Seit 2010 leben und arbeiten Frank und Julia Wittmann in Sambia. Frank ist der Verwaltungsleiter an der Amano-Schule und unterrichtet genauso wie seine Frau Julia. Sie begleitet außerdem Kurzzeitmitarbeiter und hilft beim Schuleinkauf. Vor ihrer Zeit in Sambia waren sie mit Christliche Fachkräfte International in Sierra Leone. In den nächsten Wochen sind Frank und Julia in Deutschland unterwegs, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen einige kurze Fragen gestellt.

Wenn ihr an Heimat denkt: Kommt euch Afrika oder Deutschland in den Sinn?

Ganz klar Afrika. Dort sind wir zu Hause. Wir haben auch keinen festen Wohnsitz in Deutschland, sondern sind dann immer nur bei Verwandten oder Freunden zu Besuch.

Was ist das Besondere an der Amano-Schule?

Der vielfältige Mix an sozialen Hintergründen der Kinder ist schon besonders. Genauso wie die Mischung an Mitarbeitern aus vielen Ländern. Insgesamt leben und lernen an der Amano-Schule Menschen aus 30 verschiedenen Nationen zusammen. Die Schule mit diesem hohen Bildungsniveau in einem Land wie Sambia am Laufen halten zu können, ist für mich manchmal ein Wunder. Aber uns geht es um mehr als um gute Schulbildung. Uns geht es vor allem darum, Kinder mit Jesus bekannt zu machen. Das wollen wir uns bewahren.

Welches Erlebnis mit einem Schüler oder einer Schülerin hat euch in den letzten Monaten besonders bewegt?

Ich denke an einen Schüler, bei dem es Schwierigkeiten gab. Wir mussten ihn vorübergehend suspendieren. Ich konnte zwar gut mit dem Schüler reden und wir wollten ihm unbedingt eine zweite Chance geben. Aber er sagte: „Ich komme nicht mehr zurück.“ Er hatte einfach Angst, sein Gesicht zu verlieren. Ich sagte ihm, dass es echte Größe ist, wenn er zu seinen Fehlern stehen würde und wieder kommt. Jetzt habe ich gehört, dass er tatsächlich wieder an der Schule ist. Er hat seinen Stolz überwunden und macht weiter. Das war für mich ein sehr schönes Erlebnis, auch wenn es mit einer Suspendierung begonnen hatte.

Ihr ward in Sierra Leone und seid jetzt in Sambia: Wie unterscheiden sich die beiden Länder?

Sambia ist viel größer und vom Klima viel angenehmer. Aber vor allem ist das Land nicht so gebeutelt. Sierra Leone ist ein gebeuteltes Land. Dort waren Bürgerkrieg und Verstümmelungen jahrelang an der Tagesordnung. Es ist eine traumatisierte Nation. Es gibt niemanden im Land, der nicht etwas Schlimmes erlebt hat. Sambia ist dagegen ein sehr friedliches und friedliebendes Land. Gastfreundlich sind die Menschen in beiden Ländern. Aber durch den unterschiedlichen Hintergrund äußert sich das dann natürlich auch auf unterschiedliche Weise.

Was braucht Sambia aus eurer Sicht am meisten?

Auf dem Papier nennt sich Sambia eine christliche Nation. Aber der Animismus, also der Glaube an Ahnen und Geister, ist selbst unter Christen weit verbreitet. Auch in den Kirchen wird das immer wieder vermischt. Viele Menschen leben in ständiger Angst vor Zauberei und Geistern. Wir wünschen uns, dass noch mehr Menschen Jesus als den starken und mächtigen Heiland kennenlernen. Wer erfährt, dass man in Jesus alles hat, erlebt auch, dass andere Mächte keine Wirkung mehr haben.