Mutige Sehnsucht

Drei Männer stehen lächelnd in einem kleinen Becken, wobei zwei Männer dem dritten Mann in der Mitte helfen.

KANADA. Ich erin­ne­re mich gut an den Sonn­tag­mor­gen, als Hos­sein zum ers­ten Mal das Gemein­de­haus betrat – höf­lich, etwas schüch­tern, aber mit einer tie­fen Sehn­sucht in den Augen. Gott hat­te ihn auf die­sen Moment vor­be­rei­tet. Hos­sein – einer unter Mil­lio­nen Immi­gran­ten in Toronto.

Im Iran hät­te er in sei­ner wohl­ha­ben­den Fami­lie ein gutes Leben füh­ren kön­nen, wenn er mit dem Strom geschwom­men wäre. Doch Hos­sein stellt Fra­gen und will das Unrecht nicht hin­neh­men. Für sich, sei­ne Frau und sei­nen Sohn sieht er kei­nen ande­ren Weg, als die Hei­mat zu verlassen.

Ent­wur­zelt, ent­täuscht vom Islam und der Eli­te sei­nes Lan­des kommt er nach Toron­to und arbei­tet auf dem Bau. Er bezeich­net sich als Athe­ist, beein­flusst von islam­kri­ti­schen Stim­men wie der von Aya­an Hir­si Ali. Deren über­ra­schen­de Hin­wen­dung zu Jesus im Jahr 2023 weckt Hos­seins Neu­gier. Er beginnt zu suchen – und fin­det unse­re Gemeinde.

Von Anfang an saugt er alles auf, was er hört. Jeden Sonn­tag kommt er früh, bleibt bis zuletzt und hilft beim Abwasch. Der Hei­li­ge Geist wirkt sicht­bar. Sei­ne Frau Zahra ist skep­tisch, erkennt aber die Ver­än­de­rung: „Hör nicht auf, in die Gemein­de zu gehen – du bist danach immer so glücklich.“
Doch Hos­sein zögert, denn die Angst vor Kon­se­quen­zen für sei­ne Fami­lie ist groß. Eini­ge Wochen spä­ter sitzt er unter Trä­nen im Got­tes­dienst. Nach dem Abwasch sagt der Ira­ner lei­se zu mir: „Ich habe mich ent­schie­den. Ich will Jesus nachfolgen.“

Heu­te ist er getauft und trägt den Namen John. Er ist zwar noch jung im Glau­ben, aber mit sei­ner Lie­be zu Jesus ist er für mich und vie­le ande­re ein Vorbild.

Memo Bojan

Bit­te unter­stützt unse­re Arbeit in Kana­da und vie­len wei­te­ren Län­dern mit eurer Spen­de. Vie­len Dank!
JETZT SPENDEN