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Muskan folgt Jesus – gegen den Willen ihrer Eltern

SAMBIA. Für Amano-Schüler, die im Internat leben, werden regelmäßig zwei Jugendgruppen angeboten. Dort können die Schüler von Jesus hören und miteinander ins Gespräch kommen. Für Tagesschüler gab es bisher keine Gruppe. Doch haben gerade diese oft keine Chance, neben den Andachten in der Schule mehr über Jesus zu erfahren. Denn viele von ihnen stammen aus nichtchristlichen Elternhäusern. So auch die Inderin Muskan, die sich durch eine Andacht für ein Leben mit Jesus entschied, doch von ihren Eltern verboten bekam, in die Kirche zu gehen oder an christlichen Programmen teilzunehmen.

Auch die im Januar gegründete Jugendgruppe für Tagesschüler darf die 13-Jährige bislang nicht besuchen. Diese findet montags nach der Schule statt und wird von der Liebenzeller Missionarin Katja Bachmann und ihrem amerikanischen Kollegen Jarrett Furnish geleitet. Neben einigen Spielen wird in der Jugendgruppe auf biblische Themen gehört und sich anschließend darüber ausgetauscht. Das Angebot komme gut an: „Von Beginn an hatten wir guten Zulauf. Mittlerweile hat sich eine feste Gruppe von 12-18 Schülern etabliert“, freut sich Katja. Ihr und Jarrett fiel jedoch rasch auf, dass sich die Jugendlichen in der Großgruppe nur langsam öffneten. Daher machten sie den Teilnehmern das zusätzliche Angebot einer Jüngerschaftsbegleitung, um im Glauben tiefer zu gehen und persönliche Fragen zu klären, für die in der Jugendgruppe kein Platz ist. Prompt zeigte eine sambische Schülerin Interesse. Doch wollte sie zu den Einzeltreffen noch jemanden mitbringen: Muskan, ihre indische Freundin. So konnte auch diese – ohne dass ihre Eltern davon mitbekamen – über ihren Glauben reden.

Seither treffen sie sich zu dritt einmal wöchentlich in der großen Pause. „Ich spürte schnell, dass sich die Mädchen nicht mit mir treffen wollten, weil es vielleicht cool sein könnte, Zeit mit einer Erwachsenen zu verbringen. Im Gegenteil. Sie haben beide schon eine Beziehung zu Jesus und möchten sie vertiefen“, schildert Katja. Obwohl Muskan sehr ruhig und schüchtern sei, stellt sie mutige und unverblümte Fragen, wie etwa: „Ist es denn schlecht, wenn man als Christ nicht in die Kirche geht? Meine Eltern gehen nicht und ich darf nicht. Was mache ich denn da?“ oder „Wie soll ich mit jemandem umgehen, der sagt, dass er Jesus lieb hat, aber nicht nett zu anderen Kindern ist und diese sogar mobbt?“ Katja freut sich über die ehrlichen Gedanken, die Leidenschaft der beiden Achtklässlerinnen für den christlichen Glauben und darüber, sie weiterhin begleiten zu dürfen. Auch wünscht sie sich für Muskan, dass sie fest in Jesus verankert bleibt und ihren Eltern von seiner Wahrheit weitersagen kann.

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Britta und Hans-Peter Hertler: Der doppelte Auftrag

SAMBIA. Gemeindeleiter schulen und in verschiedenen Gemeinden mitarbeiten: Dafür schlägt das Herz der Liebenzeller Missionare Britta und Hans-Peter Hertler. Seit sieben Jahren leben sie im Norden des Landes und sind seit 2015 rund um die Großstadt Kasama im Einsatz. Gemeinsam mit ihren drei Kindern sind sie derzeit in Deutschland, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben Hans-Peter drei Fragen gestellt.

Wie kommen eure Kinder mit dem Wechsel von Sambia nach Deutschland zurecht?

Zunächst war ihre Freude riesig, nach Deutschland zu kommen. Sie freuten sich auf unsere Familie, deutsche Brezeln und vieles mehr. Aber jetzt, da wir seit einigen Wochen hier sind, merken unsere Kinder, dass Sambia ihr Zuhause ist. Trotzdem fanden sie alle schnell Anschluss im Kindergarten oder in der Schule und auch in der Gemeinde. Nach drei Wochen sagte unser Sohn Noah zu Britta: „Es ist unglaublich, wie viele sich bemühen, mir etwas Gutes zu tun.“ In Kasama erleben wir das oft anders. Dort müssen Kinder ruhig sein und dürfen nicht auffallen. Noahs Klassenkameraden werden zum Beispiel mit Smartphones oder Tablets ruhiggestellt. Ihre Eltern, die meist zur Oberschicht gehören, gehen oft beide arbeiten. Also kümmert sich ein Kindermädchen oder ein älteres Geschwisterkind um die Kleineren – beziehungsweise schaltet das Fernsehen an. Obwohl unsere Kinder Kasama vermissen, sehen sie auch, was Deutschland alles zu bieten hat. Es ist ein komisches „Dazwischensein“.

Welche Herausforderungen erlebt ihr in der Missionsarbeit rund um Kasama?

Die größte Herausforderung ist es, nachhaltige Veränderung zu erreichen. Obwohl die Liebenzeller Mission seit über 30 Jahren von Kasama aus im Norden des Landes arbeitet, habe ich oft den Eindruck, dass wir noch Grundlagenarbeit leisten müssen. Viele Menschen werden geprägt und leben ihren Glauben leidenschaftlich, doch ist es weiterhin eine große Herausforderung, dass es zu dauerhaften Veränderungen kommt. Nichtsdestotrotz bereitet es mir viel Freude, Kontakte zu Einheimischen aufzubauen, und sie in ihrem Glauben und im Alltag zu unterstützen. Stelle ich bei Einzelnen dann eine positive Veränderung fest, ist es mir ein großes Anliegen, ihnen den Rücken zu stärken. Denn viele von ihnen schwimmen in ihrem oft nichtchristlichen Umfeld gegen den Strom und sind froh über jeden, der an ihrer Seite steht. Das Zeugnis dieser sambischen Christen ist dann für ihre Mitmenschen meist viel eindrücklicher und wertvoller, weil es ihnen kein Ausländer, sondern einer von ihnen bringt.

Gibt es ein Erlebnis mit Einheimischen, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Kurz vor unserer Reise nach Deutschland haben wir unser Haus gesäubert. Dabei brachte ich einige Abfälle zu den Mülltonnen am Marktplatz. Als ich die Müllbeutel gerade in den Container werfen wollte, schaute mich ein alter Mann an, der in der Tonne saß und sich vom Abfall ernährte. Mir ist die Armut und die Not der Menschen in Sambia zwar bewusst, und ich verschließe meine Augen nicht davor, sondern versuche den Menschen in meinem Umfeld langfristig zu helfen, aber dieses Bild der äußeren Not – das auch auf eine innere Not hinweist – hat mich wie ein Faustschlag getroffen. Wir als Christen haben einen doppelten Auftrag, diesen Menschen zu helfen.

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Bewegende Momente im Busch

SAMBIA. Es herrscht Regenzeit im Land. Gerade im Norden regnet es von Oktober bis April viel und heftig. So auch an jenem Samstag, an dem die Liebenzeller Missionare Carmen und Manuel Sept gemeinsam mit ihrer sambischen Gastgeberfamilie im Haus saßen. Sie beteten für besseres Wetter, denn Manuel und der Gemeindeälteste Mulenga wollten am nächsten Tag eine 30 Kilometer entfernte Gemeinde besuchen. Da nur eine schlechte Straße dorthin führte, entschlossen sich die beiden, mit dem Fahrrad zu fahren.

Am nächsten Morgen gab es Grund zur Freude: “Wir baten Gott um gutes Wetter und er schenkte es. Kein Tropfen kam vom Himmel herab und die Sonne schien”, berichtet Manuel. Und so ging es für ihn und Mulenga drei Stunden über Stock und Stein durch die sambische Buschlandschaft. Als die beiden das kleine Dorf erreichten, wurden sie von den Bewohnern freudig empfangen. Bald darauf begann der Gottesdienst, bei dem Mulenga eine Bibelarbeit hielt und Manuel predigte. Rund 60 Kinder und Erwachsene kamen und hörten aufmerksam zu. Manuel war begeistert: “Obwohl die Dorfbewohner abgeschirmt von der Zivilisation in kleinen Lehmhütten ohne Strom und fließendes Wasser leben, ist es vielen wichtig, ihren Alltag mit Jesus zu leben.”

Im Anschluss an den Gottesdienst besuchten die beiden ein junges Ehepaar im Dorf. Justin, ein 30-Jähriger Sambier, erlitt vor kurzem einen schweren Schlaganfall. “Da er seither weder laufen noch eigenständig sitzen kann, liegt er die meiste Zeit im Bett”, schildert Manuel. Dennoch lächelte er, denn er freute sich über den Besuch der beiden Männer und ihre ermutigenden Worte. Sie überreichten Justin eine Hörbibel auf einem solarbetriebenen MP3-Player und beteten für ihn und seine Frau. Dann brachen sie wieder auf, um vor Sonnenuntergang zurück in Mpika zu sein. Nach ihrer Rückkehr waren sich Manuel und Mulenga sicher: “Wir werden weitere abgelegene Dörfer besuchen, um noch mehr Menschen durch Gottes Wort zu ermutigen. In wenigen Tagen machen wir uns wieder mit dem Rad auf den Weg.”

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„Minibus-Callboys“ hören das Evangelium

SAMBIA. Sogenannte „Callboys“ sind Männer, die an Straßenecken stehen und die Werbetrommel für Minibusse rühren. Schreiend geben sie Fahrtrichtungen an und werben um Mitfahrer. In der Gesellschaft haben sie einen schlechten Ruf: Als „böse Jungs“ und „Trunkenbolde“ werden sie von vielen Sambiern bezeichnet. Das wenige Geld, das sie verdienen, fließt oft direkt in Alkohol. Bereits tagsüber ist ein Großteil der Männer betrunken und fällt durch negatives Verhalten auf.

„Als Jesus auf der Erde lebte, hat er sich um ‚Sünder und Zöllner‘ vornehmlich gekümmert – diejenigen Typen, mit denen eigentlich niemand zu tun haben will“, sagt der Liebenzeller Missionar Benjamin Wagner, der seit Juli das sozial-missionarische Projekt „Dawn Trust Community Care“ (DTCC) verantwortet. Er und sein Team sehen die Not bei den vielen jungen Männern, die von der Straße kommen und in das Minibusgeschäft hineinrutschen. Die Dawn-Trust-Mitarbeiter verstehen es als ihren Auftrag, den „Minibus-Callboys“ die gute Nachricht von der Liebe Gottes weiterzugeben. „Alle zwei Monate laden wir die Männer zu uns auf das Gelände ein, wo zunächst Fußball gespielt wird. Danach sitzen wir zusammen in der Grasdachhalle und ein Mitarbeiter oder eingeladener Redner teilt mit ihnen das Evangelium“, erzählt Benjamin. Zuletzt ging es um Matthäus 24. Sepiso, der Vorsitzende von DTCC, forderte die 30 Männer heraus: „Wenn Jesus wiederkommt, wird er euch entweder erkennen – oder auch nicht, weil ihr keine Entscheidung für ihn getroffen habt.“ Wie dies geschehen kann, erklärte er den jungen Männern eindrücklich. Ein anschließendes Mittagessen rundet die Vormittage ab und bietet Raum für Gespräche. „Es ist gut, Zeit mit den Männern zu verbringen und ihnen das Gefühl zu geben, dass sie angenommen sind“, sagt Benjamin.

An Weihnachten haben er und seine Frau Debora den Männern Bananen gebracht. Das Ehepaar nutzte diese Begegnung, um den Männern zu erklären, was Weihnachten bedeutet, und mit ihnen zu beten. Obwohl viele Männer freudig nach der nächsten Einladung fragten und kleine Veränderungen sichtbar werden, trugen einige wieder Alkohol bei sich. „Es ist schwer für sie, ihr Leben umzukrempeln. Das kann nur Gott bewirken. Wir beten, dass er an ihnen arbeitet und sie verändert.“

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Theologie mit Herz und Verstand

SAMBIA. Acht Jahren lebten Sabine und Johannes Schaber mit ihren drei Kindern in Fiwale, südlich der Großstadt Ndola. Dort bildeten sie an der Bibelschule „Fiwale Hill“ Pastoren aus. Zuvor waren sie vier Jahre in der Gemeinde-, Bibel- und Jugendarbeit in Papua-Neuguinea tätig. Seit April ist die Familie im Heimataufenthalt und berichtet von ihrer Arbeit. Wir haben Johannes drei Fragen gestellt:

Du hast viele Jahre an der Bibelschule unterrichtet. Was meinst du, warum ist die theologische Ausbildung für Menschen in Sambia so wichtig?

Da die Gemeinde in Sambia wächst und viele Menschen zur Kirche gehen, braucht es ausgebildete Pastoren und Ehrenamtliche, die mitarbeiten. Unser Gemeindeverband hat beispielsweise rund 160 Gemeinden und nur ein Drittel verfügt über einen eigenen Pastor. Hinzu kommen theologische Herausforderungen. Viele aktive Sekten wie etwa die Zeugen Jehovas werben um Mitglieder. Auch selbsternannte Propheten versprechen den Menschen Reichtum und Glück, dabei sind es häufig nur sie selbst, die reich werden. Ich denke, das biblische Gebot in 2. Timotheus 2,2: „Gib die Botschaft, die du von mir gehört hast und deren Wahrheit dir von vielen Zeugen bestätigt wurde, an vertrauenswürdige und zuverlässige Menschen weiter, die ebenfalls fähig sind, andere zu lehren“ ist ein wichtiger und nie endender Auftrag an uns, Mitarbeiter zu schulen. Es braucht vor allem afrikanische Christen, die die Bibel so auslegen, dass sie im afrikanischen Kontext Sinn macht.

Wie wird es mit der Bibelschule weitergehen?

Die Bibelschule wird fortgeführt. Ziel ist es, dass sie verstärkt in die Hände Einheimischer übergeht und diese selbstständig Verantwortung übernehmen. Es ist jedoch schwierig, geeignetes Personal für die Schule zu finden, da viele Menschen nicht aufs Land nach Fiwale ziehen möchten. Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass die einheimischen Lehrer bald Verstärkung bekommen und ein neuer Bibelschulleiter gefunden wird.

Was sind deine Wünsche für Sambia?

Das Land verfügt im Vergleich zu europäischen Ländern über weniger Ressourcen und medizinische Möglichkeiten. Doch gerade deshalb erlebe ich bei Sambiern häufig ein starkes, nahezu kindliches Gottvertrauen. Beispielsweise betete ein Ehepaar viele Jahre für ein eigenes Kind. Nach 13 Jahren schenkte Gott ihnen tatsächlich eine Tochter. Ich wünsche mir für Sambia, dass dieses Vertrauen nicht nachlässt und viele Menschen weiterhin offen für das Evangelium bleiben. Auch ist es mein Wunsch, dass die politische und wirtschaftliche Situation des Landes stabil bleibt und vorhandene Ressourcen so genutzt werden, dass das Land vorwärts gebracht wird.

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Ob verwaist oder verstoßen – Gott sorgt für alle Kinder

SAMBIA. „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen“ – das besagt ein afrikanisches Sprichwort. Doch was, wenn ein Kind in Ndola, der drittgrößten Stadt Sambias, aufwächst und seine Eltern es sich selbst überlassen oder versterben? „Ohne eine Familie sind Kinder in Afrika arm dran – sie sind auf familiären Zusammenhalt angewiesen“, sagt die LM-Missionarin Cornelia Frey. In Ndola gibt es viele Waisenhäuser, in die Jugendamt und Polizei nicht nur Vollwaisen vermitteln, sondern auch Kinder, deren Mütter in der Psychiatrie sind oder sich nicht mehr um sie kümmern können. „Wir möchten diesen Kindern das Gefühl geben, dass es Menschen gibt, denen sie nicht egal sind, und ihnen vor allem zeigen, dass sie von Gott gewollt und geliebt sind“, sagt Cornelia. Als es in der Frauenstunde von Dawn Trust kürzlich um das Thema ging, sich um andere zu sorgen, beschlossen Cornelia und die anderen Frauen, dies praktisch umzusetzen und verwaiste und verstoßene Kinder zu besuchen: „Wir haben uns für ein kleines Waisenhaus entschieden, das nur wenig Unterstützung bekommt“, erzählt die Missionarin. Zu zwölft machten sich die Frauen mit ein paar Geschenken auf den Weg. Als sie ankamen, sei die Freude bei den Kindern und Betreuern groß gewesen. Es wurden Lieder gesungen und Nancy, eine Mitarbeiterin der Frauengruppe, erzählte den zehn Kindern vom Richter Jephthah aus der Bibel. Dieser sei zwar von seinen Brüdern verstoßen worden, doch Gott sorgte für ihn. Durch diese Geschichte machte sie den Kindern Mut, dass Gott auch sie nicht vergisst. Neben den Kindern wurden auch die Betreuerinnen bedacht: „ Wir ermutigten sie, sich auf Gott zu verlassen, der auch für sie sorgt und ihnen durch seinen Heiligen Geist täglich neue Kraft, Weisheit und Liebe für die Kinder schenken kann“, sagt Cornelia. Dass das nicht ihr letzter Besuch im Waisenhaus war, da ist sich die Frauengruppe sicher.

Michael und Bärbel Pflaum: Authentischer Glaube in Afrika

Michael und Bärbel Pflaum arbeiten seit 1986 in Sambia. Sie waren wesentlich an der Gründung der Amano-Schule beteiligt. Dort bekommen mehr als 130 Kinder eine qualifizierte Schulbildung und die Möglichkeit, Jesus Christus kennenzulernen. Zurzeit sind Michael und Bärbel Pflaum in Deutschland und berichten über ihre Arbeit in Sambia. Wir haben Michael drei kurze Fragen gestellt.

Was ist die größte Herausforderung für die Missionsarbeit in Sambia?
Für meine Arbeit an der Amano-Schule ist das sicherlich das internationale Team. Wir haben 35 Mitarbeiter aus 16 Ländern und fünf verschiedenen Denominationen. Das ist auf der einen Seite bereichernd. Auf der anderen Seite ist meine Erfahrung: Das Zusammenarbeiten mit verschiedenen Kulturen aus der westlichen Welt ist oft herausfordernder als mit Afrikanern. Es gibt einfach sehr unterschiedliche Erwartungen, je nachdem, aus welchem westlichen Kontext man kommt. Und dann ist natürlich die animistische Weltanschauung, also der Geisterglaube, eine extreme Herausforderung in Afrika. Das geht so tief ins Leben hinein, dass es den Alltag vieler Menschen bestimmt.

Was ist die Chance der Amano-Schule?
Durch die Amano-Schule können betroffene Kinder aus dem animistischen Geflecht, aus der Korruption und der Armut herausgenommen werden. In einem neuen Umfeld können sie Jesus Christus kennenlernen und eine hervorragende Ausbildung bekommen. Damit sind sie Hoffnungsträger für eine kommende Generation.

Was ist dein Wunsch für Sambia?
Ich wünsche mir eine neue Generation an Sambiern mit einer super Ausbildung und einem authentischen Glauben. Ein Glaube, der unter der Autorität der Bibel steht und nach Afrika passt, nicht ein von westlicher Kultur überschattetes Christentum. Ich fühle mich zwar als Afrikaner, aber ich bin keiner. Deshalb muss der Glaube zu den Menschen passen.

Mehr Infos zur Amano-Schule finden lesen Sie hier.

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Großzügig!

SAMBIA. Die Menschen und die Natur in Nabwalya sehnen sich nach der Regenzeit, die vor der Tür steht. Regenzeit heißt aber auch gleichzeitig, dass die Lebensmittelvorräte zu Ende gehen und die Leute in dieser Region in Sambia Hunger leiden müssen. Ein Farmer, den der Liebenzeller Missionar Samuel Meier vor einiger Zeit kennengelernt hat, spendet schon seit Jahren treu Mais für Nabwalya und wird es auch dieses Jahr wieder tun. „Dieses Mal sagte er sogar: ‚Kommt und hol so viel Mais, wie ihr möchtet!’ Für uns ist es ein Wunder und eine Gebetserhörung, dass dieser Mann, der uns kaum kennt und eigentlich nichts mit uns zu tun hat, so großzügig gibt! Das ist echt ein Geschenk!“, sagen Samuel und Anke Meier voller Begeisterung über diesen treuen Helfer. Samuel und Anke Meier lebten mehrere Jahre in der abgelegenen Nabwalya-Region und gründeten dort eine christliche Gemeinde. Mittlerweile ist ein einheimischer Pastor vor Ort. Neben Medizin für die kleine Krankenstation konnte Samuel 33 Säcke Mais mitnehmen.

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Befreit aus dem Schuldenkreislauf

SAMBIA. Geldprobleme sind immer wieder der Auslöser für weitreichende persönliche und familiäre Probleme. Besonders gefährlich ist die Abhängigkeit, in die sich viele Einwohner Sambias durch Verschuldung bringen. Hautnah erlebten die Liebenzeller Missionare Dietmar und Katrin Brunner diesen Teufelskreis mit, als einer ihrer einheimischen Mitarbeiter durch verschiedene kulturelle Verpflichtungen immer mehr in einen finanziellen Engpass getrieben wurde. Das alles belastete die Familie sehr. Auch für die Frau war das Verhalten ihres Mannes eine große Herausforderung. Die Missionare sprachen das Thema des Umgangs mit Geld und Besitz im Frauenkreis an. Den besucht auch die Frau des Mitarbeiters.

Bald konnten die Missionare Früchte ihrer Arbeit sehen und schreiben über die Frau: „Sie kann nähen, hat nun schon einige Aufträge erfüllt und ist motiviert, weiterzumachen. Als Familie haben sie zwei Gärten angelegt. Einer für den Eigenbedarf und der andere, um das Gemüse zu verkaufen. Es sind kleine Schritte, aber Gott hat ihnen die Ideen und Gaben gegeben, um sie einzusetzen.“

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Alte Träume neu belebt

SAMBIA. Sie hatten ihre Vision verloren: Das musste der Liebenzeller Missionar Hans-Peter Hertler feststellen, als er vor einem Jahr eine kleine Gemeinde in Mpulungu besuchte. Die großen Pläne von einem richtigen Gemeindehaus waren zusammen geschrumpft zu einer kleinen Hütte mit Grasdach. Als Hans-Peter Hertler kürzlich erneut die Gemeinde besuchte, stellte er erfreut fest: „Die Gemeinde ist schon gewachsen. Sie mussten die kleine Grasdachhütte immerhin schon ein wenig vergrößern, damit alle Platz finden können.“ Nach seinem Besuch im letzten Jahr wurde außerdem von anderen Gemeinden für diese Gemeinde Geld gesammelt – genug, um die Fertigstellung des ursprünglich geplanten Gebäudes zu finanzieren.