Seit einem halben Jahr sind wir dabei unsere Liebenzeller Vision 2025 mit Leben zu füllen. Ein konkreter Schritt ist die Eröffnung unseres 24-Stunden-Bethauses im Missionshaus.
Immer wieder gab es in den letzten Jahren Gebetsnächte und Angebote zum Mitbeten. Jetzt soll endlich ein Bethaus für alle rund um die Uhr zugänglich sein. Zum 120-jährigen Geburtstag der Liebenzeller Mission am 13. November wollen wir im Vorfeld zum 120-Stunden-Gebet einladen. Und das sieht so aus:
Ab dem 8. November kann man zu jeder vollen Stunde in die Gebetsräume kommen. In jeder Stunde werden Ereignisse aus einem bestimmten Jahr aufgegriffen. Also in der ersten Stunde danken wir Gott für die Gründung 1899. In der fünften Stunde erinnern wir uns an den Umzug nach Bad Liebenzell im Jahre 1903 usw. Wir schauen aber nicht nur zurück, sondern nehmen Bezug auf aktuelle Themen, die uns heute wichtig sind. Eine Übersicht der Gebetsthemen un den Zeitplan findest du im PDF “120 Stunden Gebet”.

Alle sind herzlich eingeladen eine Stunde oder auch mehr im Missionshaus mitzubeten. Wir freuen uns auf dich!

ECUADOR. Ob krank oder gesund, jung oder alt: Gott kümmert sich um das Geringste und Verlorenste. Das haben Kathy und Kevin Bruce im Blick auf Aurelio in Ecuador eindrücklich erfahren. Er floh vor zwanzig Jahren mit seiner Familie aus Kolumbien vor Guerillakämpfern nach Ecuador. Dankbar für die Ruhe der ecuadorianischen Berge ließen sie auf einem abgelegenen Berghang in der Nähe des Flusses San Francisco nieder. Dort pflanzten sie Kochbananen und Mais an, bauten sich aus Holzbrettern ein Haus und schickten ihre älteren Kinder zum Lernen in die Schule nach Palmira. Dann ereilte sie ein tragisches Unglück: Zwei ihrer jungen Töchter ertranken bei einer Sturzflut im Fluss. In seiner großen Trauer öffnete sich Aurelio gegenüber Gott. Er erklärte öffentlich, dass er nun mit Jesus Christus leben wolle. Leider entfernte er sich nach einiger Zeit aber immer mehr vom christlichen Glauben und fiel in sein altes Leben zurück.

Zum Sterben in einem dunklen Hinterzimmer

Genau vor zwei Jahren hörten die Awa-Christen Gloria und Guillermo von Aurelios Krankheit. Sie fanden ihn schwer krank in einem dunklen Hinterzimmer. „Er wird sterben. Er hat seit Wochen nichts gegessen“, erklärte die Familie. Auf Drängen der beiden Christen brachte die Familie Aurelio zum Arzt und sein Magengeschwür konnte geheilt werden, das ihm viele Woche nicht ermöglicht hatte, zu essen. Gleichzeitig stellten die Ärzte fest, dass Aurelios Nieren durch die lange Austrocknung geschädigt waren. Daraufhin brachten Kathy und Kevin Bruce Aurelio ins Krankenhaus. Dort war auf einer Nierendialyse-Station bereits ein Bett für ihn reserviert. Allerdings verließen Aurelio und seine Familie das Krankenhaus, da sie den Sinn der Behandlung mit den Dialysegeräten nicht verstanden.
Doch die Missionare schafften es mit den einheimischen Christen, Aurelio von der Behandlung zu überzeugen. Seit zwei Jahren reist er dreimal pro Woche zur Dialyse nach Ibarra. Leider sind seine Nieren (noch) nicht geheilt. Aurelio ist arm und kann jetzt nicht mehr arbeiten. Während die Dialysebehandlungen kostenlos sind, hat er Mühe, die Busfahrt in die Stadt bezahlen zu können. Die Missionare und Christen unterstützen ihn finanziell und lassen seiner Familie oft eine Tasche mit Lebensmitteln zukommen. Darüber ist er sehr dankbar.

Nun kann er jeden Woche Gottes Wort hören

Die Missionare sind sehr dankbar, dass nun in seinem Ort die Kirche ein Gebäude errichten konnte. Jetzt kann Aurelio jeden Sonntag das Wort Gottes hören. „Aurelio jeden Tag in der Kirchenbank zu sehen erinnert uns daran, wie Gott dem Leben dieses armen Awa-Bergmannes großen Wert gab, selbst als er in diesem Hinterzimmer lag und erwartete, zu sterben. Gott beschloss, Aurelios Leben zu bewahren, damit er von der Hoffnung hören konnte, die Gott in seinem Sohn Jesus bietet, denn jedes Leben zählt – jedes einzelne!“

Kathy Bruce arbeitet mit ihrem Mann Kevin seit 1995 in Ecuador unter Awa-Indianern. Sie bieten Kurse für Analphabeten an, halfen mit, das Alte Testament zu übersetzen und schulen einheimische Christen.

Sie lieben Afrika und die Menschen in Sambia. Und sie setzen sich mit viel Leidenschaft dafür ein, dass viele in ihrem Einsatzland persönlich mit Jesus Christus leben: Samuel und Anke Meier. Seit 14 Jahren arbeiten sie in Sambia. Viele Jahre lebten sie im abgeschiedenen Luangwa-Tal und gründeten dort eine Gemeinde. Danach waren sie Teamleiter der Liebenzeller Missionare in Sambia. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland, bevor sie bald ein neues Projekt in Lusaka beginnen. Wir haben Samuel einige Fragen gestellt.

Sambia sagt von sich selbst, dass es ein christliches Land ist. Für wie christlich hältst du es?
Ich halte das Land schon für ziemlich christlich – zumindest nach außen. Es gibt viele Gottesdienste, man hört fromme Lieder sogar im Supermarkt, im Bus predigen immer wieder Leute. Wo auch immer man hingeht, wird man mit dem Christentum konfrontiert. Das ist das, was man vordergründig sieht. Aber die Korruption ist in den vergangenen Jahren stark angestiegen, was kein gutes Zeichen für Christsein ist. Außerdem macht das Wohlstandsevangelium viel kaputt. (Anmerkung: Die Irrlehre, dass Wohlstand der sichtbare Beweis für Gottes Segen sei. Diese Lehre geht davon aus, dass arme oder kranke Menschen zu wenig beten, glauben, spenden.) Im Land gibt es eine große Menge an selbsternannten christlichen Aposteln, die unter dem christlichen Deckmantel viel Geld für Heilungen abkassieren. In Wahrheit ist das Land also viel weniger christlich, als es auf den ersten Blick erscheint.

Was sind die größten Herausforderungen für Sambia?
Staaten aus Asien investieren viel in Sambia. Aber sie versuchen, so viel wie möglich an den Menschen vorbei aus dem Land zu schaffen. Praktisch ist es eine Ausbeutung der Menschen und Bodenschätze. Eine Misswirtschaft hat außerdem dazu geführt, dass das Land quasi pleite ist. Die Arbeitslosigkeit steigt.

Was begeistert dich an den Menschen dort?
Die Menschen leben oft in großer Armut und unter vielen Zwängen. Trotzdem sind sie fröhlich und oft sehr gelassen. Das begeistert mich. Auch in ihrem Vertrauen zu Gott sind mir viele ein Vorbild geworden. Obwohl sie scheinbar größere Nöte haben wie ich, sind sie oft zuversichtlicher. Und ihren Humor mag ich auch.

Warum startet ihr eine Gemeindegründung in der Hauptstadt Lusaka?
Es war schon länger der Wunsch unserer Partnerkirche, auch in der Hauptstadt mit einer Gemeinde präsent zu sein, die für die Menschen relevant ist. Viele Gemeinden in Sambia sind „stehengeblieben“, Jüngere und Familien kommen kaum. Wir wollen einen Anlaufpunkt schaffen für Studenten, die keine Gemeinde finden, in die sie sich einbringen können. In Sambia gibt es zum Beispiel oft als einzige Jugendprogramme Chöre. Wem das Singen nicht so viel Freude macht, hat dann Pech gehabt.
Unser Wunsch ist, dass die neue Gemeinde als Vorbild dient für andere Gemeinden im Land und sie motiviert werden, wieder die junge Generation zu erreichen.

MALAWI. Menschen in Afrika sehnen sich nach der Bibel und lassen sich das viel kosten. Das hat der Malawi-Missionar Sebastian Pfrommer bei einem Dorfbesuch bei einem muslimischen Häuptling erfahren. Dieser sagte in einem Gespräch, wie gerne er eine Bibel hätte. Ob er denn das Geld dafür habe, schließlich kostet eine Bibel so viel, wie eine Familie im Monat für Lebensmittel benötigt, fragte Sebastian Pfrommer zurück. Denn die Liebenzeller Mission verschenkt keine Bibeln, um sicherzugehen, dass sie auch gelesen werden. Nur das, was etwas kostet, hat für die Menschen einen Wert. Auf einmal verschwand der Häuptling in seinem Haus und kam keine zwei Minuten später überraschend mit dem Geld zurück: „Jetzt kannst du mir eine Bibel besorgen!“ Beim nächsten Besuch lasen der Missionar und der Häuptling dann gemeinsam darin. „Es war ein bewegender Moment, einen muslimischen Häuptling in der Bibel lesen zu sehen. Aber er las und las und hörte gar nicht mehr auf. Seine Augen leuchteten und so saßen wir eine ganze Stunde zusammen“, so Sebastian Pfrommer. Es sei unfassbar, wie Jesus so einen kleinen spontanen Besuch in einen unglaublichen Moment verwandelte.

Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig. Zwölf Missionare arbeiten unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie unterstützen landwirtschaftliche Projekte, engagieren sich im Gesundheitswesen und bohren Brunnen. Außerdem bauten sie ein theologisches-handwerkliches Ausbildungszentrum für Gemeindeverantwortliche auf und betreiben einen Radiosender. Sebastian und Cathrin Pfrommer arbeiten seit 2017 im Dorfentwicklungsprojekt Ubwenzi (deutsch: Freundschaft)-Projekt mit.

RUSSLAND. Konfirmanden sind in Deutschland der Regel etwa 14 Jahren alt. Anders in Russland: Dort haben sich in der Gemeinde von Schwester Sabine Matthis in Berjosowski vier Erwachsene nun nach dem Ende des ersten „TEE“-Kurses (außerschulische theologische Ausbildung) konfirmieren lassen. „Mit diesem Programm möchten wir in der Zukunft die Mitarbeiter in Russland zurüsten zum Dienst“, so Sabine Matthis. „Die Konfirmation war ein sehr schönes Ereignis für die Gemeinde und es gibt bereits weitere Anfragen.“ In dem „TEE“-Kurs bekommen die Teilnehmer die Grundlagen des christlichen Glaubens vermittelt. Dabei arbeiten sie die Lektionen zu Hause durch und tauschen sich dann mit Schwester Sabine Matthis und den anderen Kursteilnehmern über den Lernstoff aus. Somit wird er selbstständig erarbeitet und im Gespräch vertieft. Die Liebenzeller Mission hat mit diesem Programm unter anderem in Bangladesch sehr gute Erfahrungen gemacht. TEE ist ein Schulungsprojekt für die Gemeinden und eine gute Möglichkeit, qualifizierte theologische Mitarbeiter heranzubilden. Der ehemalige Bangladesch-Missionar Waldemar Lies leitet und unterstützt den Aufbau dieses TEE Schulungskonzeptes. Dazu reist er zu Seminaren nach Russland.

Schwester Sabine Matthis ist seit 2006 in Russland tätig, seit 2009 in der Gemeindegründungsarbeit in Berjosowski. Die Stadt zählt über 50.000 Einwohner und liegt am Ostrand des Mittleren Urals, rund zwölf Kilometer nordöstlich von Jekaterinburg. Jeden Sonntag wird ein Gottesdienst angeboten, den die Liebenzeller Missionarin zusammen mit Mitarbeitern aus der Gemeinde gestaltet. Im Rahmen des „TEE“-Kurses wird es auch ein Programm zur Predigtvorbereitung geben, damit Gemeindemitglieder künftig selbst predigen können.

NABWALYA (SAMBIA) / BAD LIEBENZELL. Starker Regen und Überschwemmungen haben im Luangwa-Tal in Sambia zu großen Ernteverlusten geführt. In Nabwalya wurde die komplette Jahresernte vernichtet. Der aktuelle Häuptling („Chief“) des Tals bat die Liebenzeller Mission um Hilfsgüter und sprach von einer dramatischen Situation. Besonders betroffen seien Frauen, Kinder und ältere Menschen. Die komplette Maisernte sei vernichtet. Auch in der Südprovinz kam es vermehrt zu Ernteausfällen.
Die Menschen in Nabwalya gehören zu den ärmsten des afrikanischen Landes. Viele haben weniger als einen Dollar pro Tag zur Verfügung und können sich nur eine Mahlzeit am Tag leisten. Die Region ist sehr abgelegen und oft monatelang von der Außenwelt abgeschnitten. Das Gebiet ist in der regenfreien Zeit nur mit einem allradbetriebenen Auto erreichbar. Während der fünfmonatigen Regenzeit kann das Tal allein durch einen rund 100 Kilometer langen Weg per Fußmarsch erreicht werden. Von 2006 bis 2013 lebten und arbeiteten Liebenzeller Missionare im Luangwa-Tal. Nach wie vor unterstützt die Liebenzeller Mission die Menschen vor Ort.
Die Liebenzeller Mission bittet um Spenden für die vom Hunger betroffenen Menschen, um über ihre Partner vor Ort Mais kaufen und austeilen zu können.

Spendenkonto:
Liebenzeller Mission
IBAN: DE27 6665 0085 0003 3002 34
BIC: PZHSDE66
Verwendungszweck: Hungerhilfe Afrika

Online spenden

 

BANGLADESCH. Der Liebenzeller Missionar Benedikt Tschauner hat im Fastenmonat Ramadan sehr gute und bewegende Gespräche mit anderen Männern führen können. So lud ihn der Besitzer eines Baumarkts zum Fastenbrechen ein. „Bei meinem nächsten Einkauf erhielt ich daraufhin eine Einladung des Geschäftsmannes zu einem Tee. Dabei sagte er mir, dass er Christen sehr beeindruckende Menschen finde – weil sie das tun, an was sie glauben. Weiter machte er deutlich, dass die Muslime eine Veränderung des Herzens nötig haben.“

Wenn sich Christen aufgrund fehlender Gebäude auf der Veranda treffen

Benedikt Tschauner erlebte auch einen großen geistlichen Aufbruch unter Jugendlichen bei einer Jugendkonferenz und zwei geistlichen Erneuerungsveranstaltungen, bei denen er predigte. Zwölf junge Menschen bekundeten öffentlich ihr neues Leben, indem sie sich taufen ließen: „Der Wunsch nach geistlicher Erneuerung in den Gemeinden und ein Hunger nach Jesus war spürbar.“
Fast alle Gemeinden wurden erst vor rund 25 Jahren durch die Arbeit eines gläubigen Mannes gegründet. Sie gehören dem Ureinwohner-Stamm der Santal an. Dadurch bilden sie, sowohl als Christen wie auch als Stammesleute, gleich doppelt eine Minderheit. Das wirkt sich auf ihren sozialen Stand in der Gesellschaft aus. So werden sie beim Studieren und bei der Suche nach einem Arbeitsplatz benachteiligt. Etliche Gemeinden konnten außerdem noch kein Kirchengebäude errichten. Sie treffen sich deshalb bei einem Gemeindemitglied auf der Veranda. „Trotz ihrer eigenen Nöte waren sie überwältigend gastfreundlich“, berichtet Benedikt Tschauner.

Christen feiern zweimal Erntedank

Der Missionar ist auch berührt, dass manche trotz ihrer Armut nicht an der Kollekte sparen: „Da sie kein Geld geben können, bringen sie etwas von dem Reis, den sie täglich essen, in einem kleinen Tuch mit in den Gottesdienst und geben es Gott.“ Und in Bangladesch wird nicht nur einmal im Jahr Erntedank gefeiert, denn im Norden wird zweimal im Jahr Reis geerntet. „Darum begehen die Christen auch zweimal im Jahr Erntedank, um so ihre Dankbarkeit gegenüber Gott auszudrücken.“

Die Liebenzeller Mission ist seit 1974 in Bangladesch aktiv. Um den Kindern zu helfen, unterstützen die Missionare unter anderem zwei Gästehäuser, eine Schule und Gemeinden in Dinajpur, das rund 350 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka liegt. Benedikt und Verena sind seit Anfang 2018 in Bangladesch tätig.

LÜCHOW. Eine scheinbar nicht enden wollende Schlange von Autos schiebt sich langsam durch unsere sonst eher ruhige Kleinstadt. Erst ein paar Minuten ist es her, dass sie über die Grenze gefahren sind. Eine Grenze, von der viele dachten, dass sie „für immer“ sei. In den Gesichtern der Menschen ist eine tiefe Bewegung zu sehen. Die gleiche Bewegung sehe ich ein paar Tage später im Gesicht meines Vaters, als ich mit ihm zum ersten Mal in meinem Leben nach Salzwedel fahre – die Stadt auf der anderen Seite. Ich war damals erst drei Jahre alt, aber ich spürte etwas von dem Besonderen, was da passierte. Ich spürte etwas von dem Wunder.

Wunder
Jahrzehnte lang war unser Land geteilt und plötzlich war die Mauer gefallen und die Grenze offen. Was für ein Wunder! In diesem Jahr feiern wir 30 Jahre Wunder der Freiheit und Einheit. Doch manchen scheint gar nicht nach Feiern zu Mute zu sein. 30 Jahre sind eine lange Zeit. Einige von den Jüngeren wissen gar nicht mehr viel von diesem Wunder, weil sie in der Schule und in ihren Familien nicht viel darüber gehört haben. Manche von den Älteren schauen mit großer Sorge auf die Herausforderungen, die uns die Wiedervereinigung gebracht hat. Wo ist da das Staunen über dieses Wunder? Wo ist die tiefe Bewegung über das, was Gott in unserem Land getan hat?

Bewegung
Vor ein paar Wochen habe ich sie mal wieder gespürt – diese tiefe Bewegung. Ich war bei UPGRADE – dem Gnadauer Zukunftskongress. In meiner Pension war ich morgens beim Frühstück von lauter Sachsen umgeben. Meine Augen füllten sich mit Tränen, denn mir wurde seit langer Zeit mal wieder dieses Wunder bewusst. Was für ein Geschenk, dass wir als Christen in unserem Land heute gemeinsam unterwegs sein dürfen – Ost und West. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Verantwortung
Dieses Wunder der Einheit bringt für uns als Christen aber auch eine Verantwortung mit sich. Paulus fordert uns dazu auf, für die Verantwortungsträger in unserem Land zu beten (1. Timotheus 2,2). Nach wie vor stehen unsere Politiker im Blick auf Ost und West vor großen Herausforderung und auch unsere Gesellschaft hat noch einen Weg zu gehen – in finanziellen, sozialen, politischen, wirtschaftlichen, geistlichen und zwischenmenschlichen Fragen.

Gebetswanderung
Deshalb haben sich unterschiedliche Organisationen entschlossen, dass sie sich gemeinsam auf den Weg machen wollen – und zwar im geistlichen und ganz praktischen Sinne. In der Zeit vom 3. Oktober bis zum 9.November wird es eine Gebetswanderung durch Deutschland geben. Start ist in Lübeck (Schleswig-Holstein) und in Plauen (Sachsen). Am 9. November werden sich die beiden Gruppen dann im Harz auf dem Brocken treffen. Die Strecke geht entlang der ehemaligen Grenze. Überschrift für diese Wanderung ist „Verstehen, Versöhnen, Verantwortung übernehmen“. Unterwegs wird gebetet. Und auch in den Gemeinden, wo man übernachtet, gibt es immer wieder Gebetsveranstaltungen. Gemeinsam mit dem Liebenzeller Gemeinschaftsverband hat die Liebenzeller Mission für die Woche vom 07.-14. Oktober die Streckenverantwortung für die Nordroute übernommen. Freuen würden wir uns, wenn noch viele andere mitlaufen – in „unserer“ Woche oder in einer anderen Woche – egal ob für einen Tag, ein Wochenende, eine Woche oder für die ganze Zeit. Mehr Infos gibt’s hier im Video oder direkt unter www.3-oktober.de

Gebet und Kerzen
Eine andere Möglichkeit, das Wunder der Freiheit und der Einheit zu feiern, wäre eine Veranstaltung in der eigenen Gemeinde oder mit der gesamten örtlichen Allianz. Ein wesentlicher Faktor für die Wende in unserem Land waren die Friedensgebete. Tausende gingen auf die Straßen – mit Gebet und Kerzen. Wie wäre es, den Tag der Deutschen Einheit gemeinsam zu feiern – zum Beispiel auf dem Marktplatz – mit Gebet und Kerzen. Wie wäre es, Gott gemeinsam zu danken für das Geschenk der Freiheit und der Einheit. Wie wäre es, gemeinsam zu beten für die Zukunft unseres Landes, für unsere Politiker, für ein geistliches Aufwachen, für alle Herausforderungen, vor denen wir stehen und dafür, dass von unserem Land ein Segen ausgeht in andere Länder – nach Europa und in die ganze Welt. Mehr Infos – auch mit konkreten Gestaltungsideen – ebenfalls unter www.3-oktober.de

Tag der Deutschen Einheit 2019
Lange Jahre war – trotz meiner engen Verbundenheit zur ehemaligen Grenze – der Tag der Deutschen Einheit nichts weiter als ein willkommener Feiertag für mich. In diesem Jahr möchte ich ihn ganz bewusst nutzen, um unseren Gott zu feiern, ihm neu zu danken für dieses Wunder und ihn zu bitten um seinen Segen für unser Land.

Britta Greiff

Ansprechpartner der Liebenzeller Mission für die Gebetswanderung:
Esther Kenntner (Dozentin an der Internationalen Hochschule Liebenzell)

INDONESIEN. Christliche Studenten in Papua (Indonesien) haben einen großen Lernhunger. Das berichten die Missionare Christian und Johanna Folkers. „Während des Unterrichtens hört man öfter einmal ein Raunen oder ein Schnalzen mit der Zunge, das ein ‚Wow, das ist ja interessant!‘ oder ein ‚Das hätte ich ja nicht gedacht!‘ ausdrückt. Für manche ist der Unterricht ein Blick in eine neue Welt.“ Die „weltverändernde Begegnung mit dem Evangelium, das Vertrauen in Gott“ verbinde, auch wenn man in mancherlei Hinsicht Welten voneinander entfernt sei. Die gegenseitige Liebe drücke sich darin aus, dass man sich zur Begrüßung – ganz der Kultur entsprechend – gegenseitig „doll drückt“. „Wir sind froh, dass Gott uns zwei in eine so verknuddelte Kultur wie Papua geschickt hat.“

Was das Gebet einer Frau bewirkt

Dori, eine Bibelschülerin, wurde viele Jahre von ihrem Mann verprügelt – so sehr, dass sie schon einmal bewusstlos im Straßengraben lag. Seit sie Christin ist, betet sie viel für ihren Mann. Dabei hat sie gemerkt, dass sie mit Gottes Hilfe besser mit seiner Aggression umgehen und zugleich ein fröhlicherer Mensch sein kann. Nun erkrankte ihr Mann. Er ist dadurch wie wachgerüttelt: Er fragt Dori vermehrt zu ihrem Glauben an Jesus und verhält sich viel freundlicher zu ihr und den Kindern. Dori freut das sehr und sie betete weiter viel für ihn.

Christian und Johanna Folkers sind seit 2018 in Indonesien tätig. Dabei geben sie den Menschen Gottes Liebe weiter, indem sie unter anderem an Bibelschulen unterrichten. Ihr Einsatzort ist Sentani in der Provinz Papua.

KANADA. Menschen aus Bangladesch, die in Toronto leben, haben großes Interesse an Gemeinschaft und hören das Evangelium. Das berichtet Markus Gommel. Die Hälfte der Teilnehmer am „Isa Fellowship-Wochenende“ hat wenig oder kaum Berührung mit der Bibel. Sie erlebten eine sehr gute Gemeinschaft und hörten biblische Impulse zum Thema Frieden mit Gott und in der Familie. Ein Ehepaar, das aus Bangladesch zu Besuch war, nahm eine Bibel mit. „Wir beten, dass sie regelmäßig darin lesen und zum Glauben kommen“, so Markus Gommel. Er ist auch dankbar, dass sich viele Kirchen im „Adam House“ (betreutes Wohnen für neuangekommene Flüchtlinge aus der ganzen Welt) engagieren. Sie arbeiten bei den Bibelstunden mit Abendessen mit, helfen bei Sport- und Spielabenden und organisieren ein Fußball-Angebot sowie ein Jogging-Programm mit anschließendem Brunch. Viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen sich hier ein. „Wir beten, dass sie zu den Flüchtlingen tiefe Freundschaften aufbauen und Glaubensgespräche führen können.“
 
Markus und Regine Gommel lebten zwei Jahre in Bangladesch und arbeiten seit 2004 in Toronto vor allem unter Einwanderern aus Bangladesch. Allein im Großraum Toronto wohnen rund 25.000 Menschen, die aus Bangladesch stammen. In der multikulturellsten Stadt der Welt leiten Markus und Regine das „Isa Fellowship“ („Isa“ ist der Name für Jesus im Koran.). Im Mittelpunkt stehen die Beziehungspflege, biblische Vorträge, Seelsorge, Besuchsdienste und Gastfreundschaft sowie Angebote zur Gemeinschaft wie Badmintonspielen und Ausflüge.