ECUADOR. Auch wenn Missionarskinder mit vielen Schwierigkeiten wie Umzügen mit Ein- und Auspacken sowie Loslassen konfrontiert sind, kann die Zeit im Ausland für sie zum Segen werden. Diese Erfahrung machte Ecuador-Missionarin Kathy Bruce nach rund 25 Jahren mit ihren drei Kindern, die nun alle in den Vereinigten Staaten leben. Sehr offen schildert sie die Herausforderungen, vor denen Missionarskinder oft stehen. Ihre Kinder hätten sich aber sehr wertschätzend über ihre Zeit in den Anden geäußert, bei der sie von ihren Eltern zuhause unterrichtet wurden, eng miteinander als Familie lebten und in der alle mehr oder weniger in der Missionsarbeit miteingebunden waren. „Im Laufe der Jahre haben wir gelernt, zusammen das Gute zu schätzen, dass Gott uns versorgt und haben ihm vertraut, dass wir auch im ‚Schlechten‘ seine Gnade erleben“, sagte Kathy Bruce.

Gott ganz konkret bei einem Felsbrocken auf der Straße erfahren

Die Familie sei reich gesegnet worden: Sie konnten bei der Arbeit Gott ganz konkret als lebendig erfahren, gemeinsam als Familie beten und erleben, wie er Gebete erhört. Oft schwitzte man zusammen bei der Arbeit und das schweißte zusammen. Auch als Familie unternahmen sie viel, sie wanderten zusammen, lernten gemeinsam naturwissenschaftliche Fächer und Mathematik, bauten ein Haus und schwammen in Flüssen. „Aber natürlich haben wir manchmal zusammen gelitten: bei Krankheitszeiten, Stress, Enttäuschungen und Sorgen. Besonders eindrücklich war für sie als Familie das Erlebnis, wie durch starke Regenfälle ein riesiger Felsbrocken einmal eine Straße versperrte, den sie nicht wegbewegen konnten. Genau in diesem Moment kam ein Fahrzeug mit mehreren Männern um die Ecke und diese halfen ihnen, den Weg frei zu machen.

Wenn man Freunde und Verwandte zurücklassen muss

Kathy Bruce verschweigt nicht, wie sehr ihren Kindern nach Heimatbesuchen zunehmend schwerfiel, Freunde, Großeltern, Tanten und Onkeln immer wieder loszulassen und sich wieder an das Leben in Ecuador anzupassen. Ihrem ältesten Sohn Kenny half dabei ein Buch über das Leben der Missionarskinder, in dem geschildert wurde, dass Umzüge, Packen und sich auf Neues einzulassen zum Leben eines Missionars gehört. Als er das akzeptierte, konnte er besser damit leben. Er wollte weniger das Schlechte daran sehen, sondern sich mehr auf die neuen Abenteuer freuen, die Gott für sie bereithielt. „Im Rückblick sind wir als Familie dankbar, dass Gott mit uns als Familie durch ‚gute‘ und ‚schlechte‘ Zeiten gegangen ist. Wir sind dankbar für seine Kreativität, uns zu helfen, gute Lösungen und Wege zu finden, um seine Güte auch mitten in Schlamm, Chaos und sogar im Packen regelrecht zu feiern. Durch seine Gnade wurden wir durchgetragen.“

Kathy Bruce arbeitet mit ihrem Mann Kevin seit 1995 in Ecuador unter Awa-Indianern. Sie sind vom US-amerikanischen Zweig der Liebenzeller Mission nach Ecuador ausgesandt. Kevin und Kathy bieten Kurse für Analphabeten an, halfen mit, das Alte Testament zu übersetzen und schulen einheimische Christen.