PAPUA-NEUGUINEA. Fernab jeglicher Zivilisation liegt Niksek, ein kleines Buschdorf im Hunstein-Gebirge südlich des Sepiks. Es ist auf schmalen Pfaden durch den Regenwald oder mit einem Kanu über den April-Fluss zu erreichen. Dorthin machte sich die impactlerin Lea Semler, die einen Kurzeinsatz auf der pazifischen Insel absolviert, gemeinsam mit den Liebenzeller Missionaren Brigitte und Gerhard Stamm auf, um die rund 400 Bewohner durch Gottes Wort zu ermutigen. In Niksek lernte Lea schnell eine junge Frau in ihrem Alter kennen und die beiden begannen, sich in der Stammessprache „Pidgin“ auszutauschen. Dilma, die im Dorf aufwuchs, erzählte, dass sie bis zur achten Klasse in einem weit entfernten Dorf flussaufwärts zur Schule ging und sich danach für einen Job bewarb. Dann unterbrach sie ein kleiner Junge, der auf sie zu rannte und „Mama, Susu!“ („Mama, Milch!“) rief. Lea traute ihren Ohren kaum: „Ich war mir sicher, dass es sich um eine Verwechslung handelte, aber sie fing tatsächlich an, das Kind zu stillen.“ Während der Junge trank, fuhr Dilma fort. Sie erzählte, dass sie den Job nicht bekam, weil sie eine Voraussetzung nicht erfüllte: Sie war nicht getauft. Das versetzte der damals 14-Jährigen, die christlich erzogen wurde und seit klein auf Jesus im Herzen trägt, einen schweren Schlag. Sie hatte keine andere Wahl, als nach Niksek zurückzukehren. Dort heiratete sie bald einen Mann aus dem Nachbardorf und bekam mit 15 Jahren ihr erstes Kind. Nun arbeitet sie viel im Garten und zieht die Kinder groß. Natürlich wollte Dilma auch mehr über Lea erfahren und nahm sie mit auf einen Spaziergang. Ihre Kinder blieben währenddessen beim Vater: „Ich war überrascht, dass ihr Mann auf die beiden aufpasste, denn das ist alles andere als selbstverständlich in dieser Kultur“, berichtet Lea.

Die beiden 19-Jährigen gingen einen schmalen Buschpfad entlang, der in das nächste Dorf führt. Dieses liegt jedoch zwei Tagesmärsche entfernt. Lea erzählte von ihrer Familie in Deutschland, ihren Erlebnissen während ihres derzeitigen Einsatzes bei der Liebenzeller Missionarsfamilie Wälde in Wewak und ihren Studienplänen. Dilma war begeistert und sagte, dass sie gerne Sekretärin geworden wäre, nun aber nicht mehr aus dem Busch herauskomme. So wie ihr ginge es vielen jungen Frauen. Dann erreichten die beiden einen Waschplatz am Bach. Dilma zeigte Lea, wie sie ihre Kleider mit Seife bürstet und sie probierten es gemeinsam aus. Als sie fertig waren, kehrten sie ins Dorf zurück, wo einige Frauen gerade in Palmenblätter eingewickeltes Fleisch und Wurzelgemüse in einem glühenden Erdhaufen zubereiteten.

Nach dem Essen fand ein Gottesdienst statt, bei dem Gerhard die Predigt hielt. Dilma und ihr Mann kamen auch hinzu. Lea war überrascht, denn Dilma hatte ihr am Fluss erzählt, dass ihr Mann nur wenig Interesse am christlichen Glauben hat. Später, als sie Dilma darauf ansprach, erklärte diese: „Es hat viel Kraft und Zeit gekostet, ihn zu überreden, dass er mitkommt, aber es ist mir wichtig, dass er mehr über Jesus erfährt und ich bete, dass er ihn eines Tages kennenlernen wird.“ Über so viel Ausdauer und Beherztheit – im Alltag, aber auch in der Beziehung zu Jesus Christus – konnte Lea bei ihrem Besuch nur staunen.

PAPUA-NEUGUINEA. Nach drei Monaten auf hoher See fiel im Sommer 1914 der Anker vor Manus. Die Liebenzeller Missionare Friedrich Doepke und Hermann Kraft waren am Ziel ihrer Reise. Hier also wollten sie das Evangelium verkünden. Viel wussten sie nicht über die mit Urwald bedeckte Vulkaninsel, außer: „Dort herrscht die Menschenfresserei“, wie Friedrich Doepke in seinen Aufzeichnungen festhielt. Vom Hafen aus fuhren sie mit einem Kanu die Küste entlang.

Wo die beiden auch anlegten, signalisierten ihnen die Insulaner, dass sie nicht willkommen waren. Sie fuhren weiter und entdeckten erneut eine günstige Stelle für eine Missionsstation: „Dieser Platz sah genauso aus, wie ich ihn kurz vorher im Traum hatte sehen dürfen“, schrieb Friedrich Doepke. An Land trafen sie auf einige Männer, die mit Speeren bewaffnet waren. Durch Handzeichen versuchten die Missionare, mit ihnen zu kommunizieren. Überraschend bekamen sie das gewünschte Land. Unter neugierigen Blicken machten sich Friedrich Doepke und Hermann Kraft an den Aufbau der Station. Obwohl sie einen schweren Rückschlag durch einen Brand erlebten, waren die Aufbauarbeiten viel einfacher als der innere Aufbau – die Arbeit an den Seelen der Menschen. Nur langsam konnten die Missionare die Sprache der Einheimischen erforschen. Es dauerte lange, bis diese Vertrauen schöpften und ihre Kinder in die Schule der beiden Deutschen schickten. Dafür verlangten die Familien ein Geschenk. So auch, wenn die Missionare Kranke pflegten: Sie forderten eine Entlohnung, selbst wenn ihnen geholfen wurde. „Es brauchte viel Gnade und Liebe“, notierte der Missionar. Auch sie selbst wurden häufig von Malaria und Schwarzfieber heimgesucht. Nach sechs Jahren musste Hermann Kraft die Insel krankheitsbedingt verlassen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich kein einziger Insulaner für Jesus Christus entschieden.

Zwei Jahre später kam Maria Imberger, die Verlobte Friedrich Doepkes, auf die Insel. Sie heirateten und führten die Missionsarbeit auf Manus gemeinsam fort. Ein weiteres Jahr verging, bis ein lang erhofftes Wunder geschah: Polokes ließ sich als erster Einheimischer taufen. Mit ihm an seiner Seite zog Friedrich Doepke fortan durch den Busch, um auch Menschen in bisher unerreichten Dörfern die gute Botschaft von Jesus Christus zu bringen. Nach und nach entstanden in den Inselbezirken viele Kirchen, und es brauchte weitere Missionare auf Manus.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, verkündeten dort neben Friedrich und Maria Doepke auch die ungarische Missionsschwester Mária Molnár sowie Familie Julius und Leni Gareis das Evangelium. Bald besetzten die Japaner Manus und verbreiteten Angst und Schrecken. Sie ließen die Insulaner Zwangsarbeiten verrichten und beorderten alle anwesenden Liebenzeller Missionare im März 1943 auf das Kriegsschiff „Akikaze“. Dort wurden sie am 17. März mit rund 60 weiteren Europäern erschossen. Der kleine Erich Gareis wurde, wie die anderen Kinder, ins Meer geworfen. Die Wirren des Krieges setzten dem Leben der Missionare ein Ende – nicht aber der Missionsarbeit in Papua-Neuguinea.

Heute, 75 Jahre später, ist die Evangelische Kirche von Manus selbstständig. Auch die 1987 entstandene Bibelschule (BTC) soll im Juni 2018 in die Hände Einheimischer übergehen.

Der Film „Aufbruch ins Unbekannte“ nimmt Sie hinein in die Höhen und Tiefen der Pioniermission in Manus. Und in das Leben von Friedrich Doepke. Bestellen Sie die DVD (Spieldauer: 50 Min.) zum Sonderpreis von 8 € unter Telefon 07052 17-296.

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PAPUA-NEUGUINEA. Spät am Abend geriet der Australier David in eine Verkehrskontrolle. Ein Polizist fragte ihn: „Wo kommen Sie her?“ Dabei hielt er seine Hand leicht geöffnet zum Fenster herein. David ahnte, was der Mann wollte: Er forderte Geld. „Heute vor 500 Jahren hat Martin Luther die Reformation angestoßen. Ich war im Bibelkreis und wir haben den Luther-Film angeschaut“, gab David Auskunft. Der Polizist hielt kurz inne, dann sagte er: „Ich heiße Martin und bin Lutheraner. Wissen Sie was, fahren Sie mal weiter!“

Einige Tage später erzählte David den Liebenzeller Missionaren Elisabeth und René Bredow von seinem Erlebnis. Bei ihnen war er an jenem Tag zu Gast im Bibelkreis. Mit breitem Grinsen sagte David abschließend: „Martin Luther hat mich ‚gerettet‘.“ Den Film zeigten die Missionare auch in einer Pastorenschulung. Einzelne kamen später auf das Ehepaar zu und baten sie, den Film in ihren Siedlungen zu zeigen – nicht in den Kirchen, sondern nachts auf freien Plätzen. „Wir wollten es wagen, auch wenn es den Film nur auf Englisch und nicht in der Handelssprache Pidgin gibt“, sagt René.

Sie besuchten zwei Siedlungen, in denen Hunderte Menschen in eng aneinander gereihten Blechhütten leben. „Fremde trauen sich normal nicht in diese unsicheren Gebiete – schon gar nicht nachts“, schildert René. Doch wurden er und Elisabeth vom jeweiligen Pastor begleitet. Beide Male kamen neugierige Kinder angelaufen, die der Pastor dann losschickte, um den Filmeabend anzukündigen. Rund 300 Menschen kamen zu den Vorstellungen. Obwohl der Großteil kein Englisch verstand, blieben alle sitzen: „Wir haben den Film an wichtigen Stellen angehalten und übersetzt. Auch erklärten wir Begriffe wie ‚Ablasshandel‘ oder ‚Fürstentum'“, berichtet der Missionar. Einmal fing es an zu regnen, doch kein Zuschauer verließ seinen Platz. Viele faszinierte Luthers Mut – so auch einige junge Männer, die beim Auf- und Abbau der Leinwand halfen, und hinterher staunten, dass sich Luther bedingungslos für die Wahrheit einsetzte. „Das ist es, was zählt: Dass wir diesem Beispiel folgen und unser ganzes Leben für die Wahrheit – für Jesus Christus – einsetzen.“

BAD LIEBENZELL. Weltmission heute lebt vom gemeinsamen Lernen, wo Erfahrungen, gelungene Konzepte und auch Rückschläge offen ausgetauscht werden und wir gemeinsam beten, sowie Gott um Wegweisung bitten. Die Liebenzeller Mission ist mit einem Reichtum an internationalen Partnerschaften beschenkt und so nutzten wir die Gelegenheit, anlässlich des Direktorenwechsels, uns über praktische Missionsfragen auszutauschen. Wer in Partnerschaften unterwegs sein möchte, muss Lernender sein – als Liebenzeller Mission wollen wir auf diesem Weg bleiben und dadurch wachsen.

PAPUA-NEUGUINEA. „Morgen ist Heiligabend und in diesem Lager leben Christen, die nicht auf den Weihnachtsgottesdienst verzichten sollten“, sagt der Liebenzeller Missionar Simon Herrmann zu dem Verwalter eines Flüchtlingslagers in Lorengau am Telefon. Es ist nicht sein erster Versuch, eine Genehmigung zu bekommen, damit er die geflüchteten Männer besuchen darf. Sie alle riskierten einst ihr Leben, als sie mit Booten über den Pazifik flohen, um in Australien die Chance auf ein besseres Leben zu bekommen. Da sie dort aber nicht willkommen waren, wurden sie auf die Insel Manus verfrachtet.

Schon lange leben sie dort in Flüchtlingsunterkünften, die normalerweise niemand besuchen darf. Diesmal erlebt Simon jedoch eine Überraschung: „Ich habe nichts dagegen, wenn ihr am ersten Weihnachtsfeiertag kommt, um einen Gottesdienst zu gestalten“, sagt der Verwalter am Telefon. Simon freut sich und macht sich an die Vorbereitungen. Am nächsten Tag bekommt seine Familie Besuch von drei sri-lankischen Geflüchteten. Simons Frau Yvonne hat seit einiger Zeit Kontakt zu diesen. Sie sind der Einladung gerne gefolgt, gemeinsam mit der Missionarsfamilie Heiligabend zu verbringen. Seit fast fünf Jahren leben die drei Männer nun auf Manus – ohne eine Perspektive für ihre Zukunft. Zunächst lesen sie gemeinsam die Weihnachtsgeschichte und essen zu Abend. Danach besuchen sie den Gottesdienst. Zwar ist einer der Männer kein Christ, doch er entschließt sich, mitzukommen. Überraschend verabschiedet er sich später mit dem Wunsch „God bless you“ (Gott segne euch).

Am nächsten Morgen machen sich Simon, Yvonne, deren drei Kinder und zwei Kurzzeitmitarbeiterinnen auf den Weg in das sieben Kilometer entfernte Flüchtlingslager. „Dort spielten wir zwischen den Wohncontainern Trompete, um die Männer auf uns aufmerksam zu machen“, erzählt Simon. Nach kurzer Zeit folgen rund 20 Männer den Klängen. Viele bringen Stühle und Betten mit, auf die sie sich setzen. Auch einige Aufseher und Wärter kommen hinzu. „Ich predigte über Freude, die Gott uns Menschen schenkt, selbst wenn die äußeren Umstände schwierig sind“, sagt der Missionar. Später erzählt er den Männern von einer syrischen Frau, die während ihrer Flucht zum Glauben an Jesus Christus kam und dadurch Freude in ihrer bedrohlichen Situation fand. Dankbar für den Besuch beschenken die Männer ihre Gäste anschließend mit Keksen und Äpfeln. „Ich hoffe, dass dieser Vormittag nicht nur abwechslungsreich für sie war, sondern vor allem Hoffnung und Licht in ihre Situation gebracht hat“, wünscht sich Simon.

In der mehr als hundertjährigen Geschichte der Liebenzeller Missionsarbeit in Papua-Neuguinea (PNG) sind sie die Missionare, die am längsten vor Ort waren: Bernd und Irmgard Mortsiefer. 33 Jahre lang lebten und arbeiteten sie am anderen Ende der Erde. Von der Weltöffentlichkeit scheint Papua-Neuguinea oft vergessen zu sein. Gott hat die Menschen aber nicht vergessen. Das weiterzugeben, war Bernd und Irmgard Mortsiefer wichtig. Jetzt sind sie nach Deutschland zurückgekehrt. Wir haben Bernd drei kurze Fragen gestellt.

Gibt es eine Begegnung in eurer Zeit PNG, die euch in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Da gibt es natürlich viele. Aber die erste Begegnung mit Matthew Top ist mir besonders in Erinnerung. Mit wenig Ausbildung, nur einem T-Shirt und einer Hose kam er an der Bibelschule auf der Insel Manus an. Als Buschmann aus dem Sepia-Gebiet war er nicht angesehen. Aber er fühlte sich von Gott berufen. Und Gott hat diese Berufung bestätigt. Matthew lernte viel, war sehr engagiert und hielt das Studium durch. Heute leitet er die Bibelschule in Manus. Und dann denke ich an die vielen Begegnungen mit Flüchtlingen in den letzten Monaten. Sie machten sich überwiegend aus dem Mittleren Osten auf den Weg nach Australien, wurden abgefangen und in Lager auf Manus gebracht. Ich wurde gebeten, diesen Menschen kulturelle Orientierung zu bieten. Gott schenkte es, dass viele der Flüchtlinge Interesse am christlichen Glauben hatten. Einige ließen sich taufen. Über Internet und Handy bin ich immer noch mit manchen verbunden.

Der Glaube an Geister prägt das Leben der Menschen in PNG. Wie können Menschen hier „Befreiung“ erleben?
In Deutschland kann man sich das kaum vorstellen, aber noch heute werden in PNG zum Beispiel Frauen verbrannt, weil sie für Hexen gehalten werden. Menschen aus dieser Not herauszuholen, geschieht meistens nicht ad hoc. Es ist wie beim Alkohol, die wenigsten werden sofort trocken. Viele gehen hier einen Weg mit Stufen. Letztendlich ist es eine tief geistliche Sache. Nur wo die Kraft des Heiligen Geistes der alten Kraft entgegensteht, kann Veränderung geschehen.

Jetzt seid Ihr seit einigen Wochen in Deutschland. Habt Ihr schon Heimweh nach PNG?
Wenn man 33 Jahre in einem Land lebt, ist schon ein bisschen Wehmut dabei. Aber wir sind froh über das ausgezeichnete Gesundheitssystem in Deutschland und genießen die hohen Standards hier. In Neuguinea hatten wir ja viele Jahre ohne elektrisches Licht gelebt. Mit vielen Menschen vor Ort sind wir über Internet und Handy verbunden. Es ist schon ein bisschen verrückt: Manche haben nur ein Hemd, aber ein Smartphone hat fast jeder. Mit den Menschen in Kontakt zu sein, ist uns wichtig. Denn eines muss ich sagen: Während unserer Zeit in Papua-Neuguinea haben wir mindestens so viel von den Menschen gelernt, wie wir ihnen geben konnten.

PAPUA-NEUGUINEA. Mit einer kleinen Gruppe von Strafgefangenen konnte Johannes Wälde, der als Liebenzeller Missionar in Papua-Neuguinea arbeitet, eine Bibelstunde im Gefängnis durchführen. Drei der Teilnehmer suchten danach noch das Gespräch mit ihm, erzählten von ihrer Vergangenheit und schließlich auch von ihren Ängsten vor der Zukunft: „Alle drei werden im nächsten halben Jahr entlassen und wissen nicht genau, wie es weitergehen soll. Sie waren nun jahrelang im Gefängnis und haben etwas Angst vor der Freiheit und dem Zurückkehren in ihr Heimatdorf“, schrieb Johannes Wälde. Trotz aller Ängste sind die Männer gewiss, dass sie nicht alleine zurück in ihre Dörfer gehen müssen: Gott wird ihr Begleiter sein und ihnen in dieser schwierigen Lebenssituation helfen.

Zur praktisch-kulturellen Vorbereitung auf ihren baldigen Einsatz in Papua-Neuguinea lebten und arbeiteten die Liebenzeller Missionare Katharina und Sebastian Proß die vergangenen vier Monate als Hauseltern im Adam House in Toronto. Das Adam House bietet seit 2002 Flüchtlingen aus aller Welt eine Heimat. Auch wenn ein solch intensives Zusammenleben mit den unterschiedlichsten Nationalitäten herausfordernd sein kann, erlebte das junge Missionarsehepaar, wie Gott die Zeit im Adam-House für viele Flüchtlinge nutzte, um ihnen zu begegnen. So berichten sie von einem syrischen Flüchtling, der mit dem christlichen Glauben zu Beginn nichts zu tun haben wollte. Einige Zeit nachdem er das Adam House verlassen hatte, kam er wieder, weil er sowohl seine Wohnung als auch seine Freundin verloren hatte und hilflos zurückblieb. In dieser Lebenssituation wurde er nun offen für den Glauben. Auch wenn er in Gesprächen betonte, dass seine muslimischen Freunde nichts von seinem Interesse an Jesus Christus mitbekommen sollten, wendete Gott das Blatt, als er gemeinsam mit anderen Flüchtlingen am Karfreitag ein Passionsspiel besuchte. „Als zum Glauben an Jesus aufgerufen wurde, ging er an anderen muslimischen Flüchtlingen vorbei nach vorne und gab sein Leben Jesus“, berichten Katharina und Sebastian Proß.

… unseren Schuldigern. In ihrem Dorfalltag werden Gerhard und Brigitte Stamm immer wieder mit Enttäuschungen, Diebstahl, Betrug oder einfach nur Unzuverlässigkeit konfrontiert. So wurden kürzlich zum Beispiel aus ihrem Ententeich mehrere Enten gestohlen. Um die Bibelschule zu versorgen, brauchen die Missionare das Geld aus der Kleintierhaltung aber dringend. „Man muss immer wieder bereit sein, Menschen, die Fehler gemacht haben, zu vergeben“, schreiben die beiden zu diesem Vorfall. Um immer wieder geduldig vergeben zu können, hilft es ihnen, sich bewusst zu machen, wie oft Gott uns Menschen vergibt: „Wie oft muss er uns – für uns oft auch unbewusst – vergeben und wie unendlich viel mehr Geduld braucht er für uns.“

PAPUA-NEUGUINEA. Nach 26 Jahren besuchten Irmgard und Ernst Schülein die Insel, die für viele Jahre ihre Heimat war: Auf Manus fand die Hochzeit der beiden statt und auch ihre Kinder wuchsen dort auf. Die Begegnungen mit ihren ehemaligen Nachbarn, Mitarbeitern und Gemeindemitgliedern waren von vielen Emotionen begleitet. So schön es für die beiden Missionare war, sich an die vergangenen Tage zu erinnern, müssen sie auch sehen, dass „an vielem Materiellen der Zahn der Zeit nagt.“ Doch auch wenn Materielles vergangen ist, gibt es doch etwas, das die Jahre überstanden hat: „Die Menschen leben mit Jesus und versuchen, ihren Alltag mit Gott zu meistern“.