BURUNDI. Eine Nähwerkstatt in Bujumbura bietet Frauen, die aus prekären Verhältnissen kommen, eine neue Perspektive – und das sogar in doppelter Hinsicht: Neben dem Nähhandwerk wird den Frauen auch das Evangelium weitergegeben.

Jeden Morgen lesen die 15 Mitarbeiterinnen gemeinsam in der Bibel, um mehr über Jesus zu erfahren. Danach beginnen sie mit ihren täglichen Näharbeiten. Sie stellen beispielsweise Taschen, Tischdecken und Kleider her, die später verkauft werden. „Das Nähen soll den Frauen helfen, wirtschaftlich unabhängig zu werden und falsche Bindungen loszulassen“, sagt die Liebenzeller Missionarin Tabea Biskup, die einmal in der Woche für die Morgenandacht in die Näherei kommt. Sie hilft mit, den Frauen den Zugang zu Gottes Wort zu erleichtern: „Meist bereite ich einfache biblische Geschichten oder Gleichnisse aus dem Lukas-Evangelium vor, die den Charakter Jesu zum Vorschein bringen“, sagt Tabea. Anschließend erzählen die Frauen die Geschichten nach. Jede darf einen Satz beisteuern und gibt das Wort dann an ihre Sitznachbarin weiter. Häufig seien die Frauen jedoch kaum zu bremsen. „Man spürt, dass sie großen Hunger nach Gottes Wort haben und es ist schön zu sehen, wie Einzelne ihr Leben nach Gottes Maßstäben ausrichten wollen“, erzählt Tabea. Erst kürzlich habe eine Frau berichtet, wie der Bibeltext sie in der darauffolgenden Woche herausgefordert hat, gute Entscheidungen zu treffen. „Auch hat eine Mitarbeiterin vor zwei Wochen geheiratet und ihre Ehe unter Gottes Segen gestellt“, freut sich unsere Missionarin.

SAMBIA. Acht Jahren lebten Sabine und Johannes Schaber mit ihren drei Kindern in Fiwale, südlich der Großstadt Ndola. Dort bildeten sie an der Bibelschule „Fiwale Hill“ Pastoren aus. Zuvor waren sie vier Jahre in der Gemeinde-, Bibel- und Jugendarbeit in Papua-Neuguinea tätig. Seit April ist die Familie im Heimataufenthalt und berichtet von ihrer Arbeit. Wir haben Johannes drei Fragen gestellt:

Du hast viele Jahre an der Bibelschule unterrichtet. Was meinst du, warum ist die theologische Ausbildung für Menschen in Sambia so wichtig?

Da die Gemeinde in Sambia wächst und viele Menschen zur Kirche gehen, braucht es ausgebildete Pastoren und Ehrenamtliche, die mitarbeiten. Unser Gemeindeverband hat beispielsweise rund 160 Gemeinden und nur ein Drittel verfügt über einen eigenen Pastor. Hinzu kommen theologische Herausforderungen. Viele aktive Sekten wie etwa die Zeugen Jehovas werben um Mitglieder. Auch selbsternannte Propheten versprechen den Menschen Reichtum und Glück, dabei sind es häufig nur sie selbst, die reich werden. Ich denke, das biblische Gebot in 2. Timotheus 2,2: „Gib die Botschaft, die du von mir gehört hast und deren Wahrheit dir von vielen Zeugen bestätigt wurde, an vertrauenswürdige und zuverlässige Menschen weiter, die ebenfalls fähig sind, andere zu lehren“ ist ein wichtiger und nie endender Auftrag an uns, Mitarbeiter zu schulen. Es braucht vor allem afrikanische Christen, die die Bibel so auslegen, dass sie im afrikanischen Kontext Sinn macht.

Wie wird es mit der Bibelschule weitergehen?

Die Bibelschule wird fortgeführt. Ziel ist es, dass sie verstärkt in die Hände Einheimischer übergeht und diese selbstständig Verantwortung übernehmen. Es ist jedoch schwierig, geeignetes Personal für die Schule zu finden, da viele Menschen nicht aufs Land nach Fiwale ziehen möchten. Gleichzeitig ist es sehr wichtig, dass die einheimischen Lehrer bald Verstärkung bekommen und ein neuer Bibelschulleiter gefunden wird.

Was sind deine Wünsche für Sambia?

Das Land verfügt im Vergleich zu europäischen Ländern über weniger Ressourcen und medizinische Möglichkeiten. Doch gerade deshalb erlebe ich bei Sambiern häufig ein starkes, nahezu kindliches Gottvertrauen. Beispielsweise betete ein Ehepaar viele Jahre für ein eigenes Kind. Nach 13 Jahren schenkte Gott ihnen tatsächlich eine Tochter. Ich wünsche mir für Sambia, dass dieses Vertrauen nicht nachlässt und viele Menschen weiterhin offen für das Evangelium bleiben. Auch ist es mein Wunsch, dass die politische und wirtschaftliche Situation des Landes stabil bleibt und vorhandene Ressourcen so genutzt werden, dass das Land vorwärts gebracht wird.

BAD LIEBENZELL. Zum elften Mal hat die Liebenzeller Mission die Initiative „Weltweit Hoffnung schenken“ gestartet. Mit der Aktion sollen Menschen in aller Welt neue Hoffnung schöpfen. Im Blick sind besonders Menschen aus Regionen, die nicht im Fokus der Weltöffentlichkeit stehen und mit vielen Widrigkeiten leben müssen. Dieses Jahr steht das ostafrikanische Burundi im Zentrum der Initiative.

Burundi ist ein gebeuteltes Land. Jahrelang tobte ein Bürgerkrieg zwischen den Volksgruppen der Hutu und Tutsi. Mittlerweile ist der Krieg zu Ende. Aber starke Trockenheit, politische Krisen und eine schwache wirtschaftliche Entwicklung machen Burundi seit Jahren zu einem der ärmsten Länder der Welt. Für viele Burundier ist der Alltag ein täglicher Kampf ums Überleben.

Die Mitarbeiter der Liebenzeller Mission in Burundi investieren bewusst in Projekte, die den Menschen Hoffnung für die Zukunft machen. Eine Schlüsselrolle spielt dabei die Förderung von Kindern und Familien. Benachteiligte Kinder erhalten Schulmaterial. Familien bekommen eine finanzielle Starthilfe, um wirtschaftlich unabhängig zu werden. Kinder sollen Wertschätzung und Geborgenheit in Jugendgruppen erfahren und Hoffnung für die Zukunft schöpfen. Notleidende Menschen erhalten von den Missionaren Reis, Mais und Bohnen.

„In Burundi engagiert sich die Liebenzeller Mission seit 25 Jahren. Unsere Arbeit ist auf Nachhaltigkeit angelegt“, sagt Projektkoordinatorin Bettina Heckh. Zur Zeit des Bürgerkriegs seien die Mitarbeiter zum Beispiel bewusst im Land geblieben, um den Menschen zur Seite zu stehen, „auch dann, als viele internationale Organisationen das Land verlassen hatten“, so Bettina Heckh.

Die Arbeit in Burundi geschehe immer in enger Abstimmung mit den Partnerorganisationen vor Ort, sagt Bettina Heckh. Projekte würden gemeinsam mit einheimischen Partnern entwickelt und umgesetzt. Ein besonderer Schwerpunkt liege auf Projekten für Kinder, Jugendliche und Familien. „Wer die junge Generation fördert, investiert in die Zukunft des ganzen Landes und eröffnet Perspektiven für viele Menschen“, sagt die Projektkoordinatorin. In Kirche und Gesellschaft setzten sich die Missionare für die Versöhnung der früher verfeindeten Volksgruppen ein – damit Wunden heilen und neue Beziehungen möglich werden.

Unterstützen kann man die Aktion nicht nur mit einer Spende, sondern auch mit aktiver Mitarbeit, erklärt Bettina Heckh: „Die Initiative ereignet sich gut als Projekt für einen Weihnachtsmarkt oder als Spendenprojekt für eine Betriebsfeier“.

Weitere Informationen zu den Projekten und ein Projektvideo gibt es im Internet unter www.weltweit-hoffnung-schenken.de oder direkt bei Bettina Heckh unter Telefon 07052 17-128 oder E-Mail *protected email*. Dort können auch Materialien zu der Aktion wie Plakate, Handzettel, Fotos oder Spendendosen angefordert werden.

Spendenkonto:
Liebenzeller Mission
Sparkasse Pforzheim Calw
IBAN: DE27 6665 0085 0003 3002 34
BIC: PZHSDE66
Vermerk: Spendencode 1620-37

SPANIEN. „Was wünschst du dir zum Geburtstag?“, fragte Pepe seine Frau Eugenia. „Ich habe nur einen Wunsch – und zwar, dass du mich zum Gemeindetag begleitest“, antwortete sie. Seit sich Eugenia zehn Jahre zuvor für die Nachfolge Jesu entschied, sehnte sie sich danach, ihren Glauben mit ihrer Familie zu teilen. Die Sorge um ihre Tochter, die durch einen Missbrauch psychisch erkrankte, die Gefängnisstrafe ihres Sohnes und das zerrüttete Verhältnis zu ihrem Mann wuchsen ihr damals über den Kopf. Sie suchte Halt – und diesen fand sie in Jesus Christus, den sie in einer Gemeinde in Marbella kennenlernte.

„Viele Jahre haben wir in der Gemeinde mit Eugenia für Pepe und die vier erwachsenen Kinder gebetet“, sagt die Liebenzeller Missionarin Carolin Hertler. Nie habe die Spanierin die Hoffnung aufgegeben, dass auch ihre Familie zum Glauben findet. Ihr Durchhaltevermögen wurde belohnt, denn ihr Geburtstagswunsch öffnete überraschend Türen: Pepe, der zehn Jahre lang nichts von der Gemeinde wissen wollte, willigte ein und begleitete seine Frau zum Gemeindetag. Dort sprach ihn Gottes Wort so sehr an, dass ihm bewusst wurde, wie viele falsche Entscheidungen er in seinem Leben getroffen hatte. Jahrelang lebte er an seiner Familie vorbei, denn anstatt Zeit mit seiner Frau und seinen Kindern zu verbringen, besuchte er abends nach der Arbeit lieber eine Bar. Nach dem Gottesdienst spürte Pepe, dass er etwas ändern musste. Fortan begleitete er Eugenia in die Gemeinde. Sein Hunger nach dem Wort Gottes wurde mit der Zeit immer größer, sodass er sich entschied, gemeinsam mit unserem Missionar Theo Hertler einen Jüngerschaftskurs durchzuführen. Diesen Sommer ließ sich Pepe von Theo im spanischen Meer taufen. „Sein Leben lang war er ‚blind‘ und Gott öffnete ihm die Augen. So etwas kann kein Mensch vollbringen – das ist einfach ein Wunder“, sind sich Carolin und Theo sicher. Von einem Macho ist Pepe zu einem Kind Gottes geworden.

Momentan wird Pepe in seinem Glauben stark herausgefordert. Seine psychisch kranke Tochter ist wieder in klinischer Behandlung und Eugenia leidet unter Fibromyalgie, einer Nervenkrankheit, die zeitweise starke Glieder- und Muskelschmerzen hervorruft. Die Familie braucht weiterhin viel Gebet.

MALAWI / DEUTSCHLAND. Das Radio L in Mangochi, Malawi sendet seit Anfang November 2017 Radioprogramme für die Volksgruppe der Yao. Die Yao sind vorwiegend muslimisch und machen etwa zehn Prozent der Bevölkerung Malawis aus, einem der ärmsten Länder Afrikas. Der neue Radiosender ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Organisationen wie der Liebenzeller Mission, OM, Radio Africa Network und SIM.

„Eine einzelne Organisation kann ein Projekt wie das Radio L nicht alleine stemmen“, sagt Paul Kränzler, Projektleiter von Radio L, der zusammen mit seiner Frau seit vielen Jahren mit der Liebenzeller Mission in Malawi arbeitet. „Auch die Programminhalte kommen von Mitarbeitern unterschiedlichster Organisationen und decken Themen wie Familie und Erziehung, Gesundheit und Ernährung, Glaube und Nachfolge, Landwirtschaft, Nachrichten sowie Musik ab.“

Das Radio „L“, was „Licht“ in Yao bedeutet, ist die erste Radiostation in Malawi, die hauptsächlich in der Yao-Sprache sendet. Die Mitarbeiter von Radio L hat Trans World Radio (TWR) geschult und der Stationsleiter möchte auch durch Kunst positiv in die Yao-Kultur hineinwirken. Die knapp eine Million Yao leben meist in entlegenen Dörfern, viele können nicht lesen und schreiben. Deshalb ist für sie das Radio eine wichtige Informationsquelle. Erst 2014 wurde die Übersetzung der Bibel in Yao fertiggestellt.

Seit vielen Jahren gibt es Bemühungen für ein christliches „Gemeinschaftsradio“ in Yao. Vor etwa einem Jahr erteilt die Regierung an OM die Lizenz für einen UKW-Sender – mit der Vorgabe, täglich zwölf Stunden Programme auszustrahlen. Der 30 m hohe, gespendete Sendemast steht auf einem Gelände von SIM und hat eine Reichweite von circa 100 km, selbst bis nach Mosambik hinein. Eine Photovoltaikanlage sorgt bei fast täglichen Stromausfällen für einen reibungslosen Sendebetrieb.

MURR. Warum sind manche Babys blind? Wieso möchte Jesus auch mit Menschen befreundet sein, die etwas Schlimmes getan haben? Wo ist er jetzt? Diese und weitere Fragen haben sich rund 70 Kinder bei einer Freizeit in Murr gestellt. Nachdem unsere KidZ-Mitarbeiterin Ruth Klaiber ihnen jeden Morgen Geschichten von Jesus erzählte, konnten die Kinder den ganzen Tag über Fragen auf eine große Tafel schreiben. „Ich war erstaunt, wie viel dabei zusammengetragen wurde“, sagt Ruth. Jedes Kind durfte seine Frage am nächsten Tag drei anderen Kindern und dann unserer Mitarbeiterin stellen. „Alle haben super mitgemacht und ich spürte, wie bei den Kindern etwas aufgebrochen ist“, freut sich Ruth. Viele hätten begeistert nach Gott gesucht, wollten eine Bibel haben und ihren Klassenkameraden von Jesus weitererzählen. Die sichtbare Begeisterung der Kinder sei beeindruckend gewesen – gerade auch, weil es sich um ein Ferienprogramm in Zusammenarbeit mit der Stadt handelte und viele Kinder an den Bibelgeschichten teilnahmen, die noch nichts von Jesus gehört hatten.

MAINZ. Letztes Jahr hat sie ihr Studium an der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL) abgeschlossen, heute arbeitet Kathrin Pohl bei der Caritas in Mainz. Anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit stand die 28-Jährige gemeinsam mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière auf der Mainzer Open-Air-Bühne der Bundesregierung, um das Projekt „Neue Nachbarn in der Mainzer Neustadt“ (NeuNa) vorzustellen.

„Sonst sehe ich seine Auftritte im Fernsehen und plötzlich stehe ich selbst mit dem Innenminister auf der Bühne“, erzählt Kathrin. Es habe sie nicht nur gefreut, dass „NeuNa“ an diesem Tag als einziges Projekt vom Bundesinnenministerium ausgewählt wurde, sondern auch, dass Thomas de Maizière allen Bühnenteilnehmern das Gefühl gab, einander auf Augenhöhe zu begegnen. Gemeinsam mit zwei Syrern und Ehrenamtlichen präsentierte Kathrin dem Publikum das Integrationsprojekt „NeuNa“. „Diese Erfahrung hat uns zusammengeschweißt. Gleichzeitig fand interkulturelle Begegnung statt, denn wir haben die Vorbereitungen, die Aufregung und den Bühnenmoment geteilt“, erzählt sie.

Sie gerät in einen Zwiespalt
Dass Kathrin einmal ein solches Projekt in Deutschland leiten würde, damit habe sie lange Zeit ihres Lebens nicht gerechnet: „Mir war immer klar, dass ich im Ausland arbeiten möchte – entweder in einer christlichen Entwicklungsarbeit oder in der Mission.“ Ein Einsatz im Tschad und ihr Auslandssemester in Kanada bestätigten sie in ihrem Vorhaben. Ihr anschließendes Semester absolvierte Kathrin in einem Mainzer Flüchtlingsheim – genau zu der Zeit, in der große Flüchtlingswellen nach Deutschland strömten. Bei der Arbeit mit Zuwanderern wurde ihr plötzlich bewusst, dass ihre Leidenschaft nicht an Afrika oder Kanada geknüpft ist, sondern an Menschen aus arabischen Herkunftsländern. „Jahrelang habe ich mich auf meine Auslandspläne fokussiert und auf einmal fühlten sie sich nicht mehr richtig an. Es war, als ob mich Gott vor die Wahl stellt, meiner Vision oder ihm zu folgen?“

Gott zeigt neue Wege auf
Kathrin entschied sich bewusst zur Nachfolge Jesu, auch wenn sie dafür in Deutschland bleiben müsste. Sie wartete ab, was Gott für sie bereithielt. Kurz vor Studienende meldete sich dann zufällig eine Freundin aus Mainz, die ihr ein Zimmer anbot. Ohne einen Job in Aussicht zu haben, unterzeichnete Kathrin den Mietvertrag. Im selben Zug bewarb sie sich bei der Caritas in Mainz, die Verstärkung für ein Integrationsprojekt suchte. Wenig später erhielt Kathrin bereits die Zusage: „Innerhalb einer Woche hatte ich eine Bleibe und einen Job. Es fühlte sich richtig an – so, als hätte Gott es für mich vorbereitet.“ Seit März leitet Kathrin „NeuNa“, das geflüchtete Menschen berät, unterstützt und ins Gemeinwesen integriert.

Leben und Studium auf dem Missionsberg haben sie geprägt
Viele Kompetenzen für ihre heutige Arbeit hat Kathrin bereits erworben, als sie noch „Theologie/ Soziale Arbeit im Interkulturellen Kontext“ in Bad Liebenzell studierte: „Neben Seminarinhalten aus den Bereichen Führung und Coaching, Entwicklungszusammenarbeit und Humanitäre Hilfe, brachte mich auch die Lebensgemeinschaft auf dem Missionsberg persönlich voran. Ich habe beispielsweise gelernt, mich zu reflektieren und zu organisieren”, sagt Kathrin. Diese Eigenschaften seien wichtig, entscheidend für ihren Job sei jedoch, ein Herz für Zuwanderer zu haben: „Diese Menschen sind meine Leidenschaft. Ich möchte das Projekt vorantreiben und interkulturelle Begegnungen schaffen, um Hürden zwischen Nationen aufzubrechen.“ Aus ihrem Glauben heraus ist es für Kathrin selbstverständlich, geflüchtete Menschen aufzunehmen und in unser Gemeinwesen zu integrieren: „Sie sind wie du und ich – sie freuen sich über neues Leben und trauern bei Verlust.“

Quelle Foto: THW/Kai-Uwe Wärner

SAMBIA. „Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen“ – das besagt ein afrikanisches Sprichwort. Doch was, wenn ein Kind in Ndola, der drittgrößten Stadt Sambias, aufwächst und seine Eltern es sich selbst überlassen oder versterben? „Ohne eine Familie sind Kinder in Afrika arm dran – sie sind auf familiären Zusammenhalt angewiesen“, sagt die LM-Missionarin Cornelia Frey. In Ndola gibt es viele Waisenhäuser, in die Jugendamt und Polizei nicht nur Vollwaisen vermitteln, sondern auch Kinder, deren Mütter in der Psychiatrie sind oder sich nicht mehr um sie kümmern können. „Wir möchten diesen Kindern das Gefühl geben, dass es Menschen gibt, denen sie nicht egal sind, und ihnen vor allem zeigen, dass sie von Gott gewollt und geliebt sind“, sagt Cornelia. Als es in der Frauenstunde von Dawn Trust kürzlich um das Thema ging, sich um andere zu sorgen, beschlossen Cornelia und die anderen Frauen, dies praktisch umzusetzen und verwaiste und verstoßene Kinder zu besuchen: „Wir haben uns für ein kleines Waisenhaus entschieden, das nur wenig Unterstützung bekommt“, erzählt die Missionarin. Zu zwölft machten sich die Frauen mit ein paar Geschenken auf den Weg. Als sie ankamen, sei die Freude bei den Kindern und Betreuern groß gewesen. Es wurden Lieder gesungen und Nancy, eine Mitarbeiterin der Frauengruppe, erzählte den zehn Kindern vom Richter Jephthah aus der Bibel. Dieser sei zwar von seinen Brüdern verstoßen worden, doch Gott sorgte für ihn. Durch diese Geschichte machte sie den Kindern Mut, dass Gott auch sie nicht vergisst. Neben den Kindern wurden auch die Betreuerinnen bedacht: „ Wir ermutigten sie, sich auf Gott zu verlassen, der auch für sie sorgt und ihnen durch seinen Heiligen Geist täglich neue Kraft, Weisheit und Liebe für die Kinder schenken kann“, sagt Cornelia. Dass das nicht ihr letzter Besuch im Waisenhaus war, da ist sich die Frauengruppe sicher.

SPANIEN. Sechs Monate ist es her, dass Danis Großmutter beerdigt wurde. Nun folgt der nächste schwere Verlust in der Familie des 30-jährigen Spaniers: sein Großvater ist verstorben. In seiner Trauer denkt Dani an viele schöne Erlebnisse mit seinen Großeltern zurück. Immer wieder beschäftigt ihn dabei jedoch die Frage, wo sie nach ihrem Tod wohl hingegangen sind?

Am Tag der Beerdigung ruft Dani seinen Freund Daniel Köhler an und fragt: „Hast du Zeit für ein Bier?“ Der Liebenzeller Missionar weiß um den Verlust und lädt Dani noch am selben Abend zu sich nach Hause ein. Die beiden reden – über Danis Großeltern, den Tod, aber auch den Glauben. „Daniel, meinst du, Petrus hat ihnen die Tür zum Himmel geöffnet?“, fragt Dani. Beide seien schließlich streng katholisch gewesen. „Es geht nicht darum, einer Religion anzugehören, sondern eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus zu haben. Nur durch ihn können wir gerettet werden“, antwortet Daniel und fügt einen Bibelvers aus dem Johannes-Evangelium an: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“ (Joh. 3,16) Mit diesem Vers möchte Daniel seinem Freund nahebringen, dass nicht wir Menschen über Leben und Tod entscheiden, sondern Gott. Das offene Gespräch tat Dani gut. Auch für Daniel ist der Abend trotz des traurigen Anlasses etwas Besonderes: „Ich freue mich, dass sich Dani mit elementaren Glaubensfragen beschäftigt und hungrig nach Antworten ist.“ Auch habe der Abend die Freundschaft der beiden stärker vertieft und Daniel ist gespannt, was Gott noch in Danis Leben bewirken wird.

ECUADOR. 25 Prozent der Bevölkerung in Ecuador sind Quichua-Indianer. Einer davon ist Edison – ein junger Mann, der lange Zeit viel Alkohol getrunken und seine Familie vernachlässigt hat. Eines Tages stürzt er bei der Arbeit fünf Meter in die Tiefe. Einige Operationen und mehrere Wochen Bettruhe folgen. Die Tage ziehen an ihm vorbei. Er hat viel Zeit – Zeit, sein Leben zu reflektieren. Doch umso länger er nachdenkt, desto stärker umgibt ihn eine tiefe innere Leere. Um diese zu überwinden, macht sich Edison nach seiner Genesung auf die Suche nach dem Sinn seines Lebens. Zunächst beschäftigt er sich mit dem Volksglauben. Er betet zu Naturgottheiten und besucht den Schamanen, doch all dies stillt seine Sehnsucht nicht. Auch als er sich dem Katholizismus zuwendet, besteht die Leere weiterhin. Ratlosigkeit macht sich bei Edison breit.

Als er einige Tage später im Haus seiner Schwester auf Ramona Rudolph trifft, berichtet er von seinen Bemühungen und sagt: „Ramona, erzähl mir von deinem Gott!“ Die Liebenzeller Missionarin willigt ein. Von nun an treffen sich die beiden wöchentlich, um Bibel zu lesen. Bereits nach kurzer Zeit stellt Edisons Frau eine Veränderung bei ihrem Mann fest. Das macht sie neugierig und so beginnt auch sie, Bibel zu lesen. „Es war toll zu sehen, wie Gott die Herzen der beiden angerührt und verändert hat“, freut sich Ramona. Kurz bevor die Missionarin nach Deutschland fliegt, lässt sich das Ehepaar im Freibad taufen. Ramona ist glücklich, dass die beiden nun den Sinn ihres Lebens erkannt haben.