BANGLADESCH. Häufig müssen Kinder in Bangladesch hart arbeiten anstatt zur Schule gehen zu können. Eine unbeschwerte Kindheit haben nur wenige. Im Kinderdorf in Khulna in Bangladesch leben und lernen ca. 50 benachteiligte Jungen. Aufgenommen werden Waisen, Halbwaisen oder Kinder aus sehr armen Familien. Für sie ist das Kinderdorf ein echtes Zuhause geworden. Und durch die qualifizierte Schulbildung bekommen sie eine Perspektive für die Zukunft. Jetzt muss dringend noch ein Stockwerk für die Mitarbeiter gebaut werden. Dafür benötigen wir 15.000 Euro an Spenden. Wer hilft mit? Jeder Euro hilft! Ganz herzlichen Dank für alle Unterstützung!

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MALAWI. Gottes Wort bewegt Menschenherzen über Monate – und wird auch von Muslimen weiterverbreitet. Das hat Missionar Johannes Urschitz in Malawi erfahren. Mit einem Schulspeisungsprogramm halfen er und seine Frau Veronika den von Hunger geplagten Schülern. Dabei stellten sie Nahrungsmittel zur Verfügung, die von den Schulen und Eltern verteilt wurden. Auch vom Hunger betroffene Familien und Senioren erhielten etwas zu essen. Außerdem konnten die Missionare auch Gottes Wort bei Andachten weitergeben. „Dieses Jahr haben wir besonders viel Offenheit erlebt und es kamen nach den Veranstaltungen gute Gespräche zustande.“ Dabei hat einer der örtlichen Häuptlinge eine Andacht, die Johannes Urschitz drei Monate zuvor gehalten hatte, fast wortwörtlich wieder gegeben. Was der Missionar gesagt hatte, habe ihn so angesprochen und bewegt, dass er das nochmals an alle weitergeben wollte. „Unglaublich, wenn ein muslimischer Häuptling eine evangelistische Botschaft weitersagt“, so Johannes Urschitz.
 
Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig, unter anderem seit 2008 im Chilonga-Gebiet, das sich selbst für afrikanische Verhältnisse jenseits der Zivilisation befindet. Schlechte Bildung, mangelnde medizinische Versorgung und eine unzureichende Ernährungssituation prägen den Alltag. Die Liebenzeller Mission eröffnete 2011 den Kindergarten „Madalitso“ (= Segen). Im September 2013 startete die Grundschule mit zunächst 40 Schülern. Veronika und Johannes Urschitz arbeiten seit 1996 in Malawi.

4200 Besucher beim Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission im Nordschwarzwald
Rückblick, Fotos, Audio- und Videoimpressionen unter:
www.liebenzell.org/pmf

„Wenn Menschen mit anderer Hautfarbe, politischer Einstellung oder religiöser Überzeugung verachtet und verfolgt werden, sagen wir kompromisslos Nein.“ Das sagte Pfarrer Johannes Luithle beim Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission, zum dem rund 4200 Besucher nach Bad Liebenzell (Nordschwarzwald) kamen.

In Politik und Wirtschaft müssten Kompromisse gesucht und gefunden werden. „Und dennoch gibt es politische und gesellschaftliche Entwicklungen, die wir nicht einfach nur hinnehmen können“, sagte der Direktor des Missionswerks. „Aus diesem Grund haben wir uns als Missionsleitung mit einer Kippa fotografieren lassen und dieses Bild veröffentlicht. Antisemitismus in jeder Hinsicht können und wollen wir nicht dulden.“ Johannes Luithle berichtete auch von den Kindermissionsfesten, zu denen rund 6.100 Besucher kamen, sowie vom Teenagermissionstreffen mit 2.200 Teilnehmern.

Dennis Wadley, Leiter des amerikanischen Zweigs der LM, predigte über das Motto des Missionsfestes: „Kompromisslos“. Er wandte sich gegen falsche Vorstellungen des christlichen Glaubens: „Es sind nicht unsere Verdienste, die uns retten, sondern der Glaube an Jesus Christus und seine Gnade.“ Wer das erkannt habe, lebe einen kompromisslosen Glauben. Dennis Wadley ermutigte die Zuhörer, sich als „Miterben“ von Jesus Christus zu fühlen. „Wir sind Gottes Meisterstück. Er umarmt uns als seine Kinder.“

Mitarbeiter der Liebenzeller Mission aus dem Mittleren Osten berichteten von ihren Erfahrungen. Die Lage für die wenigen Christen in der arabischen Welt sei herausfordernd. „Sie können nicht in Kirchen gehen und es gibt viel Misstrauen zwischen Christen und Muslimen. Auch müssen die meisten Muslime, die Christen geworden sind, ihren Glauben vor ihrer Familie verstecken, sonst befinden sie sich in Lebensgefahr.“ Von einem ähnlichen Schicksal berichtete auch Faith Mussa aus dem afrikanischen Malawi. Sein Vater war Muslim. Nachdem er Christ geworden war, wurde er von seiner Familie verbannt und enteignet. Faith Mussa ist heute der bekannteste Sänger seines Landes. Beim Pfingstmissionsfest begeisterte er die Besucher mit seinen Liedern und seinem authentischen Lebensbericht.

Martin Auch, als Missionsdirektor verantwortlich für die weltweite Arbeit der Liebenzeller Mission, erinnerte an das erste Pfingstfest vor rund 2000 Jahren, der „Geburtsstunde der Gemeinde Jesu“. Diese Gemeinde sei von ihrer ersten Stunde an multikulturell gewesen. „Auf den Aspekt, verschiedene Menschen in Jesus zu verbinden, wollen wir in unseren Gemeindegründungen neu achten.“

Die Oberin der Liebenzeller Schwesternschaft, Johanna Hägele, gab einen Einblick in das Leben der Missionsschwestern. Von den 116 Schwestern sind die meisten im Ruhestand. „Doch ihre Berufung geht weiter und sie füllen als Licht und Salz und Segen ihren Platz aus.“ So zog zum Beispiel eine Schwester mit fast 70 Jahren von Süddeutschland nach Mecklenburg-Vorpommern, um dort die missionarische Arbeit zu unterstützen.

Prof. Dr. Volker Gäckle, Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell, berichtete von den aktuellen Bewerberzahlen für die Hochschule und die Interkulturelle Theologische Akademie. 117 Menschen hätten sich für einen der Studiengänge beworben, elf weitere für die neu geschaffene Weiterbildung „Gemeindeentwicklung“. Gäckle sagte, dass er sich über diese Zahlen freue. „Wir werden aber leider nicht alle Bewerber aufnehmen können.“

Beim Missionsfest konnten die Besucher aus mehr als 20 verschiedenen Parallel-Angeboten auswählen. Aktivangebote wie Bogenschießen oder Sushi-Workshop gehörten genauso dazu wie theologische Vorträge oder „World Wide Worship“ – Musik mit Missionaren aus aller Welt. Für Kinder und Teenager wurde jeweils ein extra Programm angeboten.

Die Liebenzeller Mission ist mit rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 23 Ländern eine der großen evangelischen Missionsorganisationen in Deutschland. Zweimal im Jahr veranstaltet sie Missionsfeste für Freunde und Interessierte. Das nächste Missionsfest ist am 8. September 2019.

SPANIEN. Sechs Monate ist es her, dass Danis Großmutter beerdigt wurde. Nun folgt der nächste schwere Verlust in der Familie des 30-jährigen Spaniers: sein Großvater ist verstorben. In seiner Trauer denkt Dani an viele schöne Erlebnisse mit seinen Großeltern zurück. Immer wieder beschäftigt ihn dabei jedoch die Frage, wo sie nach ihrem Tod wohl hingegangen sind?

Am Tag der Beerdigung ruft Dani seinen Freund Daniel Köhler an und fragt: „Hast du Zeit für ein Bier?“ Der Liebenzeller Missionar weiß um den Verlust und lädt Dani noch am selben Abend zu sich nach Hause ein. Die beiden reden – über Danis Großeltern, den Tod, aber auch den Glauben. „Daniel, meinst du, Petrus hat ihnen die Tür zum Himmel geöffnet?“, fragt Dani. Beide seien schließlich streng katholisch gewesen. „Es geht nicht darum, einer Religion anzugehören, sondern eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus zu haben. Nur durch ihn können wir gerettet werden“, antwortet Daniel und fügt einen Bibelvers aus dem Johannes-Evangelium an: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“ (Joh. 3,16) Mit diesem Vers möchte Daniel seinem Freund nahebringen, dass nicht wir Menschen über Leben und Tod entscheiden, sondern Gott. Das offene Gespräch tat Dani gut. Auch für Daniel ist der Abend trotz des traurigen Anlasses etwas Besonderes: „Ich freue mich, dass sich Dani mit elementaren Glaubensfragen beschäftigt und hungrig nach Antworten ist.“ Auch habe der Abend die Freundschaft der beiden stärker vertieft und Daniel ist gespannt, was Gott noch in Danis Leben bewirken wird.

Die Liebenzeller Missionarin Ramona Rudolph aus Fraureuth (Sachsen) war am vergangenen Freitag zu Gast beim Bürgerfest von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Park von Schloss Bellevue in Berlin. Mit dem Bürgerfest würdigt der Bundespräsident Menschen in Deutschland, die gesellschaftliche Herausforderungen angehen und sich für andere Menschen einsetzen. Der Bundespräsident bezeichnete die eingeladenen Gäste als „Helden unseres Alltags“ und dankte ihnen für die vielen Stunden, die sie sich für das Gemeinwesen einsetzen.

Ramona Rudolph, die in Ecuador arbeitet und seit Juli für ein Jahr in Deutschland ist, wurde von Mitbürgern aus ihrer Heimatstadt Fraureuth für die Teilnahme am Bürgerfest vorgeschlagen. Über die Einladung war die Missionarin sehr überrascht: „Es war für mich Überraschung und Privileg zugleich, beim Bürgerfest des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue eingeladen zu sein. Hier konnte man Menschen aus ganz Deutschland begegnen, die auch ein Herzensanliegen haben und sich auf beeindruckende Weise engagieren“, sagte Ramona Rudolph. Im Park Bellevue feierte sie zusammen mit rund 4000 eingeladenen Gästen. „Ich erlebte ein fröhliches, buntes, aber auch anspruchsvolles Programm bei kulinarischen Köstlichkeiten. Es war ein Abend zum Genießen und gerne Verweilen. Die Wertschätzung war sehr schön und ich bin beschenkt nach Hause gegangen“, beschrieb die Missionarin ihre Eindrücke.

Seit fünf Jahren arbeitet Ramona Rudolph in Ecuador unter der Quechua-Bevölkerung. Sie setzt sich vor allem für Kinder, Jugendliche und Frauen ein. Familien liegen ihr besonders am Herzen, da viele von ihnen in schwierigen Situationen seien: „Ich sah viel Zerbrach und Hoffnungslosigkeit in den Familien. Es kommt in Ecuador häufig vor, dass Männer ihre Frauen schlagen und sich kaum um die Familie kümmern. Nach der Arbeit treffen sich die Männer gerne mit ihren Freunden und geben ihr Geld für Alkohol aus. Das führt wiederum zu Geldnöten bis hin zu Schulden in den Familien.“ Zusammen mit einheimischen Mitarbeitern will sie dort der nächsten Generation eine Zukunftsperspektive geben, Beziehungen aufbauen und sie zu einem Leben mit Jesus Christus einladen. Der christliche Glaube gebe den Menschen Hoffnung: „Als die Menschen anfingen, auf Gott zu vertrauen, gab es positive Veränderungen in ihrem Leben. Einige begannen, anderen zu vergeben, weil sie persönlich Vergebung durch Jesus erfahren hatten. Andere besiegten ihre Alkoholsucht und fingen an, sich um ihre Familie zu sorgen.“ Neben der persönlichen Fürsorge und Begleitung von Familien gibt Ramona Rudolph auch Englischunterricht und Werkunterricht an Schulen.

Noch bis Sommer nächstes Jahr wird Ramona Rudolph in Deutschland sein und über ihre Arbeit berichten.

BAD DOBERAN. Zum 18. Mal gab es das Abenteuerland für Kinder in Bad Doberan. Vor der Sommerpause ging es um die Josia-Geschichte aus der Bibel. Viereinhalb Stunden gab es ein spannendes Programm, natürlich auch mit jeder Menge Action und Spaß. Christoph Scharf, Mitarbeiter der Liebenzeller Mission und Pastor der Gemeinde in Bad Doberan freute sich, dass dieses Mal sogar Gäste aus einem anderen Bundesland mit dabei waren: „Zwei Kinder aus Hessen, die mit ihrer Mutter zurzeit in Kühlungsborn auf einer Mutter-Kind-Kur sind, kamen auch zum Programm. Die Mutter hatte uns per E-Mail angeschrieben, dass sie auf der Suche nach ‚Gemeindeanschluss’ während ihrer Zeit in der Kur sind. Eine Familie aus unserer Gemeinde hat extra einen Fahrdienst organisiert, damit die Gäste auch am Sonntag zum Gottesdienst kommen konnten.“ Beim Abenteuerland waren natürlich viele Kinder aus Bad Doberan und Umgebung dabei. Jetzt ist Abenteuerland-Sommerpause, im September geht’s dann weiter.

Junge Menschen prägen und sie für den Dienst in der Weltmission vorbereiten: Das ist die Leidenschaft von Rita und Daniel Mattmüller. Seit fünf Jahren leben sie mit ihren vier Kindern in Toronto, der vermutlich multikulturellsten Stadt der Welt. Dort leiten sie das Trainingsprogramm für angehende Missionare und das Auslandssemester der Studenten der Interkulturellen Theologischen Akademie (ITA). Davor arbeiteten sie acht Jahre lang in Malawi und leiteten das handwerklich-theologische Ausbildungszentrum „Chisomo“. In den nächsten Wochen sind sie in Deutschland, um über ihre Arbeit zu berichten. Wir haben Daniel und Rita drei Fragen gestellt.

Ihr habt auf drei verschiedenen Kontinenten gelebt. Was bedeutet für euch Heimat?
Heimat bedeutet für uns schon irgendwie: Heimkommen nach Bahlingen am Kaiserstuhl, wo wir aufgewachsen sind und wo wir in den nächsten Wochen wohnen werden. Dort leben unsere Eltern, viele Verwandte und Freunde. Im engeren Sinne ist unsere Familie mit unseren vier Kindern Heimat für uns. Wir genießen es, durch unsere Arbeit in unterschiedlichen Ländern viele verschiedene Menschen kennengelernt zu haben. Oft kennt man diese Menschen aber erst seit ein paar Jahren. Es ist wohltuend, immer mal wieder auch Leute zu treffen, die man von klein auf kennt. Es ist wertvoll, Wurzeln zu haben.

Gibt es etwas, das Menschen in aller Welt verbindet?
(Daniel): Geistlich gesehen als Christ natürlich zu Jesus zu gehören. Wir haben es immer wieder erlebt, dass wir fremde Menschen kennengelernt haben und uns gleich mit ihnen verbunden gefühlt haben. Wenn man dann erfährt, dass das Gegenüber auch Christ ist, dann ist schnell eine gefühlte Nähe da. Man könnte vor anderen Menschen Angst haben, aber innerhalb der weltweiten Gemeinde Jesu ist irgendwie ein grundlegendes Vertrauen da. Jesus verbindet Menschen.
(Rita): In den letzten Jahren ist mir die Scheu vor Menschen etwas abhanden gekommen. Am Anfang unserer Zeit in Kanada habe ich mich nicht in allen Milieus wohlgefühlt. Ich habe gemerkt, wie viele Vorurteile ich selbst hatte. Menschen sind Menschen – egal wie erfolgreich oder arm sie sind. Menschen verbindet mehr als man denkt: Zum Beispiel die Sehnsucht nach Tieferem oder der Wunsch, eigene Verwundungen zu überwinden.

Ihr bereitet junge Menschen für ihren Dienst in der Weltmission vor. Was ist euer Wunsch für sie?
Wir wollen junge Menschen motivieren, ihr Leben selbst zu „durchsuchen“, wo es Bereiche gibt, die sie Gott vorenthalten wollen. In dieser Gefahr stehen wir alle. Aber es ist wichtig, alles vor Gott zu bringen. Es ist herausfordernd, aber es bringt uns auch weiter, die eigene „comfort zone“ zu verlassen. Wir wollen angehende Missionare ermutigen, sich von Gott auch an einen Platz führen zu lassen, an den sie zunächst nicht unbedingt wollen. Und es ist uns wichtig, dass sie auch eigene Vorurteile gegenüber sich selbst ablegen. Wir wünschen uns, dass viele Missionare lange im Missionsdienst bleiben und dass sie offen sind für junge Menschen, die einen Kurzeinsatz machen. Denn für viele ist das der Einstieg in einen langjährigen Einsatz als Missionare.

In der mehr als hundertjährigen Geschichte der Liebenzeller Missionsarbeit in Papua-Neuguinea (PNG) sind sie die Missionare, die am längsten vor Ort waren: Bernd und Irmgard Mortsiefer. 33 Jahre lang lebten und arbeiteten sie am anderen Ende der Erde. Von der Weltöffentlichkeit scheint Papua-Neuguinea oft vergessen zu sein. Gott hat die Menschen aber nicht vergessen. Das weiterzugeben, war Bernd und Irmgard Mortsiefer wichtig. Jetzt sind sie nach Deutschland zurückgekehrt. Wir haben Bernd drei kurze Fragen gestellt.

Gibt es eine Begegnung in eurer Zeit PNG, die euch in besonderer Erinnerung geblieben ist?
Da gibt es natürlich viele. Aber die erste Begegnung mit Matthew Top ist mir besonders in Erinnerung. Mit wenig Ausbildung, nur einem T-Shirt und einer Hose kam er an der Bibelschule auf der Insel Manus an. Als Buschmann aus dem Sepia-Gebiet war er nicht angesehen. Aber er fühlte sich von Gott berufen. Und Gott hat diese Berufung bestätigt. Matthew lernte viel, war sehr engagiert und hielt das Studium durch. Heute leitet er die Bibelschule in Manus. Und dann denke ich an die vielen Begegnungen mit Flüchtlingen in den letzten Monaten. Sie machten sich überwiegend aus dem Mittleren Osten auf den Weg nach Australien, wurden abgefangen und in Lager auf Manus gebracht. Ich wurde gebeten, diesen Menschen kulturelle Orientierung zu bieten. Gott schenkte es, dass viele der Flüchtlinge Interesse am christlichen Glauben hatten. Einige ließen sich taufen. Über Internet und Handy bin ich immer noch mit manchen verbunden.

Der Glaube an Geister prägt das Leben der Menschen in PNG. Wie können Menschen hier „Befreiung“ erleben?
In Deutschland kann man sich das kaum vorstellen, aber noch heute werden in PNG zum Beispiel Frauen verbrannt, weil sie für Hexen gehalten werden. Menschen aus dieser Not herauszuholen, geschieht meistens nicht ad hoc. Es ist wie beim Alkohol, die wenigsten werden sofort trocken. Viele gehen hier einen Weg mit Stufen. Letztendlich ist es eine tief geistliche Sache. Nur wo die Kraft des Heiligen Geistes der alten Kraft entgegensteht, kann Veränderung geschehen.

Jetzt seid Ihr seit einigen Wochen in Deutschland. Habt Ihr schon Heimweh nach PNG?
Wenn man 33 Jahre in einem Land lebt, ist schon ein bisschen Wehmut dabei. Aber wir sind froh über das ausgezeichnete Gesundheitssystem in Deutschland und genießen die hohen Standards hier. In Neuguinea hatten wir ja viele Jahre ohne elektrisches Licht gelebt. Mit vielen Menschen vor Ort sind wir über Internet und Handy verbunden. Es ist schon ein bisschen verrückt: Manche haben nur ein Hemd, aber ein Smartphone hat fast jeder. Mit den Menschen in Kontakt zu sein, ist uns wichtig. Denn eines muss ich sagen: Während unserer Zeit in Papua-Neuguinea haben wir mindestens so viel von den Menschen gelernt, wie wir ihnen geben konnten.

BAD LIEBENZELL. Der Gottesdienst begann mit einem gemeinsamen Zusammensein bei Kaffee und Kuchen. Was für Deutsche vielleicht ungewohnt scheint, ist für viele Menschen aus anderen Ländern eine Selbstverständlichkeit. Gastfreundschaft ist ein zentraler Wert in vielen Kulturen, besonders in orientalischen Ländern. Rund 80 Menschen aus sieben Ländern kamen zum internationalen Gottesdienst am vergangenen Sonntag ins Missions- und Schulungszentrum der Liebenzeller Mission.

Der Nachmittag stand unter dem Motto „Gemeinsam feiern, reden, spielen, singen und auf Gottes Wort hören“. Gesungen wurde in Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi. Auf Textgenauigkeit kam es dabei nicht an. Es war der Wunsch der Veranstalter, dass Menschen in der Sprache ihrer Herzen teilhaben könnten. Deshalb wurden anschließend auch verschiedene Sprachgruppen gebildet. Im „Entdeckerbibelstudium“ lasen die Gottesdienstbesucher gemeinsam die biblische Geschichte vom syrischen Militärführer Namen aus dem zweiten Buch Könige. Namen litt an einer unheilbaren Krankheit. Doch durch ein Sklavenmädchen wurde er auf einen Propheten aufmerksam gemacht, der ihn dann heilen konnte.

Die Gottesdienstbesucher konnten zum Schluss ihre Fragen stellen. Es war nicht nur dadurch ein etwas anderer Gottesdienst. Wichtig war den Veranstaltern vor allem das gemeinsame Miteinander, „denn bei Gott ist jeder Mensch gleich viel Wert, ganz unabhängig von seiner Herkunft“, so ihr Fazit.

Seit 2012 leben Miriam und Björn Dehner in Frankreich. In den letzten beiden Jahren arbeiteten sie in Cherbourg, im Nordwesten der Normandie. Sie setzen sich besonders für Jugendliche ein. Sie zu prägen, ist ihre Leidenschaft. In den nächsten Wochen sind Björn und Miriam in Deutschland und berichten über ihre Arbeit. Danach werden sie in Frankreich eine neue Gemeindegründung beginnen. Wir haben den beiden drei kurze Fragen gestellt.

In Frankreich gilt das Prinzip der Laizität: Religion und Staat sind strikt getrennt. Was bedeutet das für die Missionsarbeit?
Eigentlich ist die Laizität etwas Positives. Denn sie gewährleistet, dass jeder seinen Glauben frei leben kann. Der Staat mischt sich nicht in Religion ein. Allerdings hat dieses Modell dazu geführt, dass Religion weniger präsent ist. Glaube ist in Frankreich sehr privat. Man redet eher darüber, was man verdient, als darüber, woran man glaubt. Die Gefahr ist einfach, dass die Laizität zur Ideologie und damit zu einer areligiösen Haltung wird. Christen fühlen sich als Minderheit. Als Gemeinde hat man den Eindruck, eingeschränkt zu sein, wie man auftritt. Und das, obwohl es viele Rechte gibt, seine Religion auszuüben. Die Evangelische Allianz Frankreichs hat deshalb ein gutes Heft herausgegeben, das aufzeigt, welche Rechte jeder Gläubige im öffentlichen Raum hat, z. B. an der Schule und an der Uni.

Ihr setzt Euch besonders für die Jugendlichen ein. Was ist euer Wunsch für die junge Generation in Frankreich?
Dass zukünftige Leiter heranwachsen! Uns ist es wichtig, dass Mitarbeiter nicht einfach nur Teerkreis machen. Es geht um Motivation und darum, Potenziale zu entdecken und zu fördern, voranzugehen und für Gott etwas zu bewirken. Wir wollen junge Menschen ermutigen, Neues zu wagen, eine Vision zu entwickeln und selbst vorwärts zu gehen. Wenn Menschen zum Glauben kommen, sich dann aber mit ihren Fähigkeiten nicht für andere Menschen und die Gemeinde einsetzen, ist das schade. Mit Jugendlichen ist das ein sehr spannender Weg, denn junge Menschen kann man gut prägen. Sie haben das Leben noch vor sich und haben viele Träume. Mit Menschen, die viel von Gott erwarten, kann man auch viel bewegen!

In den nächsten Wochen seid ihr in Deutschland, um von eurer Arbeit in Frankreich zu berichten. Auf was freut ihr euch in Deutschland am meisten und was werdet ihr an Frankreich vermissen?
(lachen) Das französische Baguette haben wir schon nach einer Woche vermisst. Aber auf Familie und Freunde in Deutschland freuen wir uns natürlich. Grundsätzlich sind wir aber sehr gerne an beiden Orten.