Ein Bericht von Familie Alduri, festgehalten von unserem noch aktiven Österreich-Missionar Siegfried Seitz, der bald in den Ruhestand geht.

Wir, die Familie Alduri, stammen aus dem Irak und flüchteten 2006 nach Syrien. Abdalla, unser jüngster Bruder, war damals erst sieben Jahre alt. Wir mussten unser Heimatland verlassen, da sich unser Vater dort politisch engagierte und seine Vorstellungen heftig angefeindet wurden. In Syrien lernten wir das Christentum kennen. Uns wurde gleich bewusst, dass der christliche Glaube tragfähige Antworten auf die grundlegenden Fragen des Lebens sowie Sinn und Hoffnung gibt. Dabei wussten wir nicht viel von dieser Religion, schließlich lebten wir damals in einer Gesellschaft, in der wir von religiösen Fanatikern umgeben waren. In dieser Zeit haben wir angefangen, die Wahrheit zu suchen, was nicht einfach war, da es in Syrien keine Religionsfreiheit gab und gibt.

Vater im Irak vermisst, ebenso der Schwager der Mutter und ihr Bruder

Ab 2009 begann unsere Mutter für die UNO zu arbeiten. So entstanden unsere Kontakte zur orthodoxen Kirchen in Syrien, die viel für Flüchtlinge tat. 2011 kehrte unser Vater wegen seines kranken Bruders in den Irak zurück. Er ist aber dort nie angekommen und gilt seither als vermisst. Bereits 2006 wurde der Schwager unserer Mutter getötet; ihr Bruder gilt ebenfalls als vermisst. 2013 kehrten wir in den Irak zurück – aber nicht in unsere ursprüngliche Heimat Bagdad, sondern in die Nähe von Mossul, wo wir uns etwas sicherer fühlten. 2014 flüchtete unsere Mutter mit Abdalla nach Österreich. Sie schärfte uns zurückgebliebenen Geschwister ein: „Wenn ihr es nach Europa schafft, dann haltet euch zu den Christen, denn diese waren die einzigen, die uns wirklich geholfen haben.“ 2015 machten auch wir älteren Geschwister uns auf den Weg und kamen über die Türkei nach Österreich.

Glaubenskurs führt zur Taufe

Durch den Deutschunterricht in einer katholischen Kirche lernten wir Christen kennen. Ende 2015 wurden wir zu einem deutsch-arabischen Bibelkreis (mit Übersetzern) eingeladen. Später nahmen wir an einem Glaubenskurs in einer internationalen baptistischen Kirche teil. Dadurch haben wir viele Freunde gefunden. Wir erhielten viele Informationen über den christlichen Glauben, was uns sehr geholfen hat. Jedes Mal, wenn wir in den Glaubenskurs besuchten, lernten wir den christlichen Glauben besser kennen. Im April 2017 ließen wir uns taufen.

In Europa Jesus Christus kennengelernt

In unserer Heimat haben wir viel erlitten. Unser Vater, sein Bruder und der Bruder unserer Mutter sind Opfer des Kriegs geworden. Da wir seit Jahren keine Lebenszeichen mehr von ihnen hatten, flüchteten wir nach Europa, wo Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit herrschen und es Menschlichkeit gibt. Hier hat dann auch unser Glaubensweg mit Jesus Christus durch die Hilfe einer Kirche begonnen. Diese hat uns herzlich empfangen und aufgenommen. Die Menschen dort haben uns auch beim Erlernen der deutschen Sprache weitergeholfen. Durch den ehemaligen Liebenzeller Missionar Siegfried Seitz haben wir die Bibel besser verstehen gelernt. Nun glauben wir als ganze Familie an Jesus Christus als unseren Erlöser, der der einzige Weg zum lebendigen Gott ist. Wir haben die Wahrheit durch ihn gefunden und glauben, dass er wegen unserer Sünden am Kreuz gestorben ist: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Johannes 3,16). Wir danken Gott, dass er uns von der Dunkelheit zur Helligkeit geführt hat, denn er ist unser Gott, das Licht der Welt.

SYRIEN. Schutt und Asche. Kirchengebäude ohne Dächer und zerbombt. Ein Blick auf die Altstadt von Homs lässt erahnen, dass die Stadt trotz ihrer Befreiung von zwei Jahren Belagerung durch den Bürgerkrieg Zukunftslosigkeit in sich trägt.
Doch inmitten dieser Perspektivlosigkeit zeichnet sich ein Bild von unerschütterlichem Glauben und Hoffnung. Menschen unterschiedlicher Gemeindezugehörigkeit der christlichen Minderheit finden sich in den Ruinen von ehemaligen Kirchen zusammen, um Weihnachten, Hochzeiten und Abendmahlsgottesdienste zu feiern.
Was sie vereint: Die Hoffnung und Freude auf das Kommen Jesu.
SAT-7 konnte für eine Sendung verschiedene Gemeindeleiter in der Stadt interviewen. Trotz all der Herausforderung, die diesen dabei entgegentritt, wird sichtbar, dass der von Gott geschenkte Glaube tatsächlich Berge versetzen kann: So konnten im Zuge des Wiederaufbaus bereits vier Schulen wiedereröffnet, und damit 1500 bis 2000 Kindern die Möglichkeit auf Bildung zurückgeschenkt werden. Ein Gemeindeleiter betont, dass es seine Vision ist, neue Hoffnung in die Herzen der Menschen zu pflanzen. Er erinnert die Christen während eines Gottesdienstes daran, dass es trotz aller Suche nach Sicherheit in der Welt schließlich Jesus alleine ist, der Frieden geben wird. Bei all der Zerstörung, die sie umgibt, wird so sichtbar, wie Gott auch in aussichtsloser Lage Wege findet, um mit seiner Gemeinde voranzugehen.
SAT-7 ist ein christlicher Fernsehsender, dessen Programme überwiegend im Mittleren Osten, Nordafrika und dem Iran ausgestrahlt werden. Der Sender ist eine Partnerorganisation der Liebenzeller Mission (LM). Die LM unterstützt SAT-7 durch die Mitarbeit von Paulus Hieber als technischem Studiobetreuer.