NABWALYA (SAMBIA) / BAD LIEBENZELL. Starker Regen und Überschwemmungen haben im Luangwa-Tal in Sambia zu großen Ernteverlusten geführt. In Nabwalya wurde die komplette Jahresernte vernichtet. Der aktuelle Häuptling („Chief“) des Tals bat die Liebenzeller Mission um Hilfsgüter und sprach von einer dramatischen Situation. Besonders betroffen seien Frauen, Kinder und ältere Menschen. Die komplette Maisernte sei vernichtet. Auch in der Südprovinz kam es vermehrt zu Ernteausfällen.
Die Menschen in Nabwalya gehören zu den ärmsten des afrikanischen Landes. Viele haben weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung und können sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten. Die Region ist sehr abgelegen und oft monatelang von der Außenwelt abgeschnitten. Das Gebiet ist in der regenfreien Zeit nur mit einem allradbetriebenen Auto erreichbar. Während der fünfmonatigen Regenzeit kann das Tal allein durch einen rund 100 Kilometer langen Weg per Fußmarsch erreicht werden. Von 2006 bis 2013 lebten und arbeiteten Liebenzeller Missionare im Luangwa-Tal. Nach wie vor unterstützt die Liebenzeller Mission die Menschen vor Ort.
Die Liebenzeller Mission bittet um Spenden für die vom Hunger betroffenen Menschen, um über ihre Partner vor Ort Mais kaufen und austeilen zu können.

Spendenkonto:
Liebenzeller Mission
IBAN: DE27 6665 0085 0003 3002 34
BIC: PZHSDE66
Verwendungszweck: Hungerhilfe Afrika

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BANGLADESCH. Der Liebenzeller Missionar Benedikt Tschauner hat im Fastenmonat Ramadan sehr gute und bewegende Gespräche mit anderen Männern führen können. So lud ihn der Besitzer eines Baumarkts zum Fastenbrechen ein. „Bei meinem nächsten Einkauf erhielt ich daraufhin eine Einladung des Geschäftsmannes zu einem Tee. Dabei sagte er mir, dass er Christen sehr beeindruckende Menschen finde – weil sie das tun, an was sie glauben. Weiter machte er deutlich, dass die Muslime eine Veränderung des Herzens nötig haben.“

Wenn sich Christen aufgrund fehlender Gebäude auf der Veranda treffen

Benedikt Tschauner erlebte auch einen großen geistlichen Aufbruch unter Jugendlichen bei einer Jugendkonferenz und zwei geistlichen Erneuerungsveranstaltungen, bei denen er predigte. Zwölf junge Menschen bekundeten öffentlich ihr neues Leben, indem sie sich taufen ließen: „Der Wunsch nach geistlicher Erneuerung in den Gemeinden und ein Hunger nach Jesus war spürbar.“
Fast alle Gemeinden wurden erst vor rund 25 Jahren durch die Arbeit eines gläubigen Mannes gegründet. Sie gehören dem Ureinwohner-Stamm der Santal an. Dadurch bilden sie, sowohl als Christen wie auch als Stammesleute, gleich doppelt eine Minderheit. Das wirkt sich auf ihren sozialen Stand in der Gesellschaft aus. So werden sie beim Studieren und bei der Suche nach einem Arbeitsplatz benachteiligt. Etliche Gemeinden konnten außerdem noch kein Kirchengebäude errichten. Sie treffen sich deshalb bei einem Gemeindemitglied auf der Veranda. „Trotz ihrer eigenen Nöte waren sie überwältigend gastfreundlich“, berichtet Benedikt Tschauner.

Christen feiern zweimal Erntedank

Der Missionar ist auch berührt, dass manche trotz ihrer Armut nicht an der Kollekte sparen: „Da sie kein Geld geben können, bringen sie etwas von dem Reis, den sie täglich essen, in einem kleinen Tuch mit in den Gottesdienst und geben es Gott.“ Und in Bangladesch wird nicht nur einmal im Jahr Erntedank gefeiert, denn im Norden wird zweimal im Jahr Reis geerntet. „Darum begehen die Christen auch zweimal im Jahr Erntedank, um so ihre Dankbarkeit gegenüber Gott auszudrücken.“

Die Liebenzeller Mission ist seit 1974 in Bangladesch aktiv. Um den Kindern zu helfen, unterstützen die Missionare unter anderem zwei Gästehäuser, eine Schule und Gemeinden in Dinajpur, das rund 350 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka liegt. Benedikt und Verena sind seit Anfang 2018 in Bangladesch tätig.

LÜCHOW. Eine scheinbar nicht enden wollende Schlange von Autos schiebt sich langsam durch unsere sonst eher ruhige Kleinstadt. Erst ein paar Minuten ist es her, dass sie über die Grenze gefahren sind. Eine Grenze, von der viele dachten, dass sie „für immer“ sei. In den Gesichtern der Menschen ist eine tiefe Bewegung zu sehen. Die gleiche Bewegung sehe ich ein paar Tage später im Gesicht meines Vaters, als ich mit ihm zum ersten Mal in meinem Leben nach Salzwedel fahre – die Stadt auf der anderen Seite. Ich war damals erst drei Jahre alt, aber ich spürte etwas von dem Besonderen, was da passierte. Ich spürte etwas von dem Wunder.

Wunder
Jahrzehnte lang war unser Land geteilt und plötzlich war die Mauer gefallen und die Grenze offen. Was für ein Wunder! In diesem Jahr feiern wir 30 Jahre Wunder der Freiheit und Einheit. Doch manchen scheint gar nicht nach Feiern zu Mute zu sein. 30 Jahre sind eine lange Zeit. Einige von den Jüngeren wissen gar nicht mehr viel von diesem Wunder, weil sie in der Schule und in ihren Familien nicht viel darüber gehört haben. Manche von den Älteren schauen mit großer Sorge auf die Herausforderungen, die uns die Wiedervereinigung gebracht hat. Wo ist da das Staunen über dieses Wunder? Wo ist die tiefe Bewegung über das, was Gott in unserem Land getan hat?

Bewegung
Vor ein paar Wochen habe ich sie mal wieder gespürt – diese tiefe Bewegung. Ich war bei UPGRADE – dem Gnadauer Zukunftskongress. In meiner Pension war ich morgens beim Frühstück von lauter Sachsen umgeben. Meine Augen füllten sich mit Tränen, denn mir wurde seit langer Zeit mal wieder dieses Wunder bewusst. Was für ein Geschenk, dass wir als Christen in unserem Land heute gemeinsam unterwegs sein dürfen – Ost und West. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Verantwortung
Dieses Wunder der Einheit bringt für uns als Christen aber auch eine Verantwortung mit sich. Paulus fordert uns dazu auf, für die Verantwortungsträger in unserem Land zu beten (1. Timotheus 2,2). Nach wie vor stehen unsere Politiker im Blick auf Ost und West vor großen Herausforderung und auch unsere Gesellschaft hat noch einen Weg zu gehen – in finanziellen, sozialen, politischen, wirtschaftlichen, geistlichen und zwischenmenschlichen Fragen.

Gebetswanderung
Deshalb haben sich unterschiedliche Organisationen entschlossen, dass sie sich gemeinsam auf den Weg machen wollen – und zwar im geistlichen und ganz praktischen Sinne. In der Zeit vom 3. Oktober bis zum 9.November wird es eine Gebetswanderung durch Deutschland geben. Start ist in Lübeck (Schleswig-Holstein) und in Plauen (Sachsen). Am 9. November werden sich die beiden Gruppen dann im Harz auf dem Brocken treffen. Die Strecke geht entlang der ehemaligen Grenze. Überschrift für diese Wanderung ist „Verstehen, Versöhnen, Verantwortung übernehmen“. Unterwegs wird gebetet. Und auch in den Gemeinden, wo man übernachtet, gibt es immer wieder Gebetsveranstaltungen. Gemeinsam mit dem Liebenzeller Gemeinschaftsverband hat die Liebenzeller Mission für die Woche vom 07.-14. Oktober die Streckenverantwortung für die Nordroute übernommen. Freuen würden wir uns, wenn noch viele andere mitlaufen – in „unserer“ Woche oder in einer anderen Woche – egal ob für einen Tag, ein Wochenende, eine Woche oder für die ganze Zeit. Mehr Infos gibt’s hier im Video oder direkt unter www.3-oktober.de

Gebet und Kerzen
Eine andere Möglichkeit, das Wunder der Freiheit und der Einheit zu feiern, wäre eine Veranstaltung in der eigenen Gemeinde oder mit der gesamten örtlichen Allianz. Ein wesentlicher Faktor für die Wende in unserem Land waren die Friedensgebete. Tausende gingen auf die Straßen – mit Gebet und Kerzen. Wie wäre es, den Tag der Deutschen Einheit gemeinsam zu feiern – zum Beispiel auf dem Marktplatz – mit Gebet und Kerzen. Wie wäre es, Gott gemeinsam zu danken für das Geschenk der Freiheit und der Einheit. Wie wäre es, gemeinsam zu beten für die Zukunft unseres Landes, für unsere Politiker, für ein geistliches Aufwachen, für alle Herausforderungen, vor denen wir stehen und dafür, dass von unserem Land ein Segen ausgeht in andere Länder – nach Europa und in die ganze Welt. Mehr Infos – auch mit konkreten Gestaltungsideen – ebenfalls unter www.3-oktober.de

Tag der Deutschen Einheit 2019
Lange Jahre war – trotz meiner engen Verbundenheit zur ehemaligen Grenze – der Tag der Deutschen Einheit nichts weiter als ein willkommener Feiertag für mich. In diesem Jahr möchte ich ihn ganz bewusst nutzen, um unseren Gott zu feiern, ihm neu zu danken für dieses Wunder und ihn zu bitten um seinen Segen für unser Land.

Britta Greiff

Ansprechpartner der Liebenzeller Mission für die Gebetswanderung:
Esther Kenntner (Dozentin an der Internationalen Hochschule Liebenzell)
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INDONESIEN. Christliche Studenten in Papua (Indonesien) haben einen großen Lernhunger. Das berichten die Missionare Christian und Johanna Folkers. „Während des Unterrichtens hört man öfter einmal ein Raunen oder ein Schnalzen mit der Zunge, das ein ‚Wow, das ist ja interessant!‘ oder ein ‚Das hätte ich ja nicht gedacht!‘ ausdrückt. Für manche ist der Unterricht ein Blick in eine neue Welt.“ Die „weltverändernde Begegnung mit dem Evangelium, das Vertrauen in Gott“ verbinde, auch wenn man in mancherlei Hinsicht Welten voneinander entfernt sei. Die gegenseitige Liebe drücke sich darin aus, dass man sich zur Begrüßung – ganz der Kultur entsprechend – gegenseitig „doll drückt“. „Wir sind froh, dass Gott uns zwei in eine so verknuddelte Kultur wie Papua geschickt hat.“

Was das Gebet einer Frau bewirkt

Dori, eine Bibelschülerin, wurde viele Jahre von ihrem Mann verprügelt – so sehr, dass sie schon einmal bewusstlos im Straßengraben lag. Seit sie Christin ist, betet sie viel für ihren Mann. Dabei hat sie gemerkt, dass sie mit Gottes Hilfe besser mit seiner Aggression umgehen und zugleich ein fröhlicherer Mensch sein kann. Nun erkrankte ihr Mann. Er ist dadurch wie wachgerüttelt: Er fragt Dori vermehrt zu ihrem Glauben an Jesus und verhält sich viel freundlicher zu ihr und den Kindern. Dori freut das sehr und sie betete weiter viel für ihn.

Christian und Johanna Folkers sind seit 2018 in Indonesien tätig. Dabei geben sie den Menschen Gottes Liebe weiter, indem sie unter anderem an Bibelschulen unterrichten. Ihr Einsatzort ist Sentani in der Provinz Papua.

KANADA. Menschen aus Bangladesch, die in Toronto leben, haben großes Interesse an Gemeinschaft und hören das Evangelium. Das berichtet Markus Gommel. Die Hälfte der Teilnehmer am „Isa Fellowship-Wochenende“ hat wenig oder kaum Berührung mit der Bibel. Sie erlebten eine sehr gute Gemeinschaft und hörten biblische Impulse zum Thema Frieden mit Gott und in der Familie. Ein Ehepaar, das aus Bangladesch zu Besuch war, nahm eine Bibel mit. „Wir beten, dass sie regelmäßig darin lesen und zum Glauben kommen“, so Markus Gommel. Er ist auch dankbar, dass sich viele Kirchen im „Adam House“ (betreutes Wohnen für neuangekommene Flüchtlinge aus der ganzen Welt) engagieren. Sie arbeiten bei den Bibelstunden mit Abendessen mit, helfen bei Sport- und Spielabenden und organisieren ein Fußball-Angebot sowie ein Jogging-Programm mit anschließendem Brunch. Viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen sich hier ein. „Wir beten, dass sie zu den Flüchtlingen tiefe Freundschaften aufbauen und Glaubensgespräche führen können.“
 
Markus und Regine Gommel lebten zwei Jahre in Bangladesch und arbeiten seit 2004 in Toronto vor allem unter Einwanderern aus Bangladesch. Allein im Großraum Toronto wohnen rund 25.000 Menschen, die aus Bangladesch stammen. In der multikulturellsten Stadt der Welt leiten Markus und Regine das „Isa Fellowship“ („Isa“ ist der Name für Jesus im Koran.). Im Mittelpunkt stehen die Beziehungspflege, biblische Vorträge, Seelsorge, Besuchsdienste und Gastfreundschaft sowie Angebote zur Gemeinschaft wie Badmintonspielen und Ausflüge.

Paris, Nantes, Cherbourg. Das waren bisher die Stationen von Miriam und Björn Dehner in Frankreich. Seit einem Jahr sind sie zusammen mit einem Team in Montpellier in Südfrankreich und bereiten die Gründung einer Gemeinde vor. In den letzten Wochen waren sie in Deutschland, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen ein paar Fragen gestellt.

Euer neuer Einsatzort Montpellier ist eine der am stärksten wachsenden Städte in Frankreich. Was macht Montpellier so attraktiv?
Eigentlich hat Montpellier kaum wirtschaftliche Infrastruktur. Aber die Führenden in der Stadt arbeiten innovativ. Wenn sich eine Stadt neu erfindet, ist das anziehend für die Leute. Es werden zum Beispiel gerade einige Stadtteile neu entwickelt. Das Rathaus wurde aus dem Stadtzentrum bewusst in eines dieser neuen Viertel verlegt. Tradition hinter sich lassen, Neues wagen. Das lebt die Stadt vor. Und so haben sich jetzt einige Start-ups und viele junge Menschen angesiedelt.

Wie sieht eure Wunschvorstellung für eure Gemeinde aus?
Wenn wir Gemeinde träumen, dann ist sie relevant für die Menschen in ihrem Sein und Tun – selbst für diejenigen, die dann nicht in die Gemeinden kommen. Wir wünschen uns, dass Menschen entdecken, was der Glaube heute mit ihrem Leben zu tun. Dass sie Gottes Handeln in ihrem Leben erfahren und für immer verändert werden. So werden sie als „neue“ Menschen an ihrem Platz für Gott scheinen.

Eine Gemeinde zu gründen, besteht aus verschiedenen Schritten. Wo steht ihr gerade?
Wir stehen am Ende der Planungs- und Visionsphase. Wir haben uns gefragt: Wie ticken die Leute hier, was ist ihnen wichtig? Wir haben viel Zeit investiert, um Netzwerke zu schaffen, Beziehungen zu knüpfen und Vertrauen aufzubauen. Jetzt kommen wir in die Umsetzungsphase, wo sicher auch einiges experimentell sein wird.

Welche Menschen ladet ihr ein, wie geht ihr da vor?
Wir haben uns ins Leben der Stadt integriert und versucht, Beziehungen zu bauen. Wir laden die Leute ein, die wir schon kennen und die sich interessieren. Wir starten bewusst nicht mit einem „Knall-Effekt“, sondern auf persönlicher Ebene. Uns ist es wichtig, von den Menschen zu erfahren, was für sie passt und was nicht. Dann können wir uns selbst hinterfragen und unser Konzept anpassen, falls das nötig ist.

Bitte beendet den Satz „2025 ist unsere Gemeinde hoffentlich …“
… soweit, dass viele Menschen ein Leben mit Jesus begonnen haben und Franzosen in der Verantwortung in der Gemeinde sind. Und es wäre genial, wenn wir dann bereits den Raum dafür haben, eine weitere neue Gemeinde zu planen und zu gründen.

Michael und Tina Eckstein leben seit elf Jahren mit ihren Kindern in der Normandie. Sie haben die Menschen in Frankreich in ihr Herz geschlossen und lieben es, ihnen von Jesus weiterzusagen. In Saint-Lô bauen sie eine Gemeinde auf. Michael ist außerdem Teamleiter der Liebenzeller Missionare in Frankreich. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland unterwegs, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen einige Fragen gestellt.

Mission lag euch schon lange auf dem Herzen. Aber eigentlich sollte euer Weg nicht nach Frankreich führen. Warum seid ihr dann aber doch dort gelandet?
(Tina) Wir waren schon am Kofferpacken für unseren Einsatz in Malawi, die Moskitonetze waren schon gekauft. Dann kam bei mir die plötzliche Diagnose Schilddrüsenkrebs. Das hat unsere Pläne natürlich durcheinandergebracht. Nach den ersten Behandlungen haben wir uns gefragt, ob ein Einsatz in Afrika sinnvoll ist, wenn ich für potenzielle Behandlungen regelmäßig nach Deutschland reisen müsste. Und dann ist Frankreich in den Blick geraten. Wir können unseren Weg absolut als Wegführung Gottes sehen.

Du bist Teamleiter der Missionare in Frankreich. Was beinhaltet diese Aufgabe für dich?
(Michael) Ich begleite die Missionare und unterstütze sie in ihren Aufgaben. Wir reden gemeinsam über die Ziele des Missionsdienstes und ich bin Bindeglied zwischen der Arbeit in Frankreich und der Zentrale in Deutschland. Ein wichtiges Anliegen ist mir die Zusammenarbeit mit unserem Partnergemeindeverband. Partnerschaft leben und ausbauen: Das ist mein Wunsch.

Welche Begegnung hat euch in den letzten Monaten am meisten bewegt?
(Tina) Ich musste so über Gottes Timing staunen. Eigentlich war ich unter Zeitdruck und wollte meiner Bekannten Tabitha nur kurz Batterien vorbeibringen. Dann haben wir aber miteinander geredet, gebetet und ich habe sie noch zum Bahnhof gefahren. Als ich dann in der Gemeinde eintraf, klopfte es gleich an der Tür. Es war eine befreundete Ärztin aus dem Kongo. Sie war nur einen Tag im Ort. Wäre es mit Tabitha nicht länger gegangen, hätte ich meine Freundin aus dem Kongo nicht getroffen. Es war Gottes Timing!

(Michael) Ich hatte schon vor längerer Zeit eine Ausbildung zum Jugenddirektor gemacht. Damit kann ich Schulungen für neue Jugendleiter anbieten. Das Ganze ist kein christliches Programm, sondern rein säkular. Beim letzten Kurs bestand das Leitungsteams aus insgesamt vier Christen mit der Intention, praktisch Glauben zu teilen. Was für eine riesige Chance! Bei diesem Kurs war ein Teilnehmer dabei, der zwar einen traditionell protestantischen Hintergrund hat, aber keine lebendige Beziehung zu Jesus. Wir hatten viele intensive Gespräche – auch über den Glauben – und manche Teilnehmer haben gemeinsam Bibel gelesen. Diese Woche hat ihn total verändert. Am Ende sagte er: „Ich bin ohne Bibel und ohne Gott hier angekommen. Jetzt gehe ich mit der Bibel im Koffer und mit Gott im Herzen.“ Was für eine geniale Sache!

Wenn ihr die Franzosen in drei Eigenschaftswörtern beschreiben müsstet: Welche wären das?
Genießend, gelassen, respektvoll.

Was ist euer Wunsch für Frankreich?
Dass es in der „geistlichen Wüste“ wieder blüht! Wir wünschen uns, dass Franzosen erleben, dass es sich lohnt, Jesus ganz und gar zu vertrauen.

MALAWI. Sie werden diskriminiert, verfolgt und manchmal sogar getötet: Menschen mit Albinismus. In Afrika sind Tausende davon betroffen. Durch eine Pigmentstörung haben sie eine weiße Haut, die sehr empfindlich und von Hautkrebs und Ausschlägen bedroht ist. Die meisten sind auch kurzsichtig. Früher wurden Neugeborene mit fehlenden Pigmenten gleich getötet, sie galten als von bösen Geistern besessen. Heute herrscht der Aberglaube, dass sie über besondere Zauberkräfte verfügen. Deswegen werden manche ermordet, um aus ihren Körperteilen Zaubermittel und Amulette herzustellen. Alleine in Malawi wurden nach Angaben von Amnesty International von 2014 bis 2016 mindestens 18 Menschen mit Albinismus getötet. Die Regierung scheint machtlos zuzuschauen, berichtet Missionar Paul Kränzler. Hier hilft der christliche Radiosender „L“. Die Sendung „Ndife chimodzimodzi“ („Wir sind gleich“) gibt Ratschläge und Ermutigung für Betroffene. Ebenso machen die Sendungen deutlich, dass sie nicht alleine sind. Und die Botschaft an alle Afrikaner lautet: „Wir sind gleich wie ihr. Schützt uns, helft uns, dass wir ohne Angst unter euch leben können.“

Paul und Dorothe Kränzler arbeiteten von 1993 bis 2006 und seit 2016 wieder in Malawi und engagieren sich dort vor allem beim Sender „L“. Dieser sendet unter dem Motto „Let there be light“ („Es werde Licht“) seit Ende 2017 als erster Radiosender Malawis überwiegend in der Stammessprache der Yao. Diese sind vorwiegend Muslime und machen etwa zehn Prozent der fast 19 Millionen Malawier aus. Die Yao leben meist in entlegenen Dörfern, viele können nicht lesen und schreiben. Deshalb ist für sie das Radio eine wichtige Informationsquelle. Die Sendungen von Radio „L“ sind lebensnah gestaltet. Sie geben Tipps für Familie und Erziehung, Gesundheit und Ernährung sowie Glaube und Nachfolge. Und natürlich strahlt der Sender auch Nachrichten und Musik aus.

Foto: Daniel Namwini-Mana

PAPUA-NEUGUINEA. Zauberei, dunkle Magie und dämonische Mächte: All das spielt in vielen Ländern, in denen Liebenzeller Missionare tätig sind, eine ganz reale und große Rolle – mit teilweisen tödlichen Folgen. Das hat Johannes Wälde neu erfahren: Bei einem Besuch eines Dorfes im Busch verstarb ein zwölfjähriger Junge an dem Tag, als die Missionare ankamen. Als Todesursache wurde Zauberei vermutet. Da die Bewohner von Papua-Neuguinea Angst vor dem Geist des Toten haben, sind Beerdigungen dort sehr wichtig. Nächtelang wird um den Verstorbenen getrauert. „Das Ganze nennt sich ‚Haus Krai‘ (Haus des Weinens). Und dabei wird nicht still und leise getrauert. Je lauter, desto besser und am besten so, dass es das ganze Dorf hört“, so Johannes Wälde.

Verzicht auf Rache

Er wurde gebeten, etwas bei der Beerdigung zu sagen. „Gott gab mir die richtigen Worte: Wir müssen die Zeit, die wir haben, nutzen, da wir nicht wissen, wann wir diese Erde verlassen müssen.“ Der Liebenzeller Missionar wurde anschließend von der Familie gebeten, sie zu besuchen. Nach intensive Gesprächen brachten sie die Zauberutensilien, die sie im Haus hatten. „Gemeinsam haben wir sie verbrannt und die Familie legte die ganze Angelegenheit in die Hände Gottes. Besonders freute mich, dass sie sich nicht auf die Suche danach machen wollten, wer den Tod des Kindes herbeigeführt hat. Das endet in der Regel mit Anschuldigungen anderer Personen und Rache an ihnen.“

Die Liebenzeller Mission ist seit über 100 Jahren in Papua-Neuguinea tätig. Johannes und Carolin Wälde arbeiten seit 2015 unter Kinder und Jugendlichen und im Gefängnis. Dabei engagieren sie sich vor allem in Armensiedlungen.

JAPAN. Das Schülerheim in Nakamachidai bei Tokio befindet sich in einer Umbruchphase. Das berichtet Missionar Thomas Beck. Ab Sommer wird die Arbeit vorübergehend pausieren, da zurzeit keine Missionarskinder mehr dort wohnen. Nun prüfen die Verantwortlichen, wie die Arbeit weitergehen soll.
Das jetzige Schülerheim wurde 2010 neu gebaut. Das Gelände liegt gegenüber eines Spielplatzes und in der Nähe eines Parks. Das erste Schülerheim wurde bereits 1964 in Kugahara errichtet, 1974 siedelte man nach Nakanoshima/Kawasaki bzw. 2010 nach Nakamachidai über. Ins Leben gerufen wurde das Schülerheim von der Liebenzeller Mission; getragen wurde es zusammen mit der Allianz Mission und der Marburger Mission, die ebenfalls ihre Kinder dorthin sandte. Zwischenzeitlich besuchten bis zu 20 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis 18 Jahren die Einrichtung.

Schülerheim bereitete Missionarskinder auf die Rückkehr nach Deutschland vor

Das Schülerheim wurde bewusst christlich geführt. Es bot fast 200 Kindern – davon rund 160 aus Missionarsfamilien – eine Heimat, die die 1905 gegründete Deutsche Schule in Tokio besuchten und aufgrund der Entfernung nicht zuhause wohnen konnten. Die Mitarbeiter des Schülerheims versuchten, den Kindern im kulturellen Umfeld Ostasiens gerecht zu werden und ihnen auch in Japan die europäische und deutsche Lebensart nahe zu bringen. Damit sollten sie sich bei einer Rückkehr ihrer Eltern nach Deutschland und später als Erwachsene besser zurechtfinden können. „Die Kinder sollten zur Selbstständigkeit im praktischen, sozialen, schulischen und geistlichen Bereich erzogen werden. Das sollte in einer familiären Atmosphäre geschehen, in der sich die Kinder positiv entwickeln konnten“, sagte Thomas Beck. Er ist zusammen mit seiner Frau Irene seit 1992 in Japan tätig. Sie fungierten in den letzten zwei Jahren übergangsweise als Hauseltern, neben ihren sonstigen Aufgaben in der Gemeinde in Tokaichiba und der Geschäftsführung der Liebenzeller Mission Japan. Viele Jahre boten die Mitarbeiter der Liebenzeller Mission in dem Schülerheim unter anderem auch einen Teenkreis, eine Jungschar und Kinderstunden an. Diese wurden sehr gerne von anderen deutschen Schülern besucht, deren Eltern als Diplomaten oder in deutschen Unternehmen arbeiteten. Allerdings musste man dieses Angebot einstellen, da es keine Mitarbeiter mehr im Schülerheim gab.

Die Liebenzeller Mission ist seit fast 100 Jahren mit ihren Mitarbeitern im Ballungszentrum in und um Tokio tätig, um die frohe Botschaft von Jesus Christen zu den über 30 Millionen Menschen im Großraum Tokio zu bringen. In den vergangenen 60 Jahren sind rund 50 solcher Gemeinden entstanden.