Christoph Scharf, Absolvent des Theologischen Seminars der Liebenzeller Mission, arbeitete 20 Jahre in der Gemeindegründung in Mecklenburg-Vorpommern und wechselt nun in eine Berliner Gemeinde. Er berichtet, was seine Arbeit ausmachte.

Christoph, was hast Du in Mecklenburg-Vorpommern gemacht?
Ich verlasse nach 20 Jahren Mecklenburg-Vorpommern. Zunächst war ich acht Jahre in Schwerin tätig und nun zwölf Jahre in Bad Doberan unmittelbar an der Ostsee gelegen. In dem Städtchen mit knapp 13.000 Einwohnern gab es seit 1978 ein Freizeitheim des Mecklenburgischen Gemeinschaftsverbandes mit Vollversorgung und Hauseltern. Als 2007 der große G8-Gipfel im Stadtteil Heiligendamm stattfand, überlegte man, das Haus zu verkaufen und im benachbarten Kühlungsborn ein neues Freizeitheim zu bauen, was sich Gott sei Dank zerschlug. Zeitgleich kam der Gedanke auf, hier in Bad Doberan eine Gemeinde zu bauen. Dazu wurden wir angefragt. Wir haben mit einem kleinen Team angefangen, das sich wöchentlich traf und überlegten, wie wir eine Gemeinde gründen können. Wir schulten Mitarbeiter und beteten vor allem sehr viel. Gerade das Gebet legte die Grundlage, dass eine Gemeinde gewachsen ist. Dabei halfen uns auch die Willow-Creek-Kongresse und Impulse: „Die Ortsgemeinde ist die Hoffnung der Welt.“ Oder: „Was würde dieser Stadt fehlen, wenn es uns als Gemeinde ‚Haus Gottesfrieden‘ nicht mehr geben würde?“ Wir fragen uns immer wieder: „Was wollen wir sein?“ Unsere Antwort: Wir wollten in dem areligiösen Kontext Jesus bekannt machen. Ferner wollten wir für die Menschen da sein und ihnen etwas geben, das sie vermissen würden, wenn es uns nicht mehr gebe. Und daraus ist eben eine Gemeinde gewachsen.

Wie viele Mitarbeiter wart ihr im Schnitt?
Wir hatten bis zu 16 Mitarbeiter in der Spitze. Wir hatten zeitweise bis zu drei Kindergottesdienstgruppen. Wir hatten auch ein super Musik-Team. Zu Ostern boten wir mehrere Jahre Lobpreis-Abende an. Bis zur Corona-Pandemie zählten wir bis 70 Gottesdienstbesucher. Für unseren Ort und für den Mecklenburgischen Gemeinschaftsverband waren wir eine relativ große Gemeinde. Dabei waren rund ein Drittel der Besucherinnen und Besucher gar keine Christen, sondern schlicht Menschen, die sich einfach nur bei uns wohlgefühlt haben. Unsere Gottesdienste finden immer um 15 Uhr statt, da wir noch bis 2015 ein Freizeitheim für Selbstversorger waren, deshalb konnten wir keine früheren Gottesdienste anbieten. Und das haben wir dann auch bewusst so beibehalten. Alle zwei Wochen boten wir Kaffee und Kuchen an und viele sind dann erst nach 18 Uhr gegangen. So hatte ich mir immer Gemeinde vorgestellt, bei der wir füreinander beteten. Mit der Corona-Pandemie hat sich die Gemeinde komplett verändert. So sind viele in andere Gemeinden abgewandert, die größere Räume hatten und ihre Gottesdienste daher nicht auf Online-Angebote umstellen mussten. Hinzu kamen massive Eheprobleme bei Gemeindemitgliedern. Außerdem wechselten einige Mitarbeiter die Gemeinde. Leider ist die Gemeinde aus diesem „Winterschlaf“ noch nicht ganz aufgewacht. Wenn wir heute 20 bis 25 Gottesdienstbesucher sind, sind wir schon glücklich.

Was waren Deine Höhepunkte in Deiner Arbeit?
Wir haben uns an allen Festen beteiligt. So haben wir bei einer Kulturnacht unser Haus geöffnet. Beim Kinderfest haben wir Spiele angeboten, die Kinderzentrale der Liebenzeller Mission unterstützte uns dabei. Auch auf dem Weihnachtsmarkt waren wir mit einem Stand vertreten, ich durfte sogar auf der Bühne moderieren. Und wir organisierten Luther-Feste, beim letzten 2019 kamen fast 300 Menschen zu uns. Dabei gab es viele mittelalterliche Stände mit Handwerkskunst, Bogenschießen und Kostümwettbewerben. Wir wollten der Stadt auch immer Möglichkeiten geben zu feiern. Dem regelrechten Halloween-Wahn am 31. Oktober wollten wir angstfreie Zonen entgegensetzen. Dazu kamen Missionsvorträge, Freiluftgottesdienste und das von Willow Creek inspirierte „Abenteuerland“ für Kinder. Wir versuchten so oft wie möglich präsent zu sein. Und das würdigte der Bürgermeister auch bei meinem Abschied. Dabei bedankte er sich dafür, dass wir uns so sehr in und für die Stadt engagiert haben. Wir wollten auffallen und Menschen ganz klar auf Jesus hinweisen. Wir machten deutlich, dass unser Haus nicht nur „Gottesfrieden“ heißt, sondern dass man ihn hier auch findet. Das war unser Ziel und unsere Aufgabe.

Was hat Dich geprägt?
Bei meiner Einsegnung 2002 im Missionszelt überreichte mir der damalige Direktor Pfarrer Hanspeter Wolfsberger, der ein großer Befürworter der Missionsarbeit in Mecklenburg-Vorpommern und mein persönlicher Seelsorger war, mit einem Lächeln den Bibelspruch aus Jesaja 41,13: „Ich bin der Herr, dein Gott, der deine rechte Hand fasst und zu dir spricht: Fürchte dich nicht, ich helfe dir!“ Dieser Vers ist mir tatsächlich ein Programm geworden für mein bisheriges Leben: Ich konnte, egal, wo ich auch hingegangen bin oder es mir manchmal gar nicht vorstellen konnte, erleben, wie Gott meine rechte Hand fasst, auch die meiner Familie. Diese helfende Hand habe ich immer wieder erlebt. Die Gemeindearbeit hier war ein Familienprojekt! Die Gottesdienstbesucher lobten wiederholt, dass wir uns mit unseren fünf Kindern in die Gemeindearbeit eingebracht haben: Zum Beispiel im Technikteam, in der Kinder- und Jugendarbeit oder bei der Musik. Und ich freue mich, dass unsere Tochter Pia seit Ende August mit dem impact-Team an der Amano-Schule in Sambia für ein Jahr den Dienst in der Liebenzeller Mission fortführt, nachdem ich dort nun aufhöre.

Du wechselst nun in die Landeskirchliche Gemeinschaft nach Berlin-Spandau. Was ist dort Deine Aufgabe?
Bereits vor drei Jahren vereinbarte ich mit der Liebenzeller Mission, dass ich 2022 nach dem Ausbildungsabschluss einer unserer Töchter als Multiplikator und Botschafter für die Missionsarbeit in eine Gemeindearbeit wechsle und Platz mache für die nächste Generation im Gemeindegründungsteam. Die Landeskirchliche Gemeinschaft in Berlin-Spandau, meine Heimatgemeinde, die mich vor 25 Jahren in die Ausbildung nach Bad Liebenzell ausgesandt hat, fragte mich mehrfach an, ob ich nicht als Pastor zu ihnen wechseln könnte. Dort gab es seit ihrer Gründung vor über 60 Jahren stets Prediger aus Liebenzell.

Was nimmst Du aus Bad Doberan und Mecklenburg-Vorpommern mit?
Ich nehme die Begeisterung und das Wissen mit, dass Gemeindebau auch in schwierigen Gebieten möglich ist, wo es sehr viel Atheismus gibt. Ich bin dabei weniger der klassische Gemeindegründer als vielmehr Gemeindebeleber. Es gibt in Berlin Überlegungen, ein Ausbildungskonzept für „Zeltmacher“ zu entwickeln, Menschen also theologisch zu schulen, die weiter in ihrem Beruf arbeiten und bewusst in Gegenden ziehen, in denen sich Gemeinden keinen hauptberuflichen Pastoren leisten können.

Wie bleibt die Beziehung zur Liebenzeller Mission bestehen?
Ich bleibe Liebenzeller! Das ist meine Heimat. Wir werden mit der Jungen Kirche Berlin-Treptow, einem Gemeindegründungsprojekt der Liebenzeller Mission, ein regionales Missionsfest planen. Ich werde auf jeden Fall der Liebenzeller Mission treu bleiben, auch wenn ich nun in einer Gemeinde innerhalb des Gemeinschaftsverbandes Berlin-Brandenburg arbeite. Wo die Liebenzeller Mission auftaucht, bin ich dabei. Ich bin sehr dankbar für alle Unterstützer und Beter, die uns in diesen 20 Jahren unterstützt haben.

Seit 18 Jahren arbeiten Markus und Regine Gommel in Toronto. Seit einigen Jahren sind sie von der Liebenzeller Mission Kanada ausgesandt für die Arbeit unter asiatischen Einwanderern. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland und berichten von ihrer Arbeit. Wir haben Regine und Markus ein paar Fragen gestellt.

Wie lebt es sich als Schwaben in Kanada?
In Toronto kann man richtig schwäbisch leben. Da muss man auch sparen und gebrauchte Sachen kaufen. Second-Hand-Läden gibt es sehr viele. Als Schwabe kann man es in Toronto gut aushalten.

Ihr habt ein großes Herz für Menschen aus Asien. Warum?
(Regine): Markus hatte schon bevor wir uns kennenlernten den Wunsch, nach Bangladesch zu gehen, um Menschen zu einem Leben mit Jesus einzuladen. Er wollte gerne in einem Land arbeiten, in dem viele Muslime leben. Wir waren dann zwei Jahre in Bangladesch und haben die Bengalen in dieser Zeit sehr liebgewonnen. Bei mir hat es etwas länger gedauert als bei Markus, aber heute haben wir sie beide sehr ins Herz geschlossen. Dass wir heute unter Bengalen in Toronto arbeiten, passt da natürlich sehr gut.

In Toronto ladet ihr Menschen aus Asien zu euch ein und erzählt ihnen von Jesus Christus. Nehmt ihr eine Offenheit bei ihnen für den christlichen Glauben wahr?
Für Glaubensgespräche sind sie sehr offen. Gespräche über Gott gibt es ständig. Oft herrscht aber bei ihnen die Meinung vor, dass Muslime und Christen an denselben Gott glauben. Oder sie erzählen ihre Sicht auf Jesus. Unsere wollen sie nicht immer hören. Das gelingt aber besser, wenn Freundschaften entstehen. Und für Freundschaften sind sie sehr offen, Freundschaften finden sie toll. Wir sind daran, hinter den Vorhang der Religiosität zu blicken. Schön ist es, dass Muslime in aller Regel gerne für sich beten lassen – gerade auch von uns Christen.

Was sind die Herausforderungen in eurer Arbeit?
Für die meisten Menschen stehen materielle Nöte an erster Stelle. Die Familien haben große Nöte, es gibt viele Ehekrisen und finanzielle Probleme. Die Menschen erhoffen sich oft Lösungen von uns. Wir möchten sehr gerne helfen, stoßen aber schnell an Grenzen. Allerdings sehen wir nicht nur die materiellen Nöte, sondern auch die geistlichen – und die Zusammenhänge, die es zwischen beiden Bereichen gibt.

Derzeit seid ihr Deutschland. Was vermisst ihr am meisten, wenn ihr in Kanada seid?
Eigentlich vermissen wir wenig. Außer natürlich Familie, Freunde und unsere Gemeinde. Die Begegnungen in Deutschland nehmen wir oft intensiver wahr. Es ist schön, in eine vertraute Umgebung wieder einzutauchen. Wir können hier Begegnungen haben, in denen wir einfach „sein“ können, ohne selbst immer geben zu müssen. Wobei wir wirklich sagen können, dass wir auch sehr viel von den Menschen zurückbekommen. Oft werden wir zum Dank bekocht. Man muss also auch bereit sein, selbst etwas zu empfangen. Dann entsteht ein Gleichgewicht von Geben und Nehmen.

Du willst die Missionsarbeit von Regine und Markus Gommel mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

PAPUA-NEUGUINEA. „Selbst, wenn sich eure eigenen Eltern nicht gut um euch kümmern – für Gott seid ihr sehr wertvoll.“ Diese Botschaft gibt Justin aus leidenschaftlicher Überzeugung an die Kinder in unserem Kidsclub in Wewak weiter. Der 24-Jährige weiß, wovon er spricht. Er selbst hatte keinen leichten Start ins Leben.

Justin wurde im abgelegenen Hinterland der Sepik-Provinz geboren. Seine unverheiratete Mutter setzte ihn aus Scham in einem kleinen Bach im Dschungel aus. Bevor das Wasser das Baby wegspülen konnte, entdeckte glücklicherweise sein Onkel Terry den kleinen Jungen und beschloss sofort, ihn bei sich aufzunehmen. Terry sah als Christ und Pastor in seinem Neffen einen von Gott gewollten und geliebten Menschen, auch wenn die neuguineische Kultur dieses Kind als wertlos abstempelte.

Und so bekam Justin ein neues, sicheres und liebevolles Zuhause bei seiner Tante und seinem Onkel, die ihm ermöglichten, zur Schule zu gehen und Gott kennenzulernen. „Ich bin sehr dankbar, dass meine neuen Eltern Christen sind“, erzählt uns Justin. „Daheim und in der Kinderkirche hörte ich viele Geschichten von Jesus. So begann ich, an ihn zu glauben.“

Mittlerweile ist Justin erwachsen und will Lehrer werden, um die nächste Generation positiv zu prägen. Für die Ausbildung ist er in die Stadt Wewak gezogen. Daneben arbeitet er sehr eifrig und treu im Kidsclub mit. Danke, wenn du unsere Arbeit in diesem sozialen Brennpunkt unterstützt, damit noch viele Kinder erfahren, wie wertvoll sie tatsächlich sind.
Manuel und Christina Feige

Bitte unterstützt unsere Arbeit in Papua-Neuguinea und vielen weiteren Ländern mit einer Spende. Herzlichen Dank!

Christliche Missionsschulen tragen viel in Bangladesch zu einer guten Schulausbildung bei, vor allem zu einer ganzheitlichen Bildung mit dem Blick einer lebensnahen Ausbildung. Das sagte ein hochrangiger Beamter bei der Einweihung der Martin Luther Memorial Junior High School in Khulna. Künftig können dort nicht nur Bewohner aus dem Liebenzeller Kinderdorf aufgenommen werden, sondern auch Jungen und Mädchen aus der Umgebung. Die neue Schule bietet Platz für 120 Mädchen und Jungen im Alter von vier bis zehn Jahren. Diese werden von sechs Lehrerinnen und Lehrern einschließlich der Rektorin unterrichtet.

Bis die Schule gegründet werden konnte, musste die Liebenzeller Missionare Michael und Regine Kestner mit ihren Mitarbeitern einen langen, oft steinigen Weg mit so manchen Hindernissen bewältigen. Als die Regierung 2017 forderte, die Schule ebenfalls für Schülerinnen und Schüler von außen zu öffnen, fingen die Verantwortlichen an, die Schule neu aufzubauen, da die alte in der Regenzeit ständig im Wasser stand und auch sonst ein sehr desolates Lernfeld bot. Geplant war ursprünglich eine Grundschule, die auch Kinder berücksichtigt, die im Lernen Schwierigkeiten haben und eine besondere Förderung benötigen. Deshalb wurde die Zahl der Schülerinnen und Schüler bewusst klein gehalten, um so eine anregende Umgebung mit guten Lehrern zum Lernen zu schaffen.
Es war nicht leicht, aus 120 Bewerbungen die Lehrerinnen und Lehrer auszuwählen, die verschiedenen Religionsgemeinschaften angehören und aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten stammen. „Gott sei Dank wurde eine sehr gute christliche Rektorin gefunden“, so das Missionarsehepaar Kestner.

Die Baukosten beliefen sich auf 30.000 Euro. Das Gebäude hat einen Klassenraum für die Vorschule und je einen Raum bis zur fünften Klasse, ein Lehrerzimmer und ein Büro jeweils mit einem WC sowie einen separaten Toilettenbereich für die Schüler. Entlang der Klassenzimmer wurde eine lange Veranda gebaut, die vor allem in der Regenzeit nutzbar ist.
Die Lehrer setzen sich sehr für die Schule und Schüler ein. Für die Einweihungsfeier bastelten und malten sie mit den Kindern und lernten Gedichte mit den Jungs auswendig. Diese gestalteten selbst das Einweihungsschild, dekorierten die Räume und brachten sich mit ihren Ideen ein.

Die Vögel stehen als Symbol für das Davonfliegen und die Selbstständigkeit der Schüler, Blumen erinnern an das Aufblühen der Schüler und die Entfaltung ohne Angst, Boote symbolisieren das Verwurzeltsein in Bangladesch und im Leben, Flugzeuge für das Wissen und den Fortschritt. Diese Symbole verdeutlichen, was die Schule erreichen will. Unterstützt wurden die Lehrer und Schüler durch das impact-move-Team. Die Kurzzeitprogramm-Mitarbeiter der Liebenzeller Mission halfen beim Malen der Klassenschilder.

Die Gründung der Schule wurde dank vieler Spender aus Deutschland ermöglicht. Gespendet wurden unter anderem auch Puzzle, Spiele, Bauklötze, Konstruktionsspielzeug sowie einfache Baukästen für Chemie, Biologie und Physik. Besonders angetan waren die Besucher vom Kindergarten. Dieser ließe sich in Zukunft noch ausbauen, da zurzeit nur eine Altersgruppe angeboten wird.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1974 in Bangladesch aktiv. Um den Kindern zu helfen, unterstützen die Missionare unter anderem das Kinderdorf in Khulna (rund 240 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Dhaka). Regine und Michael Kestner sind seit 37 Jahren in Bangladesch tätig und arbeiten seit 2006 in dem Kinderdorf mit. Das Kinderdorf wurde 1995 gegründet und zählt zurzeit 70 Jungs.

BURUNDI. Diagnose Krebs mit 21 Jahren! Vor ziemlich genau einem Jahr sagten ihr das die Ärzte – ein großer Schock für Ella*. Die ersten Monate ging es ihr sehr schlecht. Es wurde vieles ausprobiert, um den Krebs zu besiegen, doch er war nicht mehr aufzuhalten. Deshalb stürzte sie sich ins Leben.

Ella engagierte sich als Mitarbeiterin in der Sonntagsschule. Sie war eine lebensfrohe, aktive junge Frau, die sich in den letzten Monaten voll in die Gemeinde eingebracht hat – wohlwissend, dass ihre Zeit begrenzt ist.

Zwei Wünsche hatte sie noch. Zum einen wollte sie so gerne bei der Weihnachts-Aufführung mitmachen, und zum anderen war es ihr ein Anliegen, getauft zu werden. Beide Wünsche erfüllte ihr Gott. Mit Begeisterung erlebte sie ihren Auftritt beim Theaterstück in der Gemeinde, und am gleichen Tag wurde sie im Anschluss an den Gottesdienst getauft. Den Nachmittag verbrachte sie bei uns, um zu feiern. Schon am nächsten Tag verlor Ella das Bewusstsein, und in der Nacht auf Dienstag starb sie.

Jeder von uns wurde herausgefordert zu überlegen, was im Leben wirklich wichtig ist. Auch wenn wir nicht verstehen, warum Ella so früh gehen musste, haben wir als Gemeinde Gott gedankt und gefeiert, dass sie nun bei ihm sein darf. Viele waren berührt von dem Zeugnis, das sie hinterlassen hat.
Als Missionare teilen wir Freude und Leid mit den Menschen – eine nicht immer leichte Aufgabe. Deshalb sind wir dankbar für alle Unterstützung und jedes Gebet.
Alex und Tabea Biskup

Bitte unterstützt unsere Arbeit in Burundi und vielen weiteren Ländern mit einer Spende. Herzlichen Dank!

 

*Name geändert

Menschen erreicht man am besten für das Evangelium, indem man auch Gemeinden gründet. Deshalb haben die Liebenzeller Sambia-Missionare Samuel und Anke Meier zusammen mit dem Ehepaar Godfrey und Agnes Mambwe in der Hauptstadt Lusaka eine neue Arbeit gestartet.

Ehepaar Mambwe leitete viele Jahre das Fiwale Hill Bible College. Von 2014 bis 2020 war Godfrey Direktor des sambischen Gemeindeverbandes „Zambia Baptist Association“ (ZBA), mit dem die Liebenzeller Mission seit 1985 zusammenarbeitet.

Die neue Gemeinde richtet sich hauptsächlich an Familien und junge Menschen. „Zurzeit kommen etwa 60 Erwachsene und 25 Kinder zum Gottesdienst“, so Samuel Meier. Daneben gibt es Kindergottesdienste, Jüngerschaftskurse, Eheabende sowie Jugend- und Sportnachnachmittage mit Volleyball-Spielen. Die Gemeinde braucht nun unbedingt ein Kirchengebäude, denn das Gebäude, in dem sich die Besucherinnen und Besucher zurzeit treffen, wird langsam zu klein und gehört ihnen auch nicht. „Wir wünschen uns, dass wir bald anfangen können zu bauen“, sagte Samuel Meier.

Dass diese Gründungsarbeit von Anfang an in einem Tandem gestartet wurde, ist für unsere Partnerkirche absolut bemerkenswert: „Diese neue Arbeit ist insofern einzigartig, dass hier zwei Gemeindegründer unterschiedlicher Nationalität mit verschiedenen Gaben und Erfahrungen am Werk sind“, schrieb Godfrey Mambwe kürzlich in einem Projektbericht. „Ich kann bezeugen, dass wir sehr gut zusammenarbeiten. Wir sind in mancherlei Hinsicht verschieden, aber wir ergänzen uns prima durch Gottes Vorsehung. Unsere Unterschiedlichkeit wirkt sich tatsächlich zum Wohl der Arbeit aus.“

Samuel und Anke Meier leben seit September 2005 in Sambia und begannen Anfang 2020 eine Gemeindegründung in der Hauptstadt Lusaka. Zuvor arbeiteten sie als Pioniermissionare in Nabwalya und in der Teamleitung in Ndola. Vor seiner Ausbildung am Theologischen Seminar der Liebenzeller Mission war Samuel als Kfz-Mechaniker tätig. Anke ist gelernte Ergotherapeutin. Sie haben drei Kinder.

Benjamin und Debora Wagner leben seit Oktober 2016 in Sambia. Seit dem Abschluss des Sprach- und Kulturtrainings arbeiten sie im Projekt „Hilfe zum Leben“ in Mushili mit. Seit Sommer 2017 ist Benjamin Projektverantwortlicher. Debora hält Kinderstunden und unterrichtet benachteiligte Kinder in einem Waisenhaus. Beide erhielten ihre Berufung in den Missionsdienst bei Auslandseinsätzen in Afrika. Sie haben drei Kinder. Dabei erlebten sie vor Kurzem, wie Gott ihnen bei der Rückkehr in ihr Einsatzland Sambia ganz konkret half:

Der Wechsel vom deutschen Kindergarten zur internationalen Schule (Vorschulklasse) hier in Ndola ist Levi anfangs sehr schwergefallen. Er hatte regelrecht Panik vor der Schule und die Fahrt dorthin war jeden Morgen ein Kampf. Die Angst hat ihm Bauchweh bereitet, sodass wir ihn sogar medizinisch haben durchchecken lassen – jedoch ohne Befund. So wussten wir, dass seine Bauchschmerzen dadurch verursacht waren, dass ihm der Wechsel so schwerfiel. Viele haben in der Zeit für ihn gebetet. Als Debbie eines Morgens mal wieder mit jammerndem Kind zur Schule gefahren ist, hat sie Jesus darum gebeten, ein Wunder zu tun. Sie hat ihn förmlich angefleht, die Situation zu bessern, da der Zustand auf Dauer sehr anstrengend wurde und uns zermürbt hat. Nach dem Gebet meinte Levi, er hätte ab jetzt keine Angst mehr und will sich mehr auf die Schule freuen. Tatsächlich hat er seit diesem Tag nicht mehr über psychisch bedingte Bauchschmerzen geklagt und geht seither fröhlich zur Schule. Abends sagt er sogar manchmal, er freue sich auf den nächsten Schultag. Wir sind unfassbar dankbar für diesen Wandel und sehr stolz darauf, wie unsere Kids sich auf die neue Situation eingelassen haben, auch wenn sie manches Schöne in Deutschland vermissen und betrauern, dass es hier anders ist. Gott alle Ehre für dieses Wunder!

Du willst die Missionsarbeit von Debora und Benjamin Wagner mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

Seit Januar 2020 arbeitet Anna Marasco in der „Oase“ in Neubrandenburg, einem sozial-missionarischen Projekt der Liebenzeller Mission. Davor hat sie an der Internationalen Hochschule Liebenzell Theologie und Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext studiert. Seit September ist sie mit Adriano verheiratet, der sich ehrenamtlich in der Oase einbringt. Derzeit ist Anna in Süddeutschland unterwegs, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihr einige Fragen gestellt.

Die Arbeit in der Oase ist vor allem Beziehungsarbeit. Was hat sich durch Corona verändert?
Das ist total typabhängig. Manche Mitarbeiter hatten stärker damit zu kämpfen, weil weniger Angebote und Programme möglich waren. Für mich war es nicht so ein Problem. Ich bin dann einfach zu Hause bei den Leuten vorbeigegangen, hab mich quasi bei ihnen eingeladen und konnte so gut Kontakte mit ihnen pflegen.

In deiner Einsatzregion haben viele Menschen gar keinen Zugang zum christlichen Glauben. Wie ist das, wenn sie von Jesus hören. Welche Fragen haben sie?
Auch das ist sehr unterschiedlich. Viele Menschen hier sind areligiös. Sie haben den Gedanken eines höheren Wesens noch nie gehabt oder noch nie gehört. Von daher stellen sie meistens keine Fragen, weil sich keine Fragen ergeben. Sie wissen oft nicht, was sie fragen sollten. Einen Sinn für Spirituelles gibt es oft nicht. Das kommt dann erst nach und nach, wenn sie immer wieder von uns Impulse hören. Viele Menschen haben hier mit Schicksalsschlägen zu kämpfen. Wenn sie Fragen stellen, dann häufig, warum Gott das zulässt.

Was würdest du sagen, ist das Besondere an der Oase?
Das Besondere ist, dass wir mit unserer Gemeindegründung ein Ort sind, an dem alle Menschen zusammenkommen können. Aus DDR-Zeiten waren es die Menschen gewohnt, dass Gemeinschaftsangebote für sie organisiert werden. Sie sind sehr dankbar für Orte, wo sie sich gemeinsam treffen können. Bei uns treffen sich Atheisten, Suchende, Christen. Es gibt kaum Hürden und wir wirken nicht wie eine kirchliche Institution. Jeder kann so kommen, wie er oder sie möchte.

Euer Wunsch ist es, dass aus dem sozialmissionarischen Projekt eine Gemeinde entsteht. Ist es schon so weit oder was ist der aktuelle Stand?
Ich bin davon überzeugt davon, dass wir eine Gemeinde sind. Jesus hat gesagt: Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich mitten unter ihnen. Wir leben Gemeinschaft, wir beten gemeinsam, lesen in der Bibel und lernen gemeinsam Jesus kennen. Von daher sind wir doch Gemeinde! Außerdem haben wir mittlerweile auch gemeindliche Strukturen gelegt. Gleichzeitig merken wir schon, dass wir in einem besonderen Milieu unterwegs sind. Gerade in Bezug auf das Thema Verlässlichkeit läuft hier einiges anders. Manche Leute muss man gefühlt regelmäßig dran erinnern, dass Gottesdienst ist, und sie persönlich immer wieder neu einladen. Die Menschen für verantwortliche Aufgaben zu gewinnen, wie z. B. für den Kindergottesdienst, ist noch schwierig. Wir brauchen schon noch Hauptamtliche, damit die Gemeinde-Angebote verlässlich laufen. Es ist ein langer Weg, Menschen zum Dienst in der Gemeinde zu befähigen und trotzdem sind wir dankbar für jeden fleißigen Mitarbeiter. Was uns sehr freut, ist das Potenzial, das wir in den Kindern und Teens sehen, die zu „Oase Kids“ kommen. Wir haben die große Hoffnung, dass sie nach und nach so in die Oase hineinwachsen, dass sie dann auch mit Jesus unterwegs sind und sich selbst in der Gemeinde einbringen.

Was begeistert dich an deinem Job und was fordert dich heraus?
Ich liebe die Arbeit mit den Menschen. Sie zu begleiten und zu unterstützen, begeistert mich. Wir wohnen hier ja in der Platte. Es ist schon cool, mit den Leuten hier Tür an Tür zu leben. Ich darf in die Welt der Menschen eintauchen, mit ihnen leben und ihnen dabei von Jesus weitersagen.
Gleichzeitig ist das auch die Herausforderung: Es ist nicht immer leicht, eine gute Balance im Nähe-Distanz-Verhältnis zu halten. Da bin ich noch am Lernen.
Manchmal schmerzt es auch zu sehen, wenn Leute wieder in alte Muster zurückfallen und ich mir so sehr wünsche, dass sie ihr Leben so gestalten, dass es gelingt. Da erinnere ich mich immer wieder selbst an den gnädigen Blick von Jesus auf mich selbst. Es gibt hier einfach eine riesige Chance, Menschen zu prägen und Gutes in ihr Leben reinzusprechen.

Was wünscht du den Menschen im Reitbahnviertel?
Ich wünsche mir natürlich, dass Jesus in ihr Leben kommt. Dass sie so vom Heiligen Geist geleitet werden, dass es ihrer Seele guttut. Heilung für seelische Belastungen ist ein großes Thema und ein großer Wunsch von uns als Team für sie. Und wenn ich was für mich wünschen darf: Dass manche Prozesse mit den Menschen vor Ort und in der Gemeinde etwas schneller gehen, auch wenn ich weiß, dass Wachstum seine Zeit braucht.

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Die Liebenzeller Mission betritt Neuland: Im Herbst 2023 soll in Ecuador ein Frauenhaus starten. Wir haben mit dem designierten Einrichtungsleiter, Missionar Sebastian Ruf, darüber gesprochen, wie es zu diesem neuen Projekt kam, wie er Betroffenen konkret helfen will und welche fatalen Folgen ein einheimisches Sprichwort hat.

Sebastian, was ist das Ziel des Frauenhauses, das ihr gründen wollt?
Wir wollen einen sicheren Zufluchtsort für Frauen schaffen, die häusliche Gewalt erleben, was hier in Ecuador ein großes Problem ist. Wir wollen zudem einen Ort anbieten, an dem Frauen heil werden können von dem Trauma, das sie erlitten haben. Außerdem sollen sie eine Perspektive erhalten, selbstständig leben zu können und nicht mehr von ihrem Partner emotional und finanziell abhängig zu sein. Dabei ist uns bewusst, dass bei häuslicher Gewalt leider in seltensten Fällen eine Versöhnung oder Wiederherstellung der Ehe möglich ist.

Wie sieht das Konzept des Schutzhaus ganz praktisch aus?
Wir haben in der Provinzhauptstadt Ibarra zwei Häuser angemietet: In dem einen leben wir, in dem anderen künftig bis zu acht Frauen mit Kindern, die ihre Mutter noch brauchen und oft Dinge aufzuarbeiten haben, die durch die häusliche Gewalt verursacht wurden. In dem Haus sollen auch eine einheimische Mitarbeiterin wohnen. Sie kümmert sich um organisatorische Aufgaben und begleitet die Frauen.

Wie helft ihr den Frauen konkret?
Tabea, meine Frau, arbeitet bereits jetzt mit einer Gruppe von Frauen zusammen, die meistens bereits länger Christen sind und Verantwortung auch in anderen Bereichen übernommen haben. Sie bildet sie unter anderem in der Seelsorge mit Frauen aus, die häusliche Gewalt und ein Trauma erlebt haben. Diese einheimischen Mitarbeiterinnen werden später die Frauen im Haus betreuen. Jede Betroffene soll dabei eine direkte Ansprechpartnerin haben, mit der sie sich regelmäßig trifft. Wir müssen zudem die Frauen rechtlich begleiten, wenn zum Beispiel eine Scheidung nicht mehr vermeidbar ist. Letztlich ist das Ziel, dass die Betroffenen wieder selbstständig leben können. Dabei sollen die Frauen ungefähr ein halbes Jahr bei uns wohnen. Die Seelsorgerinnen übernehmen dabei einen wichtigen Part. Wir bieten den Frauen daneben auch Workshops an, bei denen sie lernen, finanziell auf eigenen Füßen zu stehen und ihre Kinder zu begleiten.

Wer steht hinter eurer Arbeit?
Hinter uns stehen mehrere Gemeinden im Norden Ecuadors, die in den vergangenen Jahren durch die Liebenzeller Mission gegründet wurden oder sich zu uns halten. Wir haben von Anfang an die Gemeinden informiert und bemüht, sie ins Boot zu holen. Dabei arbeiten wir eng mit der größten Gemeinde hier in Ibarra zusammen. Wir haben immer den engen Kontakt mit dem örtlichen Pastor gesucht und unsere Entscheidungen mit ihm abgesprochen. Von hier kommen auch die Seelsorgerinnen. Ich spreche außerdem in den christlichen Gemeinden in Ecuador immer wieder über häusliche Gewalt. Dabei versuche ich die Menschen dafür zu sensibilisieren. Denn oft wird das Problem gar nicht als Unrecht wahrgenommen oder gesehen, dass es eine ungesunde Beziehung ist, wenn dort häusliche Gewalt geschieht. Wir bemerken, dass dieses Thema oft schambehaftet ist und es viel Vertrauen benötigt, aus solchen gewalttätigen Beziehungen einen Schritt herauszumachen. Wir haben auch festgestellt, dass wir Vertrauen zu den Betroffenen am besten über und durch die Gemeinde aufbauen können. Und nicht zuletzt können wir über die Gemeinden deutlich machen, dass wir die beste Botschaft haben: Jesus kann Herzen verändern.

Wie viele Frauen in Ecuador sind schätzungsweise von häuslicher Gewalt betroffen?
Momentan geht man davon aus, dass zwei von drei Frauen bereits Formen von häuslicher Gewalt erlebt haben. Dabei ist der Aggressor aber nicht immer nur der Partner oder Ehemann.

Habt ihr beim Aufbau des Frauenhauses auch Kontakt zu ähnlichen Einrichtungen genommen?
Wir haben in der Hauptstadt Quito ein säkulares Frauenhaus besucht und dessen Konzept angeschaut. Zudem waren wir bei einer christlichen Einrichtung, die sich allerdings nicht auf häusliche Gewalt spezialisiert hat, sondern auf jugendliche Frauen, die in die Prostitution gerutscht sind.

Wie finanziert ihr eure Arbeit?
Wir sind bestrebt, dass die Gemeinden in Ecuador die Arbeit mitfinanzieren. Wir wissen aber, dass wir auch Unterstützung aus Deutschland benötigen. Denn es gibt hier in Ecuador kein Frauenhaus, das nicht ohne Spenden aus dem Ausland auskommt. Vom ecuadorianischen Staat werden wir kaum etwas erhalten.

Ist Gewalt in der Ehe in Ecuador üblicher als bei uns oder ist es ein größeres Tabu, über häuslicher Gewalt zu reden?
Leider ist Gewalt in Familien und Ehen hier ein Stück weit Normalität. Das fängt bereits früh bei der Erziehung an, wo Schläge dazu gehören. Kinder werden oft mit dem Gürtel geschlagen, ebenso auch viele Frauen. Es gibt bei den Quichua-Indianern das Sprichwort: „Er beleidigt dich, er schlägt dich, er tötet dich – aber er bleibt dein Ehemann.“

Frauenhäuser in Deutschland sind sehr oft geschützt, damit die Männer ihre Frauen nicht gegen ihren Willen herausholen können. Wie sieht euer Sicherheitskonzept aus?
Sicherheit spielt natürlich eine große Rolle. Es ist uns sehr wichtig, dass sich die Frauen bei uns sicher fühlen, sonst können sie das Erlebte nur schwer auf- und verarbeiten. Die Polizei weiß, wo unser Haus steht. Ebenso ist es von einem hohen Zaun umgeben und wir werden Überwachungskameras und Bewegungsmelder anbringen.

Wie erfahren Frauen von eurem Hilfsangebot?
Wir haben die Behörden informiert, vor allem das Amt, das Frauen kostenlos rechtliche Hilfe anbietet. Wir hatten auch Kontakt mit der Bürgermeisterin. Dabei werben wir aber zunächst über den Bekanntenkreis und die Gemeinden, weil wir behutsam starten wollen. Und hier gibt es bereits genügend Betroffene, für die unser Frauenhaus unbedingt benötigt wird.

Wann soll das Frauenhaus öffnen?
Wir planen, nach der Rückkehr aus unserem anstehenden einjährigen Heimataufenthalt im Herbst 2023 zu starten. Wir sind dabei sehr gespannt, wie das Projekt anläuft und welche ersten Erfahrungen wir sammeln können.

Wie können euch Christen unterstützen?
Betet um Weisheit und Gottes Führung. Denn dieses Projekt ist Neuland für uns und die Liebenzeller Mission. Wir beten zudem, dass die Frauen gute Erfahrungen machen können, auch durch die seelsorgerlichen Gespräche, die jetzt bereits stattfinden. Und dass wir rasch lernen, wie wir den Betroffenen bestmöglich helfen können. Außerdem sind wir dankbar für alle Spenden, denn ohne sie können wir die Arbeit nicht machen.

Warum eröffnet die Liebenzeller Mission gerade ein Frauenhaus?
In der Bibel sehen wir, dass Gott ein Gott ist, der sich speziell um die Unterdrückten kümmert. Und wenn Gott das auf dem Herzen hat, sollten wir das als Gemeinden auch haben: Menschen zu helfen, die unter Unterdrückung und Gewalt leiden und ihnen beizustehen. Wenn wir das tun, wenn wir Gottes Charakter, Liebe und Barmherzigkeit widerspiegeln, strahlt das in die Gesellschaft hinein. Ich möchte, dass wir als Gemeinde dafür bekannt sind, dass wir Gott kennen und lieben, ihn darstellen. Und wir wollen aufzeigen, dass Gottes Botschaft Antworten hat über das hinaus, was Psychologie alleine leisten kann: Echte Hoffnung, ein Gott, der Menschen heilen und verändern kann durch seinen Geist. Wer kann das den Menschen aufzeigen, wenn nicht wir?

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studierende, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeitende. Betreuung von Kurzzeiteinsatz-Mitarbeitenden, örtliche Jugendarbeit und Arbeit unter Studierenden sind dabei die Aufgaben von Sebastian und Tabea Ruf in Ecuador. Seit Juni 2018 sind sie in Ecuador tätig. Beide studierten in Bad Liebenzell – Sebastian an der Interkulturellen Theologischen Akademie und Tabea an der Internationalen Hochschule Liebenzell. Sie haben zwei Kinder.

Heute konnte ich 50 Bibeln an Jhony übergeben. Jhony kam vor ein paar Jahren zum Glauben. Davor lebte er 15 Jahre in der Hölle, wie er sagt: Drogen, Gefängnis … Nach vielen vergeblichen Versuchen frei zu werden, begann er Gott zu suchen und schloss sich mit einer Bibel drei Tage ein. Dort begegnete er Jesus und wurde gerettet und frei. Bald danach begann er anderen Drogenabhängigen zu helfen.

Zurzeit hat er 120 Drogenabhängige aufgenommen. Alles aus „eigener” Kraft, ohne Zuschüsse und mit freiwilligen Helfern. Was fehlt ist die geistliche Betreuung. Darum wird einer unserer Pastoren (Alfonso), sich wöchentlich mit ihm zum Jüngerschaftskurs treffen. Eli, eine unserer Mitarbeiterinnen, wird einen monatlichen Gottesdienst organisieren. Ich werde jeden Donnerstag Nachmittag mit den Mitarbeitern, von denen noch niemand Christ ist, einen evangelistischen Kurs durchführen.

Danke für alle Gebete! Es bricht einem das Herz, wenn man die Geschichten hört …

Rainer Kröger, Missionar in Ecuador