Dr. (UNIMW) Reinhard und Cornelia Frey sind nach 13 Jahren Gemeindedienst in Deutschland im Herbst 2015 nach Sambia zurückgekehrt. Dort waren sie schon von 1986 bis 2002 in der Gemeinde- und Schulungsarbeit tätig gewesen.
Reinhard arbeitet nun in der Gemeindeleiterschulung in Sambia und dem benachbarten Kongo. Cornelia bringt sich in Frauenstunden und in einer Bibelschule ein. Zurzeit sind Cornelia und Reinhard im Heimataufenthalt in Deutschland und berichten von ihrer Arbeit in Sambia. Wir haben ihnen einige Fragen gestellt.

Wenn ihr eure erste Zeit in Sambia und euren jetzigen Einsatz vergleicht: Wie hat sich die Missionsarbeit verändert?
Damals waren wir als Liebenzeller Mission neu in Sambia. Zusammen mit unserer Partnerkirche sollten wir neue Gemeinden im Norden gründen. Gemeindegründung war das Thema. Heute stehen die Schulungen im Vordergrund. Die Gemeindearbeit können viele Einheimischen selbst gut machen. Aber sie sind dankbar, wenn es Schulungen mit fundiertem theologischen Hintergrund gibt.

Warum ist Missionsarbeit in Sambia nach wie vor wichtig?
Es gibt genug Kirchen, aber viel Vermischung zwischen Tradition und Christentum. Die Bibel wirklich biblisch zu betrachten – damit tun sich die Menschen in Sambia oft schwer. Deshalb ist es so wichtig, dass Einheimische und Missionare eng zusammenarbeiten. Wie können wir die Themen des Lebens biblisch und kulturell betrachten? Es ist wichtig, die Kultur der Menschen ernst zu nehmen und zu achten. Gleichzeitig müssen wir auch klar benennen, wenn Dinge nicht biblisch sind. In Sambia ist zum Beispiel der Glaube an Zauberei und Geister stark verbreitet, auch Christen sind oft darin verstrickt. Da sagen wir schon klar, dass man als Christ die Ahnen nicht anbeten soll. Aber wir bemühen uns, das den Menschen in einer guten Art zu sagen und sie mitzunehmen. Ganz bewusst wollen wir die einheimischen Mitarbeiter stärken, ermutigen und lehren, damit sie bewusst im Alltag mit Jesus leben.

Reinhard, dein Schwerpunkt ist die Schulung von Gemeindeleitern. Was begeistert dich dabei und was fordert dich heraus?
Den Menschen einfach die Bibel nahezubringen: Das mache ich gerne. Die Bibel im Kontext ihrer Kultur zu betrachten, ist die große Herausforderung. Dass wir schon so viele Jahre in Sambia arbeiten, hilft da natürlich. Trotzdem brauchen wir immer auch das Feedback der Menschen dort, ob unsere Schulungen die kulturellen Aspekte richtig berücksichtigen.

Zu Schulungen fährst du auch regelmäßig über die Grenze in den Kongo. In den Nachrichten hört man immer wieder von Krieg und Rebellenangriffen. Wie ist die Lage derzeit?
Die Region im Norden ist sehr instabil und gefährlich. Der südliche Kongo an der Grenze zu Sambia ist quasi ein abgegrenztes Land. Die ganze Versorgung dieser Region läuft über Sambia. Von daher ist es normalerweise kein Problem, in den südlichen Kongo zu reisen. Mir kommt der Kongo oft so vor wie Sambia vor 30 Jahren. Die Menschen leben dort sehr einfach. Leider ist die Korruption extrem hoch.
Theologische Schulungen für die Pastoren im Kongo sind sehr wichtig. Bei einer der vergangenen Schulungen habe ich erfahren, dass von 40 Gemeindeleitern ein einziger eine theologische Ausbildung hatte. Die Leute sind sehr dankbar für die Schulungsangebote. Unser Wunsch ist es, dass unsere sambische Partnerkirche selbst Missionare in den Kongo schickt. Mit der Finanzierung tun sie sich noch schwer. Aber wir ermutigen sie dazu immer wieder, denn wir wollen, dass der Missionsgedanke bei ihnen selbst gestärkt wird.

Cornelia, du setzt dich besonders für die Frauen ein. Was beeindruckt dich an den Frauen in Sambia?
Ich habe eine große Hochachtung vor den Frauen, die oft schwierige Lebensumstände zu bewältigen haben. Sie arbeiten sehr hart zu Hause, werden aber kaum respektiert. Vor Kurzem unterhielt ich mich mit einer Frau, die als Zweitfrau ihrer älteren Schwester „zugeschoben“ wurde, weil die keine Kinder bekommen kann. Eigentlich leidet sie unter der Situation, lobt aber trotzdem Gott und ist für vieles dankbar. Das beeindruckt mich sehr.

Was ist dein Herzensanliegen oder Wunsch für die Frauen?
Die Frauen stehen unter einem riesigem Druck, besonders von der Verwandtschaft bzw. Großfamilie. Wenn eine Frau zum Beispiel krank ist, muss sie trotzdem weiterarbeiten. Sonst würde sie zu hören bekommen, dass sie faul sei. Sambia ist eine Männergesellschaft. Der Druck auf die Frauen ist enorm. Die Männer können oft machen, was sie wollen. Dass zum Beispiel Männer fremdgehen, wird gesellschaftlich weitgehend toleriert. Das geht leider bis in die Kirchen hinein. Wenn eine Frau fremdgeht, wird sofort die Scheidung gefordert. Ein anderes Beispiel: Wenn eine Familie zu Besuch zu den Eltern des Mannes kommt, dann ist es traditionell üblich, dass der Mann am Tisch mit seinen Eltern sitzt. Die Frau muss mit den Kindern entweder in der Küche essen oder am ganz anderen Ende des Raumes. Einer unserer Mitarbeiter hat sich dem widersetzt und seine Frau und Kinder an den gemeinsamen Tisch geholt. Die Reaktion seiner Eltern war heftig. Es hat zehn Jahre gedauert, bis seine Eltern begriffen haben, dass ihr Sohn ihnen nichts Böses antun will, sondern einfach nur seine eigene Familie wertschätzt und respektiert.
Oft sehen die Frauen keinen Weg, aus diesem „System“ auszubrechen oder dagegen anzugehen. Dass sie frei werden von diesem Druck und ihre Freiheit in Jesus finden, das wünsche ich ihnen sehr. Deshalb gebe ich ihnen gerne weiter, dass sie auf Jesus vertrauen können, der auch in Krankheit oder Tod das Sagen hat. Und ich ermutige sie, mit ihren Männern zu reden und gemeinsam Wege zu finden.

Du willst die Missionsarbeit von Reinhard und Cornelia Frey mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

Liebenzeller Missionare besuchen bei ihren Heimataufenthalten gerne auch Hauskreise. Während der Corona-Pandemie ist das aber nicht möglich. Aber man kann die Liebenzeller Mitarbeiter sehr gut in Online-Hauskreise zuschalten. Wie das geht, berichtet Ruth Krämer. Sie ist Familien- und Pastorenfrau und ist mit ihrem Mann Reinhard seit 2012 in der Süddeutschen Gemeinschaft Ulm tätig.

Wie kam es dazu, dass die Liebenzeller Missionare Benjamin und Debora Wagner bei euch in einem Online-Hauskreis aus ihrer Arbeit berichteten?
Im „Geschwisterrundbrief“ der Liebenzeller Mission wurde dazu ermutigt, Missionare auch in Online-Hauskreise einzuladen. Ich fand das eine sehr gute Idee – auch, um ein wenig Abwechslung in unser Hauskreis-Programm zu bringen. Daraufhin nahm ich Kontakt mit Renate Anderson auf, die die Reisedienste der Missionare von Bad Liebenzell aus koordiniert. Über sie haben wir immer wieder Mitarbeiter der Liebenzeller Mission zu uns nach Ulm in Gottesdienste eingeladen, damit sie von ihrer Arbeit berichten. Gemeinsam überlegten wir, welcher Missionar für unseren Online-Hauskreis in Frage kommen könnte und wir entschieden uns dann für Familie Wagner.

Wie lief der Hauskreis dann genau ab?
Wir luden unsere zehn Hauskreisler im Alter von 45 bis 60 Jahren – Singles und Paare –, per E-Mail zu diesem besonderen Hauskreis wie gewohnt um 20 Uhr ein. Wir treffen uns wöchentlich und seit dem Corona-Lockdown online. Dazu versandten wir den „Steckbrief“ von Familie Wagner, in dem sie sich und ihre Arbeit kurz vorstellen. Im Vorfeld hatte ich auch mit Benjamin Wagner den Ablauf abgesprochen. Für den Abend nutzten wir die Videokonferenz-Plattform „Zoom“. Der Abend lief dann wie gewohnt ab: Wir tauschten uns erst wie immer aus und berichteten, wie es uns so geht und was uns bewegt. Dass da die Liebenzeller Missionare auch schon dabei waren und sich daran beteiligten, war besonders schön. Wir waren nämlich erst unsicher, ob es nicht merkwürdig ist, wenn „Fremde“ bei dieser doch sehr vertraulichen Austauschrunde dabei sind. Aber das war bei Familie Wagner überhaupt nicht der Fall. Es war im Gegenteil total nett, dass Debora und Benjamin Wagner zu zweit am PC dabei waren und sich am persönlichen Austausch beteiligten. Nach einem Gebet von mir stellten sie dann mit einer Präsentation ihre Arbeit vor. Beim Projekt „Hilfe zum Leben“ in Mushili wird unter anderem der alternative Feldbau vermittelt. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung von Kompost und Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familie besser ernähren können. Seit Sommer 2017 ist Benjamin Projektverantwortlicher. Debora hält Kinderstunden und unterrichtet benachteiligte Kinder in einem Waisenhaus. Die Präsentation konnten alle an ihren Bildschirmen verfolgen. Gut war, dass Debora und Benjamin sich bei den Erläuterungen der Folien abwechselten und so jeweils aus ihrer Sicht von ihrer Missionsarbeit berichteten. Danach konnten noch Fragen gestellt werden, wovon lebhaft Gebrauch gemacht wurde.

Wie lange dauerte der Hauskreis insgesamt?
Wir waren mit Benjamin und Debora Wagner gut eineinhalb Stunden zusammen. Es war schlicht spannend, was sie erzählten. Ich fand es erstaunlich, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer so lange dabei waren, schließlich sitzen viele zurzeit täglich mehrere Stunden vor dem PC bei der Arbeit und manche bekommen bei langen Sitzungen am Computer Kopfschmerzen. Unsere Hauskreisler hatten aber so viele Fragen und wollten fast nicht aufhören.

Wie fällt dein Fazit aus?
Unser Online-Hauskreis war so gut, dass wir uns vorstellen können, noch andere Missionare einzuladen. Viele sagten mir hinterher, dass sie den Abend richtig gut fanden. Das hat mich besonders gefreut, da viele in unserem Hauskreis sehr gut die Liebenzeller Mission kennen. Eine Teilnehmerin äußerte sich daher im Vorfeld skeptisch, ob sie an diesem Abend viel Neues von einem Missionar erfahren würde. Und gerade sie sagte mir danach, dass sie den Abend so interessant und abwechslungsreich fand. Schön war auch, dass viele sagten, dass sie auch für die Missionsarbeit spenden wollen. Wir empfahlen ihnen, einfach etwas an die Liebenzeller Mission zu überweisen.

Übrigens: Neben Benjamin und Debora Wagner lassen sich auch die Liebenzeller Missionare Albrecht Hengerer (Burundi) und Sebastian Proß (Papua-Neuguinea) sehr gerne in Online-Hauskreise einladen. Anfragen dazu können an Renate Anderson, Telefon: 07052 17–7108, E‑Mail: gerichtet werden. Sie berät Interessierte auch, welcher Missionar am besten zu einer Hauskreis-Gruppe passt.

Über 50.000 Frauen erleiden jedes Jahr in Deutschland eine Fehlgeburt. Carmen Sept, Missionarin der Liebenzeller Mission in Sambia und Mutter einer fast zweijährigen Tochter, hat das kurz vor Ostern erlebt.

Carmen, du hast Anfang der neunten Schwangerschaftswoche dein zweites Kind verloren. Du schreibst in deinem Internetblog ganz offen von deiner Fehlgeburt. Was hat dich dazu bewogen?
Mir fällt es von meiner Natur her leicht, immer wieder über persönliche, oft auch „Tabu“-Themen zu reden. Ich spreche zum Beispiel mit meinen Freundinnen ebenso über Ehethemen. Ich habe es als positiv erlebt, wenn andere Frauen über solche Themen reden und schreiben. Hinzu kam die Anfrage der „Grow together“-Videomacher, einer Talkrunde der Liebenzeller Mission für Frauen, die mich baten, über meine Träume zu reden. Mir fiel dazu gleich mein zerplatzter Traum eines zweiten Kindes ein. Ich nahm daraufhin ein Videostatement auf und mein Mann Manuel hat mich sehr ermutigt, dieses zu veröffentlichen. Uns beiden war bewusst, dass dieses Thema „dran“ war, zumal vieler unserer Freunde von meiner Fehlgeburt wussten. Nach der Ausstrahlung sagten viele, dass sie Ähnliches erlebt hatten. Mich hat ermutigt, von anderen christlichen Frauen in den sozialen Medien zu lesen, die auch Fehlgeburten erlitten. Ich fand es sehr hilfreich zu sehen, wie sie damit umgegangen sind, auch im Hinblick auf ihre Gottesbeziehung.

In deinem Internetblog schreibst du auch ganz ehrlich, wie du die Fehlgeburt erlebst hast.
Es war echt hart, als mir bewusst wurde, was gerade in meinem Körper passiert und ich konnte nur noch schluchzend in mein Bett kriechen. Von Einschlafen war keine Rede. Das innere Bild von mir, eingekauert in der großen Hand Gottes, hat mich ruhig werden lassen. Genau das haben wir auch die Tage danach empfunden. Getragen von Gott. Umbetet von Freunden. Genauso wie ich am Anfang der Schwangerschaft Stück für Stück realisiert habe, wieder ein Kind in mir wachsen zu haben, musste ich nun die Gedanken in mir Wirklichkeit werden lassen, dass diese Schwangerschaft nicht mehr besteht. Dass wir dieses kleine Wesen nicht in den Armen halten werden. Es gab so viele Pläne, Gedanken und Vorfreuden, von denen ich mich verabschieden musste. Die Fehlgeburt ist in der Karwoche passiert, ein paar Tage vor Ostern. Noch nie hab ich Ostern so intensiv erlebt. Plötzlich wurde Jesu härteste Woche seines Lebens auch meine härteste Woche, die ich bis jetzt erlebt habe. In dem Loslassen kam mir neu die Frage auf, was wirklich meine Hoffnung im Leben ist. Für mich war klar, dass es Jesu Tod am Kreuz ist. Er alleine soll meine Hoffnung sein – nicht meine Umstände. Das bedeutet für mich aber nicht, dass ich die Fehlgeburt und die damit kommende Trauer kleinrede, verdränge oder verschweige. Ganz im Gegenteil: Ich schütte ihm meine Gedanken, mein Herz darüber aus. Verschiedene Verse in Psalm 62 haben mein Fühlen in Worte gefasst: „Nur auf Gott wartet still meine Seele. Denn von ihm kommt meine Hoffnung“ und: „Vertraue auf ihn allezeit, o Volk. Schüttet euer Herz vor ihm aus!“

Wie geht man in eurem Einsatzland Sambia mit Fehlgeburten um?
Über Schwangerschaften wird hier traditionell nicht gesprochen. Man versucht das oft erst zu verheimlichen. Aber von Totgeburten sind in Sambia so viele betroffen. Jedoch man darf nicht darüber trauern. Denn das Kind war nach dem hiesigen Verständnis noch kein Mensch. Es hatte noch keinen Namen. Diese Totgeburten werden oft von älteren Angehörigen dann anonym verscharrt.

Du sagst in dem „Grow together“-Video, dass „Jesus es gut macht, egal wie meine Umstände sind. Gott ist ein guter Gott, auch wenn meine Träume nicht wahr werden.“ Wie gehst du mit der Spannung um, dass Gott gut ist, aber Dinge zulässt, die aus unserer Sicht nicht gut sind?
Mich hat ein Liedvers aus „Weep with me“ (Weint mit mir) der nordirischen Lobpreis-Band „Rend Collecitve“ sehr angesprochen. Dort singen sie: „Herr, ich werde mit deinem Herzen ringen. Aber ich werde dich nicht gehen lassen.“ Ich werde mit Gott kämpfen, ihm Fragen stellen. Aber ich werde nicht an ihm verzweifeln. Ich stelle immer wieder fest, dass ich das große Bild, das Gott vor Augen hat, nicht sehe. Auch wenn unser zweites Kind perfekt vom zeitlichen Abstand her auf unserer Tochter Junia und unseres geplanten nächsten Heimaturlaubs gepasst hätte, weiß ich doch letztlich nicht, was wirklich gut für uns ist. Vielleicht dient uns das alles doch zum Besten, auch wenn ich es heute noch nicht so sehe. Das ist jetzt eine steile Aussage, aber vielleicht will sich Gott dadurch verherrlichen aus einem Grund, den wir heute noch nicht so kennen. Gott hat mir die Fehlgeburt nicht einfach so angetan und zugemutet, sondern er geht auch in dieser Situation mit uns mit. Ich sehe letztlich seine Fingerabdrücke in dem Ganzen.

Was rätst du Frauen, die eine Fehlgeburt erlitten?
Es kommt immer auf die Person an und es gibt keine pauschale Antwort darauf, aber wir haben gemerkt, dass es uns guttut, so offen darüber zu reden. Man muss schauen, was man braucht. Manche begehen eine Fehlgeburt bewusst mit einer Art Trauerfeier. Ich glaube, wir Frauen wissen instinktiv, was wir brauchen und uns guttut. Ich ermutige, dass dann mutig zu machen, auch wenn sich eine Betroffene entscheidet, nicht über ihre Fehlgeburt zu sprechen.

Wie hat die Fehlgeburt dein Gottesbild verändert?
Die Fehlgeburt hat mir gezeigt, dass ich auch in den härteren Zeiten an Gott festhalten kann. In meinem Leben ging bislang fast alles glatt und ich habe mich immer wieder gefragt, wie gehe ich damit um, wenn mir etwas Schweres zustößt? Werde ich an Gott festhalten oder mich dann enttäuscht von ihm abwenden, weil ich so verletzt bin? Man weiß das nie im Voraus. Nun hat die Fehlgeburt in mir verfestigt, dass ich an Gott festhalten kann, auch wenn Dinge passieren, die ich mir nicht wünsche. Gott ist da und nimmt meine ehrliche Art an. Er blickt nicht auf mich herunter und sagt: „Mach nun du mal.“

Carmen Sept arbeitet für die Liebenzeller Mission mit ihrem Mann Manuel seit Sommer 2017 in Sambia. Ihre Tochter Junia wurde im Januar 2019 geboren. Carmen hat Theologie/Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext an der Internationalen Hochschule Liebenzell studiert.

Benjamin und Debora Wagner leben mit ihren zwei Kindern seit 2016 in Sambia. Nach Abschluss des Sprach- und Kulturtrainings begann ihre Mitarbeit im Projekt „Hilfe zum Leben“ in Mushili. Seit Sommer 2017 ist Benjamin Projektverantwortlicher. Debora hält Kinderstunden in Mushili und unterrichtet benachteiligte Kinder in einem Waisenhaus.
Benjamin hat nach einer Ausbildung und Tätigkeit als Bankkaufmann die theologische Ausbildung in Bad Liebenzell absolviert. Debora ist Rechtsanwaltsfachangestellte. Beide haben ihre Berufung in den Missionsdienst bei Auslandseinsätzen in Afrika erlebt. In den nächsten Monaten sind Benjamin und Debora in Deutschland, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen einige Fragen gestellt.

 

Was liebt ihr an eurem Einsatzland Sambia besonders?
Die schönen Sonnenaufgänge, die freundlichen Menschen und ihre positive Lebenseinstellung. Obwohl viele Menschen sehr wenig zum Leben haben, sind sie extrem dankbar. Für uns ist es eine schöne Wertschätzung, dass die Menschen uns und unser Projekt gerne haben. Sie würden alles dafür tun, uns zu beschützen und uns zu helfen.
Achja, und das Wetter in Sambia lieben wir natürlich auch sehr. Auf den Wetterbericht schauen, braucht dort niemand.

 

Ihr arbeitet in Mushili, einer Stadtrandsiedlung von Ndola, der drittgrößten Stadt in Sambia. Viele Menschen dort sind sehr arm. Wie muss man sich den Alltag der Menschen vorstellen?
Strom haben die wenigsten Leute. Morgens machen sie erst einmal Feuer, um Wasser für den Tee zu kochen oder fürs Duschen zu erwärmen. Wer einen Job hat, geht zur Arbeit. Insgesamt ist es aber so, dass etwa die Hälfte der Menschen in Mushili keine Arbeit hat. Viele sind Tagelöhner, stehen an den Toren der Fabriken und hoffen, dass sie wenigstens für diesen Tag einen Job bekommen. Ihr Lohn dafür ist weniger als 5 Euro pro Tag.
Wer an der Uni studieren will, muss sehr viel Geld für die Studiengebühren aufbringen. Das können sich viele nicht leisten. Oder sie müssen einige Jahre arbeiten, um Geld fürs Studium anzusparen. Wer Geld hat, muss kulturell bedingt oft auch die Verwandten mitversorgen. Grundsätzlich kann man sagen, dass der Alltag für viele ein Kampf ist, irgendwie über die Runden zu kommen. Erschwert wird ihre Situation auch durch eine Währungskrise. Die Preise haben sich in wenigen Jahren verdoppelt, die Löhne aber nicht. Und Absicherungen wie eine Arbeitslosenversicherung oder so gibt es in Sambia selbstverständlich nicht.

 

Wie setzt sich euer Projekt ein, damit Menschen auch in Mushili eine Perspektive haben?
Wir haben eine kleine Bücherei aufgebaut, die neben Romanen, Kinderbüchern und Bibeln auch viele gute Schulbücher hat. Die Schüler dürfen ihre Schulbücher in Sambia nicht mit nach Hause nehmen, was das Lernen natürlich erschwert. Jeden Tag kommen 40 oder 50 Kinder gerne zu uns zum Hausaufgaben machen und lernen. Zum Projekt gehört auch eine große Jugend- und Sportarbeit. Unser Wunsch ist es, dass junge Menschen ein gutes Freizeitangebot bekommen und Jesus kennenlernen. Deswegen fördern wir auch immer wieder Einzelne, in dem wir ihre Schulgebühren finanzieren oder sie zu Jüngerschaftskursen einladen. Was uns sehr freut: Ein Lehrer, der früher selbst an unseren Programmen teilgenommen hat, bringt sich jetzt ehrenamtlich ein. Ihm ist das Projekt sehr wichtig und er möchte etwas zurückgeben von dem, wovon er profitiert hat. Er bringt auch sein landwirtschaftliches Wissen, das er bei uns erworben hat, in seiner Schule ein und zeigt seinen Schülern zum Beispiel, wie man einen guten Gemüsegarten anlegt. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Schulung von Kleinbauern. Wir wollen ihnen zeigen, wie man auf einer kleineren Fläche mehr Ertrag erzielen kann. Und das alles auf der Grundlage von biblischen Werten.

 

Was ist euer Ansatz, dass die Hilfe nicht nur ein Strohfeuer, sondern nachhaltig ist?
70 Prozent der Menschen in Sambia leben von der Landwirtschaft oder sind als Nebenerwerb auf sie angewiesen. Aber viele arbeiten so ineffektiv, dass sie gar keinen Gewinn aus ihrer Arbeit erzielen. Sie kaufen immer mehr Dünger, damit es eine gute Ernte gibt. Die Böden werden dadurch aber immer saurer. Das wird für sie eine Spirale, aus der sie kaum mehr rauskommen. Hier setzen wir an und zeigen ihnen zum Beispiel auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung von Kompost und Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familien besser ernähren können. Einer unserer Mitarbeiter besucht sie dann immer wieder, motiviert sie und gibt Tipps. Denn diese Arbeit braucht schon einen langen Atem.

 

Jetzt seid ihr in den nächsten Monaten in Deutschland. Was genießt ihr hier am meisten?
Das Essen und besonders die Qualität des Essens. Auch die Freizeitangebote für Kinder wie Spielplätze und Hallenbäder sind super. So etwas gibt es in Sambia nicht. Und wir genießen hier auch die Anonymität. In Mushili sind wir die einzigen Weißen. Da fällt man natürlich auf und wird entsprechend beobachtet. Trotzdem sind wir sehr gerne in Sambia.

 

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SAMBIA. Die Geschichte von Musonda und Mwansa ist ein echtes Wunder. Als kleine Kinder verloren sie zuerst ihren Vater. Einige Jahre später starb ihre Mutter und sie wurden zu Vollwaisen.
2008 kamen sie an die Amano-Schule. Patenschaften haben das möglich gemacht. Jetzt haben sie ihren Schulabschluss gemacht. Nach den Feierlichkeiten kamen Verwandte der Jungs auf uns zu und bedankten sich unter Tränen mit den Worten: „Unsere Familie hätte niemals das Geld gehabt, den beiden eine so gute Schulausbildung zu ermöglichen.“ Musonda möchte gerne eine Ausbildung zum KFZ-Mechaniker beginnen und Mwansa denkt an ein Pharmazie-Studium an einer sambischen Uni. Es ist unser Gebet, dass die Glaubensgrundlage, die den beiden in den zwölf Jahren vermittelt wurde, auch in Zukunft ihr tragendes Fundament sein wird.
Michael Pflaum, Projektleiter der Amano-Schule in Sambia

SAMBIA. Ein Blitzeinschlag mit fatalen Folgen: Eine böse Überraschung erlebten die Mitarbeiter der Amano-Schule in Sambia. Dort schlug ein Blitz bei einem urplötzlichen Gewitter in einen Baum mitten auf dem Schulgelände ein. Die Rinde flog meterweit durch die Luft. Da sich der Blitz in der Luft gegabelt hatte, schlug dieser auch in die Oberleitung ein. Dadurch kam es durch eine unglückliche Weiterleitung durch ein Kabel zu einer Explosion im Serverraum. Der dortige IT-Administrator konnte sich gerade noch ducken, als aus dem Server Feuer schlug. 40 Computer und technische Geräte wurden beschädigt, der Schaden beläuft sich auf rund 15.000 Euro. Außerdem fiel durch den Stromausfall die letzte, an diesem Tag funktionierende Frischwasserpumpe zeitweise aus. Wie durch ein Wunder wurde Gott sei Dank niemand verletzt. Zum Zeitpunkt des Blitzeinschlags, kurz nach Schulschluss, waren gerade die Schulkinder auf dem Weg zum Bus, der auf dem Parkplatz nur etwa 20 Meter entfernt stand. Auch die Mitarbeiter wurden verschont, die am benachbarten Neubau arbeiteten.

Die Amano-Schule in Chingola wurde 2004 von der Liebenzeller Mission mitgegründet. An der christlichen Internatsschule leben und lernen Kinder von Missionaren und sambischen Geschäftsleuten zusammen mit Waisen und benachteiligten Kindern, deren Freiplätze über Schulgelder und Patenschaften finanziert werden. Die Schüler können qualifizierte internationale Abschlüsse erwerben – vergleichbar mit dem Abitur. Immer wieder loben Schulinspektoren die hervorragende Ausbildung. Inzwischen besuchen über 140 Kinder die Schule. Künftig soll sie Platz für bis zu 350 Schüler bieten.

80.000 Menschen leben in sehr einfachen, teilweise unzumutbaren Verhältnissen in der Stadtrandsiedlung in Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias. Um ihnen zu helfen, gründete die Liebenzeller Mission das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. Ein Schwerpunkt bildet die Ausbildung in alternativem Feldbau. Bitte helfen Sie uns, dass dort sowohl der körperliche als auch geistliche Hunger gestillt wird: www.liebenzell.org/spenden

SAMBIA. Die Mitarbeiter der Liebenzeller Mission sind tagtäglich gefordert, pragmatische Entscheidungen zu treffen. Und dabei erleben sie immer wieder, wie Gott ihnen hilft – so wie in Sambia. Damit die jugendlichen Mitarbeiterinnen des Projekts in „Mushili – Hilfe zum Leben“ künftig selbst Macadamianüsse ernten können, ziehen sie auf Anregung eines Jugendmitarbeiters solche Bäume nun für sich heran. Damit kommen sie auch nicht mehr in die Versuchung, die Nüsse des Projekts beim Ernten zu essen, durch deren Verkauf die Projektkosten mitfinanziert werden.

In einer Baumschule wachsen nun die Bäume heran. Daneben wird auch Moringa angepflanzt. Die Blätter des Baumes enthalten sehr viele wichtige Nähr- und Mineralstoffe und ergänzen damit die Nahrung der Einheimischen. Die Nusssamen sind bereits aufgegangen und die Moringabäume schon so groß, dass sie in kleine Säcke verpflanzt werden konnten. „Wir hoffen, dass sie in der kommenden Regenzeit in den nächsten Wochen bei den Mädchen daheim gepflanzt werden können. Wir freuen uns sehr über die Eigeninitiative unseres Jugendmitarbeiters, eine Baumschule anzufangen. Es ist toll zu sehen, wie er es geschafft hat, die jungen Frauen mit einzubeziehen und zu begeistern“, sagte Dietmar Brunner. Der Liebenzeller Missionar ist seit 1998 mit seiner Frau Katrin in dem afrikanischen Land tätig. Er vermittelt Kleinbauern unter anderem in landwirtschaftlichen Seminaren, wie man das Wasser „erntet“, dass es im Boden gespeichert und für Pflanzen zugänglich wird. Außerdem zeigt er Bauern, wie man selbst Kompost herstellt.

Die Liebenzeller Mission gründete 2003 in Zusammenarbeit mit ihrer Partnerkirche das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. In der Stadtrandsiedlung von Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias, leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Ein Schwerpunkt bildet die Ausbildung in alternativem Feldbau – „Farming God’s Way“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung zum Beispiel von Kompost und Biokohle sowie durch Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familie besser ernähren können. Gleichzeitig werden biblische Prinzipien gelehrt – zum Beispiel der Wert der Treue. Wer treu den Acker anbaut und pflegt, erzielt auch eine größere Ernte. So konnten viele Kleinbauern, die sich an dem landwirtschaftlichen Projekt beteiligen, ihre Erträge um 50 Prozent steigern. Dietmar Brunner ist auch in der Autowerkstatt und bei Bauprojekten tätig. Seine Frau Katrin arbeitet unter anderem in der Frauenstunde mit.

SAMBIA. Die Liebenzeller Mission hilft mit Maislieferungen der hungernden Bevölkerung im Luangwa-Tal in Sambia. Dort leben rund 14.000 Menschen. Starker Regen und Überschwemmungen haben teilweise die komplette Ernte vernichtet. Der inzwischen verstorbene ehemalige Häuptling des Tals bat die Liebenzeller Mission um Hilfsgüter und sprach von einer dramatischen Situation. Besonders betroffen seien Frauen, Kinder und ältere Menschen. Die katholische Kirche und die Regierung versuchen ebenfalls, zu helfen. Frühesten im März kann wieder Mais geerntet werden – vorausgesetzt, der Regen setzt rechtzeitig ein.
Auch die Südprovinz des Landes bat die Liebenzeller Mission um Lebensmittel. Dort kam es ebenfalls vermehrt zu Ernteausfällen. Der Süden leidet ebenfalls immer wieder unter zu wenig Regen.

Mit Sonderspenden fast 20 Tonnen Mais gekauft

Mit den bereits eingegangenen Mitteln konnte inzwischen Mais gekauft werden. Das geschah unter schwierigen Umständen, da auch im übrigen Land die Ernte nicht gut ausgefallen ist. 350 Säcke mit je 50 Kilogramm Mais wurde in einem Haus in Nabwalya eingelagert und behandelt, um bis zum Januar haltbar zu sein. Dann bricht die schwierigste Zeit für die Menschen in Nabwalya an.

Sambier sind für Hilfslieferungen sehr dankbar

Eine erste Hilfslieferung wurde inzwischen an die Notleidenden ausgeteilt. Die einheimischen Mitarbeiter der Liebenzeller Mission prüften dabei zusammen mit Partnerkirchen, wer besonders vom Hunger betroffen ist. Darüber erhielten auch noch die beiden örtlichen Schulen, die Gesundheits-Station und der Häuptling des Gebietes einen Teil der Maislieferungen. Zur Überraschung der Menschen erhielten sie mehr Mais als gedacht. Oft werden eher kleine, symbolische Mengen an Mais an eine größere Gruppe ausgegeben. In diesem Fall hat jeder einen Zentner Mais bekommen. Das bedeutet, dass die Ernährung für eine durchschnittliche Familie für einen Monat gesichert ist. Entsprechend froh und dankbar haben die Menschen ihre „Last“ nach Hause getragen. Die Liebenzeller Mission dankt allen Spendern für die Hilfe. Es bleibt für die Menschen eine herausfordernde Zeit. Eine ertragreiche Regenzeit wird benötigt und auch der ausgegebene Mais wird nicht genügen, bis die Menschen in Sambia im März hoffentlich wieder Mais ernten können.

Die Menschen in Nabwalya gehören zu den Ärmsten in Sambia. Vielen steht weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung und viele können sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten. Die Region ist sehr abgelegen und oft monatelang von der Außenwelt abgeschnitten. Das Gebiet ist in der regenfreien Zeit nur mit einem allradbetriebenen Auto erreichbar. Während der fünfmonatigen Regenzeit kann das Tal allein durch einen rund 100 Kilometer langen Weg per Fußmarsch erreicht werden. Von 2006 bis 2013 lebten und arbeiteten Liebenzeller Missionare im Luangwa-Tal. Nach wie vor unterstützt die Liebenzeller Mission die Menschen vor Ort.

Sie lieben Afrika und die Menschen in Sambia. Und sie setzen sich mit viel Leidenschaft dafür ein, dass viele in ihrem Einsatzland persönlich mit Jesus Christus leben: Samuel und Anke Meier. Seit 14 Jahren arbeiten sie in Sambia. Viele Jahre lebten sie im abgeschiedenen Luangwa-Tal und gründeten dort eine Gemeinde. Danach waren sie Teamleiter der Liebenzeller Missionare in Sambia. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland, bevor sie bald ein neues Projekt in Lusaka beginnen. Wir haben Samuel einige Fragen gestellt.

Sambia sagt von sich selbst, dass es ein christliches Land ist. Für wie christlich hältst du es?
Ich halte das Land schon für ziemlich christlich – zumindest nach außen. Es gibt viele Gottesdienste, man hört fromme Lieder sogar im Supermarkt, im Bus predigen immer wieder Leute. Wo auch immer man hingeht, wird man mit dem Christentum konfrontiert. Das ist das, was man vordergründig sieht. Aber die Korruption ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, was kein gutes Zeichen für Christsein ist. Außerdem macht das Wohlstandsevangelium viel kaputt. (Anmerkung: Die Irrlehre, dass Wohlstand der sichtbare Beweis für Gottes Segen sei. Diese Lehre geht davon aus, dass arme oder kranke Menschen zu wenig beten, glauben, spenden.) Im Land gibt es eine große Menge an selbsternannten christlichen Aposteln, die unter dem christlichen Deckmantel viel Geld für Heilungen abkassieren. In Wahrheit ist das Land also viel weniger christlich, als es auf den ersten Blick erscheint.

Was sind die größten Herausforderungen für Sambia?
Staaten aus Asien investieren viel in Sambia. Aber sie versuchen, so viel wie möglich an den Menschen vorbei aus dem Land zu schaffen. Praktisch ist es eine Ausbeutung der Menschen und Bodenschätze. Eine Misswirtschaft hat außerdem dazu geführt, dass das Land quasi pleite ist. Die Arbeitslosigkeit steigt.

Was begeistert dich an den Menschen dort?
Die Menschen leben oft in großer Armut und unter vielen Zwängen. Trotzdem sind sie fröhlich und oft sehr gelassen. Das begeistert mich. Auch in ihrem Vertrauen zu Gott sind mir viele ein Vorbild geworden. Obwohl sie scheinbar größere Nöte haben wie ich, sind sie oft zuversichtlicher. Und ihren Humor mag ich auch.

Warum startet ihr eine Gemeindegründung in der Hauptstadt Lusaka?
Es war schon länger der Wunsch unserer Partnerkirche, auch in der Hauptstadt mit einer Gemeinde präsent zu sein, die für die Menschen relevant ist. Viele Gemeinden in Sambia sind „stehengeblieben“, Jüngere und Familien kommen kaum. Wir wollen einen Anlaufpunkt schaffen für Studenten, die keine Gemeinde finden, in die sie sich einbringen können. In Sambia gibt es zum Beispiel oft als einzige Jugendprogramme Chöre. Wem das Singen nicht so viel Freude macht, hat dann Pech gehabt.
Unser Wunsch ist, dass die neue Gemeinde als Vorbild dient für andere Gemeinden im Land und sie motiviert werden, wieder die junge Generation zu erreichen.