Menschen erreicht man am besten für das Evangelium, indem man auch Gemeinden gründet. Deshalb haben die Liebenzeller Sambia-Missionare Samuel und Anke Meier zusammen mit dem Ehepaar Godfrey und Agnes Mambwe in der Hauptstadt Lusaka eine neue Arbeit gestartet.

Ehepaar Mambwe leitete viele Jahre das Fiwale Hill Bible College. Von 2014 bis 2020 war Godfrey Direktor des sambischen Gemeindeverbandes „Zambia Baptist Association“ (ZBA), mit dem die Liebenzeller Mission seit 1985 zusammenarbeitet.

Die neue Gemeinde richtet sich hauptsächlich an Familien und junge Menschen. „Zurzeit kommen etwa 60 Erwachsene und 25 Kinder zum Gottesdienst“, so Samuel Meier. Daneben gibt es Kindergottesdienste, Jüngerschaftskurse, Eheabende sowie Jugend- und Sportnachnachmittage mit Volleyball-Spielen. Die Gemeinde braucht nun unbedingt ein Kirchengebäude, denn das Gebäude, in dem sich die Besucherinnen und Besucher zurzeit treffen, wird langsam zu klein und gehört ihnen auch nicht. „Wir wünschen uns, dass wir bald anfangen können zu bauen“, sagte Samuel Meier.

Dass diese Gründungsarbeit von Anfang an in einem Tandem gestartet wurde, ist für unsere Partnerkirche absolut bemerkenswert: „Diese neue Arbeit ist insofern einzigartig, dass hier zwei Gemeindegründer unterschiedlicher Nationalität mit verschiedenen Gaben und Erfahrungen am Werk sind“, schrieb Godfrey Mambwe kürzlich in einem Projektbericht. „Ich kann bezeugen, dass wir sehr gut zusammenarbeiten. Wir sind in mancherlei Hinsicht verschieden, aber wir ergänzen uns prima durch Gottes Vorsehung. Unsere Unterschiedlichkeit wirkt sich tatsächlich zum Wohl der Arbeit aus.“

Samuel und Anke Meier leben seit September 2005 in Sambia und begannen Anfang 2020 eine Gemeindegründung in der Hauptstadt Lusaka. Zuvor arbeiteten sie als Pioniermissionare in Nabwalya und in der Teamleitung in Ndola. Vor seiner Ausbildung am Theologischen Seminar der Liebenzeller Mission war Samuel als Kfz-Mechaniker tätig. Anke ist gelernte Ergotherapeutin. Sie haben drei Kinder.

Benjamin und Debora Wagner leben seit Oktober 2016 in Sambia. Seit dem Abschluss des Sprach- und Kulturtrainings arbeiten sie im Projekt „Hilfe zum Leben“ in Mushili mit. Seit Sommer 2017 ist Benjamin Projektverantwortlicher. Debora hält Kinderstunden und unterrichtet benachteiligte Kinder in einem Waisenhaus. Beide erhielten ihre Berufung in den Missionsdienst bei Auslandseinsätzen in Afrika. Sie haben drei Kinder. Dabei erlebten sie vor Kurzem, wie Gott ihnen bei der Rückkehr in ihr Einsatzland Sambia ganz konkret half:

Der Wechsel vom deutschen Kindergarten zur internationalen Schule (Vorschulklasse) hier in Ndola ist Levi anfangs sehr schwergefallen. Er hatte regelrecht Panik vor der Schule und die Fahrt dorthin war jeden Morgen ein Kampf. Die Angst hat ihm Bauchweh bereitet, sodass wir ihn sogar medizinisch haben durchchecken lassen – jedoch ohne Befund. So wussten wir, dass seine Bauchschmerzen dadurch verursacht waren, dass ihm der Wechsel so schwerfiel. Viele haben in der Zeit für ihn gebetet. Als Debbie eines Morgens mal wieder mit jammerndem Kind zur Schule gefahren ist, hat sie Jesus darum gebeten, ein Wunder zu tun. Sie hat ihn förmlich angefleht, die Situation zu bessern, da der Zustand auf Dauer sehr anstrengend wurde und uns zermürbt hat. Nach dem Gebet meinte Levi, er hätte ab jetzt keine Angst mehr und will sich mehr auf die Schule freuen. Tatsächlich hat er seit diesem Tag nicht mehr über psychisch bedingte Bauchschmerzen geklagt und geht seither fröhlich zur Schule. Abends sagt er sogar manchmal, er freue sich auf den nächsten Schultag. Wir sind unfassbar dankbar für diesen Wandel und sehr stolz darauf, wie unsere Kids sich auf die neue Situation eingelassen haben, auch wenn sie manches Schöne in Deutschland vermissen und betrauern, dass es hier anders ist. Gott alle Ehre für dieses Wunder!

Du willst die Missionsarbeit von Debora und Benjamin Wagner mit einer Spende unterstützen? Dann kannst du das über diesen Link tun.

Seit Januar 2020 arbeitet Anna Marasco in der „Oase“ in Neubrandenburg, einem sozial-missionarischen Projekt der Liebenzeller Mission. Davor hat sie an der Internationalen Hochschule Liebenzell Theologie und Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext studiert. Seit September ist sie mit Adriano verheiratet, der sich ehrenamtlich in der Oase einbringt. Derzeit ist Anna in Süddeutschland unterwegs, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihr einige Fragen gestellt.

Die Arbeit in der Oase ist vor allem Beziehungsarbeit. Was hat sich durch Corona verändert?
Das ist total typabhängig. Manche Mitarbeiter hatten stärker damit zu kämpfen, weil weniger Angebote und Programme möglich waren. Für mich war es nicht so ein Problem. Ich bin dann einfach zu Hause bei den Leuten vorbeigegangen, hab mich quasi bei ihnen eingeladen und konnte so gut Kontakte mit ihnen pflegen.

In deiner Einsatzregion haben viele Menschen gar keinen Zugang zum christlichen Glauben. Wie ist das, wenn sie von Jesus hören. Welche Fragen haben sie?
Auch das ist sehr unterschiedlich. Viele Menschen hier sind areligiös. Sie haben den Gedanken eines höheren Wesens noch nie gehabt oder noch nie gehört. Von daher stellen sie meistens keine Fragen, weil sich keine Fragen ergeben. Sie wissen oft nicht, was sie fragen sollten. Einen Sinn für Spirituelles gibt es oft nicht. Das kommt dann erst nach und nach, wenn sie immer wieder von uns Impulse hören. Viele Menschen haben hier mit Schicksalsschlägen zu kämpfen. Wenn sie Fragen stellen, dann häufig, warum Gott das zulässt.

Was würdest du sagen, ist das Besondere an der Oase?
Das Besondere ist, dass wir mit unserer Gemeindegründung ein Ort sind, an dem alle Menschen zusammenkommen können. Aus DDR-Zeiten waren es die Menschen gewohnt, dass Gemeinschaftsangebote für sie organisiert werden. Sie sind sehr dankbar für Orte, wo sie sich gemeinsam treffen können. Bei uns treffen sich Atheisten, Suchende, Christen. Es gibt kaum Hürden und wir wirken nicht wie eine kirchliche Institution. Jeder kann so kommen, wie er oder sie möchte.

Euer Wunsch ist es, dass aus dem sozialmissionarischen Projekt eine Gemeinde entsteht. Ist es schon so weit oder was ist der aktuelle Stand?
Ich bin davon überzeugt davon, dass wir eine Gemeinde sind. Jesus hat gesagt: Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich mitten unter ihnen. Wir leben Gemeinschaft, wir beten gemeinsam, lesen in der Bibel und lernen gemeinsam Jesus kennen. Von daher sind wir doch Gemeinde! Außerdem haben wir mittlerweile auch gemeindliche Strukturen gelegt. Gleichzeitig merken wir schon, dass wir in einem besonderen Milieu unterwegs sind. Gerade in Bezug auf das Thema Verlässlichkeit läuft hier einiges anders. Manche Leute muss man gefühlt regelmäßig dran erinnern, dass Gottesdienst ist, und sie persönlich immer wieder neu einladen. Die Menschen für verantwortliche Aufgaben zu gewinnen, wie z. B. für den Kindergottesdienst, ist noch schwierig. Wir brauchen schon noch Hauptamtliche, damit die Gemeinde-Angebote verlässlich laufen. Es ist ein langer Weg, Menschen zum Dienst in der Gemeinde zu befähigen und trotzdem sind wir dankbar für jeden fleißigen Mitarbeiter. Was uns sehr freut, ist das Potenzial, das wir in den Kindern und Teens sehen, die zu „Oase Kids“ kommen. Wir haben die große Hoffnung, dass sie nach und nach so in die Oase hineinwachsen, dass sie dann auch mit Jesus unterwegs sind und sich selbst in der Gemeinde einbringen.

Was begeistert dich an deinem Job und was fordert dich heraus?
Ich liebe die Arbeit mit den Menschen. Sie zu begleiten und zu unterstützen, begeistert mich. Wir wohnen hier ja in der Platte. Es ist schon cool, mit den Leuten hier Tür an Tür zu leben. Ich darf in die Welt der Menschen eintauchen, mit ihnen leben und ihnen dabei von Jesus weitersagen.
Gleichzeitig ist das auch die Herausforderung: Es ist nicht immer leicht, eine gute Balance im Nähe-Distanz-Verhältnis zu halten. Da bin ich noch am Lernen.
Manchmal schmerzt es auch zu sehen, wenn Leute wieder in alte Muster zurückfallen und ich mir so sehr wünsche, dass sie ihr Leben so gestalten, dass es gelingt. Da erinnere ich mich immer wieder selbst an den gnädigen Blick von Jesus auf mich selbst. Es gibt hier einfach eine riesige Chance, Menschen zu prägen und Gutes in ihr Leben reinzusprechen.

Was wünscht du den Menschen im Reitbahnviertel?
Ich wünsche mir natürlich, dass Jesus in ihr Leben kommt. Dass sie so vom Heiligen Geist geleitet werden, dass es ihrer Seele guttut. Heilung für seelische Belastungen ist ein großes Thema und ein großer Wunsch von uns als Team für sie. Und wenn ich was für mich wünschen darf: Dass manche Prozesse mit den Menschen vor Ort und in der Gemeinde etwas schneller gehen, auch wenn ich weiß, dass Wachstum seine Zeit braucht.

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Die Liebenzeller Mission betritt Neuland: Im Herbst 2023 soll in Ecuador ein Frauenhaus starten. Wir haben mit dem designierten Einrichtungsleiter, Missionar Sebastian Ruf, darüber gesprochen, wie es zu diesem neuen Projekt kam, wie er Betroffenen konkret helfen will und welche fatalen Folgen ein einheimisches Sprichwort hat.

Sebastian, was ist das Ziel des Frauenhauses, das ihr gründen wollt?
Wir wollen einen sicheren Zufluchtsort für Frauen schaffen, die häusliche Gewalt erleben, was hier in Ecuador ein großes Problem ist. Wir wollen zudem einen Ort anbieten, an dem Frauen heil werden können von dem Trauma, das sie erlitten haben. Außerdem sollen sie eine Perspektive erhalten, selbstständig leben zu können und nicht mehr von ihrem Partner emotional und finanziell abhängig zu sein. Dabei ist uns bewusst, dass bei häuslicher Gewalt leider in seltensten Fällen eine Versöhnung oder Wiederherstellung der Ehe möglich ist.

Wie sieht das Konzept des Schutzhaus ganz praktisch aus?
Wir haben in der Provinzhauptstadt Ibarra zwei Häuser angemietet: In dem einen leben wir, in dem anderen künftig bis zu acht Frauen mit Kindern, die ihre Mutter noch brauchen und oft Dinge aufzuarbeiten haben, die durch die häusliche Gewalt verursacht wurden. In dem Haus sollen auch eine einheimische Mitarbeiterin wohnen. Sie kümmert sich um organisatorische Aufgaben und begleitet die Frauen.

Wie helft ihr den Frauen konkret?
Tabea, meine Frau, arbeitet bereits jetzt mit einer Gruppe von Frauen zusammen, die meistens bereits länger Christen sind und Verantwortung auch in anderen Bereichen übernommen haben. Sie bildet sie unter anderem in der Seelsorge mit Frauen aus, die häusliche Gewalt und ein Trauma erlebt haben. Diese einheimischen Mitarbeiterinnen werden später die Frauen im Haus betreuen. Jede Betroffene soll dabei eine direkte Ansprechpartnerin haben, mit der sie sich regelmäßig trifft. Wir müssen zudem die Frauen rechtlich begleiten, wenn zum Beispiel eine Scheidung nicht mehr vermeidbar ist. Letztlich ist das Ziel, dass die Betroffenen wieder selbstständig leben können. Dabei sollen die Frauen ungefähr ein halbes Jahr bei uns wohnen. Die Seelsorgerinnen übernehmen dabei einen wichtigen Part. Wir bieten den Frauen daneben auch Workshops an, bei denen sie lernen, finanziell auf eigenen Füßen zu stehen und ihre Kinder zu begleiten.

Wer steht hinter eurer Arbeit?
Hinter uns stehen mehrere Gemeinden im Norden Ecuadors, die in den vergangenen Jahren durch die Liebenzeller Mission gegründet wurden oder sich zu uns halten. Wir haben von Anfang an die Gemeinden informiert und bemüht, sie ins Boot zu holen. Dabei arbeiten wir eng mit der größten Gemeinde hier in Ibarra zusammen. Wir haben immer den engen Kontakt mit dem örtlichen Pastor gesucht und unsere Entscheidungen mit ihm abgesprochen. Von hier kommen auch die Seelsorgerinnen. Ich spreche außerdem in den christlichen Gemeinden in Ecuador immer wieder über häusliche Gewalt. Dabei versuche ich die Menschen dafür zu sensibilisieren. Denn oft wird das Problem gar nicht als Unrecht wahrgenommen oder gesehen, dass es eine ungesunde Beziehung ist, wenn dort häusliche Gewalt geschieht. Wir bemerken, dass dieses Thema oft schambehaftet ist und es viel Vertrauen benötigt, aus solchen gewalttätigen Beziehungen einen Schritt herauszumachen. Wir haben auch festgestellt, dass wir Vertrauen zu den Betroffenen am besten über und durch die Gemeinde aufbauen können. Und nicht zuletzt können wir über die Gemeinden deutlich machen, dass wir die beste Botschaft haben: Jesus kann Herzen verändern.

Wie viele Frauen in Ecuador sind schätzungsweise von häuslicher Gewalt betroffen?
Momentan geht man davon aus, dass zwei von drei Frauen bereits Formen von häuslicher Gewalt erlebt haben. Dabei ist der Aggressor aber nicht immer nur der Partner oder Ehemann.

Habt ihr beim Aufbau des Frauenhauses auch Kontakt zu ähnlichen Einrichtungen genommen?
Wir haben in der Hauptstadt Quito ein säkulares Frauenhaus besucht und dessen Konzept angeschaut. Zudem waren wir bei einer christlichen Einrichtung, die sich allerdings nicht auf häusliche Gewalt spezialisiert hat, sondern auf jugendliche Frauen, die in die Prostitution gerutscht sind.

Wie finanziert ihr eure Arbeit?
Wir sind bestrebt, dass die Gemeinden in Ecuador die Arbeit mitfinanzieren. Wir wissen aber, dass wir auch Unterstützung aus Deutschland benötigen. Denn es gibt hier in Ecuador kein Frauenhaus, das nicht ohne Spenden aus dem Ausland auskommt. Vom ecuadorianischen Staat werden wir kaum etwas erhalten.

Ist Gewalt in der Ehe in Ecuador üblicher als bei uns oder ist es ein größeres Tabu, über häuslicher Gewalt zu reden?
Leider ist Gewalt in Familien und Ehen hier ein Stück weit Normalität. Das fängt bereits früh bei der Erziehung an, wo Schläge dazu gehören. Kinder werden oft mit dem Gürtel geschlagen, ebenso auch viele Frauen. Es gibt bei den Quichua-Indianern das Sprichwort: „Er beleidigt dich, er schlägt dich, er tötet dich – aber er bleibt dein Ehemann.“

Frauenhäuser in Deutschland sind sehr oft geschützt, damit die Männer ihre Frauen nicht gegen ihren Willen herausholen können. Wie sieht euer Sicherheitskonzept aus?
Sicherheit spielt natürlich eine große Rolle. Es ist uns sehr wichtig, dass sich die Frauen bei uns sicher fühlen, sonst können sie das Erlebte nur schwer auf- und verarbeiten. Die Polizei weiß, wo unser Haus steht. Ebenso ist es von einem hohen Zaun umgeben und wir werden Überwachungskameras und Bewegungsmelder anbringen.

Wie erfahren Frauen von eurem Hilfsangebot?
Wir haben die Behörden informiert, vor allem das Amt, das Frauen kostenlos rechtliche Hilfe anbietet. Wir hatten auch Kontakt mit der Bürgermeisterin. Dabei werben wir aber zunächst über den Bekanntenkreis und die Gemeinden, weil wir behutsam starten wollen. Und hier gibt es bereits genügend Betroffene, für die unser Frauenhaus unbedingt benötigt wird.

Wann soll das Frauenhaus öffnen?
Wir planen, nach der Rückkehr aus unserem anstehenden einjährigen Heimataufenthalt im Herbst 2023 zu starten. Wir sind dabei sehr gespannt, wie das Projekt anläuft und welche ersten Erfahrungen wir sammeln können.

Wie können euch Christen unterstützen?
Betet um Weisheit und Gottes Führung. Denn dieses Projekt ist Neuland für uns und die Liebenzeller Mission. Wir beten zudem, dass die Frauen gute Erfahrungen machen können, auch durch die seelsorgerlichen Gespräche, die jetzt bereits stattfinden. Und dass wir rasch lernen, wie wir den Betroffenen bestmöglich helfen können. Außerdem sind wir dankbar für alle Spenden, denn ohne sie können wir die Arbeit nicht machen.

Warum eröffnet die Liebenzeller Mission gerade ein Frauenhaus?
In der Bibel sehen wir, dass Gott ein Gott ist, der sich speziell um die Unterdrückten kümmert. Und wenn Gott das auf dem Herzen hat, sollten wir das als Gemeinden auch haben: Menschen zu helfen, die unter Unterdrückung und Gewalt leiden und ihnen beizustehen. Wenn wir das tun, wenn wir Gottes Charakter, Liebe und Barmherzigkeit widerspiegeln, strahlt das in die Gesellschaft hinein. Ich möchte, dass wir als Gemeinde dafür bekannt sind, dass wir Gott kennen und lieben, ihn darstellen. Und wir wollen aufzeigen, dass Gottes Botschaft Antworten hat über das hinaus, was Psychologie alleine leisten kann: Echte Hoffnung, ein Gott, der Menschen heilen und verändern kann durch seinen Geist. Wer kann das den Menschen aufzeigen, wenn nicht wir?

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studierende, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeitende. Betreuung von Kurzzeiteinsatz-Mitarbeitenden, örtliche Jugendarbeit und Arbeit unter Studierenden sind dabei die Aufgaben von Sebastian und Tabea Ruf in Ecuador. Seit Juni 2018 sind sie in Ecuador tätig. Beide studierten in Bad Liebenzell – Sebastian an der Interkulturellen Theologischen Akademie und Tabea an der Internationalen Hochschule Liebenzell. Sie haben zwei Kinder.

Heute konnte ich 50 Bibeln an Jhony übergeben. Jhony kam vor ein paar Jahren zum Glauben. Davor lebte er 15 Jahre in der Hölle, wie er sagt: Drogen, Gefängnis … Nach vielen vergeblichen Versuchen frei zu werden, begann er Gott zu suchen und schloss sich mit einer Bibel drei Tage ein. Dort begegnete er Jesus und wurde gerettet und frei. Bald danach begann er anderen Drogenabhängigen zu helfen.

Zurzeit hat er 120 Drogenabhängige aufgenommen. Alles aus „eigener“ Kraft, ohne Zuschüsse und mit freiwilligen Helfern. Was fehlt ist die geistliche Betreuung. Darum wird einer unserer Pastoren (Alfonso), sich wöchentlich mit ihm zum Jüngerschaftskurs treffen. Eli, eine unserer Mitarbeiterinnen, wird einen monatlichen Gottesdienst organisieren. Ich werde jeden Donnerstag Nachmittag mit den Mitarbeitern, von denen noch niemand Christ ist, einen evangelistischen Kurs durchführen.

Danke für alle Gebete! Es bricht einem das Herz, wenn man die Geschichten hört …

Rainer Kröger, Missionar in Ecuador

Beim zweiten weltweiten Gebetstreffen der 65 Partnerkirchen und -organisationen der Liebenzeller Mission, das digital stattfand, haben rund 70 Leiterinnen und Leiter aus aller Welt für die weltweite Missionsarbeit und die Russland-Ukraine-Krise gebetet. Vertreten waren Führungskräfte und Mitarbeitende aus 16 Ländern: Bangladesch, Burundi, Chile, Deutschland, Ecuador, Frankreich, Japan, Kanada, Liechtenstein, Malawi, Papua-Neuguinea, Russland, Sambia, Schweiz, Spanien und den USA.

Missionsdirektor David Jarsetz sagte, dass der digitale Austausch eine „wunderbare Gelegenheit ist, gemeinsam Gott anzubeten und aufzuzeigen, dass wir in und durch Jesus Christus weltweit verbunden sind.“ Er betonte, dass die Liebenzeller Mission sich als Partner für einheimische christliche Werke in über zwanzig Ländern der Welt sehe: „Wir stehen partnerschaftlich zusammen, weil uns das Evangelium verbindet.“

Der Leiter des Fachbereichs Afrika, Ozeanien, Zentral- und Südasien, Daniel Mattmüller (Bad Liebenzell), wies darauf hin, dass man durch den Geist Gottes im Herzen vereinigt sei.
Die Teamleiter der Liebenzeller Mission aus den einzelnen vertretenen Ländern stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor. In zehn Gebetsgruppen wurde in Deutsch, Englisch und Spanisch unter anderem für neue Arbeitsbereiche in Österreich und Uganda, Gemeindegründungen in Berlin und Rostock sowie für neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Russland sowie Kurzzeitmitarbeitende weltweit gebetet.

Der Direktor der Liebenzeller Mission USA, Chris Matthews sagte, dass man in den nächsten fünf Jahren 100 unterstützende Kirchen und 100 neue Missionarinnen und Missionare gewinnen wolle.

Laut David Jarsetz hatte das Treffen das Ziel, sich gegenseitig im Glauben zu stärken und sich über Anliegen und Projekte in den einzelnen Ländern zu informieren. Er kündigte an, dass am 28. September ein weiteres Online-Gebetstreffen stattfinden soll.

Eine 63-tägige Rundreise mit 1.500 Kilometern in Minibussen, Taxis, Omnibussen, auf Motorrad- oder Fahrradtaxis, ein Seminar mit 300 Jugendlichen, eine zweiwöchige Corona-Quarantäne in einem dunklen Zimmer während der Regenzeit – all das erlebten Stefan und Debora Müller beim Start ihrer Arbeit in Malawi.

Dabei mussten sie sich auch mit Kakerlaken im Bett, Stromausfällen und besonderen hygienischen Bedingungen auseinandersetzen. Zudem lernten sie viel über Kommunikation in der neuen Kultur: So waren sie als Paar für die Essensplanung bei der Rundreise zuständig. „Gerade in den ersten Wochen haben wir mehrmals sehr deutlich um Feedback gebeten, ob die Mahlzeiten für alle passen, die wir kochten oder sie Änderung am Essensplan wünschen. Doch scheinbar waren alle wunschlos glücklich. Erst als wir dann wirklich wiederholt und freundlich penetrant nachgefragt haben und auch nicht nur in der großen Gruppe, kamen einige Änderungswünsche zum Vorschein. Indirekte Kommunikation, da war doch was.“

Noch stehen ihre Koffer bei ihren Missionarskollegen: „Es ist anstrengend, dauernd zu überlegen, was man jetzt alles braucht, und zurzeit sind wir Dauerbesucher bei unseren Kollegen – weil uns dann doch wieder etwas einfällt, das wir vergessen haben.“ Nun steht ein sechswöchiger Intensivkurs zum Lernen der einheimischen Sprache Chichewa auf dem Programm. Denn ohne Chichewa ist es schwierig, die Menschen hier (vor allem im ländlichen Bereich) zu erreichen und Beziehungen aufzubauen. Ebenso hoffen sie, bald in ihr Haus einziehen zu können: „Da müssen wir uns an die malawischen Zeitprognosen erst noch gewöhnen.“

Stefan und Debora Müller sind im vergangenen Jahr nach Malawi ausgereist. Schwerpunkte ihrer Aufgaben werden Jüngerschaft und soziale Medien sein. Ziel ist, gemeinsam mit jungen Malawiern das Evangelium in der Landessprache digital zu gestalten und zu verbreiten. Stefan ist gelernter Kfz-Mechatroniker und studierte Theologie an der Internationalen Hochschule Liebenzell, Debora ist ausgebildete Kinderkrankenschwester.

Die Regenzeit im Norden Ecuadors hat früh eingesetzt, und wir werden täglich von Regenfällen überschwemmt. Voraussichtlich bis Juni 2022 ist die Hauptverbindungsstraße zwischen uns im Siedlungsgebiet der Awa und der nächstgelegenen Stadt wegen gewaltigen Schlammlawinen gesperrt. Fachleute versuchen, einen großen Teil des Berghangs abzutragen, um die abgestürzte Fahrbahn wieder herzustellen. Die Ausweichrouten führen über den steilen Berghang und unbefestigte, schlammige Nebenstraßen. Sie sind nicht nur sehr lang, sondern manchmal auch schwierig zu befahren.
Aber inmitten dieses Chaos wurden wir durch den Satz „Business as usual“ ermutigt. Er sprang Kathy beim Lesen eines Buches ins Auge. Wir verstanden ihn als Gottes Aufruf, mit Lehre und Jüngerschaft bei den Awa-Indianern fortzufahren. Die Menschen müssen Jesus kennenlernen, und inmitten der verrückten Weltlage ist das immer noch unsere Berufung, trotz aller Hindernisse.

Kevin und Kathy Bruce,
Ecuador-Missionare der Liebenzeller Mission USA

Andrés und Katrin Vergara leben seit Juli 2017 in Chile. Sie bereiten junge Südamerikaner auf den Missionsdienst vor. Dazu unterrichtet Andrés an Bibelschulen, und er leitet das einjährige Ausbildungsprogramm von „ProVisión“ in Santiago de Chile. Vor seinem B. A.-Theologiestudium in Bad Liebenzell arbeitete Andrés in seiner chilenischen Heimat als Buchhalter. Katrin kommt aus Nagold und ist ausgebildete Bankfachwirtin. Sie haben drei Kinder. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland und berichten von ihrer Arbeit. Wir haben Andrés einige Fragen gestellt.

In Chile ist derzeit Hochsommer. Wie habt ihr den Wechsel in den deutschen Winter bisher verkraftet?
Wir lieben die Kälte. In Chile ist es gerade sehr heiß. Wir genießen es, mal wieder ein anderes Wetter zu haben. Die Umstellung ist mehr, dass die Tage hier in Deutschland zurzeit natürlich sehr kurz sind. Unsere Kinder hoffen auf Schnee. Sie beten jeden Tag dafür. Denn Schlitten gefahren sind sie seit Jahren nicht mehr.

Wie ist die Situation in Chile aktuell? Die Einschränkungen durch Corona waren in Chile eine der höchsten weltweit. Es kam auch immer wieder zu Ausschreitungen. Hat sich die Lage beruhigt?
Die Lage ist nach wie vor sehr instabil. Besonders die politische Situation ist unsicher. Derzeit wird an einem neuen Grundgesetz geschrieben, aber viele Menschen sind frustriert, weil sie sich mehr Veränderungen gewünscht hätten.
Die Corona-Situation ist mittlerweile besser als in Deutschland. Es gibt eine hohe Impfquote im Land und kaum noch Einschränkungen. Man muss aber bedenken, dass in Chile derzeit Hochsommer ist. Wie es dann im Winter wird, könnte spannend werden.

Ihr bereitet Chilenen für den Missionsdienst in Europa vor. Braucht es in Südamerika keine Missionare mehr?
Doch, auf jeden Fall. Mission ist längst keine Einbahnstraße mehr, sondern eine Kooperation der Gemeinde Gottes. Es ist ein Kommen und Gehen. Christen sollten sich weltweit gegenseitig unterstützen. Die Aufgaben der europäischen Missionare in Südamerika haben sich gewandelt. In der Rolle der Unterstützer und Berater sind sie sehr wichtig und geschätzt.
Aber gleichzeitig braucht auch Europa Missionare! Deshalben bereiten wir chilenische Missionare z. B. für Deutschland vor. Sie können als Ausländer andere Ausländer oft viel besser erreichen. Chilenen können sich gut mit der deutschen Denkweise arrangieren. In gewisser Weise können sie eine Zwischenrolle innerhalb der verschiedenen Kulturen einnehmen. Gerade in Städten, die sehr multikulturell sind, braucht es auch Gemeindegründer aus dem Ausland bzw. ein multikulturelles Team in der Gemeindearbeit.

Was ist die größte Herausforderung für Menschen aus Südamerika, als Missionare nach Deutschland zu gehen?
Sicherlich die Sprache. Wenn du Gemeindearbeit machen willst, musst du die Sprache können. Und klar, die Kulturen unterscheiden sich. Es ist für beide Seiten immer eine Spannung, Unterschiede auszuhalten und immer neu zu prüfen, was biblisch ist und was traditionell oder kulturell.

Auf was freut ihr euch in eurer Zeit in Deutschland am meisten?
Ganz klar auf die Familie. Meine Eltern leben in Chile, aber Katrins Familie mal wieder zu sehen, ist sehr schön. Unsere Kinder freuen sich natürlich auf Oma und Opa.
Ich freu mich auch auf das deutsche Essen. Das liebe ich einfach. Auch die Tischgemeinschaft in Deutschland, z. B. an Weihnachten, schätze ich sehr.

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Ermutigung, wer kann die nicht gebrauchen – gerade in der dunklen Jahreszeit, die von der Corona-Pandemie zusätzlich bestimmt ist? Frauen aus dem Umfeld der Jungen Kirche Berlin-Treptow erhielten nun in der Adventszeit Ermutigungspost. Jede, die sich meldete, bekam eine Ermutigungspartnerin zugelost. Im Gegenzug ermutigte dann die Empfängerin eine andere Frau, der sie zugelost wurde. So erhielt im Laufe des Advents jede Teilnehmerin eine Überraschungs-Ermutigung.
Miriam Kost, Mitarbeiterin der Jungen Kirche Berlin-Treptow, übernahm die Koordination. Die Frauen meldeten sich bei ihr an und sandten ihre Adresse zu. Sie schrieb daraufhin alle Namen auf Kärtchen und zog für jede eine Ermutigungspartnerin.

An der Aktion beteiligten sich rund zehn Frauen. „Das klingt erst mal nicht viel, aber in meinen Augen ist das Tolle an der Aktion gerade, dass es nicht darauf ankommt, wie viele mitmachen. Denn ab nur einer Anmeldung kann die Aktion stattfinden und für jede Teilnehmerin ist es vollkommen unerheblich, wie viele andere noch teilnehmen“, erklärt Miriam Kost. Das entlastet bei der Organisation sehr, weil die Aktion unabhängig von einer „quantitativen Zielgröße“ immer ein Erfolg ist.

Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Junge Kirche Berlin-Treptow ist dabei immer wichtig, Aktionen möglichst niedrigschwellig zu halten, sodass sich viele darauf einlassen und beschenkt werden können. Deswegen geben die Organisatoren auch nicht vor, wie die Ermutigung aussehen soll – ob eine Karte, ein Brief, ein kleines Geschenk – alles ist großartig.
Gerade im vergangenen Jahr, bei dem viele von der Corona-Pandemie sehr gebeutelt waren, war der Jungen Kirche Berlin-Treptow auch die Botschaft wichtig: „Egal, wie es dir geht und wie leer du dich vielleicht fühlst – du hast immer etwas zu geben und kannst andere ermutigen. Und: Du darfst dir Ermutigung wünschen!“

Die Aktion stieß auf sehr positive Resonanz: So schrieb eine Teilnehmerin: „In Zeiten der Digitalisierung einen handschriftlichen Brief per Post zu erhalten, ist schon an sich ein Highlight. Wenn sich daraus dann auch noch eine Brieffreundschaft entwickelt, ist das ein ganz besonderes Geschenk. Durch diese Aktion hat sich ein spannender Kontakt zu einer jungen Frau entwickelt und so sind wir auch über diese Aktion hinaus im Gespräch, berichten uns von unserem Ergehen, können füreinander beten und uns ermutigen.“

Und Miriam Kost als Organisatorin wurde ebenfalls reich beschenkt: „Ich selbst hatte einen Brief bekommen, der mich so sehr ermutigt hat, dass ich ihn das Jahr über immer wieder rausgeholt und gelesen habe.“

Kirche in einer stark säkularisierten Umgebung dynamisch und lebensnah zu gestalten – aus diesem Traum entstand 2006 die „Junge Kirche Berlin-Treptow“. In der pulsierenden deutschen Hauptstadtmetropole können Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen entdecken, wie kraftvoll und lebendig der christliche Glaube ist. Im Filmpalast Astra feiern die Besucherinnen und Besucher die wöchentlichen Gottesdienste. Unter der Woche gibt es Angebote für Teenager, Kleingruppen und Schulungen, die helfen, den Glauben mutig zu leben und ihn anziehend in den Großstadtalltag zu transportieren.