Markus und Regine Gommel leben seit 2004 mit ihren Kindern in Toronto (Kanada). Dort setzen sie sich besonders für Einwanderer aus Bangladesch ein – und für Flüchtlinge aus der ganzen Welt. Sie helfen ihnen praktisch und laden sie zum Glauben ein. Davor war Markus Orgel- und Harmoniumbauer und studierte anschließend Theologie. Regine ist gelernte Einzelhandelskauffrau. Vor ihrer Zeit in Kanada lebten sie gemeinsam zwei Jahre in Bangladesch. In den nächsten Wochen sind Markus und Regine in Deutschland unterwegs, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben ihnen einige kurze Fragen gestellt.

Wie wird man vom Orgel- und Harmoniumbauer zum Theologen und dann Missionar?

Regine: Ich kenne Markus nur als einen, der Jesus bekannt macht. Schon bevor er Orgel- und Harmoniumbauer wurde, war er als Botschafter von Jesus unterwegs. In der Schule, mit den Nachbarn, einfach überall. Und dann ist er vollzeitlicher Missionar geworden.
Markus: Alles ist Berufung. Jeder Mensch ist von Gott durch und durch geliebt. Das will ich weitergeben. Mein Leben soll Anbetung Gottes sein.

Ihr leitet die „Isa-Fellowship“ in Toronto. Was ist das?

Markus: Das ist unser monatliches Treffen als Hausgemeinde mit Bibelarbeit, Spielen, Singen, Essen und vielem mehr. Eigentlich gehört auch dazu, dass wir ständig Leute besuchen und eingeladen werden. Es ist unser Lebensstil, Gemeinschaft mit anderen zu teilen. Isa ist der Name für Jesus im Koran. Eingeladen sind zur Isa-Fellowship aber alle, die daran Interesse haben. Am Anfang waren es hauptsächlich Menschen aus Bangladesch. Heute kommen z. B. auch Japaner und Chinesen dazu.
Regine: Ich arbeite in einem Coffee Shop mit einer Japanerin zusammen. Ich lud sie zur Isa-Fellowship ein. Über sie kamen fünf weitere Japanerinnen dazu, die Jesus bei uns kennenlernen.

Woher kommt eure Liebe zu Menschen aus Bangladesch?

Markus: Ich habe schon in der Jugend viele Beziehungen zu Menschen aus anderen Nationen gepflegt. Für mich gilt: Jeder Mensch ist Mensch! Menschen kennenlernen, finde ich spannend. Wenn man Leute näher kennt, verliert sich die Fremdheit.

Wie lebt es sich als Deutsche in Toronto?

Regine: Inzwischen gut. Am Anfang hatte ich viel Heimweh. Aber als Ausländer zwischen Ausländern zu arbeiten, ist sehr spannend. Es ist herausfordernd, aber bereichernd. Irgendwie hat jeder Mensch einen gewissen Stolz in sich, der in einem anderen Land erst einmal zusammengedrückt wird. Durch unsere Erfahrungen verstehen wir nun Menschen besser, die in ein anderes Land umziehen – egal ob sie sich das Land vorher aussuchten oder dorthin geflüchtet sind.