PAPUA-NEUGUINEA. Spät am Abend geriet der Australier David in eine Verkehrskontrolle. Ein Polizist fragte ihn: “Wo kommen Sie her?” Dabei hielt er seine Hand leicht geöffnet zum Fenster herein. David ahnte, was der Mann wollte: Er forderte Geld. “Heute vor 500 Jahren hat Martin Luther die Reformation angestoßen. Ich war im Bibelkreis und wir haben den Luther-Film angeschaut”, gab David Auskunft. Der Polizist hielt kurz inne, dann sagte er: “Ich heiße Martin und bin Lutheraner. Wissen Sie was, fahren Sie mal weiter!”

Einige Tage später erzählte David den Liebenzeller Missionaren Elisabeth und René Bredow von seinem Erlebnis. Bei ihnen war er an jenem Tag zu Gast im Bibelkreis. Mit breitem Grinsen sagte David abschließend: “Martin Luther hat mich ‚gerettet'.” Den Film zeigten die Missionare auch in einer Pastorenschulung. Einzelne kamen später auf das Ehepaar zu und baten sie, den Film in ihren Siedlungen zu zeigen – nicht in den Kirchen, sondern nachts auf freien Plätzen. “Wir wollten es wagen, auch wenn es den Film nur auf Englisch und nicht in der Handelssprache Pidgin gibt”, sagt René.

Sie besuchten zwei Siedlungen, in denen Hunderte Menschen in eng aneinander gereihten Blechhütten leben. “Fremde trauen sich normal nicht in diese unsicheren Gebiete – schon gar nicht nachts”, schildert René. Doch wurden er und Elisabeth vom jeweiligen Pastor begleitet. Beide Male kamen neugierige Kinder angelaufen, die der Pastor dann losschickte, um den Filmeabend anzukündigen. Rund 300 Menschen kamen zu den Vorstellungen. Obwohl der Großteil kein Englisch verstand, blieben alle sitzen: “Wir haben den Film an wichtigen Stellen angehalten und übersetzt. Auch erklärten wir Begriffe wie ‚Ablasshandel' oder ‚Fürstentum'”, berichtet der Missionar. Einmal fing es an zu regnen, doch kein Zuschauer verließ seinen Platz. Viele faszinierte Luthers Mut – so auch einige junge Männer, die beim Auf- und Abbau der Leinwand halfen, und hinterher staunten, dass sich Luther bedingungslos für die Wahrheit einsetzte. “Das ist es, was zählt: Dass wir diesem Beispiel folgen und unser ganzes Leben für die Wahrheit – für Jesus Christus – einsetzen.”