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Claudia und Nikolai Bolanz: Von Neubrandenburg nach Frankreich

DEUTSCHLAND. Sieben Jahre lang haben sie ihr Herzblut in die Oase, ein sozialmissionarisches Gemeindegründungsprojekt der Liebenzeller Mission im Neubrandenburger Reitbahnviertel, gesteckt. Ende April hieß es für unsere Mitarbeiter Claudia und Nikolai Bolanz mit ihren beiden Kindern, die Zelte abzubrechen, um ab Juli im französischen Montpellier eine Gemeinde zu gründen. Bis dahin sind sie in Deutschland unterwegs und berichten von ihrer Arbeit. Wir haben ihnen vier Fragen gestellt.

Wie kam es zu dem Wechsel von Neubrandenburg nach Montpellier?
Nun, die Oase ist gegründet. Das Baby ist sozusagen geboren. Es finden regelmäßig Gottesdienste statt, und so lag ein Wechsel auf der Hand. Wir wurden gefragt, ob wir uns vorstellen könnten, gemeinsam mit Lisa Kimpel und Familie Dehner eine Gemeinde in Frankreich zu gründen. Wo, das war noch unklar. Und so sind wir mit ihnen betend und überlegend einige Großstädte in Frankreich abgefahren. Unabhängig voneinander kamen wir alle zu dem Schluss, dass es Montpellier sein soll – eine dynamische Großstadt mit rund 250.000 Einwohnern und nur wenigen christlichen Gemeinden.

Was werden eure Aufgaben sein?
Zunächst ist es wichtig, dass Gott uns zeigt, in welchem Stadtteil wir eine Gemeinde gründen sollen, und dass wir eine Wohnung finden. Dafür könnt ihr gerne mitbeten. Und dann natürlich die Sprache zu lernen, sich als Team zu finden, eine Vision zu entwickeln und uns mit der Frage zu beschäftigen, wie Gemeinde in Montpellier konkret aussehen muss.

Was vermisst ihr an der Oase und worauf freut ihr euch in Frankreich?
Uns fehlen die Leute, die vielen Beziehungen, die wir geknüpft hatten. Der Abschied war sehr traurig, denn das Reitbahnviertel war unser Zuhause. Dort haben wir geheiratet, unsere Kinder bekommen und viele Freunde gewonnen. Auch den kindlichen Glauben der Leute werden wir vermissen. Als es zum Beispiel einmal darum ging, dass Jesus Menschen heilte, versammelten sich unsere Oase-Ladies um eine kranke Frau, legten ihr, so wie wir es zuvor in der Bibel zusammen gelesen hatten, die Hände auf – und Gott erhörte wirklich unsere Gebete, indem er ihren Rücken heilte. Wir sind gespannt, wie es in Frankreich sein wird. Dort freuen wir uns besonders auf die Sonne, das Land, die Kultur, die Menschen – und natürlich schon jetzt auf die ersten Taufen im Mittelmeer.

Was war eines eurer schönsten Erlebnisse in letzter Zeit?
Wir bekamen ein Abschiedsbuch geschenkt, in das auch eine Jugendliche schrieb, die wir über Jahre hinweg begleitet hatten. Gerade kommt sie nur noch selten in die Oase, weil sie einen Freund hat. Sie stammt aus schwierigen Verhältnissen, hat viele Geschwister, ihre Eltern sind im Heim groß geworden, und sie hat weder eine Ausbildung noch einen Job. Sie schrieb: „Vielen Dank, dass ihr da wart. Durch euch und die Oase habe ich Gott kennengelernt. Ihr habt so viel für mich gebetet, und das werde ich auch für euch tun, wenn ihr jetzt nach Frankreich geht.“ Das war ergreifend, weil wir nicht damit rechneten, dass von ihr so etwas tief Geistliches kommen würde. Es ist schön, zu erleben, dass bei ihr die Saat aufgegangen ist.