einer „Klagemauer“ loswerden und Leckereien probieren, um Gottes Güte und Freundlichkeit zu schmecken (Psalm 34). Außerdem erhielten sie auf Wunsch eine angemessene Umarmung (das haben viele noch nie von ihren Eltern empfangen) und einen biblischen Zuspruch. Ebenso beteten die Mitarbeiter für sie. Die Jugendlichen konnten außerdem ihre Gebetsanliegen für Angehörige in Gottes Hände legen. „Die Station am Kreuz – mit der Möglichkeit des Bekennens und der Schuld ans Kreuz nageln – hat manche Herzen geöffnet: Tränen flossen und Schuld wurde bekannt – auch okkulte Praktiken in den Familien. Das hat manchen Mitarbeitern den Schlaf geraubt: „Ich konnte heute Nacht nicht schlafen“, sagte eine Mitarbeiterin. Ein anderer fügte hinzu: „Und ich hatte Alpträume!“. Und doch erlebten sie, wie sich das Thema der Freizeit „Jesus heilt Herzen“ ganz konkret bewahrheitete. Seelische Verletzungen heilten und die Mitarbeiter konnten Hoffnung vermitteln. Entsprechend dekorierten sie ein Herz: umwickelt mit Stacheldraht, der symbolisiert, wie schwer es ist, andere und Gott an sich heranzulassen. Und dass auch wir verletzen, wenn wir verletzt und schuldig sind. Die Mitarbeiter beten nun, dass die Jugendlichen bleibende Befreiung und Heilung durch Jesus erleben.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Rainer und Katharina Kröger arbeiten seit 2006 in der Provinzhauptstadt Ibarra und bieten unter anderem Glaubenskurse an, leiten Hauskreise und unterrichten an einer Bibelschule.

ECUADOR. Mit einem extra geschriebenen Weihnachtsmusical bringen Mitarbeiter der Liebenzeller Mission Menschen in Ecuador, die noch nie etwas von Jesus Christus gehört haben, das Evangelium nahe. Zurzeit finden viele Aufführungen in vielen Dörfern rund um Ibarra statt, berichtet Anna Kabelka, die zurzeit einen impact-Kurzeinsatz in Ecuador absolviert: „Auch wenn es nicht kalt ist oder gar Schnee liegt oder es nicht so tolle Weihnachtsmärkte, Punsch und leckere Weihnachtsplätzle wie in Deutschland gibt, wird auch hier Weihnachten gefeiert.“ Die Abiturientin hat zusammen mit einem Team ein Weihnachtsmusical mit dem Thema „Jesus, das Licht der Welt“, verfasst. Darin erzählen und singen sie, wie ein kleines Mädchen ihrer Mutter erklärt, warum wir Weihnachten feiern: „Jesus ist als Licht auf die Welt gekommen, um uns zu erlösen! Doch nicht nur dadurch war er ein Licht, sondern auch durch sein Handeln, seine Wunder und vieles mehr.“ Die Christen wollen mit dem Musical aufzeigen, wer Jesus ist, dass er für jeden Licht sein möchte und auch jeder wiederum Licht für Gott sein kann. „Mir macht es sehr viel Spaß und ich freue mich, vor allem in Dörfern das Musical aufzuführen, in welchem noch nie etwas von Jesus erzählt wurde“, so Anna Kabelka.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Anna Kabelka unterstützt im Rahmen des Kurzzeiteinsatzprogramms „impact“ zusammen mit sieben anderen jungen Erwachsenen die Kinder- und Jugendarbeit.

Anden-Hochland, bunte Märkte und jeden Tag frische Bananen – das war das Umfeld für Heiko und Simone Erndwein in den letzten zwölf Jahren. Als Missionare waren sie in Ecuador im Einsatz. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war die theologische Schulung von Quichua-Indianern. Jetzt ist Familie Erndwein zurück in Deutschland. Wir haben Heiko einige kurze Fragen gestellt.

Warum seid ihr nach Deutschland zurückgekehrt und habt euren Einsatz in Ecuador beendet?
Unsere Arbeit und unser Leben in Ecuador hat uns sehr gut gefallen. Aber letztendlich hat uns vor allem die Schulfrage zurück nach Deutschland geführt. Die Kinder zu Hause zu unterrichten, war einfach nicht mehr länger möglich. Und das Niveau in den ecuadorianischen Schulen passt nicht mit dem deutschen zusammen.

Was hat die LM-Missionsarbeit in den letzten Jahren in Ecuador bewirkt?
Was die Arbeit der Liebenzeller Mission in Ecuador auszeichnet, ist die Nachhaltigkeit. Unser Ziel war es: Quichua-Indianer vorzubereiten und fit zu machen – durch Schulung und Multiplikation. Die Arbeit ist immer so angelegt, dass es weitergehen soll, wenn wir Missionare weiterziehen.
Mit einigen Leuten in Ecuador bin ich noch in Verbindung. Die Einheimischen sind motiviert und machen weiter. Das freut uns sehr.

Was wird euch an Ecuador am meisten fehlen?
Für die Kinder sind es die Freunde, ihre Haustiere und das südamerikanische Essen. Für uns sind es die Beziehungen zu den Menschen, die wir über viele Jahre begleitet haben und wo einfach auch viele Freundschaften entstanden sind. Auf Dauer wird das Kontakthalten über die Distanz schwierig. Ein guter Bekannter von mir hat zum Beispiel nicht einmal ein Handy.

Habt ihr vor, eines Tages wieder nach Ecuador zurückzukehren?
Absolut. Wenn unsere Kinder etwas größer sind, wollen wir als „Abschluss“ nochmals alle gemeinsam nach Ecuador reisen und einige Leute wiedersehen.
Wir können es uns aber auch vorstellen, wieder in die Mission zu gehen, wenn die Kinder dann alle die Schule abgeschlossen haben werden. Aber wir sind nicht auf Ecuador festgelegt und sind gespannt, was Gott noch alles mit uns vorhat.

ECUADOR. „Auf die Knie gehen und beten – das war das einzige, das ich noch tun konnte. Und dann hat Gott eingegriffen, und der Wind hat sich gedreht!“ Das hat Sandra in Ecuador erlebt, als das Zuckerrohrfeld neben ihrem Haus anfing zu brennen. Brandstiftung! Die 42-Jährige ist seit einigen Jahren Christ und mit vielen Herausforderungen konfrontiert. So pflegt sie seit einigen Jahren ihre 23-jährige behinderte Tochter. Sie hat gelernt, Gott zu vertrauen und im Gebet von ihm Hilfe zu erbitten, berichtet Rainer Kröger. Als das Zuckerrohrfeld brannte, kamen Hektik und Panik auf. Denn der Brand kurz vor der Ernte bedeutet ein großer Verlust. Was tun? Sandra kniete nieder und bat ihren himmlischen Vater um Hilfe. Und das Wunder geschah: Plötzlich drehte der Wind und der Rest des Zuckerrohrfeldes wurde verschont. „Normalerweise dreht der Wind sich dort nur zweimal im Jahr“, schreibt Kröger. Immer wieder zeigt Gott, dass er mächtig und vertrauenswürdig ist. „In der Gegend, in der wir missionarisch arbeiten, ist das eine große Ermutigung und Einladung, unserem großartigen Gott zu vertrauen.“ Denn Tradition, Aberglaube und der Druck von Freunden und Nachbarn machen es den Negritos sehr schwer, Jesus treu nachzufolgen. „Die Kultur ist nicht vom Individualismus bestimmt, bei dem jeder seinen Weg findet und unabhängig ist. Hier herrscht Schamkultur.“ Das, was die Gruppe bzw. Familie denkt, hat großes Gewicht. Deshalb sind die Missionare immer dankbar, wenn Christen in Deutschland dafür beten, dass die Gläubigen dem widerstehen können und nicht in das alte Leben zurückfallen.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Rainer und Katharina Kröger arbeiten seit 2006 in der Provinzhauptstadt Ibarra und bieten unter anderem Glaubenskurse an, leiten Hauskreise und unterrichten an einer Bibelschule.

ECUADOR. Wenn Missionare auf mehrmonatigem Reisedienst in Deutschland sind, um über ihre Arbeit zu berichten, dann stehen sie auch immer wieder in der Spannung: Wie geht es währenddessen mit der Missionsarbeit in dem Land weiter? Ramona Rudolph hat in Ecuador die Erfahrung gemacht, dass die Einheimischen die Arbeit sehr gut weitergeführt haben. So leiteten Alfonso, seine Frau Surley und Emilia den Kinderkreis und die Bibel-Hauskreise, die sie in dem Quichua-Dorf Calera begonnen hatte, schreibt sie. „Ich war so gespannt, wie es den einzelnen wohl geht und so begleitete ich meine einheimischen Mitarbeiter in den Bibel-Hauskreis.“ Keiner der Quichuas wusste, dass sie kommen würde und so war die Überraschung groß: „Als die Kinder mich sahen, schauten sie mich freudestrahlend mit ihren großen schwarzen Augen an, rannten auf mich zu und umarmten mich ganz fest. Viele Frauen luden mich gleich zu sich nach Hause ein.“

Kinder in Ecuador sammeln für Missionsarbeit in Bangladesch

Sie traf dabei auch die 19-jährige Yomayra. Sie war zum ersten Mal im Hauskreis dabei. Alfonso und Surley hatten sie diesen Sommer zum Jugendcamp der Gemeinde eingeladen, welches ihr Leben völlig veränderte. Sie wolle nicht so wie viele Jugendliche in ihrem Dorf leben, die bereits in ihrem Alter ein Kind haben und deswegen die Schule abbrechen müssen. „Meine Prioritäten liegen wo anders; auf meinem bevorstehenden Studium und meiner Beziehung zu Jesus. Ich möchte die Bibel noch viel besser kennenlernen“, sagte Yomayra. Ramona Rudolph beeindruckte auch, dass beim jährlichen Missionsfest Kinder Geld für die Arbeit der Liebenzeller Mission in Bangladesch gesammelt hatten.

Missionare und Pastoren wollen sich weltweit in ihrem Dienst unterstützen

Ramona Rudolph nahm auch an einer Konferenz für Missionare und Pastoren in Quito teil. Auf diesem Treffen tauschten sich die Mitarbeiter aus allen Kontinenten darüber aus, wie sie Missionare körperlich, psychologisch und geistlich für ihren Dienst vorbereiten und begleiten können. Dabei wollen sie eng zusammenarbeiten. „Unser ecuadorianisches Mitarbeiterteam mit Ehrenamtlichen wächst stetig. Dabei ist es uns wichtig, dass sie in ihrem Dienst ganzheitliche Unterstützung, Begleitung und Wertschätzung erhalten.“

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Ramona Rudolph arbeitet seit 2012 unter Kindern, Jugendlichen und Frauen in verschiedenen Quichua-Dörfern.

ECUADOR. Eine Wochenendkurzfreizeit in Ecuador stößt auf positive Resonanz: Sehr viele gute Gespräche und eine tiefe Gemeinschaft – das erlebten 34 Jugendliche und junge Erwachsene von 17 bis 28 Jahren in Lita. Die Missionare Andreas und Donata Schiller stellten dabei drei große Herausforderungen für Christen vor: Echte Gemeinschaft, Gebet (praktisch gemacht anhand einer Gebetsnacht zu Stationen des Vaterunsers) und Integrität in (Liebes-)Beziehungen. Außerdem unternahmen die Teilnehmer einen Ausflug zum Baden im (kalten) Fluss, trugen ein Fußballturnier aus und genossen ein abendliches Lagerfeuer. Bei der Freizeit waren auch zwei Absolventen des Kurzzeiteinsatzprogramms „Impact“ dabei, die gerade in Ecuador zu Besuch waren. „Wir sind sehr dankbar für die sehr gute Atmosphäre und das tolle Küchenteam von jungen Erwachsenen aus der Gemeinde“, sagte Donata Schiller. Die Missionare freuen sich besonders, dass ein junges Ehepaar, das in der Küche mithalf, nun als Mitarbeiter in den Jungen-Erwachsenen-Hauskreis einsteigt. „Das ist echt super, denn bisher fehlten weitere Mitarbeiter“, so Andreas Schiller.

Hoffnung, dass das Gehörte im Leben der Teilnehmer Wurzeln schlägt

Die Liebenzeller Missionare hoffen, dass die Teilnehmer das Gehörte umsetzen. So beten sie, dass eine Studentin an ihrem Studienort Kontakt zu anderen Christen aufnimmt und sich einer Gemeinde anschließt. Schillers stellten dazu den Kontakt zu Freunden her, die dort einen christlichen Studentenkreis leiten und die junge Frau auch mit in die Gemeinde nehmen würden. Ebenso hoffen sie, dass ein kolumbianischer Teilnehmer nach seiner Rückkehr in seiner Heimat nicht durch seine dortigen Freunde in das alte Leben ohne Jesus Christus zurückfällt. Dazu wollen sie ihm helfen, eine christliche Gemeinde zu finden.  Donata und Andreas Schiller wollen auch in Zukunft möglichst einmal im Jahr solch eine Kurzfreizeit anbieten.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Andreas und Donata Schiller wohnen seit 2012 in der rund 130.000 Einwohner großen Stadt Ibarra und arbeiten vor allem unter Studenten.

ECUADOR. Auch wenn Missionarskinder mit vielen Schwierigkeiten wie Umzügen mit Ein- und Auspacken sowie Loslassen konfrontiert sind, kann die Zeit im Ausland für sie zum Segen werden. Diese Erfahrung machte Ecuador-Missionarin Kathy Bruce nach rund 25 Jahren mit ihren drei Kindern, die nun alle in den Vereinigten Staaten leben. Sehr offen schildert sie die Herausforderungen, vor denen Missionarskinder oft stehen. Ihre Kinder hätten sich aber sehr wertschätzend über ihre Zeit in den Anden geäußert, bei der sie von ihren Eltern zuhause unterrichtet wurden, eng miteinander als Familie lebten und in der alle mehr oder weniger in der Missionsarbeit miteingebunden waren. „Im Laufe der Jahre haben wir gelernt, zusammen das Gute zu schätzen, dass Gott uns versorgt und haben ihm vertraut, dass wir auch im ‚Schlechten‘ seine Gnade erleben“, sagte Kathy Bruce.

Gott ganz konkret bei einem Felsbrocken auf der Straße erfahren

Die Familie sei reich gesegnet worden: Sie konnten bei der Arbeit Gott ganz konkret als lebendig erfahren, gemeinsam als Familie beten und erleben, wie er Gebete erhört. Oft schwitzte man zusammen bei der Arbeit und das schweißte zusammen. Auch als Familie unternahmen sie viel, sie wanderten zusammen, lernten gemeinsam naturwissenschaftliche Fächer und Mathematik, bauten ein Haus und schwammen in Flüssen. „Aber natürlich haben wir manchmal zusammen gelitten: bei Krankheitszeiten, Stress, Enttäuschungen und Sorgen. Besonders eindrücklich war für sie als Familie das Erlebnis, wie durch starke Regenfälle ein riesiger Felsbrocken einmal eine Straße versperrte, den sie nicht wegbewegen konnten. Genau in diesem Moment kam ein Fahrzeug mit mehreren Männern um die Ecke und diese halfen ihnen, den Weg frei zu machen.

Wenn man Freunde und Verwandte zurücklassen muss

Kathy Bruce verschweigt nicht, wie sehr ihren Kindern nach Heimatbesuchen zunehmend schwerfiel, Freunde, Großeltern, Tanten und Onkeln immer wieder loszulassen und sich wieder an das Leben in Ecuador anzupassen. Ihrem ältesten Sohn Kenny half dabei ein Buch über das Leben der Missionarskinder, in dem geschildert wurde, dass Umzüge, Packen und sich auf Neues einzulassen zum Leben eines Missionars gehört. Als er das akzeptierte, konnte er besser damit leben. Er wollte weniger das Schlechte daran sehen, sondern sich mehr auf die neuen Abenteuer freuen, die Gott für sie bereithielt. „Im Rückblick sind wir als Familie dankbar, dass Gott mit uns als Familie durch ‚gute‘ und ‚schlechte‘ Zeiten gegangen ist. Wir sind dankbar für seine Kreativität, uns zu helfen, gute Lösungen und Wege zu finden, um seine Güte auch mitten in Schlamm, Chaos und sogar im Packen regelrecht zu feiern. Durch seine Gnade wurden wir durchgetragen.“

Kathy Bruce arbeitet mit ihrem Mann Kevin seit 1995 in Ecuador unter Awa-Indianern. Sie sind vom US-amerikanischen Zweig der Liebenzeller Mission nach Ecuador ausgesandt. Kevin und Kathy bieten Kurse für Analphabeten an, halfen mit, das Alte Testament zu übersetzen und schulen einheimische Christen.