Meine Takeaways aus Mikronesien

Zwei lächelnde Männer sitzen in der ersten Reihe eines überfüllten Raums mit Holzbänken und Menschen im Hintergrund.

Unser Mis­si­ons­lei­ter Dave Jar­setz war zusam­men mit unse­rem frü­he­ren Mis­sio­nar Sieg­bert Betz in Mikro­ne­si­en. Sieg­bert wird zukünf­tig im Ruhe­stand immer wie­der die Gemein­den in Mikro­ne­si­en bera­ten und besu­chen. Mikro­ne­si­en ist eines der ältes­ten Ein­satz­ge­bie­te der Lie­ben­zel­ler Mis­si­on. Der Beginn war bereits im Jahr 1906. Mis­sio­na­re arbei­te­ten zunächst auf Pohn­pei, dann auch auf den Mor­tlock- und Chu­uk-Inseln, spä­ter auf Palau, Yap und schließ­lich Guam. Rund 70 Gemein­den ent­stan­den durch ihre Arbeit. Bil­dung und Mis­si­on sind untrenn­bar ver­bun­den. Vie­le Mis­sio­na­re bau­ten Schu­len auf und bil­de­ten Kin­der und Jugend­li­che aus. Es ent­stan­den Kin­der­gär­ten, Jun­gen- und Mäd­chen­schu­len. Sie und auch die Aus­bil­dungs­stät­ten für Gemein­de­mit­ar­bei­ter präg­ten die Füh­rungs­schicht ent­schei­dend mit. 2009 wur­de die von Lie­ben­zel­ler Mis­sio­na­rin­nen und Mis­sio­na­re gelei­te­te „Paci­fic Island Uni­ver­si­ty“ als Theo­lo­gi­sche Uni­ver­si­tät anerkannt.

Dave Jar­setz teilt eini­ge sei­ner Ein­drü­cke sei­ner Mikronesien-Reise:

„Your pre­sence makes the difference.“
Die­ses Mot­to hat sich auf unse­rer Rei­se ein­drück­lich bestä­tigt: Prä­senz zählt. Sie ermu­tigt, sie zeigt Wert­schät­zung und sie sagt dem ande­ren: Du bist nicht ver­ges­sen. Als „Väter“ der Kir­che tra­gen wir ein wert­vol­les Erbe – aber die Zukunft liegt nicht in Abhän­gig­kei­ten, son­dern in ech­ter Part­ner­schaft. Nicht wir brin­gen etwas, son­dern wir fra­gen gemein­sam: Wie kön­nen wir uns mit­ein­an­der an Got­tes Mis­si­on beteiligen?

Ein tropischer Strand mit ruhigem Wasser, herabhängenden Palmzweigen und Gebäuden in der Ferne auf einer kleinen Insel unter blauem Himmel.

Gott gebraucht!
Beson­ders bewe­gend war der Hun­ger nach Got­tes Wort. Pas­to­ren hör­ten auf­merk­sam zu, frag­ten nach und baten um Manu­skrip­te und Bibel­ar­beits-Glie­de­run­gen, um wei­ter­zu­ge­ben und selbst tie­fer zu stu­die­ren. Der Wunsch nach Zurüs­tung war spürbar.

Got­tes Geist hilft!
Pre­di­gen in einer frem­den Spra­che, mit Über­set­zer, über kul­tu­rel­le Gren­zen hin­weg – da wird man ganz neu dar­an erin­nert: Wir­kung ent­steht nicht durch per­fek­te Wor­te, son­dern durch Got­tes Geist. Dass Men­schen berührt wur­den, bleibt ein Wunder.

Gott wirkt weiter!
Ein beson­de­rer Moment war der Aus­sen­dungs­got­tes­dienst von Jona­than und Cha­ri­ty Sam auf Chu­uk. Wir kann­ten sie aus unse­ren impact-Kurz­ein­sät­zen auf Yap (2008–2010). Damals hät­ten wir nie gedacht, dass Gott Jah­re spä­ter ihre Geschich­te wei­ter­schreibt – und sie nun selbst als Mis­sio­na­re aus­ge­sandt wer­den. Got­tes Wir­ken endet nicht dort, wo unser Ein­satz endet. Er schreibt weiter.

Gott hat alles wun­der­bar gemacht!
Die gewal­ti­gen Inseln, das tief­blaue Meer, die Schön­heit der Schöp­fung – Mikro­ne­si­en ist ein ein­drück­li­ches Zeug­nis von Got­tes Kreativität.

Zwei Männer lächeln im Freien, beide tragen Anzüge und Blumenketten; einer trägt eine Brille und einen Blumenkranz. Hinter ihnen steht ein Betongebäude.

Gott schenkt Vielfalt!
Nicht jede Kul­tur bewer­tet Din­ge gleich. Wäh­rend bei uns oft „schlank und rank“ als Schön­heits­ide­al gilt, wird Schön­heit in Mikro­ne­si­en teil­wei­se ganz anders ver­stan­den. Dort kön­nen gera­de Pfun­de als Zei­chen von Schön­heit und Wohl­stand gese­hen wer­den. Mit einem Augen­zwin­kern erzähl­te man uns sogar, dass man­che jun­ge Frau­en zu unge­wöhn­li­chen Mit­teln grei­fen – bis hin dazu, Öl zu trin­ken, um an Gewicht zuzu­le­gen. Das bringt uns zum Schmun­zeln, aber auch zum Nach­den­ken: Unse­re Vor­stel­lun­gen sind nicht auto­ma­tisch der Maß­stab für alle Men­schen. Ande­re Kul­tu­ren for­dern uns her­aus, unse­re eige­nen Prä­gun­gen zu hin­ter­fra­gen – und Got­tes Viel­falt neu zu bestaunen.

Mein größ­tes Fazit: Gott ist der­sel­be – aber er wirkt durch Men­schen, Kul­tu­ren und Wege, die oft ganz anders sind, als wir es erwarten.