MALAWI. Einen großen Zulauf verzeichnen der Kindergarten und die Schule der Liebenzeller Mission im Chilonga-Gebiet in Malawi: Voraussichtlich 62 Kinder werden künftig im Kindergarten betreut; 240 Schüler in den Klassen 1 bis 6 starten ins neue Schuljahr, teilen die Missionare Veronika und Johannes Urschitz mit. Für die Schule mussten noch drei neue Lehrer gefunden und angestellt werden. Nach mehreren Gesprächen und Tagen Probeunterricht waren die Missionare sehr dankbar, dass sie drei neue Lehrer für das kommende Schuljahr unter Vertrag nehmen konnten. „Leider hat uns im August die Nachricht erreicht, dass zwei der neuen Lehrer, obwohl sie bereits die Verträge unterschrieben hatten, vom Bildungsministerium Platzzuteilungen bei staatlichen Schulen bekommen haben und dort zusagen möchten. Zusätzlich hat ein langjähriger Lehrer auf Ende September gekündigt, da er eine Weiterbildung im theologischen Bereich absolvieren möchte. Wir sind sehr dankbar, dass wir alle drei Plätze gerade noch rechtzeitig vor Schulbeginn am 10. September neu besetzen konnten.

Bausteine für neues Lehrerhaus reichen nicht aus

Für den Schulausbau war ein dringend benötigtes Lehrerhaus geplant, das nach Möglichkeit zum Schulbeginn Anfang September zur Verfügung stehen sollte. Es musste Baumaterial besorgt, der Grundriss vermessen, ein Bauteam zusammengestellt und Absprachen getroffen werden, um möglichst schnell mit dem Bau beginnen zu können. Inzwischen ist das Lehrerhaus halb fertig. „Wir haben nun keine Bauziegel mehr, da im vergangenen Jahr keine Ziegel hergestellt wurden und die Bausteine von 2016 nun aufgebraucht sind.“ Auch wenn jetzt die Dorfbevölkerung mit der Produktion der von neuen Ziegeln begonnen hat, wird das Lehrerhaus nicht bis zum Schulbeginn fertig. Nun sollen Häuser für zwei neue Lehrer im Dorf gemietet werden. Ein geeignetes Haus konnte inzwischen gefunden werden, für den zweiten Lehrer sind die Missionare noch auf der Suche nach einem passenden Haus.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig, unter anderem im Chilonga-Gebiet, das sich selbst für afrikanische Verhältnisse jenseits der Zivilisation befindet. Schlechte Bildung, mangelnde medizinische Versorgung und eine unzureichende Ernährungssituation prägen den Alltag. Die Liebenzeller Mission eröffnete 2011 den Kindergarten „Madalitso“ (= Segen). Im September 2013 startete die Grundschule mit zunächst 40 Schülern. Veronika und Johannes Urschitz arbeiten seit 1996 in Malawi.

MALAWI. Nach elf Jahren am Chisomo-Zentrum und weiteren elf Jahren im pastoralen Dienst in Zomba haben die Liebenzeller Missionare Cornelia und Michael Volz gemeinsam mit ihren beiden Töchtern ihre Zelte in Malawi abgebrochen und sind nach Deutschland zurückgekehrt. Bis Ende des Jahres werden sie noch im Reisedienst sein, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben sie getroffen und ihnen vier Fragen gestellt.

Welche Vorteile brachte die Zusammenarbeit in einem internationalen Team mit sich?

Es gab Jahre, da waren wir ein bunt gemischtes Team von Missionaren aus Holland, Österreich, Deutschland, Schweiz und Papua-Neuguinea. Da Englisch für uns alle nur die Zweitsprache war, gab es einige Hürden zu meistern und man hat oft die Fehler anderer übernommen. Seit diesem Jahr verstärkt die Kanadierin Katiana König das Team und dafür sind wir sehr dankbar, denn Englisch ist ihre Muttersprache. Sie verbessert uns und wir alle können uns an sie anlehnen. Das ist ganz wichtig – gerade in einem multikulturellen Team. Denn wenn im Team oder in Gemeinden schwierige Themen besprochen werden müssen und es bei der Sprache hapert, sind Missverständnisse oft vorprogrammiert. Das ist mit Kati im Team nun anders und ein echter Vorteil.

Welches Erlebnis mit Einheimischen hat euch in letzter Zeit besonders bewegt?

Da denken wir sofort an einen Pastor, der auch in Zomba lebt. Er hat die Bibelschule „Evangelical Baptist Bible College“ (EBBC) initiiert, an der ich (Michael) einige Jahre als Gastlehrer unterrichtet habe. Als wir uns kürzlich verabschiedeten, ist uns nochmal klargeworden, welch gute Freundschaft sich zwischen uns im Laufe der Jahre entwickelt hat. Er sprach dabei nochmal seinen schweren Motorradunfall an, und sagte, wie dankbar er war, dass ich ihn damals am Unfallabend gemeinsam mit zwei Medizinstudentinnen, die bei uns ein Praktikum absolvierten, in dem 90 Kilometer entfernten Krankenhaus besuchte, in das er eingeliefert wurde. Da es dort nur einen anwesenden Arzt gab, der sich zunächst um den Unfallgegner kümmerte, war er sehr froh, dass eine der Studentinnen seine Kopfwunde versorgen und nähen konnte.

Was braucht Malawi am dringendsten?

Ein Amerikaner hat mal gesagt, dass Malawi evangelisiert ist, aber der Glaube der Menschen nur einen Zoll tief ist. Und damit hat er Recht. Malawi ist oberflächlich betrachtet ein sehr christlich geprägtes Land. Zwei Drittel der Bevölkerung sind Christen. Viele tanzen, singen, jubeln und sagen, dass sie Gottes Kinder sind. Aber wenn es im Alltag darum geht, ihren Glauben zu leben, tun sich viele schwer. Korruption ist im Geschäfts- und Behördenalltag gang und gäbe im Land. Es braucht daher mehr Christen, die ihr Christsein auch im Alltag umsetzen.

Was werdet ihr besonders vermissen?

Natürlich die Sonne. Wir genießen es gerade heimlich, wenn es hier vielen zu heiß ist. Und wir vermissen die Menschen – besonders aus unserer internationalen Community in Zomba. In Malawi hatten wir zwar keine Verwandten, dafür aber viele gute Freunde. Und die fehlen uns natürlich sehr.

MALAWI. Im Sommer 1993 wurde in dem kleinen malawischen Dorf Mbere der Grundstein für eine theologische und handwerkliche Ausbildungsstätte, das sogenannte Chisomo-Zentrum, gelegt. Dieses wurde seit jeher von Liebenzeller Missionaren geleitet. Doch bereits beim Bau hatten die Liebenzeller Mission und deren einheimischer Partnerverband, die Evangelikale Baptistenkirche von Malawi (EBCM), den Wunsch, dass das Zentrum eines Tages in einheimische Hände übergeht. Nun, nach 25 Jahren, ist es soweit: der malawische Pastor Edward Kandoje löst den Liebenzeller Missionar Joachim Berger ab, der die Bibelschule zuletzt seit 2011 geleitet hat. Damit bricht für das Chisomo-Zentrum eine neue Ära an.

Edward und seine Frau Agnes leben mit ihren sechs Kindern seit zweieinhalb Jahren in Chisomo. Nachdem er viele Jahre als Pastor im Süden des Landes und als Finanzverwalter der EBCM tätig war, kam Edward als Lehrer an die Bibelschule. „Schnell fiel auf, dass er nicht nur über die nötige theologische Kompetenz verfügt und als Pastor sehr geschätzt wird, sondern auch, dass er eine ausgeprägte Leitergabe hat und andere auf ihn hören“, berichtet Joachim. Das blieb auch der Kirchenleitung nicht verborgen. Es war also soweit: Die Kirche konnte sich vorstellen, dass Edward die Bibelschule als erster Malawier leiten würde. Das sah auch Joachim so, und sie berichteten Pastor Kandoje von ihren Überlegungen. Dieser zog sich mit seiner Frau zurück, um darüber zu beten. Denn er hatte große Angst, dass die Schule unter ihm zugrunde gehen könnte. Das Chisomo-Zentrum sei fortan schließlich ganz in malawischer Hand und in jeder Hinsicht selbstständig. Vor seiner Zusage stellte er daher klare Forderungen an die Kirche: „Edward weiß, dass die Schulleitung keine One-Man-Show ist, und er neben der Unterstützung durch seine Familie auch die der Kirche benötigt. Er möchte das Zentrum gemeinsam mit der Kirche vorwärtsbringen und Gutes tun“, ist sich Joachim sicher. Der Missionar freut sich, dass Edward zugesagt hat und er ihn seit einem Jahr in all seine Aufgabenbereiche einarbeiten darf. „Man kann sich das Amt des Schulleiters hier nicht wie in Deutschland vorstellen. Hier braucht es einen guten Überblick, denn neben fachbezogenen Aufgaben fällt auch viel nebenher an, wie etwa der Kauf von Nahrung oder Holz für die Werkstatt. Es braucht Zeit, bis man in allem drin ist“, erklärt Joachim.

Ende Juni wurde es dann offiziell: Pastor Kandoje erhielt im Rahmen der Absolvierungsfeier von 20 Schülern das Amt des Direktors. Bei den Feierlichkeiten hielt Joachim eine kurze Ansprache. Auch der Bischof kam zu Wort, und der Liebenzeller Missionar Michael Volz betete für die Familie. Den Abschluss bildete ein Lied der Schüler. „Es war ein schönes Fest und wir sind wirklich dankbar, dass mit Edward ein fähiger Leiter gefunden wurde und die Übergabe so gut verläuft. Auch freuen wir uns, dass er von den anderen Lehrern, die größtenteils schon viel länger hier sind, akzeptiert wird, und hoffen, dass sie auch bei unbequemen Entscheidungen hinter ihm stehen.“ Für Joachim und seine Familie geht die Zeit am Chisomo-Zentrum nun zu Ende, und sie kommen im September in den Heimataufenthalt nach Deutschland.

Sie sind ganz schön in Afrika rumgekommen und gehören zu den langjährigsten Missionaren der Liebenzeller Mission. Paul und Dorothe Kränzler waren von 1988 bis 1990 in Liberia, von 1991 bis 1992 in Guinea und von 1993 bis 2006 in Malawi. Nach einer Zeit im Gemeindedienst in Österreich reisten sie 2016 erneut nach Malawi aus. Zurzeit sind sie im Heimataufenthalt in Deutschland und berichten von ihrer Arbeit in Malawi. Wir haben ihnen drei Fragen gestellt.

Was hat sich aus eurer Sicht in den zehn Jahren in Malawi verändert?

Wir haben wahrgenommen, dass sich in dieser Zeit eine etwas stärkere Mittelschicht gebildet hat, sogenannte Young-Urban-Professionals (beruflich Qualifizierte). Diese Mittelschicht ist mit ca. 10 – 15 Prozent der Gesamtbevölkerung immer noch vergleichsweise gering. Aber es gibt zum Beispiel spürbar mehr Autos in den beiden größten Städten und auch Bildung ist gefragter.

Im Vergleich zu unserem Beginn in Malawi 1993 hat sich die Gesamtbevölkerung mehr als verdoppelt. Damals lebten in Malawi acht Millionen Menschen, heute sind es circa 17 Millionen. Bisher hatte eine malawische Frau durchschnittlich fünf Kinder. In der Mittelschicht wird eine bewusstere Familienplanung betrieben.

Bei unserem ersten Aufenthalt in Malawi war das Thema Aids auf dem Höhepunkt. Man sah vielen Menschen auf der Straße direkt an, dass sie Aids hatten, und wir waren viel auf Beerdigungen. Inzwischen kann durch Medikamente die Aids-Erkrankung im Griff gehalten werden. Aids-Infizierte haben eine höhere Lebenserwartung und es ist auch nicht mehr so erkennbar. Der Nachteil ist, dass es den Menschen weniger Sorge bereitet, sich mit Aids anstecken zu können, was ihren Umgang in diesem Bereich nicht nur positiv beeinflusst.

Der Islam ist auf dem Vormarsch. Seit den Anschlägen auf das World Trade Center 2001 ist ein Selbst- und Sendungsbewusstsein der Muslime erwacht. Es sind viele Moscheen und auch große Schulen entstanden; teilweise allgemeine Schulen, teilweise Koranschulen. Der „Volksislam“ in Malawi war stark in die Gesellschaft integriert, die unterschiedlichen Religionen wurden toleriert. Der Islam, der von außen ins Land dringt, ist offensiver.

Ihr betreibt nun einen Radiosender für den Volksstamm der Yao. Welche Ziele verfolgt ihr mit diesem Sender?

Wir möchten den Yao Lebenshilfe geben mit lebensnahen Sendungen, Tipps für das tägliche Leben und Bildungs- und Erziehungsprogrammen. Außerdem möchten wir ihnen die gute Nachricht von Jesus Christus weitergeben.

Wie reagieren die Zuhörer auf dieses Programm?

Sie nehmen gerne daran teil. Sie können zum Beispiel anrufen und sich Musik wünschen oder Bekannte grüßen. Oder sie stellen Rückfragen zu unseren Themen, wie zum Beispiel über Cholera. Sie schätzen es sehr, dass wir in der Sprache der Yao senden und sie sagen: „Das muslimische Radio sendet für die Muslime. Das katholische Radio sendet für die Katholiken. Aber ihr seid für alle da. Ihr seid zwar christlich, aber ihr seid für alle da.“ Dass sie uns so offen wahrnehmen, freut uns.

Wir sind auch begeistert, zu erleben, wie Gott vieles schon lange vorbereitet und geplant hat. Zum Beispiel bei unserem Mitarbeiter Kondwani. Er ist Waise. Als er vier Jahre alt war, sind seine Eltern in kürzester Zeit gestorben. Zuerst war er bei seiner Oma, dann wurde er weiter durch die Verwandtschaft gereicht. Er hat seinen Lebenswillen nicht verloren, wollte sogar eine kombinierte Bibelschule- und Berufsausbildung machen. Um diese zu finanzieren, hat er währenddessen auch noch gearbeitet, zum Beispiel als Nachtwächter. Irgendwann hat er ein Stipendium bekommen und es wurde einfacher. Er hat TV- und Radiokommunikation studiert und abgeschlossen. Gott ließ ihn das passende Studium wählen, und dann haben wir Kontakt mit ihm bekommen. Inzwischen ist er ein sehr guter und wichtiger Mitarbeiter. Diese Maßarbeit Gottes lässt uns Staunen.

MALAWI. Gemeinsam Gutes tun – das haben sich 50 Pastoren rund um Chilonga vorgenommen. Unter ihnen ist auch der Liebenzeller Missionar Tobias Müller, der gemeinsam mit seiner Frau Sarah das christliche Dorfentwicklungsprojekt „Ubwenzi“ leitet. Ende Dezember unterstützte die Gruppe die Witwe eines verstorbenen Häuptlings. Sie bauten ihr eine Feuerstelle, gruben eine Toilette aus und bearbeiteten das Maisfeld. Auch acht Mitglieder der Liebenzeller Gemeinschaft Ihringen kamen an diesem Tag hinzu und griffen den Pastoren unter die Arme.

„Mehr über die Arbeit von Sarah und Tobias erfahren, Land und Leute kennenlernen und selbst mit anpacken – das war unser Ziel. Dass wir all das direkt am ersten Tag umsetzen konnten, war einfach genial“, schildert der Ihringer Pastor Frank Claus. Tatkräftig ging es in den nächsten Tagen weiter. Gemeinsam mit den Missionaren errichtete die Gruppe drei Schranken auf dem Gelände. Nachdem 2016 ein Wärter bei einem Überfall ums Leben kam, sollen diese dazu beitragen, dass sich so etwas nicht wiederholt. Auch eröffneten sie einen von zwei Brunnen, die die Gemeinschaft finanziert hatte. „Es war schön zu sehen, dass der Name unserer Gemeinde einen Brunnen tief im malawischen Busch ziert“, freut sich der Ihringer Pastor. Anschließend zeigte Tobias ihm und den anderen Mitgliedern seiner Heimatgemeinschaft die „Ubwenzi“-Schule mit dem neuen Anbau, bei dem die umliegenden Dörfer integriert werden: „Tobias erklärte, wie wichtig es sei, den Menschen nicht alles bereitzustellen oder zu schenken, sondern sie einzubinden, damit sie selbstständig werden. Um sich zu beteiligen, verpflichtete sich jedes Dorf, Ziegelsteine für den Schulbau zu brennen.“ Dieser Ansatz begeisterte Claus, der in einem Dorf Überreste der Ziegelsteinfertigung entdeckte.

Es folgten weitere faszinierende und abenteuerliche Momente. Mehrmals fuhr die Gruppe in einem offenen Pickup durch den Busch, um abgelegene Gemeinden zu besuchen. „Immer wieder planten die Leiter den Gottesdienst erst kurz vor Beginn“, berichtet der langjährige Pastor. Nicht nur das erstaunte ihn: „Die Afrikaner singen und lachen viel, und sie lieben gute Geschichten, die die biblischen Botschaften veranschaulichen.“ Gerade Letzteres forderte Claus bei seiner ersten Predigt an Silvester heraus. „Ich war zum ersten Mal und erst seit vier Tagen im Land. Daher war es für mich nicht leicht, alltägliche Beispiele aus dem fremden Kontextes zu wählen.“ Doch bekräftigten ihn die strahlenden Gesichter, in die er schaute.

Neben den Predigtdiensten blieb dem 45-Jährigen vor allem das Pastorentreffen in guter Erinnerung. Viele der Pastoren, die er am ersten Tag kennenlernte, waren dabei. Wie sie über biblische Aussagen und theologische Fragen diskutierten, und sich dabei trotz der unterschiedlichen Denominationen gut verstanden, beeindruckte Claus. Einen der Pastoren besuchte er anschließend mit den Eltern von Tobias, die auch zu Besuch waren. Voller Freude zeigte der Pastor sein Land und bedankte sich, denn das Saatgut bekam er von Tobias. „Die Zeit in Malawi war sehr bereichernd. Vor allem beeindruckte mich, mit wie viel Hingabe und Opferbereitschaft die Pastoren ihren Dienst tun, obwohl sie täglich selbst um ihre Existenz kämpfen müssen“, sagt Claus. Darüber hinaus habe der Einsatz auch den Zusammenhalt untereinander gestärkt: „Wir teilen viele neue Erfahrungen und konnten diese abends gemeinsam reflektieren. Das tat gut.“ Mit den gewonnen Eindrücken im Gepäck ging es nach 16 Tagen zurück nach Ihringen, wo die Gruppe in ihrer Gemeinde von den Erlebnissen in Malawi berichten konnte.

MONACO. Mit einer kleinen Gruppe Grundschüler saß die Liebenzeller Missionarin Vroni Urschitz im Laderaum eines Kleinbusses. Sie zeigte ein Bild von einer Wasserstelle in Malawi und fragte: “Würdet ihr davon trinken oder euch damit waschen?” Niemals, das sei doch viel zu schmutzig. Ein Junge wunderte sich, warum die Menschen nicht einfach zum Wasserhahn gingen? Dann erzählte Vroni, dass Kinder in Afrika oft viele Kilometer zur Schule laufen und wollte von der Gruppe wissen, wie ihr Schulweg aussieht? “Das hängt davon ab, ob wir im Sommer- oder im Winterhaus wohnen”, sagte ein Mädchen. Ein anderer berichtete stolz, dass er schon mal in Afrika war – zum Jachturlaub mit seiner Familie. Kulturschock in Monaco – nicht nur für die Schüler, sondern auch für Vroni und ihren Mann Johannes, die bei einer Messe am Hafen das christliche Dorfentwicklungsprojekt “Ubwenzi” vorstellten.

Zu der Ausstellung hatte sie der Solarfachmann und langjährige Projektunterstützer Harald Leitl eingeladen. Dieser präsentierte einen solarbetriebenen Ambulanz-Wagen, der viele Neugierige an den gemeinsamen Stand lockte. In den fünf Ausstellungstagen konnten Vroni und Johannes rund 130 Schülern von der Missionsarbeit in Malawi erzählen. “Da die meisten aus wohlhabenden Familien kamen und teilweise noch nie mit Armut konfrontiert wurden, fiel es den Schülern schwer, sich in die Lage eines gleichaltrigen Kindes in Afrika zu versetzen”, stellte Vroni fest. Desto mehr die Schüler von dem Leben in Malawi erfuhren, desto mehr Entsetzen machte sich breit: “Was ist, wenn die Kinder krank sind und keinen Arzt haben? Das geht doch nicht!” Im gleichen Zug wurde Vroni gefragt, wieso sie und ihre Familie freiwillig in Malawi leben? Sie erklärte, dass ihr Glaube an Gott sie dazu motiviert. “Welcher Gott?” oder “Es gibt doch gar keinen Gott” bekam sie dann zu hören. Vroni erklärte den Schüler, was ein Missionar ist und macht, und dass es einen Gott gibt, der alle Menschen liebt, und mit dem sie jeden Tag redet. Das sei für viele Kinder etwas völlig Neues gewesen und hätte einige zum Nachdenken gebracht.

Am letzten Ausstellungstag besuchte Fürst Albert von Monaco überraschend den Stand der Missionare. Er erkundigte sich nach dem “Ubwenzi”-Projekt und erzählte, er wäre schon in Malawi gewesen und habe dort eine Schule eröffnet. Nach der Messe bekamen Vroni und Johannes eine Nachricht von der Grundschule in Monaco. Da ihre Schüler den Kindern in Malawi helfen wollten, könne sich die Schule vorstellen, Bücher oder Möbel für die “Ubwenzi”-Grundschule zu finanzieren. Darüber freuten sich die Missionare sehr, doch bleibt ihnen eines besonders in Erinnerung: “Obwohl sie nicht unterschiedlicher sein könnten, verbindet Malawi und Monaco, dass viele Menschen, die dort leben, Gott nicht kennen und dringend das Evangelium brauchen.”

MALAWI. Lange Zeit verdiente Livingsson sein Geld mit dem Verkauf von Fischen auf dem Wochenmarkt. In dem Glauben, seinen Absatz mithilfe von Magie zu steigern, bediente er sich der Zaubermedizin. Als Zeichen dafür trug er stets eine kleine Götzenfigur bei sich, wenn er auf den Markt ging. Auch später noch, als er mit 26 Jahren auf eine Empfehlung nach Mbere kam, um am Chisomo-Zentrum eine theologische und handwerkliche Ausbildung zu erhalten. Seine Frau Vailet begleitete ihn. Beide ahnten nicht, dass dies ihr Leben völlig verändern würde.

Livingsson und Vailet lernten in den zehn Ausbildungsmonaten Jesus Christus kennen. Fröhlich verkündeten sie vor ihren Mitstudenten und den Liebenzeller Missionaren Mirjam und Joachim Berger: “Wir haben die Figur weggeworfen und die Zaubermedizin hinter uns gelassen, weil wir darauf vertrauen, dass Gott uns versorgt.” Seither sind drei Jahre vergangen. Das Ehepaar lebt nun mit seiner Tochter Tamara 15 Kilometer entfernt in einem kleinen Dorf. Dennoch kommt die Familie oft mit dem Fahrrad zu Besuch: “Ihre Verbundenheit zeigt, wie sehr sie von der Ausbildung profitiert haben”, freut sich Joachim.

#An einem Sonntag entschlossen sich die Missionare, mit ihren Töchtern ins Dorf zu fahren, um die drei zu besuchen. Gemeinsam ging es dort in den Gottesdienst, wo Livingsson die Predigt hielt. Für Mirjam und Joachim war es schön zu sehen, dass Livingsson trotz seiner vielen Arbeit in der Landwirtschaft und der Schreinerei Verantwortung in seiner Gemeinde übernimmt. Auch freuten sie sich, dass die Besucher ihm aufmerksam folgten, denn das sei nicht selbstverständlich: “Die Menschen kennen die Prediger und deren Lebensstil. Passt dieser nicht zu dem, was sie sagen, schalten die meisten sofort ab”, erklärt Joachim. Begeistert beobachteten die Missionare aber, wie viele Gottesdienstbesucher aktiv wurden und Fragen beantworteten. Sie sind sich sicher, dass die Dorfbewohner erkannt haben, wie ehrlich Livingsson und Vailet mit Jesus leben. Auch dass Livingsson vom Pastor zum Gemeindeleiter ernannt wurde, und einmal sein Nachfolger werden soll, sei nicht üblich in Malawi: “Das Pastorenamt genießt hohes Ansehen und wird normalerweise innerhalb der Familie weitergegeben, und nicht an Außenstehende.”

MALAWI / DEUTSCHLAND. Das Radio Lilanguka in Mangochi, Malawi sendet seit Anfang November 2017 Radioprogramme für die Volksgruppe der Yao. Die Yao sind vorwiegend muslimisch und machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung Malawis aus, einem der ärmsten Länder Afrikas. Der neue Radiosender ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Organisationen wie der Liebenzeller Mission, OM, Radio Africa Network und SIM.

„Eine einzelne Organisation kann ein Projekt wie das Radio Lilanguka nicht alleine stemmen“, sagt Paul Kränzler, Projektleiter von Radio Lilanguka, der zusammen mit seiner Frau seit vielen Jahren mit der Liebenzeller Mission in Malawi arbeitet. „Auch die Programminhalte kommen von Mitarbeitern unterschiedlichster Organisationen und decken Themen wie Familie und Erziehung, Gesundheit und Ernährung, Glaube und Nachfolge, Landwirtschaft, Nachrichten sowie Musik ab.“

Das Radio „Lilanguka“, was „Licht“ in Yao bedeutet, ist die erste Radiostation in Malawi, die hauptsächlich in der Yao-Sprache sendet. Die Mitarbeiter von Radio Lilanguka hat Trans World Radio (TWR) geschult und der Stationsleiter möchte auch durch Kunst positiv in die Yao-Kultur hineinwirken. Die knapp eine Million Yao leben meist in entlegenen Dörfern, viele können nicht lesen und schreiben. Deshalb ist für sie das Radio eine wichtige Informationsquelle. Erst 2014 wurde die Übersetzung der Bibel in Yao fertiggestellt.

Seit vielen Jahren gibt es Bemühungen für ein christliches „Gemeinschaftsradio“ in Yao. Vor etwa einem Jahr erteilt die Regierung an OM die Lizenz für einen UKW-Sender – mit der Vorgabe, täglich zwölf Stunden Programme auszustrahlen. Der 30 m hohe, gespendete Sendemast steht auf einem Gelände von SIM und hat eine Reichweite von circa 100 km, selbst bis nach Mosambik hinein. Eine Photovoltaikanlage sorgt bei fast täglichen Stromausfällen für einen reibungslosen Sendebetrieb.

MALAWI. In Malawi ist die Gesellschaft stark von Scham geprägt. Über Ehen ganz offen zu sprechen, ist zum Beispiel für die Menschen dort ungewohnt. Hier wollen die Liebenzeller Missionare Tobias und Sarah Müller helfen. Sie planen ein jährliches Eheseminar. Mit dabei ist Pastor Kasengwa. Er spricht über das Thema Ehe ganz offen. Viele Ehen haben schon von seinen Einheiten profitiert. „Wir beten auch in diesem Jahr, dass Gott in Ehen wirkt und dass er uns die Teilnehmer schickt, die offen sind, über ihre Ehen nachzudenken und an ihrer Zweisamkeit arbeiten wollen“, berichten Tobias und Sarah Müller.

Die LM ist schon seit 25 Jahren in Malawi aktiv. Familie Müller setzt sich im Dorfentwicklungsprojekt „Ubwenzi“ ein. Dort gibt es u.a. Ernährungsprogramme, einen Kindergarten und eine Schule.

DEUTSCHLAND / MALAWI. Wow, das ist echt genial. Schon 450 Taschen für Malawi sind bei uns angekommen. Teil der Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“ ist dieses Jahr eine Aktion für Kinder, Jungscharen und Familien. Wir sammeln selbst gestaltete Baumwolltaschen und schicken diese nach Malawi. Damit können Kinder in Malawi ihre Hefte und Stifte mit zur Schule nehmen. Die Taschen werden sicher eine ganz tolle Überraschung für die Kinder. Bald geht die erste Ladung nach Malawi. Wenn die Taschen in Malawi angekommen sind, werden wir wieder Bilder veröffentlichen. Ganz herzlichen Dank allen, die schon eine Tasche gestaltet haben oder für die Initiative gespendet haben. Mehr Infos: www.weltweit-hoffnung-schenken.de