MALAWI. Die Sendungen des christlichen Radios L und Hörerclubs stoßen in Malawi auf große Resonanz. Das berichtet Paul Kränzler. Seit November 2017 ist nach fast 15 Jahren Planungszeit der Sender in Betrieb. Nun verteilt der Liebenzeller Missionar mit seinen Mitarbeitern Solarradios in einem Dorf in der Umgebung. „Wenn die Menschen einen Hörerclub gegründet haben, erhalten sie von uns 15 Radios, damit sie die Sendungen hören können.“ Das ermöglicht den Mitarbeitern auch zu fragen, welche Programminhalte besonders gut ankommen. Am beliebtesten sind immer noch die „Anruf-Sendungen“, bei denen Hörer ihre Freunde und Bekannte grüßen, so Paul Kränzler. Aber auch Bibelsendungen seien sehr beliebt.

Dankbar ist er, dass mit Frank Maluwa seit Jahresbeginn ein ausgebildeter Journalist nun den Senderchef Kondwani Chavula unterstützt. Ebenso freut sich der Liebenzeller Missionar, dass viele Spender und auch Nichtregierungsorganisationen die Arbeit unterstützen. Eine große Hilfe sind auch Firmen mit ihren Werbesendungen: „Inzwischen werden wir als wichtiger Partner wahrgenommen und erhalten viele Aufträge“, sagt Paul Kränzler. Ein Milchwerk wirbt beispielsweise für seine Produkte. Milchprodukte gehören traditionell nicht zum Speiseplan der Malawier, aber inzwischen essen doch manche gerne einen süßen Fruchtjoghurt als Snack zwischendurch oder nehmen Milch in den Tee.

Paul und Dorothe Kränzler arbeiteten von 1993 bis 2006 und seit 2016 wieder in Malawi und engagieren sich dort vor allem beim Sender L. Dieser sendet unter dem Motto „Let there be light“ („Es werde Licht“) seit Ende 2017 als erster Radiosender Malawis überwiegend in der Stammessprache der Yao. Diese sind vorwiegend Muslime und machen etwa zehn Prozent der fast 19 Millionen Malawier aus. Die Yao leben meist in entlegenen Dörfern, viele können nicht lesen und schreiben. Deshalb ist für sie das Radio eine wichtige Informationsquelle. Die Sendungen von Radio L sind lebensnah gestaltet. Sie geben Tipps für Familie und Erziehung, Gesundheit und Ernährung sowie Glaube und Nachfolge. Und natürlich strahlt der Sender auch Nachrichten und Musik aus. Der 30 Meter hohe Sendemast hat eine Reichweite von rund 100 Kilometer und sendet selbst bis nach Mosambik. Eine Photovoltaikanlage sorgt bei fast täglichen Stromausfällen für einen reibungslosen Sendebetrieb. Mit den Sendungen unterstützen die Mitarbeiter des Radios die Missionare in der Region.