BURUNDI. Damit möglichst viele unterschiedliche Alters- und Bevölkerungsgruppen das Evangelium hören und Jesus Christus kennenlernen, lassen sich die Missionare der Liebenzeller Mission weltweit viele Aktionen einfallen. Um im ostafrikanischen Burundi die gebildete Schicht zu erreichen, arbeiten die Missionare unter anderem mit einer englischsprachigen Gemeinde in der Hauptstadt Bujumbura zusammen. Sie bietet unter anderem modern gestaltete Gottesdienste an: „Die Musikband besteht aus völlig unterschiedlichen Musikern und Sängern und der Chor ist unglaublich toll und begeistert sonntags in zwei Gottesdiensten die rund 1.000 Besucher“, schreibt Prisca Totzeck. Sie macht zurzeit im Rahmen des „impact-Programms“ einen Kurzeinsatz in Afrika. Dabei ist sie in verschiedene Arbeiten eingebunden, unter anderem in die Sonntagsschule. Diese besuchen viele Kinder unterschiedlichen Alters.

200 Jugendliche finden durch evangelistisches Theaterstück zum Glauben

Bei einer Strandparty mit 300 Jugendlichen feierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, dass ein zuvor aufgeführtes evangelistisches Theaterstück 200 junge Zuschauer dazu bewegte, nun ein Leben mit Jesus Christus zu führen. In der „Discovery School“, die von befreundeten amerikanischen Missionaren gegründet wurde und geleitet wird, versuchen die Mitarbeiter rund 1.300 Kindern eine möglichst umfangreiche, aber günstige Schulbildung zu ermöglichen, in der sie auch von Gott hören können. Dabei wurde Prisca Totzeck kurzfristig gebeten, im angeschlossenen Kindergarten eine kurze Lerneinheit mit 25 Kindern zu leiten. „Das war ziemlich lustig, weil mir erst eine Minute vorher mitgeteilt wurde, dass ich den Kindern das Kneten näherbringen soll. Das Ergebnis, dass genau ein Kind das ihm zugeteilte Tier halbwegs erkennbar zustande bekommen hat, sagt hoffentlich nichts über meine Fähigkeiten als Lehrerin aus …“

Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1992 in Burundi. Sie ermöglicht Kindern eine Schulausbildung und unterstützt benachteiligte Familien mit Sparprogrammen, denn viele Burunder haben keinen Zugang zu Banken. Sie trägt ebenso dazu bei, dass Menschen sich in dem Land nach vielen Jahren Bürgerkrieg versöhnen können, indem sie einheimische Christen im Glauben stärkt und Pastoren ausbildet.

BANGLADESCH. Feiern gehört zum Leben – auch und gerade für Kinder in Kinderheimen in Bangladesch. Einen unvergesslichen Kindergeburtstag erlebten Benedikt und Verena Tschauner, die für die Liebenzeller Mission in dem Kinderdorf arbeiten. Dort gibt es die Tradition, dass einmal im Jahr eine große Geburtstagsfeier organisiert wird. Denn es ist nicht möglich, für jeden Jungen eine Feier zu auszurichten. Bei 60 Kindern käme man nicht mehr aus dem Feiern heraus. Für die Jungen ist diese jährliche Geburtstagsfeier ein großes Ereignis, eine riesige Freude. Weil Tschauners Sohn William für die Jungen im Kinderdorf wie ein Bruder ist, fragten sie die Missionare, ob sie nicht an seinem ersten Geburtstag die jährliche Geburtstagsfeier organisieren und alle zusammen feiern könnten. „Diesen Wunsch konnten wir ihnen nicht abschlagen“, schreibt Benedikt Tschauner. „Für uns war die jährliche Geburtstagsfeier die erste große Aktivität, die wir hier im Kinderdorf in der einheimischen Sprache Bangla planten und moderierten.“

„Ihr seid wichtig!“

Der Einsatz und die vielen Schweißtropfen vor und während der Feier haben sich gelohnt: „Es war ein Fest der Freude“, so Benedikt Tschauer. Er organisierte eine Spielstraße mit vielen verschiedenen Stationen. Die Kinder falteten Papierflieger und ließen sie fliegen. Der weitest geflogene Papierflieger gewann einen Preis. Die Jungen führten außerdem einstudierte Tänze und Anspiele vor. Benedikt sang zusammen mit seiner Frau Verena für die Jungen zudem ein deutsches Geburtstagslied. Sie sangen auch gemeinsam, hörten eine Geschichte aus der Bibel und aßen leckeren Kuchen. „Die Hauptbotschaft, die wir den Jungen an diesem besonderen Tag verkündigten war: ‚Ihr seid wichtig.‘ So wie es in Psalm 139,14 geschrieben steht: ‚Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.‘“ Die Geburtstagsfeier war eine sehr gesegnete Zeit und ein ganz besonderer erster Geburtstag für William mit all seinen „Brüdern“, so Tschauners.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1974 in Bangladesch aktiv. Um den Kindern zu helfen, unterstützen die Missionare unter anderem das Kinderdorf in Khulna (rund 240 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Dhaka). Hier erhalten die Kinder aus benachteiligten Familien eine qualifizierte Schulbildung, können mit ihren Freunden spielen und lernen den Glauben an Jesus Christus kennen. Im Kinderdorf in Khulna leben derzeit 65 Kinder. Aufgenommen werden Waisen, Halbwaisen und Kinder aus sehr armen Familien (die die Schulkosten für die Kinder nicht aufbringen können) oder Kinder aus schwierigen Verhältnissen. Benedikt und Verena Tschauner arbeiten seit Anfang 2018 in dem Kinderdorf mit.

BURUNDI. Mit 400 Gästen und einer Taufe mit 21 Täuflingen weihten Christen in Gitega, der zweitgrößten Stadt in Burundi, die neue Kirche von „Christian Life Ministries“ (CLM) ein. Die Liebenzeller Mission arbeitet in dem ostafrikanischen Land unter anderem mit dieser Gemeinde zusammen. CLM möchte ganz bewusst die junge, aufstrebende Generation Burundis erreichen. Neben modernen, ansprechenden Gottesdiensten gibt es viele Hauskreise, in denen die jungen Menschen lernen, Jesus von ganzem Herzen nachzufolgen und in ihm zu wachsen. „Der Saal war vollgepackt, einige mussten stehen, da die Stühle nicht gereicht haben“, schreibt Alexander Biskup. In dem Taufgottesdienst erklärten auch 21 Täuflinge öffentlich, dass sie mit Jesus Christus leben wollen. „Wir waren tief bewegt, was Jesus an und in ihnen verändert hat.“ Pünktlich zum Mittagessen machte sich etwas Hektik breit: Man hatte nur 300 Teller und das Essen war auch nicht für die 400 Gäste ausgerichtet … „Aber mit Gebet und Gottes Gnade hat es gereicht, dass alle satt werden konnten.“ Beim anschließenden Weihegottesdienst wiesen mehrere Redner klar darauf hin, dass es nun nicht um ein Gebäude gehe, oder darum, was einzelne Menschen geleistet haben, damit es nun stehe. Vielmehr gelte es, Gott zu ehren und dieses Gebäude ihm und seiner Anbetung zu widmen.

Die Liebenzeller Mission arbeitet seit 1992 in Burundi. Sie ermöglicht Kindern eine Schulausbildung und unterstützt benachteiligte Familien mit Sparprogrammen, denn viele Burunder haben keinen Zugang zu Banken. Und die Liebenzeller Mission trägt dazu, dass Menschen sich in dem Land nach vielen Jahren Bürgerkrieg versöhnen können, indem sie einheimische Christen im Glauben stärkt und Pastoren ausbildet. Alexander und Tabea Biskup leben in der Hauptstadt Bujumbura. Ihre Hauptaufgabe seit 2010 ist es, Christen in dem ostafrikanischen Land zu schulen und zu fördern.

ECUADOR. „Auf die Knie gehen und beten – das war das einzige, das ich noch tun konnte. Und dann hat Gott eingegriffen, und der Wind hat sich gedreht!“ Das hat Sandra in Ecuador erlebt, als das Zuckerrohrfeld neben ihrem Haus anfing zu brennen. Brandstiftung! Die 42-Jährige ist seit einigen Jahren Christ und mit vielen Herausforderungen konfrontiert. So pflegt sie seit einigen Jahren ihre 23-jährige behinderte Tochter. Sie hat gelernt, Gott zu vertrauen und im Gebet von ihm Hilfe zu erbitten, berichtet Rainer Kröger. Als das Zuckerrohrfeld brannte, kamen Hektik und Panik auf. Denn der Brand kurz vor der Ernte bedeutet ein großer Verlust. Was tun? Sandra kniete nieder und bat ihren himmlischen Vater um Hilfe. Und das Wunder geschah: Plötzlich drehte der Wind und der Rest des Zuckerrohrfeldes wurde verschont. „Normalerweise dreht der Wind sich dort nur zweimal im Jahr“, schreibt Kröger. Immer wieder zeigt Gott, dass er mächtig und vertrauenswürdig ist. „In der Gegend, in der wir missionarisch arbeiten, ist das eine große Ermutigung und Einladung, unserem großartigen Gott zu vertrauen.“ Denn Tradition, Aberglaube und der Druck von Freunden und Nachbarn machen es den Negritos sehr schwer, Jesus treu nachzufolgen. „Die Kultur ist nicht vom Individualismus bestimmt, bei dem jeder seinen Weg findet und unabhängig ist. Hier herrscht Schamkultur.“ Das, was die Gruppe bzw. Familie denkt, hat großes Gewicht. Deshalb sind die Missionare immer dankbar, wenn Christen in Deutschland dafür beten, dass die Gläubigen dem widerstehen können und nicht in das alte Leben zurückfallen.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Rainer und Katharina Kröger arbeiten seit 2006 in der Provinzhauptstadt Ibarra und bieten unter anderem Glaubenskurse an, leiten Hauskreise und unterrichten an einer Bibelschule.

FRANKREICH. Hiltrud und Uwe Vogel zogen vor rund 20 Jahren nach Frankreich, um ein Missions- und Freizeitheim in St. Aubin du Perron aufzubauen, zu leiten und parallel dazu eine Gemeinde in dem ländlichen Carentan zu gründen. Beides konnte inzwischen entstehen. Und es ist ermutigend zu sehen, wie immer mehr Menschen bereit sind, diese Aufgabe mitzutragen. Vogels wollen 2020 in die 50 Kilometer entfernte Hafenstadt Cherbourg weiterziehen, um in einem Team noch einmal eine neue Gemeinde zu gründen. Für die kleine Gemeinde in Carentan ist das eine große Herausforderung. „Wir benötigen viel Weisheit, um sie auf diese Situation vorzubereiten“, sagen Hiltrud und Uwe Vogel. „Die geplante Vergrößerung des Gebäudes können wir nun leider nicht mehr angehen. In der verbleibenden Zeit ist es jetzt wichtiger, zu schulen, zu strukturieren und den Verantwortlichen Sicherheit zu geben.“
Durch die Veränderung der Infrastruktur, neue Straßen und den jüngst gebauten, enormen Kreisverkehr direkt vor dem 2001 eingeweihten Gemeindegebäude, ist die Gemeinde schnell erreichbar und sie hat viel Parkfläche. Für die Gemeinde, die aus zwölf verschiedenen Ortschaften zusammenkommt und in der bis zehn verschiedene Länder repräsentiert sind, ist das ideal. „Wie können wir eine solche Lage für Gottes Pläne besser benutzen?“, fragen die Gemeindemitglieder. Gott antwortete und berief Familie Guillaumain.

Hoffnung auf junge französische Mitarbeiter

So sind Johan und Carine Guillaumain mit ihren beiden Kindern 2017 nach Carentan gezogen. Sie fühlen sich in die Normandie gerufen. Dazu haben sie ihren Beruf, sie als Ergotherapeutin und er als Landschaftsgärtner, aufgegeben. Nach einem Jahr Bibelschule in Genf folgen nun zwei Jahre Praktikum in Carentan. Im Jahr muss Johan für acht Wochen zurück auf die Schulbank. 2019 endet das zweijährige Praktikum bei Vogels. Dann beginnt das Abschlussjahr ihrer theologischen Ausbildung. Ausnahmsweise erlaubt ihnen die Bibelschule, es an demselben Ort zu machen. Voraussichtlich wird Michael Eckstein nach Vogels Umzug für diese Zeit ihr Leiter sein.
Bislang haben die kleinen, von Liebenzeller Missionaren gegründeten Gemeinden, von Vollzeit-Missionaren profitiert. Nun unterstützen sie gemeinsam die ersten französischen Mitarbeiter. „Für die Arbeit in der Normandie wagen wir uns damit auf ‚Neuland‘ und wir sind dankbar für alle Gebete“, schreiben Vogels. Guillaumains können sich vorstellen, nach Abschluss ihrer Ausbildung in Carentan zu bleiben und im Netzwerk mit den Gemeinden in der Gegend zusammen zu arbeiten. Sie hoffen mit Vogels, dass Gott ihre Berufung bestätigt und auch finanziell den Weg dazu ebnet.

Die Liebenzeller Mission ist 1987 in Frankreich tätig und hat dabei in der Normandie mehrere Gemeinden gegründet. Auf rund 30.000 Einwohner kommt dort nur etwa eine Gemeinde, die bis zu 50 Kilometer von der nächsten entfernt liegt.

MALAWI. Eine Jugendkonferenz mit Sebastian und Cathrin Pfrommer in Malawi hat sowohl die 85 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren als auch die Missionare sehr bereichert: „Jetzt müssen wir das, was wir am Wochenende gehört haben, unbedingt unseren Leuten im Dorf weitererzählen“, sagte ein Jugendlicher am Ende der viertägigen Konferenz. Er besuchte die Jugendarbeit, kannte aber Jesus bislang noch nicht persönlich. Pfrommers berichteten bei der Freizeit, die zum ersten Mal stattfand, von ihren Erfahrungen in der Jugendarbeit. Außerdem konnten sie die Teenager ihrer Jugendgruppe besser kennenlernen und viel Zeit mit ihnen verbringen. Die Jugendlichen spielten neben den Bibelarbeiten zum Thema „Jüngerschaft“ zusammen Fußball und unternahmen einen Ausflug zum Malawisee. „Vor allem hat uns bewegt wie viele, die Jesus noch nicht kennen, immer wieder bei den christlichen Liedern aufgestanden sind und lautstark mitgesungen haben.“

Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig. Zwölf Missionare arbeiten unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie unterstützen landwirtschaftliche Projekte, engagieren sich im Gesundheitswesen und bohren Brunnen. Außerdem bauten sie ein theologisches-handwerkliches Ausbildungszentrum für Gemeindeverantwortliche auf und betreiben einen Radiosender. Sebastian und Cathrin Pfrommer arbeiten seit 2017 im Dorfentwicklungsprojekt Ubwenzi (dt. Freundschaft) mit.

DEUTSCHLAND. „Ostdeutschland ist für den christlichen Glauben gar kein so hartes Pflaster, wie gemeinhin angenommen wird.“ Das sagt der 22-jährige Samuel Voigt, der selbst in Stendal (Sachsen-Anhalt), rund 50 Kilometer nördlich von Magdeburg, aufgewachsen ist. Er studiert seit 2015 Theologie und Soziale Arbeit im interkulturellen Kontext an der Internationalen Hochschule (IHL) in Bad Liebenzell. Von Februar bis Juli absolvierte er ein Praktikum in der „Oase“, einem sozialmissionarischen Gemeindegründungsprojekt der Liebenzeller Mission in Neubrandenburg – und das hinterließ bei ihm segensreiche Spuren.

Studium hinterfragt hilfreich den christlichen Glauben

Voigt wuchs mit fünf Geschwistern in einer gläubigen Familie auf, die sich in der evangelischen Landeskirche engagiert. Da seinen Eltern der Glaube auch im Urlaub sehr wichtig ist, besuchten sie mehrere Familienfreizeiten in den Christlichen Gästehäusern im Monbachtal bei Bad Liebenzell, die zur Liebenzeller Mission gehören. So kam es zu ersten Begegnungen mit dem Missionswerk. Daneben lernte Voigt auch die Freikirchen wie Baptisten kennen und schätzen. Er absolvierte nach seinem Abitur ein Freiwilliges Soziales Jahr beim deutschen Sitz der Missionsgemeinschaft „Fackelträger“ in Obernhof bei Limburg (Lahn). Dort wuchs bei ihm der Wunsch, Soziale Arbeit zu studieren. Zuerst dachte er daran, das an einer staatlichen Universität zu belegen. Da ihm aber der theologische Schwerpunkt dabei sehr wichtig war und nachdem ihm ein Student von seinem Studium an der IHL vorschwärmte, entschloss er sich, 2015 in den Nordschwarzwald zu ziehen und dort auch zu studieren. Der an IHL der Liebenzeller Mission angebotene Studiengang verbindet theologische, interkulturelle, missionswissenschaftliche, humanwissenschaftliche und sozialarbeiterische Kompetenzen. „Das Gesamtpaket passt einfach“, so Voigt auf die Frage, was ihm an dem Studium besonders gefällt. Hier bekomme man nicht nur Fachwissen vermittelt, sondern auch neue Denkanstöße. „Mein Glaube wird immer wieder hilfreich hinterfragt und ich schätze es, mich mit anderen Meinungen auseinanderzusetzen.“ An der IHL gefällt ihm auch die Gemeinschaft mit den anderen rund 250 Mitstudenten: „Die Freunde befinden sich quasi direkt vor der Haustür“, so Voigt. Und das kommt ihm sehr entgegen, schließlich liebt er es, Freundschaften zu leben. Außerdem ist er leidenschaftlicher Mannschaftssportler; er spielt gerne Fußball. Und auch der Lobpreis ist dem Klavierspieler eine Herzenssache und kommt in Bad Liebenzell nicht zu kurz.

„Mir liegen Beziehungen und Freundschaften am Herzen“

In der wöchentlichen „Chapel Hour“ für alle Mitarbeiter und Studenten der Liebenzeller Mission berichten Missionare immer wieder von ihrer Arbeit und stellten sie vor. Und hier lernte Voigt auch die „Oase“ kennen. Die Liebenzeller Mission startete 2006 das Projekt im „Reitbahnviertel“ in Neubrandenburg. Die meisten Kindern und Jugendliche wachsen in dem Plattenbauviertel in armen Verhältnissen auf. Es gibt viele Patchwork-Familien. Gewalt, Drogen und Alkohol sind keine Seltenheit. Die Oase bietet konkrete (Lebens-)Hilfe und die Mitarbeiter der Liebenzeller Mission leben vor, wie eine lebendige Beziehung zu Gott Sinn und Hoffnung gibt. Ihr Angebot umfasst Begegnungsfrühstücke für jedermann, Jungscharen, Abende für Teenager im Jesus-Café, Glaubenskurse und Lobpreis- und Gebetsabende. Außerdem gibt es Kochkurse und Hausaufgabenbetreuung sowie Freizeiten für Kinder und Teenager. Und die Mitarbeiter besuchen Menschen, die in Not sind, um ihnen praktisch zu helfen. Denn jeder soll Gottes Liebe erleben. Da für alle Studenten von „Theologie und Sozialer Arbeit“ ein sechsmonatiges Praktikum verpflichtend ist, entschloss sich Voigt, dieses in Brandenburg zu absolvieren: „Mir ist die Beziehungsarbeit sehr wichtig und das reizte mich.“ Von Februar bis Juli konnte Voigt dabei ausprobieren, welche Altersgruppe ihm am meisten liegt und so verbrachte er die meiste Zeit mit Jugendlichen, trieb mit ihnen Sport und lud sie zu Spiel- und Gesprächsabende zu sich ein. Gefallen hat ihm an der „Oase“, dass sie viele offene Angebote macht, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tiefgehende Beziehungen zu den Jugendlichen aufbauen und ihnen Jesus Christus näherbringen. „Immer wieder wurde ich von unterschiedlichen Menschen eingeladen und konnte neben der Arbeit auch teilhaben an ihrem persönlichen Leben. Ich fühlte mich von Anfang an als Teil des Ganzen, als Teil einer großen Familie, die hier ihren Dienst für die Menschen und Jesus tut.“ Das Vertrauen von und zu den Menschen wuchs in einer Geschwindigkeit, die er sich niemals hätte ausmalen können. Besonders im direkten Kontakt mit den Menschen spürte er, wie sein Herz für diese Arbeit schlug. „Treffen mit jungen Erwachsenen oder Jugendlichen häuften sich mit der Zeit und begannen mit zu meinen liebsten ‚Arbeitszeiten‘ zu gehören.“ An den Mitarbeitern beeindruckte ihn ihre Hingabe im Glauben und ihr Vertrauen auf Gott. „Das sind Punkte, die ich mir für mein eigenes Leben mitnehmen und aneignen will. Sie haben mir einen neuen Blick darauf gegeben, nicht nur, was es heißt Jünger Jesu zu sein, sondern ebenso, was es heißt Menschen zu Jüngern und Nachfolgern Jesu zu machen. Ich kam, um Menschen etwas zu geben, aber gehe aus der Zeit in der Oase selbst als ein Beschenkter heraus.“

Getrost die Zukunft angehen

Im Sommer ist Voigt mit seinem Studium dann fertig. Und was kommt danach? „Ich überlege zurzeit stark, noch ein Theologie-Studium draufzusetzen, gerne auch in Bad Liebenzell“. Denn ihm ist die Mission immer mehr ans Herzen gewachsen. „Dabei benötige ich ein gutes theologisches Fundament, um die existentiellen Lebensfragen meiner Mitmenschen gut beantworten zu können.“ Später möchte Voigt gerne in christlichen Gemeinden in Deutschland sozialmissionarisch arbeiten. „Mir liegt die Arbeit mit Menschen, die nicht im christlichen Glauben stehen, sehr am Herzen“. Dabei schaut er getrost in die Zukunft, schließlich ist ihm der Zuspruch Gottes aus Josua 1,9 sehr wichtig geworden: „Ich sage dir: Sei stark und mutig! Hab keine Angst und verzweifle nicht. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst.“ („Neues Leben“ Bibelübersetzung) Über diesen Vers ist er in den vergangenen Jahren immer wieder „gestolpert“ und er hat ihn geprägt: „Ich kann meine Zukunft gelassen angehen. Gottes Zuspruch und Ermutigung tun gut, wenn man nicht weiß, wie es weitergeht.“

MALAWI. Einen großen Zulauf verzeichnen der Kindergarten und die Schule der Liebenzeller Mission im Chilonga-Gebiet in Malawi: Voraussichtlich 62 Kinder werden künftig im Kindergarten betreut; 240 Schüler in den Klassen 1 bis 6 starten ins neue Schuljahr, teilen die Missionare Veronika und Johannes Urschitz mit. Für die Schule mussten noch drei neue Lehrer gefunden und angestellt werden. Nach mehreren Gesprächen und Tagen Probeunterricht waren die Missionare sehr dankbar, dass sie drei neue Lehrer für das kommende Schuljahr unter Vertrag nehmen konnten. „Leider hat uns im August die Nachricht erreicht, dass zwei der neuen Lehrer, obwohl sie bereits die Verträge unterschrieben hatten, vom Bildungsministerium Platzzuteilungen bei staatlichen Schulen bekommen haben und dort zusagen möchten. Zusätzlich hat ein langjähriger Lehrer auf Ende September gekündigt, da er eine Weiterbildung im theologischen Bereich absolvieren möchte. Wir sind sehr dankbar, dass wir alle drei Plätze gerade noch rechtzeitig vor Schulbeginn am 10. September neu besetzen konnten.

Bausteine für neues Lehrerhaus reichen nicht aus

Für den Schulausbau war ein dringend benötigtes Lehrerhaus geplant, das nach Möglichkeit zum Schulbeginn Anfang September zur Verfügung stehen sollte. Es musste Baumaterial besorgt, der Grundriss vermessen, ein Bauteam zusammengestellt und Absprachen getroffen werden, um möglichst schnell mit dem Bau beginnen zu können. Inzwischen ist das Lehrerhaus halb fertig. „Wir haben nun keine Bauziegel mehr, da im vergangenen Jahr keine Ziegel hergestellt wurden und die Bausteine von 2016 nun aufgebraucht sind.“ Auch wenn jetzt die Dorfbevölkerung mit der Produktion der von neuen Ziegeln begonnen hat, wird das Lehrerhaus nicht bis zum Schulbeginn fertig. Nun sollen Häuser für zwei neue Lehrer im Dorf gemietet werden. Ein geeignetes Haus konnte inzwischen gefunden werden, für den zweiten Lehrer sind die Missionare noch auf der Suche nach einem passenden Haus.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig, unter anderem im Chilonga-Gebiet, das sich selbst für afrikanische Verhältnisse jenseits der Zivilisation befindet. Schlechte Bildung, mangelnde medizinische Versorgung und eine unzureichende Ernährungssituation prägen den Alltag. Die Liebenzeller Mission eröffnete 2011 den Kindergarten „Madalitso“ (= Segen). Im September 2013 startete die Grundschule mit zunächst 40 Schülern. Veronika und Johannes Urschitz arbeiten seit 1996 in Malawi.

PAPUA-NEUGUNIEA. Unter den Insassen des Gefängnisses in Wewak herrscht eine große Offenheit für das Evangelium. Von den rund 300 Gefangenen kommen rund 60 sonntags zum Gottesdienst, rund 25 jugendliche Insassen im Alter von 15 bis 21 Jahren nehmen an einem wöchentlichen Bibelstudienkreis teil. Außerdem besuchen acht Männer zurzeit die Taufklasse. Das berichtet Johannes Wälde. Seine Frau Carolin besucht zudem wöchentlich die acht weiblichen Gefangenen, um mit ihnen in der Bibel zu lesen oder zu nähen.

Dauerhaft mit Jesus Christus leben

Große Probleme bereitet den Missionaren die Gewalt unter den Gefangenen. So kann es sein, dass die Gefängnisleitung Schlägereien dadurch bestraft, dass das geplante Programm abgesagt wird. Hinzu kommt, dass sich die Gefangenen in zwei verfeindeten Lagern gegenüberstehen. Einer der Gefangenen wurde von seinen Mithäftlingen fast totgeschlagen. „Falls der Mann nun sterben sollte, könnte das noch mehr Probleme hinter sich herziehen.“ Außerdem wechseln die Insassen sehr stark, da viele in Untersuchungshaft sitzen und nur für ein paar Tage oder Wochen da sind. „Somit hat man in der Regel jede Woche neue Personen in der Gruppe“, so Johannes Wälde. Er hofft, dass die Gefangenen durch ihre Angebote Jesus Christus dauerhaft in ihr Leben aufnehmen: „Im Gefängnis sind sie recht offen, da es ihnen dort schlecht geht und der Glaube ein letzter Strohhalm bildet, an den sie sich klammern können.“ Während einige nach der Entlassung als Christen weiterleben, fallen andere in ihr altes Leben zurück.

Kids Club macht Hoffnung für neues Projekt

Familie Wälder ist froh, dass sie für das neue Community Development Programm nun eine Kirche gefunden haben, die mit ihnen das Projekt starten will. Dabei sollen die Menschen in den Armensiedlungen lernen, sich den Problemen in der Siedlung zu stellen und selbst an einer Lösung mitzuarbeiten. „Der Grundgedanke dabei ist, dass Gott jedem Menschen Talente, Fähigkeiten und Gaben gegeben hat, die er einsetzen soll, um sich und den Menschen um ihn herum zu helfen“, sagte Johannes Wälde. Das Projekt soll vor allem von einheimischen Kirchenmitarbeitern in Zusammenarbeit mit den Menschen in den Siedlungen umgesetzt werden. Die Liebenzeller Mission will im Hintergrund die Kirchenmitarbeiter schulen und mit Rat zur Seite zu stehen. „Wir sind gespannt, was Gott mit uns und der Arbeit vorhat. Durch den Kids Club haben wir bereits einen guten Ruf bei den Menschen erworben und wir hoffen, dass sie dadurch offen für ein weiteres Projekt wie das Community Development Programm sind“, sagte Johannes Wälde. Er ist sehr dankbar, dass sich die einheimische Kirche von Gott rufen ließ, um ein Projekt dieser Art zu starten.

Die Liebenzeller Mission ist seit über 100 Jahren in Papua-Neuguinea tätig. Johannes und Carolin Wälde arbeiten seit 2015 unter Kinder und Jugendlichen und im Gefängnis.

JAPAN. Ein ungewöhnliches Konzert stieß in Chikusei auf positive Resonanz bei nicht zuletzt vielen kirchenfernen Besuchern: Auf Einladung der Kirche Chikusei, in der Missionarsehepaar Peter und Susanne Schlotz und Schwester Priscilla Kunz arbeiten, spielten Yuzo Narumiya (Saxophon) und Junichiro Suematsu (Klavier) zur Freude von über 50 Gästen. Dabei stellte bei einem Jazz-Café Narumiya die Entstehungsgeschichte der Musikstücke vor. Er berichtete auch, warum er Christ ist. Da es in Japan sehr schwer ist, seinen Lebensunterhalt als christlicher Musiker zu verdienen, arbeitet er jetzt als Koch an einer Bibelschule. Suematsu ist seit einigen Jahren Besitzer eines Secondhandladens. „Als kleine ländliche Gemeinde haben wir um 50 Teilnehmer gebetet und Gott hat dies erhört“, sagte Schlotz. Er freut sich, dass acht Besucher darunter waren, die zum ersten Mal in der Kirche waren und viele mit nur sehr losem Kontakten zur Gemeinde. Besonders gefreut hat ihn, dass vier Nachbarn da waren, darunter zwei zum ersten Mal. „Wir wurden von Gott positiv überrascht und ermutigt. Für unsere Kirchengemeinde gab diese Veranstaltung wieder neuen Mut und Energie für die evangelistische Arbeit.“

Besucher loben Atmosphäre und vergeben Bestnoten

Die entspannte und formlose Atmosphäre haben viele als sehr wohltuend empfunden, berichtet Peter Schlotz weiter. Auch die Musikqualität und die gute Verköstigung zu günstigen Preisen wurden gelobt. In einer Umfrage nach dem Konzert vergaben alle Besucher beste Bewertungen. Um den neuen Kontakten nachzugehen, will die Gemeinde im kommenden Jahr wieder ein Konzert im Café-Stil anbieten. Nun hofft Peter Schlotz, dass zum „Open Christmas Day“ Anfang Dezember bei vielen Stationen und Aktionen wie Café, Plätzchenbacken für Kinder, Basteln, Zauberkünsten, Weihnachtssingen und Diashow viele Kirchenfremde den Schritt in die Gemeinde wagen.

Seit fast 100 Jahren sind Liebenzeller Missionare im Ballungszentrum in und um Tokio tätig, um die frohe Botschaft von Jesus Christen zu den über 30 Millionen Menschen im Großraum Tokio zu bringen. Kinder- und Jugendarbeit, Sprach- und Bibelklassen sowie Kreativworkshops bilden Schwerpunkte neben der pastoral-seelsorgerlichen Missionsarbeit unter Erwachsenen. In den vergangenen 60 Jahren sind rund 50 solcher Gemeinden entstanden. Peter Schlotz arbeitet mit seiner Frau Susanne seit 1992 in Japan, seit 2012 sind sie in der Gemeindearbeit in Chikusei tätig. Dort leben rund 80 Kilometer nördlich von Tokio mehr als 100.000 Einwohner. Unterstützt werden sie von Schwester Priscilla Kunz, die seit 1995 in Japan ist und seit 2017 ebenfalls in der Gemeindeaufbauarbeit in Chikusei tätig ist.