Dr. (UNIMW) Reinhard und Cornelia Frey sind nach 13 Jahren Gemeindedienst in Deutschland im Herbst 2015 nach Sambia zurückgekehrt. Dort waren sie schon von 1986 bis 2002 in der Gemeinde- und Schulungsarbeit tätig gewesen.
Reinhard arbeitet nun in der Gemeindeleiterschulung in Sambia und dem benachbarten Kongo. Cornelia bringt sich in Frauenstunden und in einer Bibelschule ein. Zurzeit sind Cornelia und Reinhard im Heimataufenthalt in Deutschland und berichten von ihrer Arbeit in Sambia. Wir haben ihnen einige Fragen gestellt.

Wenn ihr eure erste Zeit in Sambia und euren jetzigen Einsatz vergleicht: Wie hat sich die Missionsarbeit verändert?
Damals waren wir als Liebenzeller Mission neu in Sambia. Zusammen mit unserer Partnerkirche sollten wir neue Gemeinden im Norden gründen. Gemeindegründung war das Thema. Heute stehen die Schulungen im Vordergrund. Die Gemeindearbeit können viele Einheimischen selbst gut machen. Aber sie sind dankbar, wenn es Schulungen mit fundiertem theologischen Hintergrund gibt.

Warum ist Missionsarbeit in Sambia nach wie vor wichtig?
Es gibt genug Kirchen, aber viel Vermischung zwischen Tradition und Christentum. Die Bibel wirklich biblisch zu betrachten – damit tun sich die Menschen in Sambia oft schwer. Deshalb ist es so wichtig, dass Einheimische und Missionare eng zusammenarbeiten. Wie können wir die Themen des Lebens biblisch und kulturell betrachten? Es ist wichtig, die Kultur der Menschen ernst zu nehmen und zu achten. Gleichzeitig müssen wir auch klar benennen, wenn Dinge nicht biblisch sind. In Sambia ist zum Beispiel der Glaube an Zauberei und Geister stark verbreitet, auch Christen sind oft darin verstrickt. Da sagen wir schon klar, dass man als Christ die Ahnen nicht anbeten soll. Aber wir bemühen uns, das den Menschen in einer guten Art zu sagen und sie mitzunehmen. Ganz bewusst wollen wir die einheimischen Mitarbeiter stärken, ermutigen und lehren, damit sie bewusst im Alltag mit Jesus leben.

Reinhard, dein Schwerpunkt ist die Schulung von Gemeindeleitern. Was begeistert dich dabei und was fordert dich heraus?
Den Menschen einfach die Bibel nahezubringen: Das mache ich gerne. Die Bibel im Kontext ihrer Kultur zu betrachten, ist die große Herausforderung. Dass wir schon so viele Jahre in Sambia arbeiten, hilft da natürlich. Trotzdem brauchen wir immer auch das Feedback der Menschen dort, ob unsere Schulungen die kulturellen Aspekte richtig berücksichtigen.

Zu Schulungen fährst du auch regelmäßig über die Grenze in den Kongo. In den Nachrichten hört man immer wieder von Krieg und Rebellenangriffen. Wie ist die Lage derzeit?
Die Region im Norden ist sehr instabil und gefährlich. Der südliche Kongo an der Grenze zu Sambia ist quasi ein abgegrenztes Land. Die ganze Versorgung dieser Region läuft über Sambia. Von daher ist es normalerweise kein Problem, in den südlichen Kongo zu reisen. Mir kommt der Kongo oft so vor wie Sambia vor 30 Jahren. Die Menschen leben dort sehr einfach. Leider ist die Korruption extrem hoch.
Theologische Schulungen für die Pastoren im Kongo sind sehr wichtig. Bei einer der vergangenen Schulungen habe ich erfahren, dass von 40 Gemeindeleitern ein einziger eine theologische Ausbildung hatte. Die Leute sind sehr dankbar für die Schulungsangebote. Unser Wunsch ist es, dass unsere sambische Partnerkirche selbst Missionare in den Kongo schickt. Mit der Finanzierung tun sie sich noch schwer. Aber wir ermutigen sie dazu immer wieder, denn wir wollen, dass der Missionsgedanke bei ihnen selbst gestärkt wird.

Cornelia, du setzt dich besonders für die Frauen ein. Was beeindruckt dich an den Frauen in Sambia?
Ich habe eine große Hochachtung vor den Frauen, die oft schwierige Lebensumstände zu bewältigen haben. Sie arbeiten sehr hart zu Hause, werden aber kaum respektiert. Vor Kurzem unterhielt ich mich mit einer Frau, die als Zweitfrau ihrer älteren Schwester „zugeschoben“ wurde, weil die keine Kinder bekommen kann. Eigentlich leidet sie unter der Situation, lobt aber trotzdem Gott und ist für vieles dankbar. Das beeindruckt mich sehr.

Was ist dein Herzensanliegen oder Wunsch für die Frauen?
Die Frauen stehen unter einem riesigem Druck, besonders von der Verwandtschaft bzw. Großfamilie. Wenn eine Frau zum Beispiel krank ist, muss sie trotzdem weiterarbeiten. Sonst würde sie zu hören bekommen, dass sie faul sei. Sambia ist eine Männergesellschaft. Der Druck auf die Frauen ist enorm. Die Männer können oft machen, was sie wollen. Dass zum Beispiel Männer fremdgehen, wird gesellschaftlich weitgehend toleriert. Das geht leider bis in die Kirchen hinein. Wenn eine Frau fremdgeht, wird sofort die Scheidung gefordert. Ein anderes Beispiel: Wenn eine Familie zu Besuch zu den Eltern des Mannes kommt, dann ist es traditionell üblich, dass der Mann am Tisch mit seinen Eltern sitzt. Die Frau muss mit den Kindern entweder in der Küche essen oder am ganz anderen Ende des Raumes. Einer unserer Mitarbeiter hat sich dem widersetzt und seine Frau und Kinder an den gemeinsamen Tisch geholt. Die Reaktion seiner Eltern war heftig. Es hat zehn Jahre gedauert, bis seine Eltern begriffen haben, dass ihr Sohn ihnen nichts Böses antun will, sondern einfach nur seine eigene Familie wertschätzt und respektiert.
Oft sehen die Frauen keinen Weg, aus diesem „System“ auszubrechen oder dagegen anzugehen. Dass sie frei werden von diesem Druck und ihre Freiheit in Jesus finden, das wünsche ich ihnen sehr. Deshalb gebe ich ihnen gerne weiter, dass sie auf Jesus vertrauen können, der auch in Krankheit oder Tod das Sagen hat. Und ich ermutige sie, mit ihren Männern zu reden und gemeinsam Wege zu finden.

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Aaron und Ilonka Köpke leben mit ihren drei Kindern in Neubrandenburg. Mit dem Team der „Oase im Reitbahnviertel“ gründen sie eine Gemeinde mit Leuten aus dem Viertel für das Viertel. Aaron ist seit 2012 Sozialarbeiter in der Oase, seit April 2018 leitet er das Oase-Team. Wir haben ihm ein paar Fragen gestellt.

Warum ist euer Projekt eine Oase für die Leute in eurem Viertel?
Eine Oase ist wichtig in Wüsten-Zeiten, wenn das Leben viel von einem fordert, ein Quellort für neue Kraft. Eine Oase ist ein Ort der Gemeinschaft. Menschen schätzen Gemeinschaft. Das versuchen wir zu leben.

Wie ist die Situation der Kinder und Jugendlichen bei euch derzeit: Trifft Corona sie mehr als Kinder in anderen Vierteln oder Gegenden?
Ein großer Anteil unserer Kinder und Jugendlichen ist bei Bildung ohnehin schon benachteiligt. Durch Corona hat sich die Lage noch verschlechtert. Da muss man schauen, dass sie den Anschluss nicht verlieren. Durch die Wohnverhältnisse sind die Kinder bei gutem Wetter derzeit viel draußen. Das ist ihre „Überlebensstrategie“.

Euer Ziel ist, dass aus der Oase eine Gemeinde entsteht: Wie ist der aktuelle Stand oder fühlt ihr euch bereits als Gemeinde?
Gottesdienste konnten auch während Corona weitgehend stattfinden. 25 Personen gehören zu unserer Kerngruppe, die regelmäßig zu Abendandachten und Kleingruppen kommen. Zu unseren offenen Programmen wie Frühstücksangeboten kamen auch Menschen, die kein Interesse an der Gemeinde haben. Sie bleiben jetzt eher weg, da diese Angebote derzeit wegen der Coronamaßnahmen nicht stattfinden können.
Der nächste Schritt für uns ist, Leitungsstrukturen zu schaffen, die so partizipativ sind, dass Leute aus dem Viertel integriert sind. Zum Beispiel durch kleine Teams, in denen die Menschen Verantwortung übernehmen können. Aber Zeit wird das natürlich benötigen.

Was begeistert dich an deinem Job und was fordert dich heraus?
Mich begeistert, dass wir das Reitbahnviertel als Heimat und Zuhause sehen. Wir haben das Gefühl, dass wir wirklich angekommen sind. Wir kennen viele Menschen und sind gut vernetzt. Die Nähe zueinander in so einem Wohngebiet erleben wir als sehr positiv.
Herausfordernd finde ich, dass ich mein inneres Bild von Gemeinde nicht auf sie projiziere. Die Gemeinde soll so werden, dass sie für das Viertel passt. Die Gefahr besteht immer, dass wir etwas gestalten, was unseren eigenen Vorstellungen entspricht. Wir haben eine Berufung und eine große Leidenschaft für unsere Arbeit. Aber nicht alles passt automatisch, wie wir es uns so überlegen.
Für uns wird die zweite Generation an Menschen in der Gemeinde spannend. Ihre Chance, ihr Leben mit Jesus zu gehen, ist viel größer als bei der ersten Generation, die komplett atheistisch aufgewachsen ist.

Was sind deine Wünsche für die Menschen im Reitbahnviertel?
Dass sie die Oase als Stadtteiltreff kennenlernen und erfahren, was Gemeinde bedeuten kann. Für diejenigen, die bereits zu uns in die Gemeinde kommen, wünsche ich mir, dass sie füreinander da sind und treu zusammenhalten.

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Lisa Kimpel ist in Nordhessen aufgewachsen und hat nach dem Abitur die Interkulturelle Theologische Akademie (ITA) in Bad Liebenzell absolviert. Seit Januar 2017 lebt sie in Frankreich. Nach dem Sprachstudium im Großraum Paris arbeitete sie in der Gemeinde in Alençon/Normandie mit. Seit Mitte 2018 gehört sie mit den Familien Bolanz und Dehner zum Gemeindegründerteam in der südfranzösischen Stadt Montpellier. In den nächsten Wochen ist Lisa in Deutschland und berichtet von ihrer Arbeit. Wir haben ihr einige Fragen gestellt.

Gemeinden zu gründen, lebt von Beziehungen. Wie geht das in der Corona- und Lockdown-Zeit?
Sich mit einer größeren Gruppe zu treffen, ging seit über einem Jahr sehr wenig. Aber einzelne Personen zu treffen, war und ist weitgehend möglich. An Einzelnen dranzubleiben, sehen wir auch als unsere Aufgabe. Wir können immer noch Gemeinde leben, derzeit eben in anderer Form. Wir spüren aber schon, dass die Sehnsucht nach echter Gemeinschaft bei den Menschen sehr stark ist.

Seit Mitte 2018 lebst du in Montpellier. Fühlst du dich dort wohl oder sogar zu Hause?
Für mich ist zu Hause, wo ich Beziehungen habe. In Montpellier leben viele junge Leute. Ich habe nette Menschen kennengelernt und seine super WG-Mitbewohnerin. Auch viele Nachbarn kenne ich mittlerweile besser. Die Stadt und die Gegend mag ich sehr. In Montpellier lebe ich nun länger als an jedem anderen Ort, seit ich von daheim ausgezogen bin.

Was magst du an den Menschen in Südfrankreich?
Die Offenheit der Menschen, man kommt leicht mit ihnen ins Gespräch. Und gerade in Montpellier gibt es eine große Vielfalt an Menschen und Kulturen, was ich sehr bereichernd finde.

Wie sehen die nächsten Schritte bei euch in der Gemeindegründung aus?
Gerade startet ein Online-Glaubenskurs. Einige haben sich bereits angemeldet, was mich sehr freut. Einmal im Monat feiern wir Gottesdienst – im Wohnzimmer oder im Park. Wir bieten regelmäßig gemeinschaftliche Aktionen an. Aber es geht uns nicht darum, nur Programme anzubieten. Wir wollen offen sein, Menschen spontan und flexibel zu treffen, um gerade auch Nicht-Christen in die Gemeinschaft mit reinzunehmen.

Gibt es ein Erlebnis in den letzten Wochen, das dich besonders bewegt hat?
Meine WG-Mitbewohnerin hat mir erzählt, dass eine Nachbarin, die bisher immer recht distanziert zu uns war, vor Kurzem eine Nacht in meinem Zimmer übernachtet hat, da sie Probleme in ihrer Wohnung hatte. Sie war sehr offen und fragte viel über unseren Glauben nach. Andere Nachbarn wollen den Glaubenskurs ausprobieren. Wenn Menschen, die bisher nichts mit Glauben am Hut hatten, erste Schritte Richtung Gott gehen, dann ist das sehr bewegend.

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Peter Rapp ist mit seiner Familie seit 1991 in Frankreich tätig, seit 2012 arbeiten sie in Avranches. Der Liebenzeller Missionar ist auch als evangelischer Gefängnis-Seelsorger in Coutances im Einsatz. Vor Kurzem absolvierte er dazu eine staatliche Prüfung. Wir sprachen mit ihm über seine Arbeit.

Peter, wieso hast du diese Prüfung abgelegt?
Ich habe eine staatliche, universitäre Diplomprüfung absolviert, die in Frankreich seit drei Jahren von jedem Gefängnis-, Krankenhaus- und Militärseelsorger verlangt wird. Dabei lernt man unter anderem, wie der französische Staat aufgebaut ist, wie es zur 1905 festgeschriebenen Trennung von Staat und Kirche kam und wie sie geregelt ist. Außerdem werden die Rechte und Pflichten der Seelsorger vermittelt. In Frankreich erhalten die Kirchen keine staatliche Unterstützung – mit Ausnahme der Gefängnis-, Krankenhaus- und Militärseelsorge.

Wie kam es dazu, dass du dich in der Gefängnisseelsorge engagierst?
Als wir 1993 mit dem Gemeindeaufbau in Alençon in der Normandie begannen, baten mich Christen aus verschiedenen Gemeinden immer wieder, als Pastor und Seelsorger auch Angehörige und Bekannte zu besuchen, die im Untersuchungsgefängnis einsaßen. Ich merkte, dass ich keine Bedenken habe, mich in ein Gefängnis-Milieu zu begeben. Ich stellte auch fest, dass die Straffälligen offen waren für das Evangelium; ich konnte völlig frei über Gottes Liebe sprechen. Ich nahm hier einen großen Bedarf wahr. Hinzu kam, dass das Amt des evangelischen Gefängnisseelsorgers in Coutances frei wurde und ich für diese Aufgabe empfohlen wurde. Da ich seit 2008 auch die französische Staatsbürgerschaft besitze, war die Antragsphase leichter zu bewältigenmöglich. Für dieses Amt verwende inzwischen rund zehn bis 15 Prozent meiner Arbeitszeit.

Wie frei kannst du die christliche Botschaft weitergeben?
Trotz der strikten Trennung von Staat und Kirche herrscht in Frankreich für jeden absolute Religions- und Glaubensfreiheit. Das gilt auch für Gefängnisinsassen. Ich kann mit ihnen Gottesdienste feiern, christliche Schriften wie Kalender zum Lesen mitbringen und konnte für sie vor vor der Corona-Pandemie Konzerte mit christlichen Musikern organisieren. und ihnen christliche Schriften wie Kalender zum Lesen mitbringen.

Mit wem hast du es im Gefängnis zu tun?
Ich begegne Menschen aus vielen Nationen und Gesellschaftsschichten. Darunter sind Diebe, Räuber, Drogenkonsumenten und -händler, Sittenverbrecher und Mörder. Aktuell betreue ich einen Mann, der vor Kurzem wegen Mord zu 28 Jahren Gefängnis Haft verurteilt wurde. In seiner Haft hat er sich völlig verzweifelt für Jesus geöffnet und einen Schritt zu ihm gemacht. Er liest jeden Tag in einem christlichen Kalender und sucht das Gespräch mit dem Gefängnisseelsorger.

Was bewegt dich als Gefängnisseelsorger besonders?
Nicht jeder sieht sich zur Gefängnisseelsorge geeignet. Es braucht einen besonderen Auftrag, sich in dieses Milieu zu begeben, ich brauche einen Draht für solche Menschen. Aber ich sehe auf der anderen Seite einen enormen Bedarf. Seit der Corona-Pandemie bin ich verstärkt in der Telefonseelsorge für Gefangene tätig, die die protestantische Kirche eingerichtet hat. Aus ganz Frankreich rufen viele Gefangene an. Man merkt, dass diese Insassen, darunter auch etliche Christen, dieses Angebot dringend benötigen. Viele sind völlig verzweifelt und haben Selbstmordgedanken. Viele greifen im Gefängnis nach der Bibel und möchten wissen, wie sie mit Gott leben und im Glauben wachsen können. Ich kann nur dazu ermutigen, sich auch in Deutschland in dieser Arbeit zu engagieren, die Menschen warten darauf.

Was ist dir besonders unvergesslich?
Die Begegnung mit dem Mörder mit der langen Haftstrafe geht mir sehr nahe. Als ich ihm vor drei Jahren zum ersten Mal begegnet bin, hat er nur geheult. Eine Sekunde – und das Leben erhält eine ganz andere Wendung. „Hätte ich mich nur in dieser einen Sekunde beherrscht …“, sagte er immer wieder. Und doch sehe ich auch, wie das Pflänzlein des Glaubens langsam bei ihm aufgeht, wie Gott Raum in seinem Leben gewinnt. Er hat noch keine Entscheidung für Jesus getroffen, ist aber offen für Gottes Wort. Er erlebt, wie sich Dinge in seinem Leben durch das Lesen in der Bibel verändert haben. Und er scheut sich nicht, andere Gefangene zum Gottesdienst einzuladen und an sie christliche Kalender weiterzugeben. Das ist eine tolle Sache. Auch ein Sittenverbrecher freut sich immer wieder riesig über meine Besuche. Dabei möchte er jedes Mal, dass ich mit ihm die Bibel lese und bete. Er schreibt wunderbare Gedichte, die ich auch schon im Gottesdienst unserer Gemeinde vorgelesen haben. Was für ein reicher Schatz: Da hat ein Mensch große Schuld auf sich geladen – und ist doch Jesus nahegekommen.

Paul und Dorothe Kränzler sind ganz schön in Afrika rumgekommen und gehören zu den langjährigsten Missionaren der Liebenzeller Mission. Von 1988 bis 1990 waren sie in Liberia, von 1991 bis 1992 in Guinea und von 1993 bis 2006 in Malawi im Einsatz. Nach einer Zeit im Gemeindedienst in Österreich reisten sie 2016 erneut nach Malawi aus. Ihre Leidenschaft ist immer noch dieselbe: Viele Menschen sollen Gottes Liebe erfahren. Zurzeit sind Dorothe und Paul im Heimataufenthalt in Deutschland und berichten von ihrer Arbeit in Malawi. Wir haben ihnen einige Fragen gestellt.

Ihr habt weit mehr als 20 Jahre in Afrika gelebt und gearbeitet. Fühlt ihr euch mehr als Deutsche oder als Afrikaner?
Wenn wir in Afrika sind, merken wir immer noch sehr, dass wir Ausländer sind. Und wenn wir in Deutschland sind, haben wir das Gefühl, dass wir auch nicht ganz reinpassen. Wir leben schon irgendwie zwischen den Kulturen.

Ein Schwerpunkt für euch ist die Arbeit bei Radio L. Warum ist die Radioarbeit bei der Gemeindegründung unter den Yao so wichtig?
In der Mangochi-Region leben über eine Million Menschen. Die meisten Dörfer sind islamisch geprägt. Dort reinzukommen, ist schwierig. Und es bräuchte sehr sehr viele Missionare, um die Menschen zu erreichen. So viele Missionare gibt es leider nicht. Das Radio kommt überall hin. Unsere Programme können als Anstoß zum Glauben dienen. Die Leute hören die Sendungen, möchten mehr erfahren und fragen nach. Ein weiterer Vorteil ist, dass Muslime christliche Sendungen hören können, ohne aufzufallen. Denn der soziale Druck ist für sie oft sehr stark. Durch Corona mussten viele missionarische Aktionen vor Ort ausfallen. Da war es umso wichtiger, dass die Radioprogramme weiterliefen.

Kürzlich hattet ihr einen Minister bei euch in der Radiostation zu Besuch, der dann spontan gleich mal auf Sendung ging. Wie kam es dazu?
Mittlerweile waren es sogar zwei Minister. Der erste Besuch war vom Informationsminister. Er wollte sich einfach Projekte in seinem Land anschauen. Der zweite hatte als Politiker im Wahlkampf Corona geleugnet. Dann ist er Minister geworden und durch seine neue Verantwortung musste er dann dafür werben, dass die Leute die Corona-Regeln einhalten. Er war bei uns live auf Sendung, worauf viele Zuhörer angerufen haben und ihn aufgefordert haben, Stellung zu beziehen. Das hat er dann auch gemacht.

Euer Radio strahlt in einer überwiegend muslimisch geprägten Region aus. Wie kommt ein christlicher Radiosender dort an?
Am Anfang gab es schon kritische Stimmen und Warnungen, unser Radio nicht zu hören. Die gibt es mittlerweile – soweit wir wissen – nicht mehr. Es ist Vertrauen gewachsen. Ein Abgeordneter aus der Region hat es kürzlich so ausgedrückt: Ihr evangelisiert nicht aggressiv, sondern seid sehr glaubwürdig. Deswegen ist das Radio für die Menschen wertvoll.
15 bis 20 Prozent der Sendungen haben christliche Inhalte. Der Rest sind „allgemeine“ Programme wie Gesundheitstipps oder Bildungsangebote. Jeder muslimische Hörer kann im Zweifelsfall sagen, dass er nur die allgemeinen Sendungen hört. Man muss auch dazusagen, dass der Islam in unserer Region kein radikaler Islam ist. Deswegen gibt es auch ein wirklich gutes Miteinander.

Gibt es ein Erlebnis in den letzten Wochen, das euch besonders berührt hat?
Francis sollte eigentlich von seiner Kirche als Missionar nach Mosambik ausgesandt werden. Durch Corona waren aber die Grenzen dicht. Wir wurden angefragt, ob wir „Verwendung“ für Francis hätten. Er ist Theologe, kennt sich im Bereich Trauma-Seelsorge aus und spricht Yao. Für uns ist er ein echter Glücksfall und ein großes Geschenk. Als für uns der Heimataufenthalt näher gerückt ist, hat er nach und nach einiges für uns übernommen, besonders die Bibelkreise in den Dörfern. Dafür sind wir sehr dankbar.

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Mein Handy vibriert. Ich nehme es in die Hand und lese die verzweifelte Nachricht von Akram (Name geändert), einem Geflüchteten aus Afghanistan. Er hat nur eine Duldung erhalten, dabei hatte er so sehr auf eine Anerkennung gehofft. Meine Gedanken sind hin- und hergerissen. Akram tut mir leid, denn mit einer Duldung hat er es sehr schwer. Seine innere Zerrissenheit wird sich nicht bessern. Denn er weiß nicht, wie lange er bleiben kann. Wieder wurden seine Hoffnungen zerschlagen und er hat keine Perspektive für sein Leben hier in Deutschland.

Auf der anderen Seite denke ich: „Selbst Schuld. Warum hast du auch den Anwalt nicht bezahlt?“ So hätte er höchstwahrscheinlich eine Anerkennung als Asylberechtigter bekommen. Aber so einfach ist das dann auch wieder nicht. Akram und viele andere junge Männer, mit denen ich zu tun habe, haben den Umgang mit Geld nie gelernt. Sie schließen Verträge ab, die regelmäßige Kosten mit sich bringen. Aber sie können sie auf die Dauer nicht bezahlen. Dann kommen Mahnungsgebühren hinzu und in kürzester Zeit haben junge Männer Schulden in Höhe von 1.000 Euro. Wenn man mit 320 Euro im Monat auskommen muss, ist das eine enorme Summe. Wie soll man aus dieser Schuldenfalle je herauskommen? Immer wieder helfe ich den Männern, abgeschlossene Verträge zu kündigen und unterstütze sie im Umgang mit den Inkassofirmen.

Und dann sind da noch die Erwartungen der Verwandten im Heimatland. Plötzlich wird die Mutter krank. Man kann doch seiner eigenen Mutter die Hilfe nicht verwehren! Dann werden schnell einmal 100 Euro nach Afghanistan geschickt und am Ende bleibt kein Geld mehr übrig für Essen, Busfahrkarten oder ein neues Shampoo. Erstaunlich, dass sie es doch irgendwie schaffen, über die Runden zu kommen.

Ich nehme das Handy und spreche Akram eine Nachricht auf. Ich versuche ihm Mut zu machen. Einige Tage später ermutige ich ihn, die Hilfe einer Psychologin in Anspruch zu nehmen. Seine innere Zerrissenheit und Verzweiflung ist groß. Fünf Jahre in Deutschland – keine Arbeit, keine Perspektive, keine Familie … Auch ich bin innerlich zerrissen. Tobias Zinser

Tobias Zinser war von 2012 bis 2015 als Entwicklungshelfer in Afghanistan tätig. Seit 2016 arbeitet er unter Geflüchteten in Bad Liebenzell. Seit 2018 ist er mit seiner Frau Sarah Projektleiter des Hoffnungshauses Bad Liebenzell.

Dr. med. Esther Pflaum ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe sowie Fachärztin für Allgemeinmedizin. Seit 1984 arbeitet sie als Missionsärztin. Ihr erster längerer Einsatz führte nach Liberia/Westafrika. Auf eine Vertretungstätigkeit in Papua-Neuguinea folgte eine erneute Ausreise nach Liberia, die durch den Bürgerkrieg beendet wurde. Anschließend mehrjährige Mitarbeit am Kalene-Hospital in Sambia. Seit Juni 2005 ist Esther Pflaum in der Gynäkologie und Geburtshilfe am 130-Betten-Krankenhaus in Galmi in Niger/Westafrika tätig. In den nächsten Wochen ist sie in Deutschland und berichtet von ihrer Arbeit. Wir haben Esther Pflaum ein paar Fragen gestellt.

 

Wie ist die gesundheitliche Lage derzeit in Galmi?
Viele Leute in unserer Gegend sind sehr arm und es gibt viele Analphabeten. Wenn die Menschen krank werden, können sie es sich oft nicht leisten, ins Krankenhaus zu gehen. Deshalb kommen viele sehr spät zu uns – meistens erst, wenn sie schwer krank sind. Wenn dann jemand stirbt, sagen die Menschen „Inshallah“ – Gott hat es so gewollt. Manche fügen sich einfach in ihr Schicksal. Die Menschen arbeiten sehr hart, auch die Frauen. Oft sind sie unterernährt, die Hygiene ist mangelhaft, viele Menschen leiden unter Blutarmut. Dadurch, dass sie in keinem guten gesundheitlichen Allgemeinzustand sind, wirken sich Krankheiten dann häufig schneller und stärker aus.

 

Du arbeitest in einem christlichen Krankenhaus. Wie geht die muslimische Mehrheit in der Region damit um?
Das Krankenhaus existiert jetzt bald 70 Jahre. Die Bevölkerung ist sehr dankbar für die medizinische Hilfe, die die Menschen bekommen. Unser Krankenhaus ist auch als Missionskrankenhaus akzeptiert und gewünscht. Es wird zum Beispiel nicht nur toleriert, sondern sogar ausdrücklich erwartet, dass wir vor einer OP mit den Patienten beten. Auch dass wir regelmäßig Andachten halten oder den Jesus-Film zeigen, wird akzeptiert.

 

Was sind derzeit für dich die größten Herausforderungen am Missionskrankenhaus in Galmi?
Das ist schon die Tatsache, dass die Menschen einfach sehr spät zu uns ins Krankenhaus kommen, manchmal einfach zu spät. Wenn sie früher kommen würden, könnten wir ihnen noch mehr helfen. Wir können leider nicht alle Leben retten, was natürlich schmerzt. Personell ist es eine Herausforderung, qualifizierte Hebammen, Ärzte und Pfleger zu finden. Wie fast überall auf der Welt ist es für viele nicht so attraktiv, in einer ländlichen Region zu arbeiten. Die meisten qualifizierten Mitarbeiter wollen lieber in der Stadt arbeiten.

 

Niger hat eine der höchsten Geburtenraten der Welt. Welche Auswirkungen hat das auf das Land und insbesondere für die Frauen?
Oft sind die Frauen geschwächt, was dann die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen bei der Geburt und die Kindersterblichkeit erhöht. Mittlerweile gibt es aber mehr und mehr Frauen, die feststellen, dass Abstände zwischen den Geburten gut und gesund sind. Aber natürlich gehören da auch die Männer dazu, das zu akzeptieren.

 

Gibt es ein Erlebnis in den letzten Wochen, das dich besonders berührt hat?
Durch Corona konnten wir zeitweise weniger Patientinnen aufnehmen. Dadurch blieb mehr Zeit, um zum Beispiel biblische Geschichten zu erzählen. Einmal las ich zwei Frauen die biblische Geschichte von der Sturmstillung Jesu in einer einfachen Version ihrer Sprache Hausa vor. Eine der Frauen hatte kein Interesse daran. Sie verließ den Raum. Die andere Frau wurde von der Geschichte sehr angesprochen. Sie hatte im Radio schon von der Bibel gehört und hat sich sehr gefreut, mehr davon zu erfahren.

Durch die Corona-Pandemie ist die Kinder- und Jugendarbeit aktuell sehr eingeschränkt. Und doch lassen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Liebenzeller Mission immer wieder kreative Angebote einfallen – wie in der „Oase“ in Neubrandenburg. Einige Mitarbeitende produzierten Videos für die Kinder. Sie stellten nun einen Fernseher ins Bürofenster und ließen nachmittags die Videos in Dauerschleife laufen, damit sich die Kinder auch auf dem Spielplatz unkompliziert die Videos von „Fischlein Rosi“ anschauen konnten, berichteten Jonathan und Melanie Nill. „Unsere Erfahrung ist aber auch: Digitale Medien können zwar eine Hilfe sein, aber der persönliche Kontakt ist und bleibt gerade auch in diesen Zeiten besonders wichtig und praktisch unersetzlich. Deshalb sind wir als Team dankbar, dass wir Menschen durch Gottesdienste, 1:1-Treffen und Streetwork erreichen können.“

Die engagierte Arbeit von Radio L. in Malawi trägt immer mehr Früchte: So erreichte die Mitarbeiter um Missionar Paul Kränzler die Bitte einer Hörergruppe, einen Bibelgesprächskreis in ihrem Dorf zu beginnen. Daraufhin traf sich der Liebenzeller Missionar mit der örtlichen Stammesführerin. In Malawi gibt es viele Frauen, die die Häuptlingsrolle innehaben. „Sie hat gleich zugestimmt und uns alle Freiheiten eingeräumt. Seit November fahren wir mittwochs in dieses Dorf, um den Frauen (bis jetzt hat sich kein Mann dazu getraut) biblische Geschichten zu erzählen und zu erklären.“ Dabei verwenden die Mitarbeiter die Hörbibel in Chiyao. In der Kultur wurde Geschichte in Form von Geschichten weitergegeben, denn es gab keine Schrift. Selbst diejenigen, die in die Schule gingen, verstehen mehr, wenn sie eine Geschichte hören, als wenn sie sie selber lesen. Seit Januar ist eine weitere Gruppe dazugekommen. „Freitags fahren wir nach Mitanga, um mit den Interessierten unter anderem über die Schöpfungsgeschichte, den Ursprung der Ehe, die erste Vielehe, die Versuchung von Adam und Eva mit den anschließenden Folgen zu diskutieren. Dass solche Gruppen entstehen, war unser Wunsch von Anfang an.“

 

Radio L. sendet unter dem Motto „Let there be light“ („Es werde Licht“) seit Ende 2017 als erster Radiosender Malawis überwiegend in der Stammessprache der Yao. Diese sind vorwiegend Muslime und machen etwa zehn Prozent der fast 19 Millionen Malawier aus. Die Yao leben meist in entlegenen Dörfern, viele können nicht lesen und schreiben. Deshalb ist für sie das Radio eine wichtige Informationsquelle. Die Sendungen von Radio L. sind lebensnah gestaltet. Sie geben Tipps für Familie und Erziehung, Gesundheit und Ernährung sowie Glaube und Nachfolge. Und natürlich strahlt der Sender auch Nachrichten und Musik aus.

BAD LIEBENZELL / JAPAN. Zehn Jahre ist es her, dass in Japan Ausnahmezustand herrschte und die ganze Welt den Atem anhielt. Die Katastrophe am 11. März 2011 begann mit einem Erdbeben an der japanischen Pazifikküste, das den verheerenden Tsunami auslöste, in dessen Folge mehr als 22.000 Menschen ihr Leben verloren. Und er führte zu einer Unfallserie im Kernkraftwerk von Fukushima, die auch Auswirkungen in Deutschland hatte. Der Ausstieg aus der Atomenergie war eine Konsequenz der Fukushima-Krise.

Auch wenn heute durch die Corona-Pandemie eine andere Krise das Land bestimmt, sind die Folgen von „3/11“, wie der Unglückstag in Japan genannt wird, noch spürbar. „Für viele Japaner ist die Erinnerung an diesen Märztag vor zehn Jahren immer noch sehr schmerzhaft. Nicht nur für diejenigen, die um Angehörige trauerten. Das Gefühl, ein Stück weit Sicherheit verloren zu haben, hat das Land geprägt“, sagt David Jarsetz, Missionsdirektor der Liebenzeller Mission.

Sichtbar ist das immer noch im Nordosten von Japan, in der Region um die Stadt Sendai. Die Trümmer, die der Tsunami hinterlassen hat, sind zwar fast überall beseitigt. Trotzdem gibt es weiterhin Menschen, die in Übergangswohnungen oder Containersiedlungen wohnen.

Dass die Liebenzeller Mission damals schnell und unbürokratisch Hilfe leistete, sei sehr wichtig gewesen, sagt David Jarsetz: „Die Solidarität mit den Menschen in Japan war bei unseren Freunden in Deutschland sehr groß. Viele haben für die Betroffenen in Japan gebetet und die Hilfsmaßnahmen mit Spenden unterstützt.“ Mehrere Hilfsteams mit Freiwilligen aus Deutschland schickte die Liebenzeller Mission in die Tsunami-Region. Sie befreiten Häuser von Schlick und Schlamm oder schleppten Fahrzeuge aus überfluteten Reisfeldern. „Dass Ehrenamtliche extra aus Deutschland angereist sind, um zu helfen: Daran erinnern sich unsere Partner noch heute.“ Hilfe leisteten damals auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Freizeitheim der Liebenzeller Mission in Okutama, westlich von Tokio. Sie nahmen 70 Menschen aus Fukushima auf, die nur wenige Kilometer vom havarierten Atomkraftwerk wohnten und wegen der radioaktiven Strahlung ihre Häuser verlassen mussten. Über mehrere Monate fanden sie in dem Freizeitheim eine vorübergehende Bleibe und wurden versorgt.

Bei der Arbeit der aktuell elf Liebenzeller Missionare in Japan ist längst wieder der Alltag eingekehrt. Schwerpunkt ihres Engagements ist die Gründung von christlichen Gemeinden – in einem Land mit etwa einem Prozent Christen. Sie zu ermutigen und zu stärken, sei eine wichtige Aufgabe, so David Jarsetz: „Die Katastrophe hat bei vielen Japanern den Glauben an die Technik beschädigt. Die Machbarkeit von materiellem Fortschritt und Sicherheit wird heute kritischer gesehen. Als Missionsorganisation ist es uns wichtig, den Menschen von der Hoffnung in Jesus Christus weiterzusagen, die über den Tod hinausgeht.“ Die Freundschaft der Liebenzeller Mission zu den Menschen in Japan werde auf jeden Fall bleiben, verspricht David Jarsetz. Seit 1927 sind Liebenzeller Missionare in Japan im Einsatz: „Freundschaft zeigt sich auch in Treue. Das wollen wir leben.“