Paris, Nantes, Cherbourg. Das waren bisher die Stationen von Miriam und Björn Dehner in Frankreich. Seit einem Jahr sind sie zusammen mit einem Team in Montpellier in Südfrankreich und bereiten die Gründung einer Gemeinde vor. In den letzten Wochen waren sie in Deutschland, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen ein paar Fragen gestellt.

Euer neuer Einsatzort Montpellier ist eine der am stärksten wachsenden Städte in Frankreich. Was macht Montpellier so attraktiv?
Eigentlich hat Montpellier kaum wirtschaftliche Infrastruktur. Aber die Führenden in der Stadt arbeiten innovativ. Wenn sich eine Stadt neu erfindet, ist das anziehend für die Leute. Es werden zum Beispiel gerade einige Stadtteile neu entwickelt. Das Rathaus wurde aus dem Stadtzentrum bewusst in eines dieser neuen Viertel verlegt. Tradition hinter sich lassen, Neues wagen. Das lebt die Stadt vor. Und so haben sich jetzt einige Start-ups und viele junge Menschen angesiedelt.

Wie sieht eure Wunschvorstellung für eure Gemeinde aus?
Wenn wir Gemeinde träumen, dann ist sie relevant für die Menschen in ihrem Sein und Tun – selbst für diejenigen, die dann nicht in die Gemeinden kommen. Wir wünschen uns, dass Menschen entdecken, was der Glaube heute mit ihrem Leben zu tun. Dass sie Gottes Handeln in ihrem Leben erfahren und für immer verändert werden. So werden sie als „neue“ Menschen an ihrem Platz für Gott scheinen.

Eine Gemeinde zu gründen, besteht aus verschiedenen Schritten. Wo steht ihr gerade?
Wir stehen am Ende der Planungs- und Visionsphase. Wir haben uns gefragt: Wie ticken die Leute hier, was ist ihnen wichtig? Wir haben viel Zeit investiert, um Netzwerke zu schaffen, Beziehungen zu knüpfen und Vertrauen aufzubauen. Jetzt kommen wir in die Umsetzungsphase, wo sicher auch einiges experimentell sein wird.

Welche Menschen ladet ihr ein, wie geht ihr da vor?
Wir haben uns ins Leben der Stadt integriert und versucht, Beziehungen zu bauen. Wir laden die Leute ein, die wir schon kennen und die sich interessieren. Wir starten bewusst nicht mit einem „Knall-Effekt“, sondern auf persönlicher Ebene. Uns ist es wichtig, von den Menschen zu erfahren, was für sie passt und was nicht. Dann können wir uns selbst hinterfragen und unser Konzept anpassen, falls das nötig ist.

Bitte beendet den Satz „2025 ist unsere Gemeinde hoffentlich …“
… soweit, dass viele Menschen ein Leben mit Jesus begonnen haben und Franzosen in der Verantwortung in der Gemeinde sind. Und es wäre genial, wenn wir dann bereits den Raum dafür haben, eine weitere neue Gemeinde zu planen und zu gründen.

Michael und Tina Eckstein leben seit elf Jahren mit ihren Kindern in der Normandie. Sie haben die Menschen in Frankreich in ihr Herz geschlossen und lieben es, ihnen von Jesus weiterzusagen. In Saint-Lô bauen sie eine Gemeinde auf. Michael ist außerdem Teamleiter der Liebenzeller Missionare in Frankreich. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland unterwegs, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen einige Fragen gestellt.

Mission lag euch schon lange auf dem Herzen. Aber eigentlich sollte euer Weg nicht nach Frankreich führen. Warum seid ihr dann aber doch dort gelandet?
(Tina) Wir waren schon am Kofferpacken für unseren Einsatz in Malawi, die Moskitonetze waren schon gekauft. Dann kam bei mir die plötzliche Diagnose Schilddrüsenkrebs. Das hat unsere Pläne natürlich durcheinandergebracht. Nach den ersten Behandlungen haben wir uns gefragt, ob ein Einsatz in Afrika sinnvoll ist, wenn ich für potenzielle Behandlungen regelmäßig nach Deutschland reisen müsste. Und dann ist Frankreich in den Blick geraten. Wir können unseren Weg absolut als Wegführung Gottes sehen.

Du bist Teamleiter der Missionare in Frankreich. Was beinhaltet diese Aufgabe für dich?
(Michael) Ich begleite die Missionare und unterstütze sie in ihren Aufgaben. Wir reden gemeinsam über die Ziele des Missionsdienstes und ich bin Bindeglied zwischen der Arbeit in Frankreich und der Zentrale in Deutschland. Ein wichtiges Anliegen ist mir die Zusammenarbeit mit unserem Partnergemeindeverband. Partnerschaft leben und ausbauen: Das ist mein Wunsch.

Welche Begegnung hat euch in den letzten Monaten am meisten bewegt?
(Tina) Ich musste so über Gottes Timing staunen. Eigentlich war ich unter Zeitdruck und wollte meiner Bekannten Tabitha nur kurz Batterien vorbeibringen. Dann haben wir aber miteinander geredet, gebetet und ich habe sie noch zum Bahnhof gefahren. Als ich dann in der Gemeinde eintraf, klopfte es gleich an der Tür. Es war eine befreundete Ärztin aus dem Kongo. Sie war nur einen Tag im Ort. Wäre es mit Tabitha nicht länger gegangen, hätte ich meine Freundin aus dem Kongo nicht getroffen. Es war Gottes Timing!

(Michael) Ich hatte schon vor längerer Zeit eine Ausbildung zum Jugenddirektor gemacht. Damit kann ich Schulungen für neue Jugendleiter anbieten. Das Ganze ist kein christliches Programm, sondern rein säkular. Beim letzten Kurs bestand das Leitungsteams aus insgesamt vier Christen mit der Intention, praktisch Glauben zu teilen. Was für eine riesige Chance! Bei diesem Kurs war ein Teilnehmer dabei, der zwar einen traditionell protestantischen Hintergrund hat, aber keine lebendige Beziehung zu Jesus. Wir hatten viele intensive Gespräche – auch über den Glauben – und manche Teilnehmer haben gemeinsam Bibel gelesen. Diese Woche hat ihn total verändert. Am Ende sagte er: „Ich bin ohne Bibel und ohne Gott hier angekommen. Jetzt gehe ich mit der Bibel im Koffer und mit Gott im Herzen.“ Was für eine geniale Sache!

Wenn ihr die Franzosen in drei Eigenschaftswörtern beschreiben müsstet: Welche wären das?
Genießend, gelassen, respektvoll.

Was ist euer Wunsch für Frankreich?
Dass es in der „geistlichen Wüste“ wieder blüht! Wir wünschen uns, dass Franzosen erleben, dass es sich lohnt, Jesus ganz und gar zu vertrauen.

MALAWI. Sie werden diskriminiert, verfolgt und manchmal sogar getötet: Menschen mit Albinismus. In Afrika sind Tausende davon betroffen. Durch eine Pigmentstörung haben sie eine weiße Haut, die sehr empfindlich und von Hautkrebs und Ausschlägen bedroht ist. Die meisten sind auch kurzsichtig. Früher wurden Neugeborene mit fehlenden Pigmenten gleich getötet, sie galten als von bösen Geistern besessen. Heute herrscht der Aberglaube, dass sie über besondere Zauberkräfte verfügen. Deswegen werden manche ermordet, um aus ihren Körperteilen Zaubermittel und Amulette herzustellen. Alleine in Malawi wurden nach Angaben von Amnesty International von 2014 bis 2016 mindestens 18 Menschen mit Albinismus getötet. Die Regierung scheint machtlos zuzuschauen, berichtet Missionar Paul Kränzler. Hier hilft der christliche Radiosender „L“. Die Sendung „Ndife chimodzimodzi“ („Wir sind gleich“) gibt Ratschläge und Ermutigung für Betroffene. Ebenso machen die Sendungen deutlich, dass sie nicht alleine sind. Und die Botschaft an alle Afrikaner lautet: „Wir sind gleich wie ihr. Schützt uns, helft uns, dass wir ohne Angst unter euch leben können.“

Paul und Dorothe Kränzler arbeiteten von 1993 bis 2006 und seit 2016 wieder in Malawi und engagieren sich dort vor allem beim Sender „L“. Dieser sendet unter dem Motto „Let there be light“ („Es werde Licht“) seit Ende 2017 als erster Radiosender Malawis überwiegend in der Stammessprache der Yao. Diese sind vorwiegend Muslime und machen etwa zehn Prozent der fast 19 Millionen Malawier aus. Die Yao leben meist in entlegenen Dörfern, viele können nicht lesen und schreiben. Deshalb ist für sie das Radio eine wichtige Informationsquelle. Die Sendungen von Radio „L“ sind lebensnah gestaltet. Sie geben Tipps für Familie und Erziehung, Gesundheit und Ernährung sowie Glaube und Nachfolge. Und natürlich strahlt der Sender auch Nachrichten und Musik aus.

Foto: Daniel Namwini-Mana

PAPUA-NEUGUINEA. Zauberei, dunkle Magie und dämonische Mächte: All das spielt in vielen Ländern, in denen Liebenzeller Missionare tätig sind, eine ganz reale und große Rolle – mit teilweisen tödlichen Folgen. Das hat Johannes Wälde neu erfahren: Bei einem Besuch eines Dorfes im Busch verstarb ein zwölfjähriger Junge an dem Tag, als die Missionare ankamen. Als Todesursache wurde Zauberei vermutet. Da die Bewohner von Papua-Neuguinea Angst vor dem Geist des Toten haben, sind Beerdigungen dort sehr wichtig. Nächtelang wird um den Verstorbenen getrauert. „Das Ganze nennt sich ‚Haus Krai‘ (Haus des Weinens). Und dabei wird nicht still und leise getrauert. Je lauter, desto besser und am besten so, dass es das ganze Dorf hört“, so Johannes Wälde.

Verzicht auf Rache

Er wurde gebeten, etwas bei der Beerdigung zu sagen. „Gott gab mir die richtigen Worte: Wir müssen die Zeit, die wir haben, nutzen, da wir nicht wissen, wann wir diese Erde verlassen müssen.“ Der Liebenzeller Missionar wurde anschließend von der Familie gebeten, sie zu besuchen. Nach intensive Gesprächen brachten sie die Zauberutensilien, die sie im Haus hatten. „Gemeinsam haben wir sie verbrannt und die Familie legte die ganze Angelegenheit in die Hände Gottes. Besonders freute mich, dass sie sich nicht auf die Suche danach machen wollten, wer den Tod des Kindes herbeigeführt hat. Das endet in der Regel mit Anschuldigungen anderer Personen und Rache an ihnen.“

Die Liebenzeller Mission ist seit über 100 Jahren in Papua-Neuguinea tätig. Johannes und Carolin Wälde arbeiten seit 2015 unter Kinder und Jugendlichen und im Gefängnis. Dabei engagieren sie sich vor allem in Armensiedlungen.

JAPAN. Das Schülerheim in Nakamachidai bei Tokio befindet sich in einer Umbruchphase. Das berichtet Missionar Thomas Beck. Ab Sommer wird die Arbeit vorübergehend pausieren, da zurzeit keine Missionarskinder mehr dort wohnen. Nun prüfen die Verantwortlichen, wie die Arbeit weitergehen soll.
Das jetzige Schülerheim wurde 2010 neu gebaut. Das Gelände liegt gegenüber eines Spielplatzes und in der Nähe eines Parks. Das erste Schülerheim wurde bereits 1964 in Kugahara errichtet, 1974 siedelte man nach Nakanoshima/Kawasaki bzw. 2010 nach Nakamachidai über. Ins Leben gerufen wurde das Schülerheim von der Liebenzeller Mission; getragen wurde es zusammen mit der Allianz Mission und der Marburger Mission, die ebenfalls ihre Kinder dorthin sandte. Zwischenzeitlich besuchten bis zu 20 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis 18 Jahren die Einrichtung.

Schülerheim bereitete Missionarskinder auf die Rückkehr nach Deutschland vor

Das Schülerheim wurde bewusst christlich geführt. Es bot fast 200 Kindern – davon rund 160 aus Missionarsfamilien – eine Heimat, die die 1905 gegründete Deutsche Schule in Tokio besuchten und aufgrund der Entfernung nicht zuhause wohnen konnten. Die Mitarbeiter des Schülerheims versuchten, den Kindern im kulturellen Umfeld Ostasiens gerecht zu werden und ihnen auch in Japan die europäische und deutsche Lebensart nahe zu bringen. Damit sollten sie sich bei einer Rückkehr ihrer Eltern nach Deutschland und später als Erwachsene besser zurechtfinden können. „Die Kinder sollten zur Selbstständigkeit im praktischen, sozialen, schulischen und geistlichen Bereich erzogen werden. Das sollte in einer familiären Atmosphäre geschehen, in der sich die Kinder positiv entwickeln konnten“, sagte Thomas Beck. Er ist zusammen mit seiner Frau Irene seit 1992 in Japan tätig. Sie fungierten in den letzten zwei Jahren übergangsweise als Hauseltern, neben ihren sonstigen Aufgaben in der Gemeinde in Tokaichiba und der Geschäftsführung der Liebenzeller Mission Japan. Viele Jahre boten die Mitarbeiter der Liebenzeller Mission in dem Schülerheim unter anderem auch einen Teenkreis, eine Jungschar und Kinderstunden an. Diese wurden sehr gerne von anderen deutschen Schülern besucht, deren Eltern als Diplomaten oder in deutschen Unternehmen arbeiteten. Allerdings musste man dieses Angebot einstellen, da es keine Mitarbeiter mehr im Schülerheim gab.

Die Liebenzeller Mission ist seit fast 100 Jahren mit ihren Mitarbeitern im Ballungszentrum in und um Tokio tätig, um die frohe Botschaft von Jesus Christen zu den über 30 Millionen Menschen im Großraum Tokio zu bringen. In den vergangenen 60 Jahren sind rund 50 solcher Gemeinden entstanden.

SPANIEN. Es gibt viele Möglichkeiten, Menschen von Jesus Christus weiterzusagen, die ihn noch nicht kennen. Seit Jahren probt der Liebenzeller Missionar Theo Hertler mit einheimischen Mitarbeitern und befreundeten Gemeinden Kindermusicals ein. Die Sänger und Schauspieler sind immer mit viel Leidenschaft dabei. Über den Sommer gibt es in der Region Marbella dann viele Aufführungen. Da die Musicals für Kinder sind, kommen oft die ganzen Familien mit dazu. Das ist eine große Chance, dass viele die gute Nachricht von Jesus hören. Mit dabei sind auch zwei impact-Kurzmitarbeiterinnen, die für einige Monate in Spanien im Einsatz sind. Wir hoffen und beten, dass die Musicals noch in vielen Orten aufgeführt werden können.

BAD LIEBENZELL. International ging es zu beim Nachbarschaftsfest der Hoffnungshäuser am 13. Juli in Bad Liebenzell. Länderfähnchen aus aller Welt schmückten das Gelände, es gab afrikanisches und arabisches Gebäck wie zum Beispiel Baklava und viele Gespräche zwischen Liebenzeller Alt- und Neubürgern.
„Wir machen das Nachbarschaftsfest, weil wir Brücken bauen wollen zwischen der einheimischen Bevölkerung und den geflüchteten Menschen. Es ist unser Wunsch, Berührungsängste abzubauen“, sagte Tobias Zinser, der gemeinsam mit seiner Frau Sarah das Projekt in Bad Liebenzell leitet. Die Hoffnungshäuser sind ein integratives Wohnkonzept. Aktuell bilden Menschen aus sieben Nationen die Hausgemeinschaft: Afghanistan, Äthiopien, Deutschland, Irak, Pakistan, Somalia und Syrien.

Die Häuser wurden durch eine Projektpatenschaft zwischen der Liebenzeller Mission und der Hoffnungsträger Stiftung aus Leonberg möglich. Als internationale Hausgemeinschaft möchten die Bewohner den Alltag miteinander teilen und einen Beitrag zur Integration in Bad Liebenzell leisten. Das Motto des Projekts lautet „Aus Fremden werden Freunde“.

Bisher hat das Konzept die Erwartungen erfüllt. Es entstehen Freundschaften zwischen Nachbarskinder und Bewohnern der Häuser. Die meisten der Geflüchteten stehen mittlerweile in einem Arbeitsverhältnis. „Es ist sehr schön zu sehen, dass die Leute nach und nach integriert werden“, so Tobias Zinser. Anfangs hätten einige Nachbarn Bedenken gehabt, dass es durch die internationale Hausgemeinschaft in der Straße sehr laut würde. Aber eingetroffen ist das nicht. „Beschwerden gibt es so gut wie nie“, sagt Tobias Zinser.

Die Flüchtlinge leben gerne in den Hoffnungshäusern. Dort haben sie eine Anlaufstelle für Fragen und bekommen Hilfe zum Beispiel bei Bewerbungen. Natürlich finden sie durch das Projekt auch leichter Kontakt zu Deutschen. „Und auch wir können einiges von ihnen lernen: Hilfsbereitschaft, Respekt vor dem Alter und Gastfreundschaft. Man hat nie das Gefühl, dass man ungelegen kommt“, erzählt Tobias Zinser. Und auch die Liebenzeller Bürger profitieren vom Projekt: „Unsere Bewohner engagieren sich regelmäßig bei Festen und Veranstaltungen. Sie helfen fleißig mit und haben sich auch beim Stadtputz beteiligt. Es ist ihnen wichtig, ihrer neuen Heimat etwas zurückzugeben.“

Hanna Keppler, Sozialarbeiterin in den Hoffnungshäusern, blickte auf die eineinhalb Jahre Hoffnungshäuser in Bad Liebenzell zurück und berichtet aus dem Alltagsleben in den Häusern. „Wir bieten regelmäßige Bewohnerabende an. Da kochen wir gemeinsam, spielen und tauschen uns über die verschiedenen Kulturen aus.“ Manchmal werden auch Ausflüge in die Umgebung angeboten. „Gemeinsame Aktionen stärken den Zusammenhalt.“ Im Frühjahr besuchten einige der Hausbewohner gemeinsam den Ostergarten der Pforzheimer Stadtmission. „Wir leben in einem christlich geprägten Land und wollen christliche Werte vermitteln. Niemand wird dazu gezwungen. Wer aber daran Interesse hat, der ist herzlich eingeladen, mehr über den christlichen Glauben zu erfahren“, sagt Hanna Keppler.

Momentan sind die beiden Häuser in der Hindenburgstraße in Bad Liebenzell mit 52 Bewohnern voll belegt. Davon sind 33 geflüchtete Menschen, zehn deutsche Studenten und zwei Familien.

+ + + Update 16. Juli 2019: + + +

Wir sind sprachlos und überwältigt von über 300 Kondolenzbriefen an die Familie. Am 27. Juli werden wir die Worte der Anteilnahme bei der Trauerfeier für Gerhard Stamm ausgedruckt in einem Kondolenzbuch übergeben. Wenn Dein Kondolenztext mit dabei sein soll, dann solltest Du bis zum 21. Juli das Kondolenzformular nutzen.

 

+ + + Update 10. Juli 2019: + + +

Die kirchliche Beerdigung findet am Samstag, 27. Juli 2019, um 13:30 Uhr auf dem Friedhof Auhausen statt. Die anschließende Trauerfeier beginnt um 15:00 Uhr in der Hesselberghalle in Wassertrüdingen.

 

+ + + Informationsstand 04. Juli 2019: + + +

Inzwischen liegen uns Details vor: Gerhard Stamm ist nicht von einem Baum gestürzt, sondern ausgerutscht, unglücklich gefallen und an den dabei zugezogenen schweren Verletzungen kurz darauf verstorben.
Missionsdirektor Martin Auch ist mit Angehörigen von Gerhard unterwegs zu Brigitte Stamm nach Papua-Neuguinea.

Wir danken für alle anhaltende Begleitung im Gebet.

Eure Missionsleitung

 

Unter: www.liebenzell.org/gerhard-stamm finden Sie einen umfangreichen Bild- und Videorückblick auf das Leben und Wirken von Gerhard Stamm. Diese Seite wird regelmäßig um weitere aktuelle Informationen aktualisiert. Für Worte der Anteilnahme kann dort auch das Kondolenzformular verwendet werden.

Seit fast zehn Jahren sind Rahel und Adreas Gross als Missionar in Japan im Einsatz. Ihr Herz schlägt dafür, Menschen von Jesus Christus weiterzusagen. In den nächsten Monaten sind sie in Deutschland unterwegs, um aus ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen ein paar Fragen gestellt.

Japaner gelten als sehr fleißig und diszipliniert. Wirkt sich das auch auf das Gemeindeleben aus?
Die Disziplin der Japaner färbt natürlich auch auf ihren Alltag ab. Sie würden niemals Zeit „totschlagen“. Alle, die in die Gemeinde kommen, bringen sich ein. Jeder kommt jeden Sonntag in den Gottesdienst, und wenn man mal nicht kann, meldet man sich beim Pastor ab. Dann muss man aber schon richtig krank sein oder einen ganz wichtigen Termin haben. Manche müssen aber auch sonntags arbeiten, deshalb werden in vielen Gemeinden auch Abendgottesdienste angeboten. Veranstaltungen für Kinder können nur mittwochs stattfinden, weil da die Schule früher aus ist.
Unsere Seniorin in der Gemeinde hatte mit ihren 91 Jahren oft ein schlechtes Gewissen, weil sie nirgends im Dienstplan stand. Deshalb freut sie sich sehr, dass sie jetzt jeden Sonntag das Gemeinde-Infoblatt falten darf.

Das Schwierige an der Disziplin ist, dass sich viele Japaner mit spontanen Aktionen zum Beispiel im Gottesdienst schwertun. Bei Neuem fühlen sie sich schnell unwohl. Man sollte sich möglichst genau an das Programm halten. Wenn man durch einen Gottesdienst führt, ist man übrigens nicht der „Moderator“ sondern der „Zeremonienmeister“.

Was ist die größte Herausforderung für eure Arbeit?
Außer der Sprache? Die Vorbereitung der Dienste und Predigten brauchen viel Zeit.
Ansonsten ist es sehr schwer, mit anderen, zum Beispiel den Nachbarn, in Kontakt zu kommen, wenn man keine Gemeinsamkeit mit ihnen hat. Freunde findet man meistens in Gruppen und Kreisen, wo man die selben Interessen teilt. Sei es in der Deutschklasse oder beim Hula-Tanz-Workshop. Tiefere Freundschaften, wie wir sie verstehen, sind dagegen nicht so häufig.
Es ist auch eher schwierig, Persönliches von den Menschen in der Gemeinde zu erfahren. Sie wollen sich nicht aufdrängen. Deshalb ist es auch nicht einfach, Hausbesuche zu machen.

Gibt es ein Erlebnis in der letzten Zeit, das euch bewegt hat?
Unsere Verabschiedung in Ome war sehr bewegend. Jeder aus der Gemeinde sollte etwas sagen, was er an uns schätzt oder was ihm von uns hängengeblieben ist. Da hörten wir viele Dinge, die uns vorher nicht bewusst waren. Manche erinnerten sich noch an Predigten, die schon lange zurücklagen. Anderen waren wir ein Vorbild in alltäglichen Dingen – ohne es zu wissen. Darüber haben wir uns sehr gefreut, und das war eine große Ermutigung für uns. Wir dachten dann allerdings auch: Schade, dass wir das jetzt erst erfahren. Manchmal wären solche Ermutigungen auch zwischendurch mal hilfreich gewesen …

Welche Eigenschaft schätzt ihr an den Menschen in Japan besonders?
Besonders schätzen wir ihre Höflichkeit und Wertschätzung. Sie freuen sich immer, wenn man kommt – und das ist nicht nur aufgesetzt. Es ist eine Grundeinstellung. Sie sind immer dankbar. Man bekommt immer das Gefühl: Du bist toll! Auch im Supermarkt oder auf dem Amt – alle sind superfreundlich.
Natürlich gibt es auch eine aufgesetzte Freundlichkeit, aber die ist eher selten.
In der Gemeinde ist es selbstverständlich, dass neue Leute begrüßt werden und sich die Neuen kurz vorstellen. Hier gibt es keine Anonymität, und jeder freut sich riesig über ein neues Gesicht.

SAMBIA. Das Pastorenehepaar Sydney und Martha Pensulo zeigt in Mbala Kleinbauern, wie sie durch alternativen Feldbau ihre Erträge steigern können. Dabei unterstützte sie der Liebenzeller Missionar Dietmar Brunner. Er ist seit 1998 mit seiner Frau Katrin in dem afrikanischen Land tätig. „Die Zeit im 900 Kilometer entfernten Mbala war sehr anstrengend, aber auch sehr ermutigend für uns, da viele Kleinbauern begeistert von ihren positiven Erfahrungen mit dem alternativen Feldbau berichtet haben.“ Sie baten den einheimischen Pastor Sydney Pensulo, in ihr 70 Kilometer entferntes Dorf zu kommen, weil sie gehört hatten, dass er erfolgreich Kompost herstellt und so deutlich mehr erntet. Inzwischen ist in diesem Ort eine kleine Hauskirche entstanden.
 
Kleinbauern kommen auf Empfehlung in Liebenzeller Projekt
 
Auch in Mushili, wo Dietmar Brunner eigentlich eingesetzt ist, gibt es eine große Nachfrage nach landwirtschaftlichen Seminaren. Die Mitarbeiter vermitteln zum Beispiel, wie man das Wasser „erntet“, dass es im Boden gespeichert und für Pflanzen zugänglich wird sowie man den Grundwasserspiegel heben kann. Ebenso interessiert die Bauern, wie man selbst Kompost herstellt. Die Liebenzeller Mission gründete 2003 in Zusammenarbeit mit ihrer Partnerkirche das Projekt „Mushili – Hilfe zum Leben“. In der Stadtrandsiedlung von Ndola, mitten im „Kupfergürtel“ Sambias, leben rund 80.000 Menschen in sehr einfachen Verhältnissen. Ein Schwerpunkt bildet die Ausbildung in alternativem Feldbau – „Foundation for Farming“, früher „Farming God’s Way“. Die Kleinbauern lernen auf Musterfeldern, wie sie durch die Verwendung zum Beispiel von Kompost und Biokohle sowie durch Mulchen den Ertrag ihrer Felder steigern und ihre Familie besser ernähren können. Gleichzeitig werden biblische Prinzipien gelehrt – zum Beispiel der Wert der Treue. Wer treu den Acker anbaut und pflegt, erzielt auch eine größere Ernte. So konnten viele Kleinbauern, die sich an dem landwirtschaftlichen Projekt beteiligen, ihre Erträge um 50 Prozent steigern. Dabei kommen sie auf Empfehlung anderer Organisationen zur Liebenzeller Mission, berichtet Dietmar Brunner. Er ist auch in der Autowerkstatt und bei Bauprojekten tätig. Seine Frau Katrin arbeitet unter anderem in der Frauenstunde mit.