Manuel und Christina Feige bringen seit 2018 in den Armensiedlungen von Wewak (Papua-Neuguinea) Menschen am Rande der Gesellschaft Gottes Liebe nahe. Sie studierten zuvor an der Internationalen Hochschule Liebenzell Theologie bzw. Theologie und Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext. In Papua-Neuguinea schulen sie Gemeinden in der sozialmissionarischen Arbeit, erteilen Religionsunterricht, besuchen Gefängnisinsassen und unterstützen Gemeinden in der Kinder- und Jugendarbeit. Die nächsten Monate sind sie in Deutschland, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen ein paar Fragen gestellt.

Papua-Neuguinea wird oft als „Land of the Unexpected” (Land des Unerwarteten) bezeichnet. Was hättet ihr in eurem Einsatzland nicht erwartet?
Bei uns ist kein Tag wie der andere. Wir erlebten in unseren ersten vier Jahren extrem viele Wechsel: bei einheimischen Mitarbeitern, Missionaren, Zuständigen in der Partnerkirche.

In Papua-Neuguinea bekennen sich fast alle Einwohner zum christlichen Glauben. Aber der Alltag ist geprägt von großer Gewalt, Alkohol- und Drogenmissbrauch. Wie passt das zusammen?
Neulich sagte mir ein Mitarbeiter: „Wir sollten aufhören, uns als christliches Land zu bezeichnen. Denn wir beschämen den christlichen Glauben.“ Besonders viele in der älteren Generation finden es völlig in Ordnung, im Geisterglauben zu leben und sonntags in den christlichen Gottesdienst zu gehen. Der Glaube wirkt sich oft nicht im Alltag aus. Jüngere sind häufiger der Meinung, dass zusammenpassen sollte, was man sagt und lebt. Von ihnen hören wir manchmal Sätze wie: „Ihr wollt alle Christen sein und bestiehlt euch nachts.“ Dafür haben dann mehr und mehr kein Verständnis.

Was tut ihr, um die Menschen aus der Gewaltspirale herauszuholen?
Wir bringen Menschen zusammen, bauen Beziehungen auf. Wenn Menschen sich kennen, vertrauen sie sich eher und Gewalt geht zurück. Wir konnten ein Netzwerk in der Kinder- und Jugendarbeit aufbauen. Allein, dass wir so eine Arbeit machen, macht einen Unterschied. Es gibt sonst keine solche Arbeit. Kinder und Jugendliche sind meistens völlig auf sich alleingestellt. Es freut uns, wenn Gemeinden aktiviert werden und bei den Programmen mitmachen. Wenn Jugendliche gut in eine aktive Jugendarbeit integriert sind, haben sie oft weniger soziale Probleme.

Was motiviert euch jeden Tag neu?
Die Hoffnung, dass Gott mehr machen kann als wir sehen. Wir sind dankbar, dass wir bei Kindern, Jugendlichen und Gemeinden Veränderungen sehen. Wenn Leute mitarbeiten, denen früher alles egal war, dann ist das schon bewegend. Oder wenn wir ehemaligen Häftlingen, die wir im Gefängnis besuchten, begegnen und sie nicht mehr straffällig sind. Leider sieht man die Veränderungen aber nicht überall so.

Von Deutschland aus gesehen arbeitet ihr am Ende der Welt. Reizt das euch eher oder macht es euch das Leben manchmal auch schwer?
Wenn wir an die medizinische Versorgung denken, an fehlende Betreuungsangebote für Kinder, an die Distanz zu den Verwandten, dann ist das manchmal schon doof. Aber die Entfernung hilft uns auch, uns ganz auf unseren Einsatz zu konzentrieren. Und wir haben Papua-Neuguinea auch bewusst zu unserem Zuhause gemacht.

Du willst die Missionsarbeit von Christina und Manuel Feige mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

PAPUA-NEUGUINEA. „Selbst, wenn sich eure eigenen Eltern nicht gut um euch kümmern – für Gott seid ihr sehr wertvoll.“ Diese Botschaft gibt Justin aus leidenschaftlicher Überzeugung an die Kinder in unserem Kidsclub in Wewak weiter. Der 24-Jährige weiß, wovon er spricht. Er selbst hatte keinen leichten Start ins Leben.

Justin wurde im abgelegenen Hinterland der Sepik-Provinz geboren. Seine unverheiratete Mutter setzte ihn aus Scham in einem kleinen Bach im Dschungel aus. Bevor das Wasser das Baby wegspülen konnte, entdeckte glücklicherweise sein Onkel Terry den kleinen Jungen und beschloss sofort, ihn bei sich aufzunehmen. Terry sah als Christ und Pastor in seinem Neffen einen von Gott gewollten und geliebten Menschen, auch wenn die neuguineische Kultur dieses Kind als wertlos abstempelte.

Und so bekam Justin ein neues, sicheres und liebevolles Zuhause bei seiner Tante und seinem Onkel, die ihm ermöglichten, zur Schule zu gehen und Gott kennenzulernen. „Ich bin sehr dankbar, dass meine neuen Eltern Christen sind“, erzählt uns Justin. „Daheim und in der Kinderkirche hörte ich viele Geschichten von Jesus. So begann ich, an ihn zu glauben.“

Mittlerweile ist Justin erwachsen und will Lehrer werden, um die nächste Generation positiv zu prägen. Für die Ausbildung ist er in die Stadt Wewak gezogen. Daneben arbeitet er sehr eifrig und treu im Kidsclub mit. Danke, wenn du unsere Arbeit in diesem sozialen Brennpunkt unterstützt, damit noch viele Kinder erfahren, wie wertvoll sie tatsächlich sind.
Manuel und Christina Feige

Bitte unterstützt unsere Arbeit in Papua-Neuguinea und vielen weiteren Ländern mit einer Spende. Herzlichen Dank!

Sie ist eines der prägenden Gesichter der Liebenzeller Mission: Irmgard Schülein. 17 Jahre arbeitete sie zusammen mit ihrem Mann Ernst als Missionarin auf Manus, danach war sie in der Frauenarbeit tätig. Irmgard ist als Referentin für Frauen in ganz Deutschland zu Vorträgen unterwegs. Durch ihre Tätigkeit hat sie viele Menschen in den vergangenen Jahren geprägt. Nun geht Irmgard in den Ruhestand. Ehrenamtlich bleibt sie der Liebenzeller Mission aber noch erhalten.

 

Irmgard, was waren deine Höhepunkte im Dienst der Liebenzeller Mission und für Gott?
Da gibt es eine Menge! Zum Beispiel eine Hochzeit im Ausland, bei der andere Menschen die „Elternstelle“ für uns übernahmen und einfach Essen geplant und Kosten übernommen haben sowie schlicht da waren. Ebenso denke ich sehr gerne an die vielen Feiern auf Manus zurück, wo wir zu den Menschen gehören durften. In unsere Dienstzeit fiel auch der Kirchenbau in der Hauptstadt Port Moresby. Unvergessen ist mich ebenso der Abschied von Papua-Neuguinea nach 15 Jahren und wie wir dort Gottes wunderbares Versorgen als Familie erlebt haben. Und auch an die Feier zum 100. Geburtstag der Liebenzeller Mission mit Menschen aus vielen Nationen denke ich sehr gerne zurück. Alles in allem kann ich nur staunen, was Gott aus unserer Arbeit gemacht hat, den weiten Horizont, den er uns geschenkt hat.

 

Welcher Bibelvers, welche geistliche Erkenntnis hat dich besonders geprägt?
Prägend war für mich die Erkenntnis, dass Gott im Loslassen mehr gibt, als ich erwartet hätte. Eigentlich wollte ich auch auf Manus als Krankenschwester tätig sein. Als sich das zerschlug, war ich tieftraurig. Erst als ich meinen Traum losließ, konnte Gott mir den Weg in die Frauenarbeit zeigen und mich dahin führen. In dieser Arbeit habe ich dann Entfaltung und Erfüllung gefunden. Wichtig war mir dabei immer unser Trauspruch aus Psalm 84,12: „Gott, der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade und Ehre.“ Angesichts der vielen Angriffe durch den Teufel, denen Familien und Ehe ausgesetzt sind, hat mich getröstet, dass Gott unser Schutz und Schild ist. Ebenso fand ich es befreiend, dass wir als Christen keine Ehre suchen müssen. Er schenkt uns im Leben die Bestätigung, die jeder benötigt. Das hat mich regelrecht umgehauen. Und wenn ich Gottes Wege nicht verstanden habe, hat mir die Zusage aus Jeremia 29,11 sehr geholfen: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ Das versuchte ich in meinen Vorträgen immer wieder zu vermitteln.

 

Auf mich strahlt ihr als Ehepaar immer viel Liebe und Leidenschaft für Gott aus. Was ist euer „Geheimnis“?
Gott beim Wort nehmen! Von der Berufung angefangen („Du hast mich hierher gestellt, Herr, nun bring mich durch“). Ich nenne das gerne Gott „an seinem Wort festnageln“ und seine Antwort dann ernst nehmen. Da gibt es nur Gehorsam oder Ungehorsam.

 

Du hast dich auch kommunalpolitisch engagiert. Was hat dich da angetrieben?
Als Stadträtin von 1999 bis 2014 in Bad Liebenzell und fünf Jahre als ehrenamtliche Stellvertreterin des Bürgermeisters tätig zu sein, das wollte ich nie und es war die schwierigste Aufgabe, in die ich je gestellt wurde. Die Missionsleitung hat mich gebeten, zu kandidieren, da eine Frau in dem Gremium gewünscht wurde. Dabei hatte ich gerade Gott gesagt, dass ich Zeit habe und ihn gefragt, ob er etwas für mich habe. Es war ein Ringen, doch durch das Wort aus 1. Mose 12,1 („Und der Herr sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will“), das mich schon nach Manus geführt hatte, zeigte mir Gott hier wieder den Weg. Ich musste als frischgebackene Kommunalpolitikerin viel lernen, da ich politisch ein totaler Anfänger war. Und doch war es interessant, wir haben viele Menschen aus der Stadt kennengelernt und Freunde gewonnen.

 

Was rätst du jungen Menschen, die ihr Leben in den Dienst Gottes stellen möchten?
Auf den Ruf Gottes zu warten! Ich bin nicht in die Mission gegangen, weil mein Verlobter und heutiger Mann Ernst dort war und ich mich nach ihm sehnte, sondern weil Gott mich diesen Weg geführt hat. Dieses Wissen habe ich dann sehr gebraucht, als ich alleine auf einer Missionsstation in Manus war, Ernst seinen erfüllten Alltag hatte und ich mich fragte, warum ich da bin. Da habe ich dann zum ersten Mal Gott an seinem Wort regelrecht festgenagelt und das gab mit Halt.

 

Welche Empfehlung hast du für angehende Missionare?
Ich kann nur dazu ermutigen, Großartiges von Gott zu erwarten. Er will unser Leben reich machen – und nicht zuerst unsere Arbeit für ihn. Ebenso bringt es nichts, sich zu vergleichen, denn jeder ist einzigartig und Gott wird jeden einmal danach fragen, was er mit den Gaben gemacht hat, die er ihm gab. Ich will auch nicht darauf schauen, was andere verdienen, sondern dankbar auf das Versorgen durch Gott sehen. All die Wunder, die wir im Versorgen Gottes erlebt haben, machen uns einfach nur dankbar.

 

Worauf freust du dich im Ruhestand am meisten?
Zunächst bin ich weiter ehrenamtlich für die Liebenzeller Mission in der Frauenarbeit unterwegs. Wo Gott mich hier genau noch haben will, besonders in unserer Heimat in Franken, das muss er mir noch zeigen. Aber er hat sicher eine gute Platzanweisung für mich und etwas, was mir Freude machen wird. Ein großes Geschenk ist es für mich und Ernst, diese Zeit gemeinsam zu erleben. Wir hoffen, diese noch lange miteinander auch mit unseren drei Kindern und Enkeln gestalten zu können.

BAD LIEBENZELL. In der Weltöffentlichkeit kommt Papua-Neuguinea so gut wie nie vor. Das Land scheint vom Rest der Welt vergessen zu sein. Die Natur ist atemberaubend und die Menschen sind gastfreundlich. Doch viele kämpfen in ihrem Alltag mit großen Problemen. Gewalt, Drogen und Alkoholmissbrauch machen ihr Leben schwer. Kinder sind oft sich selbst überlassen und haben keine Perspektive auf eine bessere Zukunft. Um diesen Menschen zu helfen, hat die Liebenzeller Mission die Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“ gestartet. Mit der Aktion sollen Menschen in aller Welt neue Hoffnung schöpfen. Seit 14 Jahren gibt es die Initiative. Papua-Neuguinea ist noch bis September 2021 Schwerpunkt der Aktion.

In den Armensiedlungen der Hauptstadt Port Moresby erhalten junge Menschen ganzheitliche Hilfe. Missionare bieten Kinderclubs an und schulen Mitarbeiter. „Manche Kinder hören dort zum ersten Mal in ihrem Leben, dass sie wertvoll sind“, berichtet Projektkoordinatorin Bettina Heckh. Dass ein Schwerpunkt der Hilfsmaßnahmen Kindern zugute kommt, sei bewusst so gewählt. „In der neuguineischen Gesellschaft haben sie einen ganz schlechten Stellenwert, sie leiden unter den Lebensbedingungen besonders. Eine unbeschwerte Kindheit haben nur wenige“, sagt Bettina Heckh.

Teil der Initiative ist auch medizinische Hilfe und Seelsorge für Frauen im abgelegenen Hochland. Außerdem besuchen die Mitarbeiter Häftlinge in den Gefängnissen. „Diese Besuche sind oft der Anstoß, dass die Häftlinge nach ihrer Entlassung nicht mehr straffällig werden“, so Bettina Heckh.

In Papua-Neuguinea engagiert sich die Liebenzeller Mission schon seit mehr als 100 Jahren. „Eine langfristige Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort ist uns wichtig. Nur so wird eine nachhaltige Hilfe möglich“, erklärt Bettina Heckh.

Unterstützen kann man die Aktion nicht nur mit einer Spende, sondern auch mit aktiver Mitarbeit. „Auch wenn Weihnachtsfeiern und Betriebsfeiern fast überall in diesem Jahr ausfallen, sind kreative Aktionen möglich. Es ist wichtig, dass wir die Menschen in Papua-Neuguinea nicht vergessen“, sagt Bettina Heckh. Für Kinder hat sich die Projektkoordinatorin eine besondere Idee ausgedacht: „Viele Kinder in Papua-Neuguinea haben nur sehr wenig zum Anziehen. Deshalb können Kinder aus Deutschland T-Shirt bemalen oder bedrucken – für die Kinder auf der anderen Seite der Erde.“ Die T-Shirts werden in der Zentrale der Liebenzeller Mission gesammelt und dann nach Papua-Neuguinea gebracht.

Weitere Informationen zu den Projekten und ein Projektvideo gibt es im Internet unter www.weltweit-hoffnung-schenken.de oder direkt bei Bettina Heckh unter Telefon 07052 17-7128 oder E-Mail . Dort können auch Materialien zu der Aktion wie Plakate, Handzettel, Fotos oder Spendendosen angefordert werden.

Spendenkonto: Liebenzeller Mission, Sparkasse Pforzheim Calw, IBAN: DE27 6665 0085 0003, Vermerk: Weltweit Hoffnung schenken

„Mit den Menschen in Papua-Neuguinea unterwegs zu sein, war für uns ein Vorrecht“

Johannes und Carolin Wälde waren zusammen mit ihren fünf Kindern viele Jahre als Missionare in Papua-Neuguinea (PNG) im Einsatz. Johannes hat nach dem Abitur Schreiner gelernt, Carolin ist Bauzeichnerin. Nach ihrem ersten Einsatz als Technische Missionare in Ambunti/Sepik (2007 bis 2010) studierte Johannes Theologie und Soziale Arbeit an der IHL. Anschließend leiteten sie das Projekt „Shape Life“ in der Hafenstadt Wewak, das sich vor allem um Kinder aus sozialen Brennpunkten kümmert. Weitere Aufgaben waren die missionarische Arbeit im Gefängnis, Mitarbeiterschulung und Teamleitung. Nun sind sie zurück in Deutschland und beenden ihren Missionsdienst. Grund für uns, ihnen zum Abschluss einige Fragen zu stellen.

Nach insgesamt neun Jahren in PNG endet euer Missionsdienst. Warum?
Eigentlich hatten wir geplant, nächstes Jahr nach Deutschland zurückzukehren. Der Grund ist einfach die Schulsituation in Papua-Neuguinea. Wenn die Kinder größer werden, ist es mit Homeschooling und Fernschulmaterial einfach nicht mehr möglich. Dass wir jetzt schon zurückkommen, liegt an Corona. Wir hatten keine Lernhelferin mehr und die Post mit dem Fernschulmaterial kam nicht mehr an. Niemand konnte uns sagen, ob überhaupt dieses Jahr noch Post in Papua-Neuguinea ankommt. Das war für die Bildung unserer Kinder einfach keine Perspektive. Aber wir sind sehr froh, dass die Arbeit in Papua-Neuguinea weitergeht und wir mit Manuel und Christina Feige tolle Nachfolger haben.

Als Missionare fernab der Heimat gibt es schon eine Menge Entbehrungen. Hat sich der Einsatz gelohnt?
Auf jeden Fall. Natürlich gab es auch Entbehrungen, aber es war eine geniale Zeit. Der Abschied fiel uns sehr schwer. Nicht immer sieht man gleich die Früchte der Arbeit, aber Gott wirkt! Zum Beispiel in der Gefängnisarbeit. Einer der Häftlinge, den wir regelmäßig im Gefängnis besucht hatten, ging nach seiner Entlassung auf eine Bibelschule. Wir verlassen uns auf Gott, dass er sein Reich baut. Und das Thema Mission ist für uns noch nicht abgeschlossen. Vielleicht ziehen wir später nochmals los, wenn die Kinder erwachsen sind.

Wenn Leser dieses Interviews sich überlegen, Missionare zu werden: Wie würdet ihr sie für PNG motivieren?
Das Land ist so wunderschön und wenn man Herausforderungen sucht, ist PNG das richtige. Mit Menschen zusammenzuarbeiten, die kulturell komplett anders sind als wir, ist sehr besonders und bereichernd. Die Menschen haben ihr Herz auf der Zunge und tragen ihre Gefühle offen nach außen. Mit ihnen unterwegs gewesen zu sein, war für uns ein großes Vorrecht. Außerdem hat uns die Vielfalt im Land beeindruckt. Wir waren mit Menschen im Busch unterwegs, die wie in der Steinzeit leben und natürlich nicht lesen oder schreiben können. Gleichzeitig gibt es in den Großstädten hochgebildete Menschen. Und alle sind offen für den Glauben, man kann ganz natürlich über Jesus sprechen. PNG ist herausfordernd und spannend. Langweilig wird es nie!

Gibt es eine Person, die euch in eurer ganzen Zeit in PNG besonders beeindruckt hat?
Das ist für uns Ruben Wak. Er ist der Leiter unserer Partnermission vor Ort. Er hat in seinem Leben unglaublich viel Leid erfahren und ist trotzdem ein so treuer Missionar. Trotz allem, was er durchmachen musste, steht er fest im Glauben und weiß, was er an Jesus hat. Er ist uns zu einem großen Vorbild geworden.

Habt ihr Sorge, dass eure Kinder jetzt in Deutschland einen „Kulturschock“ bekommen?
Ein bisschen haben sie schon einen Kulturschock bekommen. Aber er fällt bisher nicht so schlimm aus, wie wir es befürchtet haben. Sie vermissen PNG schon sehr. Es wird sicherlich immer mal wieder schwierig werden, aber wir sind zuversichtlich, dass Gott es auch in Deutschland für unsere Kinder gut machen wird.

Was werdet ihr an Papua-Neuguinea am meisten vermissen?
Die Natur, das Meer und natürlich die Menschen. Unser Leben war schon sehr abwechslungsreich. Wir haben die Freiheit geschätzt und wir haben es genossen, gemeinsam als Familie im Dienst gewesen zu sein. Unsere Kinder waren Teil der Mission. Das war sehr schön für uns.

Eure Zeit bei der Liebenzeller Mission endet jetzt. Werdet ihr Mission trotzdem weiter leben und fördern?
Wir hoffen sehr. Mission wird immer Teil von uns sein. Der Missionsgedanke wird bei uns weiterhin groß sein.

Sebastian und Katharina Proß sind seit 2016 verantwortlich für das sozial-missionarische Projekt „Shape Life“ in den sozialen Brennpunkten von Port Moresby/Papua-Neuguinea (PNG). Mehr als 500 Kinder besuchen in zehn „Settlements“ die wöchentlichen Kinderprogramme, die von rund 25 Freiwilligen geleitet werden. In den nächsten Monaten sind Sebastian und Katharina mit ihrer Tochter Nila in Deutschland und berichten von ihrer Arbeit. Wir haben ihnen einige Fragen gestellt.


In Port Moresby habt ihr viele krasse Dinge erlebt. Was hat euch am meisten schockiert?
Es ist schon sehr heftig, wenn man sieht, wie Menschen Opfer von Gewalt werden und man nichts machen kann. Innerlich will man Zivilcourage leben und einschreiten, aber das ist kulturell einfach nicht möglich und aus Sicherheitsgründen auch viel zu gefährlich. Die Hilflosigkeit, die daraus entsteht, ist schon sehr herausfordernd.


Wie kann es gelingen, dass Menschen aus dem Teufelskreis von Gewalt, Alkohol und Drogen herauskommen?
Wenn jemand die Stärke hat, sich nicht dem Gruppendruck zu beugen, ist das schon möglich. Die Lebenswelt in den Settlements (sozialen Brennpunkten) ist sehr heftig. Aber genau hier haben die Kirchen vor Ort eine riesige Möglichkeit, Menschen positiv zu prägen und zu zeigen, dass es anders gehen kann. Mitarbeiter auf diesem Weg zu begleiten und zu fördern, ist unsere Aufgabe. Wir wollen ihnen zeigen, dass man gemeinsam viel bewegen kann.


Wie motiviert ihr euch jeden Tag neu für eure Arbeit in Papua-Neuguinea?
Dass wir sehen, dass Einzelne ihr Leben verändern und den Mut aufbringen, wirklich mit Jesus zu leben. Immer wieder erleben wir solche „Durchbrüche“ bei Menschen. Das motiviert schon sehr.
Außerdem haben wir eine klare Berufung für PNG und für die Menschen dort. Wir wissen, dass unsere Gemeinde und viele Menschen hinter uns stehen – mit Gebeten und Spenden.


Was begeistert euch an eurem Einsatzland?
PNG ist ein sehr vielfältiges Land. Die Natur ist beeindruckend mit 4.000 Meter hohen Bergen und einem Südseeparadies an der Küste. Die kulturelle Vielfalt mit mehr als 1.000 Volksgruppen ist einzigartig. Und die Menschen begeistern uns, die oft bereit sind, ihr letztes Hemd für dich zu geben.


Jetzt seid ihr für einige Monate in Deutschland. Worauf freut ihr euch am meisten?
Da gibt es schon einiges: die reine Luft, frei spazieren zu gehen, Freunde, Familie und dass wir als weiße Menschen hier nicht so im Mittelpunkt stehen. Außerdem freuen wir uns sehr, anderen von PNG zu berichten.


Mehr über Familie Proß erfahrt ihr auch in diesem Video.

Die Menschen in Port Moresby in Papua-Neuguinea leben unter einfachsten Bedingungen. Mit Planen, Brettern und Blechen werden Unterkünfte geschustert. Gewalt ist an der Tagesordnung. Es stinkt, es ist hässlich, es ist traurig und schockierend. Mitten drin leben tausende Kinder. Ihnen wollen unsere Missionare dienen. Denn wir sind der Überzeugung, dass nur Gott Leben verändern kann. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit weltweit! www.liebenzell.org/spenden

PAPUA-NEUGUINEA. Zauberei, dunkle Magie und dämonische Mächte: All das spielt in vielen Ländern, in denen Liebenzeller Missionare tätig sind, eine ganz reale und große Rolle – mit teilweisen tödlichen Folgen. Das hat Johannes Wälde neu erfahren: Bei einem Besuch eines Dorfes im Busch verstarb ein zwölfjähriger Junge an dem Tag, als die Missionare ankamen. Als Todesursache wurde Zauberei vermutet. Da die Bewohner von Papua-Neuguinea Angst vor dem Geist des Toten haben, sind Beerdigungen dort sehr wichtig. Nächtelang wird um den Verstorbenen getrauert. „Das Ganze nennt sich ‚Haus Krai‘ (Haus des Weinens). Und dabei wird nicht still und leise getrauert. Je lauter, desto besser und am besten so, dass es das ganze Dorf hört“, so Johannes Wälde.

Verzicht auf Rache

Er wurde gebeten, etwas bei der Beerdigung zu sagen. „Gott gab mir die richtigen Worte: Wir müssen die Zeit, die wir haben, nutzen, da wir nicht wissen, wann wir diese Erde verlassen müssen.“ Der Liebenzeller Missionar wurde anschließend von der Familie gebeten, sie zu besuchen. Nach intensive Gesprächen brachten sie die Zauberutensilien, die sie im Haus hatten. „Gemeinsam haben wir sie verbrannt und die Familie legte die ganze Angelegenheit in die Hände Gottes. Besonders freute mich, dass sie sich nicht auf die Suche danach machen wollten, wer den Tod des Kindes herbeigeführt hat. Das endet in der Regel mit Anschuldigungen anderer Personen und Rache an ihnen.“

Die Liebenzeller Mission ist seit über 100 Jahren in Papua-Neuguinea tätig. Johannes und Carolin Wälde arbeiten seit 2015 unter Kinder und Jugendlichen und im Gefängnis. Dabei engagieren sie sich vor allem in Armensiedlungen.

+ + + Update 16. Juli 2019: + + +

Wir sind sprachlos und überwältigt von über 300 Kondolenzbriefen an die Familie. Am 27. Juli werden wir die Worte der Anteilnahme bei der Trauerfeier für Gerhard Stamm ausgedruckt in einem Kondolenzbuch übergeben. Wenn Dein Kondolenztext mit dabei sein soll, dann solltest Du bis zum 21. Juli das Kondolenzformular nutzen.

 

+ + + Update 10. Juli 2019: + + +

Die kirchliche Beerdigung findet am Samstag, 27. Juli 2019, um 13:30 Uhr auf dem Friedhof Auhausen statt. Die anschließende Trauerfeier beginnt um 15:00 Uhr in der Hesselberghalle in Wassertrüdingen.

 

+ + + Informationsstand 04. Juli 2019: + + +

Inzwischen liegen uns Details vor: Gerhard Stamm ist nicht von einem Baum gestürzt, sondern ausgerutscht, unglücklich gefallen und an den dabei zugezogenen schweren Verletzungen kurz darauf verstorben.
Missionsdirektor Martin Auch ist mit Angehörigen von Gerhard unterwegs zu Brigitte Stamm nach Papua-Neuguinea.

Wir danken für alle anhaltende Begleitung im Gebet.

Eure Missionsleitung

 

Unter: www.liebenzell.org/gerhard-stamm finden Sie einen umfangreichen Bild- und Videorückblick auf das Leben und Wirken von Gerhard Stamm. Diese Seite wird regelmäßig um weitere aktuelle Informationen aktualisiert. Für Worte der Anteilnahme kann dort auch das Kondolenzformular verwendet werden.

Papua-Neuguinea (PNG) ist das Land ihrer Berufung. Insgesamt 22 Jahre waren René und Elisabeth Bredow dort als Missionare im Einsatz – und das in mehreren Etappen. Denn zwischendurch war René als Missionsreferent in Deutschland und als Dozent in Bangladesch tätig. Jetzt sind sie wieder in Deutschland. Wir haben ihnen einige kurze Fragen gestellt.

Warum seid ihr nach Deutschland zurückgekehrt und habt euren Einsatz in PNG beendet?
Von vornherein war geplant, dass wir nochmals vier Jahre in PNG sind, um dort die Teamleitung zu übernehmen. Wir hatten vereinbart, dass wir mit unserem jüngsten Sohn David nach Deutschland zurückkehren, wenn er die Schule abgeschlossen hat. Nun hat David sein Abitur und wir sind wieder in Deutschland.

Was sind eure Pläne für die Zukunft? Werdet ihr eines Tages nochmals nach PNG gehen?
Bis nächstes Jahr im Sommer sind wir noch im Reisedienst und berichten in Gemeinden über unsere Arbeit in PNG. Was danach kommt ist offen. Vielleicht geht es nochmals in die Mission oder wir übernehmen eine pastorale oder interkulturelle Aufgabe in Deutschland.

Gibt es eine Begegnung in eurer Zeit PNG, die euch in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Da gibt es natürlich viele, aber eine bewegt uns immer noch sehr. Nambuwei war von 1990 bis 1996 unsere Haushaltshilfe in PNG. Als sie hörte, dass wir im Juni PNG verlassen, kaufte sie sich extra ein Flugticket, um zu uns zu fliegen und uns nochmals zu sehen. Sie meinte, dass es sie sehr geprägt hatte, wie wir als Familie lebten. Sie hätte sehr viel für ihr Leben gelernt. Das hat uns natürlich gefreut. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass sie in ihrer Kindheit viel Gewalt erlebt hatte und nun eine selbstbewusste Frau ist.
Eines ihrer Kinder hat sie übrigens René genannt. Für das Rückflugticket in ihre Provinz hatte sie dann kein Geld mehr. Das haben wir dann für sie übernommen.

Was fasziniert euch an PNG?
Vieles. Besonders aber vermutlich, dass du in PNG mit jedem auf der Straße über den Glauben sprechen kannst und selbst auch ständig darauf angesprochen wirst. Im Gegensatz zu Deutschland, wo Glaube oft als Privatsache gesehen wird, ist er in PNG Teil des öffentlichen Lebens. Außerdem begeistert uns auch die Zeit, die die Leute haben. Und ihre Dankbarkeit. Sie sehen das Gute, das Gott ihnen gibt.

Der Glaube an Geister nimmt viele Menschen in PNG gefangen. Sie leben in täglicher Angst. Wie können sie davon frei werden?
Um nochmals auf Nambuwei zurückzukommen. Sie lebte mit uns auf Station und hatte oft keine Lust auf Gemüse und Obst. Wir sagten ihr dann, dass sie mehr vitaminreiches Obst essen soll, um gesund zu bleiben. Aber erst nachdem sie krank geworden war, ging sie auf unseren Rat ein. Wir freuten uns. Wir sagten zu ihr: „Schön, dass du gemerkt hast, dass dir das Obst gut tut.“ Sie sagte darauf: „Ich esse nur deshalb mehr Obst, damit mich eure Worte nicht mehr verfluchen.“ Sie war also der Meinung, dass ihr Ungehorsam gegenüber unserer „starken Worte“ ihre Krankheit hervorgerufen hätte und wollte vermeiden, dass sie wieder darauf angesprochen wird. Auch als Missionare lernt man natürlich ständig dazu. Aber das ist typisch für PNG: Wenn man unterhalb der christlichen Oberfläche in PNG kratzt, kommt oftmals ein Mix aus Christsein und alten Vorstellungen zu Tage.
Deshalb sind Schulung und Lehre notwendig. Und dann ist das ein Wachstumsprozess. Wichtig ist es, junge Mitarbeiter zu integrieren. Sie sind die Hoffnungsträger für ihr Land. Das ist zum Beispiel unser Ansatz im Projekt „Shape Life“ in Port Moresby. Wenn wir mit den Mitarbeitern Jüngerschaft leben, dann hat das viele positive Auswirkungen.

Was braucht das Land am meisten?
Es ist unser Wunsch, dass die junge Generation für Jesus gewonnen werden kann. Für viele ist Glaube zur Tradition geworden. Oder es ist einfach „Fashion“. Man sieht es zum Beispiel immer wieder, dass Politiker auf Wahlplakaten schreiben „Ich bin wiedergeborener Christ.“ Ob der Glaube dann gelebt wird, ist eine andere Frage.
Außerdem wünschen wir uns, dass es nach wie vor Menschen gibt, die bereit sind, in die Dörfer zu gehen. Die Menschen im tiefen Busch fühlen sich allein gelassen. Alles ballt sich in der Stadt. In den Dörfern fehlt es an Lehrern, Krankenschwestern und auch Pastoren. Vor unserer Rückkehr nach Deutschland hatten wir bewusst mehrere Touren in den Busch gemacht. Wir wollten die Menschen ermutigen und ihnen zeigen: Ihr seid nicht vergessen!