Familie Eckstein in Frankreich

Michael und Tina Eckstein leben seit elf Jahren mit ihren Kindern in der Normandie. Sie haben die Menschen in Frankreich in ihr Herz geschlossen und lieben es, ihnen von Jesus weiterzusagen. In Saint-Lô bauen sie eine Gemeinde auf. Michael ist außerdem Teamleiter der Liebenzeller Missionare in Frankreich. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland unterwegs, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen einige Fragen gestellt.

Mission lag euch schon lange auf dem Herzen. Aber eigentlich sollte euer Weg nicht nach Frankreich führen. Warum seid ihr dann aber doch dort gelandet?
(Tina) Wir waren schon am Kofferpacken für unseren Einsatz in Malawi, die Moskitonetze waren schon gekauft. Dann kam bei mir die plötzliche Diagnose Schilddrüsenkrebs. Das hat unsere Pläne natürlich durcheinandergebracht. Nach den ersten Behandlungen haben wir uns gefragt, ob ein Einsatz in Afrika sinnvoll ist, wenn ich für potenzielle Behandlungen regelmäßig nach Deutschland reisen müsste. Und dann ist Frankreich in den Blick geraten. Wir können unseren Weg absolut als Wegführung Gottes sehen.

Du bist Teamleiter der Missionare in Frankreich. Was beinhaltet diese Aufgabe für dich?
(Michael) Ich begleite die Missionare und unterstütze sie in ihren Aufgaben. Wir reden gemeinsam über die Ziele des Missionsdienstes und ich bin Bindeglied zwischen der Arbeit in Frankreich und der Zentrale in Deutschland. Ein wichtiges Anliegen ist mir die Zusammenarbeit mit unserem Partnergemeindeverband. Partnerschaft leben und ausbauen: Das ist mein Wunsch.

Welche Begegnung hat euch in den letzten Monaten am meisten bewegt?
(Tina) Ich musste so über Gottes Timing staunen. Eigentlich war ich unter Zeitdruck und wollte meiner Bekannten Tabitha nur kurz Batterien vorbeibringen. Dann haben wir aber miteinander geredet, gebetet und ich habe sie noch zum Bahnhof gefahren. Als ich dann in der Gemeinde eintraf, klopfte es gleich an der Tür. Es war eine befreundete Ärztin aus dem Kongo. Sie war nur einen Tag im Ort. Wäre es mit Tabitha nicht länger gegangen, hätte ich meine Freundin aus dem Kongo nicht getroffen. Es war Gottes Timing!

(Michael) Ich hatte schon vor längerer Zeit eine Ausbildung zum Jugenddirektor gemacht. Damit kann ich Schulungen für neue Jugendleiter anbieten. Das Ganze ist kein christliches Programm, sondern rein säkular. Beim letzten Kurs bestand das Leitungsteams aus insgesamt vier Christen mit der Intention, praktisch Glauben zu teilen. Was für eine riesige Chance! Bei diesem Kurs war ein Teilnehmer dabei, der zwar einen traditionell protestantischen Hintergrund hat, aber keine lebendige Beziehung zu Jesus. Wir hatten viele intensive Gespräche – auch über den Glauben – und manche Teilnehmer haben gemeinsam Bibel gelesen. Diese Woche hat ihn total verändert. Am Ende sagte er: „Ich bin ohne Bibel und ohne Gott hier angekommen. Jetzt gehe ich mit der Bibel im Koffer und mit Gott im Herzen.“ Was für eine geniale Sache!

Wenn ihr die Franzosen in drei Eigenschaftswörtern beschreiben müsstet: Welche wären das?
Genießend, gelassen, respektvoll.

Was ist euer Wunsch für Frankreich?
Dass es in der „geistlichen Wüste“ wieder blüht! Wir wünschen uns, dass Franzosen erleben, dass es sich lohnt, Jesus ganz und gar zu vertrauen.