Papua-Neuguinea Beerdigung

PAPUA-NEUGUINEA. Zauberei, dunkle Magie und dämonische Mächte: All das spielt in vielen Ländern, in denen Liebenzeller Missionare tätig sind, eine ganz reale und große Rolle – mit teilweisen tödlichen Folgen. Das hat Johannes Wälde neu erfahren: Bei einem Besuch eines Dorfes im Busch verstarb ein zwölfjähriger Junge an dem Tag, als die Missionare ankamen. Als Todesursache wurde Zauberei vermutet. Da die Bewohner von Papua-Neuguinea Angst vor dem Geist des Toten haben, sind Beerdigungen dort sehr wichtig. Nächtelang wird um den Verstorbenen getrauert. „Das Ganze nennt sich ‚Haus Krai‘ (Haus des Weinens). Und dabei wird nicht still und leise getrauert. Je lauter, desto besser und am besten so, dass es das ganze Dorf hört“, so Johannes Wälde.

Verzicht auf Rache

Er wurde gebeten, etwas bei der Beerdigung zu sagen. „Gott gab mir die richtigen Worte: Wir müssen die Zeit, die wir haben, nutzen, da wir nicht wissen, wann wir diese Erde verlassen müssen.“ Der Liebenzeller Missionar wurde anschließend von der Familie gebeten, sie zu besuchen. Nach intensive Gesprächen brachten sie die Zauberutensilien, die sie im Haus hatten. „Gemeinsam haben wir sie verbrannt und die Familie legte die ganze Angelegenheit in die Hände Gottes. Besonders freute mich, dass sie sich nicht auf die Suche danach machen wollten, wer den Tod des Kindes herbeigeführt hat. Das endet in der Regel mit Anschuldigungen anderer Personen und Rache an ihnen.“

Die Liebenzeller Mission ist seit über 100 Jahren in Papua-Neuguinea tätig. Johannes und Carolin Wälde arbeiten seit 2015 unter Kinder und Jugendlichen und im Gefängnis. Dabei engagieren sie sich vor allem in Armensiedlungen.