BAD LIEBENZELL. Wenn der Frühling kommt, macht sich die Kurstadt schick. Stadtputz war angesagt. Bei den vielen Helfern mit dabei waren auch Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell und 16 Bewohner des Hoffnungshauses. Sie haben fleißig Müll gesammelt und mitgeholfen, ihre neue Heimat sauber zu halten. „Wir haben uns gefreut, dass sich so viele aus dem Hoffnungshaus gemeldet haben, um an diesem freiwilligen Einsatz mitzumachen“, berichtet Dominic Schikor. Er ist Sozialarbeiter im Hoffnungshaus. „Ihr Engagement zeigt, dass sie sich für ihre Stadt einbringen und in die Gesellschaft integrieren wollen“, so Dominic Schikor.

Das Hoffnungshaus Bad Liebenzell ist eine Initiative der Hoffnungsträger Stiftung in Zusammenarbeit mit der Liebenzeller Mission als lokalem Partner und wurde Anfang 2018 eröffnet. Im Hoffnungshaus gibt es insgesamt elf Wohnungen. Sie werden von Familien und Singles mit Fluchterfahrung, deutschen Familien und Studenten der Internationalen Hochschule Liebenzell bewohnt. Als internationale Hausgemeinschaft wollen sie den Alltag miteinander teilen und sich in den täglichen Herausforderungen unterstützen. Ihr Wunsch ist, dass aus Fremden Freunde werden.

MALAWI. Kein Weg ist den Liebenzeller Missionaren zu weit und zu mühsam, um Menschen die Liebe Gottes weiterzugeben. So machte sich Sebastian Pfrommer mit seinem Fahrrad über Stock, Stein und durch meterhohes Gras in Malawi auf zu einer Gemeinde. Zwischendurch waren ihm Zweifel gekommen, ob er überhaupt noch auf dem richtigen Weg ist. Aber die Mühe lohnte sich: „Das war heute ein sehr ermutigender Tag für mich, aber auch für meine Gemeinde. Vielen Dank, dass ihr uns heute besucht habt!“ Das sagte ein Pastor bei der Verabschiedung. Sebastian Pfrommer ist dankbar, dass er über die lebendige Hoffnung sprechen konnte, die Christen über den Tod hinaus haben. Das sei um so wichtiger, da für viele Malawier der Tod viel realer sei wie für die Europäer, die schließlich eine deutlich höhere Lebenserwartung haben.
 
Kindergarten ist ein großer Segen
 
Neben Besuchen von Gemeinden ist auch die Kinder-  und Jugendarbeit Cathrin und Sebastian Pfrommer wichtig. Der Kindergarten „Madalitso“, das Segen auf Chichewa bedeutet, ist ein großes Geschenk. „Oft werden Kinder vernachlässigt und für sie gibt es keine Angebote. So ist ein Kindergarten im Dorf etwas sehr Außergewöhnliches,“ so Sebastian Pfrommer. Damit die Mitarbeiter weiter ein abwechslungsreiches Programm anbieten können, vermittelte die Missionarskollegin Veronika Urschitz bei einer Mitarbeiterschulung neue Lieder und Ansätze. Cathrin Pfrommer zeigte, wie man das Gelernte spielerisch anwenden kann. Zurzeit besuchen mehr als 60 Kinder den Kindergarten.
 
Kindertage erreichen viele Kinder
 
Ein weiterer Teil der Kinder- und Jugendarbeit sind die Kindertage. Es werden wöchentliche Kidsclubs in den verschiedenen Dörfern angeboten. Kindertage sind für die Kinder besondere Höhepunkte. Dazu kommen oft Kinder, die sonst nicht mit den Kidsclubs erreicht werden. Gemeinsam singen sie Lieder, sehen ein Anspiel, das die Kinder selbst vorbereitet haben und hören Geschichten aus der Bibel.
 
Maislager verbessert Ernährungslage
 
Sebastian und Cathrin liegt mit ihrem Team auch die Verbesserung der Ernährungssituation am Herzen. „Im Moment warten unsere Nachbarn sehnsüchtig auf die Ernte ihrer angepflanzten Felder. Das bedeutet, dass viele Haushalte nicht mehr genügend zum Essen haben.“ Da die Liebenzeller Mission in Ubwenzi ein Maislager unterhält, konnte über 1.000 Haushalten geholfen werden. 
 
Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig. Zwölf Missionare arbeiten unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie unterstützen landwirtschaftliche Projekte, engagieren sich im Gesundheitswesen und bohren Brunnen. Außerdem bauten sie ein theologisches-handwerkliches Ausbildungszentrum für Gemeindeverantwortliche auf und betreiben einen Radiosender. Sebastian und Cathrin Pfrommer arbeiten seit 2017 im Dorfentwicklungsprojekt Ubwenzi (dt. Freundschaft) mit.

Am Samstag fand die 6. Victorious Fight Night in Bad Liebenzell statt. Die Fight Night ist ein Format von „Victorious“, der Arbeit der Liebenzeller Mission für junge Männer im Alter von 16 – 35. Sie besteht aus einem Programm mit praktischen Kampfeinheiten (Ringen) und geistlichem Input.

Insgesamt 70 Männer aus dem ganzen Süden Deutschlands waren dabei. Es ging es um mehr als Schweiß und Lärm, Lobpreis und Kampf, Gemeinschaft und Essen, Schwäche und Zeugnis, Bekenntnis unter Männern: Es ging um den, der uns frei macht, wirklich frei. Es ging um Jesus!

Bestärkt durch das starke Zeugnis einzelner Männer, ausgestattet mit praktischen Tools und befähigt durch die Kraft Gottes, machten sich die Männer auf den Weg zurück in den Alltag, in den Kampf, in die Herausforderung, bereit für Veränderung, bereit für ein siegreiches Leben durch Jesus!

Burundi ist ein gebeuteltes Land. Krisen gibt es immer wieder. Mal flammen sie stärker auf, mal ist es etwas ruhiger. Die Folgen des Bürgerkriegs zwischen Hutu und Tutsi sind immer noch zu spüren. Und auch die politische Lage ist instabil. 2015 flohen nach einem Putschversuch fast eine Viertelmillion Menschen. Unsere Missionare halten auch in den schwierigen Zeiten durch. Seit 26 Jahren sind wir in Burundi im Einsatz. Vor Kurzem besuchten Missionsdirektor Martin Auch und Daniel Mattmüller (Referatsleiter Globaler Süden) das ostafrikanische Land. Unter anderem standen Gespräche mit zwei neuen Partnerorganisationen auf dem Programm. „The Cries of a Child“ (Hilferuf eines Kindes) ist ein sozialmissionarisches Projekt mit Kinderdorf, Kindergarten, Schule und einer Klinik. „Christian Life Ministries“ erreicht als internationale Gemeindegründung in der Hauptstadt Bujumbura vor allem die junge Generation. Weiterhin ist auch die Anglikanische Kirche einer unserer Partner in Burundi. „Wir brauchen dringend Verstärkung in Burundi“, sagte Daniel Mattmüller. „Es ist unser Ziel, Menschen dort zu helfen, Jesus Christus zu finden und aus der Armut gute Wege in ein nachhaltiges Leben zu finden.“

Ein Bericht von Familie Alduri, festgehalten von unserem noch aktiven Österreich-Missionar Siegfried Seitz, der bald in den Ruhestand geht.

Wir, die Familie Alduri, stammen aus dem Irak und flüchteten 2006 nach Syrien. Abdalla, unser jüngster Bruder, war damals erst sieben Jahre alt. Wir mussten unser Heimatland verlassen, da sich unser Vater dort politisch engagierte und seine Vorstellungen heftig angefeindet wurden. In Syrien lernten wir das Christentum kennen. Uns wurde gleich bewusst, dass der christliche Glaube tragfähige Antworten auf die grundlegenden Fragen des Lebens sowie Sinn und Hoffnung gibt. Dabei wussten wir nicht viel von dieser Religion, schließlich lebten wir damals in einer Gesellschaft, in der wir von religiösen Fanatikern umgeben waren. In dieser Zeit haben wir angefangen, die Wahrheit zu suchen, was nicht einfach war, da es in Syrien keine Religionsfreiheit gab und gibt.

Vater im Irak vermisst, ebenso der Schwager der Mutter und ihr Bruder

Ab 2009 begann unsere Mutter für die UNO zu arbeiten. So entstanden unsere Kontakte zur orthodoxen Kirchen in Syrien, die viel für Flüchtlinge tat. 2011 kehrte unser Vater wegen seines kranken Bruders in den Irak zurück. Er ist aber dort nie angekommen und gilt seither als vermisst. Bereits 2006 wurde der Schwager unserer Mutter getötet; ihr Bruder gilt ebenfalls als vermisst. 2013 kehrten wir in den Irak zurück – aber nicht in unsere ursprüngliche Heimat Bagdad, sondern in die Nähe von Mossul, wo wir uns etwas sicherer fühlten. 2014 flüchtete unsere Mutter mit Abdalla nach Österreich. Sie schärfte uns zurückgebliebenen Geschwister ein: „Wenn ihr es nach Europa schafft, dann haltet euch zu den Christen, denn diese waren die einzigen, die uns wirklich geholfen haben.“ 2015 machten auch wir älteren Geschwister uns auf den Weg und kamen über die Türkei nach Österreich.

Glaubenskurs führt zur Taufe

Durch den Deutschunterricht in einer katholischen Kirche lernten wir Christen kennen. Ende 2015 wurden wir zu einem deutsch-arabischen Bibelkreis (mit Übersetzern) eingeladen. Später nahmen wir an einem Glaubenskurs in einer internationalen baptistischen Kirche teil. Dadurch haben wir viele Freunde gefunden. Wir erhielten viele Informationen über den christlichen Glauben, was uns sehr geholfen hat. Jedes Mal, wenn wir in den Glaubenskurs besuchten, lernten wir den christlichen Glauben besser kennen. Im April 2017 ließen wir uns taufen.

In Europa Jesus Christus kennengelernt

In unserer Heimat haben wir viel erlitten. Unser Vater, sein Bruder und der Bruder unserer Mutter sind Opfer des Kriegs geworden. Da wir seit Jahren keine Lebenszeichen mehr von ihnen hatten, flüchteten wir nach Europa, wo Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit herrschen und es Menschlichkeit gibt. Hier hat dann auch unser Glaubensweg mit Jesus Christus durch die Hilfe einer Kirche begonnen. Diese hat uns herzlich empfangen und aufgenommen. Die Menschen dort haben uns auch beim Erlernen der deutschen Sprache weitergeholfen. Durch den ehemaligen Liebenzeller Missionar Siegfried Seitz haben wir die Bibel besser verstehen gelernt. Nun glauben wir als ganze Familie an Jesus Christus als unseren Erlöser, der der einzige Weg zum lebendigen Gott ist. Wir haben die Wahrheit durch ihn gefunden und glauben, dass er wegen unserer Sünden am Kreuz gestorben ist: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat“ (Johannes 3,16). Wir danken Gott, dass er uns von der Dunkelheit zur Helligkeit geführt hat, denn er ist unser Gott, das Licht der Welt.

Sie kennt Afrika durch und durch: Seit mehr als 20 Jahren lebt und arbeitet Margit Schwemmle auf dem afrikanischen Kontinent. Zwölf Jahre lang war sie Missionarin in Malawi, brachte Frauen das Lesen und Schreiben bei und gab ihnen die Gute Nachricht von Jesus weiter. Seit 2012 ist sie in Sambia – zunächst im abgelegenen Luangwa-Tal und anschließend als Dozentin an der Evangelical University in Ndola. Dort ist sie mittlerweile Studienleiterin. In den nächsten Wochen ist sie in Deutschland und berichtet von ihrer Arbeit in Sambia. Wir haben ihr einige Fragen gestellt.

Für afrikanische Verhältnisse ist es ungewöhnlich, dass eine Frau so eine hohe Stelle hat wie du als Studienleiterin. Wirst du dafür in Sambia eher bewundert oder belächelt?
Es gibt unterschiedliche Reaktionen. Die meisten Studenten und Mitarbeiter finden es gut und schätzen meine Arbeit. Aber es gibt schon auch Einzelne, die Probleme damit haben, weil es nicht in ihr Bild passt, dass eine Frau so eine Position innehat.

Was überrascht dich an deinen Studenten immer wieder?
Ihre Hingabe und ihr Eifer beim Studieren. Die meisten haben einen klaren Fokus und eine deutliche Berufung. Das ist stark!

Die Evangelical University ist seit einiger Zeit Partner-Uni der Internationalen Hochschule Liebenzell (IHL). Drei deutsche Studenten haben schon ein Auslandssemester in Sambia gemacht. Wann kommen die ersten sambischen Studierenden nach Deutschland?
Dass deutsche Studenten zu uns nach Sambia kommen, ist eine Bereicherung. Damit es andersherum funktioniert, braucht es komplette Kurse auf Englisch an der IHL. Sobald genügend Kurse in Englisch angeboten werden, hoffe ich, dass wir sambische Studenten nach Liebenzell schicken können. Denkbar ist natürlich auch, dass Dozenten aus Sambia als Gast-Dozenten an der IHL lehren.

Du bist seit 1998 in Afrika als Missionarin im Einsatz. Wie lebt es sich als Deutsche in Afrika?
Das kommt darauf an, wo in Afrika man ist. Viele Jahre lang lebte ich im Dorf. Dort gibt es schon einige Einschränkungen im Lebensstandard und man wird viel stärker als Ausländer wahrgenommen. Je länger man aber im Land lebt und sich mit der Kultur auseinandersetzt, umso mehr wird man akzeptiert.
Seit 2014 lebe ich in der Stadt. Dort falle ich weniger auf. Und ich habe viel mehr mit Menschen zu tun, die eine gute Bildung haben und für die es normaler ist, mit Ausländern zu tun zu haben.

SAMBIA. Mit einem Besuch beim Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“ würdigte die deutsche Konsulin in Sambia, Ursula Paltzer (Lusaka), die Arbeit der Liebenzeller Mission in dem afrikanischen Land. Dabei überreichte sie in Mushili ein Schild für die von der deutschen Botschaft mit 4.000 Euro finanzierte Solarpumpe. Auf dem Pumpenhäuschen wird nun auf die „German cooperation – Deutsche Zusammenarbeit“ verwiesen. Mit der solarbetriebenen Pumpe sei man nun unabhängig von den Stromausfällen, die in dem afrikanischen Land öfter auftreten, sagte Missionar Benjamin Wagner. Außerdem spare man Stromkosten ein. Mit dem rund 70 Meter tiefen Bohrloch werden zurzeit wöchentlich rund 5.000 Liter Wasser gefördert. Davon profitieren neben den Missionaren und den einheimischen Mitarbeitern mit deren Familien auch die Sambier in der Umgebung des Projektgeländes in Mushili.

Behördenvertreterin ermutigt zu weiteren Projekten

„Die Konsulin war sehr angetan von unserem Projekt, vor allem auch von unserer Bibliothek, da sie selbst gerne liest“, sagte Benjamin Wagner. Er hatte erfahren, dass die Deutsche Botschaft Projekte von gemeinnützigen Organisationen mit Geldern unterstützt, die direkt den Menschen vor Ort zugutekommen. Ursula Paltzer ermutigte die Verantwortlichen, für das kommende Jahr wieder Geld für einen gemeinnützigen Zweck zu beantragen.

Die Liebenzeller Mission gründete 2003 in Zusammenarbeit mit ihrer Partnerkirche das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. In der Stadtrandsiedlung von Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias, leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Ein Schwerpunkt bildet dabei die Ausbildung in alternativem Feldbau – „Farming God’s Way“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung von Kompost und Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familie besser ernähren können. Gleichzeitig werden biblische Prinzipien gelehrt – zum Beispiel der Wert der Treue. Wer treu den Acker anbaut und pflegt, erzielt auch eine größere Ernte. So konnten die Bauern, die sich an dem landwirtschaftlichen Projekt beteiligen, ihre Erträge um bis zu 50 Prozent steigern. Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1985 in Sambia.

Ausgesandt durch die LM USA begann er zusammen mit seiner Frau Joyce seinen Missionsdienst als Lehrer auf der Insel Palau. Später wurde er Dozent und dann Präsident (Rektor) der Pacific Islands University (PIU).
Die Wurzeln dieser Universität liegen im Micronesian Institute for Biblical Studies (MIBS) und im Pacific Islands Bible College (PIBC), einer theologischen Ausbildungsstätte, die von verschiedenen Missionaren der Liebenzeller Mission International aufgebaut wurden.

David Owen leitete die Universität bis zum Ausbruch seiner Krankheit vor drei Jahren mit Leidenschaft, Fleiß und Vision. Es war seine Lebensaufgabe, das Wort Gottes als richtungsgebende und lebensschaffende Kraft für die Menschen der Region Pazifik werden zu lassen.

Seinem Sohn Michael, der auch als LMI-Missionar an der PIU unterrichtet, gab er vor seinem Tod eine Notiz. Sie enthält folgende Sätze:

„Dave Owen ist jetzt bei seinem Herrn und Retter Jesus Christus … Wir warten auf die Wiederkunft Christi … Wenn ich dich das nächste Mal sehen werde, werde ich einen unsterblichen Leib haben wie Christus auch. Ich sehne diesen Tag herbei, wenn wir alle wieder zusammen sein werden.“  David Owen

Wir beten besonders für seine liebe Frau Joyce, die in gemeinsamer Berufung die vielen Jahre Missionsdienst zusammen mit ihm gelebt hat.
Wir beten für ihre in Mikronesien aufgewachsenen Kinder, mit ihren Familien.
Wir beten für die Leitung und die Studierenden und Dozierenden der Pacific Islands University.

In Trauer, Dankbarkeit und Hoffnung,

Martin Auch
Missionsdirektor, LM Deutschland
Internationaler Koordinator. LM International

Da wir derzeit viele Nachfragen bekommen, wie die Lage im Überschwemmungsgebiet in Malawi, Mosambik und Simbabwe ist, haben wir hier einige Informationen zusammengestellt.

Sind Liebenzeller Missionare betroffen?
Nein. Von den betroffenen drei Ländern in Südostafrika arbeiten wir nur in Malawi. In Malawi schlug der Zyklon nur ganz im Süden des Landes zu. Dort haben wir keine Mitarbeiter stationiert und auch keine Projekte mit unserer Partnerkirche. In der Region, in der unsere Missionare arbeiten, gab es „nur“ starke Regenfälle, die aber keine Schäden anrichteten.

Wie ist die Lage in Malawi?
Nach Einschätzung unserer Missionare ist die Situation in Malawi ganz im Süden des Landes angespannt. Weit stärker betroffen ist allerdings Mosambik. Dort ist die Lage dramatisch. Hunderttausende Menschen sind dort obdachlos geworden, die Gefahr von Seuchen droht.

Wird die Liebenzeller Mission eine Hilfsaktion für Malawi starten?
Nach reiflicher Überlegung haben wir uns entschlossen, keine Hilfsaktion für Malawi zu starten. Es fehlt uns ganz im Süden des Landes die logistische Infrastruktur, da wir dort keine Projekte und Partner haben. Wir schätzen das gute Zusammenarbeiten mit anderen Missionswerken und Hilfsorganisationen. Einige von ihnen haben Mitarbeiter in den betroffenen Gebieten und haben Hilfsaktionen gestartet.

Wie kann ich den betroffenen Menschen helfen?
Bitte beten Sie für die betroffenen Menschen und bitten Sie Gott um sein Eingreifen! Wer die Hilfsaktionen finanziell unterstützen möchte, kann sich gerne an Hilfsorganisationen und Missionswerke wenden, die dort im Einsatz sind. Als Liebenzeller Mission können wir keine Spenden für die Katastrophenhilfe Zyklon Idai annehmen.

Macht die Liebenzeller Mission keine Hilfseinsätze?
Doch. Wenn Katastrophen in Regionen geschehen, in denen unsere Missionare im Einsatz sind, leisten wir regelmäßig unbürokratisch Hilfe. Aktuell beteiligen wir uns an der Wiederaufbauhilfe in Indonesien. Dort hatten Überschwemmungen in der Provinz Papua große Schäden angerichtet. Viele Menschen haben dort Angehörige verloren. Mehr Infos: https://www.meine-mission.org/liebenzeller-mission-hilft-beim-wiederaufbau-in-indonesien/

Die meisten Deutschen, die schon mal nach Peñíscola in Spanien gereist sind, kennen die kleine Stadt vermutlich sehr gut gefüllt. Normalerweise hat Peñíscola 8.000 Einwohner, im Sommer sind es 150.000. Tabea und Daniel Köhler leben mit ihrer Tochter Elisha das ganze Jahr dort. Sie sind Missionare und arbeiten als Gemeindegründer. In Peñíscola gibt es bisher ausschließlich eine katholische Kirche in der Altstadt und einen muslimischen Gebetstreff. Viele Familien sind kaputt, viele Menschen arbeitslos. Daniel und Tabea wünschen sich eine Gemeinde, in der Menschen einen lebendigen Glauben an Jesus Christus finden und geprägt werden durch seine Liebe. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland unterwegs, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen ein paar kurze Fragen gestellt.

Was ist die größte Herausforderung für Mission in Spanien?
Die Spanier sehen westlich aus und da vermutet man einfach, dass bei ihnen ein christliches Fundament da ist. Aber die meisten Spanier kennen das Evangelium gar nicht. Die christlichen Grundlagen fehlen. Missionsarbeit in Spanien ist echte Pionierarbeit! Für ältere Menschen ist der Katholizismus eine Barriere für einen lebendigen Glauben, denn für sie entspricht christlicher Glaube einfach nur einer Tradition. „Jesus ruft nicht zu einer neuen Religion auf, sondern zum Leben“, hat Dietrich Bonhoeffer gesagt. Genau das ist es. Und bei den jungen Spaniern spüren wir diese Sehnsucht nach echtem Leben. Das macht uns Hoffnung.

Gibt es ein Erlebnis oder eine Begegnung in den letzten Monaten, die euch besonders bewegt hat?
In der Adventszeit hat Tabea viele Plätzchen gebacken und an ganz viele Bewohner in unserer Straße verteilt. Anfang des Jahres waren wir einige Zeit unterwegs. Als wir zurückkamen, sprach uns eine Engländerin an, die schon 16 Jahre in Spanien lebt und in unserer Straße wohnt. Sie erzählte uns ihre Reaktion gegenüber ihrem Mann, als sie das Päckchen mit unseren Plätzchen öffnete: „Ach guck mal, wir haben ja doch Freunde in Peñíscola.“ Das hat uns schon bewegt, schließlich lebt sie schon so viele Jahre dort. Unser Eindruck ist: Nachbarschaftlichkeit ist die beste Evangelisation, denn in unserem Umfeld kommen wir gut ins Gespräch über unseren Glauben. Zu Tabeas Geburtstag haben wir auch viele Nachbarn eingeladen. Dann waren wir auf einmal 70 Leute.

Tabeas Eltern sind Missionare in Chile, Daniels Vater war lange Jahre Vorsitzender der Landeskirchlichen Gemeinschaft Weiterstadt: Ist ein pastoraler Dienst bei Euch quasi familiär angelegt?
Nein, gar nicht. Wir haben beide jeweils drei Geschwister und wir sind die einzigen aus unseren Familien, die einen pastoralen Weg eingeschlagen haben. Dass wir Missionar werden wollen, stand für uns aber schon lange fest. Für Tabea seit der Kindheit. Bei Daniel hat’s ein paar Jahre länger gedauert. Aber seit dem Teenageralter war es auch bei ihm klar, dass er für Jesus im Einsatz sein will.