DEUTSCHLAND. Ein junger Mann fährt mit seinem neuen Fahrrad zum Gebetsabend der „Jungen Kirche Berlin-Treptow (JKB)“, schließt es gewissenhaft ab – und danach ist es gestohlen. Bei über 27.000 jährlich angezeigten geklauten Fahrrädern in der deutschen Hauptstadt leider keine Seltenheit. Nur knapp vier Prozent tauchen wieder auf – also keine Chance, es wieder zubekommen? Nicht so bei Gott! Das hat Jana Kontermann erfahren. Sie leitet den Kinder- und Jugendbereich der JKB, eine missionarische Arbeit der Liebenzeller Mission. Zunächst war sie von Gott enttäuscht, dass er den Diebstahl nicht verhinderte, während der junge Mann betet. Einige Tage später fragte ihre Schwester sie während eines Telefonats: „Hast du schon dafür gebetet, dass Gott das Fahrrad wieder auftauchen lässt? Rechnest du noch mit Gott in deinem Alltag – und dass er noch Wunder tut?“ Jana Kontermann bat daraufhin intensiv Gott um sein Eingreifen: Und dann erhielt der junge Mann plötzlich einen Anruf der Polizei: Er solle umgehend vorbeikommen, sein Fahrrad sei gefunden worden. Die Behörden hatten einen Transporter mit über 20 Fahrrädern gestoppt – darunter war das des jungen Mannes. „Das war mein persönliches Weihnachtswunder“, so Jana Kontermann.

Kirche in einer stark säkularisierten Umgebung dynamisch und lebensnah zu gestalten – aus diesem Traum entstand 2006 die „Junge Kirche Berlin-Treptow“. In der pulsierenden deutschen Hauptstadtmetropole können Menschen mit ganz unterschiedlichem Hintergrund entdecken, wie kraftvoll und lebendig der christliche Glaube ist. Im Filmpalast Astra feiern die Besucher die wöchentlichen Gottesdienste. Unter der Woche gibt es Angebote für Teenager, Kleingruppen und Schulungen, die helfen, den Glauben mutig zu leben und ihn lebendig in den Großstadtalltag zu transportieren.

TANSANIA. Gott hat Christen nirgends versprochen, dass sie immer von Sorgen verschont bleiben. Aber sie können immer wieder erleben, dass er ihnen zur Seite steht – auch im Dauerregen bei einem Kunsthandwerkermarkt in Tansania. Das haben Markus und Emmi Riegert erfahren. Beim großen Markt in Dar es Salaam hatten sie für „Nuru Workshop“, eine Arbeit mit körperlich behinderten Menschen, zwei Tische reserviert, um Produkte zu verkaufen. Diese hatten die Behinderten hergestellt, die die Liebenzeller Missionare mitbetreuen. „Auf diese Einnahmen sind wir angewiesen, da es im Jahr nur zwei größere Märkte gibt“, berichten Markus und Emmi. Zuvor hat es immer wieder geregnet, obwohl eigentlich die Regenzeit zu Ende war. „So beteten wir für gutes Wetter am Verkaufstag.“ Aber es regnete fast den ganzen Tag. Der Verkaufsstand befand sich unter Zelten, aber ihre Tische standen am tiefsten Punkt. „So sammelte sich das Wasser um uns. In der ersten Stunde kam niemand zu uns, weil wir knöcheltief im Wasser standen.“ Markus Riegert war dann mit seinem Mitarbeiter Apollo fast den ganzen Tag damit beschäftigt, Wasser zur Seite zu schieben, damit die Besucher zu den Tischen kommen konnten. „Zwischendurch kam mir immer mal wieder der Gedanke: Warum, Gott? Es wäre dir doch eine Kleinigkeit, die Regenwolken zur Seite zu schieben.“ Als sie dann am Abend nass und kalt nach Hause kamen und die Einnahmen zählten, „konnten wir nur staunen und Gott danken. Trotz des schlechten Wetters hatten wir gut verkauft.“

Markus und Emmi Riegert sind seit 1997 in Tansania tätig. Zuerst arbeitete er als Pilot für die Partnermission MAF (Mission Aviation Fellowship). Heute ist Markus in einem Missionarskinder-Internat als Hausmeister und Betreuer aktiv. Seine Frau Emmi bringt sich im „Nuru Workshop“ ein, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. Durch Backen, Kochen und die Herstellung von Schmuck und Dekoration können die Betreuten ein kleines Gehalt erwirtschaften und müssen nicht zum Betteln auf die Straße gehen.

RENNINGEN / BAD LIEBENZELL / SAMBIA. Von den Weihnachtsbäumen aus dem schwäbischen Renningen profitieren jetzt die Kinder der Amano-Schule in Sambia. Neun Helfer aus der Sportgruppe des CVJM Renningen sammelten gegen Spenden ausgediente Christbäume in ihrem Heimatort. Insgesamt kamen rund 1.000 Euro zusammen, von denen die CVJMler die Hälfte für die Amano-Schule spendeten. Wir sagen ganz herzlichen Dank für die tolle Aktion und die Spende!

An der Amano-Schule bekommen Kinder eine qualifizierte Schulbildung mit internationalem Abschluss. Kinder von Missionaren und sambischen Geschäftsleuten leben und lernen zusammen mit Waisen und benachteiligten Kindern, deren Freiplätze über Schulgelder und Patenschaften finanziert werden.

ECUADOR. Gott schenkt Befreiung. Das hat Missionar Rainer Kröger bei einer Jugendfreizeit erlebt. An einem Abend bestand für die Teilnehmer die Möglichkeit, Gottes Liebe, Vergebung und Fürsorge sichtbar und spürbar zu erfahren. Dabei konnten sie Lasten und Probleme an einer „Klagemauer“ loswerden und Leckereien probieren, um Gottes Güte und Freundlichkeit zu schmecken (Psalm 34). Außerdem erhielten sie auf Wunsch eine angemessene Umarmung (das haben viele noch nie von ihren Eltern empfangen) und einen biblischen Zuspruch. Ebenso beteten die Mitarbeiter für sie. Die Jugendlichen konnten außerdem ihre Gebetsanliegen für Angehörige in Gottes Hände legen. „Die Station am Kreuz – mit der Möglichkeit des Bekennens und der Schuld ans Kreuz nageln – hat manche Herzen geöffnet: Tränen flossen und Schuld wurde bekannt – auch okkulte Praktiken in den Familien. Das hat manchen Mitarbeitern den Schlaf geraubt: „Ich konnte heute Nacht nicht schlafen“, sagte eine Mitarbeiterin. Ein anderer fügte hinzu: „Und ich hatte Alpträume!“. Und doch erlebten sie, wie sich das Thema der Freizeit „Jesus heilt Herzen“ ganz konkret bewahrheitete. Seelische Verletzungen heilten und die Mitarbeiter konnten Hoffnung vermitteln. Entsprechend dekorierten sie ein Herz: umwickelt mit Stacheldraht, der symbolisiert, wie schwer es ist, andere und Gott an sich heranzulassen. Und dass auch wir verletzen, wenn wir verletzt und schuldig sind. Die Mitarbeiter beten nun, dass die Jugendlichen bleibende Befreiung und Heilung durch Jesus erleben.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Rainer und Katharina Kröger arbeiten seit 2006 in der Provinzhauptstadt Ibarra und bieten unter anderem Glaubenskurse an, leiten Hauskreise und unterrichten an einer Bibelschule.

WART. Eine absolut gelungene Aktion hat sich die Mädchenjungschar aus Altensteig-Wart (Landkreis Calw) ausgedacht. Im Sommer war Missionarin Ina Schütte aus Burundi zu Besuch in der Jungschar und berichtete aus ihrer Arbeit. Dieser Besuch hat die Mädchen beeindruckt. „Sie wollten irgendwie helfen“, erzählt Kristina Ziegler, die als Jugendreferentin im Liebenzeller Gemeinschaftsverband in Wart im Einsatz ist. „Wir haben uns dann überlegt, wie wir gemeinsam Geld sammeln könnten.“ Unterstützung bekam die Mädchenjungschar vom Hofladen Schlayer aus Bondorf (www.hof-schlayer.de). „Sie haben uns unglaublich viel Gemüse geschenkt, was wir dann gegen eine Spende verteilt haben“, erzählt Kristina Ziegler. Auch die Bubenjungschar half eine Woche später mit und verteilte Kartoffeln, Zwiebeln, Kohl und Karotten.

Insgesamt kamen rund 700 Euro zusammen, die unserer Missionsarbeit in Burundi zugute kommen. „Die Mädels waren richtig begeistert und wollen so eine Aktion nächstes Jahr wieder machen“, zieht Kristina Ziegler ein positives Fazit.

Begeistert sind auch wir über diese klasse Aktion. Ganz herzlichen Dank den Jungscharen und dem Hofladen für die geniale Unterstützung!

ECUADOR. Mit einem extra geschriebenen Weihnachtsmusical bringen Mitarbeiter der Liebenzeller Mission Menschen in Ecuador, die noch nie etwas von Jesus Christus gehört haben, das Evangelium nahe. Zurzeit finden viele Aufführungen in vielen Dörfern rund um Ibarra statt, berichtet Anna Kabelka, die zurzeit einen impact-Kurzeinsatz in Ecuador absolviert: „Auch wenn es nicht kalt ist oder gar Schnee liegt oder es nicht so tolle Weihnachtsmärkte, Punsch und leckere Weihnachtsplätzle wie in Deutschland gibt, wird auch hier Weihnachten gefeiert.“ Die Abiturientin hat zusammen mit einem Team ein Weihnachtsmusical mit dem Thema „Jesus, das Licht der Welt“, verfasst. Darin erzählen und singen sie, wie ein kleines Mädchen ihrer Mutter erklärt, warum wir Weihnachten feiern: „Jesus ist als Licht auf die Welt gekommen, um uns zu erlösen! Doch nicht nur dadurch war er ein Licht, sondern auch durch sein Handeln, seine Wunder und vieles mehr.“ Die Christen wollen mit dem Musical aufzeigen, wer Jesus ist, dass er für jeden Licht sein möchte und auch jeder wiederum Licht für Gott sein kann. „Mir macht es sehr viel Spaß und ich freue mich, vor allem in Dörfern das Musical aufzuführen, in welchem noch nie etwas von Jesus erzählt wurde“, so Anna Kabelka.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Anna Kabelka unterstützt im Rahmen des Kurzzeiteinsatzprogramms „impact“ zusammen mit sieben anderen jungen Erwachsenen die Kinder- und Jugendarbeit.

MALAWI. „Die ganze Nacht wurde gesungen, getanzt und gebetet.“ Das erlebte Missionar Tobias Müller bei einer Evangelisation in Malawi, bei der er zwei Predigten hielt. Dabei fanden viele Malawier zum Glauben. Bei der Veranstaltung erlebten die Organisatoren auch eine Gebetserhörung, als es zu Beginn regnete: „Wir haben alle gebetet, dass der Regen bald aufhört und der Boden schnell abtrocknet, damit die Veranstaltung nicht in Wasser fällt. Gott sei Dank verlief alles bestens, die Veranstaltung konnte mit etwas Verspätung stattfinden“, so Tobias Müller. Die Evangelisation begann am Freitag und endete am Sonntag mit einem gemeinsamen Gottesdienst. „Darüber hinaus wurden Unterstände mit Planen, Gras und Bäumen gebaut – ein Schutz vor Sonne und Regen“, berichtet der Missionar. Auch der Ortsvorsteher nahm an der Veranstaltung teil. Er eröffnete die Evangelisation mit einem Grußwort. „Es ist sehr wichtig, die Ortsvorsteher als ‚Besitzer des Dorfes‘ – wie man das in der Landessprache Chichewa sagt – einzuladen und sie von Veranstaltungen jeder Art, die im Ort stattfinden, wissen zu lassen“, erzählt Tobias Müller. Er verwies in seinen Predigten darauf, dass Jesus seinen Nachfolgern ewiges Leben schenkt. Deshalb lohne es sich, ein Leben mit Jesus zu beginnen und wie sein Jünger Petrus ein Menschenfischer zu sein. Denn es gebe noch viele Menschen, die Jesus nicht kennen würden. Auch für Essen war gesorgt.

„Uns hat diese Einheit und die Gemeinschaft sehr imponiert. Menschen haben sich neu auf Jesus eingelassen oder ihrer Beziehung zu ihm wurde neu entfacht.“ Die Gemeinde plant nun auf Anregung des Missionars einen Jüngerschaftskurs, damit „im übertragenen Sinne nicht nur Bäume gepflanzt, sondern auch bewässert werden“, so Tobias Müller: „Wir freuen uns, am Reich Gottes in Malawi mitarbeiten zu können.“

Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig. Zwölf Missionare arbeiten unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie unterstützen landwirtschaftliche Projekte, engagieren sich im Gesundheitswesen und bohren Brunnen. Außerdem bauten sie ein theologisches-handwerkliches Ausbildungszentrum für Gemeindeverantwortliche auf und betreiben einen Radiosender. Tobias und Sarah Müller arbeiten seit 2011 in dem Land, seit 2018 wohnen sie in Zomba. Dort sind sie für die Schulungsarbeit der Pastoren der einheimischen Partnerkirche zuständig. Außerdem betreuen sie die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Kurzzeiteinsatzprogramms „impact“ der Liebenzeller Mission in Malawi.

Wenn Gott Lebenspläne durchkreuzt und einem das Wichtigste und Liebste nimmt – was dann? Mache verbittern und wenden sich enttäuscht von Gott und dem christlichen Glauben ab. „Wenn Gott bei mir mit 13 Jahren nicht so große Knieprobleme zugelassen hätte, dass ich das für mich Wichtigste – das Fußballspielen – aufgeben musste, wäre ich nicht mehr Christ.“ Das sagt die 23-jährige Eileen Lambert, die in Bad Liebenzell an der Interkulturellen Theologischen Akademie studierte und neben dem Schreiben ihrer Bachelorarbeit zurzeit bei der Jüngerschaftsschule der Liebenzeller Mission arbeitet.

Eileen wuchs mit drei älteren Geschwistern in einer gläubigen Familie in Bassum auf, das rund zwanzig Kilometer südlich von Bremen liegt. Sie gehörten der Freien evangelischen Gemeinde im nahegelegenen Syke an. Nach ihrem Abitur besuchte Eileen ein Jahr lang im südafrikanischen Pretoria die Jüngerschaftsschule von Operation Mobilisation (OM), eine internationale christliche Hilfsorganisation und Missionsgesellschaft. „Diese Zeit war für mich lebensverändernd, ich lernte erst dort Jesus Christus so richtig kennen“, blickt Eileen zurück. Dabei engagierte sie sich auch in einem Sportprojekt mit aidskranken Kindern und Drogenabhängigen. Danach arbeitete sie für OM für drei Monate in Südostasien: Sie war in der Kinder- und Jugendarbeit tätig, erteilte Englischunterricht an Schulen und strich Zimmer. „Dort habe ich auch regelrecht von Gott einen Ruf in die Missionsarbeit im Ausland erhalten.“ Eileen lernte in Südafrika einen Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell kennen und wollte ursprünglich auch Theologie und Soziale Arbeit studieren. Sie entschied sich aber dann für die Interkulturelle Theologische Akademie, ebenfalls in Bad Liebenzell, da sie stärker von Anfang an auf die weltweite Mission ausgerichtet ist. So absolvieren die Studenten unter anderem auch ein Praktikum im kanadischen Toronto, in der sie das Zusammenleben von verschiedenen Kulturen kennenlernen.

Eine Norddeutsche lernt die Maultauschen kennen

Bad Liebenzell war für sie dann schon „kulturell anders“: Sie kannte die Liebenzeller Mission absolut nicht: „Ich wusste nicht einmal, wie der Direktor heißt, als ich mit meinem Studium anfing.“ Und: „Ich hatte bis dahin noch nie Maultauschen gegessen – und nun gab es diese gefühlt jede Woche einmal in der Kantine“, erzählt sie lachend. Auch an die besondere schwäbische Grammatik musste sie sich gewöhnen. Ebenso war sie die indirekte Art der Kritik bislang nicht so gewohnt: „Wir Norddeutsche sind hier viel direkter, gelten von daher auch aber als kühler.“ An den Schwaben schätzt sie die herzliche Gastfreundschaft: „Man sagt ihnen nach, dass sie geizig seien. Das gilt aber beim Umgang mit Gästen absolut nicht.“

Gott als liebenden Vater kennenlernen

Eileen ist nun ausgebildete Gemeindehelferin. In ihrer Bachelorarbeit, die sie momentan schreibt, will sie den Malawi-Einsatz der Jüngerschaftsschule auswerten, den sie leiten wird. Die „Firemountain Training School (FTS)“ der Liebenzeller Mission besuchen zurzeit für ein halbes Jahr elf Jugendliche im Alter von 18 bis 20 Jahren, um ihren Horizonte zu erweitern, Jesus nachzufolgen und den Charakter zu formen. Dabei leben sie in einer großen Wohngemeinschaft, erhalten inspirierende Impulse und arbeiten bei sozialen und missionarischen Projekten mit. So ist Eileen bei missionarischen Einsätzen dabei und als Mentorin tätig. Besonders Freude macht ihr das „Serve“ (Dienen)-Programm. Dabei helfen die Jugendlichen pro Woche für zwei Stunden in Familien und Betrieben mit. Eileen wünscht sich, dass die Teilnehmer die Jüngerschaftsschule genauso gewinnbringend und lebensverändernd erleben wie sie ihre Zeit in Pretoria. Besonders am Herzen liegt Eileen, dass die Jugendlichen Gott als liebenden Vater kennenlernen. Das sei umso wichtiger, da viele Jugendliche in Deutschland schlechte Erfahrungen machten oder ohne Vater aufwuchsen, so ihr Eindruck: „Sie haben von daher verständlicherweise kein positives Vaterbild.“ Ebenso will sie den Jugendlichen für die Mission begeistern. Eileen selbst plant, mit ihrem Verlobten, der ebenfalls in Bad Liebenzell studiert, nach ihrer Hochzeit im kommenden Jahr dann als Missionare im Ausland zu arbeiten.

Bewusste Entscheidung, Gott zu vertrauen

Ein großer Einschnitt bedeutete für Eileen, dass sie mit 13 aufhören musste, Fußball zu spielen. Sie übte diesen Sport bereits mit drei Jahren begeistert aus. „Neben meiner Jungs-Mannschaft spielte ich auch in verschiedenen Auswahlmannschaften und war auf dem besten Weg in die Nationalelf.“ Und dann der Schock: Das Knie machte nicht mehr – und sie musste diese Sportart aufgeben. Wie geht man damit um, wenn Gott einem das nimmt, das einem lieb und wichtig ist? „Gott hat mir nichts genommen, er hat etwas zugelassen. Er hat einen guten Plan für mein Leben“. Daran hält sich Eileen fest. „Gleichwohl tut es immer noch sehr weh, nicht mehr so Fußball spielen zu können“, räumt sie ganz offen ein. Sport ist ihr immer noch sehr wichtig, „denn er verbindet Menschen und man kommt mit ihnen dadurch sehr schnell in Kontakt“. Letztlich ist Eileen überzeugt: „Es ist Gnade, wenn man es schafft, an Gott dranzubleiben, wenn Dinge passieren, die man nicht einordnen und das Gute zunächst nicht sehen kann.“ Dabei hilft ihr immer wieder die bewusste Entscheidung, auf Gott zu vertrauen und sich auf sein Wort zu verlassen, dass er alles im Griff hat und er letztlich alles richtig führt: „Ich will daran festhalten, dass Gott es gut mit mir meint.“

FRANKREICH. Auch in Frankreich gedachte man am Volkstrauertag den Opfern der beiden Weltkriege. Im Mittelpunkt stand dieses Jahr die Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren. Die Gedenkfeier auf dem deutschen Soldatenfriedhof in Huisnes-sur-Mer (Normandie) organisierte der deutscher Missionar Peter Rapp maßgeblich mit. Dabei las er auch einen Psalm und sprach ein Gebet. An der Feier nahmen neben hochrangigen Vertretern des lokalen Militärs und der örtlichen Behörden auch Schüler aus Frankreich und Deutschland teil.
Im vergangenen Jahr hatte Rapp erstmalig die Gedenkfeier vorbereitet, zusammen mit der Deutschen Botschaft in Paris, dem Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge und den hiesigen Lehrern, die ihn kennen und schätzen. Diese Feier enthält von ihrer Ursprungsidee auch eine geistliche Ansprache und Gebet. „2017 ich war als einziger kirchlicher Vertreter dabei“, sagte Rapp, der seit 1991 mit seiner Frau Sigrun in Frankreich unter anderem christliche Gemeinden gründet. In diesem Jahr wollte er die Gedenkfeier auch im geistlichen Bereich auf breitere Basis stellen. Dazu lud er einen befreundeten katholischen Priester ein, der in der Nähe der Gedenkstätte wohnt. Zusammen übernahmen sie die Schriftlesung, die geistliche Ansprache und das Gebet. Dabei erinnerte Rapp in seinem Gebet dabei daran, dass Gott die Versöhnung der Völker ermögliche. Er habe durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes Jesu die Menschen mit ihm versöhnt.

Gedenkfeier bringt Menschen zusammen
Rapp ist sehr dankbar, dass er an den Gedenkveranstaltung mitwirken konnte: „Ich erlebe, dass durch die Vorbereitungen und der Durchführung Verbindungen zwischen Menschen aufgebaut werden, die sich vorher nicht kannten. Eines der Vorbereitungstreffen fand in unserem neuen Gemeindesaal statt.“ Nach der Zeremonie konnte er beim Umtrunk auch mit führenden Militärangehörigen und Behördenvertretern sprechen. Die Beteiligung von Rapp wurde sehr geschätzt. So wurde er gebeten, im Kreis mitzuarbeiten, der die Gedenkfeierlichkeiten zum 75. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges im nächsten Jahr vorbereitet.

DEUTSCHLAND. Junge Menschen, die dem christlichen Glauben fernstehen, lassen sich nur schwer zu christlichen Veranstaltungen einladen. Eine ungewöhnliche Idee hatte nun die Junge Kirche Berlin-Treptow (JKB), eine missionarische Arbeit der Liebenzeller Mission: Sie lud zusammen mit der evangelischen Gemeindearbeit Oderin in Brandenburg zu einem Freiluft-Gottesdienst ein – mit Freibier. An den Vorbereitungen beteiligten sich auch viele Bürger aus Oderin, die bis dahin keinen Kontakt zu Kirche hatten, berichtet Dirk Farr. Er engagiert sich seit 2006 mit seiner Frau Angelika in Berlin in der missionarischen Gemeindeaufbauarbeit.

Bei dem Gottesdienst mit über 100 Besuchern trat eine Band aus Berlin auf. Der Evangelist und Gemeindegründer der Liebenzeller Mission, Jan Edler (Frankfurt), predigte über „Jesus, was ist das denn für ein Typ?“. Dabei zeigte der Theologe auf, wie Gottes Sohn das Leben jedes Menschen zum Guten verändern kann und er Sinn und Hoffnung gebe. Die JKB-Mitarbeiterin Jana Kontermann berichtete, wie Gott ihr Leben veränderte. Niemand dachte je, dass aus ihr etwas werden würde. Aus der schüchternen, ehemaligen Hauptschülerin sei eine Frau geworden, die in einer Leitungsposition nun arbeite und es liebe, auf der Bühne zu stehen. Im Anschluss gab es für die Gäste Freibier und Gegrilltes, Kaffee und Kuchen. Parallel gab es für Kinder ein gesondertes Programm.
Laut Dirk Farr stieß das ungewöhnliche Angebot auf positive Reaktionen: „Viele waren begeistert, dass man Gottesdienst so mit moderner Musik und lebensnaher Predigt feiern und erleben kann.“ Es lohne sich, Gott zu vertrauen und in persönliche Beziehungen investieren, so der Theologe. „Es war herrlich zu sehen, wie gewinnend ein Gottesdienst sein kann, wenn Jesus im Zentrum steht und er gleichzeitig nah bei den Menschen ist.“

Nun planen die Verantwortlichen einen weiteren Gottesdienst in ähnlicher Form. Weiterhin gibt es einmal im Monat eine offene Bibelgruppe, in der die Teilnehmer gemeinsam in der Bibel lesen und sich darüber austauschen.