Sie ist eines der prägenden Gesichter der Liebenzeller Mission: Irmgard Schülein. 17 Jahre arbeitete sie zusammen mit ihrem Mann Ernst als Missionarin auf Manus, danach war sie in der Frauenarbeit tätig. Irmgard ist als Referentin für Frauen in ganz Deutschland zu Vorträgen unterwegs. Durch ihre Tätigkeit hat sie viele Menschen in den vergangenen Jahren geprägt. Nun geht Irmgard in den Ruhestand. Ehrenamtlich bleibt sie der Liebenzeller Mission aber noch erhalten.

 

Irmgard, was waren deine Höhepunkte im Dienst der Liebenzeller Mission und für Gott?
Da gibt es eine Menge! Zum Beispiel eine Hochzeit im Ausland, bei der andere Menschen die „Elternstelle“ für uns übernahmen und einfach Essen geplant und Kosten übernommen haben sowie schlicht da waren. Ebenso denke ich sehr gerne an die vielen Feiern auf Manus zurück, wo wir zu den Menschen gehören durften. In unsere Dienstzeit fiel auch der Kirchenbau in der Hauptstadt Port Moresby. Unvergessen ist mich ebenso der Abschied von Papua-Neuguinea nach 15 Jahren und wie wir dort Gottes wunderbares Versorgen als Familie erlebt haben. Und auch an die Feier zum 100. Geburtstag der Liebenzeller Mission mit Menschen aus vielen Nationen denke ich sehr gerne zurück. Alles in allem kann ich nur staunen, was Gott aus unserer Arbeit gemacht hat, den weiten Horizont, den er uns geschenkt hat.

 

Welcher Bibelvers, welche geistliche Erkenntnis hat dich besonders geprägt?
Prägend war für mich die Erkenntnis, dass Gott im Loslassen mehr gibt, als ich erwartet hätte. Eigentlich wollte ich auch auf Manus als Krankenschwester tätig sein. Als sich das zerschlug, war ich tieftraurig. Erst als ich meinen Traum losließ, konnte Gott mir den Weg in die Frauenarbeit zeigen und mich dahin führen. In dieser Arbeit habe ich dann Entfaltung und Erfüllung gefunden. Wichtig war mir dabei immer unser Trauspruch aus Psalm 84,12: „Gott, der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt Gnade und Ehre.“ Angesichts der vielen Angriffe durch den Teufel, denen Familien und Ehe ausgesetzt sind, hat mich getröstet, dass Gott unser Schutz und Schild ist. Ebenso fand ich es befreiend, dass wir als Christen keine Ehre suchen müssen. Er schenkt uns im Leben die Bestätigung, die jeder benötigt. Das hat mich regelrecht umgehauen. Und wenn ich Gottes Wege nicht verstanden habe, hat mir die Zusage aus Jeremia 29,11 sehr geholfen: „Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der Herr: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.“ Das versuchte ich in meinen Vorträgen immer wieder zu vermitteln.

 

Auf mich strahlt ihr als Ehepaar immer viel Liebe und Leidenschaft für Gott aus. Was ist euer „Geheimnis“?
Gott beim Wort nehmen! Von der Berufung angefangen („Du hast mich hierher gestellt, Herr, nun bring mich durch“). Ich nenne das gerne Gott „an seinem Wort festnageln“ und seine Antwort dann ernst nehmen. Da gibt es nur Gehorsam oder Ungehorsam.

 

Du hast dich auch kommunalpolitisch engagiert. Was hat dich da angetrieben?
Als Stadträtin von 1999 bis 2014 in Bad Liebenzell und fünf Jahre als ehrenamtliche Stellvertreterin des Bürgermeisters tätig zu sein, das wollte ich nie und es war die schwierigste Aufgabe, in die ich je gestellt wurde. Die Missionsleitung hat mich gebeten, zu kandidieren, da eine Frau in dem Gremium gewünscht wurde. Dabei hatte ich gerade Gott gesagt, dass ich Zeit habe und ihn gefragt, ob er etwas für mich habe. Es war ein Ringen, doch durch das Wort aus 1. Mose 12,1 („Und der Herr sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will“), das mich schon nach Manus geführt hatte, zeigte mir Gott hier wieder den Weg. Ich musste als frischgebackene Kommunalpolitikerin viel lernen, da ich politisch ein totaler Anfänger war. Und doch war es interessant, wir haben viele Menschen aus der Stadt kennengelernt und Freunde gewonnen.

 

Was rätst du jungen Menschen, die ihr Leben in den Dienst Gottes stellen möchten?
Auf den Ruf Gottes zu warten! Ich bin nicht in die Mission gegangen, weil mein Verlobter und heutiger Mann Ernst dort war und ich mich nach ihm sehnte, sondern weil Gott mich diesen Weg geführt hat. Dieses Wissen habe ich dann sehr gebraucht, als ich alleine auf einer Missionsstation in Manus war, Ernst seinen erfüllten Alltag hatte und ich mich fragte, warum ich da bin. Da habe ich dann zum ersten Mal Gott an seinem Wort regelrecht festgenagelt und das gab mit Halt.

 

Welche Empfehlung hast du für angehende Missionare?
Ich kann nur dazu ermutigen, Großartiges von Gott zu erwarten. Er will unser Leben reich machen – und nicht zuerst unsere Arbeit für ihn. Ebenso bringt es nichts, sich zu vergleichen, denn jeder ist einzigartig und Gott wird jeden einmal danach fragen, was er mit den Gaben gemacht hat, die er ihm gab. Ich will auch nicht darauf schauen, was andere verdienen, sondern dankbar auf das Versorgen durch Gott sehen. All die Wunder, die wir im Versorgen Gottes erlebt haben, machen uns einfach nur dankbar.

 

Worauf freust du dich im Ruhestand am meisten?
Zunächst bin ich weiter ehrenamtlich für die Liebenzeller Mission in der Frauenarbeit unterwegs. Wo Gott mich hier genau noch haben will, besonders in unserer Heimat in Franken, das muss er mir noch zeigen. Aber er hat sicher eine gute Platzanweisung für mich und etwas, was mir Freude machen wird. Ein großes Geschenk ist es für mich und Ernst, diese Zeit gemeinsam zu erleben. Wir hoffen, diese noch lange miteinander auch mit unseren drei Kindern und Enkeln gestalten zu können.

SAMBIA. Trotz der Corona-Pandemie können Christen dank digitaler Möglichkeiten weltweit Kontakt halten und das Wort Gottes überwindet alle Grenzen – auch bei Trauungen. Das zeigt dieses Bild des Liebenzeller Missionars Michael Pflaum. Es entstand in seinem Haus auf dem Gelände der Amano-Schule in Sambia. Dabei ist zu sehen, wie er bei der Trauung seiner jüngsten Tochter Gabriele per Videokonferenz-Plattform Zoom die Predigt hält. Die Trauung war ursprünglich in den USA geplant, aufgrund der Reisebeschränkungen durch Corona fand sie in Japan im Wohnzimmer eines Missionars statt. Gabriele Pflaum lebt seit vier Jahren in Tokio und arbeitet im Management einer Universität. In Japan lernte sie ihren Mann kennen, der als amerikanischer Missionar dort tätig ist. Michael Pflaum konnte mit seiner Frau Bärbel wegen der Pandemie allerdings nicht nach Japan reisen. Die Familien des Brautpaares waren in den USA und in Sambia am Computer über Zoom zugeschaltet. Das Eheversprechen wurde ebenso darüber getätigt. „Leider ist die Videoübertragung noch nicht so weit entwickelt, dass jeder am Hochzeitsessen hätte teilnehmen können“, so Michael Pflaum mit einem Augenzwinkern.

Michael Pflaum leitet seit 2014 die 2004 von ihm mitbegründete Amano-Schule in Sambia. Sie zählt mittlerweile über 130 Schüler. Mittellose Waisenkinder, Kinder von Missionaren und von wohlhabenden Geschäftsleuten lernen dort Seite an Seite. Reichere Eltern ermöglichen mit den Schulgebühren, dass auch ärmere Kinder in den Genuss einer exzellenten Ausbildung kommen. Sowohl die Mitarbeiter der Einrichtung als auch die Schüler stammen aus vielen verschiedenen Ländern. Die Kinder und Jugendlichen können qualifizierte internationale Abschlüsse erwerben – vergleichbar mit der Mittleren Reife. Auf Wunsch kann auch das A-Level (eine Art Abitur) erworben werden. Immer wieder loben Schulinspektoren die hervorragende Ausbildung.

Ein ganz neuer Podcast ist am 1. November online gegangen. In „The Missionary and his Friend“ sprechen „zwei Freunde über zwei Welten“. Pascal Dürr (Jugendreferent) und Felix Unger (angehender Spanien-Missionar) unterhalten sich über das Leben, ihre Leidenschaft und wie es ist, wenn sich ein junger Missionar mit seiner Familie aufmacht, um in einem anderen Land Gemeinde zu gründen und Menschen mit Jesus bekannt zu machen.


Alle zwei Wochen wollen sie zu zweit für etwa 40 Minuten genau diese Themen durchquatschen – echt, authentisch, locker und tiefgründig – eben wie das gute Freunde so machen.


Den Podcast gibt es auf allen bekannten Plattformen. Am besten gleich abonnieren und keine Folge mehr verpassen.


Von der Corona-Pandemie sind auch die Flüchtlinge und Chinesen in Deutschland betroffen. Wie sie damit umgehen, das schildern Klaus-Dieter Volz (Teamleiter Interkulturelle Teams) und Martin Kocher (Teamleiter Deutschland und Mittlerer Osten), die unter diesen Menschen arbeiten.

Klaus-Dieter, wie gehen die Chinesen hier in Deutschland mit dem Corona-Virus um?
Die Chinesen sind aufgrund der Vorgeschichte viel ängstlicher und vorsichtiger als wir – aus gutem Grund: Sie kennen aus ihrem eigenen Land, welche Folgen das Corona-Virus dort hat. In Wuhan gibt es sehr, sehr viele christliche Gemeinden und bereits Anfang Dezember war vielen klar, dass etwas nicht in Ordnung ist. Man wusste erst nicht, was das für eine Erkrankung ist. Ab Mitte Januar dann, als sich abzeichnete, dass das auch nach Deutschland kommen wird, bekamen die Chinesen hier Angst und warnten vor dem Virus. Bereits Anfang Februar kamen immer weniger in unsere Gemeinden, weil sie um die Gefährlichkeit des Virus wussten. Viele haben durch die eigene Verwandtschaft viel klarer miterlebt, was für Folgen das Virus hat.

Stimmt es, dass Chinesen in Deutschland bedroht wurden?
Ja, das ist so. So wurden einige in der S-Bahn als „Du Virusschleuder“ beschimpft. Immer wieder werden sie angeherrscht, ja Abstand zu halten. Und immer wieder hören sie: „Steck mich ja nicht an!“

„Ganze Gottesdienste werden per Livestream mit Abendmahl übertragen“

Und wie sieht eure Arbeit zurzeit aus?
Bei uns fällt gar nichts aus, sondern es läuft alles im Internet weiter. Natürlich ist alles viel umständlicher geworden. Die Chinesen sind aber sehr vertraut mit Videokonferenzen und ganze Gottesdienste werden so per Livestream übertragen, indem sich dann Interessenten zuschalten können. Nach dem Gottesdienst gibt es Kleingruppen, bei denen die Zuschauer in Fünfer-Gruppen eingeteilt werden. Abendmahl geschieht so, dass die Zuschauer zuhause vor dem Bildschirm mit ihrem Becher und Brot das Abendmahl einnehmen. Letztlich werden die Chinesen in Deutschland durch die 70 Gemeinden und Bibelkreise sehr gut betreut. Es gibt 25 bis 30 Pastoren mit chinesischem Hintergrund. So wird jeden Morgen eine digitale Andacht bereitgestellt und der Telefonkontakt ist fast rund um die Uhr möglich.

Und wie können wir reagieren?
Die Chinesen gehen konsequent nicht aus dem Haus, da sie besser als wir über das Virus Bescheid wissen. Ihr Misstrauen gegenüber allen Medien ist sehr groß, da ihnen die hohe Dunkelziffer bewusst ist. Aber wir Deutsche sind gefordert, sie nicht auszuschließen. Und wir sollten Chinesen nicht beschimpfen und Verständnis zeigen, wenn sie konsequent mit Mundschutz herumlaufen. Dafür wurden sie oft belächelt und angefeindet. Sie tun das aber aus gutem Grund und das machen nun auch immer mehr Deutsche. Ebenso ist Gebet eine große Hilfe. Wichtig ist auch die Aufklärung: Wir weisen zum Beispiel darauf hin, dass Kinder weniger gefährdet, sondern mehr die Überträger sind. Letztlich sollten wir Verständnis haben, dass die Chinesen mehr Angst haben als wir, weil sie aus einem anderen Kontext kommen.

„Flüchtlinge in dieser Zeit nicht aus den Augen verlieren“

Martin, wie erleben die Flüchtlinge, mit denen du zu tun hast, die momentane Situation?
Auch die Flüchtlinge leben in einer größeren Angst als die meisten Deutschen. Das liegt daran, weil sie ihre Familie und ihr vertrautes heimisches Unterstützerumfeld nicht haben. Dazu kommt, dass sie oft die Informationen der Behörden nicht verstehen, was ja auch vielen Deutschen schwerfällt. Und sie schnappen viele „Fake News“ auf: So glaubten viele, die Supermärkte würden schließen. Ein befreundeter Eritreer in der Nachbarschaft hat fünf Tage das Haus nicht mehr verlassen. Als ich das mitbekam, forderte ich ihn auf, auf den Balkon zu kommen und sich ein wenig mit mir zu unterhalten. Von daher ist es ganz wichtig, dass wir versuchen, immer wieder Nähe zu zeigen, natürlich bei dem gebotenen Sicherheitsabstand.

Und wie ist Lage in den Flüchtlingsunterkünften?
Die Menschen dort sind sehr auf sich alleine gestellt und diese sind ja auch für Besucher geschlossen. Auch die Betreuer halten fast nur noch telefonisch Kontakt.

Wie können Christen helfen?
Es ist in dieser Zeit besonders wichtig, dass wir die Flüchtlinge nicht aus den Augen verlieren und schauen, wie es ihnen geht. Viele Helfer und Christen, die am Anfang dabei waren, haben sich zurückgezogen und es wäre wichtig, wenn sie sich wieder verstärkt engagierten, Nähe und Interesse zeigten und nachfragen würden, wie man helfen kann.

Für den Jubiläumsmonat von 120 Jahren Liebenzeller Mission haben sich Niklas Ebert und Steffen Cramer von der LM-Männerarbeit etwas Besonderes ausgedacht. Sie haben die Aktion „No Shave for Faith November“ ausgerufen. Das Ziel: Glauben wagen und die Missionsarbeit weltweit unterstützen. Der Gründer der LM sei für sie in doppelter Hinsicht ein Vorbild: „Pfarrer Heinrich Coerper lebte seine Beziehung zu Jesus und wagte es 1902, mit dem Missionswerk aus der Metropole Hamburg nach Liebenzell umzusiedeln. Außerdem ist sein kräftiger Bart beeindruckend gewesen“, so Niklas Ebert mit einem Schmunzeln.

Beide Dinge soll die Aktion verbinden. Jeden Freitag um 7 Uhr treffen sich Männer in der Missionshaus-Kapelle der LM zum Gebet. Außerdem lassen sie einen Monat lang ihren Bart wachsen. Gesucht werden Sponsoren, die eine Summe x pro gewachsenem Zentimeter Bart oder als Festpreis für die Missionsarbeit spenden. Alle Sponsoren melden ihren Sponsoringbetrag (Euro pro Zentimeter) an . Wer einen Festpreis spenden möchte, kann dies auf www.liebenzell.org/no-shave.

Alle Männer, die selbst bei der Aktion mitmachen wollen, können am 4. November um 17 Uhr rasiert nach Bad Liebenzell kommen. Bis 2. Dezember lassen sie ihre Bärte wachsen. Dann wird jedem Teilnehmer ein Barthaar gezupft und die Gesamtlänge aller Bärte gemessen. Der Anhaltswert aus dem vergangenen Jahr beträgt 50 Männer und insgesamt 84 Zentimeter Bart. Das Ergebnis soll dieses Jahr getoppt werden.

Vielen Dank für alle Unterstützung!

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BANGLADESCH. Häufig müssen Kinder in Bangladesch hart arbeiten anstatt zur Schule gehen zu können. Eine unbeschwerte Kindheit haben nur wenige. Im Kinderdorf in Khulna in Bangladesch leben und lernen ca. 50 benachteiligte Jungen. Aufgenommen werden Waisen, Halbwaisen oder Kinder aus sehr armen Familien. Für sie ist das Kinderdorf ein echtes Zuhause geworden. Und durch die qualifizierte Schulbildung bekommen sie eine Perspektive für die Zukunft. Jetzt muss dringend noch ein Stockwerk für die Mitarbeiter gebaut werden. Dafür benötigen wir 15.000 Euro an Spenden. Wer hilft mit? Jeder Euro hilft! Ganz herzlichen Dank für alle Unterstützung!

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MALAWI. Gottes Wort bewegt Menschenherzen über Monate – und wird auch von Muslimen weiterverbreitet. Das hat Missionar Johannes Urschitz in Malawi erfahren. Mit einem Schulspeisungsprogramm halfen er und seine Frau Veronika den von Hunger geplagten Schülern. Dabei stellten sie Nahrungsmittel zur Verfügung, die von den Schulen und Eltern verteilt wurden. Auch vom Hunger betroffene Familien und Senioren erhielten etwas zu essen. Außerdem konnten die Missionare auch Gottes Wort bei Andachten weitergeben. „Dieses Jahr haben wir besonders viel Offenheit erlebt und es kamen nach den Veranstaltungen gute Gespräche zustande.“ Dabei hat einer der örtlichen Häuptlinge eine Andacht, die Johannes Urschitz drei Monate zuvor gehalten hatte, fast wortwörtlich wieder gegeben. Was der Missionar gesagt hatte, habe ihn so angesprochen und bewegt, dass er das nochmals an alle weitergeben wollte. „Unglaublich, wenn ein muslimischer Häuptling eine evangelistische Botschaft weitersagt“, so Johannes Urschitz.
 
Die Liebenzeller Mission ist seit 1992 in Malawi tätig, unter anderem seit 2008 im Chilonga-Gebiet, das sich selbst für afrikanische Verhältnisse jenseits der Zivilisation befindet. Schlechte Bildung, mangelnde medizinische Versorgung und eine unzureichende Ernährungssituation prägen den Alltag. Die Liebenzeller Mission eröffnete 2011 den Kindergarten „Madalitso“ (= Segen). Im September 2013 startete die Grundschule mit zunächst 40 Schülern. Veronika und Johannes Urschitz arbeiten seit 1996 in Malawi.

4200 Besucher beim Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission im Nordschwarzwald
Rückblick, Fotos, Audio- und Videoimpressionen unter:
www.liebenzell.org/pmf

„Wenn Menschen mit anderer Hautfarbe, politischer Einstellung oder religiöser Überzeugung verachtet und verfolgt werden, sagen wir kompromisslos Nein.“ Das sagte Pfarrer Johannes Luithle beim Pfingstmissionsfest der Liebenzeller Mission, zum dem rund 4200 Besucher nach Bad Liebenzell (Nordschwarzwald) kamen.

In Politik und Wirtschaft müssten Kompromisse gesucht und gefunden werden. „Und dennoch gibt es politische und gesellschaftliche Entwicklungen, die wir nicht einfach nur hinnehmen können“, sagte der Direktor des Missionswerks. „Aus diesem Grund haben wir uns als Missionsleitung mit einer Kippa fotografieren lassen und dieses Bild veröffentlicht. Antisemitismus in jeder Hinsicht können und wollen wir nicht dulden.“ Johannes Luithle berichtete auch von den Kindermissionsfesten, zu denen rund 6.100 Besucher kamen, sowie vom Teenagermissionstreffen mit 2.200 Teilnehmern.

Dennis Wadley, Leiter des amerikanischen Zweigs der LM, predigte über das Motto des Missionsfestes: „Kompromisslos“. Er wandte sich gegen falsche Vorstellungen des christlichen Glaubens: „Es sind nicht unsere Verdienste, die uns retten, sondern der Glaube an Jesus Christus und seine Gnade.“ Wer das erkannt habe, lebe einen kompromisslosen Glauben. Dennis Wadley ermutigte die Zuhörer, sich als „Miterben“ von Jesus Christus zu fühlen. „Wir sind Gottes Meisterstück. Er umarmt uns als seine Kinder.“

Mitarbeiter der Liebenzeller Mission aus dem Mittleren Osten berichteten von ihren Erfahrungen. Die Lage für die wenigen Christen in der arabischen Welt sei herausfordernd. „Sie können nicht in Kirchen gehen und es gibt viel Misstrauen zwischen Christen und Muslimen. Auch müssen die meisten Muslime, die Christen geworden sind, ihren Glauben vor ihrer Familie verstecken, sonst befinden sie sich in Lebensgefahr.“ Von einem ähnlichen Schicksal berichtete auch Faith Mussa aus dem afrikanischen Malawi. Sein Vater war Muslim. Nachdem er Christ geworden war, wurde er von seiner Familie verbannt und enteignet. Faith Mussa ist heute der bekannteste Sänger seines Landes. Beim Pfingstmissionsfest begeisterte er die Besucher mit seinen Liedern und seinem authentischen Lebensbericht.

Martin Auch, als Missionsdirektor verantwortlich für die weltweite Arbeit der Liebenzeller Mission, erinnerte an das erste Pfingstfest vor rund 2000 Jahren, der „Geburtsstunde der Gemeinde Jesu“. Diese Gemeinde sei von ihrer ersten Stunde an multikulturell gewesen. „Auf den Aspekt, verschiedene Menschen in Jesus zu verbinden, wollen wir in unseren Gemeindegründungen neu achten.“

Die Oberin der Liebenzeller Schwesternschaft, Johanna Hägele, gab einen Einblick in das Leben der Missionsschwestern. Von den 116 Schwestern sind die meisten im Ruhestand. „Doch ihre Berufung geht weiter und sie füllen als Licht und Salz und Segen ihren Platz aus.“ So zog zum Beispiel eine Schwester mit fast 70 Jahren von Süddeutschland nach Mecklenburg-Vorpommern, um dort die missionarische Arbeit zu unterstützen.

Prof. Dr. Volker Gäckle, Rektor der Internationalen Hochschule Liebenzell, berichtete von den aktuellen Bewerberzahlen für die Hochschule und die Interkulturelle Theologische Akademie. 117 Menschen hätten sich für einen der Studiengänge beworben, elf weitere für die neu geschaffene Weiterbildung „Gemeindeentwicklung“. Gäckle sagte, dass er sich über diese Zahlen freue. „Wir werden aber leider nicht alle Bewerber aufnehmen können.“

Beim Missionsfest konnten die Besucher aus mehr als 20 verschiedenen Parallel-Angeboten auswählen. Aktivangebote wie Bogenschießen oder Sushi-Workshop gehörten genauso dazu wie theologische Vorträge oder „World Wide Worship“ – Musik mit Missionaren aus aller Welt. Für Kinder und Teenager wurde jeweils ein extra Programm angeboten.

Die Liebenzeller Mission ist mit rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in 23 Ländern eine der großen evangelischen Missionsorganisationen in Deutschland. Zweimal im Jahr veranstaltet sie Missionsfeste für Freunde und Interessierte. Das nächste Missionsfest ist am 8. September 2019.

SPANIEN. Sechs Monate ist es her, dass Danis Großmutter beerdigt wurde. Nun folgt der nächste schwere Verlust in der Familie des 30-jährigen Spaniers: sein Großvater ist verstorben. In seiner Trauer denkt Dani an viele schöne Erlebnisse mit seinen Großeltern zurück. Immer wieder beschäftigt ihn dabei jedoch die Frage, wo sie nach ihrem Tod wohl hingegangen sind?

Am Tag der Beerdigung ruft Dani seinen Freund Daniel Köhler an und fragt: „Hast du Zeit für ein Bier?“ Der Liebenzeller Missionar weiß um den Verlust und lädt Dani noch am selben Abend zu sich nach Hause ein. Die beiden reden – über Danis Großeltern, den Tod, aber auch den Glauben. „Daniel, meinst du, Petrus hat ihnen die Tür zum Himmel geöffnet?“, fragt Dani. Beide seien schließlich streng katholisch gewesen. „Es geht nicht darum, einer Religion anzugehören, sondern eine lebendige Beziehung zu Jesus Christus zu haben. Nur durch ihn können wir gerettet werden“, antwortet Daniel und fügt einen Bibelvers aus dem Johannes-Evangelium an: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat.“ (Joh. 3,16) Mit diesem Vers möchte Daniel seinem Freund nahebringen, dass nicht wir Menschen über Leben und Tod entscheiden, sondern Gott. Das offene Gespräch tat Dani gut. Auch für Daniel ist der Abend trotz des traurigen Anlasses etwas Besonderes: „Ich freue mich, dass sich Dani mit elementaren Glaubensfragen beschäftigt und hungrig nach Antworten ist.“ Auch habe der Abend die Freundschaft der beiden stärker vertieft und Daniel ist gespannt, was Gott noch in Danis Leben bewirken wird.

Die Liebenzeller Missionarin Ramona Rudolph aus Fraureuth (Sachsen) war am vergangenen Freitag zu Gast beim Bürgerfest von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Park von Schloss Bellevue in Berlin. Mit dem Bürgerfest würdigt der Bundespräsident Menschen in Deutschland, die gesellschaftliche Herausforderungen angehen und sich für andere Menschen einsetzen. Der Bundespräsident bezeichnete die eingeladenen Gäste als „Helden unseres Alltags“ und dankte ihnen für die vielen Stunden, die sie sich für das Gemeinwesen einsetzen.

Ramona Rudolph, die in Ecuador arbeitet und seit Juli für ein Jahr in Deutschland ist, wurde von Mitbürgern aus ihrer Heimatstadt Fraureuth für die Teilnahme am Bürgerfest vorgeschlagen. Über die Einladung war die Missionarin sehr überrascht: „Es war für mich Überraschung und Privileg zugleich, beim Bürgerfest des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue eingeladen zu sein. Hier konnte man Menschen aus ganz Deutschland begegnen, die auch ein Herzensanliegen haben und sich auf beeindruckende Weise engagieren“, sagte Ramona Rudolph. Im Park Bellevue feierte sie zusammen mit rund 4000 eingeladenen Gästen. „Ich erlebte ein fröhliches, buntes, aber auch anspruchsvolles Programm bei kulinarischen Köstlichkeiten. Es war ein Abend zum Genießen und gerne Verweilen. Die Wertschätzung war sehr schön und ich bin beschenkt nach Hause gegangen“, beschrieb die Missionarin ihre Eindrücke.

Seit fünf Jahren arbeitet Ramona Rudolph in Ecuador unter der Quechua-Bevölkerung. Sie setzt sich vor allem für Kinder, Jugendliche und Frauen ein. Familien liegen ihr besonders am Herzen, da viele von ihnen in schwierigen Situationen seien: „Ich sah viel Zerbrach und Hoffnungslosigkeit in den Familien. Es kommt in Ecuador häufig vor, dass Männer ihre Frauen schlagen und sich kaum um die Familie kümmern. Nach der Arbeit treffen sich die Männer gerne mit ihren Freunden und geben ihr Geld für Alkohol aus. Das führt wiederum zu Geldnöten bis hin zu Schulden in den Familien.“ Zusammen mit einheimischen Mitarbeitern will sie dort der nächsten Generation eine Zukunftsperspektive geben, Beziehungen aufbauen und sie zu einem Leben mit Jesus Christus einladen. Der christliche Glaube gebe den Menschen Hoffnung: „Als die Menschen anfingen, auf Gott zu vertrauen, gab es positive Veränderungen in ihrem Leben. Einige begannen, anderen zu vergeben, weil sie persönlich Vergebung durch Jesus erfahren hatten. Andere besiegten ihre Alkoholsucht und fingen an, sich um ihre Familie zu sorgen.“ Neben der persönlichen Fürsorge und Begleitung von Familien gibt Ramona Rudolph auch Englischunterricht und Werkunterricht an Schulen.

Noch bis Sommer nächstes Jahr wird Ramona Rudolph in Deutschland sein und über ihre Arbeit berichten.