MALAWI. Nach elf Jahren am Chisomo-Zentrum und weiteren elf Jahren im pastoralen Dienst in Zomba haben die Liebenzeller Missionare Cornelia und Michael Volz gemeinsam mit ihren beiden Töchtern ihre Zelte in Malawi abgebrochen und sind nach Deutschland zurückgekehrt. Bis Ende des Jahres werden sie noch im Reisedienst sein, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben sie getroffen und ihnen vier Fragen gestellt.

Welche Vorteile brachte die Zusammenarbeit in einem internationalen Team mit sich?

Es gab Jahre, da waren wir ein bunt gemischtes Team von Missionaren aus Holland, Österreich, Deutschland, Schweiz und Papua-Neuguinea. Da Englisch für uns alle nur die Zweitsprache war, gab es einige Hürden zu meistern und man hat oft die Fehler anderer übernommen. Seit diesem Jahr verstärkt die Kanadierin Katiana König das Team und dafür sind wir sehr dankbar, denn Englisch ist ihre Muttersprache. Sie verbessert uns und wir alle können uns an sie anlehnen. Das ist ganz wichtig – gerade in einem multikulturellen Team. Denn wenn im Team oder in Gemeinden schwierige Themen besprochen werden müssen und es bei der Sprache hapert, sind Missverständnisse oft vorprogrammiert. Das ist mit Kati im Team nun anders und ein echter Vorteil.

Welches Erlebnis mit Einheimischen hat euch in letzter Zeit besonders bewegt?

Da denken wir sofort an einen Pastor, der auch in Zomba lebt. Er hat die Bibelschule „Evangelical Baptist Bible College“ (EBBC) initiiert, an der ich (Michael) einige Jahre als Gastlehrer unterrichtet habe. Als wir uns kürzlich verabschiedeten, ist uns nochmal klargeworden, welch gute Freundschaft sich zwischen uns im Laufe der Jahre entwickelt hat. Er sprach dabei nochmal seinen schweren Motorradunfall an, und sagte, wie dankbar er war, dass ich ihn damals am Unfallabend gemeinsam mit zwei Medizinstudentinnen, die bei uns ein Praktikum absolvierten, in dem 90 Kilometer entfernten Krankenhaus besuchte, in das er eingeliefert wurde. Da es dort nur einen anwesenden Arzt gab, der sich zunächst um den Unfallgegner kümmerte, war er sehr froh, dass eine der Studentinnen seine Kopfwunde versorgen und nähen konnte.

Was braucht Malawi am dringendsten?

Ein Amerikaner hat mal gesagt, dass Malawi evangelisiert ist, aber der Glaube der Menschen nur einen Zoll tief ist. Und damit hat er Recht. Malawi ist oberflächlich betrachtet ein sehr christlich geprägtes Land. Zwei Drittel der Bevölkerung sind Christen. Viele tanzen, singen, jubeln und sagen, dass sie Gottes Kinder sind. Aber wenn es im Alltag darum geht, ihren Glauben zu leben, tun sich viele schwer. Korruption ist im Geschäfts- und Behördenalltag gang und gäbe im Land. Es braucht daher mehr Christen, die ihr Christsein auch im Alltag umsetzen.

Was werdet ihr besonders vermissen?

Natürlich die Sonne. Wir genießen es gerade heimlich, wenn es hier vielen zu heiß ist. Und wir vermissen die Menschen – besonders aus unserer internationalen Community in Zomba. In Malawi hatten wir zwar keine Verwandten, dafür aber viele gute Freunde. Und die fehlen uns natürlich sehr.