SAMBIA. Die Liebenzeller Mission hilft mit Maislieferungen der hungernden Bevölkerung im Luangwa-Tal in Sambia. Dort leben rund 14.000 Menschen. Starker Regen und Überschwemmungen haben teilweise die komplette Ernte vernichtet. Der inzwischen verstorbene ehemalige Häuptling des Tals bat die Liebenzeller Mission um Hilfsgüter und sprach von einer dramatischen Situation. Besonders betroffen seien Frauen, Kinder und ältere Menschen. Die katholische Kirche und die Regierung versuchen ebenfalls, zu helfen. Frühesten im März kann wieder Mais geerntet werden – vorausgesetzt, der Regen setzt rechtzeitig ein.
Auch die Südprovinz des Landes bat die Liebenzeller Mission um Lebensmittel. Dort kam es ebenfalls vermehrt zu Ernteausfällen. Der Süden leidet ebenfalls immer wieder unter zu wenig Regen.

Mit Sonderspenden fast 20 Tonnen Mais gekauft

Mit den bereits eingegangenen Mitteln konnte inzwischen Mais gekauft werden. Das geschah unter schwierigen Umständen, da auch im übrigen Land die Ernte nicht gut ausgefallen ist. 350 Säcke mit je 50 Kilogramm Mais wurde in einem Haus in Nabwalya eingelagert und behandelt, um bis zum Januar haltbar zu sein. Dann bricht die schwierigste Zeit für die Menschen in Nabwalya an.

Sambier sind für Hilfslieferungen sehr dankbar

Eine erste Hilfslieferung wurde inzwischen an die Notleidenden ausgeteilt. Die einheimischen Mitarbeiter der Liebenzeller Mission prüften dabei zusammen mit Partnerkirchen, wer besonders vom Hunger betroffen ist. Darüber erhielten auch noch die beiden örtlichen Schulen, die Gesundheits-Station und der Häuptling des Gebietes einen Teil der Maislieferungen. Zur Überraschung der Menschen erhielten sie mehr Mais als gedacht. Oft werden eher kleine, symbolische Mengen an Mais an eine größere Gruppe ausgegeben. In diesem Fall hat jeder einen Zentner Mais bekommen. Das bedeutet, dass die Ernährung für eine durchschnittliche Familie für einen Monat gesichert ist. Entsprechend froh und dankbar haben die Menschen ihre „Last“ nach Hause getragen. Die Liebenzeller Mission dankt allen Spendern für die Hilfe. Es bleibt für die Menschen eine herausfordernde Zeit. Eine ertragreiche Regenzeit wird benötigt und auch der ausgegebene Mais wird nicht genügen, bis die Menschen in Sambia im März hoffentlich wieder Mais ernten können.

Die Menschen in Nabwalya gehören zu den Ärmsten in Sambia. Vielen steht weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung und viele können sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten. Die Region ist sehr abgelegen und oft monatelang von der Außenwelt abgeschnitten. Das Gebiet ist in der regenfreien Zeit nur mit einem allradbetriebenen Auto erreichbar. Während der fünfmonatigen Regenzeit kann das Tal allein durch einen rund 100 Kilometer langen Weg per Fußmarsch erreicht werden. Von 2006 bis 2013 lebten und arbeiteten Liebenzeller Missionare im Luangwa-Tal. Nach wie vor unterstützt die Liebenzeller Mission die Menschen vor Ort.

Sie lieben Afrika und die Menschen in Sambia. Und sie setzen sich mit viel Leidenschaft dafür ein, dass viele in ihrem Einsatzland persönlich mit Jesus Christus leben: Samuel und Anke Meier. Seit 14 Jahren arbeiten sie in Sambia. Viele Jahre lebten sie im abgeschiedenen Luangwa-Tal und gründeten dort eine Gemeinde. Danach waren sie Teamleiter der Liebenzeller Missionare in Sambia. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland, bevor sie bald ein neues Projekt in Lusaka beginnen. Wir haben Samuel einige Fragen gestellt.

Sambia sagt von sich selbst, dass es ein christliches Land ist. Für wie christlich hältst du es?
Ich halte das Land schon für ziemlich christlich – zumindest nach außen. Es gibt viele Gottesdienste, man hört fromme Lieder sogar im Supermarkt, im Bus predigen immer wieder Leute. Wo auch immer man hingeht, wird man mit dem Christentum konfrontiert. Das ist das, was man vordergründig sieht. Aber die Korruption ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, was kein gutes Zeichen für Christsein ist. Außerdem macht das Wohlstandsevangelium viel kaputt. (Anmerkung: Die Irrlehre, dass Wohlstand der sichtbare Beweis für Gottes Segen sei. Diese Lehre geht davon aus, dass arme oder kranke Menschen zu wenig beten, glauben, spenden.) Im Land gibt es eine große Menge an selbsternannten christlichen Aposteln, die unter dem christlichen Deckmantel viel Geld für Heilungen abkassieren. In Wahrheit ist das Land also viel weniger christlich, als es auf den ersten Blick erscheint.

Was sind die größten Herausforderungen für Sambia?
Staaten aus Asien investieren viel in Sambia. Aber sie versuchen, so viel wie möglich an den Menschen vorbei aus dem Land zu schaffen. Praktisch ist es eine Ausbeutung der Menschen und Bodenschätze. Eine Misswirtschaft hat außerdem dazu geführt, dass das Land quasi pleite ist. Die Arbeitslosigkeit steigt.

Was begeistert dich an den Menschen dort?
Die Menschen leben oft in großer Armut und unter vielen Zwängen. Trotzdem sind sie fröhlich und oft sehr gelassen. Das begeistert mich. Auch in ihrem Vertrauen zu Gott sind mir viele ein Vorbild geworden. Obwohl sie scheinbar größere Nöte haben wie ich, sind sie oft zuversichtlicher. Und ihren Humor mag ich auch.

Warum startet ihr eine Gemeindegründung in der Hauptstadt Lusaka?
Es war schon länger der Wunsch unserer Partnerkirche, auch in der Hauptstadt mit einer Gemeinde präsent zu sein, die für die Menschen relevant ist. Viele Gemeinden in Sambia sind „stehengeblieben“, Jüngere und Familien kommen kaum. Wir wollen einen Anlaufpunkt schaffen für Studenten, die keine Gemeinde finden, in die sie sich einbringen können. In Sambia gibt es zum Beispiel oft als einzige Jugendprogramme Chöre. Wem das Singen nicht so viel Freude macht, hat dann Pech gehabt.
Unser Wunsch ist, dass die neue Gemeinde als Vorbild dient für andere Gemeinden im Land und sie motiviert werden, wieder die junge Generation zu erreichen.

NABWALYA (SAMBIA) / BAD LIEBENZELL. Starker Regen und Überschwemmungen haben im Luangwa-Tal in Sambia zu großen Ernteverlusten geführt. In Nabwalya wurde die komplette Jahresernte vernichtet. Der aktuelle Häuptling („Chief“) des Tals bat die Liebenzeller Mission um Hilfsgüter und sprach von einer dramatischen Situation. Besonders betroffen seien Frauen, Kinder und ältere Menschen. Die komplette Maisernte sei vernichtet. Auch in der Südprovinz kam es vermehrt zu Ernteausfällen.
Die Menschen in Nabwalya gehören zu den ärmsten des afrikanischen Landes. Viele haben weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung und können sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten. Die Region ist sehr abgelegen und oft monatelang von der Außenwelt abgeschnitten. Das Gebiet ist in der regenfreien Zeit nur mit einem allradbetriebenen Auto erreichbar. Während der fünfmonatigen Regenzeit kann das Tal allein durch einen rund 100 Kilometer langen Weg per Fußmarsch erreicht werden. Von 2006 bis 2013 lebten und arbeiteten Liebenzeller Missionare im Luangwa-Tal. Nach wie vor unterstützt die Liebenzeller Mission die Menschen vor Ort.
Die Liebenzeller Mission bittet um Spenden für die vom Hunger betroffenen Menschen, um über ihre Partner vor Ort Mais kaufen und austeilen zu können.

Spendenkonto:
Liebenzeller Mission
IBAN: DE27 6665 0085 0003 3002 34
BIC: PZHSDE66
Verwendungszweck: Hungerhilfe Afrika

Online spenden

 

SAMBIA. Das Pastorenehepaar Sydney und Martha Pensulo zeigt in Mbala Kleinbauern, wie sie durch alternativen Feldbau ihre Erträge steigern können. Dabei unterstützte sie der Liebenzeller Missionar Dietmar Brunner. Er ist seit 1998 mit seiner Frau Katrin in dem afrikanischen Land tätig. „Die Zeit im 900 Kilometer entfernten Mbala war sehr anstrengend, aber auch sehr ermutigend für uns, da viele Kleinbauern begeistert von ihren positiven Erfahrungen mit dem alternativen Feldbau berichtet haben.“ Sie baten den einheimischen Pastor Sydney Pensulo, in ihr 70 Kilometer entferntes Dorf zu kommen, weil sie gehört hatten, dass er erfolgreich Kompost herstellt und so deutlich mehr erntet. Inzwischen ist in diesem Ort eine kleine Hauskirche entstanden.
 
Kleinbauern kommen auf Empfehlung in Liebenzeller Projekt
 
Auch in Mushili, wo Dietmar Brunner eigentlich eingesetzt ist, gibt es eine große Nachfrage nach landwirtschaftlichen Seminaren. Die Mitarbeiter vermitteln zum Beispiel, wie man das Wasser „erntet“, dass es im Boden gespeichert und für Pflanzen zugänglich wird sowie man den Grundwasserspiegel heben kann. Ebenso interessiert die Bauern, wie man selbst Kompost herstellt. Die Liebenzeller Mission gründete 2003 in Zusammenarbeit mit ihrer Partnerkirche das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. In der Stadtrandsiedlung von Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias, leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Ein Schwerpunkt bildet die Ausbildung in alternativem Feldbau – „Foundation for Farming“, früher „Farming God’s Way“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung zum Beispiel von Kompost und Biokohle sowie durch Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familie besser ernähren können. Gleichzeitig werden biblische Prinzipien gelehrt – zum Beispiel der Wert der Treue. Wer treu den Acker anbaut und pflegt, erzielt auch eine größere Ernte. So konnten viele Kleinbauern, die sich an dem landwirtschaftlichen Projekt beteiligen, ihre Erträge um 50 Prozent steigern. Dabei kommen sie auf Empfehlung anderer Organisationen zur Liebenzeller Mission, berichtet Dietmar Brunner. Er ist auch in der Autowerkstatt und bei Bauprojekten tätig. Seine Frau Katrin arbeitet unter anderem in der Frauenstunde mit.

SAMBIA. Ungewöhnliche Wege gehen Liebenzeller Missionare in Sambia, um Jugendliche zum Nachdenken über den Glauben und zum reflektierten Diskutieren darüber anzuregen: in dem sie einen Buchclub gründen. Seit Februar treffen sich sechs Jugendliche und drei Mitarbeiter in Mushili. Jeder Teilnehmer hat die sambische Novelle „Quills of Desires“ erhalten und liest bis zum nächsten Treffen daraus ein Kapitel. Abwechselnd bereitet sich ein Mitarbeiter etwas intensiver vor und leitet die Diskussionsrunden über Kultur, Religion und Alltägliches. Überrascht sind die Mitarbeiter, dass so viele Jugendliche Interesse am regelmäßigen Lesen und Austausch haben – und das, obwohl in Sambia keine klassische Lesekultur herrscht.
 
Neue Familie in Afrika gefunden
 
Ins Leben gerufen hat der Buchclub Tamara Geiser. Sie studiert seit 2016 Theologie und Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext an der Internationalen Hochschule Liebenzell und absolvierte ein Auslandssemester in Sambia. „Mein Herz brennt für Mission und für Afrika. Deshalb freute ich mich, einen Einblick in die sambische Kultur, Soziale Arbeit im afrikanischen Kontext und in das Missionarsleben zu bekommen.“ Dabei gefiel ihr besonders, dass sie bei ihrem Aufenthalt in Sambia sowohl Theologie als auch Soziale Arbeit miteinander kombinieren konnte. „Ein Praktikum im Ausland ist eine tolle Erfahrung und man lernt nicht nur für seinen künftigen Beruf, sondern für sein Leben“, so Tamara Geiser. Man benötige zwar Zeit, in einer völlig neuen und fremden Kultur anzukommen und seinen Platz zu finden – aber es lohne sich, dran zu bleiben: „Sambia ist ein Land der Beziehungen und diese brauchen Zeit. Aber wenn Freundschaften entstehen, hat man eine neue Familie inmitten von Afrika gefunden.“
 
Die Liebenzeller Mission gründete 2003 in Zusammenarbeit mit ihrer Partnerkirche das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. In der Stadtrandsiedlung von Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias, leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Ausbildung in alternativem Feldbau – „Farming God’s Way“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung von Kompost und Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familie besser ernähren können. Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1985 in Sambia.

BAD LIEBENZELL. Es ist eine lange Reise, die der grüne Container nun vor sich hat. Am 15. April verließ er Bad Liebenzell im Nordschwarzwald. „Ende Mai, Anfang Juni wird er dann in Musenga in Sambia ankommen“, erzählt Projektkoordinatorin Bettina Heckh. Die Hilfsgüter würden in Sambia schon sehnlichst erwartet.

Randvoll wurde der Container beladen, jeder Winkel ausgenutzt. 10 Tonnen wog er beim Abtransport. Von der Hilfsbereitschaft der Menschen in Deutschland ist Bettina Heckh ganz angetan. „Es hätten uns noch mehr Menschen Hilfsgüter gespendet, aber es war einfach kein Platz mehr im Container.“ Kistenweise bekam Bettina Heckh Sport-Trikots, Fußbälle, Schuhe und Nähmaschinen geschickt. „Die Leute haben die Dinge gerne abgegeben, um den Menschen in Sambia zu helfen“, sagt Bettina Heckh. Profitieren werden davon die Menschen in Mushili, einem der ärmsten Stadtteile von ganz Sambia. Dort bieten Liebenzeller Missionare ganzheitliche Hilfe an – unter anderem mit einem Sportprogramm. Die Schuhe, Trikots und Bälle sind bei den Jugendlichen natürlich begehrt. Erst kürzlich konnte durch die Unterstützung aus Deutschland ein Basketball-Feld gebaut werden. Das erste im Stadtteil mit 60.000 Einwohnern.

Der eigentliche Grund für den Container ist aber ein Generator. „Er nimmt auch den meisten Platz ein“, sagt Bettina Heckh. Dringend gebraucht wird der Generator an der Amano-Schule. Dort leben und lernen 140 Schüler aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten zusammen – Kinder von Missionaren und sambischen Geschäftsleuten genauso wie benachteiligte Kinder, deren Freiplätze über Schulgelder und Patenschaften finanziert werden. Der alte Generator ging kaputt, nun braucht es einen Ersatz. „Zwar gewinnen wir einen Großteil des Energiebedarfs für die Amano-Schule aus Solarstrom, aber ganz ohne Generator geht es nicht. Und einen guten Generator in Afrika aufzutreiben, ist sehr schwierig.“ Da sei dann die Idee geboren worden, in den Container einige Materialien zu packen, die den Menschen in Sambia helfen. Schulhefte wurde genauso mitgeschickt wie IT-Equipment. Auch das ist in guter Qualität in Sambia schwer zu beschaffen.

Die Reise führt den Container nun über Hamburg mit dem Schiff nach Walvis Bay in Namibia, bevor er auf dem Landweg seinen Bestimmungsort erreichen soll.

Sie kennt Afrika durch und durch: Seit mehr als 20 Jahren lebt und arbeitet Margit Schwemmle auf dem afrikanischen Kontinent. Zwölf Jahre lang war sie Missionarin in Malawi, brachte Frauen das Lesen und Schreiben bei und gab ihnen die Gute Nachricht von Jesus weiter. Seit 2012 ist sie in Sambia – zunächst im abgelegenen Luangwa-Tal und anschließend als Dozentin an der Evangelical University in Ndola. Dort ist sie mittlerweile Studienleiterin. In den nächsten Wochen ist sie in Deutschland und berichtet von ihrer Arbeit in Sambia. Wir haben ihr einige Fragen gestellt.

Für afrikanische Verhältnisse ist es ungewöhnlich, dass eine Frau so eine hohe Stelle hat wie du als Studienleiterin. Wirst du dafür in Sambia eher bewundert oder belächelt?
Es gibt unterschiedliche Reaktionen. Die meisten Studenten und Mitarbeiter finden es gut und schätzen meine Arbeit. Aber es gibt schon auch Einzelne, die Probleme damit haben, weil es nicht in ihr Bild passt, dass eine Frau so eine Position innehat.

Was überrascht dich an deinen Studenten immer wieder?
Ihre Hingabe und ihr Eifer beim Studieren. Die meisten haben einen klaren Fokus und eine deutliche Berufung. Das ist stark!

Die Evangelical University ist seit einiger Zeit Partner-Uni der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL). Drei deutsche Studenten haben schon ein Auslandssemester in Sambia gemacht. Wann kommen die ersten sambischen Studierenden nach Deutschland?
Dass deutsche Studenten zu uns nach Sambia kommen, ist eine Bereicherung. Damit es andersherum funktioniert, braucht es komplette Kurse auf Englisch an der IHL. Sobald genügend Kurse in Englisch angeboten werden, hoffe ich, dass wir sambische Studenten nach Liebenzell schicken können. Denkbar ist natürlich auch, dass Dozenten aus Sambia als Gast-Dozenten an der IHL lehren.

Du bist seit 1998 in Afrika als Missionarin im Einsatz. Wie lebt es sich als Deutsche in Afrika?
Das kommt darauf an, wo in Afrika man ist. Viele Jahre lang lebte ich im Dorf. Dort gibt es schon einige Einschränkungen im Lebensstandard und man wird viel stärker als Ausländer wahrgenommen. Je länger man aber im Land lebt und sich mit der Kultur auseinandersetzt, umso mehr wird man akzeptiert.
Seit 2014 lebe ich in der Stadt. Dort falle ich weniger auf. Und ich habe viel mehr mit Menschen zu tun, die eine gute Bildung haben und für die es normaler ist, mit Ausländern zu tun zu haben.

SAMBIA. Mit einem Besuch beim Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“ würdigte die deutsche Konsulin in Sambia, Ursula Paltzer (Lusaka), die Arbeit der Liebenzeller Mission in dem afrikanischen Land. Dabei überreichte sie in Mushili ein Schild für die von der deutschen Botschaft mit 4.000 Euro finanzierte Solarpumpe. Auf dem Pumpenhäuschen wird nun auf die „German cooperation – Deutsche Zusammenarbeit“ verwiesen. Mit der solarbetriebenen Pumpe sei man nun unabhängig von den Stromausfällen, die in dem afrikanischen Land öfter auftreten, sagte Missionar Benjamin Wagner. Außerdem spare man Stromkosten ein. Mit dem rund 70 Meter tiefen Bohrloch werden zurzeit wöchentlich rund 5.000 Liter Wasser gefördert. Davon profitieren neben den Missionaren und den einheimischen Mitarbeitern mit deren Familien auch die Sambier in der Umgebung des Projektgeländes in Mushili.

Behördenvertreterin ermutigt zu weiteren Projekten

„Die Konsulin war sehr angetan von unserem Projekt, vor allem auch von unserer Bibliothek, da sie selbst gerne liest“, sagte Benjamin Wagner. Er hatte erfahren, dass die Deutsche Botschaft Projekte von gemeinnützigen Organisationen mit Geldern unterstützt, die direkt den Menschen vor Ort zugutekommen. Ursula Paltzer ermutigte die Verantwortlichen, für das kommende Jahr wieder Geld für einen gemeinnützigen Zweck zu beantragen.

Die Liebenzeller Mission gründete 2003 in Zusammenarbeit mit ihrer Partnerkirche das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. In der Stadtrandsiedlung von Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias, leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Ausbildung in alternativem Feldbau – „Farming God’s Way“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung von Kompost und Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familie besser ernähren können. Gleichzeitig werden biblische Prinzipien gelehrt – zum Beispiel der Wert der Treue. Wer treu den Acker anbaut und pflegt, erzielt auch eine größere Ernte. So konnten die Bauern, die sich an dem landwirtschaftlichen Projekt beteiligen, ihre Erträge um bis zu 50 Prozent steigern. Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1985 in Sambia.

BAD LIEBENZELL / SAMBIA. Wir schicken bald einen Container mit technischem Material und Hilfsgütern nach Sambia.
Für das Sportprogramm unseres Projekts „Mushili – Hilfe zum Leben“ suchen wir noch …

BAD LIEBENZELL. Zum zwölften Mal hat die Liebenzeller Mission die Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“ gestartet. Mit der Aktion sollen Menschen in aller Welt neue Hoffnung schöpfen. Im Blick sind besonders Menschen aus Regionen, die nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen und keine Lobby haben. Dieses Jahr steht das afrikanische Sambia im Zentrum der Initiative.

Sambia ist ein Land mit vielen jungen Menschen und großem Potenzial. Doch die hohe HIV-Rate, schlechte Bildung und Missernten machen den Menschen das Leben schwer. Ziel der Projekte der Liebenzeller Mission ist es, Menschen eine bessere Zukunft zu ermöglichen. In einer Stadtrandsiedlung der Großstadt Ndola begleiten Mitarbeiter Aidsbetroffene und bieten seelsorgerliche Hilfe an. Es gibt Sportturniere für Kinder, Hausaufgabenbetreuung und eine Bücherei mit Plätzen zum Lernen. Kleinbauern bekommen praktische Tipps, wie sie ihre Erträge auf natürliche Art steigern können – zum Beispiel indem sie Kompost verwenden und den Boden feucht halten.

An einer internationalen Schule leben und lernen Kinder aus ganz unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten gemeinsam. Kinder aus armen Familien und Waisen erhalten Freiplätze, die über die Schulgebühren der reicheren Kinder und durch Patenschaften finanziert werden. Hier erhalten sie eine Schulbildung auf hohem, internationalen Niveau und mit christlichen Werten. „Wir wünschen uns, dass die Schüler zu Hoffnungsträgern werden und ihr Land in den nächsten Jahren prägen und voranbringen“, sagt Projektkoordinatorin Bettina Heckh.

„In Sambia engagiert sich die Liebenzeller Mission seit mehr als 30 Jahren. Eine langfristige Zusammenarbeit mit unseren Partnern vor Ort ist uns wichtig. Nur so wird eine nachhaltige Hilfe möglich“, erklärt Bettina Heckh, die selbst mehrere Jahre in Sambia im Einsatz war.

Unterstützen kann man die Aktion nicht nur mit einer Spende, sondern auch mit aktiver Mitarbeit, sagt Bettina Heckh: „Die Initiative ereignet sich gut als Projekt für einen Weihnachtsmarkt oder als Spendenprojekt für eine Betriebsfeier“. Für Kinder hat sich die Projektkoordinatorin eine besondere Aktion ausgedacht. Kinder in Deutschland können Schulhefte gestalten und damit Kindern in Sambia eine Freude machen. „Viele Eltern in Sambia können ihre Kinder nicht oder nur unzureichend mit Schulmaterial ausstatten. Da ist die Freude natürlich groß, wenn die Kinder Schulhefte geschenkt bekommen – erst recht, wenn sie schön verziert oder mit einem Hefteinband gestaltet sind“, so Bettina Heckh. Die Hefte werden in der Zentrale der Liebenzeller Mission gesammelt und dann nach Sambia gebracht.

Weitere Informationen zu den Projekten und ein Projektvideo gibt es im Internet unter
www.weltweit-hoffnung-schenken.de oder direkt bei Bettina Heckh unter Telefon 07052 17-128 oder E-Mail gro.l1574344046lezne1574344046beil@1574344046gnunf1574344046foh1574344046. Dort können auch Materialien zu der Aktion wie Plakate, Handzettel, Fotos oder Spendendosen angefordert werden.

Spendenkonto:
Liebenzeller Mission
Sparkasse Pforzheim Calw
IBAN: DE27 6665 0085 0003 3002 34
BIC: PZHSDE66
Vermerk: Spendencode 1440-37