Papua-Neuguinea (PNG) ist das Land ihrer Berufung. Insgesamt 22 Jahre waren René und Elisabeth Bredow dort als Missionare im Einsatz – und das in mehreren Etappen. Denn zwischendurch war René als Missionsreferent in Deutschland und als Dozent in Bangladesch tätig. Jetzt sind sie wieder in Deutschland. Wir haben ihnen einige kurze Fragen gestellt.

Warum seid ihr nach Deutschland zurückgekehrt und habt euren Einsatz in PNG beendet?
Von vornherein war geplant, dass wir nochmals vier Jahre in PNG sind, um dort die Teamleitung zu übernehmen. Wir hatten vereinbart, dass wir mit unserem jüngsten Sohn David nach Deutschland zurückkehren, wenn er die Schule abgeschlossen hat. Nun hat David sein Abitur und wir sind wieder in Deutschland.

Was sind eure Pläne für die Zukunft? Werdet ihr eines Tages nochmals nach PNG gehen?
Bis nächstes Jahr im Sommer sind wir noch im Reisedienst und berichten in Gemeinden über unsere Arbeit in PNG. Was danach kommt ist offen. Vielleicht geht es nochmals in die Mission oder wir übernehmen eine pastorale oder interkulturelle Aufgabe in Deutschland.

Gibt es eine Begegnung in eurer Zeit PNG, die euch in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Da gibt es natürlich viele, aber eine bewegt uns immer noch sehr. Nambuwei war von 1990 bis 1996 unsere Haushaltshilfe in PNG. Als sie hörte, dass wir im Juni PNG verlassen, kaufte sie sich extra ein Flugticket, um zu uns zu fliegen und uns nochmals zu sehen. Sie meinte, dass es sie sehr geprägt hatte, wie wir als Familie lebten. Sie hätte sehr viel für ihr Leben gelernt. Das hat uns natürlich gefreut. Gerade auch vor dem Hintergrund, dass sie in ihrer Kindheit viel Gewalt erlebt hatte und nun eine selbstbewusste Frau ist.
Eines ihrer Kinder hat sie übrigens René genannt. Für das Rückflugticket in ihre Provinz hatte sie dann kein Geld mehr. Das haben wir dann für sie übernommen.

Was fasziniert euch an PNG?
Vieles. Besonders aber vermutlich, dass du in PNG mit jedem auf der Straße über den Glauben sprechen kannst und selbst auch ständig darauf angesprochen wirst. Im Gegensatz zu Deutschland, wo Glaube oft als Privatsache gesehen wird, ist er in PNG Teil des öffentlichen Lebens. Außerdem begeistert uns auch die Zeit, die die Leute haben. Und ihre Dankbarkeit. Sie sehen das Gute, das Gott ihnen gibt.

Der Glaube an Geister nimmt viele Menschen in PNG gefangen. Sie leben in täglicher Angst. Wie können sie davon frei werden?
Um nochmals auf Nambuwei zurückzukommen. Sie lebte mit uns auf Station und hatte oft keine Lust auf Gemüse und Obst. Wir sagten ihr dann, dass sie mehr vitaminreiches Obst essen soll, um gesund zu bleiben. Aber erst nachdem sie krank geworden war, ging sie auf unseren Rat ein. Wir freuten uns. Wir sagten zu ihr: „Schön, dass du gemerkt hast, dass dir das Obst gut tut.“ Sie sagte darauf: „Ich esse nur deshalb mehr Obst, damit mich eure Worte nicht mehr verfluchen.“ Sie war also der Meinung, dass ihr Ungehorsam gegenüber unserer „starken Worte“ ihre Krankheit hervorgerufen hätte und wollte vermeiden, dass sie wieder darauf angesprochen wird. Auch als Missionare lernt man natürlich ständig dazu. Aber das ist typisch für PNG: Wenn man unterhalb der christlichen Oberfläche in PNG kratzt, kommt oftmals ein Mix aus Christsein und alten Vorstellungen zu Tage.
Deshalb sind Schulung und Lehre notwendig. Und dann ist das ein Wachstumsprozess. Wichtig ist es, junge Mitarbeiter zu integrieren. Sie sind die Hoffnungsträger für ihr Land. Das ist zum Beispiel unser Ansatz im Projekt „Shape Life“ in Port Moresby. Wenn wir mit den Mitarbeitern Jüngerschaft leben, dann hat das viele positive Auswirkungen.

Was braucht das Land am meisten?
Es ist unser Wunsch, dass die junge Generation für Jesus gewonnen werden kann. Für viele ist Glaube zur Tradition geworden. Oder es ist einfach „Fashion“. Man sieht es zum Beispiel immer wieder, dass Politiker auf Wahlplakaten schreiben „Ich bin wiedergeborener Christ.“ Ob der Glaube dann gelebt wird, ist eine andere Frage.
Außerdem wünschen wir uns, dass es nach wie vor Menschen gibt, die bereit sind, in die Dörfer zu gehen. Die Menschen im tiefen Busch fühlen sich allein gelassen. Alles ballt sich in der Stadt. In den Dörfern fehlt es an Lehrern, Krankenschwestern und auch Pastoren. Vor unserer Rückkehr nach Deutschland hatten wir bewusst mehrere Touren in den Busch gemacht. Wir wollten die Menschen ermutigen und ihnen zeigen: Ihr seid nicht vergessen!

BAD LIEBENZELL. Weg von Hotel Mama, weg von Deutschland. Ein Auslandsjahr nach dem Abi oder der Ausbildung gehört für viele junge Menschen heute einfach dazu. Seit zehn Jahren gibt es bei der Liebenzeller Mission das Kurzeinsatzprogramm „impact“. Rund 1200 junge Frauen und Männer haben das Programm in dieser Zeit durchlaufen. Alle kommen verändert zurück.

„Natürlich gewinnt jeder durch so ein Jahr an Lebenserfahrung dazu“, sagt Stephan Trick, der impact seit acht Jahren leitet. „Manche waschen zum ersten Mal in ihrem Leben ihre Wäsche selbst. Für andere ist es eine neue Erfahrung, selbst Entscheidungen zu treffen.“ Für viele sei es etwas ganz Neues, selbst zu arbeiten. „Auf einmal steht nicht mehr das Lernen im Vordergrund, sondern selbst aktiv zu werden.“ Aber gelernt wird durch den Auslandseinsatz, der bei impact zwischen einigen Wochen und elf Monaten dauern kann, trotzdem viel – nur eben anders. Neue Kulturen, andere Religionen und Lebensweisen kennenzulernen, erweitert den Horizont. „Wer im Ausland gelebt hat, versteht auch in Deutschland besser, warum Menschen aus anderen Ländern auch etwas anders sind“, sagt Stephan Trick.
Er muss es wissen, schließlich lebte er zusammen mit seiner Familie selbst einige Zeit im Ausland. Vor einigen Jahren leitete er eines der impact-Teams in Kanada. Einsatz-Teams gibt es in vielen verschiedenen Ländern – von Sambia in Afrika über Japan bis hin nach Ecuador in Südamerika. Von Zeit zu Zeit besucht Stephan Trick die Teams vor Ort, um die Teamleiter und Teilnehmer zu ermutigen und Tipps zu geben.

Auch der Glaube der jungen Menschen verändere sich häufig während ihrer Auslandszeit. Er werde tiefgründiger, weil die „impactler“ sehen und erleben, was Gott auf der ganzen Welt tut, sagt Stephan Trick. „Für viele wird nicht nur ihr Glaube intensiver, sondern auch ihr Gebetsleben. Das freut uns natürlich.“ Einige der Kurzmitarbeiter setzen ihre Zeit bei der Liebenzeller Mission im Anschluss an ihren Einsatz fort: „Jedes Jahr haben wir mehrere Teilnehmer, die anschließend Pastor oder Missionar werden wollen. Einige davon studieren dann an der Internationalen Hochschule Liebenzell oder an der Interkulturellen Theologischen Akademie.“

Selbst geprägt zu werden und andere zu prägen: So formuliert der impact-Leiter das Ziel des Programms. Missionsarbeit könne nicht funktionieren ohne Missionare, die viele Jahre im Land sind und sehr nachhaltig arbeiten. Aber Kurzeinsätze könnten die Missionsarbeit ergänzen und bereichern, ist sich Stephan Trick sicher. „Ein Blick von außen ist für eine Arbeit vor Ort auch ganz hilfreich. Und 18-Jährige haben manchmal in der Jugendarbeit einen anderen Zugang zu den Menschen als langjährige Missionare.“
Die Aufgaben der Kurzmitarbeiter sind dabei ganz unterschiedlich: Kinderprogramme veranstalten, Straßeneinsätze, Speisungen für Obdachlose, Gemeindearbeit unterstützen oder auch mal ein Baueinsatz. Man kann auf vielfältige Weise den eigenen Horizont erweitern und anderen Gutes tun.

Besonders gefragt seien afrikanische und südamerikanische Einsatzländer, erzählt Stephan Trick. Aber auch Kanada sei immer ein Renner. Wildnis und weites Land sei für manche einfach ein Jugendtraum. Weit weg von zu Hause zu sein, sei für viele junge Erwachsene eine große Sehnsucht. Probleme mit Heimweh hätten die wenigsten. „Aber an Weihnachten werden die meisten dann doch emotional und vermissen ihr gewohntes Umfeld“, sagt Stephan Trick. Dann hilft es, mit Gleichgesinnten vor Ort zu sein: Denn gemeinsam geht bekanntlich vieles besser.

Seit 27 Jahren leben und arbeiten Hiltrud und Uwe Vogel in der Normandie in Frankreich. Sie haben die Gemeinde in Carentan gegründet und das Missionszentrum in Saint Aubin aufgebaut. Ihre Gemeinde ist gerade dabei, „erwachsen“ zu werden. Die Leidenschaft von Uwe und Hiltrud ist immer noch sehr groß, Menschen in Frankreich von Jesus weiterzusagen. Wir haben ihnen ein paar kurze Fragen gestellt.

Ihr seid echte „Missionars-Urgesteine“. Was motiviert euch jeden Tag neu, anderen von Jesus weiterzusagen?
Hiltrud: Die persönliche Stille Zeit. Wenn ich Jesus begegne, motiviert mich das sehr und ich schöpfe dann aus dem Vollen.
Uwe: Motivation kann man sich nicht selbst machen. Motivation kommt für mich nur aus der Begegnung mit Jesus. Ich bin der Meinung: Ich kann der Welt nichts Besseres tun, als sie mit Jesus in Verbindung zu bringen. Und deshalb setze ich mich für Gemeinde ein. Gemeinde ist das Wertvollste, was es auf der Welt gibt.

Eure Kinder waren immer mit euch missionarisch aktiv und haben sich zum Beispiel in der Jugendarbeit eingebracht. Jetzt sind sie erwachsen und aus dem Haus. Was fehlt euch?
Am deutlichsten in der Gemeindearbeit merken wir das an der Musik, denn da haben sich alle unsere Kinder engagiert. Andere steigen zwar ein, aber es fehlt bei uns an Musikern. Unsere Kinder haben uns persönlich sehr viel geholfen, dass unser eigenes Leben „upgedatet“ wird. Horizonterweiterung haben wir durch sie nicht nur bei den Musikstilen bekommen. Ohne sie wäre ich ein alter, verknöcherter Mann geworden (Uwe, schmunzelt). Auf der anderen Seite hat es natürlich auch etwas Positives, dass die Kinder aus dem Haus sind. Das „Geschmäckle“ eines Familien-Betriebs in der Gemeinde ist jetzt weg.

Was macht Missionsarbeit in Frankreich so besonders?
Als laizistisches Land sind in Frankreich Staat und Kirche getrennt. Dadurch müssen Kräfte gebündelt werden. Wir erleben zum Beispiel, dass die evangelikalen Werke in Frankreich sehr die Zusammenarbeit suchen. Wir wollen gemeinsam eine Größe bilden, um so gegenüber dem Staat auch etwas überschaubarer und stärker auftreten zu können. Im Miteinander mit anderen Werken erleben wir echte Bruderschaft und Ermutigung im Glauben, ohne eine persönliche Gemeinde-Identität aufgeben zu müssen.

Welche Eigenschaft schätzt ihr an den Menschen in Frankreich am meisten?
Die Lebensnähe. Den Menschen sind Beziehungen sehr wichtig. Es stört sie weniger, wenn als Lichtquelle eine einsame Lichtbirne an der Decke baumelt. Aber wenn man zu Besuch kommt, ist man überrascht über ihre Großzügigkeit und bewegt, wieviel Mühe sie sich mit der Bewirtung geben.

Mirjam Berger lebt seit fast zehn Jahren mit ihrem Mann Joachim und ihren drei Kindern in Malawi. Dort leiteten sie das theologisch-handwerkliche Ausbildungszentrum „Chisomo“. Seit Sommer ist das Chisomo-Zentrum in einheimischen Händen. Familie Berger ist nun ein Jahr in Deutschland im Heimataufenthalt, um von ihrer Arbeit in Malawi zu berichten. Wir haben Mirjam ein paar Fragen gestellt über ihr Leben in Afrika.

Wie können wir uns deinen Alltag vorstellen? Beschreibe für uns bitte einen typischen Arbeitstag.
Um 5:15 Uhr stehen wir auf und machen gemeinsam Stille Zeit. Um 6 Uhr wecken wir die Kinder, richten uns und frühstücken. Danach geht’s für die Kids in Schule und Kindergarten und für Joachim zur Andacht für die Mitarbeiter. Da gehe ich meistens mit. Kaum bin ich zurück am Haus, kommen dann auch schon die ersten Menschen bei mir vorbei und bitten um Hilfe. Vor allem Kranke kommen, um Wunden zu versorgen oder mit der Bitte, sie ins Krankenhaus zu bringen. Nachbarn wollen Obst und Gemüse verkaufen. Danach habe ich Zeit für den Haushalt. Die Zeit zwischen 8 und 10 Uhr muss ich gut nutzen, denn das sind die einzigen zwei Stunden am Tag, wo wir Strom haben. Das nutze ich z. B. zum Waschen, Bügeln oder auch um einige Büro-Arbeiten zu erledigen.
Nach dem Mittagessen bleibt Zeit für die Kinder oder um Besuche zu machen. Mittwochs ist Frauenkreis und am Freitag ist Kids Club. Es ist also immer was los.
Um 17 Uhr geht’s für die Kinder in die Badewanne und nach dem Abendessen dann ins Bett. Wir gehen meisten auch schon um 21 Uhr ins Bett, schließlich stehen wir ja auch früh auf.

Wie sieht es mit Emanzipation in Malawi aus: Kocht da auch mal der Mann und macht die Wäsche oder ist das ein kulturelles „No-Go“?
Wenn die Frau zu Hause ist, macht der Mann nichts. Da sind die Rollen schon klar verteilt. Die Frau ist für Kinder und Haushalt zuständig. Die Aufgabe des Mannes ist es, Geld nach Hause zu bringen.
Es gibt einige wenige Männer, die auch Wäsche waschen. Dann aber nur ihre eigene und nicht die der ganzen Familie.

Hast du eine enge malawische Freundin oder leben deine besten Freundinnen alle in Deutschland?
Ich habe schon Freundinnen und Bekannte in Malawi, aber ein tiefer Austausch ist meistens schwierig. Vieles, was mich bewegt, können sie nicht verstehen. Das Leben im Dorf in Malawi ist so anders im Vergleich zum Leben in Deutschland. Manches braucht aber auch einfach Zeit. In den letzten zwei Jahren sind schon etwas tiefere Beziehungen entstanden.

Als Deutsche im afrikanischen Dorf: Bist du da für viele manchmal „Mama für alles“?
In manchen Dingen schon. Die Menschen beobachten viel und kommen auf einen zu, wenn sie Hilfe benötigen. Aber es ist schon so, dass wir unseren „Status“ im Dorf erarbeiten mussten. Je länger wir im Dorf lebten, desto mehr kamen die Menschen auf uns zu. Besonders seit wir Kinder haben. Denn davor galten wir mehr als „Mädchen und Bub“.

Was vermisst du an Deutschland am meisten?
Familienfeste, Freunde treffen und mich mit ihnen austauschen, Bummeln oder Kaffeetrinken gehen, Frischkäse, deutsches Brot und Döner.

Wie kann man dir eine Freude machen (in Afrika)?
Also man darf mir gerne Päckchen schicken, zum Beispiel mit Haselnüssen, Mandeln, deutscher Schokolade oder anderen Backzutaten. Denn das ist in Malawi schwer zu bekommen.

BURUNDI. Damit möglichst viele unterschiedliche Alters- und Bevölkerungsgruppen das Evangelium hören und Jesus Christus kennenlernen, lassen sich die Missionare der Liebenzeller Mission weltweit viele Aktionen einfallen. Um im ostafrikanischen Burundi die gebildete Schicht zu erreichen, arbeiten die Missionare unter anderem mit einer englischsprachigen Gemeinde in der Hauptstadt Bujumbura zusammen. Sie bietet unter anderem modern gestaltete Gottesdienste an: „Die Musikband besteht aus völlig unterschiedlichen Musikern und Sängern und der Chor ist unglaublich toll und begeistert sonntags in zwei Gottesdiensten die rund 1.000 Besucher“, schreibt Prisca Totzeck. Sie macht zurzeit im Rahmen des „impact-Programms“ einen Kurzeinsatz in Afrika. Dabei ist sie in verschiedene Arbeiten eingebunden, unter anderem in die Sonntagsschule. Diese besuchen viele Kinder unterschiedlichen Alters.

200 Jugendliche finden durch evangelistisches Theaterstück zum Glauben

Bei einer Strandparty mit 300 Jugendlichen feierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass ein zuvor aufgeführtes evangelistisches Theaterstück 200 junge Zuschauer dazu bewegte, nun ein Leben mit Jesus Christus zu führen. In der „Discovery School“, die von befreundeten amerikanischen Missionaren gegründet wurde und geleitet wird, versuchen die Mitarbeiter rund 1.300 Kindern eine möglichst umfangreiche, aber günstige Schulbildung zu ermöglichen, in der sie auch von Gott hören können. Dabei wurde Prisca Totzeck kurzfristig gebeten, im angeschlossenen Kindergarten eine kurze Lerneinheit mit 25 Kindern zu leiten. „Das war ziemlich lustig, weil mir erst eine Minute vorher mitgeteilt wurde, dass ich den Kindern das Kneten näherbringen soll. Das Ergebnis, dass genau ein Kind das ihm zugeteilte Tier halbwegs erkennbar zustande bekommen hat, sagt hoffentlich nichts über meine Fähigkeiten als Lehrerin aus …“

Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1992 in Burundi. Sie ermöglicht Kindern eine Schulausbildung und unterstützt benachteiligte Familien mit Sparprogrammen, denn viele Burunder haben keinen Zugang zu Banken. Sie trägt ebenso dazu bei, dass Menschen sich in dem Land nach vielen Jahren Bürgerkrieg versöhnen können, indem sie einheimische Christen im Glauben stärkt und Pastoren ausbildet.

BANGLADESCH. Feiern gehört zum Leben – auch und gerade für Kinder in Kinderheimen in Bangladesch. Einen unvergesslichen Kindergeburtstag erlebten Benedikt und Verena Tschauner, die für die Liebenzeller Mission in dem Kinderdorf arbeiten. Dort gibt es die Tradition, dass einmal im Jahr eine große Geburtstagsfeier organisiert wird. Denn es ist nicht möglich, für jeden Jungen eine Feier zu auszurichten. Bei 60 Kindern käme man nicht mehr aus dem Feiern heraus. Für die Jungen ist diese jährliche Geburtstagsfeier ein großes Ereignis, eine riesige Freude. Weil Tschauners Sohn William für die Jungen im Kinderdorf wie ein Bruder ist, fragten sie die Missionare, ob sie nicht an seinem ersten Geburtstag die jährliche Geburtstagsfeier organisieren und alle zusammen feiern könnten. „Diesen Wunsch konnten wir ihnen nicht abschlagen“, schreibt Benedikt Tschauner. „Für uns war die jährliche Geburtstagsfeier die erste große Aktivität, die wir hier im Kinderdorf in der einheimischen Sprache Bangla planten und moderierten.“

„Ihr seid wichtig!“

Der Einsatz und die vielen Schweißtropfen vor und während der Feier haben sich gelohnt: „Es war ein Fest der Freude“, so Benedikt Tschauer. Er organisierte eine Spielstraße mit vielen verschiedenen Stationen. Die Kinder falteten Papierflieger und ließen sie fliegen. Der weitest geflogene Papierflieger gewann einen Preis. Die Jungen führten außerdem einstudierte Tänze und Anspiele vor. Benedikt sang zusammen mit seiner Frau Verena für die Jungen zudem ein deutsches Geburtstagslied. Sie sangen auch gemeinsam, hörten eine Geschichte aus der Bibel und aßen leckeren Kuchen. „Die Hauptbotschaft, die wir den Jungen an diesem besonderen Tag verkündigten war: ‚Ihr seid wichtig.‘ So wie es in Psalm 139,14 geschrieben steht: ‚Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.‘“ Die Geburtstagsfeier war eine sehr gesegnete Zeit und ein ganz besonderer erster Geburtstag für William mit all seinen „Brüdern“, so Tschauners.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1974 in Bangladesch aktiv. Um den Kindern zu helfen, unterstützen die Missionare unter anderem das Kinderdorf in Khulna (rund 240 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Dhaka). Hier erhalten die Kinder aus benachteiligten Familien eine qualifizierte Schulbildung, können mit ihren Freunden spielen und lernen den Glauben an Jesus Christus kennen. Im Kinderdorf in Khulna leben derzeit 65 Kinder. Aufgenommen werden Waisen, Halbwaisen und Kinder aus sehr armen Familien (die die Schulkosten für die Kinder nicht aufbringen können) oder Kinder aus schwierigen Verhältnissen. Benedikt und Verena Tschauner arbeiten seit Anfang 2018 in dem Kinderdorf mit.

BURUNDI. Mit 400 Gästen und einer Taufe mit 21 Täuflingen weihten Christen in Gitega, der zweitgrößten Stadt in Burundi, die neue Kirche von „Christian Life Ministries“ (CLM) ein. Die Liebenzeller Mission arbeitet in dem ostafrikanischen Land unter anderem mit dieser Gemeinde zusammen. CLM möchte ganz bewusst die junge, aufstrebende Generation Burundis erreichen. Neben modernen, ansprechenden Gottesdiensten gibt es viele Hauskreise, in denen die jungen Menschen lernen, Jesus von ganzem Herzen nachzufolgen und in ihm zu wachsen. „Der Saal war vollgepackt, einige mussten stehen, da die Stühle nicht gereicht haben“, schreibt Alexander Biskup. In dem Taufgottesdienst erklärten auch 21 Täuflinge öffentlich, dass sie mit Jesus Christus leben wollen. „Wir waren tief bewegt, was Jesus an und in ihnen verändert hat.“ Pünktlich zum Mittagessen machte sich etwas Hektik breit: Man hatte nur 300 Teller und das Essen war auch nicht für die 400 Gäste ausgerichtet … „Aber mit Gebet und Gottes Gnade hat es gereicht, dass alle satt werden konnten.“ Beim anschließenden Weihegottesdienst wiesen mehrere Redner klar darauf hin, dass es nun nicht um ein Gebäude gehe, oder darum, was einzelne Menschen geleistet haben, damit es nun stehe. Vielmehr gelte es, Gott zu ehren und dieses Gebäude ihm und seiner Anbetung zu widmen.

Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1992 in Burundi. Sie ermöglicht Kindern eine Schulausbildung und unterstützt benachteiligte Familien mit Sparprogrammen, denn viele Burunder haben keinen Zugang zu Banken. Und die Liebenzeller Mission trägt dazu, dass Menschen sich in dem Land nach vielen Jahren Bürgerkrieg versöhnen können, indem sie einheimische Christen im Glauben stärkt und Pastoren ausbildet. Alexander und Tabea Biskup leben in der Hauptstadt Bujumbura. Ihre Hauptaufgabe seit 2010 ist es, Christen in dem ostafrikanischen Land zu schulen und zu fördern.

ECUADOR. „Auf die Knie gehen und beten – das war das einzige, das ich noch tun konnte. Und dann hat Gott eingegriffen, und der Wind hat sich gedreht!“ Das hat Sandra in Ecuador erlebt, als das Zuckerrohrfeld neben ihrem Haus anfing zu brennen. Brandstiftung! Die 42-Jährige ist seit einigen Jahren Christ und mit vielen Herausforderungen konfrontiert. So pflegt sie seit einigen Jahren ihre 23-jährige behinderte Tochter. Sie hat gelernt, Gott zu vertrauen und im Gebet von ihm Hilfe zu erbitten, berichtet Rainer Kröger. Als das Zuckerrohrfeld brannte, kamen Hektik und Panik auf. Denn der Brand kurz vor der Ernte bedeutet ein großer Verlust. Was tun? Sandra kniete nieder und bat ihren himmlischen Vater um Hilfe. Und das Wunder geschah: Plötzlich drehte der Wind und der Rest des Zuckerrohrfeldes wurde verschont. „Normalerweise dreht der Wind sich dort nur zweimal im Jahr“, schreibt Kröger. Immer wieder zeigt Gott, dass er mächtig und vertrauenswürdig ist. „In der Gegend, in der wir missionarisch arbeiten, ist das eine große Ermutigung und Einladung, unserem großartigen Gott zu vertrauen.“ Denn Tradition, Aberglaube und der Druck von Freunden und Nachbarn machen es den Negritos sehr schwer, Jesus treu nachzufolgen. „Die Kultur ist nicht vom Individualismus bestimmt, bei dem jeder seinen Weg findet und unabhängig ist. Hier herrscht Schamkultur.“ Das, was die Gruppe bzw. Familie denkt, hat großes Gewicht. Deshalb sind die Missionare immer dankbar, wenn Christen in Deutschland dafür beten, dass die Gläubigen dem widerstehen können und nicht in das alte Leben zurückfallen.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Rainer und Katharina Kröger arbeiten seit 2006 in der Provinzhauptstadt Ibarra und bieten unter anderem Glaubenskurse an, leiten Hauskreise und unterrichten an einer Bibelschule.

FRANKREICH. Hiltrud und Uwe Vogel zogen vor rund 20 Jahren nach Frankreich, um ein Missions- und Freizeitheim in St. Aubin du Perron aufzubauen, zu leiten und parallel dazu eine Gemeinde in dem ländlichen Carentan zu gründen. Beides konnte inzwischen entstehen. Und es ist ermutigend zu sehen, wie immer mehr Menschen bereit sind, diese Aufgabe mitzutragen. Vogels wollen 2020 in die 50 Kilometer entfernte Hafenstadt Cherbourg weiterziehen, um in einem Team noch einmal eine neue Gemeinde zu gründen. Für die kleine Gemeinde in Carentan ist das eine große Herausforderung. „Wir benötigen viel Weisheit, um sie auf diese Situation vorzubereiten“, sagen Hiltrud und Uwe Vogel. „Die geplante Vergrößerung des Gebäudes können wir nun leider nicht mehr angehen. In der verbleibenden Zeit ist es jetzt wichtiger, zu schulen, zu strukturieren und den Verantwortlichen Sicherheit zu geben.“
Durch die Veränderung der Infrastruktur, neue Straßen und den jüngst gebauten, enormen Kreisverkehr direkt vor dem 2001 eingeweihten Gemeindegebäude, ist die Gemeinde schnell erreichbar und sie hat viel Parkfläche. Für die Gemeinde, die aus zwölf verschiedenen Ortschaften zusammenkommt und in der bis zehn verschiedene Länder repräsentiert sind, ist das ideal. „Wie können wir eine solche Lage für Gottes Pläne besser benutzen?“, fragen die Gemeindemitglieder. Gott antwortete und berief Familie Guillaumain.

Hoffnung auf junge französische Mitarbeiter

So sind Johan und Carine Guillaumain mit ihren beiden Kindern 2017 nach Carentan gezogen. Sie fühlen sich in die Normandie gerufen. Dazu haben sie ihren Beruf, sie als Ergotherapeutin und er als Landschaftsgärtner, aufgegeben. Nach einem Jahr Bibelschule in Genf folgen nun zwei Jahre Praktikum in Carentan. Im Jahr muss Johan für acht Wochen zurück auf die Schulbank. 2019 endet das zweijährige Praktikum bei Vogels. Dann beginnt das Abschlussjahr ihrer theologischen Ausbildung. Ausnahmsweise erlaubt ihnen die Bibelschule, es an demselben Ort zu machen. Voraussichtlich wird Michael Eckstein nach Vogels Umzug für diese Zeit ihr Leiter sein.
Bislang haben die kleinen, von Liebenzeller Missionaren gegründeten Gemeinden, von Vollzeit-Missionaren profitiert. Nun unterstützen sie gemeinsam die ersten französischen Mitarbeiter. „Für die Arbeit in der Normandie wagen wir uns damit auf ‚Neuland‘ und wir sind dankbar für alle Gebete“, schreiben Vogels. Guillaumains können sich vorstellen, nach Abschluss ihrer Ausbildung in Carentan zu bleiben und im Netzwerk mit den Gemeinden in der Gegend zusammen zu arbeiten. Sie hoffen mit Vogels, dass Gott ihre Berufung bestätigt und auch finanziell den Weg dazu ebnet.

Die Liebenzeller Mission ist 1987 in Frankreich tätig und hat dabei in der Normandie mehrere Gemeinden gegründet. Auf rund 30.000 Einwohner kommt dort nur etwa eine Gemeinde, die bis zu 50 Kilometer von der nächsten entfernt liegt.

MALAWI. Eine Jugendkonferenz mit Sebastian und Cathrin Pfrommer in Malawi hat sowohl die 85 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren als auch die Missionare sehr bereichert: „Jetzt müssen wir das, was wir am Wochenende gehört haben, unbedingt unseren Leuten im Dorf weitererzählen“, sagte ein Jugendlicher am Ende der viertägigen Konferenz. Er besuchte die Jugendarbeit, kannte aber Jesus bislang noch nicht persönlich. Pfrommers berichteten bei der Freizeit, die zum ersten Mal stattfand, von ihren Erfahrungen in der Jugendarbeit. Außerdem konnten sie die Teenager ihrer Jugendgruppe besser kennenlernen und viel Zeit mit ihnen verbringen. Die Jugendlichen spielten neben den Bibelarbeiten zum Thema „Jüngerschaft“ zusammen Fußball und unternahmen einen Ausflug zum Malawisee. „Vor allem hat uns bewegt wie viele, die Jesus noch nicht kennen, immer wieder bei den christlichen Liedern aufgestanden sind und lautstark mitgesungen haben.“

Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig. Zwölf Missionare arbeiten unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie unterstützen landwirtschaftliche Projekte, engagieren sich im Gesundheitswesen und bohren Brunnen. Außerdem bauten sie ein theologisches-handwerkliches Ausbildungszentrum für Gemeindeverantwortliche auf und betreiben einen Radiosender. Sebastian und Cathrin Pfrommer arbeiten seit 2017 im Dorfentwicklungsprojekt Ubwenzi (dt. Freundschaft) mit.