JAPAN. Ein neuer Stadtteil, ein neues Zuhause und ein neues Umfeld: Leicht fiel einem 10-jährigen japanischen Mädchen der Neuanfang in Ome nicht. Ihr Vater hat Krebs und möchte keinem zur Last fallen. Ihre Mutter ist als LKW-Fahrerin viel unterwegs, um die Familie zu versorgen. In der Nachbarschaft kennt die Grundschülerin noch niemanden und fühlt sich oft einsam. Die Mutter hat Jesus lieb und sucht nach einer Gemeinde, wo sie und ihre Tochter hingehen können. Sie wird fündig: Vier Gehminuten entfernt gibt es eine kleine christliche Kirche. Dort gehen sie hin.

Sofort findet das Mädchen Anschluss an die Kinder der Gemeinde. Anders als ihre Tochter ist die Frau zunächst verschlossen. Beim anschließenden Kaffeetrinken stellt sie sich weit abseits. Unsere Missionarin Rahel Gross, deren Mann Andreas die 15-köpfige Gemeinde leitet, geht auf die Frau zu und die beiden kommen ins Gespräch. Sie unterhalten sich über die japanische Kultur, aber auch über ihren christlichen Glauben. Von da an taut die Mutter immer mehr auf und spricht die nächsten Male auch mit einigen anderen Frauen. Wenige Wochen später geht die 45-Jährige auf Andreas zu. Sie erzählt ihm, als dem zuständigen Pastor, von ihrem krebskranken Mann und Problemen bei ihrer Arbeit. Andreas ist ergriffen und betet für die Familie.

Am Weihnachtsgottesdienst geht die Frau dann überraschend nach vorn und erzählt voller Freude, dass bei ihrem Mann der Krebs auf wundersame Weise geheilt ist. Über diese Nachricht freuen sich alle – ebenso, wie über den darauffolgenden Besuch des Mannes, der seit Januar regelmäßig mit in den Gottesdienst kommt. Zum Kaffeetrinken bleibt er aber nie. “Vielleicht fühlt er sich verpflichtet mitzukommen, weil wir für ihn gebetet haben. Vielleicht macht er es aber auch aus freien Stücken und ist sehr verschlossen. Was auch sein Beweggrund sein mag – wir freuen uns, dass er dabei ist und glauben daran, dass Jesu Botschaft in ihm arbeitet. Wir beten weiterhin für die Familie”, sagt Rahel.