PAPUA-NEUGUINEA. Nach drei Monaten auf hoher See fiel im Sommer 1914 der Anker vor Manus. Die Liebenzeller Missionare Friedrich Doepke und Hermann Kraft waren am Ziel ihrer Reise. Hier also wollten sie das Evangelium verkünden. Viel wussten sie nicht über die mit Urwald bedeckte Vulkaninsel, außer: „Dort herrscht die Menschenfresserei“, wie Friedrich Doepke in seinen Aufzeichnungen festhielt. Vom Hafen aus fuhren sie mit einem Kanu die Küste entlang.

Wo die beiden auch anlegten, signalisierten ihnen die Insulaner, dass sie nicht willkommen waren. Sie fuhren weiter und entdeckten erneut eine günstige Stelle für eine Missionsstation: „Dieser Platz sah genauso aus, wie ich ihn kurz vorher im Traum hatte sehen dürfen“, schrieb Friedrich Doepke. An Land trafen sie auf einige Männer, die mit Speeren bewaffnet waren. Durch Handzeichen versuchten die Missionare, mit ihnen zu kommunizieren. Überraschend bekamen sie das gewünschte Land. Unter neugierigen Blicken machten sich Friedrich Doepke und Hermann Kraft an den Aufbau der Station. Obwohl sie einen schweren Rückschlag durch einen Brand erlebten, waren die Aufbauarbeiten viel einfacher als der innere Aufbau – die Arbeit an den Seelen der Menschen. Nur langsam konnten die Missionare die Sprache der Einheimischen erforschen. Es dauerte lange, bis diese Vertrauen schöpften und ihre Kinder in die Schule der beiden Deutschen schickten. Dafür verlangten die Familien ein Geschenk. So auch, wenn die Missionare Kranke pflegten: Sie forderten eine Entlohnung, selbst wenn ihnen geholfen wurde. „Es brauchte viel Gnade und Liebe“, notierte der Missionar. Auch sie selbst wurden häufig von Malaria und Schwarzfieber heimgesucht. Nach sechs Jahren musste Hermann Kraft die Insel krankheitsbedingt verlassen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich kein einziger Insulaner für Jesus Christus entschieden.

Zwei Jahre später kam Maria Imberger, die Verlobte Friedrich Doepkes, auf die Insel. Sie heirateten und führten die Missionsarbeit auf Manus gemeinsam fort. Ein weiteres Jahr verging, bis ein lang erhofftes Wunder geschah: Polokes ließ sich als erster Einheimischer taufen. Mit ihm an seiner Seite zog Friedrich Doepke fortan durch den Busch, um auch Menschen in bisher unerreichten Dörfern die gute Botschaft von Jesus Christus zu bringen. Nach und nach entstanden in den Inselbezirken viele Kirchen, und es brauchte weitere Missionare auf Manus.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, verkündeten dort neben Friedrich und Maria Doepke auch die ungarische Missionsschwester Mária Molnár sowie Familie Julius und Leni Gareis das Evangelium. Bald besetzten die Japaner Manus und verbreiteten Angst und Schrecken. Sie ließen die Insulaner Zwangsarbeiten verrichten und beorderten alle anwesenden Liebenzeller Missionare im März 1943 auf das Kriegsschiff „Akikaze“. Dort wurden sie am 17. März mit rund 60 weiteren Europäern erschossen. Der kleine Erich Gareis wurde, wie die anderen Kinder, ins Meer geworfen. Die Wirren des Krieges setzten dem Leben der Missionare ein Ende – nicht aber der Missionsarbeit in Papua-Neuguinea.

Heute, 75 Jahre später, ist die Evangelische Kirche von Manus selbstständig. Auch die 1987 entstandene Bibelschule (BTC) soll im Juni 2018 in die Hände Einheimischer übergehen.

Der Film „Aufbruch ins Unbekannte“ nimmt Sie hinein in die Höhen und Tiefen der Pioniermission in Manus. Und in das Leben von Friedrich Doepke. Bestellen Sie die DVD (Spieldauer: 50 Min.) zum Sonderpreis von 8 € unter Telefon 07052 17-296.

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