ECUADOR. Wenn Missionare auf mehrmonatigem Reisedienst in Deutschland sind, um über ihre Arbeit zu berichten, dann stehen sie auch immer wieder in der Spannung: Wie geht es währenddessen mit der Missionsarbeit in dem Land weiter? Ramona Rudolph hat in Ecuador die Erfahrung gemacht, dass die Einheimischen die Arbeit sehr gut weitergeführt haben. So leiteten Alfonso, seine Frau Surley und Emilia den Kinderkreis und die Bibel-Hauskreise, die sie in dem Quichua-Dorf Calera begonnen hatte, schreibt sie. „Ich war so gespannt, wie es den einzelnen wohl geht und so begleitete ich meine einheimischen Mitarbeiter in den Bibel-Hauskreis.“ Keiner der Quichuas wusste, dass sie kommen würde und so war die Überraschung groß: „Als die Kinder mich sahen, schauten sie mich freudestrahlend mit ihren großen schwarzen Augen an, rannten auf mich zu und umarmten mich ganz fest. Viele Frauen luden mich gleich zu sich nach Hause ein.“

Kinder in Ecuador sammeln für Missionsarbeit in Bangladesch

Sie traf dabei auch die 19-jährige Yomayra. Sie war zum ersten Mal im Hauskreis dabei. Alfonso und Surley hatten sie diesen Sommer zum Jugendcamp der Gemeinde eingeladen, welches ihr Leben völlig veränderte. Sie wolle nicht so wie viele Jugendliche in ihrem Dorf leben, die bereits in ihrem Alter ein Kind haben und deswegen die Schule abbrechen müssen. „Meine Prioritäten liegen wo anders; auf meinem bevorstehenden Studium und meiner Beziehung zu Jesus. Ich möchte die Bibel noch viel besser kennenlernen“, sagte Yomayra. Ramona Rudolph beeindruckte auch, dass beim jährlichen Missionsfest Kinder Geld für die Arbeit der Liebenzeller Mission in Bangladesch gesammelt hatten.

Missionare und Pastoren wollen sich weltweit in ihrem Dienst unterstützen

Ramona Rudolph nahm auch an einer Konferenz für Missionare und Pastoren in Quito teil. Auf diesem Treffen tauschten sich die Mitarbeiter aus allen Kontinenten darüber aus, wie sie Missionare körperlich, psychologisch und geistlich für ihren Dienst vorbereiten und begleiten können. Dabei wollen sie eng zusammenarbeiten. „Unser ecuadorianisches Mitarbeiterteam mit Ehrenamtlichen wächst stetig. Dabei ist es uns wichtig, dass sie in ihrem Dienst ganzheitliche Unterstützung, Begleitung und Wertschätzung erhalten.“

Die Liebenzeller Mission ist seit 1989 in Ecuador tätig. Die Missionare betreuen Patenschaftsprogramme und Studenten, gründen Gemeinden und schulen einheimische christliche Mitarbeiter. Ramona Rudolph arbeitet seit 2012 unter Kindern, Jugendlichen und Frauen in verschiedenen Quichua-Dörfern.