FRANKREICH. Seit zehn Jahren lebt die Liebenzeller Missionarin Evelyn Theurer in Frankreich. Nach langer Zeit in Alençon geht es für sie im Sommer weiter nach La Roche-sur-Yon, um auch dort Menschen den christlichen Glauben näherzubringen und ihnen Gottes Liebe weiterzugeben. Bis Juli ist Evelyn noch in Deutschland, um von ihrer Arbeit zu berichten. Wir haben ihr drei Fragen gestellt.

Wie kam es zu dem Wechsel von Alençon nach La Roche-sur-Yon?
Ich bin ein Mensch, dem es nach einer gewissen Zeit gut tut, wieder etwas Neues zu beginnen. Dann habe ich alles gegeben, was ich geben konnte. Natürlich kann man immer noch weitermachen, aber andere und ich hatten den Eindruck, es könnte für mich an der Zeit sein, weiterzuziehen. Überraschend kam dann die Anfrage von einer französischen Gemeinde aus dem einheimischen Partnergemeindeverband in La Roche-sur-Yon, ob ich diese unterstützen wollen würde. Ich kannte den zuständigen Pastor dort durch verschiedene Sitzungen, wo wir uns schon mal über Visionen unterhalten hatten. Er meinte, meine Gedanken und die Visionen seiner Gemeinde würden sich decken. Hinzu kam auch, dass wir uns als Liebenzeller Mission missionarischen Gemeindebau in einer multikulturellen Gesellschaft auf die Fahnen geschrieben haben, und dies bewusst in Partnerschaft mit einheimischen Gemeinden tun möchten. Das Ganze war für mich außergewöhnlich, weil ich nichts dazu beigetragen hatte und dann kam auf einmal etwas ins Rollen.

Was werden deine Aufgaben am neuen Einsatzort sein?
Zunächst werde ich drei Monate mit dem dortigen Pastor unterwegs sein und wir werden gemeinsam schauen, was wir konkret anpacken wollen. Die Gemeinde hat mir jetzt schon eine Bedürfnisliste mit zehn Punkten vorgestellt. Neue Gemeinden zu gründen und offensiv nach außen zu gehen, werden auf jeden Fall zwei meiner Schwerpunkte sein. Alles andere wird sich noch ergeben. Die Arbeitsbeschreibung wird also erst nach dem dreimonatigen Kennenlernen wirklich festgelegt. Das finde ich sehr interessant, denn das kannte ich so auch noch nicht. Vielleicht ist das einfach die französische Art, wie die Gemeindeleitung dort tickt.

Was wirst du an Alençon vermissen und worauf freust du dich besonders in La Roche-sur-Yon?
Vermissen werde ich sicher meine Freunde und Bekannten. Einfach all das, was sich dort in den sieben Jahren ergeben hat. Dazu zählen auch die Kontakte im ökumenischen Bereich. Man hat sich gegenseitig schätzen und respektieren gelernt. In La Roche-sur-Yon freue ich mich vor allem darauf, Neues zu entdecken. Zu erfahren, wie es woanders funktioniert, was man machen und wie man Mitarbeiter fördern kann. Ich freue mich, das Team zu unterstützen. Viele der Mitarbeiter scheinen stark ausgelastet. Ich hoffe, dass ich ihnen was abnehmen kann, sodass sie wieder Kapazitäten frei haben, um ihre Gaben auch in anderen Bereichen der Gemeinde einzubringen. Als eine der Mitarbeiterinnen neulich erfuhr, dass ich auch gerne Menschen zum Kaffee einlade, sagte sie, dass das schon lange ihr Wunsch sei. Doch er wurde bislang nicht mitgetragen. Sie hofft, in mir eine Verbündete gefunden zu haben. Das freut mich. Es ist so viel Positives vorhanden, dass ich in dem Wechsel vor allem die Chancen sehe.