SAMBIA. „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen“ – das besagt ein afrikanisches Sprichwort. Doch was, wenn ein Kind in Ndola, der drittgrößten Stadt Sambias, aufwächst und seine Eltern es sich selbst überlassen oder versterben? „Ohne eine Familie sind Kinder in Afrika arm dran – sie sind auf familiären Zusammenhalt angewiesen“, sagt die LM-Missionarin Cornelia Frey. In Ndola gibt es viele Waisenhäuser, in die Jugendamt und Polizei nicht nur Vollwaisen vermitteln, sondern auch Kinder, deren Mütter in der Psychiatrie sind oder sich nicht mehr um sie kümmern können. „Wir möchten diesen Kindern das Gefühl geben, dass es Menschen gibt, denen sie nicht egal sind, und ihnen vor allem zeigen, dass sie von Gott gewollt und geliebt sind“, sagt Cornelia. Als es in der Frauenstunde von Dawn Trust kürzlich um das Thema ging, sich um andere zu sorgen, beschlossen Cornelia und die anderen Frauen, dies praktisch umzusetzen und verwaiste und verstoßene Kinder zu besuchen: „Wir haben uns für ein kleines Waisenhaus entschieden, das nur wenig Unterstützung bekommt“, erzählt die Missionarin. Zu zwölft machten sich die Frauen mit ein paar Geschenken auf den Weg. Als sie ankamen, sei die Freude bei den Kindern und Betreuern groß gewesen. Es wurden Lieder gesungen und Nancy, eine Mitarbeiterin der Frauengruppe, erzählte den zehn Kindern vom Richter Jephthah aus der Bibel. Dieser sei zwar von seinen Brüdern verstoßen worden, doch Gott sorgte für ihn. Durch diese Geschichte machte sie den Kindern Mut, dass Gott auch sie nicht vergisst. Neben den Kindern wurden auch die Betreuerinnen bedacht: „ Wir ermutigten sie, sich auf Gott zu verlassen, der auch für sie sorgt und ihnen durch seinen Heiligen Geist täglich neue Kraft, Weisheit und Liebe für die Kinder schenken kann“, sagt Cornelia. Dass das nicht ihr letzter Besuch im Waisenhaus war, da ist sich die Frauengruppe sicher.

Michael und Bärbel Pflaum arbeiten seit 1986 in Sambia. Sie waren wesentlich an der Gründung der Amano-Schule beteiligt. Dort bekommen mehr als 130 Kinder eine qualifizierte Schulbildung und die Möglichkeit, Jesus Christus kennenzulernen. Zurzeit sind Michael und Bärbel Pflaum in Deutschland und berichten über ihre Arbeit in Sambia. Wir haben Michael drei kurze Fragen gestellt.

Was ist die größte Herausforderung für die Missionsarbeit in Sambia?
Für meine Arbeit an der Amano-Schule ist das sicherlich das internationale Team. Wir haben 35 Mitarbeiter aus 16 Ländern und fünf verschiedenen Denominationen. Das ist auf der einen Seite bereichernd. Auf der anderen Seite ist meine Erfahrung: Das Zusammenarbeiten mit verschiedenen Kulturen aus der westlichen Welt ist oft herausfordernder als mit Afrikanern. Es gibt einfach sehr unterschiedliche Erwartungen, je nachdem, aus welchem westlichen Kontext man kommt. Und dann ist natürlich die animistische Weltanschauung, also der Geisterglaube, eine extreme Herausforderung in Afrika. Das geht so tief ins Leben hinein, dass es den Alltag vieler Menschen bestimmt.

Was ist die Chance der Amano-Schule?
Durch die Amano-Schule können betroffene Kinder aus dem animistischen Geflecht, aus der Korruption und der Armut herausgenommen werden. In einem neuen Umfeld können sie Jesus Christus kennenlernen und eine hervorragende Ausbildung bekommen. Damit sind sie Hoffnungsträger für eine kommende Generation.

Was ist dein Wunsch für Sambia?
Ich wünsche mir eine neue Generation an Sambiern mit einer super Ausbildung und einem authentischen Glauben. Ein Glaube, der unter der Autorität der Bibel steht und nach Afrika passt, nicht ein von westlicher Kultur überschattetes Christentum. Ich fühle mich zwar als Afrikaner, aber ich bin keiner. Deshalb muss der Glaube zu den Menschen passen.

Mehr Infos zur Amano-Schule finden lesen Sie hier.

SAMBIA. Die Menschen und die Natur in Nabwalya sehnen sich nach der Regenzeit, die vor der Tür steht. Regenzeit heißt aber auch gleichzeitig, dass die Lebensmittelvorräte zu Ende gehen und die Leute in dieser Region in Sambia Hunger leiden müssen. Ein Farmer, den der Liebenzeller Missionar Samuel Meier vor einiger Zeit kennengelernt hat, spendet schon seit Jahren treu Mais für Nabwalya und wird es auch dieses Jahr wieder tun. „Dieses Mal sagte er sogar: ‚Kommt und hol so viel Mais, wie ihr möchtet!’ Für uns ist es ein Wunder und eine Gebetserhörung, dass dieser Mann, der uns kaum kennt und eigentlich nichts mit uns zu tun hat, so großzügig gibt! Das ist echt ein Geschenk!“, sagen Samuel und Anke Meier voller Begeisterung über diesen treuen Helfer. Samuel und Anke Meier lebten mehrere Jahre in der abgelegenen Nabwalya-Region und gründeten dort eine christliche Gemeinde. Mittlerweile ist ein einheimischer Pastor vor Ort. Neben Medizin für die kleine Krankenstation konnte Samuel 33 Säcke Mais mitnehmen.

SAMBIA. Geldprobleme sind immer wieder der Auslöser für weitreichende persönliche und familiäre Probleme. Besonders gefährlich ist die Abhängigkeit, in die sich viele Einwohner Sambias durch Verschuldung bringen. Hautnah erlebten die Liebenzeller Missionare Dietmar und Katrin Brunner diesen Teufelskreis mit, als einer ihrer einheimischen Mitarbeiter durch verschiedene kulturelle Verpflichtungen immer mehr in einen finanziellen Engpass getrieben wurde. Das alles belastete die Familie sehr. Auch für die Frau war das Verhalten ihres Mannes eine große Herausforderung. Die Missionare sprachen das Thema des Umgangs mit Geld und Besitz im Frauenkreis an. Den besucht auch die Frau des Mitarbeiters.

Bald konnten die Missionare Früchte ihrer Arbeit sehen und schreiben über die Frau: „Sie kann nähen, hat nun schon einige Aufträge erfüllt und ist motiviert, weiterzumachen. Als Familie haben sie zwei Gärten angelegt. Einer für den Eigenbedarf und der andere, um das Gemüse zu verkaufen. Es sind kleine Schritte, aber Gott hat ihnen die Ideen und Gaben gegeben, um sie einzusetzen.“

SAMBIA. Sie hatten ihre Vision verloren: Das musste der Liebenzeller Missionar Hans-Peter Hertler feststellen, als er vor einem Jahr eine kleine Gemeinde in Mpulungu besuchte. Die großen Pläne von einem richtigen Gemeindehaus waren zusammen geschrumpft zu einer kleinen Hütte mit Grasdach. Als Hans-Peter Hertler kürzlich erneut die Gemeinde besuchte, stellte er erfreut fest: „Die Gemeinde ist schon gewachsen. Sie mussten die kleine Grasdachhütte immerhin schon ein wenig vergrößern, damit alle Platz finden können.“ Nach seinem Besuch im letzten Jahr wurde außerdem von anderen Gemeinden für diese Gemeinde Geld gesammelt – genug, um die Fertigstellung des ursprünglich geplanten Gebäudes zu finanzieren.

Katrin und Dietmar Brunner leben mit ihrer Familie seit 18 Jahren in Sambia. Durch das Projekt „Farming God’s Way“ haben sie vielen Menschen in Sambia zu einer ertragreichen Landwirtschaft verholfen – und zu einer nachhaltigen Beziehung zu Jesus Christus. Noch bis Mitte Mai sind sie in Deutschland, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben Familie Brunner drei kurze Fragen gestellt.

Wie sieht das Projekt „Farming God’s Way“ konkret aus?
Ganz kurz gesagt: Die gute Nachricht im Landbau. Es geht darum, biblische Prinzipien in der Landwirtschaft praktisch anzuwenden. Ein Beispiel: Treue ist ein wichtiges biblisches Prinzip. Wir wollen den Menschen zeigen, was passiert, wenn man treu den Acker anbaut und pflegt. Und natürlich ist uns dann die Übertragung ins Leben wichtig. Denn nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch im Leben zahlt sich Treue aus.

Was hat diese Art von Landwirtschaft bei den Menschen bewirkt?
Der Nutzen ist ganz praktisch. Oft haben wir erlebt, dass die Erträge durch „Farming God’s Way“ einfach viel größer werden. Und dass Menschen die biblischen Werte auch in ihrem Leben anwenden und sich darüber freuen. Gleichzeitig ist das trotz dieser Erfolge auch eine große Herausforderung. Viele Leute denken, dass Zauberei hinter den guten Erträgen steckt und üben Druck aus, wieder zum alten Anbausystem zurückzukehren.

Worauf freut ihr euch in Sambia wieder am meisten?
Wir freuen uns, dann einfach wieder zu Hause zu sein. Wir freuen uns auf die Einheimischen und unsere Missionarskollegen und die Kinder freuen sich natürlich auf ihre Freunde. Und wir freuen uns darauf, der deutschen Kälte zu entfliehen.