RUSSLAND. Eine russische Ärztin ist tief berührt von dem, was sie kürzlich in ihrem Behandlungszimmer erlebt hat: „Viele erkältete Kinder kamen zu mir und sagten, dass sie sicherlich kein zweites Mal behandelt werden müssen, denn sie wollen dafür beten, dass sie gesund werden und sie glauben fest daran.“ Dieses große Gottvertrauen auf einer christlichen Sommerfreizeit im Ural beeindruckte die Ärztin sehr. Wie jedes Jahr wurde das Sommerlager von den LM-Missionaren Katharina und Waldemar Jesse organisiert. 49 Kinder und Jugendliche haben daran teilgenommen. Darunter nicht nur der eigene Gemeindenachwuchs, sondern auch Freunde von außerhalb, die noch nie von Jesus gehört haben. Umso größer war die Verantwortung der Mitarbeiter, den Teilnehmern die gute Nachricht von Jesus Christus weiterzugeben. Damit die Kinder Zugang zum Thema „Auf den Spuren Luthers“ bekamen, kombinierten die Mitarbeiter Sport und Spiel mit geistlichen Impulsen. „Uns fiel auf, dass viele der Kinder die Bibel mit Martin Luther verbinden. Umso mehr haben sie sich gefreut, als wir Bibeln verteilt haben“, erzählt Waldemar Jesse. Neben Volleyball, Basteln und Schwimmen im See kamen daher vor allem die täglichen Bibelarbeiten gut bei den Teilnehmern an. Auch haben sich die Mitarbeiter viel Zeit dafür genommen, mit den jungen Menschen ins Gespräch zu kommen und für sie zu beten. Dass ihre Arbeit Frucht trägt, hat besonders die Reaktion eines Kindes gezeigt, das beim Stehlen erwischt wurde: „In einem Gespräch mit uns Mitarbeitern gestand das Kind, was es getan hatte und bat Jesus um Vergebung. Das war ergreifend“, erinnert sich Waldemar Jesse. Um die Teilnehmer auch über die Freizeit hinaus dabei zu unterstützen, im Glauben zu wachsen, möchte die Gemeinde den Kontakt zu ihnen halten. Daher haben die Mitarbeiter eine Gruppe in den sozialen Netzwerken erstellt und ein Freizeitnachtreffen im Herbst geplant. Natürlich wünschen sie sich auch, dass viele Teilnehmer die Kinder- und Jugendveranstaltungen der Gemeinde besuchen.

Junge Menschen prägen und sie für den Dienst in der Weltmission vorbereiten: Das ist die Leidenschaft von Rita und Daniel Mattmüller. Seit fünf Jahren leben sie mit ihren vier Kindern in Toronto, der vermutlich multikulturellsten Stadt der Welt. Dort leiten sie das Trainingsprogramm für angehende Missionare und das Auslandssemester der Studenten der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA). Davor arbeiteten sie acht Jahre lang in Malawi und leiteten das handwerklich-theologische Ausbildungszentrum „Chisomo“. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben Daniel und Rita drei Fragen gestellt.

Ihr habt auf drei verschiedenen Kontinenten gelebt. Was bedeutet für euch Heimat?
Heimat bedeutet für uns schon irgendwie: Heimkommen nach Bahlingen am Kaiserstuhl, wo wir aufgewachsen sind und wo wir in den nächsten Wochen wohnen werden. Dort leben unsere Eltern, viele Verwandte und Freunde. Im engeren Sinne ist unsere Familie mit unseren vier Kindern Heimat für uns. Wir genießen es, durch unsere Arbeit in unterschiedlichen Ländern viele verschiedene Menschen kennengelernt zu haben. Oft kennt man diese Menschen aber erst seit ein paar Jahren. Es ist wohltuend, immer mal wieder auch Leute zu treffen, die man von klein auf kennt. Es ist wertvoll, Wurzeln zu haben.

Gibt es etwas, das Menschen in aller Welt verbindet?
(Daniel): Geistlich gesehen als Christ natürlich zu Jesus zu gehören. Wir haben es immer wieder erlebt, dass wir fremde Menschen kennengelernt haben und uns gleich mit ihnen verbunden gefühlt haben. Wenn man dann erfährt, dass das Gegenüber auch Christ ist, dann ist schnell eine gefühlte Nähe da. Man könnte vor anderen Menschen Angst haben, aber innerhalb der weltweiten Gemeinde Jesu ist irgendwie ein grundlegendes Vertrauen da. Jesus verbindet Menschen.
(Rita): In den letzten Jahren ist mir die Scheu vor Menschen etwas abhanden gekommen. Am Anfang unserer Zeit in Kanada habe ich mich nicht in allen Milieus wohlgefühlt. Ich habe gemerkt, wie viele Vorurteile ich selbst hatte. Menschen sind Menschen – egal wie erfolgreich oder arm sie sind. Menschen verbindet mehr als man denkt: Zum Beispiel die Sehnsucht nach Tieferem oder der Wunsch, eigene Verwundungen zu überwinden.

Ihr bereitet junge Menschen für ihren Dienst in der Weltmission vor. Was ist euer Wunsch für sie?
Wir wollen junge Menschen motivieren, ihr Leben selbst zu „durchsuchen“, wo es Bereiche gibt, die sie Gott vorenthalten wollen. In dieser Gefahr stehen wir alle. Aber es ist wichtig, alles vor Gott zu bringen. Es ist herausfordernd, aber es bringt uns auch weiter, die eigene „comfort zone“ zu verlassen. Wir wollen angehende Missionare ermutigen, sich von Gott auch an einen Platz führen zu lassen, an den sie zunächst nicht unbedingt wollen. Und es ist uns wichtig, dass sie auch eigene Vorurteile gegenüber sich selbst ablegen. Wir wünschen uns, dass viele Missionare lange im Missionsdienst bleiben und dass sie offen sind für junge Menschen, die einen Kurzeinsatz machen. Denn für viele ist das der Einstieg in einen langjährigen Einsatz als Missionare.

FRANKREICH. Es war eine bewegende Abschiedsfeier für Familie Laffin in Coutances in der Normandie. Nach 27 Jahren Einsatz ist die Gemeinde nun so gefestigt, dass die Missionare weiterziehen können. Ab September arbeiten Norbert und Susanne Laffin in der Gemeinde in Alençon. In Coutances übernimmt ein kollegiales Leitungsteam aus „gestandenen Gemeindegliedern“ die Verantwortung, wie Norbert Laffin erzählt: „Das sind alles fähige Leute, die jetzt richtig gut mitanpacken.“ Eine evangelische Gemeinde aufzubauen in einer stark traditionell katholisch geprägten Region im laizistischen Frankreich – das war eine große Herausforderung. „Am Anfang waren die Menschen sehr misstrauisch“, erinnert sich Norbert Laffin. „Aber nach und nach ist viel Vertrauen gewachsen.“ Familie Laffin ging die Aufgabe mit viel Leidenschaft und der nötigen Portion an kreativen Ideen an. So entstand der jährliche „Gottesdienst für die Obrigkeit“, zu dem sich regelmäßig der Bürgermeister einladen ließ – gewiss keine Selbstverständlichkeit in Frankreich. Als 2005 das neue Gemeindezentrum gebaut wurde, entschied sich Norbert Laffin bewusst für ein Baugrundstück in einem Industriegebiet – zur Verwunderung der Stadtverwaltung. Doch das sollte sich auszahlen. Das Gemeindezentrum bekam genügend Parkplätze, was in der Innenstadt nicht möglich gewesen wäre. Das Gebäude wurde hell und einladend gestaltet. „Wir wollten die Menschen bewusst in einer modernen Form erreichen“, erzählt Norbert Laffin. Zur Verabschiedung am 2. Juli kamen rund 100 Personen. Auch die Presse war mit dabei und brachte einen schönen Artikel in der Zeitung. Das sprach sich auch in Alençon herum, so dass Norbert gleich einen Anruf von der dortigen Zeitung bekam: „Über ihre Begrüßung in Alençon werden wir selbstverständlich berichten!“

In der mehr als hundertjährigen Geschichte der Liebenzeller Missionsarbeit in Papua-Neuguinea (PNG) sind sie die Missionare, die am längsten vor Ort waren: Bernd und Irmgard Mortsiefer. 33 Jahre lang lebten und arbeiteten sie am anderen Ende der Erde. Von der Weltöffentlichkeit scheint Papua-Neuguinea oft vergessen zu sein. Gott hat die Menschen aber nicht vergessen. Das weiterzugeben, war Bernd und Irmgard Mortsiefer wichtig. Jetzt sind sie nach Deutschland zurückgekehrt. Wir haben Bernd drei kurze Fragen gestellt.

Gibt es eine Begegnung in eurer Zeit PNG, die euch in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Da gibt es natürlich viele. Aber die erste Begegnung mit Matthew Top ist mir besonders in Erinnerung. Mit wenig Ausbildung, nur einem T-Shirt und einer Hose kam er an der Bibelschule auf der Insel Manus an. Als Buschmann aus dem Sepia-Gebiet war er nicht angesehen. Aber er fühlte sich von Gott berufen. Und Gott hat diese Berufung bestätigt. Matthew lernte viel, war sehr engagiert und hielt das Studium durch. Heute leitet er die Bibelschule in Manus. Und dann denke ich an die vielen Begegnungen mit Flüchtlingen in den letzten Monaten. Sie machten sich überwiegend aus dem Mittleren Osten auf den Weg nach Australien, wurden abgefangen und in Lager auf Manus gebracht. Ich wurde gebeten, diesen Menschen kulturelle Orientierung zu bieten. Gott schenkte es, dass viele der Flüchtlinge Interesse am christlichen Glauben hatten. Einige ließen sich taufen. Über Internet und Handy bin ich immer noch mit manchen verbunden.

Der Glaube an Geister prägt das Leben der Menschen in PNG. Wie können Menschen hier „Befreiung“ erleben?
In Deutschland kann man sich das kaum vorstellen, aber noch heute werden in PNG zum Beispiel Frauen verbrannt, weil sie für Hexen gehalten werden. Menschen aus dieser Not herauszuholen, geschieht meistens nicht ad hoc. Es ist wie beim Alkohol, die wenigsten werden sofort trocken. Viele gehen hier einen Weg mit Stufen. Letztendlich ist es eine tief geistliche Sache. Nur wo die Kraft des Heiligen Geistes der alten Kraft entgegensteht, kann Veränderung geschehen.

Jetzt seid Ihr seit einigen Wochen in Deutschland. Habt Ihr schon Heimweh nach PNG?
Wenn man 33 Jahre in einem Land lebt, ist schon ein bisschen Wehmut dabei. Aber wir sind froh über das ausgezeichnete Gesundheitssystem in Deutschland und genießen die hohen Standards hier. In Neuguinea hatten wir ja viele Jahre ohne elektrisches Licht gelebt. Mit vielen Menschen vor Ort sind wir über Internet und Handy verbunden. Es ist schon ein bisschen verrückt: Manche haben nur ein Hemd, aber ein Smartphone hat fast jeder. Mit den Menschen in Kontakt zu sein, ist uns wichtig. Denn eines muss ich sagen: Während unserer Zeit in Papua-Neuguinea haben wir mindestens so viel von den Menschen gelernt, wie wir ihnen geben konnten.

BAD LIEBENZELL. Der Gottesdienst begann mit einem gemeinsamen Zusammensein bei Kaffee und Kuchen. Was für Deutsche vielleicht ungewohnt scheint, ist für viele Menschen aus anderen Ländern eine Selbstverständlichkeit. Gastfreundschaft ist ein zentraler Wert in vielen Kulturen, besonders in orientalischen Ländern. Rund 80 Menschen aus sieben Ländern kamen zum internationalen Gottesdienst am vergangenen Sonntag ins Missions- und Schulungszentrum der Liebenzeller Mission.

Der Nachmittag stand unter dem Motto „Gemeinsam feiern, reden, spielen, singen und auf Gottes Wort hören“. Gesungen wurde in Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi. Auf Textgenauigkeit kam es dabei nicht an. Es war der Wunsch der Veranstalter, dass Menschen in der Sprache ihrer Herzen teilhaben könnten. Deshalb wurden anschließend auch verschiedene Sprachgruppen gebildet. Im „Entdeckerbibelstudium“ lasen die Gottesdienstbesucher gemeinsam die biblische Geschichte vom syrischen Militärführer Namen aus dem zweiten Buch Könige. Namen litt an einer unheilbaren Krankheit. Doch durch ein Sklavenmädchen wurde er auf einen Propheten aufmerksam gemacht, der ihn dann heilen konnte.

Die Gottesdienstbesucher konnten zum Schluss ihre Fragen stellen. Es war nicht nur dadurch ein etwas anderer Gottesdienst. Wichtig war den Veranstaltern vor allem das gemeinsame Miteinander, „denn bei Gott ist jeder Mensch gleich viel Wert, ganz unabhängig von seiner Herkunft“, so ihr Fazit.

Malawi trug im Jahr 2015 den traurigen Titel „Ärmstes Land der Welt“. Anfang September startete die Liebenzeller Mission zum zehnten Mal ihre Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“. Damit sollen Menschen neue Hoffnung schöpfen, die nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen. Ein Jahr lang ist nun Malawi im Zentrum der Aktion. Die Hilfe hat Malawi bitternötig. Jedes Jahr müssen viele Malawier hungern. In diesem Jahr ist die Lage besonders dramatisch. Wir haben mit Vroni und Johannes Urschitz gesprochen. Die beiden Liebenzeller Missionare arbeiteten rund 20 Jahre in Malawi und haben dort unter anderem das Dorfentwicklungsprojekt „Ubwenzi“ aufgebaut. Ubwenzi bedeutet Freundschaft. Inzwischen sind durch das Projekt unter anderem ein Kindergarten, eine Grundschule, ein Ernährungsprogramm, eine HIV-/Aidsberatung und mehrere Kinderprogramme entstanden.

Wie kommt es, dass die Hungersnot in Malawi dieses Jahr so besonders dramatisch ist?

Durch schlimme Überschwemmungen letztes Jahr gefolgt von einer Dürre in diesem Jahr gab es in Malawi nun zwei Jahre in Folge Ernteausfall. Trotz aller Bemühungen der vorwiegend von der Landwirtschaft lebenden Bevölkerung, wurde diese Gegend von den globalen Klimaveränderungen schwer getroffen. Diese Situation betrifft nicht nur Malawi, sondern den ganzen südlichen Teil Afrikas. Somit können dieses Jahr auch kaum Lebensmittel aus den Nachbarländern zur Minderung der Notsituation importiert werden.

Die Lage ist momentan schon bedrohlich, aber die Situation wird sich vermutlich im Laufe des Jahres noch zuspitzen, wenn letzte Vorräte aufgebraucht sind. Was bedeutet das für die Menschen in Malawi konkret?

Leider ist die Situation so, dass die vielen auf dem Land lebenden Familien häufig jetzt schon nur eine Malzeit am Tag haben.
Der Maispreis liegt schon jetzt sieben Monate vor der nächsten Ernte bei einem Vielfachen zum normalen Preis und wird in den kommenden Monaten noch weiter steigen. Damit ist das Hauptnahrungsmittel für den Großteil der Bevölkerung unerschwinglich.

Missionsfreunde in Deutschland und Österreich haben bereits rund 30.000 Euro für die Soforthilfe in Malawi gespendet. Was passiert mit dem Geld vor Ort?

Mit den Spendengeldern wurde vor Ort bereits Mais gekauft. Damit soll in den Einzugsgebieten des Ubwenzi-Projektes und dem Chisomo-Ausbildungszentrum geholfen werden. Auch die von der Partnerkirche betroffenen Gemeinden sollen mit den Hilfsmitteln unterstützt werden. Zusätzlich soll in den kommenden Wochen noch Reis, Maismehl und eine Soja-Erdnuss-Maismehl-Mischung für betroffene Kinder und Senioren und für ein Schulspeisungsprogramm besorgt werden.

Gibt es ein konkretes Erlebnis aus der letzten Zeit in Malawi, das euch besonders bewegt hat?

Die akute Notsituation hat uns an die Hungerszeit von 2006 erinnert. Damals konnten wir auch Dank Sonderspenden der Liebenzeller Mission Menschen helfen. Ein Kommentar eines Betroffenen hat uns damals sehr bewegt und motiviert und bis heute. Wir konnten teilweise nur einen Teller Maismehl für mehrere Tage weiter geben, weil wir auf die Menge an Betroffenen nicht vorbereitet waren. Dankbar nahm er diese kleine Menge entgegen und sagte: „Dieses Essen gibt uns die Hoffnung, dass es irgendwie weitergehen wird und wir überleben werden.“ Wir haben erlebt, wie alleine diese Hoffnung den Menschen Kraft gab durchzuhalten.

Ihr habt euch jahrelang aufopferungsvoll aus christlicher Nächstenliebe für Malawi eingesetzt. Was macht das mit euch, wenn ihr seht, wie die Menschen dort nun leiden?

Wir leiden mit und fühlen uns z.T. auch hilflos, weil die mögliche Hilfe oft nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein wirkt. Wir merken auch, wie gut es uns hier in Europa geht und wie schwer es vorstellbar ist, dass die Hälfte eines Landes von so einer Katastrophe betroffen sein kann.

Mehr über die Initiative erfahren Sie unter www.weltweit-hoffnung-schenken.de. Dort gibt es auch verschiedene Möglichkeiten, selbst zu helfen. Vielen Dank für alle Unterstützung!

SAMBIA. Geldprobleme sind immer wieder der Auslöser für weitreichende persönliche und familiäre Probleme. Besonders gefährlich ist die Abhängigkeit, in die sich viele Einwohner Sambias durch Verschuldung bringen. Hautnah erlebten die Liebenzeller Missionare Dietmar und Katrin Brunner diesen Teufelskreis mit, als einer ihrer einheimischen Mitarbeiter durch verschiedene kulturelle Verpflichtungen immer mehr in einen finanziellen Engpass getrieben wurde. Das alles belastete die Familie sehr. Auch für die Frau war das Verhalten ihres Mannes eine große Herausforderung. Die Missionare sprachen das Thema des Umgangs mit Geld und Besitz im Frauenkreis an. Den besucht auch die Frau des Mitarbeiters.

Bald konnten die Missionare Früchte ihrer Arbeit sehen und schreiben über die Frau: „Sie kann nähen, hat nun schon einige Aufträge erfüllt und ist motiviert, weiterzumachen. Als Familie haben sie zwei Gärten angelegt. Einer für den Eigenbedarf und der andere, um das Gemüse zu verkaufen. Es sind kleine Schritte, aber Gott hat ihnen die Ideen und Gaben gegeben, um sie einzusetzen.“

JAPAN. Die Freude war groß, als endlich das neue Kirchengebäude fertig renoviert und eingeweiht wurde. Die Missionare Irene und Thomas Beck blicken auf die Kauf- und Renovierungsphase zurück und erkennen in vielen Schritten Gottes Handeln: „Es ist einfach erstaunlich, wie Gott gewirkt hat und wir nun in zentraler Lage und gut sichtbar von Bahn und Bus, zudem mit mehreren Parkplätzen ein einladendes Gemeindehaus mitten in Tokaichiba bekommen haben.“ Das neue Gebäude zieht auch neue Leute an: Ein Mann aus der Nachbarschaft war schon länger beeindruckt von der Atmosphäre der Gemeinde, die er immer wahrnahm, wenn er ab und zu die Versammlungen durch die Fenster des alten Gebäudes beobachtete. Das neue Gebäude ist in seiner direkten Nachbarschaft und so kam er zur Einweihungsfeier. Seither besucht er regelmäßig die Versammlungen, ist voller Fragen zur Bibel und möchte Gott besser kennenlernen.

MITTLERER OSTEN. 4 Jahre, 319 Seiten Drehbuch, 67 Personen vor der Kamera, 200 Stunden oder 3 Terabyte aufgenommenes Filmmaterial, gefilmt in 5 Ländern: Das ist eine kurze Zusammenfassung in Zahlen des Projektes „Pellekan“. Dahinter steckt die Idee, dass persisch-sprechende Zuschauer des Fernsehsenders „SAT-7“ in die Grundlagen des christlichen Glaubens eingeführt werden und Tipps bekommen, wie sie mit einfachen Mitteln den Glauben an ihre Freunde weitergeben können – z. B. über selbst produzierte Videos auf Youtube. Die Idee zu dem Projekt hatte Paulus Hieber. Er ist Liebenzeller Missionar und unterstützt SAT-7 als Sendetechniker. Mittlerweile ist das Filmmaterial für die geplanten 13 Sendungen gedreht. Der Schnitt hat begonnen. Es ist der Wunsch aller am Projekt Beteiligten, dass durch „Pellekan“ Menschen von Jesus Christus hören und selbst Multiplikator werden.

ECUADOR. Zwei Monate nach dem Erdbeben in Ecuador läuft die humanitäre Hilfe auf vollen Touren. Es ist bemerkenswert, wie Ecuador als Nation zusammensteht und sich solidarisch zeigt. Viele Einrichtungen schicken Versorgungspakete mit Wasser, Medizin, Lebensmittel, Kleidung und Mückenspray an die Küste. Doch die Menschen brauchen nicht nur praktische Hilfe, sondern auch seelischen Beistand. Für viele von ihnen, die neben Hab und Gut auch Angehörige verloren haben, gilt es, das Trauma vom Erdbeben zu verarbeiten.

Vergangene Woche fuhr ich mit einigen Personen aus anderen lokalen Gemeinden nach Pedernales in die Region Manabí (sechs Stunden entfernt von meinem Einsatzort Cotacachi), um die betroffenen Menschen in ihren Häusern zu besuchen, ihnen zuzuhören, in ihrer Trauer und Angst beizustehen und sie mit Gottes Wort zu trösten. Viele Betroffene suchen Halt in Gott und haben Jesus in diesen Tagen als ihren persönlichen Erlöser angenommen. Bei einem evangelistischen Einsatz im Gymnasium und im Park haben wir den vorbeigehenden Menschen kostenlose Umarmungen angeboten und Johannesevangelien verteilt.

Wir haben wiedereröffnete Werkstätten besucht, um herauszufinden, welche Werkzeuge ihnen fehlen, um sie bei unserem nächsten Besuch für sie mitzunehmen. Gemeinsam mit den Pastoren der evangelischen Allianzgemeinde vor Ort haben wir ein abgelegnes Dorf besucht, was man nicht mit dem Auto erreichen kann. Dort haben wir ein Programm für Kinder durchgeführt und kleine Geschenke verteilt. Die Menschen in den betroffenen Regionen leiden derzeit an hohem Fieber, schweren Durchfallerkrankungen und es gibt immer wieder Nachbeben. In Zusammenarbeit mit der Evangelischen Allianz und den lokalen Gemeinden sehen wir die Notwendigkeit, eine langanhaltende Hilfe durch regelmäßige Einsatzgruppen anzubieten.

Vielen Dank für alle Gebete und alle Unterstützung für die Menschen in den betroffenen Gebieten!

Ramona Rudolp­h, Ecuador